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D8 M - Gesprochene und geschriebene Sprache vergleichen

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D8 M - Gesprochene und geschriebene Sprache vergleichen



D8 M - Gesprochene und geschriebene Sprache vergleichen

Mini-Beschreibung Untersuche Unterschiede in Wortwahl, Satzbau, Planung und Spontaneität. Vergleiche Audio, Chat, Protokoll und formellen Text und begründe Deine Beobachtungen mit Textbelegen.
Zielgruppe Klasse 8, M-Niveau, Deutsch, Sekundarstufe I, Baden-Württemberg
Bildungsplan-Anschluss Sprachgebrauch und Sprachreflexion: Strukturen und Funktionen von Äußerungen untersuchen; situations- und adressatenbezogen sprechen und schreiben. Orientierung am Bildungsplan Deutsch Sekundarstufe I 7/8/9 und an Struktur von Äußerungen.
Leitfrage Wie verändert sich Sprache, wenn wir spontan sprechen, schnell chatten, sachlich protokollieren oder formell schreiben?


Motivierender Einstieg: Eine Nachricht – vier Formen

Stell Dir vor: Wegen Regen wird ein Sporttag in die Halle verlegt. Inhaltlich geht es immer um dasselbe. Sprachlich klingt es aber verschieden.

Format Beispiel Deine Blitz-Beobachtung
Audio / spontane Sprachnachricht „Also, äh, morgen treffen wir uns doch erst um zehn in der Halle, okay? Weil’s regnen soll. Hallenschuhe nicht vergessen!“ Markiere Füllwörter, verkürzte Stellen und direkte Anrede.
Chat „Morgen 10 Uhr Halle 👍 Regen. Hallenschuhe nicht vergessen!“ Markiere Kürzungen, Symbole und fehlende Satzteile.
Protokoll „Beschluss: Sporttag morgen ab 10:00 Uhr in der Sporthalle. Grund: angekündigter Regen. Mitbringen: Hallenschuhe.“ Markiere sachliche und verdichtete Formulierungen.
Formeller Text „Aufgrund der Wettervorhersage wird der Sporttag in die Sporthalle verlegt. Beginn ist um 10:00 Uhr. Bitte bringe geeignete Hallenschuhe mit.“ Markiere vollständige Sätze und präzise Verknüpfungen.

60-Sekunden-Auftrag: Ordne die vier Beispiele auf einer Linie von eher spontan bis eher geplant. Vergleiche anschließend mit einer anderen Person. Entscheidend ist nicht nur Dein Urteil, sondern Deine Begründung am Sprachmaterial.


Vorwissen aktivieren

Aussage Erst denken Nach dem Kurs prüfen
Ein Chat ist immer gesprochene Sprache. ☐ stimmt ☐ stimmt nicht ☐ unsicher ☐ überprüft
Ein vorgelesener Text kann gesprochen klingen und trotzdem stark geplant sein. ☐ stimmt ☐ stimmt nicht ☐ unsicher ☐ überprüft
Ein Protokoll darf viele Füllwörter enthalten. ☐ stimmt ☐ stimmt nicht ☐ unsicher ☐ überprüft
Satzbau und Wortwahl können zeigen, wie stark ein Text geplant wurde. ☐ stimmt ☐ stimmt nicht ☐ unsicher ☐ überprüft


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du:

  1. Wortwahl in gesprächsnahen und textnahen Äußerungen untersuchen und mit Beispielen belegen.
  2. Satzbau vergleichen, zum Beispiel Ellipsen, kurze Hauptsätze und stärker ausgebaute Satzgefüge erkennen.
  3. Planung und Spontaneität als Bedingungen von Sprachproduktion erklären.
  4. Audio, Chat, Protokoll und formelle Texte nach denselben Kriterien vergleichen.
  5. erklären, warum Medium und sprachliche Gestaltung nicht dasselbe sind.
  6. eigene Texte situations- und adressatengerecht umarbeiten.
  7. KI-Ausgaben kritisch prüfen, Fehler markieren und die eigene Lösung nachvollziehbar verbessern.


