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D9 G - Literarische Ganzschrift erschließen

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D9 G - Literarische Ganzschrift erschließen



D9 G - Literarische Ganzschrift erschließen

Zielgruppe: Klasse 9, G-Niveau

In diesem aiMOOC lernst Du Schritt für Schritt, wie Du eine längere Erzählung, einen Jugendroman, einen Roman oder eine andere geeignete literarische Ganzschrift liest, sinnvoll gliederst und in ihren wesentlichen Inhalten verstehst. Du musst dabei nicht jede Einzelheit auswendig lernen. Wichtig ist, dass Du den roten Faden erkennst: Wer handelt? Was geschieht? Warum geschieht es? Was verändert sich? Welche Folgen hat das?


Einleitung

Eine Ganzschrift ist ein literarisches Werk, das vollständig gelesen wird und nicht nur in kurzen Ausschnitten. Bei einer längeren Erzählung oder einem Jugendroman kann es schwierig sein, alle Figuren, Orte und Ereignisse im Kopf zu behalten. Deshalb arbeitest Du mit einem festen Lesepfad. Du verschaffst Dir zuerst Orientierung, teilst den Text in überschaubare Abschnitte, sicherst nach jedem Abschnitt das Wichtigste und setzt die Einzelteile am Ende zu einem Gesamtbild zusammen.

Für das G-Niveau gilt besonders: Verstehen geht vor Fachwortfülle. Nutze wenige Fachbegriffe sicher und belege Deine Aussagen am Text. Ein kurzer, richtiger Kernsatz zu einem Kapitel ist hilfreicher als eine lange Nacherzählung ohne Schwerpunkt.

Das Video gibt Dir einen Überblick über literarische Gattungen. Für diesen aiMOOC stehen vor allem erzählende Texte im Mittelpunkt.


Lernziele

Am Ende kannst Du eine Ganzschrift selbstständig und geordnet erschließen. Du kannst

  1. einen Leseplan für eine längere Lektüre erstellen.
  2. Handlungsschritte erkennen und in sinnvolle Abschnitte gliedern.
  3. Haupt- und Nebenfiguren unterscheiden und wichtige Figuren mit Textbelegen beschreiben.
  4. zentrale Konflikte, Themen und wiederkehrende Motive erkennen.
  5. wichtige Wendepunkte bestimmen und erklären, was sich dadurch verändert.
  6. grundlegende Formen der Erzählperspektive erkennen.
  7. den Inhalt der Ganzschrift knapp, sachlich und in eigenen Worten zusammenfassen.
  8. Dein Verständnis mit Fragen, Lesespuren und einem Lesetagebuch überprüfen.


Was ist eine literarische Ganzschrift?

Eine literarische Ganzschrift ist ein vollständiges literarisches Werk. Im Unterricht kann das zum Beispiel ein Jugendroman, ein kurzer Roman, eine längere Erzählung oder eine Novelle sein. Auch andere Werke können als Ganzschrift gelesen werden, wenn sie für die Lerngruppe geeignet sind.

Bei erzählenden Ganzschriften sind besonders diese Bereiche wichtig: Handlung, Figuren, Ort und Zeit, Konflikte, Erzählweise und zentrale Themen. Auf G-Niveau untersuchst Du diese Bereiche zunächst grundlegend. Du sollst vor allem zeigen, dass Du den Gesamtzusammenhang verstanden hast.


Der Lesepfad: Eine Ganzschrift Schritt für Schritt erschließen


Schritt 1: Vor dem Lesen Orientierung gewinnen

Bevor Du Seite für Seite liest, schaust Du Dir das Buch als Ganzes an. Lies den Titel und – falls vorhanden – Untertitel, Klappentext und Inhaltsverzeichnis. Betrachte die Kapitelüberschriften. Notiere, was Du bereits über Thema, Zeit, Ort oder Figuren vermutest. Trenne dabei Vermutungen von gesicherten Informationen.

Eine gute Startnotiz beantwortet vier Fragen: Was weiß ich schon? Was vermute ich? Was interessiert mich? Was muss ich beim Lesen klären?


Schritt 2: Einen realistischen Leseplan machen

Eine längere Lektüre wird leichter, wenn Du sie in kleine Portionen teilst. Plane nicht nur Seitenzahlen, sondern auch kurze Zeiten zum Sichern des Gelesenen ein.

