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D10 E - Einen eigenen Stil reflektiert entwickeln

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D10 E - Einen eigenen Stil reflektiert entwickeln




D10 E - Einen eigenen Stil reflektiert entwickeln

Mini-Beschreibung: Vergleiche verschiedene Fassungen eigener Texte und entwickle einen präzisen, adressatengerechten und zur Textsorte passenden Stil. Du arbeitest mit Stilprofilen, überarbeitest in mehreren Durchgängen und begründest deine sprachlichen Entscheidungen.

Zielgruppe: Deutsch Klasse 10, Baden-Württemberg, E-Niveau. Im E-Niveau untersuchst du auch komplexe Texte, Mehrdeutigkeit, Kontext und Transfer.

Ein Manuskript mit sichtbaren Streichungen und Neufassungen: Überarbeiten ist Teil des Schreibens, nicht bloß Fehlerkorrektur. Das Bild ist auf Wikimedia Commons als gemeinfrei gekennzeichnet.


Einstieg

Lies zwei Fassungen derselben Information. Beide Texte sind für diesen aiMOOC neu erstellt.

Fassung A Fassung B
Am Mittwoch machen wir nachmittags noch so eine Schreibsache in der Mediothek. Bringt am besten irgendwas mit, das ihr schon geschrieben habt. Dann schaut man zusammen noch mal drüber. Am Mittwoch beginnt um 13:30 Uhr in der Mediothek die Schreibwerkstatt. Bring einen eigenen Textentwurf mit. Du überarbeitest ihn anschließend mit einer Partnerin oder einem Partner anhand eines Stilprofils.

Einstiegsauftrag: Entscheide nicht vorschnell, welche Fassung „besser“ ist. Bestimme zuerst Textsorte, Adressat, Zweck und Situation. Markiere dann drei sprachliche Entscheidungen, die dazu passen oder nicht passen.

Kurzfeedback: Für eine schulische Ankündigung ist Fassung B meist passender, weil Ort, Zeit, Handlung und Ziel präziser genannt werden. Fassung A kann in einem sehr informellen Chat funktionieren, bleibt dort aber ebenfalls ungenau. Stil ist deshalb keine Rangliste schöner Sätze, sondern eine Frage der Funktion.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du

  1. Adressatenbezug: sprachliche Entscheidungen an Zielgruppe, Situation und Zweck ausrichten.
  2. Textsorte: typische Konventionen erkennen und bewusst nutzen oder begründet variieren.
  3. Stilprofil: Wortwahl, Satzbau, Register, Leserführung, Präzision und Rhythmus an Textbelegen untersuchen.
  4. Textüberarbeitung: verschiedene Fassungen vergleichen und Änderungen nachvollziehbar begründen.
  5. Sprachreflexion: Mehrdeutigkeit, Wirkung und Kontext auf E-Niveau differenziert untersuchen.
  6. KI: gezielt als Rückmeldewerkzeug nutzen, Ergebnisse unabhängig prüfen und Hilfe transparent machen.


Vorwissen

Du solltest bereits Hauptaussagen eines Textes erfassen, Textsorten unterscheiden, sprachliche Mittel an Textstellen belegen und eigene Texte strukturiert verfassen können.

Schnellcheck: Kannst Du zu einem eigenen Absatz jeweils eine Stelle für Wortwahl, Satzbau und Leserführung zeigen? Wenn noch nicht, starte mit der Hilfestufe 1 weiter unten.


Stil ist eine Entscheidung

Ein eigener Stil entsteht nicht dadurch, dass jeder Satz möglichst auffällig klingt. Stil zeigt sich darin, welche sprachlichen Möglichkeiten Du für eine bestimmte Aufgabe auswählst.

Ein präziser Stil kann knapp oder ausführlich sein. Ein komplexer Satz kann sinnvoll sein, wenn er Beziehungen genau darstellt. Ein kurzer Satz kann einen Gedanken zuspitzen. Fachbegriffe können nötig sein, wenn der Adressat sie versteht. In einem anderen Kontext können dieselben Mittel die Verständlichkeit verschlechtern.

