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D9 G - Argumente ordnen und verbinden

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D9 G - Argumente ordnen und verbinden



D9 G - Argumente ordnen und verbinden


Einleitung

Beim argumentierenden Schreiben reicht es nicht, gute Gründe zu finden. Ein überzeugender Text braucht auch eine sinnvolle Reihenfolge, passende Übergänge und einen roten Faden. Das bedeutet: Deine Leserinnen und Leser sollen jederzeit verstehen, welcher Gedanke gerade wichtig ist, wie er mit dem vorherigen Gedanken zusammenhängt und warum als Nächstes ein bestimmtes Argument folgt.

Dieser aiMOOC richtet sich an die Klasse 9 auf G-Niveau. Du trainierst hier Schritt für Schritt, wie Du einzelne Argumente zu einem verständlichen Text verbindest. Dabei geht es nicht darum, besonders kompliziert zu schreiben. Viel wichtiger ist, dass Deine Argumentation klar, logisch und nachvollziehbar aufgebaut ist.

Du lernst unter anderem:

  1. Argumente in sinnvolle Abschnitte zu ordnen.
  2. Behauptung, Begründung und Beispiel miteinander zu verbinden.
  3. passende Konnektoren und Übergänge einzusetzen.
  4. Wiederholungen und Gedankensprünge zu vermeiden.
  5. einen roten Faden in einer Erörterung oder Stellungnahme aufzubauen.
  6. einen Schreibplan zu nutzen und Deinen Text gezielt zu überarbeiten.


Was bedeutet „Argumente ordnen“?

Wenn Du mehrere Argumente gesammelt hast, solltest Du sie nicht einfach in der Reihenfolge aufschreiben, in der sie Dir eingefallen sind. Beim Planen entscheidest Du, welche Gedanken zusammengehören und welcher Gedanke auf welchen folgt.

Eine sinnvolle Reihenfolge hilft Deinen Leserinnen und Lesern dabei, Deine Überlegungen zu verstehen. Besonders wichtig ist, dass Du nicht plötzlich das Thema wechselst und später ohne Übergang zu einem früheren Gedanken zurückspringst.

Eine mögliche Grundregel lautet:

Erst planen – dann schreiben.

Du kannst Deine Argumente zum Beispiel auf Zetteln oder in einer Tabelle sammeln und anschließend verschieben. Frage Dich dabei:

  1. Welches Argument führt gut in das Thema ein?
  2. Welche Argumente gehören inhaltlich zusammen?
  3. Welches Argument ist besonders stark?
  4. Wo passt ein Gegenargument?
  5. Welcher Gedanke eignet sich als Abschluss des Hauptteils?

Bei einer einseitigen Argumentation kann es sinnvoll sein, von einem eher einfachen Argument zu einem besonders starken Argument zu kommen. Bei einer Pro-und-Contra-Erörterung können die beiden Seiten blockweise oder passend aufeinander bezogen geordnet werden. Entscheidend ist immer, dass die Reihenfolge verständlich und begründet wirkt.


Der Grundbaustein eines Arguments

Für das G-Niveau hilft Dir ein einfaches Modell:

Behauptung – Begründung – Beispiel

Du kannst Dir die drei Schritte als kleine Argumentationskette merken.

  1. Behauptung: Was denkst Du oder was möchtest Du zeigen?
  2. Begründung: Warum ist diese Aussage sinnvoll?
  3. Beispiel: Woran kann man das konkret erkennen?

Beispiel zum Thema „Soll die Schule mehr Projekttage anbieten?“:

Behauptung: Projekttage sollten häufiger stattfinden.

Begründung: Schülerinnen und Schüler können dabei selbstständiger arbeiten und verschiedene Fähigkeiten gleichzeitig einsetzen.

Beispiel: Bei einem Umweltprojekt können sie recherchieren, im Team planen, Ergebnisse gestalten und diese anschließend präsentieren.

Ein Argument wirkt meist stärker, wenn der Leser nicht nur die Behauptung liest, sondern auch versteht, warum sie gilt und woran sie sichtbar wird.