Lesephase Was Du tust Ergebnis
Orientierung Titel, Klappentext und Aufbau prüfen erste Erwartungen
Leseabschnitt ein Kapitel oder einen sinnvollen Abschnitt lesen Überblick über das Geschehen
Sicherung in zwei bis drei Sätzen das Wichtigste notieren Kernsatz oder Kurznotiz
Rückblick neue Informationen mit früheren Kapiteln verbinden roter Faden
Abschluss Gesamtverlauf, Figuren und Konflikte zusammenführen Gesamtverständnis

Plane möglichst regelmäßig. Wenn ein Kapitel sehr lang ist, darfst Du es an einem sinnvollen Einschnitt teilen, zum Beispiel bei einem Ortswechsel, Zeitsprung oder deutlichen Wechsel der Handlung.


Schritt 3: Beim Lesen aktiv bleiben

Aktives Lesen bedeutet: Du liest nicht nur weiter, sondern prüfst immer wieder, ob Du noch weißt, was gerade wichtig ist. Nach einem Abschnitt solltest Du mindestens sagen können, wer beteiligt ist, was passiert, wo oder wann es geschieht und welche Folge das Ereignis hat.

Hilfreiche Lesestrategien sind Vorwissen aktivieren, Fragen an den Text stellen, Wichtiges von weniger Wichtigem unterscheiden, Zusammenhänge herstellen und das Gelesene in eigenen Worten sichern. Wenn Du etwas nicht verstehst, lies die entscheidende Stelle noch einmal und suche zuerst nach dem Teil, den Du bereits verstehst.


Schritt 4: Eine Lesespur oder ein Lesetagebuch führen

Eine Lesespur ist eine kurze Übersicht, die Dich durch die Ganzschrift begleitet. Du kannst sie in einem Heft, auf Karteikarten oder digital führen. Sie verhindert, dass wichtige Informationen zwischen vielen Einzelheiten verloren gehen.

Abschnitt wichtige Figuren wichtigstes Ereignis Folge oder Veränderung offene Frage
Kapitel oder Seitenbereich Wer spielt hier eine Rolle? Was muss ich behalten? Was ist danach anders? Was ist noch unklar?

Ein Lesetagebuch darf zusätzlich persönliche Reaktionen enthalten. Du kannst zum Beispiel notieren, welche Stelle Dich überrascht hat, welche Entscheidung einer Figur Du verstehst oder welche Frage Du der Figur stellen würdest. Für das Inhaltsverständnis bleibt aber wichtig, Beobachtung und persönliche Meinung zu unterscheiden.


Schritt 5: Die Handlung gliedern

Eine Ganzschrift besteht aus vielen Ereignissen. Du musst nicht jedes Ereignis gleich wichtig behandeln. Suche nach Handlungsschritten. Ein Handlungsschritt umfasst Ereignisse, die eng zusammengehören.

Hilfreiche Signale für einen neuen Handlungsschritt sind ein neuer Ort, ein deutlicher Zeitsprung, das Auftreten neuer wichtiger Figuren, ein neuer Konflikt, eine wichtige Entscheidung oder eine überraschende Wendung.

Du kannst die Handlung anschließend in größere Phasen ordnen:

  1. Ausgangssituation: Wie ist die Lage zu Beginn?
  2. Konfliktentwicklung: Welches Problem entsteht oder verschärft sich?
  3. Wendepunkt: Welche Entscheidung oder welches Ereignis verändert den Verlauf deutlich?
  4. Folgen: Was geschieht wegen dieser Veränderung?
  5. Schluss: Was ist geklärt, offen oder verändert?

Wichtig: Freytags Pyramide beschreibt ursprünglich den Aufbau eines bestimmten Typs des geschlossenen Dramas. Manche Erzählungen oder Romane lassen sich teilweise ähnlich gliedern, andere nicht. Nutze das Schaubild deshalb nur als mögliche Orientierung für Spannungsentwicklung, nicht als Pflichtschema für jede Ganzschrift.


Schritt 6: Figuren verstehen und Beziehungen klären

Figuren tragen die Handlung. Bei einer Ganzschrift reicht es nicht, nur Namen zu sammeln. Frage bei wichtigen Figuren:

  1. Was will die Figur?
  2. Wovor hat sie Angst oder was vermeidet sie?
  3. Wie handelt sie in schwierigen Situationen?
  4. Wie spricht sie mit anderen?
  5. Welche Beziehungen sind wichtig?
  6. Verändert sie sich im Verlauf?

