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D5 M - Aussagen mit Textstellen belegen

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D5 M - Aussagen mit Textstellen belegen




D5 M - Aussagen mit Textstellen belegen


Einleitung

Du liest einen Text und sollst beantworten: „Woher weißt Du das?“ Genau hier beginnt das Arbeiten mit Textbelegen. Eine gute Antwort zeigt nicht nur, was Du denkst, sondern auch, wo der Text Deine Aussage stützt. Das ist wie Detektivarbeit: Du suchst Spuren im Text, prüfst sie und erklärst nachvollziehbar, warum sie zu Deiner Antwort passen.

Motivierende Mini-Situation: Stell Dir vor, jemand sagt nach dem Lesen einer Geschichte: „Die Figur ist bestimmt wütend.“ Eine andere Person antwortet: „Im Text steht aber nur, dass sie die Tür leise schließt.“ Wer hat recht? Vielleicht ist die Figur wütend – vielleicht aber auch nicht. Solange der Text keinen passenden Hinweis liefert, bleibt die Aussage eine Vermutung.

In diesem aiMOOC trainierst Du Schritt für Schritt, Aussagen aus Texten zu prüfen, passende Belegstellen zu finden und kurze, genaue Antworten zu formulieren. Du arbeitest zuerst mit klaren Beispielen, später zunehmend selbstständig. Die Übungstexte in diesem aiMOOC wurden eigens für das Training erstellt.


Vorwissen aktivieren

Lies die drei Aussagen und entscheide zunächst nur für Dich: Textinformation oder Vermutung? Danach überprüfst Du Deine Entscheidung im Lernweg.

Mini-Text Aussage Dein erster Gedanke
„Mina stellt den nassen Schirm in den Flur. Auf ihrer Jacke glitzern Regentropfen.“ Draußen hat es geregnet. Textinformation, gut begründete Schlussfolgerung oder Vermutung?
„Ben legt sein Pausenbrot zurück in die Dose und trinkt Wasser.“ Ben mag sein Pausenbrot nicht. Textinformation, gut begründete Schlussfolgerung oder Vermutung?
„Die Tür zur Turnhalle ist abgeschlossen. Auf dem Schild steht: Training fällt heute aus.“ Heute findet kein Training statt. Textinformation, gut begründete Schlussfolgerung oder Vermutung?

Merke für später: Nicht jede plausible Idee ist eine Textinformation. Entscheidend ist, ob Du sie mit einer Textstelle belegen kannst.


Lernziele

Am Ende kannst Du …

Kompetenz Das kannst Du dann konkret
Textinformation Du erkennst Informationen, die ausdrücklich oder eindeutig im Text stehen.
Vermutung Du unterscheidest eine unbelegte Idee von einer belegbaren Aussage.
Lesestrategie Du suchst mit Schlüsselwörtern gezielt nach einer passenden Textstelle.
Textbeleg Du wählst eine Stelle aus, die Deine Aussage wirklich stützt.
Antwortsatz Du formulierst eine kurze textbezogene Antwort mit Beleg.
Begründung Du erklärst, warum die ausgewählte Textstelle zu Deiner Aussage passt.
KI-Kompetenz Du prüfst eine KI-Antwort am Text, verbesserst Fehler und machst KI-Hilfe transparent.


Grundwissen: Aussage, Textinformation, Schlussfolgerung und Vermutung

Eine Textinformation lässt sich direkt im Text finden oder eindeutig aus einer klaren Formulierung entnehmen. Eine Schlussfolgerung entsteht, wenn mehrere Textsignale zusammen eine Aussage stützen. Eine Vermutung geht darüber hinaus und ist durch den Text nicht ausreichend abgesichert.

Art Kennzeichen Beispiel Prüffrage
Textinformation Steht ausdrücklich im Text. „Der Bus fährt um acht Uhr ab.“ → Abfahrt: acht Uhr. Wo genau steht das?
Gut begründete Schlussfolgerung Mehrere Textsignale sprechen dafür. „Nasse Jacke“ und „Regentropfen“ → Es hat wahrscheinlich geregnet. Welche Hinweise stützen das?
Vermutung Klingt möglich, hat aber keinen ausreichenden Textbeleg. „Ben isst nicht.“ → Ben mag das Essen nicht. Könnte es auch anders sein?

Wichtig: Eine Vermutung ist nicht automatisch „falsch“. Sie ist nur nicht ausreichend durch den Text belegt. Im Deutschunterricht musst Du zeigen, wann Du etwas aus dem Text weißt und wann Du nur eine Möglichkeit annimmst.


