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D8 E - Dialog und Untertext analysieren

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D8 E - Dialog und Untertext analysieren



D8 E - Dialog und Untertext analysieren

Unter dem Gesagten liegt oft eine zweite Ebene. In diesem aiMOOC untersuchst Du, was Figuren sagen – und was sie zugleich wollen, vermeiden, andeuten oder verschweigen. Du arbeitest mit Dialogen, Bildern, Audio, Video und eigenen Aufnahmen. Zielgruppe: Klasse 8, E-Niveau, Deutsch, Baden-Württemberg.


Einleitung

Ein Dialog besteht nicht nur aus Wörtern. Bedeutung entsteht auch durch Situation, Beziehung, Rollen, Tonfall, Pausen, Mimik, Gestik und das, was unausgesprochen bleibt.

Gesagtes Möglicher Untertext Beleg
„Schon gut.“ „Ich bin nicht einverstanden, will aber nicht weiterreden.“ knappe Antwort, Gesprächsabbruch, Kontext
„Du bist ja früh.“ kann wörtlich oder ironisch gemeint sein Zeitpunkt, Betonung, Mimik, Vorgeschichte

Wichtig: Untertext ist eine begründete Deutung, kein Gedankenlesen. Eine starke Analyse nennt immer Text-, Audio- oder Bildbelege und prüft Alternativen.


Bildungsplanbezug Baden-Württemberg

Der Kurs knüpft besonders an Sprechen und Zuhören, Funktion von Äußerungen, Literarische Texte, Medien und die Analyse kommunikativer Situationen an. Im Bildungsplan Deutsch für die Klassen 7/8/9 werden unter anderem das Analysieren sprachlicher Äußerungen im kommunikativen Zusammenhang, die Untersuchung von Körpersprache sowie das Reflektieren gelingender Kommunikation gefordert.

Bildungsplan Baden-Württemberg: Funktion von Äußerungen


Lernziele

Nach diesem Kurs kannst Du:

  1. Untertext: unausgesprochene Bedeutungen als Hypothese formulieren und belegen.
  2. Figurenabsicht: Ziele, Interessen und Konflikte einer Figur aus Gesprächsverhalten ableiten.
  3. Machtverhältnis: Gesprächssteuerung, Rollen, Statussignale und Abhängigkeiten untersuchen.
  4. Ausweichstrategie: Gegenfrage, Themenwechsel, Verallgemeinerung, Schweigen, Ironie oder Bagatellisierung erkennen.
  5. Dialoganalyse: Beobachtung, Deutung, Beleg und alternative Lesart zu einem schlüssigen Analyseabschnitt verbinden.
  6. Höranalyse: Tonfall, Lautstärke, Tempo, Pause und Betonung als Wirkungsmittel untersuchen.
  7. Medienkritik: KI-Ausgaben und andere Deutungen am Original und an verlässlichen Quellen prüfen.


Motivierender Einstieg: Was steckt dahinter?

Lies nur diesen Satz:

„Mach ruhig.“

Sprich ihn nacheinander:

  1. freundlich zustimmend
  2. genervt
  3. herausfordernd
  4. enttäuscht

Mini-Auftrag: Notiere zu jeder Variante eine mögliche Absicht. Was ändert sich, obwohl die Wörter gleich bleiben?

Bildimpuls: Wähle drei Gesichtsausdrücke. Formuliere jeweils denselben Satz „Alles okay.“ und erkläre, wie Mimik den möglichen Untertext verändert.


Vorwissen aktivieren

Kurzcheck Deine Aufgabe
Behauptung oder Beleg? „Nora ist sauer.“ → Ergänze zwei beobachtbare Belege.
Absicht oder Gefühl? Erkläre den Unterschied zwischen „will überzeugen“ und „ist unsicher“.
Sicher oder möglich? Formuliere „Er lügt.“ vorsichtiger und fachsprachlicher.

