D9 G - Einleitung und Schluss einer Stellungnahme

D9 G - Einleitung und Schluss einer Stellungnahme
Einleitung
D9 G - Einleitung und Schluss einer Stellungnahme richtet sich an Dich, wenn Du in Klasse 9 auf G-Niveau lernst, eine Stellungnahme klar und passend zu schreiben. In diesem aiMOOC trainierst Du vor allem zwei Textteile: den Einstieg und den Schluss. Du lernst, schwache und gelungene Formulierungen zu unterscheiden, kurze Sätze zu verbessern und Deine Sprache an die jeweiligen Adressatinnen und Adressaten anzupassen.
Eine Stellungnahme ist ein argumentierender Text. Du setzt Dich mit einer Frage oder einem Problem auseinander und vertrittst eine begründete Position. Ein übersichtlicher Aufbau hilft dabei: Einleitung – Hauptteil – Schluss. Die Einleitung führt in das Thema hinein. Der Hauptteil enthält die Argumente. Der Schluss bringt Deine Position noch einmal auf den Punkt und kann einen passenden Appell oder Ausblick enthalten.

Wichtig für diesen Kurs: Du sollst nicht möglichst kompliziert schreiben. Eine gute Stellungnahme ist verständlich, sachlich, passend zur Aufgabe und auf die Person oder Gruppe abgestimmt, die Deinen Text lesen soll.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du
- Einleitungen kurz und passend formulieren.
- Schlüsse klar und überzeugend formulieren.
- schwache und gelungene Einstiege unterscheiden und begründen.
- schwache und gelungene Schlüsse unterscheiden und begründen.
- Formulierungen an unterschiedliche Adressatinnen und Adressaten anpassen.
- unnötige Wiederholungen, leere Floskeln und unpassende Umgangssprache erkennen.
- eine Stellungnahme sinnvoll beginnen und beenden, ohne den Hauptteil vorwegzunehmen.
Grundaufbau einer Stellungnahme
Eine Stellungnahme besteht meistens aus drei großen Teilen.
| Textteil | Aufgabe | Leitfrage |
|---|---|---|
| Einleitung | Thema und Anlass verständlich einführen | Worum geht es und warum wird darüber gesprochen? |
| Hauptteil | Meinung mit Argumenten begründen | Warum vertrete ich diese Position? |
| Schluss | Position bündeln und sinnvoll abrunden | Was folgt aus meinen Argumenten? |
Für die Einleitung und den Schluss gilt: Kurz und passend ist oft besser als lang und allgemein.
Die Einleitung: Anlass, Thema, Frage
Eine gelungene Einleitung hilft der lesenden Person sofort zu verstehen, worum es geht. Für das G-Niveau kannst Du Dir die einfache Formel A – T – F merken:
- Anlass: Warum wird das Thema gerade besprochen?
- Thema: Worum geht es genau?
- Frage: Welche Streitfrage oder Entscheidung steht im Mittelpunkt?
Ein Beispiel zum Thema Soll die Handynutzung in der großen Pause erlaubt sein?:
Gelungen: „An unserer Schule wird derzeit über neue Handyregeln für die Pausen gesprochen. Dabei stellt sich die Frage, ob Schülerinnen und Schüler ihr Smartphone in der großen Pause benutzen dürfen sollten.“
Die Einleitung ist knapp. Sie nennt den Anlass, führt zum Thema und formuliert die Streitfrage.
Schwach: „Handys gibt es schon sehr lange und fast jeder hat eins. Es gibt viele verschiedene Handys. Ich schreibe jetzt etwas über Handys.“
Diese Einleitung ist zu allgemein. Sie kommt nicht schnell genug zur eigentlichen Frage und enthält Informationen, die für die Stellungnahme nicht wichtig sind.

Was gehört nicht in eine kurze Einleitung?
In einer einfachen schulischen Stellungnahme solltest Du den Einstieg nicht mit unnötigen Informationen überladen. Ausführliche Argumente gehören in den Hauptteil. Auch lange Geschichten, unklare Floskeln und Sätze ohne Bezug zur Streitfrage schwächen den Einstieg.