Interaktive Annotation: Was ist was?

Ordne die richtige Annotation zu. Aussage
Textinformation Im Text steht: „Die Bibliothek schließt um 16 Uhr.“ – Aussage: Die Bibliothek schließt um 16 Uhr.
Vermutung Im Text steht: „Lara schaut auf ihre Uhr.“ – Aussage: Lara langweilt sich.
Schlussfolgerung Im Text steht: „Der Boden ist nass, und im Flur stehen viele tropfende Schirme.“ – Aussage: Draußen hat es wahrscheinlich geregnet.
Textinformation Im Text steht: „Am Mittwoch findet kein Training statt.“ – Aussage: Mittwoch ist trainingsfrei.
Vermutung Im Text steht: „Noah trägt einen roten Pullover.“ – Aussage: Rot ist Noahs Lieblingsfarbe.




Lesemarkierung: So sieht ein Beleg aus

Beispieltext: „Beim Schulfest beginnt der Aufbau um 9 Uhr. Die Klasse 5b bringt Tische in den Hof. Um 10 Uhr öffnen die Stände.“

Behauptung: Die Klasse 5b hilft beim Aufbau.

Passender Beleg: „Die Klasse 5b bringt Tische in den Hof.“

Unpassende Stelle: „Um 10 Uhr öffnen die Stände.“

Warum ist die erste Stelle besser? Sie nennt genau die Handlung, mit der die Klasse beim Aufbau hilft. Die zweite Stelle nennt zwar eine Zeit, aber keinen Beitrag der Klasse.


Der Textbeleg-Weg: in sechs Schritten

Nutze bei jeder textbezogenen Aufgabe denselben Ablauf. Je öfter Du ihn übst, desto selbstständiger wirst Du.

1. Auftrag klären 2. Schlüsselwörter markieren 3. Text gezielt durchsuchen 4. Belegstelle wählen 5. Antwort formulieren 6. Beleg prüfen
Was soll ich herausfinden? Welche Wörter aus der Frage helfen mir? Wo taucht das Thema im Text auf? Welche Stelle beweist meine Aussage? Aussage + kurzer Beleg Passt die Stelle wirklich genau?

Kurzformel: Frage → Suchwort → Fundstelle → Antwort → Beleg → Prüfung


Schritt 1: Auftrag klären

Achte auf Verben wie nenne, erkläre, begründe oder belege. Bei „belege“ reicht eine bloße Antwort nicht. Du brauchst zusätzlich eine passende Textstelle oder eine genaue Textangabe.

Beispiel: „Belege, warum die Klasse später startet.“ Du suchst zuerst nach dem Grund für den späteren Start. Wörter wie später, Start, weil, Grund oder ein passendes Ereignis können Dich zur richtigen Stelle führen.


Schritt 2: Schlüsselwörter finden

Schlüsselwörter sind Wörter aus dem Arbeitsauftrag, die Dir beim Suchen helfen. Suche nicht nur nach exakt demselben Wort. Texte verwenden oft Synonyme.

Fragewort oder Begriff Mögliche Suchwörter im Text
später starten Verspätung, warten, verschoben, erst um …
Grund weil, deshalb, wegen, da
Stimmung lächelt, schweigt, seufzt, jubelt
Problem klappt nicht, fehlt, kaputt, Streit
Lösung repariert, hilft, entscheidet, versucht


Schritt 3 und 4: Fundstelle prüfen und Beleg auswählen

Ein guter Beleg ist nah an der Aussage. Er ist weder zu weit weg vom Thema noch unnötig lang. Markiere möglichst nur den Satz oder Satzteil, der für Deine Antwort wichtig ist.

Beleg-Test:

Frage Ja?
Beantwortet die Stelle genau die Aufgabe?
Stützt die Stelle meine Aussage wirklich?
Ist die Stelle kurz genug?
Habe ich nichts hinzuerfunden?
Kann ich Satz- oder Zeilenangabe nennen, wenn vorhanden?


Schritt 5 und 6: Kurze textbezogene Antworten formulieren

Eine sichere Grundform ist:

Aussage + Belegsignal + Textstelle oder Textangabe

Beispiel: „Die Klasse wartet noch, denn im Text steht, dass der Bus wegen einer Panne später kommt (Z. 4–5).“

Du musst nicht immer wörtlich zitieren. Oft ist eine knappe sinngemäße Wiedergabe mit genauer Zeilen- oder Satzangabe besser.

