D5 G - Dialoge lesen und spielen

D5 G - Dialoge lesen und spielen
D5 G - Dialoge lesen und spielen
Einleitung
Ding-dong! Jemand steht vor der Tür. Was passiert jetzt?
Stell Dir vor: Du öffnest die Tür. Vor Dir steht ein Kind aus Deiner Klasse. Es hält einen Turnbeutel in der Hand.
Kind: „Hi! Gehört der vielleicht Dir?“ Du: „Oh, ja! Danke! Ich habe ihn schon gesucht.“ Kind: „Kein Problem. Bis morgen!“ Du: „Bis morgen!“
Schon diese kurze Szene ist ein Dialog. Zwei Personen sprechen miteinander. Dabei zählen nicht nur die Wörter. Auch die Stimme, die Mimik im Gesicht und die Gestik mit Händen und Körper helfen beim Verstehen.

Deine Mission: In diesem aiMOOC wirst Du Dialog-Detektiv und Dialog-Schauspieler. Du findest heraus, wer spricht, wo die Szene spielt, wie sich Personen fühlen und was sie mit ihren Sätzen erreichen wollen. Danach spielst Du selbst kurze Dialoge.
Vorwissen aktivieren
Bevor Du weiterliest, probiere drei Mini-Aufgaben:
- Dialog-Detektiv: Nenne zwei Situationen, in denen Du heute schon mit jemandem gesprochen hast.
- Gefühls-Blitzlicht: Zeige nur mit Deinem Gesicht „fröhlich“, „unsicher“ und „genervt“. Eine andere Person rät.
- Stimmen-Test: Sage den Satz „Ach so.“ einmal freundlich, einmal überrascht und einmal verärgert. Was verändert sich?
Merke: Ein und derselbe Satz kann je nach Stimme, Gesicht und Körper verschieden wirken.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du ...
- Sprecher erkennen: feststellen, welche Personen in einem Dialog sprechen.
- Situation erkennen: Ort und Anlass eines Gesprächs bestimmen.
- Gefühle erkennen: einfache Gefühle aus Wörtern, Stimme, Mimik und Gestik erschließen.
- Sprechabsicht erkennen: unterscheiden, ob jemand zum Beispiel fragt, bittet, informiert, dankt, ablehnt, zustimmt oder sich entschuldigt.
- Dialog vorlesen: Rollen passend betont lesen.
- Dialog spielen: Stimme, Mimik, Blick, Körperhaltung und Gestik passend einsetzen.
- Dialog schreiben: einen kurzen, verständlichen Dialog mit Sprecherwechsel verfassen.
- KI-Ausgaben prüfen: eine einfache KI-Aussage erst selbst prüfen, mit Text und Regel vergleichen und bei Bedarf verbessern.
Was ist ein Dialog?
Ein Dialog ist ein Gespräch, in dem mindestens zwei Personen miteinander sprechen. In einem geschriebenen Dialog erkennst Du meistens an den Sprechernamen oder an der Anordnung des Textes, wer gerade spricht.
Ein Dialog hat oft diese Bausteine:
- Sprecher: Wer redet?
- Situation: Wo und warum sprechen die Personen miteinander?
- Äußerung: Was sagt eine Person?
- Sprecherwechsel: Wann übernimmt die andere Person?
- Gefühl: Wie fühlt sich die Person?
- Sprechabsicht: Was möchte sie mit ihrer Äußerung erreichen?
Beispiel 1: Auf dem Pausenhof
Situation: Mia sieht, dass Ben und Noor mit einem Ball spielen.
Mia: „Kann ich mitspielen?“ Ben: „Klar! Stell Dich zu Noor.“ Noor: „Ich spiele Dir gleich den Ball zu.“ Mia: „Super, danke!“
Sprecher: Mia, Ben und Noor Ort: Pausenhof Gefühl von Mia am Anfang: vielleicht hoffnungsvoll oder etwas unsicher Sprechabsicht von Mia: Sie bittet darum, mitspielen zu dürfen. Sprechabsicht von Ben: Er stimmt zu und gibt eine kurze Anweisung. Sprechabsicht von Noor: Noor informiert Mia. Sprechabsicht von Mia am Ende: Sie bedankt sich.
