D6 G - Standardsprache und Umgangssprache

D6 G - Standardsprache und Umgangssprache
D6 G - Standardsprache und Umgangssprache
Einleitung
Du sprichst nicht in jeder Situation gleich. Mit einer guten Freundin sagst Du vielleicht: „Kommste nachher mit?“ In einer Nachricht an eine Lehrkraft passt eher: „Könnten Sie mir bitte sagen, wann wir uns treffen?“ Beides kann verständlich sein. Entscheidend ist, welche Sprache zur Situation passt.
In diesem aiMOOC lernst Du den Unterschied zwischen Standardsprache und Umgangssprache beziehungsweise alltäglicher mündlicher Sprache. Du übst, Äußerungen zu erkennen, zu vergleichen und für verschiedene Personen und Situationen passend umzuformulieren. Dabei geht es nicht darum, Umgangssprache als „schlecht“ zu bewerten. Du sollst lernen, sprachlich flexibel zu sein.

Lernziele: Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was Standardsprache und Umgangssprache sind. Du kannst typische Merkmale erkennen, einen passenden Sprachstil auswählen und Nachrichten adressatengerecht umformulieren. Außerdem kannst Du eine KI so nutzen, dass sie Dir beim Überarbeiten hilft, ohne dass Du ihre Vorschläge ungeprüft übernimmst.
Was ist Standardsprache?
Die Standardsprache ist eine standardisierte Form einer Sprache. Für das Deutsche gibt es Regeln und Konventionen, die zum Beispiel in Wörterbüchern und Grammatiken beschrieben werden. Standardsprache wird in vielen Bereichen verstanden und verwendet, etwa in der Schule, in Sachtexten, in Nachrichten, bei Vorträgen und in vielen offiziellen Gesprächen.
Standardsprache kann gesprochen und geschrieben werden. Eine Präsentation vor der Klasse kann standardsprachlich sein, obwohl sie gesprochen wird. Eine formelle E-Mail kann standardsprachlich sein, obwohl sie geschrieben wird.
Typische Merkmale sind vollständige oder klar gebaute Sätze, allgemein verständliche Wörter, eher neutrale Formulierungen und eine Aussprache beziehungsweise Schreibweise, die nicht stark an eine einzelne Alltagssituation gebunden ist.
Beispiel: „Ich kann heute leider nicht zum Training kommen, weil ich einen Arzttermin habe.“
Was ist Umgangssprache?
Umgangssprache wird häufig im Alltag verwendet. Sie kann locker, persönlich und spontan wirken. Sie verändert sich je nach Region, Alter, Gruppe und Situation. Umgangssprache ist deshalb nicht überall gleich.
In alltäglicher mündlicher Sprache werden Wörter oft verkürzt oder zusammengezogen. Manchmal bleiben Satzteile weg, weil alle Beteiligten wissen, worum es geht. Auch Wörter wie „cool“, „mega“, „krass“, „halt“, „mal“ oder „echt“ können vorkommen. Solche Wörter passen aber nicht automatisch in jede Gruppe und jede Situation.
Beispiel: „Kann heut nicht zum Training, hab 'nen Termin.“
Wichtig ist: Umgangssprache ist nicht einfach falsch. Sie kann unter Freunden genau passend sein. In einem Referat, einer Bewerbung oder einer höflichen Anfrage ist häufig eine standardsprachliche Form geeigneter.

Gesprochen oder geschrieben ist nicht dasselbe wie standardsprachlich oder umgangssprachlich
Ein häufiger Denkfehler lautet: „Gesprochen ist Umgangssprache, geschrieben ist Standardsprache.“ Das stimmt nicht. Entscheidend sind Situation, Ziel und Adressat.