Satzstarter für M-Niveau:

Funktion Satzstarter
Aussage „Die Figur …“, „Der Text zeigt, dass …“, „Der Grund ist …“
Beleg einführen „Das erkennt man daran, dass …“, „Als Beleg passt …“, „In Z. … steht …“
Zusammenhang erklären „Diese Stelle passt, weil …“, „Daran wird deutlich, dass …“


Übungstext A: Sachtext „Warum die Schulbibliothek länger offen bleibt“

Neu verfasster Übungstext

Zeile Text
Z. 1–2 Seit diesem Monat bleibt die Schulbibliothek am Donnerstag bis 16 Uhr geöffnet.
Z. 3–4 Viele Schülerinnen und Schüler hatten sich mehr Zeit zum Ausleihen und Arbeiten gewünscht.
Z. 5–6 Besonders nach dem Nachmittagsunterricht war die bisherige Öffnungszeit oft zu kurz.
Z. 7–8 Zwei Lehrkräfte und ein Team aus älteren Schülerinnen und Schülern übernehmen abwechselnd die Aufsicht.
Z. 9–10 In der zusätzlichen Stunde können Bücher ausgeliehen, zurückgegeben oder für Referate genutzt werden.
Z. 11–12 Nach vier Wochen will die Schule prüfen, wie häufig das neue Angebot genutzt wird.


Modellieren: Vom Auftrag zum Beleg

Auftrag: Belege, warum die Bibliothek donnerstags länger geöffnet bleibt.

1. Schlüsselwörter: warum – länger geöffnet – Donnerstag 2. Fundstelle: Z. 3–6 3. Kernaussage: Viele Lernende wünschen mehr Zeit; nach dem Nachmittagsunterricht war die frühere Zeit oft zu kurz. 4. Musterantwort: Die Bibliothek bleibt donnerstags länger offen, weil viele Lernende mehr Zeit zum Ausleihen und Arbeiten brauchen. Das wird in Z. 3–6 erklärt.

Warum ist das eine gute Antwort? Sie beantwortet die Warum-Frage, nennt keine erfundenen Gründe und verweist genau auf die passende Textstelle.


Interaktive Wiederholung zum Sachtext

Ordne den passenden Beleg zu. Aussage
Z. 1–2 Die längere Öffnungszeit gilt am Donnerstag.
Z. 3–4 Der Wunsch nach mehr Zeit kam von vielen Lernenden.
Z. 5–6 Nach dem Nachmittagsunterricht reichte die frühere Zeit oft nicht aus.
Z. 7–8 Die Aufsicht wird von mehreren Personen übernommen.
Z. 11–12 Das neue Angebot wird später ausgewertet.




Anwendung: Beleg oder nicht?

Vervollständige jede Aussage mit dem passenden Begriff.
Die Aussage „Donnerstags ist die Bibliothek bis 16 Uhr offen“ ist eine

.
Die Aussage „Alle Kinder lieben die neue Öffnungszeit“ ist eine

.
Die Angabe Z. 3–6 ist für die Warum-Frage eine passende

.
Eine Antwort ohne Fundstelle kann bei einem Belegauftrag schnell

sein.
Eine passende Textstelle muss die eigene Aussage wirklich

.



Übungstext B: Literarischer Text „Der Schlüssel im Turnschuh“

Neu verfasster Übungstext

Zeile Text
Z. 1–2 Kurz vor der großen Pause bemerkte Juri, dass der Schlüssel für den Materialschrank fehlte.
Z. 3–4 Er sah zuerst unter der Bank nach und schob dann zwei Taschen zur Seite.
Z. 5–6 „Ich hatte ihn doch eben noch“, murmelte er und klopfte seine Hosentaschen ab.
Z. 7–8 Samira blieb an der Tür stehen. Neben der Bank lag ein einzelner Turnschuh.
Z. 9–10 Als sie den Schuh anhob, klimperte etwas darin.
Z. 11–12 Juri zog den Schlüssel heraus, grinste und sagte: „Den habe ich beim Umziehen wohl hineingesteckt.“
Z. 13–14 Danach legte er den Schlüssel gut sichtbar auf das Regal, bis die Sportstunde begann.


Vorlese- und Hörimpuls

Beim Vorlesen hilft es, an wichtigen Textsignalen kurz zu stoppen. Sprich den literarischen Text oben laut und mache nach Z. 5–6, Z. 9–10 und Z. 11–12 jeweils eine Pause. Frage Dich: Was weiß ich jetzt sicher? Was vermute ich nur?

Als zusätzliches frei lizenziertes Hörbeispiel kannst Du eine kurze gesprochene Erzählung auf Wikimedia Commons anhören. Achte beim Hören darauf, an welcher Stelle Du eine Aussage wirklich belegen könntest.

