D9 E - Präsentationen analysieren und professionell gestalten

D9 E - Präsentationen analysieren und professionell gestalten
D9 E - Präsentationen analysieren und professionell gestalten
Einleitung
Eine starke Präsentation ist mehr als eine Folge schön gestalteter Folien. Sie verbindet Inhalt, Argumentation, Sprache, Stimme, Körpersprache und Medien zu einer Gesamtwirkung. Auf E-Niveau der Klasse 9 geht es deshalb nicht nur darum, Informationen korrekt vorzutragen. Du sollst Präsentationen systematisch analysieren, ihre Wirkung begründet beurteilen, unterschiedliche Modelle vergleichen und daraus eine eigenständige anspruchsvolle Präsentation entwickeln.
In diesem aiMOOC arbeitest Du wie ein Präsentationsprofi: Du beobachtest zunächst verschiedene Modellpräsentationen, zerlegst ihre Wirkung in einzelne Faktoren und prüfst, wie diese Faktoren zusammenwirken. Danach planst Du eine eigene Präsentation, entwickelst eine tragfähige Argumentation, gestaltest passende Medien, trainierst Deinen Vortrag und verbesserst ihn durch Feedback.
Eine Präsentation ist immer eine Kommunikationssituation. Es gibt eine präsentierende Person, ein Thema, ein Ziel, ein Publikum, einen konkreten Anlass und häufig zusätzliche Medien. Deshalb kann dieselbe Präsentation in einer anderen Situation völlig anders wirken. Ein sachlicher Kurzvortrag im Unterricht benötigt andere Mittel als eine politische Rede, ein wissenschaftlicher Vortrag, eine Produktvorstellung oder ein motivierender Vortrag.
Lernziele auf E-Niveau
Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du Präsentationen nicht nur beschreiben, sondern analysieren und bewerten. Du kannst insbesondere:
- Präsentationsanalyse: Aufbau, Argumentationsgang, Sprache, Stimme, Körpersprache und Medieneinsatz systematisch untersuchen.
- Argumentation: Thesen, Argumente, Beispiele, Belege, Gegenargumente und Schlussfolgerungen unterscheiden und auf ihre Überzeugungskraft prüfen.
- Rhetorik: sprachliche und sprecherische Mittel in ihrer Funktion erklären.
- Körpersprache: Blickkontakt, Gestik, Mimik, Haltung, Bewegung und Position im Raum wirkungsbezogen analysieren.
- Medienkompetenz: Folien, Bilder, Diagramme, Videos, Objekte und andere Präsentationsmedien nach Informationswert, Verständlichkeit und Wirkung beurteilen.
- Adressatenbezug: eine Präsentation auf Vorwissen, Interessen und Erwartungen eines Publikums ausrichten.
- Präsentationsplanung: eine anspruchsvolle eigenständige Präsentation mit rotem Faden entwickeln.
- Feedback: Rückmeldungen anhand transparenter Kriterien geben, annehmen und für Überarbeitungen nutzen.
- Quellenkritik: Aussagen, Bilder, Zahlen und Beispiele auf Verlässlichkeit, Herkunft und Aussagekraft prüfen.
- Reflexion: begründen, warum bestimmte Gestaltungsmittel in einer konkreten Präsentation wirksam oder unwirksam sind.
Präsentieren als Zusammenspiel mehrerer Ebenen
Eine Präsentation wirkt gleichzeitig auf mehreren Ebenen. Wenn Du nur auf Folien achtest, übersiehst Du einen großen Teil der Kommunikation. Wenn Du nur auf Körpersprache achtest, kannst Du dagegen leicht vergessen, dass eine Präsentation vor allem inhaltlich und argumentativ tragen muss.
Die sechs Analysebereiche
| Analysebereich | Leitfrage | Typische Beobachtungspunkte |
|---|---|---|
| Aufbau | Wie wird das Publikum durch die Präsentation geführt? | Einstieg, Leitfrage, Gliederung, Übergänge, roter Faden, Schluss |
| Argumentation | Wie wird eine Behauptung begründet? | These, Argument, Beleg, Beispiel, Gegenargument, Schlussfolgerung |
| Sprache | Wie werden Gedanken sprachlich verständlich und wirkungsvoll formuliert? | Wortwahl, Satzbau, Fachsprache, Beispiele, Bilder, Wiederholungen, direkte Anrede |
| Stimme | Wie unterstützt das Sprechen die Bedeutung? | Lautstärke, Tempo, Pausen, Betonung, Artikulation, Sprechmelodie |
| Körpersprache | Wie unterstützt der Körper die Botschaft? | Blickkontakt, Mimik, Gestik, Haltung, Bewegung, Raumverhalten |
| Medienwirkung | Was leisten die eingesetzten Medien für die Aussage? | Lesbarkeit, Auswahl, Visualisierung, Reduktion, Quellen, Verhältnis von Bild und Sprache |
Diese Bereiche darfst Du nicht isoliert betrachten. Ein schnelleres Sprechtempo kann beispielsweise Dynamik erzeugen, aber bei einer komplizierten Argumentation das Verständnis erschweren. Eine eindrucksvolle Grafik kann einen Zusammenhang sichtbar machen, aber eine schwache Quelle nicht automatisch glaubwürdig machen.
Von der klassischen Rhetorik zur modernen Präsentation
Schon die klassische Rhetorik unterscheidet mehrere Arbeitsschritte auf dem Weg zu einer Rede: Argumente finden, Inhalte ordnen, sprachlich gestalten, den Vortrag vorbereiten und schließlich mit Stimme und Körper präsentieren. Für moderne Präsentationen kommt die bewusste Auswahl und Gestaltung von Medien hinzu.
Die entscheidende Erkenntnis lautet: Gute Wirkung entsteht durch Passung. Inhalt, Form, Sprache, Vortrag und Medien müssen zum Ziel, zum Thema und zum Publikum passen.

Aufbau: Der rote Faden
Ein Publikum hört eine Präsentation in Echtzeit. Anders als bei einem geschriebenen Text kann es nicht jederzeit zurückblättern. Deshalb muss die Struktur deutlich hörbar und sichtbar werden.
