Datenschutz – Digitale Spuren und Geschäftsmodelle Klasse 8
Datenschutz – Digitale Spuren und Geschäftsmodelle: Klasse 8
Kurzbeschreibung: Du lernst, wie digitale Dienste Daten sammeln, daraus Profile oder Wahrscheinlichkeiten ableiten und Daten für Personalisierung, Werbung oder andere Geschäftsmodelle nutzen können. Du arbeitest nur mit erfundenen Beispieldaten. Eigene Konten, echte Suchverläufe, reale Standortdaten oder persönliche Werbeprofile aus der Klasse werden nicht verwendet.

Einleitung
Ein Klick, ein Like, eine Suche oder die Dauer eines Videos kann eine digitale Spur erzeugen. Manche Daten braucht ein Dienst, damit er überhaupt funktioniert. Andere Daten werden für Statistik, Personalisierung, Sicherheit oder Werbung verarbeitet.
Wichtig ist die Unterscheidung: Ein Dienst kann Daten beobachten, daraus etwas ableiten und diese Ableitung später für Entscheidungen nutzen. Eine solche Ableitung kann richtig sein – muss es aber nicht.
Leitfrage: Wie wird aus einzelnen Datenspuren ein Geschäftsmodell?
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du:
- digitale Spuren von direkten Angaben und technischen Daten unterscheiden.
- Tracking, Cookies, Browser-Fingerprinting und Profiling in einfachen Worten erklären.
- einen Datenfluss vom Gerät bis zu Personalisierung oder Werbung lesen.
- erklären, wie Geschäftsmodelle wie Werbung, Abos, Freemium oder In-App-Käufe funktionieren.
- zwischen beobachteten Daten und abgeleiteten Vermutungen unterscheiden.
- einfache Schutzmöglichkeiten und wichtige Datenschutzrechte nennen.
Digitale Spuren

Digitale Spuren entstehen, wenn Informationen bei der Nutzung eines digitalen Dienstes verarbeitet werden.
| Spur | Beispiel | Kann etwas verraten über |
|---|---|---|
| Eingabe | Suchbegriff | aktuelles Interesse |
| Interaktion | Klick, Like, Abspielzeit | bevorzugte Inhalte |
| Gerätedaten | Browsertyp, Sprache, Bildschirmgröße | technisches Umfeld |
| Standortbezug | ungefährer Standort oder GPS, wenn freigegeben | Region oder Weg |
| Kontoangabe | Alter oder E-Mail, falls angegeben | Identität oder Altersgruppe |
Merke: Nicht jede Spur ist automatisch geheim. Entscheidend ist, wie Daten kombiniert werden, wer sie erhält und wofür sie genutzt werden.
Beobachtung oder Vermutung?
Ein System kann aus Daten Inferenzen bilden, also Vermutungen oder Vorhersagen.
| Beobachtet | Mögliche Ableitung |
|---|---|
| Mehrere Aufrufe von Skateboard-Videos | „Interesse an Skateboarding“ |
| Häufige Nutzung am späten Nachmittag | „wahrscheinlich zu dieser Zeit aktiv“ |
| Klick auf eine Schuhanzeige | „wahrscheinlich offen für ähnliche Werbung“ |
Wichtig: Eine Ableitung ist keine sichere Tatsache über einen Menschen.

Cookies, Tracking und Fingerprinting

Ein Cookie ist eine kleine Information, die ein Browser speichern kann. Cookies können nützlich sein, etwa für einen Warenkorb oder Spracheinstellungen. Andere Cookies oder ähnliche Techniken können dazu dienen, Nutzungsverhalten wiederzuerkennen und zu analysieren.
Tracking bedeutet vereinfacht: Nutzungsverhalten wird über Zeit oder mehrere Aufrufe hinweg verfolgt und ausgewertet.
Browser-Fingerprinting
Tracking kann auch ohne klassische Cookies möglich sein. Beim Fingerprinting werden mehrere Merkmale des Browsers oder Geräts kombiniert. Die Kombination kann so ungewöhnlich sein, dass ein Browser wiedererkannt werden kann.

Achtung: Der private oder Inkognito-Modus löscht vor allem lokale Spuren auf dem Gerät nach der Sitzung. Er macht Dich nicht automatisch anonym gegenüber Webseiten, Diensten oder Netzbetreibern.
Datenfluss verstehen
Ein Datenflussdiagramm zeigt, woher Daten kommen, wohin sie gehen und was mit ihnen passiert.