Hörauftrag: Notiere eine Aussage zum Gehörten und den Moment, an dem Du den passenden Hinweis hörst. Vergleiche anschließend mit einer Mitschülerin oder einem Mitschüler: Habt Ihr dieselbe Stelle gewählt?


Lesemarkierungen im literarischen Text

Frage: Woran erkennt man, dass Juri den Schlüssel zunächst nicht findet?

Passende Stellen sind zum Beispiel:

  1. „Er sah zuerst unter der Bank nach und schob dann zwei Taschen zur Seite.“ (Z. 3–4)
  2. „Ich hatte ihn doch eben noch“ (Z. 5–6)

Die Aussage „Juri ist panisch“ wäre dagegen zu stark. Der Text zeigt Suchhandlungen und ein Murmeln, aber keine eindeutige Panik.


Interaktive Annotation zum literarischen Text

Ordne den passenden Status zu. Aussage
Textinformation Juri sucht zunächst unter der Bank.
Vermutung Juri hat große Angst vor der Sportlehrkraft.
Textinformation Im Turnschuh befindet sich der Schlüssel.
Schlussfolgerung Samira vermutet wegen des Klimperns, dass im Schuh etwas steckt.
Vermutung Juri versteckt Schlüssel absichtlich.




Medienimpuls: Lesestrategien

Das folgende kurze Lernvideo wiederholt zentrale Lesestrategien wie Markieren, Schlüsselbegriffe und gezieltes Textverstehen. Nutze es nicht passiv: Halte das Video an, sobald eine Strategie genannt wird, die Dir beim Finden von Belegstellen helfen kann, und notiere ein eigenes Beispiel.

Ein zweites Video eignet sich zur Wiederholung des aktiven Lesens. Prüfe nach dem Ansehen: Welche zwei Strategien helfen Dir am meisten, wenn Du eine Aussage belegen musst?


Hilfestufen: Wenn Du nicht weiterkommst

Arbeite immer zuerst selbst. Nimm nur so viel Hilfe wie nötig.

Hilfestufe Hilfe Wann nutzen?
Hilfe 1 – Suchwort Unterstreiche im Auftrag zwei Schlüsselwörter. Wenn Du nicht weißt, wonach Du suchen sollst.
Hilfe 2 – Textfenster Lies nur den Absatz, in dem das Schlüsselwort oder ein Synonym vorkommt. Wenn der ganze Text zu lang wirkt.
Hilfe 3 – Belegfrage Ergänze: „Diese Stelle beweist meine Aussage, weil …“ Wenn Du zwei mögliche Stellen gefunden hast.
Hilfe 4 – Satzstarter Nutze: „Der Text zeigt, dass … Als Beleg passt Z. …, weil …“ Wenn Dir das Formulieren schwerfällt.

Selbstständigkeitsziel: Versuche bei jeder neuen Aufgabe mit einer Hilfestufe weniger auszukommen.


Wiederholungsschleife: Drei Belege, ein Urteil

Lies noch einmal Übungstext B. Prüfe die Aussage: „Samira hilft, den Schlüssel zu finden.“

Mögliche Stelle Bewertung Begründung
Z. 1–2 eher ungeeignet Hier wird nur das Problem genannt.
Z. 7–10 gut geeignet Samira bemerkt den Turnschuh und beim Anheben klimpert etwas.
Z. 13–14 ungeeignet Hier wird beschrieben, was Juri nach dem Fund macht.

Transferfrage: Warum ist Z. 7–10 stärker als Z. 1–2? Formuliere Deine Antwort in einem Satz mit „weil“.


KI-Kompetenz: Eine KI-Antwort prüfen statt übernehmen

KI kann beim Lernen helfen, aber sie kann Textstellen falsch lesen, etwas erfinden oder eine Vermutung als Tatsache ausgeben. Deshalb gilt in Klasse 5:

selbst denken → KI gezielt nutzen → Ausgabe prüfen → mit Text oder Regel vergleichen → verbessern → KI-Hilfe transparent machen


KI-Prüftext

Neu verfasster Übungstext

„In der großen Pause können alle Kinder Bücher ausleihen. Dienstags bleibt die Schülerbücherei geschlossen, weil das Bibliotheksteam neue Bücher sortiert. Wer ein Buch länger als zwei Wochen behalten möchte, kann es an der Ausleihe verlängern.“

Frage: Warum können Kinder dienstags keine Bücher ausleihen?