Der Bildungsplan Deutsch für die Sekundarstufe I in Baden-Württemberg betont das eigenverantwortliche Planen von Schreibprozessen, adressaten- und zielgerechtes Formulieren sowie das kriteriengestützte Überarbeiten eigener und fremder Texte. Für Klasse 10 wird zudem die Reflexion sprachlicher Kommunikation und die beginnende Ausbildung eines eigenen Stils hervorgehoben.


Das Stilprofil

Ein Stilprofil macht sprachliche Entscheidungen sichtbar. Es ist kein Notenschema. „Mehr“ ist nicht automatisch „besser“.

Dimension Leitfrage Mögliche Textbelege
Präzision Sind Wörter eindeutig und sachlich passend? treffende Verben, konkrete Nomen, definierte Fachbegriffe
Register Passt der Grad von formell bis informell? Anrede, Wortwahl, Höflichkeit, Umgangssprache
Satzkomplexität Werden Beziehungen zwischen Gedanken klar? Haupt- und Nebensätze, Satzgefüge, Einbettungen
Satzrhythmus Unterstützt der Wechsel der Satzformen die Wirkung? kurze und lange Sätze, Parallelismen, bewusste Zuspitzung
Leserführung Erkennt der Leser den Gedankengang? Übergänge, Verweise, Absätze, Konnektoren
Konkretheit Werden abstrakte Aussagen anschaulich, ohne ungenau zu werden? Beispiele, präzise Beobachtungen, passende Bilder
Belegdichte Sind Behauptungen angemessen gestützt? Textbelege, Daten, Quellen, nachvollziehbare Begründungen
Textsortenpassung Entspricht die Gestaltung der Funktion der Textsorte? Aufbau, Ton, typische Konventionen, Umfang

Arbeitsweise: Wähle für einen Text drei bis fünf Dimensionen. Notiere jeweils niedrig – mittel – hoch und belege Deine Einschätzung mit einer konkreten Stelle. Entscheide danach, ob dieses Profil zum Schreibziel passt.


Medienimpuls: Schreiben als Prozess

Die Visualisierung auf Wikimedia Commons ist als gemeinfrei gekennzeichnet.

Untersuchungsauftrag: Vergleiche das Diagramm mit Deinem eigenen Schreiben. Welche Phase überspringst Du häufig? Welche Phase würdest Du ergänzen, wenn Du mit Quellen oder KI arbeitest?


Überarbeiten in vier Durchgängen

Überarbeite nicht alles gleichzeitig.

Durchgang Fokus Leitfrage
Inhalt Texttreue, Fakten, Belege Stimmt, was ich behaupte?
Struktur Reihenfolge, Absätze, Kohärenz Kann der Leser meinem Gedankengang folgen?
Stil Wortwahl, Satzbau, Register, Rhythmus Passt die Form zu Adressat, Zweck und Textsorte?
Sprachrichtigkeit Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung Ist die Endfassung normgerecht?

So verhinderst Du, dass eine grammatisch saubere Formulierung einen unklaren Gedanken verdeckt.


Überarbeitung sichtbar machen

Das Commons-Bild zeigt Korrekturzeichen und steht unter CC BY-SA 4.0.

Auftrag: Entwickle zusätzlich drei eigene Zeichen für unklar, zu allgemein und Adressat fehlt. Verwende sie bei einer Partnerüberarbeitung. Erkläre anschließend, warum ein stilistischer Kommentar mehr leisten muss als ein bloßes Fehlerzeichen.


Wortwahl: präzise statt aufgebläht

Vergleiche:

weniger präzise präziser
Die Figur macht irgendwie deutlich, dass sie ein Problem hat. Die Figur weicht der Frage aus und verschiebt damit den Konflikt.
Viele Leute finden die Maßnahme nicht so gut. In den vorliegenden Rückmeldungen wird vor allem die fehlende Begründung kritisiert.
Man sollte das verbessern. Die Einleitung sollte den Adressaten und das konkrete Ziel nennen.