Erstelle bei mehreren Figuren eine Figurenkonstellation. Verbinde die Figuren und beschrifte die Beziehungen mit Wörtern wie Freundschaft, Familie, Misstrauen, Abhängigkeit, Rivalität oder Unterstützung.

Eine Aussage über eine Figur sollte möglichst durch eine Textstelle abgesichert sein. Schreibe zum Beispiel: Die Figur wirkt mutig, weil sie trotz ihrer Angst eine schwierige Entscheidung trifft. Danach nennst Du die passende Textstelle oder Seitenzahl.


Schritt 7: Konflikte, Themen und Motive erkennen

Ein Konflikt ist ein Gegensatz oder Problem, das Figuren zum Handeln zwingt. Ein äußerer Konflikt kann zwischen zwei Figuren oder Gruppen bestehen. Ein innerer Konflikt findet in einer Figur statt, wenn sie zwischen unterschiedlichen Wünschen, Pflichten oder Ängsten schwankt.

Das Thema beschreibt, worum es im Werk auf einer allgemeinen Ebene geht, zum Beispiel Freundschaft, Erwachsenwerden, Ausgrenzung, Verantwortung, Familie, Freiheit oder Gerechtigkeit. Ein Thema ist nicht dasselbe wie eine Inhaltsangabe.

Ein Motiv ist ein wiederkehrendes inhaltliches Element. Das können zum Beispiel eine Reise, ein Brief, eine Grenze, ein bestimmter Ort oder ein wiederkehrendes Bild sein. Auf G-Niveau reicht es, ein auffälliges Motiv sicher zu erkennen und zu erklären, wann es wiederkehrt und womit es verbunden ist.


Schritt 8: Erzähler und Erzählperspektive beachten

Bei erzählenden Texten solltest Du klären, wer erzählt und wie viel diese Erzählinstanz weiß. Ein Ich-Erzähler berichtet als „Ich“. Bei einem Er-/Sie-Erzähler wird in der dritten Person erzählt. Zusätzlich kann die Wahrnehmung stärker an eine Figur gebunden sein oder einen größeren Überblick geben.

Für Dein Textverständnis ist vor allem diese Frage wichtig: Welche Informationen bekommst Du durch die gewählte Perspektive – und welche vielleicht nicht? Wenn Du nur die Gedanken einer Figur kennst, erlebst Du andere Figuren stärker von außen. Dadurch kann Deine Einschätzung der Handlung beeinflusst werden.


Schritt 9: Aus vielen Kapiteln eine Gesamtzusammenfassung machen

Nach der Lektüre legst Du Deine Lesespuren nebeneinander. Streiche Wiederholungen und Nebensachen. Markiere die Ereignisse, ohne die man den weiteren Verlauf nicht verstehen würde. Daraus entsteht eine knappe Gesamtübersicht.

Eine gute Inhaltsangabe der Ganzschrift

  1. nennt zu Beginn Autor oder Autorin, Titel, Textsorte und zentrales Thema,
  2. gibt den wesentlichen Handlungsverlauf in eigenen Worten wieder,
  3. konzentriert sich auf Hauptfiguren, zentrale Konflikte und entscheidende Wendepunkte,
  4. ist sachlich und wird überwiegend im Präsens formuliert,
  5. lässt unwichtige Einzelheiten und persönliche Wertungen weg.

Als Beispiel dafür, wie der Handlungsverlauf eines Jugendromans knapp zusammengefasst werden kann, kannst Du Dir eine Zusammenfassung zu Wolfgang Herrndorfs Tschick ansehen. Das Video ist für die Sekundarstufe I gut anschlussfähig.


Schritt 10: Prüfen, ob Du die Ganzschrift wirklich verstanden hast

Am Ende solltest Du nicht nur sagen können, was passiert, sondern auch grundlegende Zusammenhänge erklären. Nutze dazu den 5-Satz-Check:

  1. Zu Beginn befindet sich die Hauptfigur in folgender Situation: …
  2. Das zentrale Problem entsteht, weil …
  3. Besonders wichtig ist der Wendepunkt, an dem …
  4. Danach verändert sich …
  5. Am Ende zeigt sich, dass …

Wenn Du diese fünf Sätze mit passenden Informationen aus dem Text füllen kannst, hast Du den roten Faden wahrscheinlich verstanden. Wenn ein Satz schwerfällt, gehe gezielt zu den entsprechenden Kapiteln zurück.