| Form | Beispiel | Möglicher Sprachstil |
|---|---|---|
| gesprochen | Referat vor der Klasse | eher Standardsprache |
| gesprochen | Gespräch mit einem guten Freund in der Pause | oft Alltagssprache oder Umgangssprache |
| geschrieben | E-Mail an das Schulsekretariat | eher Standardsprache |
| geschrieben | Chat mit einer Freundin | oft Umgangssprache |
Zwei Sprachstile im Vergleich
| Bedeutung | Eher umgangssprachlich | Eher standardsprachlich |
|---|---|---|
| um Hilfe bitten | „Kannste mir mal helfen?“ | „Kannst du mir bitte helfen?“ |
| bei einer Lehrkraft nachfragen | „Wann gibt's die Blätter?“ | „Könnten Sie bitte sagen, wann wir die Arbeitsblätter bekommen?“ |
| absagen | „Schaff's heut nicht.“ | „Ich schaffe es heute leider nicht.“ |
| etwas nicht verstehen | „Check ich nicht.“ | „Ich verstehe das noch nicht.“ |
| um Wiederholung bitten | „Hä? Nochmal.“ | „Kannst du das bitte noch einmal erklären?“ |
Die rechte Spalte ist nicht immer die einzig mögliche Form. Sprache bietet fast immer mehrere passende Lösungen. Wichtig ist, dass Deine Formulierung verständlich, respektvoll und situationsgerecht ist.
Der WAS-Check für passende Formulierungen
Bevor Du sprichst oder schreibst, kannst Du drei Fragen prüfen:
| Buchstabe | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| W | Wem sage oder schreibe ich etwas? | Freund, Lehrkraft, Sekretariat, unbekannte Person |
| A | Welchen Anlass gibt es? | verabreden, entschuldigen, nachfragen, informieren |
| S | Welche Situation und welcher Kanal liegen vor? | Pausengespräch, Chat, E-Mail, Referat |
Erst danach entscheidest Du über Anrede, Wortwahl, Satzbau und Höflichkeit.
Dialog 1: In der Pause
Mira: „Ey, kommste nachher mit zum Bolzplatz?“ Sam: „Weiß noch nicht. Muss erst Hausis machen.“ Mira: „Okay, schreib einfach.“
Der Dialog ist locker und passt zu zwei befreundeten Kindern. Verkürzungen wie „kommste“ oder „Hausis“ sind typische Merkmale informeller Alltagssprache. In einem offiziellen Schreiben wären sie unpassend.
Dialog 2: Im Unterricht
Sam: „Frau Keller, könnten Sie bitte noch einmal erklären, wie wir Aufgabe 4 bearbeiten sollen?“ Lehrkraft: „Ja. Lest zuerst den Text und markiert anschließend die wichtigsten Informationen.“ Sam: „Danke.“
Hier passt ein neutraler, höflicher Sprachstil. Die Sätze sind klar und die Bitte ist adressatengerecht.
Chat-Werkstatt: Gleiche Absicht, anderer Sprachstil

| Situation | Unpassende oder sehr lockere Nachricht | Passendere Formulierung |
|---|---|---|
| Chat an einen Freund | „Guten Tag. Ich möchte höflich anfragen, ob du heute um 16 Uhr Zeit hast.“ | „Hi, hast du heute gegen vier Zeit?“ |
| Nachricht an eine Lehrkraft | „Ey, hab das Blatt verloren. Schick mal neu.“ | „Guten Tag Frau Neumann, ich habe mein Arbeitsblatt leider verloren. Könnten Sie mir bitte sagen, wo ich es noch einmal bekommen kann? Vielen Dank.“ |
| Anfrage im Sekretariat | „Wo ist eigentlich Frau Braun?“ | „Guten Tag, könnten Sie mir bitte sagen, wo ich Frau Braun erreichen kann?“ |
Du siehst: Auch eine zu formelle Formulierung kann in einem privaten Chat unnatürlich wirken. Situationsgerecht bedeutet nicht immer „möglichst förmlich“.
Hörwerkstatt: Hören, vergleichen, selbst einsprechen

Lass Dir die folgenden Mini-Dialoge von zwei Personen vorlesen oder nimm sie selbst als Audio auf. Höre zuerst nur zu. Entscheide danach, welcher Sprachstil überwiegt und woran Du das erkennst.