Unpassend: „Seit Menschen denken können, gibt es Regeln.“
Besser: „Unsere Schule plant neue Regeln für die Nutzung von Smartphones.“
Unpassend: „Ich habe sehr viele Gedanken zu diesem Thema.“
Besser: „Zurzeit wird darüber diskutiert, ob der Unterricht später beginnen sollte.“
Unpassend: „Jetzt kommt meine Stellungnahme.“
Besser: „Die Schülervertretung möchte wissen, ob ein zusätzlicher Fahrradständer auf dem Schulgelände nötig ist.“
Vergleichsbeispiele: schwache und gelungene Einstiege
| Thema | Schwacher Einstieg | Gelungener Einstieg | Warum ist die zweite Version besser? |
|---|---|---|---|
| Handys in der Pause | „Handys sind heutzutage überall.“ | „Unsere Schule überarbeitet derzeit ihre Pausenregeln. Deshalb wird diskutiert, ob Smartphones in der großen Pause erlaubt sein sollen.“ | Der Anlass ist konkret und die Streitfrage wird deutlich. |
| Späterer Unterrichtsbeginn | „Morgens sind viele Menschen müde.“ | „Viele Jugendliche kommen morgens müde in die Schule. Deshalb wird darüber gesprochen, ob der Unterricht später beginnen sollte.“ | Das Problem führt direkt zum Thema. |
| Schuluniform | „Kleidung ist wichtig.“ | „In unserer Klasse wird über einheitliche Schulkleidung diskutiert. Dabei stellt sich die Frage, ob eine Schuluniform für alle sinnvoll wäre.“ | Thema und Frage werden klar benannt. |
| Hausaufgaben am Wochenende | „Hausaufgaben kennt jeder.“ | „Immer wieder beschweren sich Schülerinnen und Schüler über Aufgaben am Wochenende. Deshalb stellt sich die Frage, ob Wochenendhausaufgaben eingeschränkt werden sollten.“ | Der Einstieg nennt einen konkreten Anlass. |
| Getränkeautomat | „Trinken muss jeder.“ | „Die Schülervertretung schlägt einen Getränkeautomaten für das Schulgebäude vor. Nun muss entschieden werden, ob sich eine Anschaffung lohnt.“ | Der Adressat versteht sofort, worüber entschieden werden soll. |
| Klassenfahrt | „Klassenfahrten sind meistens schön.“ | „Unsere Klasse plant die nächste Klassenfahrt und muss zwischen mehreren Reisezielen wählen. Dabei wird diskutiert, ob eine Großstadt oder ein Naturziel besser geeignet ist.“ | Die Situation ist klar und die Streitfrage ergibt sich logisch. |
| Schulhof | „Unser Schulhof ist ein Schulhof.“ | „Auf unserem Schulhof gibt es nur wenige Sitzmöglichkeiten. Deshalb wird über zusätzliche Bänke und Sitzgruppen beraten.“ | Ein konkretes Problem führt direkt zur Aufgabe. |
| Fahrradständer | „Viele Menschen fahren Fahrrad.“ | „Vor der Schule reichen die Fahrradständer häufig nicht aus. Die Schulleitung prüft deshalb, ob zusätzliche Abstellplätze gebaut werden sollen.“ | Anlass und Entscheidung werden verständlich genannt. |
Einleitungen adressatenorientiert formulieren
Adressatenorientiert bedeutet: Du überlegst, wer Deinen Text liest und warum diese Person oder Gruppe ihn liest. Ein Text an die Schulleitung klingt anders als eine Nachricht an Deine Klasse.
| Adressat | Situation | Passender Einstieg |
|---|---|---|
| Schulleitung | Stellungnahme zu Handyregeln | „Die geplante Änderung der Handyordnung betrifft den Schulalltag aller Schülerinnen und Schüler. Daher möchte ich zur Frage Stellung nehmen, ob Smartphones in den Pausen erlaubt sein sollten.“ |
| Schülervertretung | Wunsch nach Wasserspender | „Die Schülervertretung sammelt Vorschläge zur Verbesserung des Schulalltags. Ein häufig genannter Wunsch ist ein frei zugänglicher Wasserspender.“ |
| Gemeinderat | sicherer Schulweg | „Auf dem Schulweg an der Hauptstraße entstehen morgens immer wieder gefährliche Situationen. Deshalb möchte ich zur geplanten Querungshilfe Stellung nehmen.“ |
| Mitschülerinnen und Mitschüler | Ziel der Klassenfahrt | „Für unsere nächste Klassenfahrt müssen wir uns auf ein Ziel einigen. Zur Auswahl stehen eine Großstadt und ein Naturerlebnis.“ |
| Elternvertretung | späterer Unterrichtsbeginn | „In unserer Schule wird über einen späteren Unterrichtsbeginn gesprochen. Diese Änderung würde sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Familien betreffen.“ |
Die Sprache darf verständlich bleiben. Adressatenorientierung bedeutet nicht, besonders komplizierte Wörter zu verwenden. Entscheidend sind Respekt, Klarheit und passender Ton.