Selbstkontrolle: Gute Analyseformulierungen lauten zum Beispiel: „Das kann darauf hindeuten, dass …“, „Die Formulierung legt nahe …“, „Eine alternative Deutung wäre …“.


Werkzeugkasten der Dialoganalyse


Gesagtes und Untertext trennen

Gesagtes = wörtlich formulierter Inhalt.

Untertext = mögliche zusätzliche Bedeutung, die sich aus Kontext, Beziehung, Tonfall oder Gesprächsverlauf ergibt.

Frage Analysefokus
Was wird ausdrücklich gesagt? Wortlaut und Sachinhalt
Was soll erreicht werden? Absicht und Appell
Wie stehen die Figuren zueinander? Beziehung und Macht
Was wird vermieden? Ausweichen, Schweigen, Umdeuten
Welche andere Deutung ist möglich? Mehrdeutigkeit prüfen


Vier Seiten einer Nachricht als Denkwerkzeug

Eine Äußerung kann gleichzeitig einen Sachinhalt, eine Selbstkundgabe, eine Aussage über die Beziehung und einen Appell enthalten. Das Modell hilft beim Sortieren, ersetzt aber keine genaue Textanalyse.

Videoauftrag:

  1. Notiere die vier Seiten einer Nachricht.
  2. Halte eine Grenze des Modells fest.
  3. Übertrage das Modell auf „Du bist ja früh.“


Machtverhältnisse erkennen

Macht zeigt sich nicht nur in Ämtern oder Alter. Im Dialog kann Macht entstehen durch:

  1. Gesprächssteuerung: Wer eröffnet, beendet oder wechselt Themen?
  2. Informationsmacht: Wer weiß mehr?
  3. Entscheidungsmacht: Wer darf festlegen?
  4. Sprachmacht: Wer unterbricht, bewertet, droht oder definiert Regeln?
  5. Abhängigkeit: Wer braucht Zustimmung, Zugang, Hilfe oder Schutz?

Merke: Laut sprechen bedeutet nicht automatisch Macht. Auch Schweigen, knappe Antworten oder das Verweigern einer Reaktion können Gesprächsmacht erzeugen.


Ausweichstrategien erkennen

Strategie Typisches Signal Mögliche Funktion
Gegenfrage „Warum fragst du?“ Druck zurückgeben
Themenwechsel „Aber darum geht es jetzt nicht.“ unangenehmen Punkt verlassen
Bagatellisieren „Ist doch nicht so wichtig.“ Problem verkleinern
Unbestimmtheit „Man könnte vielleicht …“ Verantwortung vermeiden
Ironie scheinbares Lob, gemeint als Kritik Distanz oder Angriff
Schweigen Pause oder keine Antwort Widerstand, Unsicherheit oder Kontrolle


Beleg statt Behauptung

Nutze die Formel:

Beobachtung → Deutung → Beleg → Alternative

Beispiel: „Lea antwortet nur mit ‚Interessant‘. Die Kürze kann Distanz markieren. Dafür spricht, dass sie danach das Thema nicht weiterführt. Möglich ist aber auch, dass sie überrascht ist.“


Medienlabor: Sehen, hören, vergleichen


Bildanalyse: Beziehung ohne Tonspur

Auftrag: Beschreibe zuerst nur Sichtbares. Deute danach Nähe, Distanz, Blickrichtung und Körperhaltung. Formuliere mindestens zwei unterschiedliche mögliche Beziehungen zwischen den dargestellten Personen.

Stopp-Regel: Aus einem Bild allein kannst Du keine sichere Absicht beweisen. Kennzeichne Deutungen als Hypothesen.

Vergleich: Welche Bildsignale lassen in den beiden Darstellungen ein eher ausgeglichenes oder eher asymmetrisches Gespräch vermuten? Belege mit sichtbaren Details.


Audioanalyse: Gleiche Wörter, andere Wirkung

Die kurze Aufnahme ist sprachlich einfach. Gerade deshalb eignet sie sich als Kontrast.