Ein wirkungsvoller Einstieg
Ein guter Einstieg erfüllt mindestens zwei Funktionen: Er schafft Aufmerksamkeit und führt zum Thema. Mögliche Einstiege sind eine problemorientierte Frage, ein überraschender Gegensatz, ein kurzer Fall, eine anschauliche Beobachtung, ein aussagekräftiges Bild oder eine knappe These.
Ein Einstieg ist jedoch nicht automatisch gut, nur weil er spektakulär ist. Er muss funktional sein. Eine lustige Geschichte ohne Verbindung zum Thema kann zwar unterhalten, schwächt aber den roten Faden.
Hauptteil mit innerer Logik
Im Hauptteil muss klar werden, warum ein Gedanke auf den nächsten folgt. Dafür eignen sich unterschiedliche Ordnungsprinzipien:
- Chronologie: Entwicklungen werden zeitlich geordnet.
- Problem-Lösung-Struktur: Zunächst wird ein Problem erklärt, anschließend werden Ursachen, Folgen und Lösungen untersucht.
- Pro-Contra-Struktur: unterschiedliche Positionen werden gegenübergestellt und bewertet.
- These-Argument-Beleg: eine zentrale Behauptung wird schrittweise begründet.
- Vergleich: zwei oder mehrere Gegenstände werden nach festen Kriterien untersucht.
- Vom Beispiel zur Regel: ein konkreter Fall führt zu einer allgemeineren Erkenntnis.
- Vom Allgemeinen zum Besonderen: ein Grundgedanke wird an Fällen konkretisiert.
Der Schluss
Der Schluss darf nicht wie ein plötzliches Ende wirken. Er bündelt die zentrale Erkenntnis, beantwortet die Leitfrage, formuliert eine Konsequenz oder öffnet eine weiterführende Perspektive. Besonders wirkungsvoll ist häufig ein Schluss, der auf den Einstieg zurückgreift und damit einen Bogen schließt.
Argumentation: Von der Behauptung zur begründeten Position
Auf E-Niveau reicht es nicht, mehrere Informationen aneinanderzureihen. Eine anspruchsvolle Präsentation entwickelt einen Gedankengang.
Bausteine einer überzeugenden Argumentation
Eine These ist eine Behauptung oder Position, die begründet werden muss. Ein Argument erklärt, warum die These gelten soll. Ein Beleg stützt das Argument durch überprüfbare Informationen, etwa Daten, Quellen oder Forschungsergebnisse. Ein Beispiel macht einen Zusammenhang anschaulich, ersetzt aber nicht immer einen belastbaren Beleg. Ein Gegenargument zeigt, dass Du andere Perspektiven ernst nimmst. Eine Abwägung erklärt, warum Du trotz Einwänden zu einer bestimmten Schlussfolgerung kommst.
| Element | Beispiel zum Thema Schulhandys |
|---|---|
| These | Schulen sollten verbindliche Nutzungsregeln für Smartphones entwickeln. |
| Argument | Klare Regeln können Unterrichtsphasen vor ständigen Unterbrechungen schützen. |
| Beleg | Eine geeignete Untersuchung oder schulinterne Datenerhebung wird mit Quelle vorgestellt und auf Aussagekraft geprüft. |
| Gegenargument | Smartphones können zugleich Lernwerkzeuge, Wörterbücher, Kameras oder Recherchegeräte sein. |
| Abwägung | Deshalb ist eine differenzierte Regelung plausibler als eine pauschale Aussage für jede Unterrichtssituation. |
Argumente prüfen statt nur sammeln
Frage bei jedem Argument:
- Ist es für die These wirklich relevant?
- Ist die Quelle vertrauenswürdig und aktuell genug?
- Belegt die Quelle tatsächlich genau diese Aussage?
- Wird aus einem einzelnen Beispiel unzulässig verallgemeinert?
- Sind Ursache und Zusammenhang sauber unterschieden?
- Wird ein Gegenargument fair dargestellt?
- Ist die Schlussfolgerung stärker formuliert, als die Belege erlauben?
Diese Prüfung ist besonders wichtig, wenn Diagramme, Prozentangaben oder Studien genannt werden. Eine Zahl wirkt präzise, ist aber nur so aussagekräftig wie ihre Datengrundlage und Interpretation.
Sprache: Verständlich, präzise und adressatenbezogen
Gesprochene Sprache muss unmittelbar verständlich sein. Lange Schachtelsätze, unklare Fachbegriffe und dicht gepackte Informationen erschweren das Zuhören.
Sprachliche Mittel und ihre Funktion
Direkte Anrede kann Nähe herstellen. Rhetorische Fragen können einen Gedankengang eröffnen. Wiederholungen können Kernideen betonen. Kontraste machen Unterschiede deutlich. Metaphern und Vergleiche können abstrakte Inhalte anschaulich machen. Beispiele verbinden Fachwissen mit konkreten Situationen.
Auf E-Niveau sollst Du nicht nur Stilmittel markieren, sondern ihre Funktion erklären. Die entscheidende Formulierung lautet daher nicht: „Hier gibt es eine rhetorische Frage“, sondern beispielsweise: „Die rhetorische Frage lenkt die Aufmerksamkeit auf das Problem und bereitet die folgende These vor.“
Fachsprache ohne Verständlichkeitsverlust
Fachbegriffe sind sinnvoll, wenn sie Präzision schaffen. Du solltest sie jedoch erklären, wenn Dein Publikum sie nicht sicher kennt. Eine professionelle Präsentation zeigt Fachkompetenz nicht durch möglichst komplizierte Formulierungen, sondern durch präzise und verständliche Erklärung.
Stimme: Bedeutung hörbar machen
Die Stimme trägt weit mehr als Wörter. Lautstärke, Tempo, Pausen, Betonung, Artikulation und Sprechmelodie beeinflussen, wie verständlich und gewichtet Aussagen beim Publikum ankommen.

Sprechtempo und Pausen
Ein gleichbleibend hohes Tempo kann gehetzt wirken und erschwert die Verarbeitung komplexer Inhalte. Ein extrem langsames Tempo kann dagegen Spannung verlieren. Professionelles Sprechen variiert das Tempo nach Funktion.