Grundidee: Medium ist nicht gleich Sprachstil

Sprache kann phonisch über Stimme oder graphisch über Schrift vermittelt werden. Zusätzlich kann sie eher gesprächsnah oder eher textnah gestaltet sein.

eher gesprächsnah / konzeptionell mündlich eher textnah / konzeptionell schriftlich
phonisch: hörbar spontanes Gespräch, spontane Sprachnachricht vorgelesener Sachtext, vorbereiteter Vortrag
graphisch: sichtbar schneller Chat, kurze Nachricht Protokoll, formeller Brief, Bericht
Merkkasten Gesprochen und geschrieben können das Medium beschreiben. Gesprächsnah und textnah beschreiben stärker, wie eine Äußerung geplant und sprachlich gestaltet ist. Ein Chat ist schriftlich sichtbar, kann aber sehr gesprächsnah sein. Ein vorgelesener Sachtext ist hörbar, kann aber stark schriftlich geplant sein.


Hörbeispiel: gesprochenes Medium, geplanter Text

Aktiver Hör-Auftrag: Höre ungefähr 30 Sekunden der frei lizenzierten Aufnahme. Notiere drei Merkmale, die zeigen, dass hier nicht spontan geplaudert, sondern ein vorbereiteter Text vorgelesen wird. Achte auf Wortwahl, Satzbau und gleichmäßige Struktur.

Mögliche Beobachtungen: Fachwortschatz, vollständige Sätze, kaum Selbstkorrekturen, nachvollziehbare Gliederung. Die Stimme fügt trotzdem Betonung, Tempo und Pausen hinzu.


Video-Visualisierung: Nähe und Distanz

Videoauftrag: Notiere nach einem passenden Abschnitt zwei Merkmale für gesprächsnahe Sprache und zwei Merkmale für textnahe Sprache. Prüfe danach: Wo würdest Du einen Chat, ein Protokoll und einen vorbereiteten Vortrag einordnen?


Vertiefungsvideo für M-Niveau

Stopp-Auftrag: Halte das Video nach einer zentralen Erklärung an und formuliere die Aussage in einem eigenen Satz. Ergänze ein selbst erfundenes Beispiel. So überprüfst Du, ob Du den Fachbegriff wirklich verstanden hast.


Vier Vergleichskriterien

Kriterium häufig bei spontaner, gesprächsnaher Sprache häufig bei geplanter, textnaher Sprache Achtung
Wortwahl Füllwörter, Interjektionen, Umgangssprache, deiktische Wörter wie „hier“, „da“, „das“ präzisere Wörter, Fachbegriffe, passende Verknüpfungen Das sind Tendenzen, keine starren Regeln.
Satzbau Ellipsen, kurze Einheiten, Nachträge, Selbstkorrekturen vollständige Sätze, geplante Satzgefüge, klare Bezüge Auch ein formeller Text kann kurze Sätze enthalten.
Planung Formulieren geschieht oft gleichzeitig mit dem Denken und Reagieren Entwurf, Ordnen und Überarbeiten sind leichter möglich Ein vorbereiteter Vortrag ist gesprochen, aber stark geplant.
Spontaneität schnelle Reaktion, Sprecherwechsel, Pausen, Reparaturen geringere Spontaneität, dafür mehr Überarbeitung Chats liegen oft zwischen spontan und geplant.

Fachbegriffe für Klasse 8: Ellipse, Interjektion, Füllwort, Adressatenbezug, Konnektor, Sprachregister, Intonation.


Vier Medien-Labore


Labor 1: Audio untersuchen

Eigenes Material: Sprich 20 bis 30 Sekunden frei zu der Frage: „Was sollte an einem guten Projekttag unbedingt passieren?“ Nimm nur Deine eigene Stimme auf oder arbeite ohne Speicherung. Verwende keine Aufnahmen anderer Personen ohne Einwilligung.

Untersuche anschließend Deine Aufnahme:

  1. Markiere in einer wörtlichen Mitschrift Füllwörter, Wiederholungen, Pausen und Selbstkorrekturen.
  2. Vergleiche den Satzbau mit einem kurzen schriftlichen Absatz zum gleichen Thema.
  3. Kommentiere: Welche Informationen liefert die Stimme zusätzlich, etwa Betonung, Sprechtempo oder Lautstärke?

Hilfestufe 1: Suche zuerst nach „äh“, „also“, „okay“, Wiederholungen und abgebrochenen Satzanfängen.