Kurze Einleitungen trainieren
Eine gute Einleitung kann oft in zwei Sätzen gelingen.
Muster 1: „An unserer Schule wird derzeit über ______ gesprochen. Dabei stellt sich die Frage, ob ______.“
Muster 2: „Immer wieder gibt es Probleme mit ______. Deshalb wird diskutiert, ob ______.“
Muster 3: „Die ______ plant ______. Dazu möchte ich zur Frage Stellung nehmen, ob ______.“
Muster 4: „Viele Schülerinnen und Schüler wünschen sich ______. Nun muss entschieden werden, ob ______.“
Vermeide dagegen Einstiege, die nur Platz füllen:
„Dieses Thema ist sehr interessant.“ „Jeder hat dazu eine Meinung.“ „Seit es Menschen gibt, wird diskutiert.“ „Ich werde nun meine Meinung sagen.“
Solche Sätze sind nicht automatisch grammatisch falsch. Sie sind aber oft zu ungenau und helfen dem Leser nicht, die konkrete Streitfrage zu verstehen.
Der Schluss einer Stellungnahme
Der Schluss rundet Deine Stellungnahme ab. Hier darf Deine eigene Position deutlich werden. Du fasst nicht den ganzen Hauptteil Wort für Wort zusammen. Stattdessen nennst Du knapp, zu welchem Ergebnis Du kommst.
Für das G-Niveau kannst Du Dir die Formel P – B – A merken:
- Position: Wie entscheidest Du Dich?
- Bezug: Welcher wichtigste Gedanke trägt Deine Entscheidung?
- Ausblick oder Appell: Was sollte als Nächstes geschehen?
Beispiel zum Thema Handynutzung in der Pause:
Gelungen: „Ich bin deshalb dafür, Smartphones in der großen Pause zu erlauben, solange klare Regeln gelten. So können Schülerinnen und Schüler ihre Geräte nutzen, ohne dass der Unterricht gestört wird. Die Schule sollte die Regel zunächst für einige Wochen testen.“
Schwach: „Das war meine Stellungnahme. Ich hoffe, sie hat euch gefallen. Ende.“
Der schwache Schluss nennt kein Ergebnis und keinen sinnvollen Bezug zum Thema.
Vergleichsbeispiele: schwache und gelungene Schlüsse
| Thema | Schwacher Schluss | Gelungener Schluss | Warum ist die zweite Version besser? |
|---|---|---|---|
| Handys in der Pause | „Handys sind also gut und schlecht.“ | „Ich bin für eine Handynutzung in der großen Pause, wenn klare Regeln gelten. Eine Testphase könnte zeigen, ob diese Lösung funktioniert.“ | Die Position ist eindeutig und es gibt einen realistischen Vorschlag. |
| Späterer Unterrichtsbeginn | „Mehr kann man dazu nicht sagen.“ | „Für mich überwiegen die Vorteile eines späteren Unterrichtsbeginns. Die Schule sollte deshalb prüfen, ob ein späterer Start an einzelnen Tagen möglich ist.“ | Das Ergebnis wird genannt und mit einer konkreten nächsten Handlung verbunden. |
| Schuluniform | „Jeder soll machen, was er will.“ | „Ich halte eine verpflichtende Schuluniform nicht für nötig. Wichtiger ist, dass die vorhandenen Kleidungsregeln verständlich und fair sind.“ | Die Sprache bleibt sachlich und nennt eine Alternative. |
| Hausaufgaben am Wochenende | „Hausaufgaben nerven einfach.“ | „Wochenendhausaufgaben sollten auf notwendige Fälle beschränkt werden. So bleibt Zeit zur Erholung, ohne dass wichtige Übungen ganz entfallen.“ | Der Schluss ist ausgewogen und begründet das Ergebnis knapp. |
| Getränkeautomat | „Ein Automat wäre cool.“ | „Ich befürworte einen Getränkeautomaten, wenn gesunde und bezahlbare Getränke angeboten werden. Die Schülervertretung könnte vorab Wünsche sammeln.“ | Der Schluss ist adressatengerecht und enthält Bedingungen. |
