D8 M - Streitgespräch und Debatte unterscheiden

D8 M - Streitgespräch und Debatte unterscheiden
D8 M - Streitgespräch und Debatte unterscheiden
| Mini-Beschreibung | Untersuche Ziel, Regeln, Rollen und argumentative Struktur unterschiedlicher Gesprächsformen. Du vergleichst Streitgespräch und Debatte, analysierst Medien und gestaltest eigene Gesprächsbeiträge. |
|---|---|
| Zielgruppe | Deutsch, Klasse 8, Baden-Württemberg, M-Niveau |
| Leitidee | Nicht Lautstärke entscheidet, sondern: zuhören, begründen, aufeinander eingehen und Gesprächsregeln passend zur Form nutzen. |

Einleitung
Zwei Gespräche – gleiche Meinungsverschiedenheit?
Gespräch A – Eigenmaterial Person A: „Ich finde, unsere Klasse sollte in den Pausen Musik hören dürfen, weil das entspannen kann.“ Person B: „Mich würde das stören. Wie willst du Rücksicht auf andere nehmen?“ Person A: „Dann könnten wir einen Bereich oder bestimmte Tage vereinbaren.“
Gespräch B – Eigenmaterial Streitfrage: „Soll unsere Klasse in den Pausen Musik hören dürfen?“ Pro eröffnet mit einem begründeten Standpunkt. Contra antwortet. Danach werden Argumente geprüft und abgewogen. Am Ende formulieren beide Seiten ein kurzes Schlussurteil.
Startauftrag: Markiere in Gedanken drei Unterschiede. Achte auf Regeln, Rollen und Ablauf.
| Merke | Ein Streitgespräch und eine Debatte können beide sachlich und fair sein. Der wichtigste Unterschied liegt meist im Grad der Formalisierung: Eine Debatte folgt typischerweise stärker festgelegten Regeln und Phasen. |
|---|
Lernziele
| Du kannst ... | Woran man es erkennt |
|---|---|
| Gesprächsformen unterscheiden | Du begründest deine Zuordnung mit Ziel, Regeln, Rollen und Aufbau. |
| Argumente untersuchen | Du erkennst Position, Begründung, Beispiel oder Beleg und Gegenargument. |
| Gespräche beobachten | Du beschreibst Sprecherwechsel, Zuhören, Körpersprache und Gesprächsregeln. |
| Medien vergleichen | Du entnimmst Bild, Audio und Video gezielt Informationen und belegst Beobachtungen. |
| selbst debattieren | Du formulierst knapp, sachlich und adressatengerecht. |
| KI kritisch nutzen | Du vergleichst KI-Ausgaben mit Regeln, Originalmaterial und verlässlichen Quellen. |
Vorwissen aktivieren
30-Sekunden-Check: Ordne zunächst ohne Nachschlagen zu.
| Beobachtung | Eher Streitgespräch | Eher Debatte |
|---|---|---|
| Sprecher reagieren spontan aufeinander. | ? | ? |
| Redezeiten und Gesprächsphasen sind festgelegt. | ? | ? |
| Eine Streitfrage wird systematisch aus Pro- und Contra-Sicht geprüft. | ? | ? |
| Der Ablauf kann sich flexibel aus dem Gespräch entwickeln. | ? | ? |
Hilfestufe 1: Suche nach den Schlüsselwörtern festgelegt und flexibel.
Hilfestufe 2: Frage dich: Ist vor Beginn schon klar, wer wann und in welcher Phase spricht?
Lösung zur Selbstkontrolle: Spontaner Sprecherwechsel und flexibler Ablauf passen eher zum Streitgespräch. Festgelegte Redezeiten, Phasen und systematisches Pro-Contra-Prüfen passen eher zur Debatte. Übergänge sind möglich.