Beispiel einer fehlerhaften KI-Ausgabe: „Dienstags können Kinder keine Bücher ausleihen, weil die Computer gewartet werden und das Bibliotheksteam frei hat.“


Deine KI-Prüfroutine

Schritt Auftrag Kontrollfrage
1. Selbst denken Beantworte die Frage zuerst ohne KI. Was lese ich selbst im Text?
2. KI gezielt nutzen Lass Dir höchstens eine kurze Antwort oder einen Belegvorschlag geben. Wobei brauche ich wirklich Hilfe?
3. Ausgabe prüfen Unterstreiche jede Behauptung der KI. Steht das wirklich im Text?
4. Vergleichen Lege KI-Antwort und Originaltext nebeneinander. Welche Textstelle bestätigt oder widerlegt die Aussage?
5. Verbessern Schreibe eine korrekte, kurze Antwort mit Beleg. Habe ich erfundene Informationen entfernt?
6. Hilfe transparent machen Notiere kurz, wofür KI genutzt wurde. Kann jemand nachvollziehen, was von mir und was von der KI kam?

Musterverbesserung: „Dienstags können Kinder keine Bücher ausleihen, weil das Bibliotheksteam neue Bücher sortiert. Das steht im zweiten Satz.“

Transparenzsatz: „Ich habe eine KI-Antwort geprüft und anschließend mithilfe des Originaltexts korrigiert.“


Interaktiver KI-Check

Prüfe die KI-Ausgabe am Text.
Die Aussage über gewartete Computer ist im Text

.
Der tatsächliche Grund für die Schließung ist das

neuer Bücher.
Vor der Nutzung einer KI-Antwort sollst Du sie mit dem

vergleichen.
Nach dem Prüfen sollst Du eine fehlerhafte Antwort

.
Die Nutzung von KI-Hilfe sollst Du kurz

machen.



Spiralprinzip der KI-Kompetenz von Klasse 5 bis 10

Der Grundablauf bleibt gleich, die Aufgaben werden jedoch anspruchsvoller.

Jahrgang Typische Steigerung Grundmuster
Klasse 5 Kurze KI-Antwort an einem klaren Text prüfen. selbst denken → nutzen → prüfen → vergleichen → verbessern → Hilfe nennen
Klasse 6 Mehrere Belegstellen prüfen und bessere auswählen. gleicher Prüfkreislauf
Klasse 7 KI-Zusammenfassungen mit längeren Texten vergleichen. gleicher Prüfkreislauf
Klasse 8 Begründungen, Auslassungen und erfundene Details erkennen. gleicher Prüfkreislauf
Klasse 9 Aussagen mit mehreren Quellen und Quellenqualität abgleichen. gleicher Prüfkreislauf
Klasse 10 Komplexere Argumentationen prüfen und Grenzen der KI reflektieren. gleicher Prüfkreislauf


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist eine Textinformation? (Eine Aussage, die sich im Text direkt oder eindeutig belegen lässt) (!Eine Idee, die nur wahrscheinlich klingt) (!Eine persönliche Meinung ohne Textbezug) (!Eine Frage, die der Text offenlässt)




Wann ist eine Aussage eine Vermutung? (Wenn der Text sie nicht ausreichend stützt) (!Wenn sie genau in einer Zeile steht) (!Wenn sie mit einer Zeilenangabe belegt wird) (!Wenn sie eine Überschrift wiederholt)




Was solltest Du zuerst tun, wenn Du einen Belegauftrag liest? (Den Auftrag klären und Schlüsselwörter finden) (!Den längsten Satz des Textes abschreiben) (!Sofort eine KI-Antwort übernehmen) (!Nur die Überschrift abschreiben)




Welche Textstelle ist als Beleg am besten geeignet? (Die Stelle, die die eigene Aussage genau stützt) (!Die längste Stelle im Text) (!Die erste Zeile des Textes) (!Eine Stelle mit besonders schwierigen Wörtern)




Welche Formulierung führt einen Beleg sinnvoll ein? (Das erkennt man daran, dass) (!Ich glaube einfach, dass) (!Bestimmt ist es so, weil ich das denke) (!Vielleicht steht irgendwo, dass)




Warum sind Zeilenangaben nützlich? (Sie zeigen genau, wo sich der Beleg befindet) (!Sie ersetzen das Lesen des Textes) (!Sie machen jede Vermutung automatisch richtig) (!Sie zeigen die Seitenzahl eines Wörterbuchs)