| Klassenfahrt | „Eine Großstadt ist besser, fertig.“ | „Ich würde eine Klassenfahrt in eine Großstadt bevorzugen, weil dort viele gemeinsame Aktivitäten möglich sind. Über das genaue Ziel sollte die Klasse anschließend gemeinsam abstimmen.“ | Der Ton bleibt respektvoll und führt zu einer gemeinsamen Entscheidung. |
| Schulhof | „Der Schulhof muss schöner werden.“ | „Zusätzliche Sitzplätze würden die Pausen angenehmer machen. Deshalb sollte die Schule gemeinsam mit der Schülervertretung prüfen, wo neue Bänke sinnvoll sind.“ | Die Forderung wird konkret und realistisch. |
| Fahrradständer | „Wir brauchen auf jeden Fall ganz viele.“ | „Zusätzliche Fahrradständer sind sinnvoll, wenn die vorhandenen Plätze regelmäßig nicht ausreichen. Zuerst sollte der tatsächliche Bedarf über mehrere Wochen erfasst werden.“ | Die Forderung wird sachlich eingegrenzt. |
Schwache Schlüsse erkennen
Ein schwacher Schluss hat häufig eines dieser Probleme:
- Er enthält keine klare Position.
- Er wiederholt die Einleitung fast wörtlich.
- Er beginnt ein völlig neues Argument.
- Er klingt beleidigend oder übertrieben.
- Er endet mit einer leeren Floskel.
- Er fordert etwas, das mit den Argumenten nichts zu tun hat.
Vergleiche:
Schwach: „Wer dagegen ist, hat das Thema nicht verstanden.“
Gelungen: „Trotz möglicher Nachteile halte ich die Regelung insgesamt für sinnvoll.“
Schwach: „Außerdem gibt es noch einen ganz neuen Grund, über den ich vorher nicht gesprochen habe.“
Gelungen: „Entscheidend ist für mich vor allem, dass die vorgeschlagene Lösung den Schulalltag verbessert.“
Schwach: „Ich hoffe, ich konnte Sie überzeugen, und jetzt machen Sie das bitte sofort.“
Gelungen: „Ich bitte die Schulleitung deshalb, den Vorschlag zu prüfen und die Schülerinnen und Schüler an der Entscheidung zu beteiligen.“
Schlüsse adressatenorientiert formulieren
| Adressat | Unpassend | Passend |
|---|---|---|
| Schulleitung | „Sie müssen das jetzt ändern.“ | „Ich bitte die Schulleitung deshalb, die vorgeschlagene Änderung zu prüfen.“ |
| Gemeinderat | „Macht endlich etwas!“ | „Ich würde es begrüßen, wenn der Gemeinderat die Verkehrssituation erneut prüfen lässt.“ |
| Schülervertretung | „Ihr solltet das einfach durchsetzen.“ | „Die Schülervertretung könnte den Vorschlag zunächst in den Klassen zur Abstimmung stellen.“ |
| Klasse | „Meine Meinung ist sowieso die beste.“ | „Ich schlage vor, dass wir die Möglichkeiten vergleichen und anschließend gemeinsam abstimmen.“ |
| Elternvertretung | „Eltern verstehen das wahrscheinlich nicht.“ | „Ich wünsche mir, dass die Sicht der Schülerinnen und Schüler bei der Entscheidung mitberücksichtigt wird.“ |

Einleitung und Schluss im direkten Vergleich
| Merkmal | Einleitung | Schluss |
|---|---|---|
| Hauptaufgabe | Zum Thema hinführen | Stellungnahme abrunden |
| Streitfrage | nennen oder deutlich machen | beantworten |
| Argumente | noch nicht ausführlich erklären | nicht neu beginnen |
| Eigene Position | je nach Aufgabenformat höchstens kurz andeuten | klar benennen |
| Länge | kurz | kurz |
| Adressatenbezug | Anlass und Situation passend aufnehmen | passende Bitte, Forderung oder Perspektive formulieren |
| Typischer Fehler | zu allgemein beginnen | nur wiederholen oder abrupt aufhören |
Ein vollständiger Vergleich
Thema: Soll an unserer Schule ein kostenloser Wasserspender aufgestellt werden?
