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D6 E - MOOCwiki als selbstständige Lernumgebung nutzen

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D6 E - MOOCwiki als selbstständige Lernumgebung nutzen



Einleitung

MOOCwiki kann für Dich mehr sein als eine Sammlung einzelner Lernseiten: Du kannst die Plattform als selbstständige Lernumgebung nutzen. Das bedeutet, dass Du nicht nur Aufgaben bearbeitest, die Dir jemand vorgibt. Du lernst, Dir selbst ein sinnvolles Ziel zu setzen, passende Lernangebote auszuwählen, Deinen Fortschritt zu überprüfen und Deinen Lernweg begründet zu verändern.

Dieser aiMOOC richtet sich an Lernende der Klasse 6 auf E-Niveau. E-Niveau bedeutet hier: Du sollst nicht nur wiedergeben, sondern zunehmend vergleichen, begründen, planen, überprüfen und übertragen. Du arbeitest deshalb mit Diagnoseaufgaben, Lernpfaden, Kompetenzprofilen, Kursvergleichen und Reflexionsinstrumenten.

Freies Medium: „Students learning in class.jpg“, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Dein Grundprinzip lautet:

Ziel setzen → Angebot auswählen → lernen → Fortschritt prüfen → Lernweg anpassen → Ergebnis nachweisen

Das passt zu selbstreguliertem Lernen. Dabei steuerst Du wichtige Teile Deines Lernprozesses selbst und beobachtest, ob Deine Strategie funktioniert. Lernstrategien sind dabei keine Tricks, sondern bewusst gewählte Handlungspläne für ein Lernziel.


Was Du in diesem aiMOOC lernst

Nach der Arbeit mit diesem Kurs kannst Du:

  1. Lernziele so formulieren, dass Du später prüfen kannst, ob Du sie erreicht hast.
  2. Lernangebote in MOOCwiki nach Ziel, Schwierigkeit, Zeitbedarf, Übungsform und Rückmeldung vergleichen.
  3. aus Diagnoseergebnissen einen passenden Lernweg ableiten.
  4. Deinen Lernfortschritt mit einem Kompetenzprofil und kurzen Lernnachweisen sichtbar machen.
  5. Deinen Lernplan verändern, wenn ein Angebot zu leicht, zu schwer, zu lang oder nicht passend ist.
  6. begründen, warum Du einen bestimmten Lernweg gewählt oder verändert hast.
  7. MOOCwiki für langfristige Kompetenzentwicklung, die Vorbereitung auf Klasse 7, Vertiefungen und fächerübergreifende Projekte nutzen.


MOOCwiki als Lernumgebung verstehen

MOOCwiki verbindet offene Lernkurse mit Bereichen für Orientierung, Auswahl und Fortschritt. Für selbstständiges Lernen sind besonders diese Bausteine wichtig: Mediathek, Wunschliste, Picker, Lernplan, Mein Lernbereich, Mein Lernstand, Lernpakete und der Lernbegleiter NOAH.

Freies Medium: „Students using a computer laptop.jpg“, Wikimedia Commons, CC0.

Ein sinnvoller Ablauf kann so aussehen:

Schritt Werkzeug oder Handlung Deine Leitfrage Ergebnis
1. Entdecken Mediathek Was möchte ich lernen oder verbessern? mögliche Kurse und Materialien
2. Merken Wunschliste Welche Angebote könnten später nützlich sein? persönliche Vorauswahl
3. Auswählen Picker Welches Angebot passt jetzt am besten zu meinem Ziel? gezielte Übernahme
4. Planen Lernplan In welcher Reihenfolge arbeite ich? nachvollziehbarer Lernweg
5. Lernen aiMOOC, Lernpakete, Medien und Aufgaben Welche Strategie hilft mir? bearbeitete Lernschritte
6. Fragen NOAH Was verstehe ich noch nicht? gezielte Klärung und Vertiefung
7. Prüfen Mein Lernstand und eigene Lernnachweise Was kann ich jetzt besser als vorher? sichtbarer Fortschritt
8. Anpassen Lernplan verändern Was ist mein nächster sinnvoller Schritt? verbesserter Lernweg

Wichtig: Ein digitales Werkzeug entscheidet nicht für Dich. Auch bei KI-Unterstützung prüfst Du Antworten am Kursinhalt, an verlässlichen Quellen und bei Bedarf mit Deiner Lehrkraft. Du begründest die Entscheidung.


Lernangebote unterscheiden und vergleichen

Nicht jedes Angebot erfüllt denselben Zweck. Ein einzelner aiMOOC kann ein klar abgegrenztes Thema erklären und üben. Ein Lernpaket kann mehrere Inhalte zu einem längeren Weg bündeln. Die Mediathek hilft beim Entdecken. Ein eigener Lernplan ist besonders dann sinnvoll, wenn Du Angebote aus verschiedenen Bereichen kombinieren willst.