Präzision bedeutet nicht, möglichst komplizierte Wörter zu verwenden. Entscheidend ist, ob ein Ausdruck den gemeinten Sachverhalt genauer fasst.


Nominalstil und Verbalstil

Nominalstil kann Informationen verdichten und in fachlichen Texten sinnvoll sein. Zu viele Nominalisierungen können jedoch Beziehungen verdecken. Verbalstil macht Handlungen häufig direkter sichtbar. Entscheide nach Funktion statt nach einer pauschalen Regel.

Medienauftrag: Notiere beim Video zwei Stellen, an denen Nominalstil eine Information verdichtet, und eine Stelle, an der Du Verbalstil für lesbarer hältst. Begründe jeweils mit dem Adressaten.

Transfer: Formuliere einen eigenen Satz einmal nominal und einmal verbal. Entscheide anschließend, welche Fassung in einem Kommentar und welche in einem fachlichen Bericht besser funktioniert.


Stilmittel: Wirkung belegen

Stilmittel sind keine Dekoration. Ein sprachliches Mittel ist erst dann analytisch interessant, wenn Du zeigen kannst, wo es steht, was es im Kontext leistet und wie es zur Funktion des Textes beiträgt.

Prüfauftrag zum Video: Wähle zwei genannte Stilmittel. Erfinde für jedes ein Beispiel, in dem es sinnvoll wirkt, und ein Gegenbeispiel, in dem es unpassend oder übertrieben wirkt.


Satzrhythmus hören

Geschriebener Stil hat auch einen Rhythmus. Lies einen eigenen Absatz laut. Achte auf Satzlängen, Pausen, Wiederholungen und Stellen, an denen Du beim Lesen den Faden verlierst.

Die LibriVox-Aufnahme von Rainer Maria Rilkes „Der Panther“ ist auf Wikimedia Commons als gemeinfrei ausgewiesen. Nutze sie hier nur als Hörbeispiel für Rhythmus, Sprechpausen und Satzbewegung; eine vollständige Wiedergabe des Textes ist für die Aufgabe nicht nötig.

Hörauftrag: Beschreibe zwei hörbare Merkmale der Gestaltung. Übertrage danach nur das Prinzip, nicht die Formulierungen, auf drei eigene Sätze.


Adressat und Textsorte

Dasselbe Thema verlangt je nach Textsorte andere Entscheidungen.

Schreibsituation Stilentscheidungen
Nachricht an einen engen Freund informelles Register, geteiltes Vorwissen, knappe Bezüge möglich
formelle Anfrage klare Anrede, präziser Anlass, höflicher Ton, konkrete Bitte
Kommentar erkennbare Position, zugespitzte, aber begründete Wertung, Leserführung
Analyse textnah, fachsprachlich präzise, belegorientiert, distanziert
Bericht sachlich, nachvollziehbare Reihenfolge, relevante Informationen

Das Commons-Foto steht unter CC BY-SA 3.0.

Bildauftrag: Das Medium zeigt nur den Schreibvorgang, nicht den Adressaten. Entwirf drei völlig verschiedene mögliche Adressaten und notiere, wie sich Wortwahl, Umfang und Ton desselben Briefes jeweils verändern würden.


Werkstatt: drei Fassungen, ein Inhalt

Ausgangsinformation: Eine Schülergruppe möchte einen zusätzlichen ruhigen Arbeitsraum in der Mittagspause.

Textsorte Aufgabe
Formelle E-Mail Bitte die Schulleitung um Prüfung des Vorschlags. Nenne Anlass, Nutzen und eine konkrete Frage.
Kommentar für die Schülerzeitung Beziehe Position und setze ein nachvollziehbares Argument in den Mittelpunkt.
Kurzer Bericht Informiere neutral darüber, dass die Idee diskutiert wurde und welche nächsten Schritte geplant sind.