Hörbeispiel A: „Kommst du gleich runter?“ – „Ja, warte kurz. Bin in zwei Minuten da.“ – „Okay, bis gleich.“
Hörbeispiel B: „Guten Morgen. Ich möchte mich erkundigen, ob das Fundbüro heute geöffnet ist.“ – „Ja, es ist bis 13 Uhr geöffnet.“ – „Vielen Dank für die Auskunft.“
Hörbeispiel C: „Frau Özdemir, ich habe die Aufgabe noch nicht ganz verstanden. Könnten Sie mir bitte einen Hinweis geben?“ – „Natürlich. Schau dir zuerst das Beispiel oben auf der Seite an.“
Auftrag: Markiere nach dem Hören gedanklich Signale wie Anrede, Satzbau, Wortwahl und Höflichkeit. Sprecht anschließend in Partnerarbeit eines der Hörbeispiele in einem anderen Sprachstil ein.
Als kurzer Hörimpuls zu einer standardsprachlichen Aussprache kannst Du auch eine freie Aufnahme auf Wikimedia Commons anhören:
Diese Aufnahme zeigt die Aussprache des Wortes „Bern“ in Schweizer Standarddeutsch. Sie erinnert daran, dass auch Standardsprache unterschiedliche nationale und regionale Ausprägungen haben kann.
Video: Umgangssprache und Standarddeutsch im Dialog
Das folgende Video stellt Umgangssprache und Standarddeutsch in einem Dialog gegenüber. Achte darauf, welche Wörter, Verkürzungen und Satzformen verändert werden. Die Sprecher weisen selbst darauf hin, dass regionale und altersbezogene Unterschiede möglich sind.
Beobachtungsauftrag: Notiere drei umgangssprachliche Wendungen aus dem Video und formuliere zu jeder eine neutrale standardsprachliche Variante. Übernimm keine Formulierung nur deshalb, weil sie im Video vorkommt: Prüfe immer, zu welcher Situation sie passt.
Interaktive Umformulierungs-Werkstatt
Ordne jeder lockeren Formulierung eine passendere standardsprachliche Form zu.
| Umgangssprachliche Formulierung | Passendere standardsprachliche Formulierung |
|---|---|
| „Check ich nicht.“ | „Ich verstehe das noch nicht.“ |
| „Kannste kurz helfen?“ | „Kannst du mir bitte kurz helfen?“ |
| „Bin gleich da.“ | „Ich bin gleich da.“ |
| „Schick mal rüber.“ | „Kannst du mir das bitte schicken?“ |
| „Kein Plan.“ | „Ich weiß es nicht.“ |
Überlege danach: Welche standardsprachliche Form könnte trotzdem noch zu locker für eine Nachricht an eine unbekannte erwachsene Person sein? Begründe Deine Entscheidung.
Formulierungs-Baukasten
Wenn Dir eine passende Formulierung schwerfällt, helfen Satzanfänge.
| Ziel | Möglicher Satzanfang |
|---|---|
| höflich fragen | „Könnten Sie mir bitte sagen, …“ |
| um Hilfe bitten | „Könnten Sie mir bitte helfen, …“ |
| sich entschuldigen | „Es tut mir leid, dass …“ |
| etwas erklären | „Ich möchte kurz erklären, warum …“ |
| um Wiederholung bitten | „Kannst du das bitte noch einmal erklären?“ |
| freundlich abschließen | „Vielen Dank für Ihre Hilfe.“ |
Diese Satzanfänge sind Hilfen, keine starren Regeln. Eine Nachricht an einen guten Freund darf kürzer und lockerer sein.
KI-Werkstatt: Eine Nachricht adressatengerecht verbessern
Eine KI kann Dir Vorschläge für Formulierungen geben. Sie entscheidet aber nicht für Dich, ob ein Vorschlag wirklich zu Deiner Situation passt.