Angebot Besonders geeignet für Stärke Darauf achtest Du
Einzelner aiMOOC ein klar abgegrenztes Lernziel direkter Einstieg mit Input und Aufgaben Passt die Schwierigkeit wirklich zu Deinem Ziel?
Lernpaket mehrere zusammengehörige Lernschritte vorstrukturierte Reihenfolge Brauchst Du wirklich alle Teile?
Mediathek + eigener Lernplan individuelle oder fachübergreifende Ziele hohe Wahlfreiheit Ist Deine Reihenfolge sinnvoll und realistisch?
NOAH als Lernbegleiter Fragen, Erklärungen und Vertiefungen Hilfe direkt beim Lernen Prüfe wichtige Aussagen und übernimm sie nicht ungeprüft.


Der 5-Punkte-Kurscheck

Bevor Du einen Kurs in Deinen Lernplan übernimmst, prüfst Du fünf Fragen. Für jede Frage notierst Du ja, teilweise oder nein.

Prüffrage Ja Teilweise Nein
Hilft mir das Angebot direkt bei meinem Lernziel?
Ist die Schwierigkeit passend: fordernd, aber machbar?
Enthält das Angebot Aufgaben, mit denen ich selbst aktiv werde?
Kann ich meinen Fortschritt überprüfen?
Passt der Zeitbedarf zu meinem Plan?

Entscheidungsregel: Viele „Ja“ sprechen für eine gute Passung. Bei mehreren „Nein“ suchst Du ein anderes Angebot oder veränderst Dein Ziel. Bei „Teilweise“ formulierst Du, was noch fehlt.


Selbstreguliertes Lernen: Dein Lernkreislauf

Selbstreguliertes Lernen bedeutet, dass Du Deinen Lernprozess nicht einfach laufen lässt. Du planst, beobachtest und wertest aus. Danach beginnt der Kreislauf erneut.

Freies Medium: „Section 2 self regulated learning model.png“, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Für Klasse 6 kannst Du den Kreislauf so verwenden:

Phase Deine Aufgabe Beispiel
Planen Ziel und ersten Lernschritt festlegen „Ich möchte Bruchrechnen sicherer erklären und anwenden können.“
Handeln passende Aufgaben bearbeiten und Strategien nutzen Erklärtext lesen, Beispiel prüfen, Aufgaben lösen
Beobachten Fehler, Unsicherheiten und Erfolge notieren „Beim Kürzen bin ich sicher, beim Addieren noch nicht.“
Bewerten prüfen, ob das Ziel näher gerückt ist Mini-Test, eigene Erklärung oder Transferaufgabe
Anpassen nächsten Schritt begründet verändern „Ich brauche noch einen Übungskurs zum Addieren von Brüchen.“


Lernziele so setzen, dass sie Dir helfen

Ein gutes Lernziel ist weder „Mathe machen“ noch „besser werden“. Es beschreibt möglichst klar, was Du können willst und woran Du erkennst, dass Du es kannst.

Freies Medium: „Smart criteria.svg“, Wikimedia Commons, CC0.

Du kannst Dich an der SMART-Idee orientieren. Für den Schulalltag reicht diese kindgerechte Prüfform:

  1. Klar: Was will ich genau lernen?
  2. Prüfbar: Woran erkenne ich meinen Fortschritt?
  3. Machbar: Passt das Ziel zu meinem aktuellen Stand?
  4. Sinnvoll: Warum ist das Ziel für mich wichtig?
  5. Terminiert: Bis wann will ich einen Fortschritt sehen?

Zu ungenau: „Ich will besser in Deutsch werden.“

Besser: „In den nächsten vier Wochen will ich meine Texte so überarbeiten, dass ich Satzanfänge abwechslungsreicher verwende. Jede Woche überarbeite ich einen eigenen Text und markiere mindestens drei verbesserte Satzanfänge.“

Optionales Lernvideo von Studyflix zum Erstellen eines Lernplans. Externe Videos sind kein OER; Urheberrechte und Plattformbedingungen bleiben beim Anbieter. Schulische Datenschutzregeln sind zu beachten.


Vom Wunsch zum überprüfbaren Ziel

Nutze diese Zielkarte:

Feld Dein Eintrag
Mein Kompetenzbereich
Das kann ich schon
Das will ich als Nächstes können
Daran erkenne ich Erfolg
Dafür plane ich Zeit ein
Mein erster Lernschritt


Diagnose: Wo stehst Du gerade?