Die wichtigsten Sprechabsichten
| Sprechabsicht | Typisches Beispiel | Erkennungs-Hilfe |
|---|---|---|
| fragen | „Wo ist Raum 12?“ | Oft steht ein Fragezeichen. |
| bitten | „Kannst Du mir bitte helfen?“ | Häufig stehen Wörter wie „bitte“ oder höfliche Fragen. |
| informieren | „Der Bus kommt um drei.“ | Eine Person teilt etwas mit. |
| danken | „Danke für Deine Hilfe.“ | Die Person zeigt Anerkennung. |
| sich entschuldigen | „Tut mir leid, ich war zu spät.“ | Die Person möchte einen Fehler wiedergutmachen. |
| zustimmen | „Ja, das finde ich auch.“ | Die Person zeigt: Ich bin einverstanden. |
| ablehnen | „Nein, heute schaffe ich das nicht.“ | Die Person sagt: Ich möchte oder kann nicht. |
| vorschlagen | „Wir könnten zuerst die Plakate machen.“ | Die Person bringt eine Idee ein. |
Merksatz: Frage Dich bei jeder Äußerung: Was möchte die Person mit diesem Satz erreichen?
Gefühle lesen: Wörter, Stimme, Mimik und Gestik
Menschen zeigen Gefühle nicht nur mit Wörtern. Auch sichtbare Bewegungen des Gesichts gehören zur Mimik. Bewegungen von Händen, Armen oder Kopf gehören zur Gestik. Beides hilft beim Verstehen eines Gesprächs.

Bildauftrag: Suche drei Gesichter aus. Beschreibe nur, was Du wirklich siehst, zum Beispiel: „Die Augenbrauen sind hochgezogen.“ Vermute danach erst ein Gefühl. So trennst Du Beobachtung und Deutung.

Mimik beobachten
Achte zum Beispiel auf:
- Augen: weit geöffnet, zusammengekniffen, Blickkontakt oder Blick weg.
- Augenbrauen: hochgezogen, zusammengezogen oder entspannt.
- Mund: lächelnd, zusammengepresst oder offen.
- Kopfhaltung: aufrecht, gesenkt oder zur Seite geneigt.
Wichtig: Ein Gesichtsausdruck ist ein Hinweis, aber kein sicherer Gedankenleser. Prüfe immer auch Situation, Wörter und Stimme.
Gestik beobachten
Gesten können etwas unterstreichen oder ersetzen. Ein erhobener Daumen wird in vielen Situationen als positives Zeichen verstanden. Gesten können aber je nach Kultur und Situation unterschiedliche Bedeutungen haben. Darum gilt auch hier: Nicht vorschnell raten – erst den Zusammenhang prüfen.
Stimme hören
Beim Vorlesen und Spielen helfen vier Regler:
| Regler | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Lautstärke | Leise oder laut? | Eine schüchterne Bitte kann leiser gesprochen werden. |
| Tempo | Langsam oder schnell? | Aufregung kann zu schnellerem Sprechen führen. |
| Betonung | Welches Wort ist besonders wichtig? | „Jetzt brauche ich Hilfe.“ |
| Pause | Wo hilft eine kurze Pause? | Vor einer wichtigen Antwort kann eine Pause Spannung erzeugen. |
Dialoge Schritt für Schritt lesen
Nutze beim Lesen immer die 5-Finger-Hilfe:
- Daumen – Wer? Wer spricht?
- Zeigefinger – Wo? Wo spielt die Szene?
- Mittelfinger – Was passiert? Was ist der Anlass?
- Ringfinger – Gefühl? Wie fühlen sich die Personen?
- Kleiner Finger – Absicht? Was möchten die Personen erreichen?

Beispiel 2: Der verlorene Schlüssel
Situation: Vor dem Klassenraum sucht Tarek in seiner Tasche. Lina kommt dazu.
Tarek [nervös]: „Mist, mein Schließfachschlüssel ist weg.“ Lina [ruhig]: „Hast Du schon in Deiner Jackentasche geschaut?“ Tarek: „Ja. Da ist er nicht.“ Lina: „Dann suchen wir zuerst unter der Bank.“ Tarek [erleichtert]: „Da liegt er! Danke!“ Lina: „Gern.“
5-Finger-Lösung:
- Wer? Tarek und Lina.
- Wo? Vor dem Klassenraum.
- Was passiert? Tarek sucht seinen Schlüssel.
- Gefühle? Tarek ist zuerst nervös und später erleichtert. Lina wirkt ruhig und hilfsbereit.
- Absichten? Tarek informiert über sein Problem und dankt später. Lina fragt, macht einen Vorschlag und hilft.
Hilfe in drei Stufen
Hilfe 1 – leicht: Unterstreiche nur die Sprechernamen. Hilfe 2 – mittel: Kreise Gefühlswörter und Regiehinweise ein. Hilfe 3 – stark: Schreibe hinter jede Äußerung nur eines dieser Wörter: Frage – Bitte – Information – Dank – Vorschlag – Zustimmung – Ablehnung – Entschuldigung.
Erfolgstipp: Wenn Du nicht alles sofort erkennst, ist das völlig in Ordnung. Bearbeite erst eine Frage und gehe dann zur nächsten.