Schreibbausteine für Behauptungen

Du musst nicht jeden Absatz gleich beginnen. Diese Schreibbausteine helfen Dir:

Funktion Schreibbausteine
Eine Meinung ausdrücken Ich bin der Meinung, dass ... / Meiner Ansicht nach ... / Ich halte es für sinnvoll, dass ...
Ein Argument nennen Ein wichtiger Grund ist, dass ... / Dafür spricht, dass ... / Außerdem ist zu beachten, dass ...
Einen besonders wichtigen Punkt nennen Besonders wichtig ist ... / Entscheidend ist ... / Ein starkes Argument dafür ist ...
Einen Nachteil nennen Dagegen spricht, dass ... / Problematisch ist ... / Ein Nachteil besteht darin, dass ...


Schreibbausteine für Begründungen

Eine Behauptung braucht eine verständliche Begründung. Diese Satzanfänge helfen:

Funktion Schreibbausteine
Grund nennen Das liegt daran, dass ... / Der Grund dafür ist, dass ... / Dies lässt sich damit erklären, dass ...
Zusammenhang erklären Dadurch ... / Auf diese Weise ... / Das führt dazu, dass ...
Bedeutung erklären Das ist wichtig, weil ... / Dies spielt eine Rolle, weil ... / Deshalb ist zu berücksichtigen, dass ...


Schreibbausteine für Beispiele

Beispiele machen ein Argument anschaulich.

Funktion Schreibbausteine
Beispiel einleiten Zum Beispiel ... / Ein Beispiel dafür ist ... / Das zeigt sich etwa daran, dass ...
Alltagserfahrung nennen Im Schulalltag sieht man das daran, dass ... / Viele Jugendliche erleben zum Beispiel, dass ...
Beispiel auswerten Daran wird deutlich, dass ... / Dieses Beispiel zeigt, dass ... / Dadurch erkennt man, dass ...


Argumente sinnvoll anordnen

Stell Dir vor, Du hast zum Thema „Soll das Smartphone in den Pausen erlaubt sein?“ diese vier Gedanken gesammelt:

  1. Smartphones können zur Unterhaltung genutzt werden.
  2. Schülerinnen und Schüler können in Notfällen ihre Eltern erreichen.
  3. Zu viel Smartphone-Nutzung kann Gespräche in der Pause verdrängen.
  4. Klare Regeln könnten Streit über die Nutzung vermeiden.

Eine unübersichtliche Reihenfolge entsteht, wenn Du ohne erkennbaren Plan zwischen Vorteilen, Nachteilen und Lösungen springst.

Eine mögliche sinnvolle Ordnung wäre:

Vorteil → weiterer Vorteil → Nachteil → Lösung oder Abwägung

So kann ein Leser besser verfolgen, wie Du vom Nutzen über ein Problem zu einer möglichen Lösung kommst.

Eine andere sinnvolle Ordnung kann entstehen, wenn Du passende Gegenargumente direkt gegenüberstellst:

Argument → Gegenargument → Abwägung

Es gibt also nicht immer nur eine einzig richtige Reihenfolge. Eine gute Reihenfolge erkennst Du daran, dass die Gedanken aufeinander bezogen sind.


Was ist ein roter Faden?

Der Ausdruck roter Faden bedeutet, dass sich ein Gedanke nachvollziehbar durch Deinen Text zieht. Die einzelnen Absätze wirken nicht wie zufällig nebeneinandergestellt, sondern gehören erkennbar zusammen.

Ein roter Faden entsteht besonders durch drei Dinge:

  1. klare Gliederung
  2. passende Übergänge
  3. Bezug zur Fragestellung

Nach jedem Absatz solltest Du Dich fragen:

Was hat dieser Absatz mit meiner Fragestellung zu tun?

Wenn Du darauf keine klare Antwort findest, passt der Absatz vielleicht nicht in Deine Argumentation oder steht an der falschen Stelle.


Übergänge zwischen Argumenten

Übergänge zeigen, wie zwei Gedanken zusammenhängen. Sie sind wie kleine Wegweiser im Text.


Etwas ergänzen

Geeignete Wörter und Satzanfänge:

außerdem – zusätzlich – ebenfalls – ein weiterer Grund – darüber hinaus

Beispiel:

Außerdem kann ein gemeinsamer Projekttag die Zusammenarbeit in der Klasse verbessern.