Hilfestufe 2: Satzstarter: „Die Aufnahme wirkt spontan, weil …“ – „Der Satzbau ist …“ – „Durch die Betonung wird …“

Plus-Auftrag: Formuliere aus Deiner Mitschrift einen sachlichen Protokollsatz. Erkläre zwei sprachliche Änderungen.


Labor 2: Chat untersuchen

Rechtssicheres Beispielmaterial – kein privater Echtchat:

A: „kommst du nachher halle?“
B: „ja safe 👍 bin so 5 min später“
A: „ok dann bis gleich“

Auftrag: Untersuche den Chat in den vier Kriterien Wortwahl, Satzbau, Planung und Spontaneität. Markiere mindestens vier Belege.

Hilfestufe 1: Achte auf Kleinschreibung, Ellipsen, Umgangssprache, Emoji und kurze Reaktionszeit.

Hilfestufe 2: Übertrage den Inhalt probeweise in eine formelle Nachricht. Alles, was Du ändern musst, ist ein Hinweis auf den Registerunterschied.

Musterübertragung: „Ich komme ebenfalls zur Sporthalle, werde jedoch voraussichtlich etwa fünf Minuten später eintreffen.“


Labor 3: Protokoll untersuchen

Ein Protokoll hält wesentliche Ergebnisse oder Abläufe möglichst nachvollziehbar fest. Es ist schriftlich und meist deutlich stärker geplant als ein spontanes Gespräch.

Rohnotizen aus einer erfundenen Gruppenbesprechung: „Ähm, wir nehmen Mittwoch. Ja? – Mittwoch passt. Beginn vielleicht 14 Uhr. – Machen wir 14 Uhr. – Material bringt jede Gruppe selbst.“

Dein Auftrag: Formuliere daraus drei sachliche Protokollpunkte. Streiche Gesprächssignale und sichere nur relevante Informationen.

Hilfestufe: Nutze die Muster „Beschluss: …“, „Beginn: …“, „Vereinbarung: …“.

Musterlösung: „Beschluss: Der Termin findet am Mittwoch statt. Beginn: 14:00 Uhr. Vereinbarung: Jede Gruppe bringt ihr Material selbst mit.“


Labor 4: Formellen Text untersuchen

Ausgangssatz: „Hey, wir machen das Treffen doch später, weil vorher keiner kann.“

Auftrag: Schreibe eine formelle Version für eine schulische Mitteilung. Begründe danach Änderungen an Wortwahl und Satzbau.

Musterlösung: „Das Treffen wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, da die Beteiligten zuvor verhindert sind.“

Wichtig: „Formell“ bedeutet nicht automatisch „kompliziert“. Ein guter formeller Text ist klar, präzise, adressatengerecht und nachvollziehbar.


Vergleichsmatrix: Audio, Chat, Protokoll, formeller Text

Format Wortwahl Satzbau Planung Spontaneität
Audio, spontan oft alltagsnah, Füllwörter möglich Ellipsen, Nachträge, Reparaturen möglich eher gering bis mittel eher hoch
Chat oft knapp, alltagsnah, Symbole möglich häufig verkürzt gering bis mittel häufig mittel bis hoch
Protokoll sachlich, verdichtet knapp, funktional, strukturiert eher hoch eher gering
formeller Text präzise, adressatengerecht vollständig, bewusst verknüpft hoch gering
Merksatz Vergleiche nie nur das Medium. Begründe mit sprachlichen Merkmalen und der Kommunikationssituation: Wer spricht oder schreibt? Für wen? Mit welchem Ziel? Unter welchem Zeitdruck?


Medienvergleich mit Belegen

M-Niveau-Auftrag: Wähle zwei der vier Formate und schreibe einen Vergleich in 5 bis 7 Sätzen. Verwende mindestens drei Fachbegriffe und mindestens zwei konkrete Belege.