Vom Lesen zum Spielen
Ein Dialog wird lebendig, wenn Du nicht nur richtig liest, sondern die Rolle spielst.

Die 4-Schritte-Regie
- Lesen: Verstehe zuerst den Inhalt.
- Markieren: Kennzeichne Gefühl und Sprechabsicht.
- Planen: Entscheide über Stimme, Mimik und Gestik.
- Spielen: Probiere die Szene und verbessere sie nach Rückmeldung.
Regiekarten
Schneide die Karten gedanklich aus oder übertrage sie auf Papier.
| Regiekarte | Stimme | Mimik | Gestik und Körper |
|---|---|---|---|
| freundlich | ruhig, mittellaut | leicht lächeln | offene Haltung |
| unsicher | eher leise, kleine Pausen | fragender Blick | Hände eher nah am Körper |
| überrascht | betont, eventuell etwas höher | Augen weiter öffnen | Körper kurz zurücknehmen |
| genervt | eher kurz und deutlich | Stirn leicht runzeln | Arme ruhig, etwas Abstand |
| erleichtert | entspannter, weicher | lächeln | Schultern lockern |
| begeistert | lebhaft, etwas schneller | deutlich lächeln | offene, größere Gesten |
Spielregel: Übertreibe nicht so stark, dass die Szene lächerlich wird. Ziel ist: Die Zuschauer sollen Gefühl und Absicht erkennen.
Stimm-Labor
Sage den Satz „Du bist schon da.“ viermal:
- überrascht
- erleichtert
- enttäuscht
- begeistert
Danach beantwortet Deine Partnerperson: Welche Version habe ich erkannt? Woran?
Sofort-Feedback: Wenn Gefühl und Vermutung zusammenpassen, war Dein Ausdruck verständlich. Wenn nicht, verändere nur einen Regler: Lautstärke, Tempo, Betonung oder Pause.
Comic: Erst falsch, dann besser
| Bild 1 | Bild 2 | Bild 3 | Bild 4 |
|---|---|---|---|
| 😀 Jona: „Hast Du meinen roten Stift gesehen?“ |
😐 Elif: „Nein.“ |
😕 Jona: „Schade. Ich brauche ihn für mein Plakat.“ |
🙂 Elif: „Warte, ich helfe Dir suchen.“ |
| Absicht: Frage | Absicht: Information | Gefühl: enttäuscht | Absicht: Hilfe anbieten |
Comic-Auftrag: Zeichne vier eigene Kästchen. Nutze kurze Sprechblasen. Verwende höchstens zwei Sätze pro Figur und Bild. Ergänze unter jedem Bild ein Gefühl oder eine Sprechabsicht.
Standbild-Theater
Ein Standbild ist eine eingefrorene Szene. Niemand spricht oder bewegt sich.
Aufgabe: Stellt zu zweit eines dieser Wörter als Standbild dar: Bitte – Ablehnung – Überraschung – Dank – Streit – Versöhnung.
Die Zuschauer antworten in zwei Schritten:
- Beobachtung: „Ich sehe ..., weil ...“
- Deutung: „Ich vermute ..., weil ...“
Hilfe: Achtet auf Abstand, Blickrichtung, Hände, Schultern und Gesicht.
Rolleninterview
Nach einer Szene bleibt eine Person in ihrer Rolle. Eine andere Person interviewt sie.
Beispiel:
Interviewer: „Warum hast Du am Anfang so leise gesprochen?“ Rolle Tarek: „Ich war nervös, weil mein Schlüssel weg war.“ Interviewer: „Was wolltest Du von Lina?“ Rolle Tarek: „Ich wollte Hilfe bekommen.“ Interviewer: „Wann hat sich Dein Gefühl verändert?“ Rolle Tarek: „Als ich den Schlüssel gefunden habe.“
Rolleninterview-Hilfe: Beginne Fragen mit Warum ...?, Wie hast Du Dich ...?, Was wolltest Du ...? oder Wann ...?
Kurze Szene: An der Bushaltestelle
Situation: Kim und Luis warten nach der Schule auf den Bus.
Kim [schaut auf die Anzeigetafel]: „Der Bus hat zehn Minuten Verspätung.“ Luis [enttäuscht]: „Oh nein. Ich wollte pünktlich beim Training sein.“ Kim: „Soll ich Dir kurz mein Handy geben, damit Du Bescheid sagen kannst?“ Luis [erleichtert]: „Ja, bitte. Das wäre nett.“ Kim: „Hier.“ Luis: „Danke!“
Spielrunde 1: Lest nur die Wörter. Spielrunde 2: Nutzt die Regiehinweise. Spielrunde 3: Ergänzt eine passende, kleine Gestik. Spielrunde 4: Tauscht die Rollen.