Bevor Du einen Lernweg auswählst, brauchst Du eine Startdiagnose. Eine Diagnose ist hier keine Note. Sie soll Dir helfen, eine gute Entscheidung zu treffen.


Vier Diagnoseaufgaben

  1. Erklären: Wähle einen Kompetenzbereich, den Du verbessern möchtest. Erkläre in drei bis fünf Sätzen, was Du darin bereits sicher kannst.
  2. Anwenden: Bearbeite eine typische Aufgabe aus diesem Bereich ohne Hilfe. Markiere anschließend die Stelle, an der Du unsicher wurdest.
  3. Vergleichen: Suche zwei passende Lernangebote in MOOCwiki. Vergleiche Ziel, Schwierigkeit, Aufgabenform, Zeitbedarf und Rückmeldung.
  4. Entscheiden: Wähle eines der Angebote und begründe Deine Wahl mit mindestens drei Kriterien.


Auswertung der Diagnose

Gib Dir für jede Diagnoseaufgabe 0, 1 oder 2 Punkte:

  1. 0 Punkte: Ich konnte die Aufgabe noch nicht sinnvoll bearbeiten.
  2. 1 Punkt: Ich konnte einen Teil bearbeiten, brauchte aber deutliche Hilfe.
  3. 2 Punkte: Ich konnte die Aufgabe selbstständig und nachvollziehbar bearbeiten.
Ergebnis Passender Start Dein nächster Schritt
0–3 Punkte Orientierungsweg Ziel verkleinern, Grundlagenkurs wählen, kurze Schritte planen
4–6 Punkte Aufbauweg passendes Übungsangebot wählen und Fortschritt regelmäßig prüfen
7–8 Punkte Vertiefungsweg anspruchsvollere Transferaufgaben oder fachübergreifende Anwendung wählen

Die Punktzahl ist nur eine Entscheidungshilfe. Wenn Du zum Beispiel sehr wenig Vorwissen hast, aber schnell lernst, kann Dein Weg trotzdem anders aussehen. Wichtig ist Deine Begründung.


Kompetenzprofil: Deinen Fortschritt sichtbar machen

Ein Kompetenzprofil zeigt nicht nur, wie viele Aufgaben Du erledigt hast. Es beschreibt, wie selbstständig und sinnvoll Du lernst.

Kompetenz Stufe 1: Start Stufe 2: Auf Kurs Stufe 3: Sicher Stufe 4: Transfer
Ziele setzen Ich formuliere einen Wunsch. Ich formuliere ein klares Ziel. Ich formuliere ein prüfbares und realistisches Ziel. Ich passe mein Ziel begründet an neue Erkenntnisse an.
Angebote auswählen Ich nehme den ersten Treffer. Ich prüfe ein Kriterium. Ich vergleiche mehrere Kriterien. Ich wähle passend zum Ziel und kann Alternativen begründet verwerfen.
Lernweg planen Ich beginne ohne Reihenfolge. Ich plane einzelne Schritte. Ich plane Reihenfolge, Zeit und Kontrollpunkte. Ich kombiniere Angebote aus mehreren Bereichen sinnvoll.
Fortschritt prüfen Ich schaue nur, ob ich fertig bin. Ich prüfe einzelne Aufgaben. Ich nutze Lernnachweise und Fehleranalysen. Ich leite aus Ergebnissen den nächsten Lernschritt ab.
Lernweg anpassen Ich bleibe beim Plan, auch wenn er nicht passt. Ich ändere nach Hinweis. Ich ändere selbstständig mit Begründung. Ich vergleiche mehrere Anpassungsmöglichkeiten und wähle die sinnvollste.
Reflektieren Ich sage „gut“ oder „schlecht“. Ich nenne Erfolg oder Problem. Ich erkläre Ursache und Wirkung. Ich formuliere eine konkrete Konsequenz für zukünftiges Lernen.

E-Niveau-Ziel: Versuche in mehreren Bereichen Stufe 3 zu erreichen und mindestens einmal Stufe 4 durch eine Transferentscheidung zu zeigen.


Mein Profil heute

Trage für jede Kompetenz Deine Stufe ein. Markiere danach höchstens zwei Bereiche als Fokus. Ein gutes Lernprofil zeigt nicht, dass überall alles perfekt ist. Es hilft Dir, den nächsten sinnvollen Schritt zu erkennen.

Kompetenz Meine Stufe heute Beleg Nächster Schritt
Ziele setzen
Angebote auswählen
Lernweg planen
Fortschritt prüfen
Lernweg anpassen
Reflektieren


Komplexer Lernpfad: Entscheiden statt nur abarbeiten

Ein Lernpfad ist besonders hilfreich, wenn er Entscheidungspunkte enthält. Du gehst also nicht immer automatisch zum nächsten Kapitel.