Einen Gegensatz zeigen

Geeignete Wörter und Satzanfänge:

aber – jedoch – dagegen – andererseits – trotzdem

Beispiel:

Viele Jugendliche möchten ihr Smartphone in der Pause nutzen. Dagegen spricht jedoch, dass gemeinsame Gespräche dadurch seltener werden können.


Einen Grund nennen

Geeignete Wörter:

weil – denn – da

Beispiel:

Eine feste Regel ist hilfreich, weil dann alle wissen, was erlaubt ist.


Eine Folge zeigen

Geeignete Wörter:

deshalb – daher – dadurch – somit – aus diesem Grund

Beispiel:

Die Regeln sind für alle gleich. Dadurch entstehen weniger Missverständnisse.


Ein Beispiel anschließen

Geeignete Wörter:

zum Beispiel – beispielsweise – etwa

Beispiel:

Gruppenarbeit kann Verantwortung fördern. Zum Beispiel muss jedes Gruppenmitglied einen Teil der Aufgabe übernehmen.


Einen Gedanken gewichten

Geeignete Satzanfänge:

wichtiger ist jedoch – besonders überzeugend ist – noch stärker wiegt – weniger wichtig ist dagegen

Mit solchen Übergängen kannst Du zeigen, dass nicht alle Argumente gleich stark sind.


Zum Ergebnis überleiten

Geeignete Satzanfänge:

insgesamt zeigt sich – zusammenfassend lässt sich sagen – nach Abwägung der Argumente – deshalb komme ich zu dem Ergebnis

Diese Formulierungen eignen sich besonders für den Übergang zum Schluss.


Übergänge müssen inhaltlich passen

Ein Übergang ist nur dann gut, wenn er die Beziehung zwischen zwei Gedanken richtig beschreibt.

Beispiel:

Außerdem zeigt eine Ergänzung.

Dagegen zeigt einen Gegensatz.

Deshalb zeigt eine Folge.

Zum Beispiel kündigt ein Beispiel an.

Wenn Du das falsche Verbindungswort verwendest, kann ein Satz unlogisch wirken.

Ungünstig:

„Viele Schülerinnen und Schüler fahren mit dem Bus zur Schule. Dagegen beginnt der Unterricht morgens um acht Uhr.“

Hier gibt es keinen klaren Gegensatz.

Besser wäre zum Beispiel:

„Viele Schülerinnen und Schüler haben morgens einen langen Schulweg. Deshalb kann ein sehr früher Unterrichtsbeginn belastend sein.“


Schreibbausteine für Übergänge zwischen Absätzen

Die folgenden Bausteine helfen besonders, wenn Du mehrere Argumente nacheinander schreibst.

Beziehung Mögliche Übergänge
Ergänzung Ein weiterer wichtiger Punkt ist ... / Hinzu kommt, dass ... / Außerdem sollte bedacht werden, dass ...
Steigerung Noch wichtiger ist ... / Besonders stark ist das Argument, dass ... / Entscheidend kommt hinzu, dass ...
Gegensatz Auf der anderen Seite ... / Dagegen lässt sich einwenden, dass ... / Allerdings muss auch bedacht werden, dass ...
Bezug zum vorherigen Argument Dieser Gedanke führt zu einem weiteren Punkt: ... / Damit hängt auch zusammen, dass ... / Aus diesem Grund ist außerdem wichtig, dass ...
Abwägung Zwar ..., aber ... / Einerseits ..., andererseits ... / Dieses Argument ist wichtig, dennoch ...
Schlussfolgerung Daraus folgt, dass ... / Insgesamt wird deutlich, dass ... / Deshalb spricht vieles dafür, dass ...


Der Absatz als Mini-Einheit

Ein guter Argumentationsabsatz kann wie ein kleines Paket aufgebaut sein:

Behauptung → Begründung → Beispiel → kurze Rückbindung

Beispiel:

„Ein späterer Unterrichtsbeginn könnte für viele Jugendliche hilfreich sein. Das liegt daran, dass Jugendliche morgens häufig noch müde sind und sich schwer konzentrieren können. Zum Beispiel berichten viele Schülerinnen und Schüler, dass sie in der ersten Stunde langsamer arbeiten. Daran wird deutlich, dass der Unterrichtsbeginn die Konzentration beeinflussen kann.“

Der letzte Satz führt den Gedanken wieder zur Aussage des Absatzes zurück.