G-Niveau: So hältst Du den Überblick

Auf G-Niveau helfen klare und kurze Sicherungen. Arbeite lieber regelmäßig mit kleinen Notizen als einmal mit einer sehr langen Zusammenfassung.

Wenn Du festhängst Dann tue das
Zu viele Figuren Notiere nur Hauptfiguren und ihre wichtigsten Beziehungen.
Zu viele Ereignisse Frage: Was muss geschehen, damit der nächste wichtige Schritt verständlich ist?
Kapitel nicht verstanden Formuliere zuerst einen Satz zu dem Teil, den Du sicher verstanden hast.
Reihenfolge unklar Erstelle eine einfache Zeitleiste der wichtigsten Ereignisse.
Motivation einer Figur unklar Suche nach Aussagen, Gedanken, Entscheidungen und Reaktionen der Figur.
Zusammenfassung zu lang Streiche Beispiele, Wiederholungen und Nebenhandlungen.


Typische Fehler und bessere Lösungen

Typischer Fehler Bessere Lösung
Du erzählst jedes Detail nach. Wähle nur Ereignisse aus, die für den roten Faden wichtig sind.
Du verwechselst Figur und Erzähler. Prüfe getrennt: Wer handelt? Wer erzählt?
Du schreibst nur Deine Meinung. Sichere zuerst den Textinhalt und kennzeichne Bewertungen als eigene Meinung.
Du nennst Eigenschaften ohne Beleg. Verbinde die Eigenschaft mit einer Handlung, Aussage oder Textstelle.
Du ordnest jede Geschichte nach demselben Spannungsschema. Gliedere nach den tatsächlichen Wendepunkten der konkreten Ganzschrift.
Du liest lange weiter, obwohl Du den Faden verloren hast. Stoppe am Abschnittsende und formuliere einen Kernsatz.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist beim Erschließen einer Ganzschrift das wichtigste Gesamtziel? (Den roten Faden der Handlung und die wesentlichen Zusammenhänge verstehen) (!Jede Formulierung des Buches auswendig lernen) (!Möglichst viele Fachbegriffe sammeln) (!Jede Nebenfigur gleich ausführlich beschreiben)




Was ist ein sinnvoller erster Schritt vor dem eigentlichen Lesen? (Titel, Klappentext und Aufbau zur Orientierung ansehen) (!Sofort die letzte Seite lesen und den Schluss abschreiben) (!Nur nach unbekannten Wörtern suchen) (!Eine vollständige Interpretation verfassen)




Was sollte nach einem Leseabschnitt kurz gesichert werden? (Das wichtigste Ereignis und seine Folge) (!Jede einzelne Textzeile) (!Nur die Seitenzahl) (!Nur die eigene Bewertung des Kapitels)




Wozu dient eine Lesespur besonders? (Sie hält wichtige Ereignisse, Figuren und offene Fragen übersichtlich fest) (!Sie ersetzt das Lesen des Buches vollständig) (!Sie sammelt nur schwierige Rechtschreibwörter) (!Sie bewertet ausschließlich das Buchcover)




Was ist ein Wendepunkt in einer Handlung? (Ein Ereignis oder eine Entscheidung, die den weiteren Verlauf deutlich verändert) (!Die Stelle mit dem längsten Absatz) (!Immer die erste Seite eines Kapitels) (!Jede wörtliche Rede einer Nebenfigur)




Wie beschreibst Du eine Figur besonders nachvollziehbar? (Du verbindest eine Eigenschaft mit einem passenden Textbeleg) (!Du nennst viele Eigenschaften ohne Bezug zum Text) (!Du schreibst nur auf, ob Du die Figur magst) (!Du übernimmst die Meinung einer anderen Person ungeprüft)




Welche Frage hilft beim Untersuchen der Erzählperspektive? (Welche Informationen bekomme ich durch die gewählte Sicht und welche nicht) (!Wie schwer ist das Buch in Gramm) (!Wie viele Buchstaben hat der Titel) (!Welche Farbe hat der Buchrücken)