E-Niveau: Schreibe alle drei Fassungen. Markiere danach fünf Stellen, an denen Du denselben Inhalt bewusst unterschiedlich formulierst. Begründe jede Änderung mit Adressat, Funktion oder Textsortenkonvention.


Hilfestufen

Hilfestufe Unterstützung
Hilfestufe 1 Markiere zuerst nur vier Dinge: Anrede, wichtigste Information, stärkstes Verb und letzten Satz.
Hilfestufe 2 Nutze das Stilprofil mit Präzision, Register, Leserführung und Textsortenpassung. Belege jede Einschätzung an einer Stelle.
Hilfestufe 3 Untersuche zusätzlich Satzrhythmus, implizite Annahmen, mögliche Mehrdeutigkeit und die Frage, welche Wirkung Deine Formulierung auf unterschiedliche Lesergruppen haben könnte.


Musterlösung zur Werkstatt

Keine Einheitslösung: Eine passende formelle E-Mail könnte direkt den Anlass nennen und mit einer konkreten Bitte enden. Ein Kommentar darf stärker werten, muss die Wertung aber begründen. Ein Bericht sollte die eigene Position zurücknehmen und zwischen gesicherten Informationen und Vorschlägen unterscheiden. Entscheidend ist nicht die Übernahme bestimmter Sätze, sondern dass Du Unterschiede an sprachlichen Belegen nachweisen kannst.


Die KI-Spirale für Stilüberarbeitung

Verbindlicher Arbeitsweg:

Aufgabe verstehen → selbst Material erschließen → eigenen Ansatz entwickeln → KI gezielt befragen → Texttreue, Fakten, Logik und Quellen unabhängig prüfen → eigene Lösung verbessern → KI-Hilfe transparent machen.

KI ersetzt keine eigene Textarbeit.

Eine sinnvolle KI-Frage lautet zum Beispiel: „Prüfe in meinem Absatz nur den Adressatenbezug. Nenne drei konkrete Stellen und erkläre, welche Wirkung sie haben. Formuliere den Text nicht vollständig neu.“

Danach prüfst Du selbst:

  1. Texttreue: Bleibt die Aussage erhalten?
  2. Faktenprüfung: Sind Behauptungen korrekt?
  3. Logik: Folgen Gründe und Schlussfolgerungen nachvollziehbar?
  4. Quellenkritik: Lassen sich genannte Informationen unabhängig belegen?
  5. Eigenständigkeit: Verstehst und verantwortest Du jede Änderung?
  6. Transparenz: Kannst Du knapp angeben, wofür Du KI genutzt hast?

Datenschutz: Gib keine unnötigen personenbezogenen Daten, privaten Nachrichten, Klarnamen, Kontaktdaten oder vertraulichen Schulunterlagen in ein KI-System ein.


KI-Prüffalle

Eine KI schlägt vor: „Ersetze alle kurzen Sätze durch lange Satzgefüge, damit der Text anspruchsvoller klingt.“

Deine Aufgabe: Widerlege diese pauschale Empfehlung mit zwei Beispielen. Zeige einmal, wann ein langer Satz Beziehungen präziser darstellt, und einmal, wann ein kurzer Satz die Aussage klarer zuspitzt.

Feedback: Auf E-Niveau begründest Du Stil funktional. Komplexität ist nur dann ein Qualitätsmerkmal, wenn sie dem Gedanken dient. Ein unnötig verschachtelter Satz kann Präzision und Leserführung verschlechtern.


Prüfungsbezug Baden-Württemberg

Stand: 23.09.2026. Dieser Kurs orientiert sich am Bildungsplan Deutsch Sekundarstufe I, insbesondere an den prozessbezogenen Kompetenzen des Schreibens und an Klasse 10 „Funktion von Äußerungen“.

Welche Abschlussprüfung für Dich verbindlich ist, ergibt sich nicht allein aus der Bezeichnung E-Niveau. Schulart, Bildungsgang, angestrebter Abschluss und Prüfungsjahr müssen getrennt betrachtet werden. Aufgabenformate, Termine und zugelassene Hilfsmittel können sich ändern.