Ausgangsnachricht an eine Lehrkraft: „Ey, ich kapier die Hausi nicht. Schick mal Lösung.“
Deine Aufgabe: Überarbeite die Nachricht zuerst selbst. Nutze danach eine KI und gib ihr einen klaren Arbeitsauftrag, zum Beispiel: „Formuliere diese Nachricht höflich und verständlich für eine Lehrkraft in Klasse 6. Die Nachricht soll nicht übertrieben förmlich sein. Bitte frage nach einem Hinweis statt nach der fertigen Lösung.“
Mögliche überarbeitete Fassung: „Guten Tag Frau Berger, ich habe Schwierigkeiten mit der Hausaufgabe, besonders mit Aufgabe 3. Könnten Sie mir bitte einen Hinweis geben, wie ich anfangen kann? Vielen Dank.“
Prüfe den KI-Vorschlag mit dem WAS-Check. Achte darauf, keine Namen, Adressen, Telefonnummern oder andere persönliche Daten in ein öffentliches KI-System einzugeben. Verwende für Übungen erfundene Namen und Situationen.
Mini-Training: Welche Form passt besser?
| Situation | Passende Formulierung |
|---|---|
| Du fragst einen Freund nach einem Treffpunkt. | „Wo treffen wir uns?“ |
| Du fragst im Sekretariat nach einem Raum. | „Könnten Sie mir bitte sagen, wo Raum 204 ist?“ |
| Du schreibst Deiner Schwester, dass Du später kommst. | „Bin etwa zehn Minuten später da.“ |
| Du beginnst ein Referat. | „Heute möchte ich euch erklären, wie Vulkane entstehen.“ |
| Du entschuldigst Dich bei einer Lehrkraft für eine verspätete Abgabe. | „Es tut mir leid, dass ich die Aufgabe verspätet abgegeben habe.“ |
Merksätze
Merksatz 1: Standardsprache ist nicht nur Schriftsprache. Sie kann auch gesprochen werden.
Merksatz 2: Umgangssprache ist nicht automatisch falsch. Sie passt oft gut zu vertrauten Alltagssituationen.
Merksatz 3: Gute Sprecherinnen und Sprecher können ihren Sprachstil an Adressat, Anlass und Situation anpassen.
Merksatz 4: In Chats kann man umgangssprachlich schreiben, obwohl Chatnachrichten schriftlich sind.
Merksatz 5: Höflichkeit hängt nicht nur von einzelnen Wörtern ab, sondern auch von Ton, Satzbau und Situation.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt Standardsprache am besten? (Eine standardisierte Sprachform, die in vielen Bereichen verwendet und verstanden wird) (!Eine Sprache, die nur in Büchern vorkommt) (!Eine Sprache, die nur Erwachsene sprechen) (!Eine Sprache ohne Regeln)
Welche Aussage über Umgangssprache stimmt? (Sie wird oft in vertrauten Alltagssituationen verwendet) (!Sie ist in jeder Situation falsch) (!Sie darf nur geschrieben werden) (!Sie ist überall genau gleich)
Welche Formulierung passt am besten zu einer höflichen Nachfrage bei einer Lehrkraft? (Könnten Sie mir bitte noch einmal erklären, wie ich beginnen soll?) (!Ey, erklär mal nochmal) (!Check ich nicht) (!Sag schnell, wie das geht)
Welche Aussage ist richtig? (Auch gesprochene Sprache kann Standardsprache sein) (!Gesprochene Sprache ist immer Umgangssprache) (!Geschriebene Sprache ist immer Standardsprache) (!Chats sind immer formell)
Was prüfst Du beim WAS-Check zuerst mit dem W? (Wem Du etwas sagst oder schreibst) (!Wie viele Wörter Du verwendest) (!Welche Farbe der Text hat) (!Wie schnell Du sprichst)
Welche Nachricht passt am besten an ein Schulsekretariat? (Guten Tag, könnten Sie mir bitte sagen, wann das Sekretariat geöffnet ist?) (!Ey, wann habt ihr offen?) (!Wann offen?) (!Schickt mal Zeiten)