Hörauftrag:

  1. Notiere nur, was ausdrücklich gesagt wird.
  2. Prüfe, ob Du überhaupt einen deutlichen Untertext belegen kannst.
  3. Erkläre, warum eine Analyse auch zu dem Ergebnis kommen darf: „Kein klarer Untertext nachweisbar.“
  4. Sprecht den Dialog anschließend selbst mit Ironie, Unsicherheit oder Abwehr ein und vergleicht die Wirkung.


Videovergleich: Modell und Anwendung

Vergleichsauftrag: Stelle die Erklärung des Kommunikationsquadrats im Video der Grafik oben gegenüber. Was wird durch Beispiele verständlicher? Welche Aussage musst Du am Originaldialog trotzdem selbst prüfen?


Analysewerkstatt: Dialog A

Eigenes Unterrichtsbeispiel

Lea: „Du hast die Folien ja schon wieder sehr minimal gehalten.“

Sam: „Ich dachte, du magst klare Designs.“

Lea: „Klar. So klar, dass man fast nichts sieht.“

Sam: „Dann kannst du ja ergänzen, was dir fehlt.“

Lea: „Interessant, dass das immer bei mir landet.“

Sam: „Wenn du meinst.“


Auftrag A1: Markieren

Markiere:

  1. Wörter mit möglicher Wertung.
  2. Stellen mit Ironie oder indirekter Kritik.
  3. Stellen, an denen Verantwortung verschoben wird.
  4. eine Stelle, an der der Konflikt nicht offen ausgesprochen wird.


Auftrag A2: Macht und Absicht

Fülle ein Raster:

Figur mögliche Absicht sprachlicher Beleg mögliche Gegenlesart
Lea
Sam


Auftrag A3: Analyseabsatz

Schreibe 120–160 Wörter. Nutze mindestens drei Fachbegriffe: Untertext, Ironie, Gesprächssteuerung, Beziehungsebene, Ausweichstrategie, Machtverhältnis.

Satzstarter: „Die Äußerung … wirkt zunächst …, enthält aber möglicherweise …“


Analysewerkstatt: Dialog B

Nora: „Du warst gestern nicht beim Treffen.“

Emil: „Stimmt.“

Nora: „Wir haben die Rollen verteilt.“

Emil: „Praktisch.“

Nora: „Du kannst die Recherche machen.“

Emil: „Natürlich.“

Nora: „Was heißt das?“

Emil: „Nichts.“


Auftrag B1: Untertext-Treppe

Ordne Deine Deutung in vier Stufen:

  1. Beobachtung: Was steht oder klingt tatsächlich da?
  2. erste Deutung: Was könnte gemeint sein?
  3. Beleg: Welche Formulierung stützt die Deutung?
  4. Alternative: Was könnte stattdessen gemeint sein?


Auftrag B2: Zwei Inszenierungen

Spielt den Dialog zweimal:

  1. Version 1: Nora hat deutlich mehr Macht.
  2. Version 2: Emil kontrolliert das Gespräch stärker.

Verändert nur Betonung, Pausen, Lautstärke, Blick, Sitzposition und Sprechtempo, nicht den Wortlaut.

Auswertung: Welche Inszenierung ist überzeugender? Belege mit mindestens drei konkreten Signalen.


Analysewerkstatt: Dialog C – Mehrdeutigkeit

Aylin: „Schön, dass du auch kommst.“

Ben: „Ich bin doch pünktlich.“

Aylin: „Fast.“

Ben: „Du hast offenbar genau nachgesehen.“

Aylin: „Jemand musste ja anfangen.“

Auftrag: Entwickle zwei vollständig verschiedene Deutungen:

  1. Konflikt zwischen den Figuren.
  2. freundschaftliches Necken ohne echten Konflikt.

Ziel: Zeige, dass Untertext vom Kontext abhängt.