Station Aktion Prüffrage Entscheidung
START Kompetenzbereich wählen Warum ist er wichtig? Zielkarte ausfüllen
DIAGNOSE Startaufgabe bearbeiten Was kann ich schon? Orientierungs-, Aufbau- oder Vertiefungsweg
AUSWAHL mindestens zwei Angebote vergleichen Welches passt am besten? Angebot in Lernplan übernehmen
LERNPHASE 2–4 kurze Lernschritte bearbeiten Verstehe ich und kann ich anwenden? weiterlernen oder Hilfe nutzen
CHECKPOINT Mini-Lernnachweis erstellen Ist Fortschritt sichtbar? Ziel beibehalten, verkleinern oder erweitern
TRANSFER Wissen in neuer Aufgabe anwenden Funktioniert es auch in einem anderen Zusammenhang? Vertiefen oder Kompetenzbereich wechseln
REFLEXION Weg auswerten Was hat meinen Fortschritt verursacht? neue Strategie festlegen

Visualisierung:

STARTDIAGNOSEAUSWAHLLERNENCHECKPOINT

↘ wenn zu schwer: Grundlage klären → zurück zu LERNEN

↗ wenn passend: TRANSFERREFLEXION → neues Ziel

→ wenn zu leicht: Vertiefung wählenTRANSFER


Vier mögliche Lernrouten

Route Wann sinnvoll? Typischer Aufbau Erfolgskriterium
Orientierungsroute Du weißt noch nicht genau, was Dir fehlt. Überblick → einfache Diagnose → Grundlagen → kurzer Check Du kannst Deinen nächsten Schwerpunkt benennen.
Aufbauroute Du kennst eine konkrete Lücke. Ziel → Übungen → Fehleranalyse → erneute Anwendung Du löst ähnliche Aufgaben sicherer und kannst Deinen Lösungsweg erklären.
Vertiefungsroute Du beherrschst die Grundlagen. anspruchsvoller Input → Transfer → Vergleich → eigenes Produkt Du wendest Wissen in einer neuen Situation an.
Projektroute Du willst mehrere Fächer verbinden. Leitfrage → Recherche → Fachbeiträge → Produkt → Präsentation Dein Ergebnis verbindet mehrere Perspektiven nachvollziehbar.


Kursvergleich auf E-Niveau

Auf E-Niveau reicht „Kurs A gefällt mir besser“ nicht. Du brauchst Kriterien.


Vergleichsmatrix für drei Angebote

Kriterium Angebot A Angebot B Angebot C
Passt zum Lernziel
Schwierigkeit
Erklärt verständlich
Fordert eigenes Denken
Enthält Rückmeldung oder Kontrollmöglichkeit
Zeitbedarf realistisch
Ermöglicht Transfer
Mein Gesamturteil

E-Niveau-Auftrag: Entscheide Dich für ein Angebot. Begründe Deine Wahl in mindestens fünf Sätzen. Nenne außerdem einen guten Grund gegen Deine eigene Wahl. So zeigst Du, dass Du nicht nur bestätigst, was Du ohnehin wolltest.


Fortschritt überprüfen

Fortschritt bedeutet nicht nur, dass Du viele Seiten geöffnet oder Aufgaben angeklickt hast. Fortschritt wird sichtbar, wenn Du etwas besser erklären, sicherer anwenden, genauer begründen oder auf eine neue Aufgabe übertragen kannst.


Vier starke Lernnachweise

  1. Vorher-Nachher-Aufgabe: Bearbeite eine ähnliche Aufgabe vor und nach Deiner Lernphase und vergleiche.
  2. Erklärprodukt: Erstelle eine kurze Erklärung, Skizze, Audioaufnahme oder Mini-Präsentation.
  3. Fehleranalyse: Zeige einen früheren Fehler, erkläre die Ursache und korrigiere ihn.
  4. Transferaufgabe: Wende das Gelernte in einem neuen Zusammenhang an.


Checkpoint: Weitermachen oder anpassen?

Beantworte nach einer Lernphase diese vier Fragen:

  1. Kann ich mein Ziel jetzt besser erreichen als vorher?
  2. Welche Aufgabe ist mir leichter gefallen und warum?
  3. Wo besteht noch eine konkrete Unsicherheit?
  4. Brauche ich mehr Übung, eine andere Erklärung, eine schwierigere Aufgabe oder ein neues Ziel?

Optionales Lernvideo von Studyflix zum Zeitmanagement. Prüfe, welche Tipps für Deinen Schulalltag wirklich passen; nicht jede Methode ist für jede Person gleich sinnvoll.