Pausen sind keine Fehler. Eine gezielte Pause kann einen Gedanken abschließen, eine wichtige Aussage hervorheben oder dem Publikum Zeit zum Verarbeiten geben.
Betonung und Artikulation
Wer jedes Wort gleich betont, macht Hierarchien unsichtbar. Durch Akzentuierung kannst Du Schlüsselbegriffe hervorheben. Klare Artikulation verbessert die Verständlichkeit. Dabei bedeutet professionelles Sprechen nicht künstliches Sprechen: Ziel ist eine kontrollierte, glaubwürdige und situationsangemessene Stimme.
Stimme beobachten
Achte bei einer Modellpräsentation nicht nur darauf, wie jemand spricht, sondern wann sich das Sprechen verändert. Markiere Stellen, an denen Tempo, Lautstärke oder Pausen auffällig werden. Untersuche anschließend, welche inhaltliche Funktion diese Veränderung hat.
Der Vortrag von Julian Treasure eignet sich besonders zur Analyse der Stimme, weil sprecherische Mittel nicht nur erklärt, sondern hörbar demonstriert werden. Untersuche, wie Erklärungen, Beispiele, Tempo, Stimmklang und direkte Demonstrationen zusammenspielen.
Körpersprache: Sichtbare Kommunikation
Zur Körpersprache gehören unter anderem Mimik, Gestik, Körperhaltung, Bewegung, Blickkontakt und Verhalten im Raum. Diese Signale können das Gesagte unterstützen, ergänzen oder ihm widersprechen.

Blickkontakt
Blickkontakt kann Aufmerksamkeit und Beziehung zum Publikum unterstützen. Professioneller Blickkontakt bedeutet nicht, eine einzige Person dauerhaft anzusehen. Vielmehr sollte der Blick unterschiedliche Bereiche des Publikums einbeziehen und zugleich natürlich wirken.

Gestik und Haltung
Gestik ist besonders wirkungsvoll, wenn sie eine Aussage unterstützt: Sie kann Größenverhältnisse zeigen, Gegensätze markieren, Aufzählungen strukturieren oder Aufmerksamkeit lenken. Unkontrollierte Wiederholungsbewegungen können dagegen ablenken.
Eine stabile Körperhaltung kann Ruhe ausstrahlen. Bewegung ist sinnvoll, wenn sie funktional eingesetzt wird, etwa bei einem Übergang, einem Perspektivwechsel oder der Interaktion mit einem Medium.
Vorsicht vor Körpersprache-Mythen
Körpersprache ist bedeutsam, aber sie darf nicht mit einfachen Universalregeln verwechselt werden. Besonders bekannt ist die sogenannte 7-38-55-Regel, die häufig fälschlich so dargestellt wird, als würden Worte generell nur sieben Prozent der Kommunikation ausmachen. Die zugrunde liegenden Untersuchungen von Albert Mehrabian bezogen sich jedoch auf wesentlich engere Situationen mit inkongruenten Botschaften und lassen sich nicht als allgemeine Prozentregel für jede Kommunikation verwenden.
Für Deine Analyse bedeutet das: Beschreibe zuerst das konkret Beobachtbare und begründe dann vorsichtig, welche Wirkung plausibel ist. Vermeide Aussagen wie „Verschränkte Arme bedeuten immer Ablehnung“.
Der TED-Vortrag von Amy Cuddy ist als Präsentationsmodell interessant, weil er Storytelling, wissenschaftlich klingende Argumentation, Körpersprache und persönliche Erzählung verbindet. Analysiere die Präsentationsleistung getrennt von der wissenschaftlichen Bewertung einzelner inhaltlicher Aussagen. Gerade die sogenannten „Power-Posing“-Befunde wurden in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Auf E-Niveau gehört deshalb dazu, Präsentationswirkung und Belegqualität nicht miteinander zu verwechseln.
Medienwirkung: Folien sind Mittel, nicht Mittelpunkt
Präsentationsmedien können Informationen sichtbar machen, aber sie können das Publikum auch überlasten. Entscheidend ist nicht, wie viele Effekte eine Folie besitzt, sondern was sie für den Gedankengang leistet.

Funktionen von Medien
Ein Medium kann:
- einen komplexen Zusammenhang visualisieren,
- Daten vergleichbar machen,
- räumliche oder zeitliche Entwicklungen zeigen,
- ein Beispiel konkretisieren,
- einen Begriff veranschaulichen,
- eine emotionale Perspektive eröffnen,
- eine Gliederung sichtbar machen,
- die Aufmerksamkeit auf ein zentrales Detail lenken.
Ein Medium ist schwach, wenn es lediglich wiederholt, was gleichzeitig wortgleich vorgelesen wird, oder wenn Gestaltungseffekte die Aussage überdecken.
Professionelle Foliengestaltung
Eine gute Folie besitzt eine klare Hauptaussage. Text wird so weit reduziert, dass das Publikum nicht gleichzeitig lange lesen und zuhören muss. Bilder und Diagramme benötigen erkennbare Funktionen. Schrift muss aus der Entfernung lesbar sein. Farben, Formen und Animationen sollten Bedeutung tragen und nicht bloß dekorativ eingesetzt werden.
Bei Diagrammen gilt: Achsen, Einheiten, Vergleichsgrößen und Quellen müssen nachvollziehbar sein. Ein abgeschnittener Maßstab oder eine unpassende Darstellung kann Unterschiede optisch dramatisieren oder verharmlosen.
Quellen und Rechte
Professionelle Medienarbeit bedeutet auch, Quellen sichtbar zu machen. Bilder aus dem Internet sind nicht automatisch frei nutzbar. Wikimedia Commons bietet viele frei lizenzierte oder gemeinfreie Medien, deren konkrete Lizenzbedingungen trotzdem beachtet werden müssen. Zahlen und Diagramme brauchen nachvollziehbare Quellenangaben. Wenn Du fremde Inhalte veränderst, muss deutlich bleiben, was Originalquelle und was eigene Bearbeitung ist.