Datenflussdiagramm A: Von der Nutzung zur Personalisierung
| Gerät | → | digitaler Dienst | → | Nutzungsereignis | → | Auswertung | → | personalisierter Inhalt |
| Klick oder Abspielzeit | → | Plattform oder App | → | „Video 40 Sekunden angesehen“ | → | „Interesse vermutlich hoch“ | → | ähnliche Empfehlung |
Prüffrage: An welcher Stelle wird aus einer Beobachtung eine Vermutung? Antwort: bei der Auswertung.
Datenflussdiagramm B: Werbefinanziertes Modell
| Nutzung | → | Daten / Signale | → | Profil oder Segment | → | Werbeauswahl | → | Aufmerksamkeit | → | Werbeeinnahmen |

Genau hinschauen: „Die Plattform verkauft Deine Daten“ ist oft zu ungenau. Häufig verkauft ein Anbieter Werbekunden die Möglichkeit, eine bestimmte Zielgruppe zu erreichen, ohne ihnen einfach Namen und komplette Profile auszuhändigen. Welche Daten tatsächlich weitergegeben werden, hängt vom Dienst und vom konkreten Verfahren ab.
Profiling-Simulation 1: Aus Spuren wird ein Profil
Alle Daten in dieser Simulation sind erfunden.
Fiktives Profil K-08 erzeugt folgende Signale:
- Drei Klicks auf Tutorials zu digitalem Zeichnen.
- Zwei lange Aufrufe von Videos über Mangas.
- Eine Suche nach „Zeichenstift Tablet“.
- Keine Angabe zu Name, Schule oder Wohnort.
| Ordne die passende Aussage zu. | Bedeutung |
|---|---|
| beobachtete Spur | Suche nach Zeichenstift Tablet |
| beobachtete Spur | lange Aufrufe von Manga-Videos |
| Profilannahme | Interesse an digitalem Zeichnen |
| mögliche Personalisierung | mehr Zeichen-Tutorials anzeigen |
| mögliche Werbung | Anzeige für Eingabestifte auswählen |
Auswertung: Das System kennt nicht automatisch die „wahre Persönlichkeit“. Es berechnet nur eine plausible Einordnung aus Signalen.
Profiling-Simulation 2: Ein Signal ändert die Auswahl
Auch diese Simulation nutzt nur erfundene Daten.
| Situation | Datenbasis | mögliche Auswahl |
|---|---|---|
| A | Nur Inhalt der aktuellen Seite: „Mountainbike“ | kontextbezogene Fahrradwerbung |
| B | Aktuelle Seite plus Profil „interessiert sich oft für Fotografie“ | Werbung für eine Actionkamera |
| C | Werbefreies Abo | keine Werbeauswahl nötig |
| Ordne das Geschäftsmodell zu. | Situation |
|---|---|
| kontextbezogene Werbung | A |
| personalisierte Werbung | B |
| Abonnement | C |
Denkfrage: Welches Modell braucht am wenigsten persönliche Profilinformationen für die Werbeauswahl? Die kontextbezogene Werbung, weil sie sich am aktuellen Inhalt statt an einem persönlichen Profil orientieren kann.
Personalisierung
Personalisierung bedeutet, dass ein Dienst Inhalte, Reihenfolgen, Empfehlungen oder Werbung an vermutete Interessen oder andere Merkmale anpasst.
Personalisierung kann praktisch sein:
- Musik- oder Videoempfehlungen passen besser.
- Suchergebnisse oder Spracheinstellungen können schneller passen.
- Uninteressante Inhalte können seltener erscheinen.
Personalisierung kann auch problematisch sein:
- Systeme können sich irren.
- Menschen sehen unterschiedliche Informationen.
- Viele Signale können ein sehr detailliertes Profil ergeben.
- Nutzerinnen und Nutzer verstehen oft nicht vollständig, warum etwas angezeigt wird.
Wie digitale Dienste Geld verdienen
Ein Geschäftsmodell erklärt, wie ein Angebot Wert schafft und Einnahmen erzielt.
| Modell | Wer bezahlt? | Rolle von Daten |
|---|---|---|
| Werbung | Werbekunden | Auswahl, Messung und teilweise Personalisierung |
| Abo | Nutzende | Daten können trotzdem für Betrieb und Empfehlungen verarbeitet werden |
| Freemium | ein Teil der Nutzenden | Basisversion kostenlos, Zusatzfunktionen bezahlt |
| In-App-Käufe | Nutzende | Verhalten kann helfen, Angebote innerhalb der App zu platzieren |
| Provision | Händler oder Anbieter | Plattform vermittelt Käufe oder Buchungen |
| öffentlich oder spendenfinanziert | öffentliche Mittel oder Spender | weniger wirtschaftlicher Druck zur Werbepersonalisierung möglich |
Merksatz: Kostenlos bedeutet nicht automatisch „ohne Gegenleistung“. Bezahlt werden kann mit Geld, Aufmerksamkeit, Datenverarbeitung oder einer Mischung daraus.