Vom Absatz zum nächsten Absatz

Am Ende eines Absatzes kannst Du den nächsten Gedanken vorbereiten.

Beispiel:

„Ein späterer Unterrichtsbeginn könnte also die Konzentration verbessern. Neben der Konzentration spielt aber auch der Schulweg eine wichtige Rolle.

Der zweite Satz verbindet den alten Gedanken mit dem neuen. So entsteht ein flüssiger Übergang.


Schreibbausteine für einen roten Faden

Stelle im Text Schreibbausteine
Beginn des Hauptteils Zunächst spricht dafür, dass ... / Als Erstes ist wichtig, dass ...
Zweites Argument Ein weiterer Grund ist ... / Außerdem sollte berücksichtigt werden, dass ...
Stärkeres Argument Noch wichtiger ist ... / Besonders überzeugend ist ...
Gegenargument Dagegen könnte man einwenden, dass ... / Auf der anderen Seite ...
Gegenargument entkräften Dieses Argument ist verständlich, jedoch ... / Trotzdem überwiegt ... / Dagegen spricht wiederum ...
Abwägung Vergleicht man beide Seiten, zeigt sich ... / Insgesamt wiegt ... stärker, weil ...
Schluss Aus diesen Gründen komme ich zu dem Ergebnis, dass ... / Zusammenfassend bin ich der Meinung, dass ...


Eine einfache Gliederung für Deine Argumentation

Für viele Schreibaufgaben auf G-Niveau kannst Du mit dieser Grundstruktur arbeiten:

Einleitung → Hauptteil → Schluss

Im Hauptteil schreibst Du nicht einfach eine Liste von Argumenten. Jeder Absatz erhält eine Aufgabe.

Ein möglicher Schreibplan:

Abschnitt Aufgabe Leitfrage
Einleitung Thema und Streitfrage nennen Worum geht es?
Hauptteil Absatz 1 erstes Argument erklären Was spricht dafür oder dagegen?
Hauptteil Absatz 2 weiteres oder stärkeres Argument erklären Welcher Gedanke ergänzt den ersten?
Hauptteil Absatz 3 Gegenargument oder besonders wichtiger Punkt Was muss außerdem berücksichtigt werden?
Schluss abwägen und Stellung beziehen Zu welchem Ergebnis komme ich?


Fünf Schritte vor dem Schreiben

  1. Aufgabe lesen: Markiere Thema, Fragestellung und Arbeitsauftrag.
  2. Argumente sammeln: Notiere zunächst alle brauchbaren Gedanken.
  3. Argumente prüfen: Streiche Wiederholungen und unpassende Punkte.
  4. Argumente ordnen: Lege fest, was zuerst, danach und zuletzt kommt.
  5. Übergänge planen: Notiere neben jedem Argument ein passendes Verbindungswort.

Erst danach schreibst Du den vollständigen Text.


Beispiel: ungeordnet und geordnet

Thema: Soll es an der Schule einen festen Handyparkplatz für Smartphones geben?

Ungeordnet:

„Handys können ablenken. Manche Eltern möchten ihre Kinder erreichen. Ein Handyparkplatz könnte klare Regeln schaffen. Unterricht ist wichtig. Viele schauen ständig auf Nachrichten. Man könnte das Smartphone in der Pause holen.“

Das Problem: Einige Aussagen hängen zusammen, andere stehen ohne Verbindung daneben.

Geordnet:

„Ein fester Handyparkplatz könnte den Unterricht ruhiger machen. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass Smartphones Schülerinnen und Schüler leicht ablenken. Zum Beispiel schauen manche während einer Arbeitsphase auf Nachrichten. Dadurch verlieren sie Zeit und Konzentration. Auf der anderen Seite möchten Eltern ihre Kinder in wichtigen Fällen erreichen können. Deshalb wäre eine Regel sinnvoll, bei der Smartphones während des Unterrichts abgegeben, in dringenden Fällen aber erreichbar bleiben.“

Die zweite Fassung wirkt verständlicher, weil die Gedanken geordnet und durch Übergänge verbunden sind.


Ein besonders einfaches Planungsraster

Vor dem Schreiben kannst Du dieses Raster ausfüllen:

Reihenfolge Mein Gedanke Begründung Beispiel Übergang
zuerst Zunächst ...
danach Außerdem ...
anschließend Noch wichtiger ...
Gegenposition Dagegen ...
Ergebnis Insgesamt ...