Modellpräsentationen analysieren
Die folgenden Modelle sind bewusst unterschiedlich. Es geht nicht darum, einen Stil zu kopieren. Du sollst herausfinden, welche Mittel in welcher Situation funktionieren und welche Prinzipien Du auf Deine eigene Präsentation übertragen kannst.
Modell 1: Steve Jobs – erzählerischer Aufbau ohne Folienzwang
Steve Jobs' Stanford-Abschlussrede von 2005 arbeitet stark mit persönlichen Geschichten. Für Deine Analyse ist besonders interessant, wie einzelne Erzählungen jeweils auf eine übergeordnete Botschaft zulaufen.
Analysefokus:
- Wie entsteht der rote Faden zwischen mehreren persönlichen Episoden?
- Welche Funktion haben konkrete Erlebnisse für die Glaubwürdigkeit?
- Wie werden Übergänge markiert?
- An welchen Stellen verändert sich Tempo oder Ton?
- Warum funktioniert der Vortrag weitgehend ohne Folien?
- Welche Elemente wären für eine schulische Fachpräsentation übertragbar und welche nicht?
Transfer: Entwickle für ein Sachthema einen Einstieg über eine kurze konkrete Situation. Prüfe anschließend, ob diese Situation wirklich zur Leitfrage führt oder nur Aufmerksamkeit erzeugt.
Modell 2: Simon Sinek – ein Leitmodell als Strukturgeber
Simon Sineks TED-Vortrag „How Great Leaders Inspire Action“ organisiert große Teile des Gedankengangs um ein einfaches Modell. Dadurch erhält das Publikum einen wiederkehrenden Orientierungspunkt.
Analysefokus:
- Welche zentrale These wird entwickelt?
- Wie wird das Modell eingeführt und wieder aufgegriffen?
- Welche Beispiele tragen die Argumentation?
- Welche Behauptungen wirken überzeugend, weil sie gut belegt sind, und welche vor allem durch Darstellung und Wiederholung?
- Wie unterstützt die Visualisierung den roten Faden?
- Wo vereinfachen Modelle komplexe Wirklichkeit?
Transfer: Prüfe, ob Dein eigenes Thema durch ein Schaubild, eine Matrix, eine Zeitleiste oder ein Ursache-Wirkungs-Modell verständlicher wird.
Modell 3: Chimamanda Ngozi Adichie – Storytelling als Argumentation
In „The Danger of a Single Story“ verbindet Chimamanda Ngozi Adichie persönliche Erzählungen mit einer übergeordneten Reflexion über Wahrnehmung, Macht und vereinfachende Geschichten.
Analysefokus:
- Wie wird aus einem persönlichen Erlebnis eine allgemeine Aussage entwickelt?
- Welche Beispiele stehen in Beziehung zueinander?
- Wie verändert Humor die Wirkung ernster Inhalte?
- Welche Wiederholungen geben dem Vortrag Zusammenhalt?
- Wie wird das Publikum zur Selbstreflexion geführt?
- Wo liegt der Unterschied zwischen einem Beispiel und einem Beweis?
Transfer: Nutze in Deiner eigenen Präsentation ein Fallbeispiel, aber kennzeichne klar, welche Aussage sich daraus ableiten lässt und welche nicht.
Modell 4: Greta Thunberg – appellative und emotionale Rede
Greta Thunbergs Rede beim UN Climate Action Summit 2019 eignet sich zur Analyse appellativer Sprache und starker emotionaler Wirkung.
Analysefokus:
- Welche Adressaten werden direkt angesprochen?
- Welche sprachlichen Wiederholungen und Kontraste fallen auf?
- Wie wirken Pausen, Blick, Mimik und Sprechtempo zusammen?
- Welche Aussagen sind Sachbehauptungen, welche Bewertungen und welche Appelle?
- Wie verändert der politische Kontext die Wirkung der Präsentation?
- Welche Risiken entstehen, wenn starke Emotionen eine Argumentation überlagern?
Transfer: Formuliere zu einem schulischen oder gesellschaftlichen Thema einen sachlichen und einen appellativen Schluss. Vergleiche die Wirkung.
Modell 5: Julian Treasure – Stimme als Gegenstand und Werkzeug
Hier ist die Stimme zugleich Thema und Präsentationsmittel. Dadurch kannst Du besonders gut beobachten, wie Demonstrationen abstrakte Erklärungen verständlich machen.
Analysefokus:
- Welche stimmlichen Mittel werden nicht nur benannt, sondern vorgeführt?
- Wie wird zwischen Erklärung und Demonstration gewechselt?
- Welche Rolle spielt Humor?
- Wie werden Listen oder Merksysteme strukturiert?
- Welche Elemente könntest Du in einer Präsentation nutzen, in der ein Vorgang erklärt werden muss?
Transfer: Ersetze in Deiner Planung mindestens eine abstrakte Erklärung durch eine kurze Demonstration, ein Mini-Beispiel oder einen Gegenstand.
Modell 6: Amy Cuddy – Wirkung und Wissenschaft kritisch trennen
Dieser Vortrag eignet sich besonders für anspruchsvolle Medien- und Argumentationsanalyse, weil seine Präsentationswirkung sehr deutlich ist und einzelne wissenschaftliche Behauptungen später intensiv diskutiert wurden.
Analysefokus:
- Welche persönliche Geschichte bildet einen emotionalen Höhepunkt?
- Wie werden wissenschaftliche Aussagen sprachlich präsentiert?
- Wo erzeugt Körpersprache Glaubwürdigkeit oder Nähe?
- Welche Behauptungen müsstest Du durch zusätzliche Quellen prüfen?
- Warum darf ein überzeugender Vortrag nicht automatisch als Beweis für die Richtigkeit aller Aussagen gelten?
Transfer: Wähle aus Deiner eigenen Präsentation eine besonders überzeugend klingende Aussage und überprüfe sie mit mindestens zwei geeigneten Quellen.
Modell 7: Nancy Duarte – Präsentationsstruktur sichtbar machen
Nancy Duarte untersucht in dieser Präsentation wiederkehrende Strukturmuster wirkungsvoller Vorträge. Das Modell ist besonders geeignet, um über Spannungsaufbau nachzudenken.