Satzgerüst als Hilfe: „Während … eher … verwendet, zeigt … häufiger … . Das erkennt man an … . Der Unterschied lässt sich durch … erklären. Beide Formate … .“

Feedback-Check:

Wenn Deine Lösung … dann …
nur „mündlich“ oder „schriftlich“ nennt ergänze mindestens zwei der Kriterien Wortwahl, Satzbau, Planung und Spontaneität.
Merkmale nennt, aber keine Belege zitiere nur kurze funktionale Textstellen oder verweise genau auf eine Formulierung.
Belege enthält, aber nicht erklärt ergänze jeweils: „Das zeigt …, weil …“
mehrere Kriterien verbindet und begründet gehe zum Plus-Auftrag und untersuche einen Grenzfall wie Chat oder vorgelesenen Sachtext.


KI-Spirale: KI kritisch und transparent nutzen

KI ersetzt keine eigene Textarbeit. Du nutzt KI erst dann sinnvoll, wenn Du schon selbst gedacht, markiert und begründet hast.

  1. Aufgabe verstehen: Kläre, was genau verglichen werden soll.
  2. Selbst denken: Markiere zuerst eigene Beobachtungen im Material.
  3. Eigenen Lösungsansatz entwickeln: Formuliere eine erste Begründung.
  4. Konkrete KI-Frage stellen: Frage gezielt nach einem unsicheren Punkt, nicht nach einer Komplettlösung.
  5. Ausgabe vergleichen: Prüfe die KI-Aussage am Originaltext, an der Vergleichsmatrix, an einem Schulwörterbuch oder einer verlässlichen Quelle wie DWDS.
  6. Fehler erkennen: Suche nach erfundenen Belegen, falschen Fachbegriffen, pauschalen Aussagen und unbegründeten Behauptungen.
  7. Eigene Lösung verbessern: Übernimm nur, was Du geprüft und verstanden hast.
  8. KI transparent kennzeichnen: Notiere kurz Werkzeug, Zweck und überprüfte Übernahme.

Beispiel für eine gute KI-Frage: „Ich habe diesen selbst erstellten Beispielsatz als Ellipse eingeordnet. Prüfe nur meine Begründung und nenne eine mögliche Gegenposition. Erfinde keine zusätzlichen Textbelege.“

Kennzeichnungsmuster: „KI-Unterstützung: Sprachliche Rückfrage zur Einordnung einer Ellipse; Ausgabe mit Originaltext und Kurskriterien geprüft; eine Formulierung überarbeitet.“

Datenschutz: Keine privaten Chats, Stimmen, Klarnamen, Kontaktdaten oder anderen unnötigen personenbezogenen Daten in ein KI-System eingeben.


KI-Prüfaufgabe

Eine KI behauptet: „Chats sind gesprochene Sprache, weil sie spontan sind.“

Dein Prüfweg:

  1. Markiere, was an der Aussage nachvollziehbar ist.
  2. Markiere, was zu pauschal ist.
  3. Verbessere die Aussage mit den Begriffen graphisch, gesprächsnah und Spontaneität.
  4. Belege Deine Korrektur mit dem Chat aus Labor 2.

Musterlösung: Ein Chat ist graphisch, also schriftlich sichtbar. Er kann trotzdem gesprächsnah und spontan gestaltet sein. Spontaneität allein bestimmt deshalb nicht das Medium.


Selbstkontrolle, Wiederholung und Transfer


2-Minuten-Wiederholung

Fülle ohne Nachschlagen vier Felder aus:

Kriterium Ein typisches Signal
Wortwahl
Satzbau
Planung
Spontaneität

Vergleiche danach mit der Vergleichsmatrix und ergänze nur das, was Dir gefehlt hat.


Transfer: Gleicher Inhalt, anderer Adressat

Ausgangsinformation: „Die Schülerbücherei schließt heute schon um 13:00 Uhr.“

Formuliere diese Information als:

  1. Sprachnachricht an eine befreundete Person.
  2. Chatnachricht in einer Klassengruppe.
  3. Protokollpunkt einer Sitzung.
  4. formelle Mitteilung der Schule.

Transferfrage: Welche Wörter, Satzmuster und Planungsschritte hast Du jeweils verändert – und warum?


Kompetenzcheck

Ich kann … sicher teilweise noch üben
Medium und sprachliche Gestaltung unterscheiden.
Wortwahl mit Textbelegen untersuchen.
Ellipsen, vollständige Sätze und Satzverknüpfungen vergleichen.
Planung und Spontaneität begründet einschätzen.
Audio, Chat, Protokoll und formellen Text miteinander vergleichen.
eine KI-Aussage am Original und an Regeln überprüfen.
KI-Unterstützung transparent kennzeichnen.