Welche Aussage ist zu Übungstext B sicher belegt? (Juri findet den Schlüssel im Turnschuh) (!Juri versteckt den Schlüssel absichtlich) (!Samira ist wütend auf Juri) (!Der Schlüssel gehört der Sportlehrkraft)




Was ist beim Markieren eines Belegs sinnvoll? (Nur die wirklich wichtige Stelle markieren) (!Möglichst den ganzen Text markieren) (!Nur besonders lange Wörter markieren) (!Immer nur die Überschrift markieren)




Was solltest Du mit einer KI-Antwort zu einem Text tun? (Sie mit dem Originaltext prüfen und bei Bedarf verbessern) (!Sie ohne Prüfung abschreiben) (!Den Originaltext danach nicht mehr lesen) (!Nur auf eine selbstsichere Formulierung achten)




Was gehört zu einer guten kurzen textbezogenen Antwort? (Eine passende Aussage mit nachvollziehbarem Beleg) (!Eine möglichst lange persönliche Meinung) (!Mehrere unbelegte Vermutungen) (!Ein Text ohne Bezug zur Frage)





Memory

Textinformation direkt belegbare Aussage
Vermutung nicht ausreichend gestützte Idee
Belegstelle passende Fundstelle im Text
Schlüsselwort Suchhilfe aus dem Arbeitsauftrag
Zeilenangabe genauer Fundort des Belegs
Schlussfolgerung Aussage aus mehreren Hinweisen
Satzstarter Hilfe beim Formulieren
Quellenprüfung Abgleich einer Antwort mit dem Original





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Textbeleg-Weg
Auftrag klären Verstehen, was genau gefragt ist
Schlüsselwörter markieren Suchbegriffe aus der Frage bestimmen
Text durchsuchen Passende Stelle gezielt finden
Beleg auswählen Stärkste Fundstelle bestimmen
Antwort formulieren Aussage und Beleg verbinden
Beleg prüfen Kontrollieren, ob die Stelle wirklich passt





Kreuzworträtsel

Belegstelle Wie heißt die Fundstelle, die eine Aussage stützt?
Vermutung Wie heißt eine Idee, die der Text nicht ausreichend absichert?
Textinformation Wie heißt eine Aussage, die im Text direkt oder eindeutig belegt ist?
Schlüsselwort Wie heißt ein Wort aus dem Auftrag, das beim Suchen hilft?
Zeilenangabe Wie heißt die genaue Angabe des Fundorts im Text?
Begründung Wie heißt die Erklärung, warum ein Beleg zur Aussage passt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Aussage, die der Text direkt oder eindeutig stützt, ist eine

.
Eine nicht ausreichend gestützte Idee nennt man

.
Bei einem Belegauftrag suchst Du zuerst nach passenden

.
Die ausgewählte Fundstelle heißt

.
Eine genaue Fundortangabe kann als

notiert werden.
Ein guter Beleg muss die eigene Aussage wirklich

.
Beim Markieren wählst Du nur die für die Frage

Stelle aus.
Eine KI-Ausgabe muss mit dem

verglichen werden.
Fehlerhafte KI-Aussagen sollen nachvollziehbar

werden.
Genutzte KI-Hilfe sollst Du

machen.




Zusatzformat: Beleg-Ranking

Ordne gedanklich die drei Fundstellen von stark bis schwach. Begründe anschließend Deine Reihenfolge.

Aussage: „Juri sucht aktiv nach dem Schlüssel.“

Fundstelle Deine Bewertung
„Er sah zuerst unter der Bank nach und schob dann zwei Taschen zur Seite.“ stark / mittel / schwach
„Kurz vor der großen Pause bemerkte Juri, dass der Schlüssel … fehlte.“ stark / mittel / schwach
„Danach legte er den Schlüssel gut sichtbar auf das Regal.“ stark / mittel / schwach

Selbstkontrolle: Die erste Stelle ist am stärksten, weil sie Juris konkrete Suchhandlungen nennt. Die zweite nennt nur das Problem, die dritte beschreibt die Zeit nach dem Fund.


Vom Wissen zur Anwendung: M-Niveau-Training


Aufgabe 1: Kurze Antwort mit Beleg

Nutze Übungstext A.

Frage: Was soll die Schule nach vier Wochen prüfen?

Arbeitsweg: Formuliere zuerst selbst. Ergänze danach eine genaue Textangabe.

Selbstkontrolle: Deine Antwort sollte ausdrücken, dass die Schule prüfen will, wie häufig die längere Öffnungszeit beziehungsweise das neue Angebot genutzt wird. Passender Beleg: Z. 11–12.


Aufgabe 2: Vermutung entlarven

Nutze Übungstext B.