Wie sollte Freytags Pyramide bei einer Ganzschrift verwendet werden? (Als mögliche Orientierung, wenn die Handlung tatsächlich ähnlich aufgebaut ist) (!Als Pflichtschema für jeden Roman) (!Nur zum Zählen der Kapitel) (!Als Ersatz für das Lesen)




Was gehört in eine knappe Inhaltsangabe der Ganzschrift? (Der wesentliche Handlungsverlauf mit zentralen Figuren und Wendepunkten) (!Alle Nebenhandlungen in voller Länge) (!Eine Sammlung persönlicher Lieblingsstellen ohne Zusammenhang) (!Möglichst viele wörtliche Zitate)




Woran erkennst Du gutes Gesamtverständnis? (Du kannst Ausgangssituation, Konflikt, Wendepunkt, Folgen und Schluss zusammenhängend erklären) (!Du kennst nur den Namen der Hauptfigur) (!Du hast nur das erste Kapitel gelesen) (!Du kannst das Inhaltsverzeichnis abschreiben)





Memory

Lesespur kurze Übersicht über wichtige Ereignisse und Fragen
Wendepunkt entscheidende Veränderung im Handlungsverlauf
Figurenkonstellation Darstellung wichtiger Beziehungen zwischen Figuren
Motiv wiederkehrendes inhaltliches Element
Erzählperspektive Blickrichtung und Informationszugang des Erzählens
Konflikt Gegensatz oder Problem, das Handlung auslöst
Kernsatz knappe Sicherung des Wichtigsten eines Abschnitts
Inhaltsangabe sachliche verkürzte Wiedergabe des wesentlichen Inhalts





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Orientierung Titel, Klappentext und Aufbau vor dem Lesen prüfen
Lesespur Wichtiges nach jedem Abschnitt kurz sichern
Wendepunkt entscheidende Veränderung der Handlung erkennen
Figurenkonstellation Beziehungen zwischen wichtigen Personen darstellen
Gesamtzusammenfassung den roten Faden der vollständigen Lektüre knapp wiedergeben






Kreuzworträtsel

Roman Wie heißt eine umfangreiche Form erzählender Literatur?
Konflikt Wie nennt man einen Gegensatz oder ein Problem, das die Handlung antreibt?
Erzähler Wie heißt die Instanz, die in einem erzählenden Text die Geschichte vermittelt?
Wendepunkt Wie heißt eine Stelle, an der sich der weitere Handlungsverlauf deutlich verändert?
Motiv Wie nennt man ein wiederkehrendes inhaltliches Element in einem literarischen Werk?
Lesetagebuch Wie heißt eine fortlaufende Sammlung von Leseeindrücken und Sicherungen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Vor dem Lesen verschaffst Du Dir zuerst

über Titel, Klappentext und Aufbau. Eine längere Lektüre teilst Du in sinnvolle

ein. Nach einem Abschnitt hältst Du das wichtigste Ereignis in einem

fest. Beziehungen zwischen wichtigen Figuren kannst Du in einer

darstellen. Eine entscheidende Veränderung im Handlungsverlauf heißt

. Ein wiederkehrendes inhaltliches Element nennt man

. Beim Erzählen solltest Du auch die

beachten. Für die Gesamtübersicht konzentrierst Du Dich auf den

der Handlung. Eine sachliche verkürzte Wiedergabe des wesentlichen Inhalts ist eine

. Wenn Du Ausgangssituation, Konflikt, Wendepunkt, Folgen und Schluss erklären kannst, zeigst Du

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Leseplan erstellen: Teile Deine aktuelle oder eine bekannte Ganzschrift in realistische Leseabschnitte und plane zu jedem Abschnitt eine kurze Sicherung.
  2. Kernsätze formulieren: Schreibe zu drei aufeinanderfolgenden Kapiteln jeweils genau einen Satz, der das wichtigste Ereignis nennt.
  3. Figurensteckbrief gestalten: Erstelle zu einer Hauptfigur einen Steckbrief mit Ziel, Stärke, Schwierigkeit, wichtiger Beziehung und einer passenden Textstelle.
  4. Zeitleiste anlegen: Ordne sechs wichtige Ereignisse einer Ganzschrift in eine übersichtliche zeitliche Reihenfolge.