Analysefokus:
- Wie wird zwischen gegenwärtigem Zustand und möglicher Veränderung Spannung erzeugt?
- Wie werden Beispiele eingesetzt, um ein Strukturmodell zu stützen?
- Welche Visualisierungen erleichtern das Verständnis?
- Ist das vorgeschlagene Muster für jede Präsentationsart geeignet?
- Wo müsste eine wissenschaftliche oder sachorientierte Schulpräsentation stärker differenzieren?
Transfer: Zeichne den Spannungs- und Argumentationsverlauf Deiner geplanten Präsentation als Linie. Markiere Wendepunkte, Belege, Gegenargumente und Schlussfolgerungen.
Modell 8: Chris Anderson – die Idee im Zentrum
Chris Anderson beschreibt öffentliches Sprechen aus der Perspektive des TED-Formats. Für Deine eigene Arbeit ist vor allem die Frage hilfreich, welche eine zentrale Idee beim Publikum hängen bleiben soll.
Analysefokus:
- Welche Rolle spielt eine klare Kernidee?
- Wie wird Komplexität reduziert, ohne das Thema völlig zu vereinfachen?
- Wie wird Beziehung zum Publikum aufgebaut?
- Welche Empfehlungen sind formatspezifisch und welche allgemein übertragbar?
- Welche Kernidee soll Dein eigenes Publikum nach Deiner Präsentation in einem Satz wiedergeben können?
Vergleich der Modellpräsentationen
Eine anspruchsvolle Analyse entsteht nicht durch acht Einzelbeschreibungen, sondern durch Vergleich.
| Modell | Besonders stark beobachtbar | Kritische Prüffrage |
|---|---|---|
| Steve Jobs | Storytelling, Struktur, Pausen | Trägt die persönliche Geschichte auch fachlich? |
| Simon Sinek | Leitmodell, Wiederholung, Visualisierung | Wird Komplexität zu stark vereinfacht? |
| Chimamanda Ngozi Adichie | Beispiele, Perspektivwechsel, sprachlicher Zusammenhalt | Welche Verallgemeinerungen sind durch Beispiele gedeckt? |
| Greta Thunberg | Appell, Emotion, direkte Adressierung | Wie verhalten sich emotionale Wirkung und sachliche Begründung? |
| Julian Treasure | Stimme, Demonstration, Präsenz | Welche Empfehlungen sind situationsabhängig? |
| Amy Cuddy | Storytelling, Körpersprache, Wissenschaftskommunikation | Welche Aussagen benötigen externe Überprüfung? |
| Nancy Duarte | Dramaturgie, Visualisierung, Strukturmodell | Passt das Modell zu sachlich-analytischen Präsentationen? |
| Chris Anderson | Kernidee, Publikumsbezug, Reduktion | Welche Regeln gelten speziell für TED-Talks? |
Ein professionelles Analyseverfahren
Nutze für jede Präsentation drei Schritte: Beobachten – Deuten – Bewerten.
Schritt 1: Beobachten
Formuliere zunächst möglichst neutral, was Du tatsächlich wahrnimmst.
Beispiel: „Die Sprecherin macht nach ihrer zentralen These eine Pause von mehreren Sekunden.“
Schritt 2: Deuten
Erkläre, welche Funktion dieses Mittel haben könnte.
Beispiel: „Die Pause hebt die These hervor und gibt dem Publikum Zeit, sie zu verarbeiten.“
Schritt 3: Bewerten
Beurteile die Wirkung im konkreten Kontext.
Beispiel: „Die Pause ist an dieser Stelle überzeugend, weil sie einen Übergang vom Problem zur Forderung markiert. Würde sie nach jedem Satz eingesetzt, verlöre sie ihre besondere Wirkung.“
Diese Dreiteilung verhindert vorschnelle Aussagen wie „Die Körpersprache ist gut“ oder „Die Folien sind schlecht“. Auf E-Niveau brauchst Du Kriterium, Beleg aus der Präsentation und begründetes Urteil.
Vom Modell zur eigenen anspruchsvollen Präsentation
Deine Abschlussaufgabe besteht darin, eine eigenständige Präsentation von ungefähr acht bis zehn Minuten zu entwickeln. Sie soll nicht einfach ein Thema referieren, sondern eine anspruchsvolle Leitfrage untersuchen und zu einer nachvollziehbaren Schlussfolgerung gelangen.
Phase 1: Thema und Leitfrage
Ein Thema ist noch keine Leitfrage. „Künstliche Intelligenz“ ist ein Themenfeld. „Soll generative KI in Hausaufgaben erlaubt sein, wenn ihre Nutzung dokumentiert wird?“ ist eine untersuchbare Frage.
Eine gute Leitfrage:
- ist nicht mit einem einzigen Fakt beantwortbar,
- ermöglicht Analyse oder Abwägung,
- passt zur verfügbaren Zeit,
- ist für das Publikum verständlich,
- erlaubt eine begründete Schlussfolgerung.
Phase 2: Recherche und Quellenprüfung
Recherchiere nicht nur Material für Deine Meinung, sondern auch Informationen, die Deine Position herausfordern. Dokumentiere Quelle, Autor oder Institution, Veröffentlichungsdatum und die konkrete Aussage, für die Du die Quelle verwendest.
Trenne:
- Fakt: überprüfbare Aussage,
- Interpretation: Deutung eines Sachverhalts,
- Bewertung: Urteil nach Kriterien,
- Meinung: persönliche Position,
- Prognose: Aussage über eine mögliche zukünftige Entwicklung.
Phase 3: Argumentationsgerüst
Formuliere zuerst Deine Kernidee in einem Satz. Plane danach maximal wenige Hauptgedanken, die diese Kernidee tragen. Jeder Hauptgedanke benötigt eine klare Funktion.