Vor einer Prüfung: Prüfe die für Dein Prüfungsjahr und Deinen Abschluss gültigen Angaben bei Deiner Schule sowie auf den aktuellen Seiten des Kultusministeriums beziehungsweise des IBBW.

Bildungsplan Deutsch Sekundarstufe I – Prozessbezogene Kompetenzen

Bildungsplan Deutsch Klasse 10 – Funktion von Äußerungen

IBBW – Termine im Schuljahr 2026/2027

Landesbildungsserver – Materialien zur Prüfungsvorbereitung


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wozu dient ein Stilprofil vor allem? (Es macht sprachliche Entscheidungen kriterienbezogen sichtbar.) (!Es ersetzt jede inhaltliche Überarbeitung.) (!Es bewertet lange Sätze grundsätzlich höher.) (!Es legt einen einzigen guten Schreibstil fest.)




Wann ist ein Text adressatengerecht? (Wenn sprachliche Entscheidungen zu Zielgruppe, Situation und Zweck passen.) (!Wenn er möglichst viele Fachbegriffe enthält.) (!Wenn alle Sätze gleich lang sind.) (!Wenn persönliche Formulierungen grundsätzlich vermieden werden.)




Welcher Fokus gehört in den ersten Überarbeitungsdurchgang dieses Kurses? (Texttreue, Fakten und Belege prüfen.) (!Nur die Kommasetzung prüfen.) (!Jeden Satz verlängern.) (!Alle Wiederholungen automatisch löschen.)




Was ist beim Vergleich zweier Fassungen am wichtigsten? (Änderungen mit Funktion und Textbelegen begründen.) (!Immer die längere Fassung auswählen.) (!Immer die informellere Fassung auswählen.) (!Nur Rechtschreibfehler zählen.)




Was bedeutet Textsortenpassung? (Sprachliche und strukturelle Entscheidungen entsprechen der Funktion der Textsorte.) (!Jede Textsorte verwendet denselben Aufbau.) (!Texte müssen möglichst kreativ wirken.) (!Textsorten dürfen niemals verändert werden.)




Welche Aussage zu Nominal- und Verbalstil ist zutreffend? (Beide können je nach Funktion sinnvoll sein.) (!Nominalstil ist immer präziser.) (!Verbalstil ist in Sachtexten verboten.) (!Nominalstil macht jeden Text automatisch wissenschaftlich.)




Was beschreibt Satzrhythmus? (Das Zusammenspiel von Satzlänge, Satzbau, Pausen und Wiederholungen.) (!Nur die Anzahl der Kommas.) (!Nur die Rechtschreibung langer Wörter.) (!Die alphabetische Reihenfolge der Sätze.)




Was kommt in der KI-Spirale vor der gezielten KI-Anfrage? (Einen eigenen Ansatz entwickeln.) (!Die KI eine vollständige Lösung schreiben lassen.) (!Alle Quellen entfernen.) (!Die KI-Hilfe verschweigen.)




Wie gehst Du mit einer von KI genannten Quelle um? (Du prüfst unabhängig, ob die Quelle existiert und die Aussage stützt.) (!Du übernimmst sie wegen der überzeugenden Formulierung.) (!Du entfernst nur das Erscheinungsjahr.) (!Du ersetzt sie durch eine beliebige andere Quelle.)




Was bedeutet transparente KI-Nutzung? (Du machst nachvollziehbar, wofür Du KI-Unterstützung genutzt hast.) (!Du übernimmst die KI-Fassung unverändert.) (!Du nennst grundsätzlich keine Hilfsmittel.) (!Du gibst persönliche Daten zur besseren Anpassung ein.)