Schwache Einleitung: „Wasser gibt es auf der ganzen Welt. Menschen brauchen Wasser. Deshalb schreibe ich über Wasser.“
Warum schwach? Die Einleitung ist zwar thematisch verwandt, aber sie nennt weder den schulischen Anlass noch die konkrete Streitfrage.
Gelungene Einleitung: „Viele Schülerinnen und Schüler bringen täglich eigene Getränke mit oder kaufen etwas in der Pause. Deshalb wird an unserer Schule darüber gesprochen, ob ein kostenloser Wasserspender aufgestellt werden sollte.“
Warum gelungen? Der Einstieg nennt die Situation und führt direkt zur Frage.
Schwacher Schluss: „Wasser ist wichtig. Das war alles.“
Warum schwach? Die Position bleibt unklar.
Gelungener Schluss: „Ich bin für einen Wasserspender, weil er allen Schülerinnen und Schülern unkompliziert Trinkwasser zur Verfügung stellen würde. Die Schule sollte deshalb prüfen, an welchem Ort ein Gerät hygienisch und gut erreichbar aufgestellt werden kann.“
Warum gelungen? Der Schluss nennt die Position, greift einen wichtigen Gedanken auf und formuliert einen realistischen nächsten Schritt.
Formulierungswerkstatt
Aus lang wird kurz
Oft wird ein Satz besser, wenn Du unnötige Wörter streichst.
| Zu lang oder umständlich | Kürzer und klarer |
|---|---|
| „Ich persönlich bin meiner eigenen Meinung nach dafür, dass wir vielleicht darüber nachdenken sollten, ob ein Wasserspender eventuell sinnvoll wäre.“ | „Ich bin für einen Wasserspender.“ |
| „Aufgrund der Tatsache, dass es momentan sehr wenige Bänke gibt, wäre es meiner Ansicht nach möglicherweise gut, mehr davon zu haben.“ | „Auf dem Schulhof fehlen Sitzplätze. Deshalb halte ich zusätzliche Bänke für sinnvoll.“ |
| „Zum Ende meiner Stellungnahme möchte ich jetzt abschließend noch einmal sagen, dass ich dagegen bin.“ | „Abschließend bin ich gegen den Vorschlag.“ |
| „Es ist meiner Meinung nach so, dass ein späterer Beginn vielleicht Vorteile haben könnte.“ | „Ein späterer Unterrichtsbeginn hätte aus meiner Sicht Vorteile.“ |
Aus unhöflich wird adressatenorientiert
| Unpassend | Passender |
|---|---|
| „Die Schulleitung soll endlich zuhören.“ | „Ich bitte die Schulleitung, die Sicht der Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen.“ |
| „Der Gemeinderat muss das sofort machen.“ | „Der Gemeinderat sollte den Vorschlag prüfen.“ |
| „Ihr müsst für meinen Vorschlag stimmen.“ | „Ich würde mich freuen, wenn Ihr meinen Vorschlag bei der Abstimmung berücksichtigt.“ |
| „Alle anderen Lösungen sind schlecht.“ | „Für mich bietet dieser Vorschlag die meisten Vorteile.“ |
Aus unklar wird konkret
| Unklar | Konkret |
|---|---|
| „Das sollte geändert werden.“ | „Die Handyregel für die große Pause sollte geändert werden.“ |
| „Es gibt dabei Probleme.“ | „Vor Schulbeginn reichen die Fahrradständer häufig nicht aus.“ |
| „Man sollte etwas machen.“ | „Die Schule sollte den Bedarf an zusätzlichen Sitzplätzen prüfen.“ |
| „Das wäre besser.“ | „Ein Wasserspender wäre für alle Schülerinnen und Schüler frei zugänglich.“ |
Satzstarter für Klasse 9 G-Niveau
Passende Satzstarter für die Einleitung
- „An unserer Schule wird derzeit über ... gesprochen.“
- „Immer wieder gibt es Probleme mit ...“
- „Die Schülervertretung schlägt vor, ...“
- „Viele Schülerinnen und Schüler wünschen sich ...“
- „Derzeit wird darüber diskutiert, ob ...“
- „In unserer Klasse steht die Entscheidung an, ob ...“
Passende Satzstarter für den Schluss
- „Ich bin deshalb dafür, dass ...“
- „Ich bin deshalb dagegen, dass ...“
- „Für mich überwiegen die Vorteile von ...“
- „Für mich überwiegen die Nachteile von ...“
- „Die Schule sollte deshalb prüfen, ob ...“
- „Ich schlage vor, dass ...“
- „Eine mögliche Lösung wäre ...“
- „Abschließend halte ich ... für sinnvoll.“
Checkliste

Prüfe Deine Einleitung:
- Habe ich den konkreten Anlass genannt?