Zwei Gesprächsformen im Vergleich

Streitgespräch
Ein Streitgespräch ist ein Gespräch über einen strittigen Punkt. Unterschiedliche Positionen treffen direkt aufeinander. Der Ablauf ist häufig flexibler als bei einer formalisierten Debatte.
| Merkmal | Typisch für ein Streitgespräch |
|---|---|
| Ziel | Meinungsverschiedenheit klären, Positionen austauschen, eventuell eine Lösung oder einen Kompromiss finden |
| Regeln | Allgemeine Gesprächsregeln; zusätzliche Regeln sind möglich |
| Rollen | Gesprächspartner vertreten häufig eigene oder vereinbarte Positionen; Moderation ist möglich, aber nicht zwingend |
| Ablauf | Sprecherwechsel entwickelt sich stärker aus dem Gespräch |
| Argumentation | Behauptungen, Gründe, Beispiele, Einwände und direkte Reaktionen |
Wichtig: „Streit“ bedeutet hier nicht automatisch Beleidigung oder Unfairness. Ein gutes Streitgespräch bleibt sachlich.
Debatte
Eine Debatte ist eine stärker geregelte Form des argumentativen Gesprächs. Eine klar formulierte Streitfrage wird nach vereinbarten Regeln aus unterschiedlichen Positionen geprüft.
| Merkmal | Typisch für eine Debatte |
|---|---|
| Ziel | Argumente zu einer Streitfrage ordnen, prüfen und abwägen |
| Regeln | Vorab festgelegter Ablauf, häufig Redezeiten und klar definierte Phasen |
| Rollen | Häufig Pro und Contra; je nach Format zusätzlich Zeitwache, Jury, Beobachtung oder Moderation |
| Ablauf | stärker geplant und gegliedert |
| Argumentation | Position begründen, Gegenargument aufgreifen, Argumente gewichten, Schluss ziehen |
Achtung: Nicht jede Debatte hat dieselben Regeln. Das folgende Modell zeigt das verbreitete Schulformat Jugend debattiert.
Beispiel: Jugend debattiert
Bei Jugend debattiert debattieren vier Personen: zwei auf der Pro-Seite und zwei auf der Contra-Seite. Einen Gesprächsleiter gibt es in diesem Format nicht. Die Debatte besteht aus drei Teilen: Eröffnungsrunde – Freie Aussprache – Schlussrunde.
| Eröffnungsrunde | → | Freie Aussprache | → | Schlussrunde |
|---|---|---|---|---|
| Position begründet eröffnen | → | Argumente ergänzen, prüfen, präzisieren und abwägen | → | Streitfrage im Licht der Aussprache erneut beantworten |
Im Wettbewerbsformat spricht jede Person in der Eröffnungsrunde höchstens zwei Minuten. Die Freie Aussprache dauert insgesamt zwölf Minuten. In der Schlussrunde hat jede Person höchstens eine Minute.
Videoausschnitt-Auftrag: Sieh zuerst nur den Teil zur Eröffnungsrunde. Notiere ein Merkmal. Sieh dann den Teil zur Freien Aussprache und ergänze zwei Unterschiede. Beende mit dem Teil zur Schlussrunde und zeichne daraus ein Drei-Phasen-Diagramm.
Gesprächsdiagramme
Diagramm 1: Streitgespräch
| Anlass / Konflikt | → | Position A ↔ Position B | → | Gründe ↔ Einwände | → | Klärung / Kompromiss / offenes Ende |
Beobachtungsfrage: An welcher Stelle kann ein neuer Gedanke den Ablauf verändern?
Diagramm 2: Debatte
| Streitfrage | → | Eröffnung | → | Austausch und Abwägung | → | Schluss | → | Auswertung / Urteil |
Beobachtungsfrage: Welche Schritte sind bereits vor Gesprächsbeginn planbar?
Diagramm 3: Ein tragfähiges Argument
| Position / Behauptung | → | Begründung | → | Beispiel oder Beleg | → | Rückbezug auf die Streitfrage |
Beispiel – Eigenmaterial: „Unsere Klasse sollte einen stillen Pausenbereich einrichten, weil dort Schülerinnen und Schüler ungestört lesen oder sich erholen können. Zum Beispiel könnten dort keine Lautsprecher genutzt werden. Deshalb wäre dieser Bereich eine konkrete Rücksichtnahme.“
Direktvergleich: Was unterscheidet wirklich?