Ein mögliches Gerüst:
| Abschnitt | Funktion |
|---|---|
| Einstieg | Problem oder Leitfrage öffnen |
| Kontext | notwendiges Vorwissen sichern |
| Hauptargument | zentrale Position begründen |
| Vertiefung | Daten, Beispiel oder Fall analysieren |
| Gegenposition | relevanten Einwand fair darstellen |
| Abwägung | Stärken und Grenzen vergleichen |
| Schluss | Leitfrage beantworten und Konsequenz formulieren |
Phase 4: Storyboard statt sofort Folien bauen
Plane zunächst auf Papier oder in einer einfachen Tabelle. Jede geplante Folie erhält:
- eine Kernaussage,
- eine Funktion im Gedankengang,
- ein mögliches Medium,
- die Quelle des Mediums,
- eine kurze Notiz dazu, was Du mündlich erklärst.
Erst danach gestaltest Du die Folien. So verhinderst Du, dass das Präsentationsprogramm Deinen Gedankengang bestimmt.
Phase 5: Medien auswählen
Frage bei jedem Medium: Was versteht das Publikum dadurch besser als ohne dieses Medium?
Ein Bild braucht einen Analysezweck. Ein Diagramm braucht eine Aussage. Ein Videoausschnitt braucht eine klare Funktion und muss zeitlich knapp sein. Eine Folie ohne erkennbaren Beitrag darf gestrichen werden.
Phase 6: Vortrag trainieren
Lies den Vortrag nicht Wort für Wort von einem Manuskript ab. Arbeite mit Stichworten, wenn Du dadurch freier sprechen kannst. Übe besonders:
- Einstieg ohne Suchbewegungen,
- Übergänge zwischen Abschnitten,
- Aussprache schwieriger Fachbegriffe,
- Sprechpausen nach Kernaussagen,
- Blickwechsel zwischen Publikum und Medium,
- ruhige Position während zentraler Aussagen,
- funktionale Gestik,
- Schluss ohne hastiges Abbrechen.

Phase 7: Probe mit Videoanalyse
Wenn möglich, zeichne eine Probeaufnahme auf. Analysiere anschließend zwei getrennte Durchläufe:
- Beim ersten Durchlauf hörst Du nur auf Inhalt, Sprache und Stimme.
- Beim zweiten Durchlauf beobachtest Du ohne Ton Blick, Haltung, Gestik und Bewegung.
So erkennst Du leichter Gewohnheiten, die während des Sprechens unbewusst bleiben.
Phase 8: Fragen aus dem Publikum
Professionelles Präsentieren endet nicht zwingend mit dem letzten vorbereiteten Satz. Fragen zeigen, ob Du Dein Thema verstanden hast.

Nutze bei einer schwierigen Frage folgende Strategie: Höre aus, kläre bei Bedarf die Frage, beantworte den Kern präzise und kennzeichne offen, wenn Du etwas nicht sicher weißt. Eine glaubwürdige Antwort ist besser als eine erfundene Sicherheit.
Bewertungsraster für die Abschlusspräsentation
| Kriterium | Basis | Solide | Überzeugend | Herausragend |
|---|---|---|---|---|
| Aufbau | Abschnitte sind erkennbar. | Die Gliederung ist nachvollziehbar. | Übergänge und roter Faden führen sicher. | Struktur erzeugt zusätzlich Spannung und Einsicht. |
| Argumentation | Aussagen werden teilweise begründet. | zentrale Thesen besitzen passende Argumente. | Belege, Gegenargumente und Abwägung greifen ineinander. | Argumentation ist differenziert, quellenkritisch und präzise begrenzt. |
| Sprache | überwiegend verständlich. | passende Fachbegriffe und klare Sätze. | adressatenbezogen, präzise und funktional gestaltet. | sprachliche Mittel unterstützen gezielt die argumentative Wirkung. |
| Stimme | grundsätzlich verständlich. | angemessenes Tempo und Lautstärke. | Pausen und Betonung unterstützen die Bedeutung. | stimmliche Gestaltung wird flexibel und sehr bewusst eingesetzt. |
| Körpersprache | überwiegend angemessene Haltung. | Blickkontakt und Gestik unterstützen teilweise. | Präsenz, Blick und Bewegung sind funktional. | nonverbale Mittel sind besonders sicher mit Inhalt und Situation abgestimmt. |
| Medien | Medien sind grundsätzlich lesbar. | Medien passen überwiegend zum Inhalt. | Medien erklären, visualisieren und strukturieren. | Medien sind reduziert, präzise, quellenklar und argumentativ unverzichtbar. |
| Quellen | Quellen sind teilweise genannt. | wichtige Quellen sind nachvollziehbar. | Quellen werden passend ausgewählt und korrekt zugeordnet. | Aussagekraft, Grenzen und Perspektiven der Quellen werden kritisch reflektiert. |
| Gesamtwirkung | Thema wird vermittelt. | Präsentation ist weitgehend stimmig. | Inhalt, Vortrag und Medien greifen überzeugend ineinander. | die Präsentation zeigt eigenständige Urteilsbildung und hohe kommunikative Kontrolle. |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was kennzeichnet eine Analyse auf E-Niveau besonders? (Beobachtungen werden mit Kriterien gedeutet und begründet bewertet) (!Es werden möglichst viele Fachbegriffe aufgezählt) (!Die Präsentation wird nur nach persönlichem Geschmack beurteilt) (!Es werden ausschließlich die Folien beschrieben)
Welche Funktion hat ein Beleg in einer Argumentation? (Er stützt ein Argument durch überprüfbare Informationen) (!Er ersetzt jede notwendige Erklärung) (!Er macht eine Behauptung automatisch wahr) (!Er dient nur als dekoratives Beispiel)
Welche Aussage beschreibt einen funktionalen Medieneinsatz am besten? (Ein Medium wird eingesetzt, weil es einen Inhalt verständlicher oder anschaulicher macht) (!Jede Folie enthält möglichst viel Text) (!Jeder Abschnitt braucht eine Animation) (!Bilder werden eingesetzt, auch wenn sie nichts zum Gedankengang beitragen)
Warum sind Pausen beim Präsentieren wichtig? (Sie können Aussagen hervorheben und Verarbeitungszeit schaffen) (!Sie zeigen grundsätzlich Unsicherheit) (!Sie sollten vollständig vermieden werden) (!Sie ersetzen eine klare Gliederung)