Typische Fehler beim Ordnen von Argumenten


Fehler 1: Gedankensprünge

Du wechselst plötzlich zu einem neuen Punkt und kehrst danach zum alten Punkt zurück.

Verbesserung: Schreibe zusammengehörige Gedanken in denselben Absatz.


Fehler 2: Wiederholungen

Zwei Argumente sagen fast dasselbe.

Beispiel:

„Handys lenken ab.“

„Durch Handys kann man unkonzentriert sein.“

Beide Aussagen sind sehr ähnlich. Verbinde sie besser zu einem vollständigen Argument.


Fehler 3: Nur Aufzählungswörter

Wenn jeder Absatz mit „Erstens“, „Zweitens“, „Drittens“ beginnt, ist die Reihenfolge zwar sichtbar, aber der Zusammenhang bleibt manchmal unklar.

Besser sind inhaltliche Übergänge wie:

Damit hängt auch zusammen, dass ...

oder:

Ein noch wichtigerer Punkt ist ...


Fehler 4: Unpassende Konnektoren

„Deshalb“ darf nur stehen, wenn wirklich eine Folge erklärt wird.

„Dagegen“ passt nur, wenn ein Gegensatz folgt.

„Zum Beispiel“ passt nur, wenn tatsächlich ein Beispiel kommt.


Fehler 5: Der Schluss bringt ein völlig neues Argument

Im Schluss solltest Du die wichtigsten Gedanken abwägen und Deine Position formulieren. Ein völlig neues Hauptargument gehört normalerweise in den Hauptteil.


Checkliste: Ist mein roter Faden erkennbar?

  1. Bezieht sich jeder Absatz auf die Fragestellung?
  2. Hat jeder Absatz einen klaren Hauptgedanken?
  3. Sind Behauptung, Begründung und Beispiel erkennbar?
  4. Stehen ähnliche Gedanken zusammen?
  5. Gibt es passende Übergänge zwischen den Absätzen?
  6. Verwende ich verschiedene Verbindungswörter?
  7. Passt mein stärkstes Argument an eine sinnvolle Stelle?
  8. Wiederhole ich mich nicht unnötig?
  9. Führt mein Schluss logisch aus dem Hauptteil heraus?
  10. Kann jemand meinen Gedankengang verstehen, ohne mich nachfragen zu müssen?


Vertiefung: Argumentationsmodelle sichtbar machen

In der Argumentationstheorie gibt es verschiedene Modelle, um zu zeigen, wie Aussagen, Gründe und Schlussfolgerungen miteinander verbunden sind. Ein bekanntes Modell stammt von Stephen Toulmin. Für Deinen eigenen Text auf G-Niveau musst Du dieses Modell nicht vollständig beherrschen. Wichtig ist für Dich vor allem die Grundidee: Eine Aussage wird verständlicher, wenn klar ist, worauf sie sich stützt und wie die Verbindung begründet wird.


Lernvideo: Erörterungen strukturieren

Das folgende Video zeigt den Aufbau einer Erörterung und kann Dir helfen, die Rolle von Einleitung, Hauptteil, Argumenten und Schluss noch einmal zu wiederholen.


Lernvideo: Roter Faden, Argumente und Übergänge

Das folgende Video behandelt unter anderem Argumentaufbau, Textstruktur, Übergänge und einen nachvollziehbaren roten Faden.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Warum sollte man Argumente vor dem Schreiben ordnen? (Damit der Gedankengang für die Leser nachvollziehbar wird) (!Damit jeder Absatz gleich lang wird) (!Damit möglichst viele Fremdwörter vorkommen) (!Damit man auf Begründungen verzichten kann)




Welche Reihenfolge bildet einen vollständigen einfachen Argumentbaustein? (Behauptung Begründung Beispiel) (!Beispiel Überschrift Frage) (!Schluss Einleitung Titel) (!Meinung Wiederholung Wiederholung)




Welcher Übergang zeigt eine Ergänzung an? (Außerdem) (!Dagegen) (!Deshalb) (!Trotzdem)