Memory

Adressatenbezug sprachliche Entscheidungen passend zur Zielgruppe
Register Grad zwischen formell und informell
Textsortenpassung Konventionen passend zur Textfunktion
Satzrhythmus Wechsel und Wirkung von Satzformen
Präzision möglichst eindeutige und treffende Formulierung
Überarbeitung systematische Verbesserung nach Kriterien





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Treffende Verben Präzision
Passende Anrede Adressatenbezug
Klare Übergänge Leserführung
Bewusster Wechsel der Satzlänge Satzrhythmus
Begründete Konventionen Textsortenpassung






Kreuzworträtsel

Register Wie heißt die Abstufung zwischen formeller und informeller Sprache?
Adressat Wie nennt man die Person oder Gruppe, für die ein Text bestimmt ist?
Rhythmus Welcher Begriff beschreibt die wahrnehmbare Bewegung von Satzlängen und Pausen?
Präzision Wie heißt die Eigenschaft einer möglichst genauen Formulierung?
Revision Welches Fremdwort bezeichnet eine erneute prüfende Überarbeitung?
Kohärenz Wie heißt der nachvollziehbare inhaltliche Zusammenhang eines Textes?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein Stilprofil macht sprachliche

sichtbar.
Adressatengerechtes Schreiben berücksichtigt die erwartete

.
Beim ersten Überarbeitungsdurchgang werden unter anderem Fakten und

geprüft.
Ein nachvollziehbarer Gedankengang braucht gute

.
Der Grad zwischen formeller und informeller Sprache heißt

.
Ein bewusster Wechsel verschiedener Satzformen beeinflusst den

.
Vor einer KI-Anfrage entwickelst Du zuerst einen eigenen

.
KI-Hilfe soll am Ende

gemacht werden.




Feedbackstation: Finde die wirksamste Änderung

Ausgangssatz: „Es gibt viele Aspekte, die man bei dieser Sache irgendwie beachten sollte.“

Überarbeitung Prüffrage
„Bei der Entscheidung sind Kosten, Ruhezeiten und Raumnutzung zu berücksichtigen.“ Wird die Aussage konkreter?
„Bei der Entscheidung muss man viele sehr wichtige und bedeutsame Aspekte berücksichtigen.“ Entsteht wirklich mehr Information?
„Die Entscheidung ist zu beachten.“ Bleibt die Aussage vollständig?

Deine Entscheidung: Begründe an Wortwahl und Informationsgehalt, welche Fassung für einen sachlichen Bericht am besten funktioniert.

Lösungshinweis: Die erste Überarbeitung ist für einen sachlichen Bericht am präzisesten, weil sie die vorher unbestimmten „Aspekte“ konkretisiert. Die zweite bläht die Wertung auf, die dritte verliert Informationen.


Lösungen und Selbstkontrolle

Einstieg: Fassung B ist für eine schulische Ankündigung funktionaler, wenn der Zweck schnelle Orientierung ist. Eine gute Begründung verweist auf Zeitangabe, konkreten Arbeitsauftrag und klaren Zweck.

KI-Prüffalle: Gute Lösungen zeigen, dass kurze und lange Sätze unterschiedliche Funktionen erfüllen. Entscheidend ist die präzise Darstellung des Gedankens.

Selbstkontrolle vor der Endfassung:

  1. Schreibziel: Ich kann in einem Satz sagen, was mein Text erreichen soll.
  2. Adressat: Ich kann mindestens zwei Formulierungen mit der Zielgruppe begründen.
  3. Textbeleg: Jede Stilaussage lässt sich an einer konkreten Stelle zeigen.
  4. Überarbeitung: Ich habe Inhalt, Struktur, Stil und Sprachrichtigkeit getrennt geprüft.
  5. Mehrdeutigkeit: Ich habe missverständliche oder zu pauschale Stellen überprüft.
  6. Quellen: Übernommene Informationen sind belegbar und korrekt zugeordnet.
  7. KI-Transparenz: Falls ich KI genutzt habe, kann ich den Zweck der Hilfe benennen und jede Änderung selbst verantworten.


Transfer

Wähle ein Thema, zu dem Du bereits einen eigenen Absatz von etwa 100 bis 150 Wörtern geschrieben hast.