Selbstkontrolle: Konnten die Zuschauer erkennen, wann Luis enttäuscht und wann er erleichtert war?
Audio-Szene: Was passiert vor der Tür?
Höre das Geräusch noch einmal.
Erfinde danach zu zweit einen Dialog mit genau sechs Äußerungen.
Pflichtbausteine: Begrüßung – Frage – Information – Bitte – Dank – Verabschiedung.
Hilfe-Satzanfänge: „Hallo ...“ / „Weißt Du ...?“ / „Ich wollte Dir sagen ...“ / „Kannst Du bitte ...?“ / „Danke ...“ / „Bis ...“
Video-Beobachtung: Dialoge sehen und hören
Achte bei Videos nicht nur auf den Inhalt. Beobachte Sprecherwechsel, Stimme, Blick, Mimik und Gestik.
Beobachtungsauftrag: Notiere nach einem kurzen Ausschnitt:
- Wer spricht?
- Wo findet die Situation ungefähr statt?
- Welche Begrüßungen hörst Du?
- Woran erkennst Du, wer gerade angesprochen wird?
- Welche Mimik oder Gestik hilft beim Verstehen?
Vergleichsauftrag: Welche Begrüßung oder Verabschiedung passt eher zu Freunden? Welche klingt höflicher oder formeller? Begründe mit einem Beispiel aus dem Video.
Transfer: Spielt anschließend eine eigene kurze Vorstellungs-Szene. Übernehmt keine längeren Textstellen aus dem Video, sondern formuliert selbst.
Dialog-Werkstatt: selbst schreiben
Ein guter kurzer Dialog braucht nicht viele Wörter. Wichtig ist, dass er klar ist.
Bauplan für einen einfachen Dialog
| Schritt | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | Wer spricht? | Aylin und Max |
| 2 | Wo? | Schulbibliothek |
| 3 | Was ist los? | Max findet ein Buch nicht. |
| 4 | Gefühl? | erst ratlos, dann erleichtert |
| 5 | Absicht? | fragen, helfen, danken |
| 6 | Ende? | Problem gelöst |
Musterdialog: In der Schulbibliothek
Aylin: „Was suchst Du?“ Max: „Das Buch über Planeten. Weißt Du, wo es steht?“ Aylin: „Schau mal im Regal dort hinten.“ Max: „Ah, da ist es. Danke!“ Aylin: „Gern. Viel Spaß beim Lesen!“
Warum funktioniert der Dialog? Die Situation ist schnell verständlich, die Sprecher wechseln sich ab, die Sprechabsichten sind klar und die Szene hat ein Ende.
Schreibgerüst für Deinen Dialog
Situation: ____________________________________ Person A: ____________________________________ Person B: ____________________________________ Gefühl am Anfang: _____________________________ Sprechabsicht A: ______________________________ Sprechabsicht B: ______________________________ Veränderung am Ende: __________________________
Satzanfänge als Hilfe:
| Du möchtest ... | Satzanfang |
|---|---|
| fragen | „Weißt Du ...?“ |
| bitten | „Kannst Du bitte ...?“ |
| vorschlagen | „Wir könnten ...“ |
| zustimmen | „Ja, gern. ...“ |
| ablehnen | „Heute geht es leider nicht, weil ...“ |
| sich entschuldigen | „Tut mir leid, ...“ |
| danken | „Danke für ...“ |
KI-Kompetenz: Eine KI-Aussage prüfen
Auch eine KI kann Fehler machen oder eine Äußerung falsch deuten. Darum gilt schon in Klasse 5:
selbst denken → KI gezielt nutzen → Ausgabe prüfen → mit Text, Regel oder Quelle vergleichen → verbessern → KI-Hilfe transparent machen
Dieses Grundmuster wird in den Klassen 6 bis 10 wiederholt und Schritt für Schritt anspruchsvoller.
KI-Prüfauftrag
Lies zuerst selbst:
Mara: „Kannst Du mir bitte das Heft geben?“ Leo: „Klar, hier.“ Mara: „Danke!“
Eine bereitgestellte KI-Ausgabe lautet:
KI-Aussage: „Mara befiehlt Leo, ihr das Heft zu geben.“
Schritt 1 – selbst denken: Ist die Aussage richtig oder falsch? Begründe ohne KI. Schritt 2 – gezielt prüfen: Suche im Dialog nach einem Wort, das Dir bei der Sprechabsicht hilft. Schritt 3 – Regel vergleichen: Eine höfliche Bitte kann als Frage formuliert sein und Wörter wie „bitte“ enthalten. Schritt 4 – verbessern: Formuliere die KI-Aussage genauer. Schritt 5 – transparent machen: Wenn Du eine KI zur Hilfe nutzt, schreibe am Ende zum Beispiel: „KI-Hilfe genutzt für: Vorschlag prüfen. Danach mit Dialog und Regel verglichen.“
Musterlösung: Die KI-Aussage ist hier unpassend. Mara bittet Leo höflich. Hinweise sind die Frageform „Kannst Du ...?“ und das Wort „bitte“.