Visualisierung: Analyse-Lupe

WORTLAUT → SITUATION → BEZIEHUNG → ABSICHT → UNTERTEXT → BELEG + ALTERNATIVE

Kurzformel: Nicht „Was denke ich über die Figur?“, sondern „Welche Deutung lässt sich am Material zeigen?“


Hilfestufen


Hilfe 1 – Orientierung

Frage bei jeder Äußerung:

  1. Was sagt die Figur?
  2. Was will sie?
  3. Was vermeidet sie?
  4. Was verändert sich im Gespräch?


Hilfe 2 – Satzstarter

  1. „Die Wortwahl … deutet darauf hin, dass …“
  2. „Durch die Gegenfrage weicht die Figur … aus.“
  3. „Das Machtverhältnis zeigt sich daran, dass …“
  4. „Der Untertext könnte … lauten.“
  5. „Eine alternative Deutung ist …, weil …“


Hilfe 3 – Fachwortbank

Untertext – Figurenabsicht – Gesprächssteuerung – Ironie – Andeutung – Beziehungsebene – Appell – Gegenfrage – Themenwechsel – Bagatellisierung – Machtasymmetrie – Pause – Betonung – Mehrdeutigkeit – Beleg


Lösungen und differenziertes Feedback


Lösungshinweise zu Dialog A

Beobachtung mögliche Deutung
„schon wieder“ Lea stellt das Problem als wiederholt dar und erhöht den Druck.
„sehr minimal“ scheinbar neutrale Beschreibung kann als Kritik funktionieren.
„So klar, dass man fast nichts sieht.“ ironische Zuspitzung; Leas Kritik wird deutlicher.
„Dann kannst du ja ergänzen …“ Sam verschiebt Verantwortung zurück.
„Wenn du meinst.“ möglicher Gesprächsabbruch oder Distanzierung.

Stark: Du belegst jede Deutung und nennst Alternativen.

Noch genauer: Vermeide psychologische Gewissheiten wie „Sam ist faul“. Beschreibe stattdessen Gesprächsverhalten.


Lösungshinweise zu Dialog B

Eine plausible Deutung ist: Nora beansprucht Entscheidungsmacht, weil die Rollen ohne Emil verteilt wurden. Emils knappe Antworten „Praktisch“, „Natürlich“ und „Nichts“ können als ironische Distanz oder Verweigerung gelesen werden. Gleichzeitig bleibt offen, warum Emil beim Treffen fehlte. Deshalb ist auch eine alternative Lesart möglich: Er könnte verunsichert oder schlicht wortkarg sein.


Selbstkontrolle für Analyseabsätze

Prüffrage Ja Noch nicht
Habe ich Wortlaut und Deutung getrennt? □ □
Habe ich mindestens zwei konkrete Belege? □ □
Nutze ich Fachbegriffe präzise? □ □
Kennzeichne ich Unsicherheit? □ □
Prüfe ich eine alternative Deutung? □ □


KI-Spirale: KI als Prüfpartner, nicht als Ersatz

Schritt Dein Handeln
1 Aufgabe verstehen: Markiere Analyseauftrag und Materialgrenzen.
2 Selbst denken: Notiere zuerst eigene Beobachtungen.
3 Eigener Lösungsansatz: Formuliere eine Deutung mit Belegen.
4 Konkrete KI-Frage: Frage zum Beispiel nach einer Gegenlesart, nicht nach „der richtigen Lösung“.
5 Vergleichen: Prüfe die KI-Ausgabe am Originaltext, an einer Regel, im Wörterbuch oder an einer verlässlichen Quelle.
6 Fehler erkennen: Suche erfundene Zitate, unbelegte Motive, falsche Fachbegriffe und zu sichere Behauptungen.
7 Eigene Lösung verbessern: Übernimm nur nachvollziehbare Hinweise.
8 Transparenz: Kennzeichne konkret, wofür KI genutzt wurde.