Auswertung: Bei zwei oder mehr Kreuzen in „noch üben“ wiederhole zuerst die Vergleichsmatrix und bearbeite ein Medien-Labor erneut. Bei überwiegend „sicher“ bearbeite den Transfer oder den Plus-Auftrag.


Reflexion

Beantworte kurz:

  1. Welche Form fällt Dir am leichtesten zu analysieren – Audio, Chat, Protokoll oder formeller Text?
  2. Bei welchem Kriterium brauchst Du noch Belege statt Bauchgefühl?
  3. Wann wirkt gesprächsnahe Sprache passend und wann eher unpassend?
  4. Was hat Dir die Unterscheidung von Medium und sprachlicher Gestaltung gebracht?
  5. Wie hast Du KI – falls genutzt – überprüft?


Folgekurs-Empfehlung

Wenn Du hier sicher bist, passt als nächster Lernschritt: Sprachregister und Adressatenbezug untersuchen. Dort überträgst Du den Vergleich auf weitere Situationen wie E-Mail, Präsentation, Diskussion und Bewerbung.


Lösungshinweise zu Kernaufgaben

Aufgabe Lösungshinweis
Vorwissen „Chat ist immer gesprochene Sprache“ = falsch. „Vorgelesener Text kann stark geplant sein“ = richtig. „Protokoll darf viele Füllwörter enthalten“ = als typisches Merkmal falsch. „Satzbau und Wortwahl zeigen Planungsgrad“ = als Analysekriterium richtig.
Einstiegsordnung Eine mögliche Reihenfolge lautet: spontane Audioäußerung → Chat → Protokoll → formeller Text. Beim Chat und bei formellen mündlichen Beiträgen sind andere begründete Einordnungen möglich.
Chat-Labor Belege sind etwa Kleinschreibung, Ellipsen, Umgangssprache, Emoji und kurze Reaktionen. Entscheidend ist die Erklärung, nicht das bloße Aufzählen.
Protokoll-Labor Füllwörter, Rückfragen und Wiederholungen werden reduziert; Beschlüsse, Termin und Zuständigkeiten werden sachlich festgehalten.
Transfer Die Information bleibt gleich, aber Wortwahl, Satzbau, Anrede, Kürze und Planungsgrad werden an Situation und Adressaten angepasst.

Selbstkorrektur-Regel: Eine Lösung ist stark, wenn sie Merkmal + Beleg + Erklärung verbindet.


Medien und Quellen

Die Beispiele in diesem aiMOOC sind didaktische Eigenbeispiele und enthalten keine realen privaten Chats oder personenbezogenen Daten.

Offen lizenzierte Medien:

  1. – Wikimedia Commons, Public Domain.
  2. – Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
  3. – Wikimedia Commons, Public Domain.
  4. – Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
  5. – Wikimedia Commons, CC0.

Fachliche Vertiefung:

  1. Wikipedia: Gesprochene Sprache
  2. Wikipedia: Geschriebene Sprache
  3. Peter Koch und Wulf Oesterreicher: Gesprochene Sprache und geschriebene Sprache
  4. Bildungsplan Baden-Württemberg: Funktion von Äußerungen

YouTube-Videos im Kurs:

  1. Martin Haase: „Sprachwissenschaft: Mündlichkeit und Schriftlichkeit“ – https://www.youtube.com/watch?v=bswR73OT7ew
  2. „Das Nähe-Distanz-Modell von Oesterreicher und Koch: Alles, was du wissen musst!“ – https://www.youtube.com/watch?v=SZ7GrdG-uXc
  3. Studybreak: „Konzeptionelle Schriftlichkeit, Mündlichkeit, Bildungssprache“ – https://www.youtube.com/watch?v=n14_y6pYSnk

YouTube-Hinweis: Die eingebetteten Videos dienen der ergänzenden Erklärung. Sie sind nicht automatisch OER. Nutze sie über die Einbettung und prüfe bei Weiterverwendung Lizenz und Verfügbarkeit auf der jeweiligen Videoseite.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Merkmal weist besonders deutlich auf spontane gesprächsnahe Sprache hin? (Füllwörter und Selbstkorrekturen) (!durchgehend lange Nominalgruppen) (!ein festes Quellenverzeichnis) (!eine vollständig geplante Gliederung)