Datenschutz-Regel: Gib für diese Aufgabe keine echten Namen, Adressen, Telefonnummern, Passwörter oder andere persönliche Daten in eine KI ein.
KI-Transfer: bessere Nachfrage
Eine KI behauptet zu einem neuen Dialog nur: „Die Figur ist traurig.“
Verbessere den Arbeitsauftrag an die KI so, dass sie Belege nennen muss.
Ein möglicher besserer Auftrag: „Welche zwei Textstellen oder Regiehinweise sprechen dafür, dass die Figur traurig ist? Nenne nur Hinweise aus dem gegebenen Dialog und sage, wenn die Belege nicht ausreichen.“
Selbstkontrolle: Eine gute KI-Nachfrage zwingt Dich nicht dazu, der KI einfach zu glauben. Sie hilft Dir, eine Antwort am Text zu prüfen.
Übungsstationen mit schneller Rückmeldung
Station 1: Wer spricht?
Lies:
Nora: „Ist das Dein Lineal?“ Emil: „Ja, danke!“ Nora: „Es lag unter meinem Tisch.“
Frage: Wer informiert über den Fundort? Kontrolle: Nora.
Hilfe: Suche den Satz, der erklärt, wo das Lineal lag.
Station 2: Welche Absicht?
Satz: „Kannst Du bitte die Tür schließen?“
Wähle zuerst selbst: Bitte – Dank – Information – Entschuldigung
Kontrolle: Bitte.
Hilfe: Achte auf „bitte“ und die höfliche Frageform.
Station 3: Welches Gefühl?
Regiehinweis: Amir springt auf, lächelt breit und ruft: „Wir haben gewonnen!“
Wähle: begeistert – gelangweilt – traurig – ängstlich
Kontrolle: begeistert.
Hilfe: Nutze alle Hinweise zusammen: Bewegung + Gesicht + Stimme + Satz.
Station 4: Passende Regie
Satz: „Oh, danke. Ich dachte schon, mein Fahrradschlüssel wäre weg.“
Welche Regie passt besser?
A: erleichtert, Schultern lockern, ruhig ausatmen B: wütend, laut schreien, mit dem Fuß stampfen
Kontrolle: A.
Station 5: Transfer
Formuliere den Befehl „Gib mir den Stift!“ als höfliche Bitte um.
Musterlösung: „Kannst Du mir bitte den Stift geben?“
Extra: Spiele beide Versionen. Was verändert sich in Stimme und Wirkung?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist ein Dialog? (Ein Gespräch zwischen mindestens zwei Personen) (!Eine Liste mit Wörtern) (!Eine Beschreibung ohne Sprecher) (!Ein einzelnes Geräusch)
Woran erkennst Du in einem geschriebenen Dialog oft, wer spricht? (An den Sprechernamen) (!An der Seitenzahl) (!An der Papierfarbe) (!An der Länge des Buches)
Welche Sprechabsicht passt zu „Kannst Du mir bitte helfen?“? (Bitten) (!Danken) (!Ablehnen) (!Informieren)
Was gehört zur Mimik? (Bewegungen des Gesichts) (!Bewegungen eines Busses) (!Die Farbe eines Heftes) (!Die Größe eines Tisches)
Was gehört zur Gestik? (Bewegungen von Händen oder Armen) (!Nur geschriebene Wörter) (!Nur die Lautstärke) (!Die Rechtschreibung eines Wortes)
Welcher Hinweis passt am besten zu einem erleichterten Spiel? (Die Schultern lockern und ruhig ausatmen) (!Mit dem Rücken zur Szene rennen) (!Jeden Satz gleich laut schreien) (!Ohne Pause möglichst schnell sprechen)
Was fragst Du bei der Sprechabsicht? (Was möchte die Person mit dem Satz erreichen) (!Wie viele Buchstaben hat der Satz) (!Welche Farbe hat die Sprechblase) (!Wie alt ist das Papier)
Welche Reihenfolge hilft beim Dialogspielen? (Lesen dann markieren dann planen dann spielen) (!Spielen dann weggehen dann raten dann vergessen) (!Schreiben dann zählen dann malen dann schweigen) (!Rennen dann rufen dann stoppen dann löschen)
Was solltest Du mit einer KI-Aussage zu einem Dialog tun? (Sie mit Text oder Regel prüfen) (!Sie immer sofort glauben) (!Sie ohne Lesen übernehmen) (!Sie nur nach ihrer Länge beurteilen)