Beispiel für eine gute KI-Frage: „Nenne zwei alternative Deutungen für Emils Antwort ‚Nichts‘ und gib jeweils an, welche Textstelle dafür oder dagegen spricht. Erfinde keine Informationen außerhalb des Dialogs.“

Prüfauftrag: Wenn die KI behauptet, Emil sei „wütend“, frage: Welcher Beleg zeigt das wirklich?


Wiederholung in 60 Sekunden

  1. Untertext ist eine begründete Zusatzdeutung.
  2. Absicht beschreibt, was eine Figur erreichen will.
  3. Macht zeigt sich in Gesprächssteuerung, Wissen, Entscheidungen und Abhängigkeiten.
  4. Ausweichen kann durch Gegenfrage, Themenwechsel, Unbestimmtheit oder Schweigen erfolgen.
  5. Tonfall verändert Wirkung, beweist aber allein keine Absicht.
  6. Gute Analyse verbindet Beobachtung, Deutung, Beleg und Alternative.


Transfer: Vom Dialog zur eigenen Gestaltung

Erstelle einen Dialog mit sechs bis acht Sprecherwechseln. Vorgaben:

  1. Ein Konflikt wird nie direkt benannt.
  2. Eine Figur weicht mindestens zweimal aus.
  3. Das Machtverhältnis verändert sich.
  4. Ein Satz erhält durch Betonung zwei mögliche Bedeutungen.
  5. Verfasse danach eine 150-Wörter-Analyse Deines eigenen Dialogs.

Medienoption: Produziere zwei Audiofassungen mit identischem Wortlaut und unterschiedlichem Untertext. Vergleiche die Wirkung.


Kompetenzcheck

Bewerte Dich mit sicher / teilweise / noch üben.

Ich kann … sicher teilweise noch üben
Untertext formulieren und belegen. □ □ □
Absicht und Gefühl unterscheiden. □ □ □
Machtverhältnisse an Gesprächssignalen zeigen. □ □ □
Ausweichstrategien benennen. □ □ □
Tonfall und Körpersprache vorsichtig deuten. □ □ □
alternative Lesarten gegeneinander abwägen. □ □ □
KI-Aussagen am Original prüfen. □ □ □


Reflexion

  1. Welche Art von Beleg fällt Dir leicht: Wortwahl, Gesprächsverlauf oder Audio-/Körpersprache?
  2. Wo hast Du zu schnell eine Absicht als sicher angenommen?
  3. Welche Gegenlesart hat Deine erste Deutung verbessert?
  4. Was würdest Du beim nächsten Analyseabsatz gezielter machen?


Folgekurs-Empfehlung

Als nächstes passt: D8 E - Gesprächsstrategien bewerten und selbst einsetzen. Dort kannst Du Analysewissen in Argumentation, Konfliktgespräch und eigene Gesprächsgestaltung übertragen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was beschreibt Untertext am treffendsten? (Eine begründete unausgesprochene Zusatzbedeutung) (!Eine geheime Information, die immer sicher vorhanden ist) (!Die wörtliche Wiederholung eines Satzes) (!Eine Zusammenfassung des Dialogs)




Welche Formulierung ist für eine Analyse am geeignetsten? (Die knappe Antwort kann auf Distanz hindeuten) (!Die Figur ist eindeutig wütend) (!Die Figur denkt bestimmt an Rache) (!Die Figur lügt ganz sicher)




Was ist ein typisches Zeichen für eine Ausweichstrategie? (Eine Gegenfrage statt einer Antwort) (!Eine genaue Begründung) (!Ein direktes Eingeständnis) (!Eine sachliche Definition)




Woran kann sich Gesprächsmacht zeigen? (An der Kontrolle über Themen und Entscheidungen) (!Nur an besonders lauter Stimme) (!Nur am Alter einer Figur) (!Nur an langen Sätzen)




Was gehört zu einer starken Untertextanalyse? (Beobachtung, Deutung, Beleg und alternative Lesart) (!Nur eine Vermutung über Gefühle) (!Nur eine Inhaltsangabe) (!Nur die Anzahl der Sprecherwechsel)