Welcher Übergang zeigt einen Gegensatz an? (Dagegen) (!Zum Beispiel) (!Daher) (!Zusätzlich)




Welcher Übergang kündigt eine Folge an? (Deshalb) (!Beispielsweise) (!Andererseits) (!Außerdem)




Was bedeutet ein roter Faden im Text? (Die Gedanken hängen nachvollziehbar zusammen) (!Jeder Satz beginnt mit demselben Wort) (!Der Text enthält besonders viele Absätze) (!Alle Argumente müssen gleich stark sein)




Was gehört normalerweise nicht als völlig neuer Gedanke in den Schluss? (Ein neues Hauptargument) (!Eine kurze Abwägung) (!Die eigene begründete Position) (!Eine zusammenfassende Aussage)




Welcher Satz eignet sich als Übergang zu einem Gegenargument? (Auf der anderen Seite muss bedacht werden dass) (!Zum Beispiel zeigt sich) (!Aus diesem Grund folgt) (!Zunächst nenne ich)




Was hilft gegen Gedankensprünge? (Zusammengehörige Gedanken in einem Absatz bündeln) (!Jeden Satz in einen neuen Absatz schreiben) (!Möglichst viele Themen gleichzeitig behandeln) (!Übergangswörter vollständig vermeiden)




Woran erkennst Du einen passenden Konnektor? (Er zeigt die tatsächliche Beziehung zwischen den Gedanken) (!Er ist möglichst lang) (!Er steht immer am Satzanfang) (!Er klingt besonders kompliziert)





Memory

Behauptung zentrale Aussage
Begründung erklärt warum etwas gilt
Beispiel macht einen Gedanken anschaulich
Konnektor verbindet Gedanken sprachlich
Gegensatz wird etwa mit dagegen angekündigt
Folge wird etwa mit deshalb angekündigt
Gliederung ordnet die Teile eines Textes
roter Faden nachvollziehbarer Gedankengang





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Behauptung Aussage des Arguments
Begründung Erklärung für die Aussage
Beispiel konkrete Veranschaulichung
Rückbindung Verbindung zur Kernaussage
Übergang Brücke zum nächsten Gedanken





Interaktive Gliederung: Vom Anfang zum Schluss

Ordne den passenden Textteil zu. Aufgabe
Einleitung führt zum Thema und zur Streitfrage
Erstes Argument eröffnet den Hauptteil
Weiteres Argument ergänzt oder verstärkt den Gedankengang
Gegenargument zeigt eine andere Sichtweise
Schluss wägt ab und formuliert ein Ergebnis





Interaktive Gliederung: Übergänge nach ihrer Funktion

Ordne den passenden Übergang zu. Funktion
Außerdem Ergänzung
Dagegen Gegensatz
Deshalb Folge
Zum Beispiel Veranschaulichung
Insgesamt Zusammenfassung





Interaktive Gliederung: Roter Faden im Absatz

Ordne den passenden Schritt zu. Aufgabe im Absatz
Aussage setzen Behauptung formulieren
Grund erklären Begründung ausführen
Fall zeigen Beispiel nennen
Bedeutung klären Beispiel auswerten
Brücke bauen zum nächsten Gedanken überleiten





Kreuzworträtsel

Konnektor Wie nennt man ein Wort wie außerdem oder deshalb, das Gedanken verbindet?
Begründung Welcher Teil eines Arguments erklärt, warum eine Behauptung sinnvoll ist?
Beispiel Welcher Teil macht eine Aussage konkret und anschaulich?
Reihenfolge Was legst Du fest, wenn Du entscheidest, welches Argument zuerst und welches danach kommt?
Übergang Wie nennt man die sprachliche Brücke zwischen zwei Gedanken?
Zusammenhang Was soll zwischen den einzelnen Argumenten eines Textes erkennbar sein?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein argumentierender Text braucht einen nachvollziehbaren

.
Vor dem Schreiben solltest Du Deine Argumente zunächst

.
Ein einfacher Argumentbaustein beginnt mit einer

.
Danach erklärt die

, warum die Aussage sinnvoll ist.
Ein konkretes

macht das Argument anschaulicher.
Mit dem Wort „außerdem“ kannst Du eine

anzeigen.
Mit dem Wort „dagegen“ kündigst Du einen

an.
Das Wort „deshalb“ macht eine

deutlich.
Zusammengehörige Gedanken sollten möglichst in einem

stehen.
Im Schluss solltest Du die wichtigsten Argumente

.
Ein guter Übergang zeigt den

zwischen zwei Gedanken.
Vor der Abgabe solltest Du Deinen Text noch einmal

.