Welche Angabe gehört nicht in eine KI-Aufgabe für den Unterricht? (Eine private Telefonnummer) (!Ein erfundener Rollenname) (!Ein Beispielsatz) (!Eine Sprechabsicht)
Memory
| Dialog | Gespräch mit Sprecherwechsel |
| Mimik | Ausdruck des Gesichts |
| Gestik | Bewegungen von Händen und Körper |
| Bitte | Höflicher Wunsch an eine andere Person |
| Dank | Anerkennung für Hilfe |
| Situation | Ort und Anlass des Gesprächs |
| Sprecher | Person mit einer Äußerung |
| Regiehinweis | Hinweis zum Spielen einer Rolle |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Bitten | Kannst Du mir bitte helfen |
| Danken | Danke für Deine Hilfe |
| Entschuldigen | Tut mir leid |
| Vorschlagen | Wir könnten gemeinsam suchen |
| Ablehnen | Heute kann ich leider nicht |
Kreuzworträtsel
| Dialog | Wie heißt ein Gespräch zwischen mindestens zwei Personen? |
| Mimik | Wie nennt man den sichtbaren Ausdruck des Gesichts? |
| Gestik | Wie nennt man Bewegungen von Händen und Armen beim Sprechen? |
| Sprecher | Wie heißt eine Person, die im Dialog etwas sagt? |
| Gefühl | Was kann durch Stimme und Gesicht sichtbar oder hörbar werden? |
| Bitte | Welche Sprechabsicht steckt oft in einer höflichen Frage mit dem Wort bitte? |
LearningApps
Lückentext
Weitere interaktive Spiel- und Schreibaufgaben
Stimmen-Memory im Raum
Vier Personen bekommen heimlich je ein Gefühl: freundlich, unsicher, überrascht, genervt. Alle sagen denselben Satz: „Da bist Du ja.“
Die Klasse ordnet die Gefühle zu. Danach nennen die Spielenden, was sie mit Stimme oder Mimik verändert haben.
Feedback-Frage: Welche Veränderung war besonders leicht zu erkennen?
Regie-Würfel ohne Würfel
Wähle zufällig eine Zahl von eins bis sechs und nutze die passende Spielweise:
| Auswahl | Spielweise |
|---|---|
| eins | freundlich |
| zwei | unsicher |
| drei | überrascht |
| vier | erleichtert |
| fünf | begeistert |
| sechs | genervt |
Spiele einen Zwei-Satz-Dialog zweimal mit verschiedenen Spielweisen. Die Zuschauer beschreiben den Unterschied.
Dialog-Puzzle
Bringe diese Äußerungen in eine sinnvolle Reihenfolge:
A: „Danke, jetzt verstehe ich die Aufgabe.“ B: „Klar. Du sollst zuerst die Überschrift lesen.“ C: „Kannst Du mir die Aufgabe erklären?“ D: „Gern.“
Lösung: C – B – A – D.
Hilfe: Suche zuerst die Frage. Danach folgt eine passende Antwort.
Fehlerdetektiv
Dieser Dialog passt noch nicht gut:
Lia: „Kannst Du mir sagen, wo die Sporthalle ist?“ Tom: „Danke.“ Lia: „Sie ist neben dem Pausenhof.“
Aufgabe: Finde den Fehler im Sprecherwechsel und verbessere den Dialog.
Musterlösung: Tom sollte die Information geben: Lia: „Kannst Du mir sagen, wo die Sporthalle ist?“ Tom: „Sie ist neben dem Pausenhof.“ Lia: „Danke.“
Zwei Versionen vergleichen
Version A
Nele: „Mach die Tür zu.“ Oskar: „Warum?“ Nele: „Es zieht.“
Version B
Nele: „Kannst Du bitte die Tür schließen? Es zieht.“ Oskar: „Klar.“
Aufgabe: Welche Version wirkt höflicher? Begründe mit einem sprachlichen Hinweis.
Kontrolle: Version B wirkt höflicher, weil Nele eine Frageform und das Wort „bitte“ benutzt.
Medienwerkstatt
Ein kurzes Dialog-Audio gestalten
Nehmt nur mit Erlaubnis der Schule oder Lehrkraft ein kurzes Audio auf. Verwendet erfundene Rollennamen und keine persönlichen Daten.
Auftrag: Produziert ein Audio von 20 bis 40 Sekunden mit zwei Rollen. Es soll eine Frage, eine Bitte, eine Antwort und einen Dank enthalten.