Welche Aussage über Körpersprache ist fachlich sinnvoll? (Sie kann Deutungen stützen, beweist Absichten aber nicht sicher) (!Sie zeigt immer eindeutig die Wahrheit) (!Sie ist wichtiger als der Wortlaut) (!Sie darf ohne Kontext gedeutet werden)




Welche Wirkung kann Ironie haben? (Scheinbares Lob kann indirekte Kritik transportieren) (!Sie macht jede Aussage wörtlich) (!Sie verhindert Mehrdeutigkeit) (!Sie besteht immer aus einer Frage)




Was prüfst Du bei einer KI-Deutung zuerst? (Ob sie am Originaltext belegbar ist) (!Ob sie besonders lang formuliert ist) (!Ob sie viele Fachbegriffe enthält) (!Ob sie selbstbewusst klingt)




Welche Äußerung kann Verantwortung verschieben? (Dann kannst du es ja selbst ergänzen) (!Ich habe meinen Fehler gemacht) (!Ich entscheide das gemeinsam mit dir) (!Ich erkläre meinen Vorschlag)




Warum sind alternative Deutungen wichtig? (Weil Dialoge mehrdeutig sein können) (!Weil Belege dann unnötig werden) (!Weil jede Deutung gleich gut ist) (!Weil der Wortlaut keine Rolle spielt)





Memory

Untertext unausgesprochene mögliche Bedeutung
Appell gewünschte Wirkung auf das Gegenüber
Gegenfrage Ausweichen durch Zurückfragen
Ironie Gesagtes und Gemeintes können auseinanderfallen
Machtasymmetrie ungleich verteilte Gesprächs- oder Entscheidungsmacht
Betonung Hervorhebung verändert die Wirkung
Beleg konkrete Stelle zur Stützung einer Deutung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Themenwechsel Ausweichstrategie
Gesprächssteuerung Machtverhältnis
Betonung Höranalyse
Gegenlesart Mehrdeutigkeit
Textstelle Beleg






Kreuzworträtsel

Untertext Wie heißt eine mögliche unausgesprochene Bedeutung?
Absicht Wie heißt das Ziel, das eine Figur mit ihrer Äußerung verfolgt?
Ironie Wie heißt die Strategie, bei der Gesagtes und Gemeintes auseinanderfallen können?
Status Welcher Begriff bezeichnet die soziale oder situative Stellung im Gespräch?
Ausweichen Wie heißt das Vermeiden einer direkten Antwort?
Betonung Welches Sprechmittel hebt Wörter hörbar hervor?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine nicht ausdrücklich formulierte Zusatzbedeutung nennt man

. Eine Deutung muss durch einen konkreten

gestützt werden. Wenn eine Figur einer Antwort mit einer neuen Frage entgeht, nutzt sie eine

. Die Verteilung von Entscheidungsmöglichkeiten kann ein

sichtbar machen. Eine scheinbar positive Formulierung kann als

gemeint sein. Beim Hören kann die

die Wirkung eines Satzes verändern. Eine zweite plausible Lesart heißt hier

. KI-Ausgaben müssen am

überprüft werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Untertext markieren: Markiere in Dialog A drei Stellen mit möglichem Untertext und schreibe jeweils eine Deutung daneben.
  2. Tonfall testen: Sprich „Mach ruhig“ in drei unterschiedlichen Haltungen ein und kommentiere die Wirkung.
  3. Ausweichstrategien sammeln: Finde in Alltagssprache fünf Formulierungen, mit denen Menschen einer direkten Antwort ausweichen können.
  4. Bildgespräch: Wähle eines der eingebetteten Gesprächsbilder und formuliere zwei mögliche Dialogzeilen, die zur sichtbaren Situation passen.