Werbeauktion vereinfacht
Bei digitaler Werbung kann in sehr kurzer Zeit entschieden werden, welche Anzeige erscheint. Vereinfacht:
| Werbeplatz frei | → | zulässige Signale | → | passende Kampagnen | → | Auswahl | → | Anzeige | → | Messung |
Nicht jede Plattform nutzt dasselbe Verfahren. Deshalb darf man nicht von einem einzigen Werbemodell auf alle Dienste schließen.
Quellengeprüftes Beispiel: YouTube und Google
Google beschreibt in seiner aktuellen Datenschutzerklärung, dass bei der Nutzung unter anderem Informationen über Apps, Browser, Geräte und Aktivitäten verarbeitet werden können. In der YouTube-Hilfe wird erklärt, dass mit einem Konto verknüpfte Aktivitätsdaten für Empfehlungen, Suchergebnisse und – abhängig von Alter und Einstellungen – auch für Werbung genutzt werden können.
Anbieterperspektive ist nicht gleich neutrale Bewertung: Deshalb werden solche Angaben hier mit unabhängigen Quellen von Datenschutzaufsichten, Verbraucherzentrale und bpb verglichen.
Quellen:
- Google Datenschutzerklärung
- YouTube-Hilfe: Grundlagen des Datenschutzes
- bpb: Digitaler Alltag und Datenspuren
- Verbraucherzentrale: Datenschutzbegriffe
Datenschutzregeln in Kurzform
Datenschutz soll Menschen Kontrolle und Schutz beim Umgang mit personenbezogenen Daten geben.
Für Klasse 8 reichen vier Grundideen:
- Transparenz: Du sollst verständlich erfahren können, welche Daten wofür verarbeitet werden.
- Zweckbindung: Daten sollen für festgelegte Zwecke genutzt werden.
- Datenminimierung: Es sollen nur Daten verarbeitet werden, die für den Zweck angemessen und nötig sind.
- Rechte: Je nach Situation gibt es unter anderem Rechte auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Widerspruch oder Widerruf einer Einwilligung.
Die Datenschutz-Grundverordnung schützt Kinder besonders. Der EU-Digital Services Act verbietet Online-Plattformen profilbasierte Werbung mit personenbezogenen Daten, wenn sie mit hinreichender Gewissheit wissen, dass die betroffene Person minderjährig ist.
Cookie-Banner richtig einordnen
Nicht jeder Cookie braucht dieselbe Behandlung. Technisch notwendige Funktionen können anders bewertet werden als Tracking für Analyse oder Werbung. Für viele nicht notwendige Zugriffe auf das Endgerät und anschließende Tracking-Verarbeitungen ist eine wirksame Einwilligung wichtig.
Typische Warnzeichen bei manipulativen Bannern: Akzeptieren ist riesig, Ablehnen versteckt; verwirrende Schalter; Druck durch Formulierungen. Solche Gestaltungstricks werden oft als Dark Patterns bezeichnet.
Datenschutzfreundlich handeln
Du musst nicht „unsichtbar“ werden. Sinnvoll ist, Datenflüsse bewusst zu begrenzen.
- Prüfe App-Berechtigungen und schalte unnötige Zugriffe ab.
- Lehne nicht notwendige Tracking-Zwecke ab, wenn Du sie nicht möchtest.
- Nutze Datenschutz- und Werbeeinstellungen bewusst.
- Teile öffentlich nur Informationen, die wirklich öffentlich sein sollen.
- Lösche alte Konten oder Daten, wenn Du sie nicht mehr brauchst.
- Verwechsle Inkognito-Modus nicht mit vollständiger Anonymität.
Für den Unterricht: Arbeite nur mit Demo-Konten, erfundenen Profilen oder öffentlich dokumentierten Beispielansichten. Keine Mitschülerin und kein Mitschüler muss persönliche Suchverläufe, Standortdaten oder Werbeprofile zeigen.
Medien- und Quellencheck
Die im Kurs eingebauten Wikimedia-Commons-Dateien wurden auf Existenz und ausgewiesene Lizenz geprüft:
Padlock.svg – CC0 / Public-Domain-Dedication.
Data icon.svg – CC BY-SA 4.0.
Tabler-icons cookie.svg – MIT-Lizenz.
Person information icon.svg – CC BY 3.0.