Lernweg begründet anpassen

Ein guter Lernplan darf sich verändern. Eine Änderung ist kein Scheitern, wenn Du sie aus einer Beobachtung ableitest.

Beobachtung Ungeeignete Reaktion Sinnvolle Anpassung
Der Kurs ist zu schwer. Alles abbrechen. Ziel verkleinern, Grundlagen klären, später zurückkehren.
Der Kurs ist zu leicht. Trotzdem alles mechanisch bearbeiten. zu Transfer- oder Vertiefungsaufgaben wechseln.
Du verstehst eine Erklärung nicht. dieselbe Stelle immer wieder nur lesen. anderes Medium, Beispiel oder eine gezielte Frage nutzen.
Du machst viele Flüchtigkeitsfehler. einfach schneller arbeiten. Tempo senken, Prüfschritt einbauen, Fehlerarten notieren.
Der Zeitplan ist zu voll. Pausen streichen. Lernschritte verkleinern und Prioritäten setzen.
Du erreichst das Ziel früher. Beschäftigung suchen, ohne Ziel. Ziel erweitern oder eine neue Anwendung wählen.

Optionales Studyflix-Video zur Pomodoro-Technik. Probiere Zeitmethoden nur als Werkzeug aus und prüfe anschließend, ob sie Deine Konzentration tatsächlich verbessert haben.


Begründungsformel für Entscheidungen

Nutze bei einer Anpassung diesen Satzbau:

Ich ändere …, weil ich beobachtet habe, dass …. Das neue Vorgehen passt besser zu meinem Ziel, weil …. Ich prüfe die Wirkung daran, dass ….

Beispiel: „Ich tausche den langen Überblickskurs gegen drei kurze Übungseinheiten, weil ich die Erklärung bereits verstehe, aber beim Anwenden noch Fehler mache. Das neue Vorgehen passt besser zu meinem Ziel, weil ich mehr Aufgaben selbst lösen muss. Ich prüfe die Wirkung an einer Vorher-Nachher-Aufgabe.“


Reflexionsinstrumente

Reflexion bedeutet, über das eigene Lernen so nachzudenken, dass daraus eine nächste Entscheidung entsteht.


Lernampel

Signal Bedeutung Deine Aktion
🟢 Grün Ich kann es erklären und anwenden. Transfer oder nächstes Ziel
🟡 Gelb Ich verstehe vieles, bin aber noch unsicher. gezielt üben oder eine andere Erklärung nutzen
🔴 Rot Ich kann den Kern noch nicht erklären. Grundlagen klären und Hilfe holen


3-2-1-Reflexion

Nach einer Lernphase notierst Du:

  1. 3 Dinge, die Du jetzt sicherer kannst.
  2. 2 Stellen, an denen Du noch nachdenken oder üben musst.
  3. 1 konkrete Veränderung für Deine nächste Lernphase.


Reflexionsrad mit sechs Fragen

Bereich Frage Meine Antwort
Ziel War mein Ziel klar und prüfbar?
Auswahl War mein Lernangebot passend?
Strategie Welche Methode hat wirklich geholfen?
Zeit War mein Plan realistisch?
Fortschritt Welcher Beleg zeigt meine Entwicklung?
Anpassung Was ändere ich als Nächstes und warum?


Entscheidungstagebuch

Führe für längere Lernwege ein kurzes Entscheidungstagebuch. Ein Eintrag kann aus vier Sätzen bestehen:

Heute habe ich … bearbeitet. Dabei habe ich festgestellt, dass …. Deshalb ändere oder behalte ich …. Beim nächsten Check prüfe ich ….

Dieses Instrument ist besonders wichtig auf E-Niveau, weil es nicht nur das Ergebnis, sondern Deine Begründungskette sichtbar macht.


Vier konkrete Use-Cases


Use-Case 1: Einen Kompetenzbereich langfristig verbessern

Beispiel: Du möchtest über acht Wochen Deine Fähigkeit verbessern, in Deutsch verständliche und abwechslungsreiche Texte zu schreiben.

Möglicher Lernweg:

Woche 1: Startdiagnose mit eigenem Text → Wochen 2–3: Satzbau und Satzanfänge → Woche 4: Checkpoint → Wochen 5–6: Textüberarbeitung und Wortschatz → Woche 7: Transfertext → Woche 8: Vorher-Nachher-Vergleich.

Dein Lernnachweis besteht nicht nur aus erledigten Kursen, sondern aus zwei Texten, markierten Überarbeitungen und einer kurzen Reflexion.


Use-Case 2: Vorbereitung auf Klasse 7

Du willst nicht einfach möglichst viel Stoff vorlernen. Zuerst prüfst Du, welche Grundlagen für Deinen nächsten Lernabschnitt wichtig sind. Nutze Rückmeldungen aus Klasse 6, schulinterne Übersichten und Hinweise Deiner Lehrkräfte.