Behauptung: „Samira wusste von Anfang an, dass der Schlüssel im Turnschuh liegt.“

Prüfe: Welche Textstelle spricht gegen diese Behauptung als sichere Textinformation?

Selbstkontrolle: Der Text zeigt erst in Z. 9–10, dass beim Anheben des Schuhs etwas klimpert. Ein früheres Wissen Samiras wird nicht genannt. Die Behauptung bleibt eine Vermutung.


Aufgabe 3: Zwei Belege vergleichen

Aussage: „Die neue Bibliothekszeit reagiert auf einen Bedarf der Lernenden.“

Beleg A: Z. 1–2 Beleg B: Z. 3–6

Selbstkontrolle: Beleg B ist stärker, weil dort der Wunsch nach mehr Zeit und die bisher zu kurze Öffnungszeit genannt werden. Z. 1–2 beschreibt nur die neue Regel.


Aufgabe 4: Eigene Begründung schreiben

Vervollständige: „Beleg B ist besser als Beleg A, weil …“

Achte darauf, nicht nur zu schreiben „weil er besser passt“. Nenne warum er besser passt.

Muster: „Beleg B ist besser als Beleg A, weil er den Grund für die längere Öffnung erklärt und nicht nur die neue Uhrzeit nennt.“


Transfer: Belegen in anderen Fächern

Textbelege brauchst Du nicht nur im Deutschunterricht. Auch in Geschichte, Biologie, Geographie oder Gemeinschaftskunde musst Du Aussagen mit Quellen, Versuchsbeschreibungen, Kartenlegenden oder Sachtexten absichern.

Fach Beispiel Belegidee
Biologie „Pflanzen brauchen Licht für ein gesundes Wachstum.“ Versuchsbeschreibung oder Sachtextstelle
Geschichte „Die Quelle zeigt Unzufriedenheit.“ kurze Quellenstelle und Erklärung
Geographie „Das Gebiet ist dicht besiedelt.“ Kartenlegende, Daten oder Sachtext
Deutsch „Die Figur handelt vorsichtig.“ Handlung, Aussage oder Beschreibung im Text

Transferregel: Eine gute Begründung beantwortet immer die Frage: Woran kann ich das zeigen?


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Belegdetektiv: Wähle aus Übungstext A drei Aussagen aus und markiere zu jeder Aussage die passende Belegstelle.
  2. Vermutungscheck: Schreibe fünf Aussagen zu Übungstext B. Drei sollen belegbar sein, zwei absichtlich unbelegt. Tausche mit einer Lernpartnerin oder einem Lernpartner und lasse die Aussagen prüfen.
  3. Satzstarter: Formuliere vier kurze Antworten mit unterschiedlichen Belegeinleitungen wie „Das erkennt man daran, dass …“ oder „In Z. … steht …“.
  4. Lesemarkierung: Markiere in einem kurzen Schulbuchtext nur die Stellen, die eine vorgegebene Frage beantworten. Erkläre, warum Du den Rest nicht markiert hast.


Standard

  1. Belegvergleich: Finde zu einer Aussage zwei mögliche Textstellen und begründe, welche davon der stärkere Beleg ist.
  2. Sachtextwerkstatt: Schreibe selbst einen Sachtext mit sechs bis acht Sätzen und dazu drei Fragen, die nur mit passenden Belegstellen beantwortet werden können.
  3. Vorleseprotokoll: Lies einen kurzen Text laut vor oder höre eine frei lizenzierte Aufnahme. Notiere nach jedem Abschnitt, was sicher gesagt wurde und was Du nur vermutest.
  4. Fehlerdiagnose: Erfinde eine absichtlich schlechte Antwort, die eine unbelegte Vermutung enthält. Verbessere sie anschließend mit einer echten Textstelle.