Prüfliste vor dem Speichern:
- Sind die Stimmen gut verständlich?
- Ist klar, wer spricht?
- Passt die Betonung?
- Werden keine privaten Daten genannt?
- Habt Ihr den Text selbst geschrieben?
Ein Mini-Video gestalten
Spielt einen selbst geschriebenen Dialog von höchstens einer Minute. Nutzt eine feste Kameraeinstellung und konzentriert Euch auf Stimme, Mimik und Gestik.
Wichtig: Filmt nur Personen, wenn dafür die nötige Zustimmung vorliegt. Ihr könnt stattdessen auch Hände, Papierfiguren, Spielfiguren oder selbst gezeichnete Figuren verwenden.
Papierfiguren-Comic
Baut zwei einfache Papierfiguren. Zeichnet drei Hintergründe: Pausenhof, Klassenzimmer, Bushaltestelle. Fotografiert sechs Standbilder und ergänzt selbst geschriebene Sprechblasen.
Transfer: Verändert in zwei Bildern nur die Mimik. Wie ändert sich die Wirkung des gleichen Satzes?
Probeaufführung
Vor einer Aufführung nutzt Ihr die 3-Sterne-Regel:
| Stern | Prüffrage |
|---|---|
| ⭐ | Kann ich den Text sicher und verständlich sprechen? |
| ⭐ | Passen Stimme und Gesicht zum Gefühl? |
| ⭐ | Passt meine Gestik zur Sprechabsicht? |
Nach der Szene gibt das Publikum eine Rückmeldung nach dem Muster:
„Ich konnte gut erkennen, dass ..., weil ...“ „Noch klarer würde es, wenn ...“
Offene Aufgaben
Leicht
- Sprechblasen ergänzen: Zeichne zwei Figuren und schreibe einen Dialog mit vier kurzen Äußerungen. Markiere Frage und Dank.
- Gefühle darstellen: Stelle drei Gefühle nur mit Mimik dar. Eine andere Person rät und nennt sichtbare Hinweise.
- Stimmprobe: Sprich denselben Satz freundlich, unsicher und überrascht. Beschreibe, was Du mit der Stimme verändert hast.
- Dialog beobachten: Beobachte einen kurzen, erfundenen Klassendialog. Notiere Sprecher, Ort und eine Sprechabsicht.
Standard
- Pausenhof-Szene: Schreibe und spiele einen Dialog mit sechs bis acht Äußerungen. Verwende mindestens drei verschiedene Sprechabsichten.
- Regiekarte entwickeln: Erfinde eine neue Regiekarte mit Stimme, Mimik und Gestik. Teste, ob andere das Gefühl erkennen.
- Rolleninterview durchführen: Spielt eine kurze Szene und führt anschließend ein Rolleninterview mit mindestens vier Fragen.
- Comic und Spiel vergleichen: Gestalte einen Vier-Bilder-Comic und spiele denselben Dialog. Erkläre, was im Spiel durch Stimme und Bewegung zusätzlich sichtbar wird.
Schwer
- Missverständnis gestalten: Schreibe eine Szene, in der derselbe Satz unterschiedlich verstanden werden kann. Löse das Missverständnis im Dialog.
- Dialog überarbeiten: Nimm einen eigenen ersten Entwurf und verbessere Sprecherwechsel, Höflichkeit, Gefühl und Regiehinweise. Zeige beide Versionen.
- KI-Aussage prüfen: Prüfe eine bereitgestellte KI-Deutung zu einer Sprechabsicht. Begründe zuerst selbst, vergleiche mit Text und Regel, verbessere die Deutung und kennzeichne die KI-Hilfe.
- Mini-Inszenierung planen: Plant eine Szene von höchstens zwei Minuten mit Dialog, Standbild am Anfang, Regiekarten, Rolleninterview und kurzer Publikumsrückmeldung.


Lernkontrolle
- Sprechabsicht begründen: Lies einen unbekannten kurzen Dialog. Bestimme bei drei Äußerungen die Sprechabsicht und begründe jeweils mit einem sprachlichen Hinweis.
- Gefühl aus Hinweisen erschließen: Erkläre bei einer Figur, wie Wörter, Mimik und Gestik gemeinsam ein Gefühl deutlich machen können. Nenne mindestens zwei verschiedene Hinweise.
- Regieentscheidung treffen: Du sollst den Satz „Na endlich!“ erleichtert und danach genervt spielen. Beschreibe, wie Du Stimme, Mimik und Gestik jeweils verändern würdest.
- Dialog höflicher machen: Überarbeite einen unhöflichen Zwei-Personen-Dialog so, dass die Sprechabsichten gleich bleiben, die Formulierungen aber respektvoller werden.