Standard

  1. Dialog vergleichen: Vergleiche Dialog A und B hinsichtlich Macht, Ausweichen und Konfliktoffenheit.
  2. Audiofassung gestalten: Produziere zwei Audiofassungen von Dialog C mit unterschiedlichem Untertext und begründe Deine Sprechentscheidungen.
  3. Analyseabsatz überarbeiten: Schreibe zuerst selbst einen Analyseabsatz, lasse Dir von KI nur eine Gegenlesart nennen und überarbeite danach mit transparenter Kennzeichnung.
  4. Medienrecherche: Suche eine offen lizenzierte Darstellung eines Gesprächs auf Wikimedia Commons, dokumentiere Lizenz und Quelle und begründe, warum sie sich für eine Untertextaufgabe eignet.


Schwer

  1. Machtwechsel schreiben: Verfasse einen Dialog, in dem die zunächst schwächere Figur durch Information oder Schweigen Gesprächsmacht gewinnt.
  2. Mehrdeutigkeit inszenieren: Entwickle eine Szene, die in zwei gegensätzlichen Deutungen schlüssig gespielt werden kann. Notiere Regiehinweise für beide Versionen.
  3. Deutungen bewerten: Vergleiche drei Interpretationen desselben Dialogs und entscheide begründet, welche Textbelege tragfähig, schwach oder widersprüchlich sind.
  4. Mini-Podcast: Produziere einen drei- bis fünfminütigen Audio-Beitrag „Was man in Dialogen hört, obwohl es nicht gesagt wird“ mit eigenem Beispiel, Gegenlesart und Quellenhinweis.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Dialogdiagnose: Analysiere einen unbekannten Dialog. Zeige, wie Wortwahl, Gesprächsverlauf und Ausweichstrategien zusammen ein Machtverhältnis erzeugen.
  2. Alternative Inszenierung: Erkläre, wie derselbe Wortlaut durch veränderte Betonung und Pausen eine andere Beziehung zwischen den Figuren erzeugen kann.
  3. Belegprüfung: Du erhältst drei Deutungen zu einer Äußerung. Prüfe jede auf Textbelege und ordne sie in gut gestützt, teilweise gestützt oder spekulativ ein.
  4. Transfer auf Alltagssprache: Untersuche einen selbst erfundenen Chatdialog. Zeige, welche Signale schriftlich fehlen und wie Emojis, Satzzeichen oder Antwortzeiten Deutungen beeinflussen können.
  5. KI-Kritik: Prüfe eine KI-Analyse auf erfundene Informationen, unbelegte Motive und ungenaue Fachbegriffe. Verbessere sie mit dem Originaltext.
  6. Mehrdeutigkeit begründen: Entwickle zwei konkurrierende Interpretationen einer Dialogstelle und entscheide anhand der Beleglage, welche stärker gestützt ist, ohne die andere vorschnell auszuschließen.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. Wortlaut und Deutung sauber trennst.
  2. Untertext mit konkreten Belegen absicherst.
  3. Figurenabsichten als Hypothesen formulierst.
  4. Machtverhältnisse und Gesprächssteuerung untersuchst.
  5. Ausweichstrategien präzise benennst.
  6. Audio- und Körpersignale vorsichtig in die Analyse einbeziehst.
  7. mindestens eine alternative Deutung prüfst.
  8. Fachsprache korrekt verwendest.
  9. KI-Unterstützung transparent kennzeichnest und kritisch kontrollierst.
  10. einen eigenen Dialog gestalten und anschließend analysieren kannst.




Mediennachweise und Lizenzen

Die eingebetteten Wikimedia-Commons-Dateien sind über ihre Dateiseiten mit Lizenz- und Urheberangaben dokumentiert. Prüfe bei Weiterverwendung immer die jeweilige Dateiseite.

  1. Renoir – La conversation, 1895
  2. Vier-Seiten-Modell de 2.svg
  3. Facial expressions – The Cartoonist's Art
  4. Pissarro Conversation
  5. Conversation in a Sevillan Courtyard
  6. Dialogue franz greta 1.ogg
  7. Video: Vier Seiten einer Nachricht
  8. Video: Kommunikationsquadrat anwenden


OERs zum Thema


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