Schwer

  1. KI-Prüfauftrag: Gib einer KI einen kurzen, unproblematischen Übungstext ohne personenbezogene Daten und eine Belegfrage. Prüfe die Antwort Satz für Satz am Originaltext, verbessere Fehler und dokumentiere transparent, wofür Du KI genutzt hast.
  2. Transfer in ein Sachfach: Suche in einem kurzen Sachtext aus Biologie, Geschichte oder Geographie eine Aussage, die Du mit einer konkreten Textstelle belegen kannst. Erkläre den Zusammenhang.
  3. Belegkonferenz: Arbeite in einer Dreiergruppe. Jede Person wählt unabhängig die beste Belegstelle zu derselben Aussage. Vergleicht Eure Wahl und einigt Euch mit nachvollziehbarer Begründung auf die stärkste Stelle.
  4. Mini-Lernvideo: Erstellt ein höchstens zweiminütiges Erklärvideo zum Textbeleg-Weg. Verwendet einen selbst verfassten Beispieltext und zeigt sichtbar den Schritt von der Frage zur Belegstelle.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Belegqualität beurteilen: Du erhältst zu einer Aussage drei mögliche Textstellen. Wähle die stärkste aus und erkläre, warum die anderen beiden weniger geeignet sind.
  2. Vermutung und Information unterscheiden: Formuliere zu einem kurzen neuen Text je eine belegbare Aussage, eine begründete Schlussfolgerung und eine Vermutung. Begründe die Zuordnung.
  3. Strategie übertragen: Erkläre an einem neuen Sachtext, wie Du von der Frage über Schlüsselwörter zur Fundstelle gelangt bist.
  4. Fehler verbessern: Überarbeite eine Antwort, die eine richtige Aussage, aber einen unpassenden Beleg enthält. Begründe Deine Änderung.
  5. KI-Ausgabe prüfen: Vergleiche eine kurze KI-Antwort mit dem Originaltext, markiere eine nicht belegte Aussage und formuliere eine korrigierte Antwort mit Beleg.
  6. Beleg im Fachunterricht: Übertrage den Textbeleg-Weg auf einen kurzen Text aus einem anderen Schulfach und erkläre, was gleich bleibt und was sich verändert.




Kompetenzcheck

Bearbeite die folgenden acht Punkte ohne Hilfestufen. Setze für jede sichere Leistung einen Haken.

Nr. Ich kann … Check
1 eine Textinformation von einer Vermutung unterscheiden.
2 Schlüsselwörter aus einem Belegauftrag bestimmen.
3 eine passende Fundstelle gezielt finden.
4 zwischen starkem und schwachem Beleg unterscheiden.
5 eine kurze Antwort mit Beleg formulieren.
6 erklären, warum eine Textstelle zur Aussage passt.
7 eine KI-Antwort mit dem Originaltext prüfen und verbessern.
8 KI-Hilfe transparent angeben.


Kurze Selbstreflexion

Beantworte für Dich drei Sätze:

Satzanfang Deine Ergänzung
Das gelingt mir schon sicher:
Dabei brauche ich noch Hilfe:
Beim nächsten Text achte ich besonders auf:


Individuelle Empfehlung

Ergebnis im Kompetenzcheck Empfehlung
0–3 sichere Punkte Wiederholen: Arbeite noch einmal an „Textinformation – Schlussfolgerung – Vermutung“ und am Textbeleg-Weg. Nutze Hilfe 1 bis 4 und wiederhole Übungstext A.
4–6 sichere Punkte Festigen: Bearbeite erneut das Beleg-Ranking und die Aufgaben „Zwei Belege vergleichen“ sowie „Eigene Begründung schreiben“. Versuche mit höchstens einer Hilfestufe auszukommen.
7–8 sichere Punkte Vertiefen: Gehe zu den schweren offenen Aufgaben, prüfe eine KI-Antwort oder übertrage die Strategie auf einen Sachtext aus einem anderen Fach.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe auswendig kennst, sondern die Strategie an einem neuen Text anwenden kannst.

  1. Textinformation: Du erkennst Aussagen, die im Text sicher belegt sind.
  2. Vermutung: Du kennzeichnest unbelegte Annahmen als Vermutungen und gibst sie nicht als Textfakten aus.
  3. Belegstelle: Du findest eine passende, möglichst genaue Fundstelle.
  4. Belegqualität: Du erklärst, warum ein Beleg stark oder schwach ist.
  5. Textbezogene Antwort: Du formulierst eine kurze Aussage mit passender Textangabe oder kurzem Zitat.
  6. Transfer: Du nutzt die Belegstrategie auch in einem neuen Text oder anderen Fach.
  7. KI-Kompetenz: Du prüfst KI-Ausgaben am Original, verbesserst Fehler und kennzeichnest die KI-Hilfe transparent.




OERs zum Thema

Der Artikel zur Lesekompetenz bietet Hintergrundwissen dazu, wie Texte verstanden und Informationen entnommen werden.

Weitere frei zugängliche Lernmedien: Die eingebundenen Bilder und Audiodateien stammen aus Wikimedia Commons. Dort findest Du auf der jeweiligen Dateiseite Urheber- und Lizenzangaben. Die Übungstexte dieses aiMOOCs sind neu erstellt und bewusst kurz gehalten.


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