Schreibtraining


Schreibtraining 1: Sätze verbinden

Verbinde jeweils zwei Aussagen zu einem sinnvollen Satz oder Satzpaar.

Beispiel:

„Viele Schülerinnen und Schüler lernen mit Videos. Videos können schwierige Inhalte anschaulich erklären.“

Mögliche Verbindung:

„Viele Schülerinnen und Schüler lernen mit Videos, weil schwierige Inhalte dort anschaulich erklärt werden können.“

Trainiere mit diesen Gedanken:

  1. Schulwege sind teilweise lang. Ein sehr früher Unterrichtsbeginn kann anstrengend sein.
  2. Gruppenarbeit fördert Zusammenarbeit. Aufgaben müssen klar verteilt werden.
  3. Smartphones können beim Recherchieren helfen. Sie können aber auch ablenken.
  4. Sportpausen bringen Bewegung. Schülerinnen und Schüler können danach konzentrierter arbeiten.


Schreibtraining 2: Den passenden Übergang wählen

Wähle für jeden Zusammenhang einen passenden Übergang.

Zusammenhang Mögliche Wörter
ein weiterer ähnlicher Gedanke außerdem / zusätzlich / ein weiterer Punkt
ein Gegensatz dagegen / jedoch / andererseits
eine Folge deshalb / daher / dadurch
ein Beispiel zum Beispiel / beispielsweise
ein besonders wichtiger Punkt besonders wichtig / noch stärker wiegt / entscheidend ist


Schreibtraining 3: Argumente sortieren

Thema: Soll die Schule einen wöchentlichen Projektnachmittag einführen?

Ordne die folgenden Gedanken zuerst auf Papier oder digital. Entscheide dann, warum Deine Reihenfolge sinnvoll ist.

  1. Projekte fördern selbstständiges Arbeiten.
  2. Der Stundenplan müsste verändert werden.
  3. Schülerinnen und Schüler könnten eigene Interessen einbringen.
  4. In Gruppen können unterschiedliche Aufgaben verteilt werden.
  5. Für manche Projekte werden zusätzliche Räume oder Materialien benötigt.
  6. Projektergebnisse könnten am Schuljahresende präsentiert werden.

Schreibe anschließend einen Hauptteil mit mindestens drei Argumenten und passenden Übergängen.


Schreibtraining 4: Den roten Faden reparieren

Untersuche diesen Text:

„Schuluniformen könnten morgens Zeit sparen. Manche Kleidung ist teuer. In der Schule gibt es viele Fächer. Schuluniformen könnten Unterschiede bei Markenkleidung weniger sichtbar machen. Andererseits möchten Jugendliche ihren eigenen Stil zeigen.“

Bearbeite den Text so, dass nur Gedanken enthalten sind, die zur Streitfrage passen. Ordne die passenden Aussagen und ergänze mindestens zwei Übergänge.


Schreibtraining 5: Von Stichpunkten zum Absatz

Nutze diese Stichpunkte:

Thema: mehr Sitzmöglichkeiten auf dem Schulhof

Behauptung: mehr Sitzplätze sind sinnvoll

Begründung: Schülerinnen und Schüler brauchen in den Pausen Erholung

Beispiel: bei Regen oder nach dem Sportunterricht möchten viele kurz sitzen

Formuliere daraus einen vollständigen Absatz mit mindestens einem Übergang und einer Rückbindung.


Schreibtraining 6: Argumente gewichten

Nicht jedes Argument ist gleich wichtig. Ordne drei eigene Argumente zu einer Streitfrage von weniger stark bis besonders stark. Begründe Deine Reihenfolge in zwei bis drei Sätzen.