Fingerprinting example.png – CC BY 4.0.
Data-flow-diagram-notation.svg – Public Domain.
Data-flow-diagram-example.svg – unter anderem CC BY-SA 3.0.
Die YouTube-Videos werden nur über den offiziellen YouTube-Player eingebettet und nicht kopiert oder neu hochgeladen. Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Ein Video mit ausdrücklichem zusätzlichen Lizenzvorbehalt für Website-Einbettungen wurde bewusst nicht verwendet.
Fachlich geprüfte Hauptquellen:
- Bundeszentrale für politische Bildung: Datenspuren
- bpb: Geschäftsmodell von Social-Media-Unternehmen
- Verbraucherzentrale: Unterrichtsmaterial Sensible Daten
- LfDI Baden-Württemberg: FAQ zu Cookies und Tracking
- Datenschutzkonferenz: Orientierungshilfen
- EU-Kommission: Profiling und automatisierte Entscheidungen
- EUR-Lex: Digital Services Act
- LFK Baden-Württemberg: Serious Game THE FEED
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist eine digitale Spur? (Eine Information, die bei der Nutzung eines digitalen Dienstes entsteht oder verarbeitet wird) (!Ein geheimer Code, der immer das Passwort verrät) (!Eine Datei, die nur auf Papier existiert) (!Eine Werbung, die niemals Daten nutzt)
Was beschreibt Profiling am besten? (Daten werden genutzt, um persönliche Aspekte zu bewerten oder vorherzusagen) (!Ein Smartphone wird nur äußerlich fotografiert) (!Ein Konto wird automatisch gelöscht) (!Eine Webseite wird ohne Daten geladen)
Was ist ein Cookie im Browser? (Eine kleine gespeicherte Information, die verschiedene Zwecke haben kann) (!Eine Art Computervirus) (!Ein Passwort für das WLAN) (!Ein Bildformat für Webseiten)
Welche Aussage zu Fingerprinting ist richtig? (Mehrere Geräte- oder Browsermerkmale können zur Wiedererkennung kombiniert werden) (!Fingerprinting funktioniert nur mit echten Fingerabdrücken) (!Fingerprinting ist dasselbe wie ein Passwort) (!Fingerprinting kann nur auf Papier stattfinden)
Was ist eine Inferenz? (Eine aus Daten abgeleitete Vermutung oder Vorhersage) (!Ein sicherer Beweis für den Charakter eines Menschen) (!Eine gelöschte Datei) (!Ein Bildschirmfoto)
Was ist bei kontextbezogener Werbung entscheidend? (Der aktuelle Inhalt oder Kontext) (!Das komplette persönliche Profil muss immer vorhanden sein) (!Die Schuhgröße der Nutzerin oder des Nutzers) (!Die Seriennummer des Klassenzimmers)
Welches Geschäftsmodell finanziert sich direkt durch regelmäßige Zahlungen der Nutzenden? (Ein Abonnement) (!Ein ausschließlich werbefinanziertes Modell) (!Ein Cookie-Banner) (!Ein Browser-Fingerprint)
Was bedeutet Datenminimierung? (Nur angemessene und für den Zweck nötige Daten verarbeiten) (!Möglichst viele Daten dauerhaft speichern) (!Alle Daten veröffentlichen) (!Passwörter mit anderen teilen)
Was stimmt zum Inkognito-Modus? (Er macht Dich nicht automatisch anonym gegenüber Webseiten) (!Er verhindert jede Form von Tracking) (!Er versteckt Deine IP-Adresse immer) (!Er löscht alle Daten im Internet)
Welche Unterrichtsregel schützt die Privatsphäre am besten? (Nur erfundene oder vorbereitete Beispieldaten verwenden) (!Echte Suchverläufe der Klasse vergleichen) (!Private Standortverläufe gemeinsam projizieren) (!Persönliche Werbeprofile fotografieren und teilen)
Memory
| Cookie | kleine Browserinformation |
| Tracking | Verfolgung von Nutzungsverhalten |
| Profiling | Bewertung oder Vorhersage persönlicher Aspekte |
| Inferenz | abgeleitete Vermutung |
| Datenminimierung | nur nötige Daten |
| Personalisierung | angepasste Inhalte |
| Abonnement | regelmäßige Zahlung |
| Kontextwerbung | Anzeige passend zum aktuellen Inhalt |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Datenspur | Klick auf ein Video |
| Inferenz | vermutetes Interesse |
| Profiling | systematische Bewertung mehrerer Signale |
| Personalisierung | Auswahl passender Inhalte |
| Werbemodell | Einnahmen durch Anzeigen |
Kreuzworträtsel
| Profiling | Wie heißt die automatisierte Bewertung persönlicher Aspekte? |
| Cookies | Wie heißen kleine gespeicherte Browserinformationen? |
| Tracking | Wie nennt man das Verfolgen von Nutzungsverhalten? |
| Werbung | Womit finanzieren sich viele kostenlose Plattformen? |
| Privatsphäre | Welcher persönliche Bereich soll vor unnötigen Einblicken geschützt werden? |
| Algorithmus | Wie nennt man eine eindeutige Rechen- oder Handlungsanweisung? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Datenspur-Poster: Gestalte mit erfundenen Beispielen ein Poster mit fünf digitalen Spuren und fünf möglichen Verwendungszwecken.