- Wird das Thema schnell deutlich?
- Ist die Streitfrage erkennbar?
- Habe ich unnötige Allgemeinplätze vermieden?
- Ist die Sprache für den Adressaten passend?
- Habe ich noch keine ausführliche Argumentation vorweggenommen?
Prüfe Deinen Schluss:
- Nenne ich meine Position eindeutig?
- Greife ich nur Gedanken auf, die zum Hauptteil passen?
- Beginne ich kein neues großes Argument?
- Ist mein Appell oder Ausblick realistisch?
- Ist der Ton sachlich und respektvoll?
- Kann ich unnötige Wörter streichen?
Häufige Fehler und Verbesserungen
| Fehler | Beispiel | Verbesserung |
|---|---|---|
| Zu allgemeiner Beginn | „Seit es Menschen gibt, gibt es Meinungen.“ | Direkt den aktuellen Anlass nennen. |
| Leere Floskel | „Dieses Thema ist sehr interessant.“ | Erklären, warum das Thema gerade wichtig ist. |
| Hauptteil in der Einleitung | Mehrere Argumente werden bereits ausführlich erklärt. | Nur Thema und Streitfrage einführen. |
| Abruptes Ende | „Das war meine Meinung.“ | Position und Konsequenz formulieren. |
| Neues Argument im Schluss | Erst im letzten Satz taucht ein völlig neuer Grund auf. | Nur bereits entwickelte Gedanken bündeln. |
| Unpassender Ton | „Die Schulleitung kapiert das einfach nicht.“ | Sachlich und respektvoll formulieren. |
| Zu viele Füllwörter | „Ich persönlich finde meiner Meinung nach ...“ | „Ich finde ...“ oder noch präziser direkt die Position nennen. |
Mini-Training: Welche Version passt besser?
Situation 1: Die Schulleitung fragt, ob die große Pause verlängert werden soll.
Schwach: „Pausen sind cool und jeder mag sie.“
Gelungen: „Unsere Schulleitung prüft derzeit, ob die große Pause verlängert werden soll. Dazu möchte ich aus Sicht eines Schülers Stellung nehmen.“
Situation 2: Die Klasse entscheidet über ein Ziel für den Wandertag.
Schwach: „Ich sage jetzt, wohin wir gehen.“
Gelungen: „Für unseren Wandertag stehen mehrere Ziele zur Auswahl. Ich möchte begründen, welches Ziel sich für unsere Klasse am besten eignet.“
Situation 3: Die Stadt plant eine neue Ampel am Schulweg.
Schwach: „Autos sind gefährlich.“
Gelungen: „An der Kreuzung vor unserer Schule kommt es morgens häufig zu unübersichtlichen Situationen. Deshalb wird geprüft, ob eine zusätzliche Ampel den Schulweg sicherer machen könnte.“
Situation 4: Schluss an die Schulleitung.
Schwach: „Also machen Sie das jetzt.“
Gelungen: „Ich bitte die Schulleitung deshalb, den Vorschlag zu prüfen und die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler einzubeziehen.“
Situation 5: Schluss an die eigene Klasse.