| Vergleichspunkt | Streitgespräch | Debatte |
|---|---|---|
| Ausgangspunkt | Meinungsverschiedenheit | klar formulierte Streit- oder Entscheidungsfrage |
| Formalisierung | eher flexibel | eher stark geregelt |
| Sprecherfolge | stärker situationsabhängig | häufiger durch Format oder Phase geordnet |
| Rollen | können offen bleiben | häufig klar zugewiesen |
| Zeit | kann flexibel sein | häufig festgelegt |
| Ziel | Konflikt oder Unterschied klären | Argumente systematisch prüfen und abwägen |
| Ende | Kompromiss, Klärung oder offenes Ende möglich | häufig Schlussposition, Auswertung oder Entscheidungsvorbereitung |
| Merksatz | Nicht „freundlich oder unfreundlich“ trennt die Formen, sondern vor allem ihre Struktur und Regelbindung. |
|---|
Zuhören und Reagieren

Gute Gesprächsbeiträge entstehen nicht nur durch Sprechen. Aktives Zuhören hilft dir, ein Argument korrekt aufzugreifen.
| Beobachte | Gute Reaktion |
|---|---|
| Position | „Du vertrittst also die Ansicht, dass ...“ |
| Begründung | „Dein Grund dafür ist ...“ |
| Unklarheit | „Was meinst du mit ...?“ |
| Gegenargument | „Ich sehe den Punkt, aber dagegen spricht ...“ |
| Abwägung | „Dieses Argument wiegt für mich stärker, weil ...“ |
Mini-Training: Formuliere aus „Das ist Quatsch!“ eine sachliche Reaktion, die ein Gegenargument einleitet.
Musterlösung: „Ich komme zu einer anderen Einschätzung, weil ...“ oder „Dagegen spricht aus meiner Sicht ...“
Medienatelier
Bild untersuchen

Auftrag: Markiere gedanklich drei Bildelemente, die für Gegensätze, Gespräch oder Argumentation stehen könnten. Schreibe zu jedem Element einen Satz: „Das Element ... kann für ... stehen, weil ...“
Feedback: Eine gute Bilddeutung nennt erst das sichtbare Element und trennt danach Beobachtung und Interpretation.
Audio untersuchen und selbst gestalten
Das freie Wikimedia-Audio spricht das Wort „Streitgespräch“ aus.
- Höre genau hin und sprich den Fachbegriff selbst deutlich nach.
- Nimm anschließend mit einem eigenen Gerät einen maximal 20-sekündigen Audio-Merksatz auf: „Ein Streitgespräch unterscheidet sich von einer Debatte vor allem dadurch, dass ...“
- Vergleiche deine Aufnahme mit dem Merksatz dieses Kurses. Verbessere Inhalt und Aussprache.
- Veröffentliche Aufnahmen nur mit Zustimmung aller beteiligten Personen und ohne unnötige personenbezogene Daten.
Video vergleichen
Vergleichsauftrag: Untersuche einen kurzen Ausschnitt des Videos. Notiere nur Beobachtungen, die du tatsächlich siehst oder hörst. Ordne jede Beobachtung einem Kriterium zu: Ziel – Regel – Rolle – Argumentation.
Challenge: Finde eine Stelle, an der du nicht sicher bist, ob deine Beobachtung eine allgemeine Debattenregel oder nur eine Regel dieses Formats zeigt. Kennzeichne sie mit „unsicher“ und recherchiere nach.
Medien rechtssicher nutzen
Bevor du ein Bild, Audio oder Video weiterverwendest, prüfe die Datei- oder Quellseite.
| Prüffrage | Beispiel in diesem aiMOOC |
|---|---|
| Wer ist Urheber oder Quelle? | auf der jeweiligen Wikimedia-Commons-Dateiseite nachsehen |
| Welche Lizenz gilt? | Public Domain, CC0 oder Creative-Commons-Lizenz beachten |
| Muss genannt werden, wer das Werk erstellt hat? | bei CC-BY- und CC-BY-SA-Medien ja |
| Darfst du verändern? | Lizenzbedingungen prüfen und Veränderungen kenntlich machen |
| Ist ein YouTube-Video frei lizenziert? | nicht automatisch; hier wird es nur eingebettet, nicht kopiert |
KI-Spirale: Erst selbst denken, dann prüfen
KI ersetzt keine eigene Textarbeit. Nutze sie erst, nachdem du einen eigenen Vergleich formuliert hast.