Was ist bei Körpersprache besonders wichtig? (Konkrete Signale im jeweiligen Kontext zu beobachten und vorsichtig zu deuten) (!Jeder Geste eine feste universelle Bedeutung zuzuordnen) (!Nur auf die Hände zu achten) (!Gesprochene Inhalte dabei zu ignorieren)
Welche Leitfrage eignet sich besonders für eine anspruchsvolle Präsentation? (Eine Frage, die Analyse oder begründete Abwägung ermöglicht) (!Eine Frage, deren Antwort nur aus einem Datum besteht) (!Eine Frage, die bereits in der Überschrift vollständig beantwortet ist) (!Eine Frage, für die keine Recherche nötig ist)
Was unterscheidet ein Beispiel von einem Beleg? (Ein Beispiel veranschaulicht, während ein Beleg eine Aussage überprüfbar stützen soll) (!Ein Beispiel ist immer wissenschaftlich stärker) (!Ein Beleg darf keine Quelle besitzen) (!Zwischen beiden gibt es grundsätzlich keinen Unterschied)
Warum sollte eine Probeaufnahme in mehreren Durchläufen analysiert werden? (So können Inhalt Stimme und Körpersprache gezielter getrennt beobachtet werden) (!Damit Fehler aus der Aufnahme automatisch verschwinden) (!Damit die Präsentation nicht mehr geübt werden muss) (!Damit nur die Folien bewertet werden)
Welche Aussage zur sogenannten 7-38-55-Regel ist korrekt? (Sie darf nicht als allgemeine Prozentregel für jede Kommunikation verwendet werden) (!Sie beweist dass Wörter fast bedeutungslos sind) (!Sie gilt unverändert für jede Schulpräsentation) (!Sie macht eine Inhaltsanalyse überflüssig)
Was gehört zu einem professionellen Schluss? (Die Leitfrage wird gebündelt beantwortet und eine Konsequenz oder Perspektive formuliert) (!Es wird plötzlich nach der letzten Folie aufgehört) (!Alle Quellen werden vollständig vorgelesen) (!Es wird ein neues Hauptthema ohne Verbindung eröffnet)
Memory
| These | begründungsbedürftige Behauptung |
| Beleg | überprüfbare Stütze eines Arguments |
| Pause | hörbare Gliederung und Verarbeitungszeit |
| Blickkontakt | sichtbare Verbindung zum Publikum |
| Visualisierung | grafische Veranschaulichung eines Zusammenhangs |
| Gegenargument | begründeter Einwand gegen eine Position |
| Leitfrage | zentrale Untersuchungsfrage der Präsentation |
| Abwägung | vergleichende Bewertung von Argumenten und Einwänden |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Einstieg | Aufmerksamkeit herstellen und zur Leitfrage führen |
| Argument | eine These begründen |
| Betonung | wichtige Wörter stimmlich hervorheben |
| Gestik | Aussagen durch Bewegungen unterstützen |
| Visualisierung | Zusammenhänge sichtbar machen |
Kreuzworträtsel
| Argument | Wie heißt eine Begründung für eine These? |
| Gestik | Wie nennt man kommunikative Bewegungen besonders der Hände und Arme? |
| Medien | Womit können Bilder Diagramme Videos oder Folien in einer Präsentation zusammengefasst werden? |
| Publikum | An wen richtet sich eine Präsentation? |
| Stimme | Welches sprecherische Mittel umfasst unter anderem Lautstärke Tempo und Betonung? |
| Einstieg | Wie heißt der Anfang einer Präsentation der Aufmerksamkeit erzeugen und zum Thema führen soll? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Präsentationsdetektiv: Wähle zwei Minuten aus einer Modellpräsentation und notiere ausschließlich beobachtbare Merkmale zu Sprache, Stimme und Körpersprache. Trenne Beobachtung konsequent von Bewertung.
- Foliencheck: Fotografiere oder gestalte eine absichtlich überladene Beispielfolie und überarbeite sie so, dass genau eine Kernaussage sichtbar wird. Begründe mindestens drei Änderungen.
- Stimmenlabor: Sprich denselben kurzen Sachtext in zwei Varianten ein. Verändere Tempo, Pausen und Betonung und beschreibe, wie sich die Wirkung verändert.
- Einstiegswerkstatt: Entwickle für dasselbe Thema drei unterschiedliche Einstiege: eine Leitfrage, ein Fallbeispiel und einen visuellen Impuls. Entscheide begründet, welcher Einstieg am besten zum Publikum passt.
Standard
- Modellvergleich: Vergleiche zwei der eingebetteten Modellpräsentationen nach den sechs Analysebereichen. Formuliere zu jedem Bereich ein begründetes Urteil mit konkreter Beobachtung.
- Argumentationslandkarte: Rekonstruiere aus einer Modellpräsentation These, Hauptargumente, Beispiele, Belege, Gegenargumente und Schlussfolgerung in einer grafischen Übersicht.
- Medienwirkung testen: Präsentiere einen zweiminütigen Abschnitt einmal mit und einmal ohne Visualisierung vor einer kleinen Lerngruppe. Sammle Rückmeldungen dazu, was jeweils besser verstanden oder erinnert wurde.
- Interview mit Präsentierenden: Befrage eine Lehrkraft, eine Auszubildende, einen Studierenden oder eine andere Person mit Präsentationserfahrung zu Vorbereitung, Lampenfieber, Medien und Publikumsfragen. Werte die Antworten nach Deinen Analysekriterien aus.
Schwer
- Quellenkritische Präsentationsanalyse: Wähle eine überzeugend wirkende Präsentation mit wissenschaftlichen, gesellschaftlichen oder statistischen Aussagen. Prüfe mindestens drei zentrale Behauptungen mit unabhängigen Quellen und untersuche, ob Wirkung und Belegqualität zusammenpassen.
- Präsentationsredesign: Nimm eine schwache oder bewusst vereinfachte Präsentation als Ausgangspunkt und entwickle ein vollständiges Redesign von Aufbau, Argumentation, Sprache, Vortrag und Medien. Dokumentiere jede zentrale Entscheidung.