Was ist ein typisches Merkmal alltäglicher mündlicher Sprache? (Wörter oder Sätze können verkürzt werden) (!Jeder Satz muss sehr lang sein) (!Es dürfen nur Fachwörter vorkommen) (!Jede Aussage braucht eine schriftliche Anrede)
Welche Aussage zu situationsgerechter Sprache stimmt? (Die passende Form hängt von Adressat, Anlass und Situation ab) (!Man muss immer möglichst förmlich sprechen) (!Unter Freunden muss man Standardsprache vermeiden) (!Alle Menschen erwarten denselben Sprachstil)
Was solltest Du bei einer KI-Überarbeitung tun? (Den Vorschlag prüfen und an Deine Situation anpassen) (!Jeden Vorschlag unverändert übernehmen) (!Persönliche Daten immer vollständig eingeben) (!Die KI über den Adressaten im Unklaren lassen)
Welche Formulierung ist eine neutrale standardsprachliche Variante von „Kein Plan“? (Ich weiß es nicht) (!Ich check null) (!Keine Ahnung, Digga) (!Nix kapiert)
Memory
| Standardsprache | standardisierte Sprachform für viele Situationen |
| Umgangssprache | lockerer Sprachgebrauch im Alltag |
| Adressat | Person, an die eine Äußerung gerichtet ist |
| Anlass | Grund für eine Nachricht oder ein Gespräch |
| Sprachstil | Art, wie etwas formuliert wird |
| Höflichkeit | respektvoller Umgang mit anderen |
| Umformulieren | denselben Inhalt anders ausdrücken |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| „Hi, kommst du später mit?“ | Chat mit einem Freund |
| „Könnten Sie mir bitte weiterhelfen?“ | Frage an eine unbekannte erwachsene Person |
| „Heute erkläre ich euch unser Experiment.“ | Referat vor der Klasse |
| „Bin gleich da.“ | lockere Nachricht an ein Familienmitglied |
| „Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.“ | höfliche schulische E-Mail |
Kreuzworträtsel
| Standardsprache | Wie heißt eine standardisierte Sprachform, die in vielen Bereichen verwendet wird? |
| Umgangssprache | Wie heißt die lockere Sprache des täglichen Umgangs? |
| Adressat | Wie heißt die Person, an die eine Nachricht gerichtet ist? |
| Situation | Welches Wort bezeichnet den Zusammenhang, in dem gesprochen oder geschrieben wird? |
| Höflichkeit | Welches Wort beschreibt einen respektvollen sprachlichen Umgang? |
| Wortwahl | Wie heißt die Entscheidung dafür, welche Wörter man verwendet? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Sprachdetektiv: Sammle fünf Formulierungen, die Du in einer erfundenen Alltagsszene hören könntest. Ordne sie eher der Standardsprache oder eher der Umgangssprache zu und begründe zwei Entscheidungen.
- Dialog: Schreibe einen kurzen Pausendialog zwischen zwei Freunden. Formuliere denselben Inhalt danach so, dass er zu einem Gespräch mit einer Lehrkraft passt.
- Chat: Gestalte einen erfundenen Chat mit vier Nachrichten. Unterstreiche zwei Stellen, an denen Du typische Alltagssprache verwendet hast.
- Hörbeispiel: Lies einen der Dialoge aus dem aiMOOC laut vor und nimm ihn auf. Sprich ihn danach in einem anderen Sprachstil ein und vergleiche beide Aufnahmen.
Standard
- Adressatengerechtes Schreiben: Formuliere dieselbe Bitte dreimal: an einen Freund, an eine Lehrkraft und an das Schulsekretariat. Erkläre die Unterschiede.
- Rollenspiel: Spielt zu zweit eine Szene am Bus, in der Schule oder im Sportverein. Wechselt nach einer Minute den Adressaten und passt euren Sprachstil hörbar an.