Strategie: Wähle pro Fach höchstens ein bis zwei Grundlagen, bei denen Du noch unsicher bist. Baue dazu kurze Wiederholungs- und Transferphasen. Wenn die Grundlagen sicher sind, kannst Du einzelne neue Themen neugierig erkunden.

E-Niveau-Regel: Vorbereitung bedeutet nicht, möglichst weit voraus zu sein, sondern Zusammenhänge sicher zu verstehen und auf neue Aufgaben übertragen zu können.

Gemeinfreies Medium: „Students in a classroom.jpg“, Wikimedia Commons, Public Domain.


Use-Case 3: Über das Unterrichtsniveau hinaus vertiefen

Wenn Du ein Thema bereits sicher beherrschst, kannst Du MOOCwiki nutzen, um eine anspruchsvollere Frage zu verfolgen. Aus „Ich kenne den Treibhauseffekt“ kann zum Beispiel werden: „Wie unterscheiden sich natürliche und vom Menschen verstärkte Einflüsse, und wie kann ich Daten dazu erklären?“

Die Vertiefungsroute enthält:

  1. anspruchsvolleren Input,
  2. mindestens zwei unterschiedliche Darstellungen oder Quellen,
  3. eine Transferfrage,
  4. ein eigenes Produkt,
  5. eine Reflexion darüber, was über den Unterricht hinausging.


Use-Case 4: Fächerübergreifendes Lernprojekt

Beispiel-Leitfrage: Wie können wir unsere Schule im Sommer angenehmer und klimabewusster gestalten?

Mögliche Fachverbindungen:

  1. Geographie: Wetter, Klima, Stadtklima und Flächennutzung
  2. Mathematik: Messwerte, Diagramme, Mittelwerte und Flächen
  3. Biologie: Pflanzen, Schatten und Verdunstung
  4. Deutsch: Interviews, Argumentation und Präsentation
  5. Kunst oder Medienbildung: verständliche Visualisierung

Dein MOOCwiki-Lernplan kann dafür mehrere passende aiMOOCs oder Lernpakete verbinden. Am Ende steht ein eigenes Produkt, zum Beispiel eine Infografik, ein Modell, ein kurzer Erklärfilm oder eine begründete Empfehlung an die Schulgemeinschaft.


Medienkompetenz und OER

MOOCwiki arbeitet mit offenen Lernressourcen. OER sind Lern- und Lehrmaterialien, die unter offenen Lizenzen weiterverwendet werden dürfen. Bei freien Bildern ist trotzdem wichtig, die konkrete Lizenz und geforderte Namensnennung zu beachten.

Freies Medium: „A student using the upload wizard.jpg“, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.


Dein Mediencheck

Bevor Du ein Medium in einem eigenen Projekt verwendest, prüfe:

  1. Quelle: Woher stammt das Medium?
  2. Urheber: Wer hat es erstellt?
  3. Lizenz: Darfst Du es nutzen und verändern?
  4. Nachweis: Welche Angaben musst Du nennen?
  5. Passung: Hilft das Medium wirklich beim Lernen oder ist es nur Dekoration?

YouTube-Videos in diesem aiMOOC sind eingebettete externe Inhalte und nicht automatisch offen lizenziert. Nutze sie zum Lernen, aber kopiere oder bearbeite sie nicht einfach weiter. Wikimedia-Commons-Dateien können unterschiedliche freie Lizenzen haben; die Dateibeschreibungsseite ist deshalb immer mitzulesen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist der wichtigste Zweck einer Startdiagnose? (Den eigenen Lernstand erkennen und einen passenden nächsten Schritt wählen) (!Eine möglichst hohe Punktzahl sammeln) (!Alle verfügbaren Kurse gleichzeitig beginnen) (!Den Lernplan für das ganze Schuljahr unveränderbar festlegen)




Woran erkennst Du ein gutes Lernziel? (Es ist klar, prüfbar, machbar, sinnvoll und zeitlich eingegrenzt) (!Es ist möglichst allgemein formuliert) (!Es enthält möglichst viele Themen gleichzeitig) (!Es kann nicht verändert werden)




Was solltest Du vor der Wahl eines Lernangebots tun? (Mehrere Kriterien wie Zielpassung Schwierigkeit Aufgaben und Zeitbedarf prüfen) (!Immer den ersten Suchtreffer wählen) (!Nur auf die Länge des Kurstitels achten) (!Nur das Angebot mit den meisten Bildern auswählen)