Schwach: „Wer schlau ist, stimmt für meinen Vorschlag.“
Gelungen: „Ich halte das Naturziel für die bessere Wahl. Trotzdem sollten wir alle Vorschläge vergleichen und anschließend gemeinsam abstimmen.“
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aufgabe hat die Einleitung einer Stellungnahme? (Sie führt zum Thema und zur Streitfrage hin) (!Sie enthält alle Argumente vollständig) (!Sie wiederholt den Schluss) (!Sie beendet die Diskussion)
Welcher Einstieg ist für eine Stellungnahme am passendsten? (Unsere Schule plant neue Handyregeln für die Pausen) (!Handys sind irgendwie überall) (!Seit es Menschen gibt gibt es Regeln) (!Ich schreibe jetzt meine Stellungnahme)
Was sollte im Schluss deutlich werden? (Die eigene Position) (!Ein völlig neues Hauptargument) (!Eine lange Vorgeschichte) (!Eine neue Streitfrage ohne Bezug)
Welche Formulierung ist adressatenorientiert? (Ich bitte die Schulleitung den Vorschlag zu prüfen) (!Die Schulleitung soll das endlich kapieren) (!Macht das jetzt sofort) (!Wer dagegen ist liegt sowieso falsch)
Was bedeutet adressatenorientiertes Schreiben? (Die Sprache an die lesende Person und die Situation anzupassen) (!Möglichst viele Fremdwörter zu verwenden) (!Immer besonders lange Sätze zu schreiben) (!Die eigene Meinung zu verstecken)
Welche Information gehört besonders gut in eine Einleitung? (Der konkrete Anlass) (!Ein neues Schlussargument) (!Eine Beleidigung der Gegenposition) (!Eine Wiederholung aller Beispiele)
Welcher Satz eignet sich als Schluss? (Ich bin deshalb für eine Testphase mit klaren Regeln) (!Jetzt kommt mein erstes Argument) (!Schon in der Steinzeit gab es Probleme) (!Worum geht es eigentlich)
Was solltest Du im Schluss vermeiden? (Ein völlig neues großes Argument) (!Eine klare Position) (!Einen passenden Ausblick) (!Eine sachliche Formulierung)
Welche Einleitung ist am konkretesten? (Vor der Schule reichen die Fahrradständer morgens häufig nicht aus) (!Fahrräder gibt es schon lange) (!Viele Dinge können praktisch sein) (!Das Thema ist sehr wichtig)
Welche Verbesserung macht einen Satz meist verständlicher? (Unnötige Füllwörter streichen) (!Noch mehr Wiederholungen einbauen) (!Möglichst ungenau bleiben) (!Den Adressaten beleidigen)
Memory
| Anlass | Hinführung |
| Fragestellung | Streitfrage |
| Adressat | Empfänger |
| Position | Standpunkt |
| Appell | Aufforderung |
| Fazit | Ergebnis |
| Ausblick | Zukunft |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Aktueller Anlass | Einleitung |
| Streitfrage | Hinführung |
| Klare Position | Schluss |
| Passende Aufforderung | Appell |
| Lesende Person | Adressat |
Kreuzworträtsel
| Anlass | Wie heißt der konkrete Grund, warum ein Thema gerade besprochen wird? |
| Adressat | Wie nennt man die Person oder Gruppe, an die ein Text gerichtet ist? |
| Position | Wie heißt der eigene Standpunkt zu einer Streitfrage? |
| Appell | Wie nennt man eine Aufforderung am Ende eines Textes? |
| Ausblick | Wie heißt ein Blick auf eine mögliche weitere Entwicklung? |
| Fazit | Wie nennt man ein knappes abschließendes Ergebnis? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Einstieg verbessern: Überarbeite den Satz „Handys sind heutzutage überall“ zu einer Einleitung aus höchstens zwei Sätzen für die Streitfrage „Soll die Handynutzung in der großen Pause erlaubt sein?“
- Schluss verbessern: Formuliere aus „Das war meine Meinung“ einen Schluss aus zwei bis drei Sätzen mit klarer Position.
- Adressatenwechsel: Schreibe denselben Wunsch nach mehr Sitzplätzen einmal an Deine Klasse und einmal an die Schulleitung. Vergleiche Wortwahl und Ton.