- Aufgabe verstehen: Kläre, ob Ziel, Regeln, Rollen oder Argumentationsstruktur verglichen werden sollen.
- Selbst denken: Notiere eigene Beobachtungen aus Text, Bild, Audio oder Video.
- Eigenen Lösungsansatz entwickeln: Formuliere deine Zuordnung mit mindestens zwei Kriterien.
- Konkrete KI-Frage stellen: Frage nur nach einem klar begrenzten Punkt.
- Ausgabe vergleichen: Prüfe die KI-Antwort am Originalmaterial, an Gesprächsregeln, Wörterbuch oder verlässlicher Quelle.
- Fehler erkennen: Markiere unklare, erfundene oder nicht belegte Angaben.
- Eigene Lösung verbessern: Übernimm nur nachvollziehbare Korrekturen und formuliere wieder selbst.
- KI-Hilfe transparent kennzeichnen: Notiere kurz, wobei KI geholfen hat und was du selbst überprüft hast.
Beispiel für eine konkrete KI-Frage: „Prüfe nur, ob ich Streitgespräch und Debatte anhand von Regeln und Rollen sinnvoll unterschieden habe. Nenne keine neuen Quellen. Zeige mir zwei Stellen, die ich selbst am Material überprüfen soll.“
Kennzeichnung: „KI-Hilfe: Rückmeldung zur Struktur. Überprüft mit Kursdiagramm und Originalvideo. Eigene Formulierungen anschließend überarbeitet.“
Vertiefungsaufgabe: Zwei Materialien verknüpfen
Material 1: Vergleichstabelle dieses Kurses. Material 2: Video „So läuft eine Debatte ab“.
Auftrag: Belege mit mindestens zwei Video-Beobachtungen, warum die gezeigte Gesprächsform als Debatte bezeichnet werden kann.
Hilfestufe 1: Suche nach sichtbaren oder hörbaren Hinweisen auf Phasen, Redeordnung und Pro-/Contra-Rollen.
Hilfestufe 2: Nutze den Satzstarter: „Die Gesprächsform ist stark formalisiert, weil im Video ...“
Mögliche Lösung: Die gezeigte Gesprächsform ist eine Debatte, weil die Streitfrage von festgelegten Positionen aus behandelt wird und der Ablauf in Eröffnungsrunde, Freie Aussprache und Schlussrunde gegliedert ist. Zusätzlich gelten feste Redezeiten.
Selbstkontrolle und Feedback
| Deine Antwort ... | Rückmeldung |
|---|---|
| nennt nur „Pro und Contra“ | Ergänze Regeln und Gesprächsstruktur. |
| nennt „Debatte ist höflich, Streitgespräch ist laut“ | Korrigiere: Höflichkeit ist kein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal. |
| nennt Ziel, Regeln, Rollen und Ablauf | Deine Unterscheidung ist tragfähig. |
| belegt Beobachtungen mit konkreten Medienmerkmalen | Du arbeitest bereits analytisch auf M-Niveau. |
| erkennt Überschneidungen und formuliert „typischerweise“ | Du unterscheidest differenziert. |
Wiederholung: 60-Sekunden-Check
| In 20 Sekunden | In 40 Sekunden | In 60 Sekunden |
|---|---|---|
| Nenne ein Merkmal des Streitgesprächs. | Ergänze zwei Merkmale einer Debatte. | Erkläre den wichtigsten Unterschied in einem präzisen Satz. |
Muster-Merksatz: Eine Debatte ist typischerweise stärker formalisiert als ein Streitgespräch: Streitfrage, Rollen, Gesprächsphasen und Redeordnung sind häufiger vorab festgelegt.