- Missverständnis erklären: Erfinde ein Beispiel, in dem ein Satz wegen falscher Betonung missverstanden wird. Zeige anschließend eine bessere Version.
- KI-Urteil kontrollieren: Eine KI nennt für eine Figur ein Gefühl oder eine Sprechabsicht. Prüfe die Aussage mit mindestens zwei Belegen aus dem Dialog und formuliere ein verbessertes Urteil.
Kompetenzcheck
Kreuze für Dich gedanklich an: sicher – fast sicher – noch üben.
| Ich kann ... | sicher | fast sicher | noch üben |
|---|---|---|---|
| Sprecher in einem Dialog erkennen. | ☐ | ☐ | ☐ |
| Situation und Anlass bestimmen. | ☐ | ☐ | ☐ |
| Gefühle mit Text-Hinweisen begründen. | ☐ | ☐ | ☐ |
| einfache Sprechabsichten unterscheiden. | ☐ | ☐ | ☐ |
| Stimme, Mimik und Gestik passend einsetzen. | ☐ | ☐ | ☐ |
| einen kurzen Dialog selbst schreiben. | ☐ | ☐ | ☐ |
| eine einfache KI-Aussage prüfen und verbessern. | ☐ | ☐ | ☐ |
Kurze Selbstreflexion
Beende drei Sätze:
Das kann ich schon gut: ____________________________________ Dabei brauche ich noch Hilfe: _______________________________ Das möchte ich als Nächstes ausprobieren: ____________________
Deine individuelle Empfehlung
Wenn Du bei 0 bis 2 Punkten „sicher“ gewählt hast: Wiederhole die 5-Finger-Hilfe, Beispiel 1 und die Übungsstationen 1 bis 4. Spiele kurze Zwei-Satz-Dialoge.
Wenn Du bei 3 bis 5 Punkten „sicher“ gewählt hast: Übe mit den Regiekarten und schreibe einen eigenen Sechs-Satz-Dialog. Nutze danach das Rolleninterview.
Wenn Du bei 6 bis 7 Punkten „sicher“ gewählt hast: Vertiefe mit „Missverständnis gestalten“, der KI-Prüfaufgabe oder einer eigenen Mini-Inszenierung.
Wiederholungsregel: Übe lieber zweimal kurz als einmal sehr lang. Nimm beim zweiten Versuch nur ein Verbesserungsziel, zum Beispiel „deutlicher sprechen“.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:
- Du erkennst Sprecher, Situation und Anlass eines Dialogs.
- Du kannst Gefühle mit passenden Text-, Stimm-, Mimik- oder Gestik-Hinweisen begründen.
- Du unterscheidest einfache Sprechabsichten wie Fragen, Bitten, Informieren, Danken, Zustimmen, Ablehnen, Vorschlagen und Entschuldigen.
- Du liest eine Rolle verständlich und passend betont.
- Du setzt Mimik und Gestik passend und nicht übertrieben ein.
- Du schreibst einen kurzen Dialog mit sinnvollem Sprecherwechsel und erkennbarem Ende.
- Du gibst eine einfache, hilfreiche Rückmeldung zu einer Aufführung.
- Du prüfst eine KI-Aussage zuerst selbst und vergleichst sie mit Text, Regel oder verlässlicher Quelle.
- Du verbesserst eine fehlerhafte KI-Aussage und machst genutzte KI-Hilfe transparent.
- Du schützt persönliche Daten bei digitalen und KI-gestützten Aufgaben.
OERs zum Thema
Freie Medien und Mediennachweise
Die im aiMOOC eingebauten Wikimedia-Commons-Medien sind frei lizenziert oder gemeinfrei. Beachte bei einer Weiterverwendung die jeweilige Lizenz auf der Dateiseite.
- Speech balloon.svg: gemeinfrei.
- Emotion collage.png: Jtneill, CC BY-SA 4.0.
- Facial expression and emotion.png: Mara22, CC BY 3.0.
- Comedy and tragedy masks without background.svg: CC BY-SA 3.0.
- Thumbs Up.JPG: CC0.
- Body Language.svg: Nevit Dilmen, unter anderem CC BY-SA 3.0.
- Sound Effect - Door Bell.ogg: Amada44, freie Commons-Datei.
- Sound Effects - Applause after a concert.ogg: Amada44, CC0.
Die eingebetteten YouTube-Videos stammen vom Bildungsangebot Deutsch lernen mit der DW. Sie werden verlinkt beziehungsweise eingebettet und nicht kopiert. Für eigene Schülerprodukte werden nur selbst geschriebene Dialoge und selbst erstellte oder passend frei lizenzierte Medien verwendet.
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