- Füllwörter streichen: Kürze fünf selbst erfundene Sätze, ohne ihre Aussage zu verändern.
Standard
- Vergleichsanalyse: Erstelle zu drei selbst gewählten Schulthemen jeweils einen schwachen und einen gelungenen Einstieg. Markiere, was Du verbessert hast.
- Schlussvarianten: Schreibe zum Thema „Späterer Unterrichtsbeginn“ drei verschiedene Schlüsse: einen mit Appell, einen mit Ausblick und einen mit einem konkreten Lösungsvorschlag.
- Adressatenprofil: Wähle Schulleitung, Schülervertretung oder Gemeinderat. Notiere, welche Sprache und welche Forderungen für diesen Adressaten passend sind, und verfasse anschließend Einleitung und Schluss.
- Partnerfeedback: Tausche Einleitung und Schluss mit einer Partnerin oder einem Partner. Prüft gegenseitig mit der Checkliste und überarbeitet beide Textteile.
Schwer
- Mini-Stellungnahme: Verfasse zu einer aktuellen Frage aus Eurem Schulalltag eine vollständige Stellungnahme. Begrenze Einleitung und Schluss jeweils auf höchstens drei Sätze.
- Perspektivwechsel: Formuliere zu derselben Streitfrage zwei verschiedene Stellungnahmen mit unterschiedlicher Zielgruppe, zum Beispiel für die Schulleitung und für die Schülervertretung. Vergleiche besonders Einleitung und Schluss.
- Interviewprojekt: Befrage mindestens drei Personen aus Deiner Schule zu einer Streitfrage. Nutze die Ergebnisse, um eine adressatenorientierte Einleitung und einen sachlichen Schluss zu schreiben.
- Erklärvideo: Produziere ein kurzes Lernvideo mit eigenen Beispielen zum Thema „Schwache und gelungene Einleitungen und Schlüsse“. Zeige mindestens zwei Vorher-Nachher-Vergleiche und erkläre Deine Verbesserungen.


Lernkontrolle
- Überarbeiten statt abschreiben: Du erhältst eine Einleitung mit allgemeinen Floskeln. Überarbeite sie so, dass Anlass und Streitfrage in höchstens zwei Sätzen klar werden. Begründe zwei Änderungen.
- Adressatenbezug herstellen: Schreibe einen unhöflichen Schluss an die Schulleitung in eine sachliche und respektvolle Version um. Erkläre anschließend, welche Wörter Du bewusst verändert hast.
- Transfer auf neues Thema: Formuliere Einleitung und Schluss zu der Frage „Soll es an unserer Schule einen Ruheraum für Pausen geben?“. Verwende im Schluss keine neuen Argumente.
- Qualität begründen: Vergleiche zwei Einstiege zu demselben Thema und entscheide, welcher besser geeignet ist. Begründe Deine Entscheidung mit mindestens drei Kriterien.
- Schluss prüfen: Untersuche einen Schluss darauf, ob Position, Bezug zum Hauptteil und ein realistischer Ausblick vorhanden sind. Verbessere fehlende Teile.
- Adressatenwechsel anwenden: Überarbeite denselben Schluss einmal für den Gemeinderat und einmal für Deine Mitschülerinnen und Mitschüler. Erkläre, warum sich die Formulierungen unterscheiden.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du zeigen kannst:
- Du erkennst die Funktion von Einleitung und Schluss.
- Du kannst eine Einleitung mit Anlass, Thema und Streitfrage formulieren.
- Du kannst im Schluss eine klare Position ausdrücken.
- Du vermeidest neue Hauptargumente im Schluss.
- Du unterscheidest schwache und gelungene Formulierungen.
- Du kürzt umständliche Sätze, ohne wichtige Informationen zu verlieren.
- Du passt Ton und Wortwahl an den jeweiligen Adressaten an.
- Du kannst Deine Überarbeitungen nachvollziehbar begründen.
- Du kannst Einleitung und Schluss auf neue Streitfragen übertragen.
OERs zum Thema
Der Wikipedia-Artikel zur Erörterung bietet zusätzliche Informationen zum Aufbau argumentierender Texte und zur Funktion von Einleitung und Schluss.
Verknüpfte Lernbereiche
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