Was beschreibt das Medium eines Chats am treffendsten? (graphisch) (!phonisch) (!immer formell) (!immer geplant)




Welche Aussage über einen vorgelesenen Sachtext ist richtig? (Er ist phonisch vermittelt und kann dennoch stark textnah geplant sein) (!Er ist automatisch spontan) (!Er ist automatisch ein Chat) (!Er kann keine vollständigen Sätze enthalten)




Was ist eine Ellipse? (eine Äußerung mit ausgelassenen Satzteilen) (!eine besonders lange Überschrift) (!ein Fremdwort für Lautstärke) (!eine Quellenangabe)




Welche Wortwahl passt typischerweise zu einem sachlichen Protokoll? (präzise und knapp) (!möglichst viele Füllwörter) (!ausschließlich Emojis) (!absichtlich mehrdeutig)




Welches Merkmal gehört besonders zur Stimme und nicht zur Schrift allein? (Intonation) (!Absatzgliederung) (!Großschreibung) (!Kommasetzung)




Warum kann ein Chat gesprächsnah wirken? (Weil er schnelle Reaktionen, Kürzungen und alltagsnahe Wörter enthalten kann) (!Weil jeder Chat vorgelesen wird) (!Weil Chats keine Schrift verwenden) (!Weil Chats immer formal geplant sind)




Was ist beim Vergleich zweier Sprachformen besonders wichtig? (Merkmale mit konkreten Belegen begründen) (!nur die Länge zählen) (!nur die Schriftart betrachten) (!nur das Thema nennen)




Welche Reihenfolge passt zur KI-Spirale? (erst selbst analysieren, dann gezielt fragen und die Ausgabe prüfen) (!zuerst die KI-Lösung kopieren und danach die Aufgabe lesen) (!private Chats hochladen und ungeprüft übernehmen) (!nur die KI nach einer Note fragen)




Welche Form ist meist am stärksten auf sachliche Dokumentation ausgerichtet? (Protokoll) (!spontane Sprachnachricht) (!lockerer Chat) (!ungeplantes Pausengespräch)





Memory

Spontaneität geringe Vorplanung
Planung Entwurf und Überarbeitung
Ellipse ausgelassene Satzteile
Füllwort ähm oder also
Chat graphisch und oft gesprächsnah
Protokoll sachliche Dokumentation
Intonation hörbare Stimmführung
Adressatenbezug Anpassung an Empfänger





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Füllwörter und Reparaturen spontane Audioäußerung
Kürzungen und Emoji gesprächsnaher Chat
Beschlüsse und Ergebnisse Protokoll
präzise Verknüpfungen formeller Text
Betonung und Sprechtempo Stimme





Kreuzworträtsel

Ellipse Wie heißt eine Äußerung mit ausgelassenen Satzteilen?
Intonation Wie heißt die hörbare Stimmführung beim Sprechen?
Protokoll Welche Textsorte hält Ergebnisse oder Abläufe sachlich fest?
Planung Welcher Prozess ermöglicht Entwurf und Überarbeitung vor der Veröffentlichung?
Wortwahl Welcher Analysebereich fragt nach den verwendeten Wörtern?
Register Wie heißt eine situationsabhängige sprachliche Ausdrucksweise?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Gesprochene Sprache wird im Medium meist

vermittelt. Geschriebene Sprache wird im Medium meist

vermittelt. Ein schneller Chat kann trotz Schrift stark

gestaltet sein. Eine Äußerung mit ausgelassenen Satzteilen nennt man

. Wörter wie „äh“ oder „also“ können als

auftreten. Ein Protokoll soll wesentliche Informationen möglichst

festhalten. Ein formeller Text lässt sich in der Regel stärker

. Bei einer KI-Ausgabe müssen Behauptungen mit Originaltext, Regel oder verlässlicher

geprüft werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Markierlabor: Markiere in den vier Einstiegsbeispielen je zwei sprachliche Merkmale und ordne sie einem Vergleichskriterium zu.
  2. Chat-Umschreiben: Verwandle den Beispielchat in eine kurze formelle Nachricht und kennzeichne fünf Änderungen.
  3. Audio-Mitschrift: Sprich 20 Sekunden frei, transkribiere Deine eigene Aufnahme und markiere Füllwörter, Pausen und Korrekturen.
  4. Sprachsymbol-Collage: Gestalte aus eigenen oder frei lizenzierten Symbolen eine Visualisierung zu Audio, Chat, Protokoll und formellem Text und ergänze je einen Merksatz.