Mögliche Schreibbausteine:

„Ich setze dieses Argument an den Anfang, weil ...“

„Dieses Argument ist stärker, weil ...“

„Das wichtigste Argument steht am Ende, da ...“


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Argumentkarten erstellen: Schreibe fünf Argumente zu einem Schulthema auf einzelne Karten und ordne sie anschließend in eine sinnvolle Reihenfolge.
  2. Übergangswörter sammeln: Erstelle ein Lernplakat mit Übergängen für Ergänzung, Gegensatz, Beispiel, Folge und Schluss.
  3. Absatz verbessern: Nimm einen selbst geschriebenen Absatz und ergänze eine klare Begründung sowie ein Beispiel.
  4. Roter-Faden-Markierung: Markiere in einem kurzen argumentierenden Text jede Behauptung, Begründung, jedes Beispiel und jeden Übergang mit verschiedenen Zeichen.


Standard

  1. Mini-Stellungnahme schreiben: Schreibe eine Stellungnahme mit drei geordneten Argumenten und mindestens vier unterschiedlichen Übergängen.
  2. Textpuzzle entwickeln: Schreibe einen Argumentationstext, schneide ihn in Abschnitte und lasse eine Partnerin oder einen Partner die richtige Reihenfolge finden.
  3. Übergänge vergleichen: Formuliere denselben Absatz zweimal mit unterschiedlichen Übergängen und erkläre, welche Version verständlicher wirkt.
  4. Peer-Feedback durchführen: Tauscht Eure Texte und prüft mit der Checkliste, ob ein roter Faden erkennbar ist.


Schwer

  1. Argumentationsplan erstellen: Plane eine Pro-und-Contra-Erörterung mit mindestens fünf Argumenten und begründe die gewählte Reihenfolge.
  2. Gegenargument einbauen: Schreibe einen Hauptteil, in dem Du ein Gegenargument fair darstellst und anschließend begründet entkräftest.
  3. Schreibkonferenz organisieren: Arbeitet in einer Gruppe an einem Text, besprecht Reihenfolge, Übergänge und Verständlichkeit und dokumentiert mindestens drei Verbesserungen.
  4. Erklärvideo produzieren: Erstellt ein kurzes Lernvideo für jüngere Schülerinnen und Schüler zum Thema „So entsteht ein roter Faden“.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Argumentationsstruktur überprüfen: Du erhältst fünf Absätze einer Stellungnahme in falscher Reihenfolge. Bringe sie in eine sinnvolle Reihenfolge und begründe jede Entscheidung.
  2. Übergänge verbessern: Überarbeite einen Text, in dem fast jeder Absatz mit „Außerdem“ beginnt. Verwende unterschiedliche Übergänge und erkläre deren Funktion.
  3. Gedankensprung erkennen: Finde in einem kurzen Argumentationstext zwei Stellen, an denen der Gedankengang unterbrochen wird. Formuliere passende Verbesserungen.
  4. Argumente gewichten: Ordne vier Argumente zu einer Streitfrage nach ihrer Überzeugungskraft und begründe Deine Reihenfolge.
  5. Gegenposition einbauen: Ergänze zu einer vorgegebenen Position ein sinnvolles Gegenargument und verbinde beide Gedanken mit einem passenden Übergang.
  6. Text überarbeiten: Überarbeite einen eigenen früheren Text so, dass Behauptung, Begründung, Beispiel und roter Faden klarer erkennbar werden. Markiere anschließend mindestens drei konkrete Verbesserungen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du zeigen kannst:

  1. Du kannst Argumente passend zur Fragestellung auswählen.
  2. Du kannst zusammengehörige Gedanken erkennen.
  3. Du kannst Argumente in eine nachvollziehbare Reihenfolge bringen.
  4. Du kannst Behauptung, Begründung und Beispiel miteinander verbinden.
  5. Du kannst passende Übergänge für Ergänzung, Gegensatz, Beispiel und Folge verwenden.
  6. Du kannst einen klaren roten Faden zwischen Absätzen herstellen.
  7. Du kannst ein Gegenargument sinnvoll einordnen.
  8. Du kannst Wiederholungen und Gedankensprünge erkennen.
  9. Du kannst einen Schluss formulieren, der aus dem Hauptteil hervorgeht.
  10. Du kannst Deinen eigenen Text mit einer Checkliste überarbeiten und Verbesserungen begründen.




OERs zum Thema

Ein passender Wikipedia-Artikel zum schulischen argumentierenden Schreiben ist der Artikel zur Erörterung:

Ein weiterer Hintergrundartikel erklärt den Begriff Argument:



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