Was zeigt echten Lernfortschritt besonders gut? (Eine neue Aufgabe sicherer bearbeiten und den Lösungsweg erklären können) (!Viele Seiten geöffnet zu haben) (!Lange online gewesen zu sein) (!Alle Aufgaben schnell angeklickt zu haben)




Was ist eine sinnvolle Reaktion wenn ein Kurs zu schwer ist? (Das Ziel verkleinern und passende Grundlagen klären) (!Ohne Nachdenken alles abbrechen) (!Nur schneller weiterarbeiten) (!Alle Kontrollaufgaben überspringen)




Wozu dient ein Kompetenzprofil? (Es macht Stärken Entwicklungsbereiche und nächste Lernschritte sichtbar) (!Es ersetzt jede Rückmeldung durch eine einzige Note) (!Es zeigt nur die Anzahl besuchter Webseiten) (!Es verhindert dass Lernziele verändert werden)




Welche Aussage passt zu E-Niveau? (Eine Lernwegentscheidung mit Kriterien begründen und auf neue Situationen übertragen) (!Nur Begriffe auswendig wiederholen) (!Immer denselben Lernweg wie alle anderen nutzen) (!Auf Begründungen verzichten)




Was bedeutet eine gelbe Lernampel? (Ich verstehe schon einiges bin aber noch unsicher und übe gezielt weiter) (!Ich kann alles sicher und brauche keine weitere Aufgabe) (!Ich habe gar nichts verstanden und darf nicht weiterlernen) (!Ich wechsle automatisch das Fach)




Welche Rolle kann ein Checkpoint im Lernpfad haben? (Er hilft zu entscheiden ob Du weiterübst vertiefst oder Deinen Plan anpasst) (!Er beendet jeden Lernweg unabhängig vom Ergebnis) (!Er ersetzt das Lernziel) (!Er dient nur dazu die Lernzeit zu verlängern)




Was gehört zu einer guten Reflexion? (Eine Beobachtung erklären und daraus eine konkrete nächste Entscheidung ableiten) (!Nur sagen ob etwas Spaß gemacht hat) (!Den ursprünglichen Plan niemals verändern) (!Möglichst viele Fachbegriffe ohne Bezug nennen)





Memory

Lernziel beschreibt einen prüfbaren angestrebten Zustand
Startdiagnose zeigt den Ausgangspunkt für die Planung
Kurscheck vergleicht die Passung eines Lernangebots
Kompetenzprofil macht Entwicklungsstände sichtbar
Checkpoint markiert einen geplanten Kontrollpunkt
Transfer wendet Gelerntes in einer neuen Situation an
Reflexion verbindet Beobachtung mit einer nächsten Entscheidung
Lernnachweis belegt einen erreichten Fortschritt





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Mediathek Lernangebote entdecken
Wunschliste interessante Inhalte vormerken
Picker passende Inhalte gezielt übernehmen
Lernplan Lernschritte in eine sinnvolle Reihenfolge bringen
Diagnose den Ausgangspunkt bestimmen
Checkpoint den Fortschritt zwischendurch prüfen
Vertiefung über sichere Grundlagen hinausgehen
Anpassung den Lernweg begründet verändern




...


Kreuzworträtsel

Lernplan Wie heißt die geordnete Route aus ausgewählten Lernschritten?
Picker Welches Werkzeug hilft passende Inhalte gezielt zu übernehmen?
Diagnose Wie heißt die Untersuchung des eigenen Ausgangsstands?
Reflexion Wie nennt man das Nachdenken über den eigenen Lernprozess mit Konsequenzen?
Mediathek Wo kannst Du unterschiedliche Lernmedien und Kurse entdecken?
Lernziel Wie heißt die möglichst klare Beschreibung dessen was Du erreichen willst?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Am Beginn eines selbstständigen Lernwegs steht ein klares

.
Eine kurze

hilft Dir, Deinen Ausgangspunkt zu erkennen.
Vor der Auswahl vergleichst Du mehrere

.
Eine sinnvolle Reihenfolge der Schritte steht in Deinem

.
Während der Lernphase überprüfst Du Deinen

.
Ein geplanter Kontrollpunkt heißt

.
Wenn ein Kurs nicht gut passt, darfst Du Deinen Lernweg

.
Eine Aufgabe in einem neuen Zusammenhang prüft den

.
Ein Kompetenzprofil macht Deine Entwicklung

.
Aus einer guten Reflexion entsteht eine begründete nächste

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zielkarte: Wähle einen Kompetenzbereich und formuliere ein klares, prüfbares Ziel für die nächsten zwei Wochen.
  2. Mediathek-Scout: Finde drei Lernangebote zu Deinem Ziel und notiere jeweils einen Vorteil und einen möglichen Nachteil.
  3. Ampel-Check: Bearbeite eine kurze Aufgabe und ordne Dich Grün, Gelb oder Rot zu. Begründe Deine Farbe mit einem Satz.
  4. Entscheidungstagebuch: Schreibe drei Tage lang nach jeder Lernphase vier kurze Sätze zu Handlung, Beobachtung, Entscheidung und nächstem Check.