- Umformulieren: Überarbeite die Nachricht „Ey, hab mein Zeug vergessen. Was jetzt?“ für eine Lehrkraft. Begründe mindestens drei Veränderungen.
- KI-Aufgabe: Überarbeite zuerst selbst die Nachricht „Ey, ich kapier die Hausi nicht. Schick mal Lösung.“ für eine Lehrkraft. Lass danach eine KI eine zweite Fassung erzeugen, ohne persönliche Daten einzugeben. Vergleiche beide Fassungen mit dem WAS-Check und entscheide, welche besser passt.
Schwer
- Sprachregister: Untersuche einen selbst erfundenen Dialog, in dem eine Person zu förmlich oder zu locker spricht. Schreibe eine verbesserte Fassung und erkläre die Wirkung.
- Interview: Befrage mit Erlaubnis zwei Personen unterschiedlichen Alters dazu, wann sie eher locker und wann eher standardsprachlich sprechen. Notiere keine privaten Daten und fasse Gemeinsamkeiten und Unterschiede zusammen.
- Podcast: Produziere einen zwei- bis dreiminütigen Audio-Beitrag mit zwei Versionen derselben Szene. Erkläre anschließend, welche sprachlichen Merkmale Du verändert hast.
- Medienanalyse: Vergleiche die Sprache in einem erfundenen privaten Chat mit der Sprache eines selbst verfassten kurzen Schulinfos. Untersuche Anrede, Wortwahl, Satzbau und Höflichkeit.


Lernkontrolle
- Adressatenwechsel: Du möchtest wissen, ob eine Sportstunde ausfällt. Formuliere eine Nachricht an einen Freund und eine Nachricht an die Trainerin. Erkläre mindestens drei Unterschiede.
- Sprachwirkung: Erkläre, warum die Nachricht „Wo bleiben die Infos?“ in einem Freundeschat passend, in einer formellen Anfrage aber unhöflich wirken könnte. Formuliere eine passende Alternative.
- Fehlvorstellung: Widerlege die Aussage „Alles Gesprochene ist Umgangssprache und alles Geschriebene ist Standardsprache“ mit zwei eigenen Gegenbeispielen.
- Situationsanalyse: Eine Schülerin beginnt ein Referat mit „Ey Leute, heute laber ich mal über Vulkane“. Erkläre, welche Wirkung das haben kann, und formuliere einen sachlicheren Einstieg, ohne unnatürlich förmlich zu werden.
- KI-Kritik: Eine KI macht aus „Kann ich morgen nachschreiben?“ den Satz „Hochverehrte Lehrkraft, gestatten Sie mir die höfliche Anfrage, ob eine Nachholung der Leistungsfeststellung am morgigen Tage möglich wäre.“ Beurteile die Fassung und schreibe eine angemessenere Version.
- Transfer: Entwickle für eine selbst gewählte Situation zwei sprachlich passende Versionen derselben Botschaft. Beschreibe, welche Rolle Adressat, Anlass und Situation bei Deiner Entscheidung gespielt haben.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe auswendig kennst, sondern Sprache passend anwenden kannst.
- Du kannst Standardsprache und Umgangssprache in eigenen Worten unterscheiden.
- Du erkennst, dass gesprochene Sprache standardsprachlich und geschriebene Sprache umgangssprachlich sein kann.
- Du kannst typische Merkmale wie Verkürzungen, lockere Wortwahl, vollständige Sätze, Anrede und Höflichkeitsformen beschreiben.
- Du kannst mit dem WAS-Check Adressat, Anlass und Situation berücksichtigen.
- Du kannst denselben Inhalt für verschiedene Adressaten passend umformulieren.
- Du kannst erklären, warum eine Formulierung in einer Situation passend und in einer anderen unpassend sein kann.
- Du kannst KI-Vorschläge kritisch prüfen und überarbeiten, ohne persönliche Daten unnötig weiterzugeben.
OERs zum Thema
Die folgenden Wikipedia-Artikel bieten weiterführende Informationen:
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