Standard

  1. Figurenkonstellation entwickeln: Stelle mindestens fünf wichtige Figuren und ihre Beziehungen grafisch dar und erkläre zwei Beziehungen genauer.
  2. Wendepunkt begründen: Wähle eine Stelle, die Du für einen Wendepunkt hältst, und erkläre mit Textbezug, was davor und danach anders ist.
  3. Lesetagebuch führen: Dokumentiere fünf Leseabschnitte mit Kernsatz, offener Frage und einer kurzen persönlichen Reaktion.
  4. Gesamtinhalt zusammenfassen: Schreibe eine knappe Inhaltsangabe, in der nur die wichtigsten Handlungsschritte, Hauptfiguren und Konflikte vorkommen.


Schwer

  1. Perspektivwechsel gestalten: Schreibe eine Schlüsselszene aus der Sicht einer anderen Figur neu und erkläre anschließend, welche Informationen und Bewertungen sich verändern.
  2. Motiv untersuchen: Suche ein wiederkehrendes Motiv, dokumentiere mindestens drei Fundstellen und erkläre, welche Bedeutung es im Verlauf gewinnen könnte.
  3. Buchtrailer planen: Entwickle ein Storyboard für einen ein- bis zweiminütigen Buchtrailer, der Thema und Konflikt zeigt, ohne den Schluss vollständig zu verraten.
  4. Literarisches Gespräch führen: Nimm mit einer Lerngruppe ein kurzes Gespräch auf, in dem Ihr unterschiedliche Einschätzungen einer Figurenentscheidung mit Textbelegen begründet.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Handlungslogik erklären: Wähle drei wichtige Ereignisse der Ganzschrift und zeige, wie sie als Ursache und Folge miteinander verbunden sind.
  2. Figurenentwicklung untersuchen: Vergleiche eine Hauptfigur am Anfang und am Ende. Erkläre, wodurch eine Veränderung ausgelöst wurde oder warum sie ausbleibt.
  3. Konflikt übertragen: Formuliere den zentralen Konflikt der Ganzschrift allgemein und erkläre, in welcher anderen Lebenssituation ein ähnlicher Konflikt auftreten könnte.
  4. Perspektive reflektieren: Erkläre, wie sich Dein Verständnis einer Schlüsselszene verändern würde, wenn eine andere Figur erzählen würde.
  5. Alternative Entwicklung prüfen: Verändere einen wichtigen Wendepunkt und erläutere nachvollziehbar, welche späteren Ereignisse dadurch ebenfalls verändert werden müssten.
  6. Thema begründen: Formuliere in einem Satz ein zentrales Thema des Werkes und belege es mit zwei unterschiedlichen Handlungssituationen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Einzelwissen nennst, sondern den Zusammenhang der ganzen Lektüre zeigen kannst.

  1. Du kannst die Ausgangssituation und den zentralen Konflikt erklären.
  2. Du kannst die wichtigsten Handlungsschritte in einer sinnvollen Reihenfolge darstellen.
  3. Du kannst mindestens einen Wendepunkt mit seinen Folgen begründen.
  4. Du kannst Hauptfiguren, Ziele und wichtige Beziehungen textnah beschreiben.
  5. Du kannst ein zentrales Thema des Werkes formulieren.
  6. Du kannst eine grundlegende Erzählperspektive erkennen und ihre Wirkung auf den Informationsstand erklären.
  7. Du kannst wichtige Aussagen mit Textstellen oder Seitenangaben absichern.
  8. Du kannst eine knappe und sachliche Gesamtzusammenfassung verfassen.
  9. Du kannst eine eigene Deutung oder Bewertung klar von der Inhaltswiedergabe unterscheiden.
  10. Du kannst zeigen, welche Lesestrategien Dir beim Verstehen einer längeren Ganzschrift geholfen haben.




OERs zum Thema

Als Hintergrundartikel eignet sich der Wikipedia-Artikel zum Roman, weil viele schulische Ganzschriften dieser erzählenden Großform oder verwandten Formen zugeordnet werden können.



Verknüpfte Lernbereiche

Die Erschließung einer literarischen Ganzschrift verbindet Lesen, Textverstehen, Schreiben und Sprechen. Besonders wichtig sind folgende Lernbereiche:


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