Standard

  1. Vergleichsmatrix: Vergleiche drei MOOCwiki-Angebote nach mindestens sechs Kriterien und entscheide Dich begründet für eines.
  2. Selbstprofil: Erstelle Dein Kompetenzprofil für Ziele, Auswahl, Planung, Fortschrittskontrolle, Anpassung und Reflexion. Lege zwei Fokusbereiche fest.
  3. Fortschrittsbeleg: Bearbeite vor und nach einer Lernphase zwei ähnliche Aufgaben und erkläre, worin Dein Fortschritt besteht.
  4. Eigener Lernpfad: Plane einen vierwöchigen Lernweg mit mindestens zwei Checkpoints und einer möglichen Ausweichroute.


Schwer

  1. Vertiefungsprojekt: Wähle ein Thema, das Du im Unterricht bereits sicher kannst, und entwickle eine anspruchsvollere Transferfrage mit eigenem Produkt.
  2. Projektplan: Plane ein Projekt, das mindestens drei Fächer verbindet. Ordne jedem Fach eine konkrete Teilfrage und einen Lernnachweis zu.
  3. Peer-Coaching: Lass einen Mitschüler oder eine Mitschülerin Deinen Lernweg prüfen. Überarbeite danach mindestens eine Entscheidung und begründe, warum Du den Rat übernimmst oder ablehnst.
  4. Strategie-Experiment: Vergleiche zwei Lernstrategien über mehrere Lernphasen. Lege vorher ein Erfolgskriterium fest, sammle Belege und entscheide anschließend, welche Strategie für diese Aufgabe besser funktioniert.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Fehlentscheidung untersuchen: Ein Schüler wählt den längsten Kurs, weil „mehr Inhalt immer besser“ sei. Erkläre zwei Probleme dieser Entscheidung und entwickle eine passendere Auswahlstrategie.
  2. Planänderung begründen: Du hast nach zwei Lernphasen kaum Fortschritt, obwohl Du alle Texte gelesen hast. Entwickle zwei mögliche Änderungen und entscheide begründet, welche Du zuerst ausprobierst.
  3. Kriterien gewichten: Zwei Kurse passen beide zu Deinem Thema. Kurs A ist kürzer und enthält viele Übungen, Kurs B ist länger und erklärt ausführlicher. Entscheide für zwei unterschiedliche Lernende, welcher Kurs jeweils geeigneter sein könnte.
  4. Neue Situation: Übertrage den Lernkreislauf Ziel–Auswahl–Lernen–Prüfen–Anpassen auf ein außerschulisches Ziel, zum Beispiel ein Musikstück, eine Sporttechnik oder ein kreatives Projekt.
  5. Entwicklung deuten: Eine Lernende erreicht beim Ziele-Setzen Stufe 4, beim Fortschritt-Prüfen aber Stufe 1. Erkläre, welche Probleme dadurch entstehen können, und schlage einen konkreten nächsten Lernschritt vor.
  6. Projektentscheidung: Entwirf für die Leitfrage „Wie können wir Ressourcen an unserer Schule sparen?“ einen Lernpfad mit mindestens drei Fachperspektiven, einem Checkpoint und einem gemeinsamen Lernnachweis.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:

  1. ein selbst formuliertes, überprüfbares Lernziel,
  2. eine kurze Startdiagnose,
  3. ein nachvollziehbarer Vergleich mehrerer Lernangebote,
  4. ein begründeter Lernplan mit mindestens einem Checkpoint,
  5. mindestens ein konkreter Fortschrittsbeleg,
  6. eine dokumentierte Anpassung oder eine begründete Entscheidung, den Plan beizubehalten,
  7. eine Transferaufgabe oder Anwendung in einem neuen Zusammenhang,
  8. eine abschließende Reflexion mit nächstem Lernschritt.

Der Lernnachweis bewertet nicht, wie viele Seiten Du geöffnet hast. Entscheidend ist, ob Du Entscheidungen, Fortschritt und Anpassungen nachvollziehbar begründen kannst.




OERs zum Thema

Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Medien sind freie bzw. gemeinfreie Materialien entsprechend ihrer jeweiligen Dateibeschreibungsseiten. Für eigene Weiterverwendungen prüfst Du immer Urheberangabe, Lizenz und gegebenenfalls die Pflicht zur Weitergabe unter gleichen Bedingungen.


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