Transfer
Situation 1: Zwei Gruppen einer Klasse sind sich über die Gestaltung des Klassenzimmers uneinig. Situation 2: Die Klasse möchte systematisch prüfen, ob ein monatlicher Projekttag eingeführt werden soll. Situation 3: Zwei Podcast-Gäste vertreten verschiedene Ansichten zu Bildschirmzeiten.
Auftrag: Entscheide für jede Situation, ob eher ein Streitgespräch, eine Debatte oder eine Mischform sinnvoll wäre. Begründe mit mindestens zwei Kriterien.
Transfer-Tipp: Es gibt nicht immer nur eine richtige Form. Entscheidend ist, ob deine Wahl zum Ziel und zum benötigten Grad an Regelung passt.
Kompetenzcheck
| Ich kann ... | sicher | teilweise | noch üben |
|---|---|---|---|
| Streitgespräch und Debatte mit Fachbegriffen unterscheiden. | ☐ | ☐ | ☐ |
| Regeln und Rollen eines Gesprächs erkennen. | ☐ | ☐ | ☐ |
| Argumente in Position, Begründung und Beleg zerlegen. | ☐ | ☐ | ☐ |
| Video- und Bildbeobachtungen belegen. | ☐ | ☐ | ☐ |
| auf Gegenargumente sachlich reagieren. | ☐ | ☐ | ☐ |
| KI-Ausgaben kritisch prüfen und Unterstützung kennzeichnen. | ☐ | ☐ | ☐ |
Reflexion
- Gesprächsform reflektieren: Welches Merkmal hat dir beim Unterscheiden am meisten geholfen?
- Zuhören reflektieren: Wann hast du im Gespräch zuletzt wirklich auf ein Gegenargument reagiert statt nur deine eigene Meinung zu wiederholen?
- Medienkritik: Welche Information aus einem Video würdest du vor einer Verwendung noch an einer zweiten Quelle prüfen?
- KI-Reflexion: Welche Aufgabe sollte zuerst ohne KI bearbeitet werden, damit du deinen eigenen Denkweg erkennst?
Folgekurs-Empfehlung
Wenn du die Formen sicher unterscheiden kannst, arbeite als Nächstes an D8 M - Argumente aufbauen und gewichten. Dazu passen auch Argumentation, Aktives Zuhören, Diskussion, Gesprächsregeln und Erörterung.
Bildungsplanbezug Baden-Württemberg
Der Kurs orientiert sich am Bildungsplan Deutsch für die Sekundarstufe I, Klassen 7/8/9. Für Klasse 8 auf M-Niveau stehen besonders das Praktizieren verschiedener Gesprächsformen, das Beobachten und Reflektieren von Gesprächen, das sachliche Eingehen auf Gegenpositionen sowie die situations- und adressatengerechte Gestaltung von Äußerungen im Mittelpunkt.