- Eigenständige E-Niveau-Präsentation: Entwickle eine acht- bis zehnminütige Präsentation zu einer anspruchsvollen Leitfrage. Nutze belastbare Quellen, mindestens ein Gegenargument, eine nachvollziehbare Abwägung und funktionale Medien.
- Videoanalyse mit Revision: Zeichne Deine eigene Präsentation auf, analysiere sie mit dem Bewertungsraster, hole zusätzlich Peer-Feedback ein und produziere anschließend eine deutlich überarbeitete zweite Version mit schriftlicher Reflexion der Veränderungen.


Lernkontrolle
- Wirkungsanalyse: Analysiere einen unbekannten dreiminütigen Präsentationsausschnitt. Zeige an mindestens vier konkreten Stellen, wie Inhalt, Sprache, Stimme, Körpersprache und Medien zusammenwirken. Bewerte nicht pauschal, sondern begründe jedes Urteil.
- Argumentationsprüfung: Du erhältst eine Präsentationsfolie mit einer starken Behauptung, einem Diagramm und einer Quellenangabe. Untersuche, welche zusätzlichen Informationen Du benötigst, um die Aussagekraft des Diagramms und die Gültigkeit der Schlussfolgerung zu beurteilen.
- Adressatentransfer: Plane denselben Inhalt einmal für eine fünfte Klasse und einmal für ein Fachpublikum. Begründe Unterschiede in Wortwahl, Vorwissen, Beispielen, Visualisierung und Erklärtempo.
- Medienentscheidung: Entscheide für einen komplexen Zusammenhang zwischen Textfolie, Diagramm, Bild, Gegenstand oder mündlicher Erklärung. Begründe Deine Wahl und erkläre, unter welchen Bedingungen ein anderes Medium besser wäre.
- Redesign-Aufgabe: Eine Präsentation enthält zu viel Text, unklare Übergänge, kaum Quellen und monotones Sprechen. Entwickle einen priorisierten Verbesserungsplan. Begründe, welche drei Änderungen zuerst vorgenommen werden sollten und warum.
- Konflikt zwischen Wirkung und Wahrheit: Eine Präsentation ist sehr emotional und rhetorisch überzeugend, stützt sich aber auf schwache Belege. Erkläre, wie Du Präsentationsleistung und inhaltliche Zuverlässigkeit getrennt bewerten würdest.
- Transfer auf die eigene Präsentation: Wähle zwei Prinzipien aus unterschiedlichen Modellpräsentationen und entwickle daraus ein eigenes Gestaltungskonzept. Begründe, warum Du die Prinzipien übernimmst, veränderst oder bewusst nicht verwendest.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zu D9 E - Präsentationen analysieren und professionell gestalten sind folgende Leistungen besonders wichtig:
- Du kannst eine Präsentation anhand transparenter Kriterien analysieren.
- Du trennst Beobachtung, Deutung und Bewertung.
- Du erkennst einen roten Faden und kannst Aufbauentscheidungen begründen.
- Du unterscheidest These, Argument, Beleg, Beispiel, Gegenargument und Abwägung.
- Du prüfst Quellen und übernimmst überzeugend klingende Aussagen nicht ungeprüft.
- Du analysierst sprachliche Mittel nach ihrer Funktion.
- Du kannst Stimme anhand von Tempo, Lautstärke, Pausen, Betonung und Artikulation beschreiben.
- Du kannst Körpersprache kontextbezogen untersuchen, ohne vereinfachende Universalregeln zu verwenden.
- Du bewertest Medien nach ihrer Funktion für Verständnis und Argumentation.
- Du entwickelst eine adressatenbezogene Leitfrage und eine eigenständige Kernidee.
- Du gestaltest Quellenangaben und Mediennutzung nachvollziehbar.
- Du präsentierst weitgehend frei und nutzt Stimme, Blick und Bewegung kontrolliert.
- Du kannst auf Publikumsfragen sachlich und glaubwürdig reagieren.
- Du nutzt Feedback und Selbstanalyse für eine erkennbare Überarbeitung.
- Deine Abschlusspräsentation zeigt nicht nur Faktenwissen, sondern Analyse, Abwägung und eigenständige Urteilsbildung.
OERs zum Thema
Wikipedia: Präsentorik – Verbindung von Präsentieren, Rhetorik und Medien
Wikipedia: Rhetorik – Aufbau, sprachliche Gestaltung und Vortrag
Wikipedia: Körpersprache – nonverbale Kommunikation
Wikipedia: Präsentationsprogramm – digitale Folien und Präsentationsmedien
Vertiefung: Checkliste vor dem Auftritt
| Bereich | Kontrollfrage |
|---|---|
| Ziel | Kann ich in einem Satz sagen, was mein Publikum verstehen oder beurteilen soll? |
| Leitfrage | Wird sie im Verlauf tatsächlich untersucht und am Ende beantwortet? |
| Struktur | Ist jeder Abschnitt für den roten Faden notwendig? |
| Argumentation | Sind Behauptungen durch passende Argumente und Belege gestützt? |
| Gegenposition | Habe ich einen ernsthaften Einwand fair dargestellt? |
| Quellen | Kann das Publikum erkennen, woher zentrale Daten, Bilder und Aussagen stammen? |
| Folien | Hat jede Folie eine klare Funktion? |
| Lesbarkeit | Sind Schrift, Diagramme und Beschriftungen aus der Entfernung erkennbar? |
| Sprache | Sind Fachbegriffe erklärt und Sätze mündlich verständlich? |
| Stimme | Plane ich bewusste Pausen und sinnvolle Betonungen? |
| Körpersprache | Unterstützen Blick, Haltung und Bewegung den Vortrag? |
| Zeit | Habe ich mit realem Sprechtempo geprobt? |
| Technik | Funktionieren Datei, Video, Ton und mögliche Alternativen? |
| Schluss | Endet die Präsentation mit einer klaren Erkenntnis statt mit einer letzten Folie? |
| Fragen | Kann ich zentrale Begriffe, Quellenentscheidungen und Gegenargumente erklären? |
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