Standard

  1. Medienvergleich: Vergleiche eine selbst erstellte Sprachnachricht mit einem schriftlichen Absatz zum gleichen Thema anhand aller vier Kriterien.
  2. Interview zur Alltagssprache: Befrage mit Einwilligung eine Person dazu, wann sie eher chattet, spricht oder formell schreibt. Notiere Antworten ohne unnötige personenbezogene Daten.
  3. Protokollwerkstatt: Führt eine kurze Gruppendiskussion und erstellt anschließend ein Ergebnisprotokoll. Vergleicht Gespräch und Protokoll.
  4. Erklärvideo: Produziere ein 60- bis 90-sekündiges Video, das den Unterschied zwischen Medium und sprachlicher Gestaltung mit zwei selbst erfundenen Beispielen erklärt.


Schwer

  1. Mini-Korpus: Sammle acht rechtssichere Eigenbeispiele oder offen lizenzierte Beispiele aus verschiedenen Sprachformen und entwickle ein eigenes Kategoriensystem.
  2. Quellenvergleich: Recherchiere bei mindestens zwei verlässlichen Quellen zu konzeptioneller Mündlichkeit und Schriftlichkeit und belege Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede.
  3. KI-Audit: Lass eine KI nach Deiner eigenen Analyse einen Beispieltext untersuchen. Dokumentiere mindestens zwei überprüfte Treffer oder Fehler und verbessere Deine Lösung.
  4. Multimodale Ausstellung: Gestalte eine digitale oder analoge Ausstellung, in der derselbe Inhalt als Audio, Chat, Protokoll und formeller Text erscheint. Begründe jede sprachliche Entscheidung.




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Lernkontrolle

  1. Grenzfall analysieren: Erkläre an einem vorgelesenen Sachtext, warum Medium und sprachliche Gestaltung nicht identisch sind. Nutze mindestens drei Fachbegriffe.
  2. Transformation begründen: Überführe eine spontane Audio-Mitschrift in ein Protokoll und erläutere mindestens vier sprachliche Veränderungen.
  3. Chat differenziert beurteilen: Zeige an einem erfundenen Chat sowohl Merkmale gesprächsnaher als auch Merkmale geplanter Sprache.
  4. Adressatenwechsel: Formuliere dieselbe Information für eine befreundete Person und für die Schulleitung. Begründe Unterschiede in Wortwahl und Satzbau.
  5. KI-Behauptung prüfen: Widerlege oder präzisiere die Aussage „Geschriebene Sprache ist immer formell“ mithilfe zweier Gegenbeispiele und einer Regel.
  6. Materialien verknüpfen: Vergleiche Audio, Chat und Protokoll zu demselben Ereignis und erkläre, wie Zeitdruck, Zweck und Adressaten die sprachliche Form beeinflussen.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du:

  1. die vier Kriterien Wortwahl, Satzbau, Planung und Spontaneität sicher anwenden.
  2. Fachbegriffe wie Ellipse, Füllwort, Intonation, Adressatenbezug und Register korrekt verwenden.
  3. konkrete Belege aus Materialien nennen und erklären.
  4. Audio, Chat, Protokoll und formellen Text differenziert vergleichen.
  5. Medium und sprachliche Gestaltung auseinanderhalten.
  6. eine Überarbeitung begründen und nicht nur ein Endprodukt abgeben.
  7. bei KI-Nutzung eigene Vorarbeit, Prüfung, erkannte Unsicherheiten und Kennzeichnung dokumentieren.




OERs zum Thema

Forschungsauftrag zum Video: Notiere eine Aussage, die Du verstanden hast, und prüfe sie an einem eigenen Beispiel. Markiere außerdem eine Stelle, die für Klasse 8 zu fachsprachlich ist, und übersetze sie in einfache Worte.


Verknüpfte Lernbereiche


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