Geprüfte Ausgangspunkte:
- Bildungsplan Baden-Württemberg – Deutsch – Sprechen und Zuhören
- Bildungsplan Baden-Württemberg – Funktion von Äußerungen
- Landesbildungsserver Baden-Württemberg – Debattieren im Unterricht
- Jugend debattiert – Regeln und Ablauf
Medien- und Lizenzhinweise
Hinweis: Prüfe vor einer Weiterverwendung immer die aktuelle Dateiseite. Die YouTube-Videos werden als externe Streams eingebettet; sie werden hier nicht kopiert.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wodurch lässt sich eine Debatte typischerweise am besten von einem Streitgespräch unterscheiden? (Durch den höheren Grad an festgelegten Regeln und Phasen) (!Durch eine grundsätzlich lautere Sprechweise) (!Durch die Pflicht zu persönlichen Angriffen) (!Durch das Fehlen von Argumenten)
Welches Ziel ist für eine Debatte typisch? (Argumente zu einer Streitfrage systematisch prüfen und abwägen) (!Eine Meinungsverschiedenheit möglichst schnell abbrechen) (!Nur die eigene Position wiederholen) (!Auf Begründungen verzichten)
Welche Aussage zum Streitgespräch ist richtig? (Der Ablauf kann sich flexibel aus dem Gespräch entwickeln) (!Es besitzt immer exakt drei festgelegte Phasen) (!Es darf keine Gesprächsregeln geben) (!Es endet immer mit einer Abstimmung)
Welche Rollen sind in vielen Debattenformaten typisch? (Pro- und Contra-Positionen) (!Erzähler und Romanfigur) (!Torwart und Stürmer) (!Autor und Reimwort)
Welche Reihenfolge beschreibt ein tragfähiges Argument am besten? (Position, Begründung, Beispiel oder Beleg, Rückbezug) (!Beleidigung, Wiederholung, Lautstärke, Abbruch) (!Überschrift, Reim, Pointe, Fußnote) (!Frage, Schweigen, Themenwechsel, Ende)
Aus welchen drei Teilen besteht die Debatte bei Jugend debattiert? (Eröffnungsrunde, Freie Aussprache, Schlussrunde) (!Begrüßung, Pause, Diktat) (!Einleitung, Kapitel, Literaturverzeichnis) (!Warm-up, Halbzeit, Siegerehrung)
Was geschieht in der Freien Aussprache besonders? (Argumente werden ergänzt, geprüft und abgewogen) (!Jede Person liest nur einen vorbereiteten Text vor) (!Es dürfen keine Gegenargumente vorkommen) (!Die Streitfrage wird nicht mehr beachtet)
Was gehört zum aktiven Zuhören? (Ein Gegenargument korrekt aufgreifen und darauf reagieren) (!Während des Beitrags bereits über ein neues Thema sprechen) (!Die andere Person unterbrechen, bevor ihr Grund genannt ist) (!Nur auf die Lautstärke achten)
Welches Merkmal ist zum Unterscheiden wenig geeignet? (Ob das Gespräch freundlich oder unfreundlich klingt) (!Ob feste Gesprächsphasen vereinbart sind) (!Ob Rollen vorab festgelegt sind) (!Ob Redezeiten geregelt sind)
Was gehört zur KI-Spirale dieses Kurses? (Eine KI-Aussage mit Originalmaterial oder verlässlicher Quelle prüfen) (!Die erste KI-Antwort ungeprüft übernehmen) (!Die eigene Lösung vor der KI-Anfrage überspringen) (!Erfundene Quellen als Belege verwenden)
Memory
| Debatte | feste Gesprächsstruktur |
| Streitgespräch | flexibler Gesprächsverlauf |
| Pro und Contra | gegensätzliche Positionen |
| Streitfrage | Ausgangspunkt der Auseinandersetzung |
| Beleg | stützt eine Begründung |
| Schlussrunde | abschließende Position |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Gesprächsmerkmal |
|---|---|
| Eröffnungsrunde | Position begründet eröffnen |
| Freie Aussprache | Argumente prüfen und abwägen |
| Schlussrunde | abschließendes Urteil formulieren |
| Streitgespräch | flexibler Sprecherwechsel |
| Debatte | stärker festgelegte Phasen |
Kreuzworträtsel
| Debatte | Welche Gesprächsform folgt typischerweise stärker festgelegten Regeln? |
| Argument | Wie heißt eine begründete Aussage, die eine Position stützt? |
| Beleg | Was kann eine Begründung durch überprüfbare Informationen stützen? |
| Zuhören | Welche Fähigkeit brauchst du, um auf Gegenargumente einzugehen? |
| Streitfrage | Wie heißt die zentrale strittige Frage einer Debatte? |
| Moderation | Wie nennt man die Leitung eines Gesprächs, wenn eine solche Rolle vorgesehen ist? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Merkmalskarten: Gestalte vier Karten zu Ziel, Regeln, Rollen und Ablauf. Trage jeweils ein typisches Merkmal von Streitgespräch und Debatte ein.
- Gespräch markieren: Schreibe einen kurzen erfundenen Dialog mit sechs Beiträgen und markiere Position, Begründung und Gegenargument mit drei verschiedenen Zeichen.