- Beobachtung oder Vermutung: Erfinde sechs Aussagen und markiere, welche direkt beobachtet und welche nur abgeleitet wurden.
- Cookie-Comic: Zeichne einen kurzen Comic, in dem ein Warenkorb-Cookie und ein Tracking-Cookie ihren unterschiedlichen Zweck erklären.
- Datenfluss-Puzzle: Lege Karten mit Gerät, Dienst, Daten, Profil, Auswahl und Anzeige in eine sinnvolle Reihenfolge.
Standard
- Profiling-Labor: Erstelle drei vollständig fiktive Nutzerprofile mit je vier Signalen und jeweils zwei möglichen, aber unsicheren Inferenzen.
- Geschäftsmodell-Vergleich: Vergleiche Werbung, Abo und Freemium in einer Tabelle. Beurteile, welche Daten für das jeweilige Modell typischerweise besonders wichtig sein können.
- Cookie-Banner-Check: Analysiere nur vorbereitete oder öffentlich dokumentierte Beispielbilder von Cookie-Bannern. Suche nach fairen und manipulativen Gestaltungselementen.
- Werbeweg-Erklärvideo: Produziere ein 60-Sekunden-Erklärvideo mit erfundenen Daten: Spur → Profilannahme → Werbeauswahl → Einnahme.
Schwer
- Datenschutzfreundliches App-Konzept: Entwirf eine fiktive App, die mit möglichst wenigen personenbezogenen Daten auskommt. Begründe jede benötigte Datenart.
- Werbemodell-Debatte: Entwickle Argumente für und gegen personalisierte Werbung. Berücksichtige Nutzen, Privatsphäre, Finanzierung und Minderjährigenschutz.
- Algorithmische Fehlannahme: Erfinde ein Beispiel, in dem ein Profiling-System aus richtigen Daten eine falsche Schlussfolgerung zieht. Beschreibe mögliche Folgen.
- Mini-Datenschutz-Folgenabschätzung: Prüfe ein vollständig fiktives Schul-App-Szenario: Welche Daten fließen? Welche Risiken entstehen? Welche Daten könnte man weglassen?


Lernkontrolle
- Datenfluss analysieren: Erkläre an einem erfundenen Beispiel, an welcher Stelle aus einer technischen Spur ein persönliches Profilmerkmal werden kann.
- Geschäftsmodell bewerten: Eine Plattform wechselt von personalisierter Werbung zu einem Bezahlabo. Beschreibe zwei mögliche Folgen für Datennutzung und Einnahmen.
- Profiling hinterfragen: Ein System schließt aus drei Klicks auf „Fußball“ auf ein dauerhaftes Sportinteresse. Erkläre, warum diese Schlussfolgerung unsicher sein kann.
- Datenschutz gestalten: Entwickle für eine fiktive Lern-App drei datensparsame Voreinstellungen und begründe sie.
- Werbung vergleichen: Vergleiche kontextbezogene und personalisierte Werbung. Welche Daten benötigt jede Form mindestens, und welche Risiken unterscheiden sich?
- Minderjährigenschutz übertragen: Begründe, warum bei Kindern und Jugendlichen besonders vorsichtig mit Profilen und Werbedaten umgegangen werden sollte.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:
- digitale Spuren, Tracking, Cookies, Fingerprinting, Profiling und Inferenz unterscheiden kannst.
- einen einfachen Datenfluss korrekt erklären kannst.
- mindestens drei digitale Geschäftsmodelle vergleichen kannst.
- erklären kannst, warum Profile Wahrscheinlichkeiten und keine sicheren Wahrheiten sind.
- Vorteile und Risiken von Personalisierung abwägen kannst.
- Datenschutzprinzipien auf ein neues, fiktives Beispiel übertragen kannst.
- bei Aufgaben konsequent ohne reale personenbezogene Daten von Mitschülerinnen und Mitschülern arbeitest.
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