- Bildkommentar: Wähle ein frei lizenziertes Gesprächsbild auf Wikimedia Commons und schreibe drei Sätze dazu, welche Gesprächsmerkmale sichtbar sind.
- Audio-Merksatz: Nimm einen maximal 20-sekündigen Merksatz zum Unterschied der beiden Gesprächsformen auf und prüfe ihn mit der Vergleichstabelle.
Standard
- Videoanalyse: Untersuche einen Ausschnitt des Jugend-debattiert-Videos und ordne fünf Beobachtungen den Kategorien Ziel, Regel, Rolle oder Argumentation zu.
- Mikrodebatte: Führt zu viert eine kurze Debatte zu einer schulnahen Streitfrage durch. Nutzt Eröffnung, freien Austausch und Schluss.
- Streitgespräch umformen: Schreibe ein flexibles Streitgespräch so um, dass daraus eine stärker formalisierte Debatte mit Rollen und Phasen entsteht.
- Quellencheck: Recherchiere auf zwei verlässlichen Seiten Regeln einer Debattenform und belege, welche Regeln formatspezifisch und welche allgemein sind.
Schwer
- Gesprächsanalyse: Vergleiche ein selbst aufgenommenes Streitgespräch mit einer Debatte anhand von mindestens sechs Kriterien und belege jede Aussage mit einer konkreten Beobachtung.
- Argumente gewichten: Sammle zu einer schulnahen Streitfrage je drei Pro- und Contra-Argumente, ordne Belege zu und begründe, welche Argumente besonders tragfähig sind.
- Medienprodukt: Gestalte ein eigenes einminütiges Erklärvideo oder eine Infografik, die Streitgespräch und Debatte differenziert vergleicht. Nutze nur eigene oder passend lizenzierte Medien.
- KI-Prüfprotokoll: Erstelle zuerst selbst eine Analyse, stelle danach eine eng begrenzte KI-Frage, dokumentiere zwei geprüfte KI-Aussagen und verbessere deine Lösung mit transparenter Kennzeichnung.


Lernkontrolle
- Gesprächsform begründen: Du erhältst einen unbekannten Gesprächsausschnitt. Ordne ihn als eher flexibles Streitgespräch oder stärker formalisierte Debatte ein und begründe deine Entscheidung mit mindestens drei Kriterien.
- Regelwirkung untersuchen: Erkläre an einem Beispiel, wie feste Redezeiten ein Gespräch verändern können. Nenne einen Vorteil und eine mögliche Grenze.
- Argumentation prüfen: Untersuche ein Argument darauf, ob Position, Begründung und Beleg zusammenpassen. Verbessere es, wenn ein Teil schwach ist.
- Rollen vergleichen: Erkläre, wie sich das Gespräch verändert, wenn Positionen frei gewählt oder vorab zugeteilt werden.
- Medienbeleg: Belege mit zwei konkreten Beobachtungen aus einem Video oder Bild, welche Gesprächsstruktur dargestellt wird.
- Transferentscheidung: Wähle für eine neue schulische Konfliktsituation eine geeignete Gesprächsform und begründe, warum diese Form zum Ziel passt.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis ist wichtig, dass du ...
- Gesprächsformen unterscheiden: Ziel, Regeln, Rollen und Ablauf sicher vergleichst.
- Fachbegriffe anwenden: Streitfrage, Position, Argument, Begründung, Beleg, Gegenargument und Schluss korrekt verwendest.
- Materialien verknüpfen: Text, Bild, Audio oder Video nicht nur beschreibst, sondern mit Fachkriterien auswertest.
- Argumentieren: eigene Positionen nachvollziehbar begründest und Gegenargumente sachlich aufgreifst.
- Belegen: Beobachtungen am Material oder mit einer verlässlichen Quelle absicherst.
- Reflektieren: Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten des eigenen Gesprächsverhaltens benennst.
- KI transparent nutzen: eigene Vorarbeit, überprüfte KI-Hilfe und Veränderungen nachvollziehbar kennzeichnest.
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