Erstelle drei Fassungen:

  1. Fassung für Fachpublikum: präzise Fachsprache und hohe Belegdichte.
  2. Fassung für Mitschülerinnen und Mitschüler: verständliche Leserführung bei gleicher Kernaussage.
  3. Fassung als Kommentar: erkennbare Position mit begründeter Zuspitzung.

Lege anschließend für jede Fassung ein Stilprofil an. Markiere zwei Stellen, an denen sich Dein persönlicher Stil wiedererkennen lässt, obwohl die Textsorte wechselt.


Kompetenzcheck

Bewerte nicht nur das Ergebnis, sondern Deine Begründungen.

Kompetenz Noch unsicher Weitgehend sicher Sicher auf E-Niveau
Stil analysieren Ich benenne vor allem auffällige Wörter. Ich untersuche mehrere Stilmerkmale. Ich erkläre Wirkung, Kontext und mögliche Mehrdeutigkeit an Textbelegen.
Fassungen vergleichen Ich entscheide nach Gefühl. Ich nenne Unterschiede und einzelne Gründe. Ich gewichte Änderungen nach Adressat, Textsorte, Funktion und Gesamtwirkung.
Überarbeiten Ich korrigiere vor allem Fehler. Ich ändere auch Struktur und Stil. Ich arbeite in getrennten Durchgängen und kann Revisionen begründen.
KI prüfen Ich übernehme Vorschläge häufig direkt. Ich prüfe erkennbare Probleme. Ich kontrolliere Texttreue, Fakten, Logik und Quellen unabhängig und dokumentiere die Hilfe.

Kompetenznachweis: „Sicher auf E-Niveau“ bedeutet hier nicht „fehlerfrei“, sondern dass Du komplexe stilistische Entscheidungen selbstständig untersuchst, begründest, überprüfst und auf neue Schreibsituationen überträgst.


Reflexion

Beantworte nach der Endfassung knapp:

  1. Stilentscheidung: Welche Änderung hat die Wirkung Deines Textes am stärksten verändert?
  2. Wiedererkennbarer Stil: Welche zwei Merkmale tauchen in mehreren Deiner Texte auf?
  3. Grenze: Wo kann ein persönliches Stilmerkmal mit Textsortenkonventionen in Konflikt geraten?
  4. Mehrdeutigkeit: Welche Stelle lässt bewusst mehrere Lesarten zu, und ist das hier sinnvoll?
  5. Feedback: Welchen Hinweis einer anderen Person hast Du übernommen oder verworfen – und warum?
  6. KI-Nutzung: Falls Du KI eingesetzt hast, welche konkrete Hilfe war nützlich und was musstest Du korrigieren?


Folgekurs-Empfehlung

Wenn Du weiterarbeiten möchtest, passen besonders diese Lernwege:

  1. D10 E - Sachtexte materialgestützt schreiben: Stil mit Quellenarbeit und Materialverknüpfung verbinden.
  2. D10 E - Sprache und Wirkung analysieren: sprachliche Entscheidungen noch genauer an Kontext und Wirkung untersuchen.
  3. D10 E - Argumentationen differenziert überarbeiten: Präzision, Gegenpositionen und Leserführung in komplexen Argumentationen vertiefen.


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Stil-Schnappschuss: Wähle einen eigenen Absatz. Markiere drei präzise und drei unklare Formulierungen und überarbeite nur die unklaren Stellen.
  2. Adressatenwechsel: Formuliere dieselbe kurze Information einmal für einen Freund und einmal für eine Lehrkraft. Begründe vier Unterschiede.
  3. Satzrhythmus hören: Nimm 30 Sekunden Deines eigenen Textes als Audio auf. Markiere danach zwei Stellen, an denen Du beim Vorlesen stockst, und überarbeite sie.
  4. Bild und Stil: Wähle ein frei lizenziertes Bild auf Wikimedia Commons und schreibe dazu eine sachliche Bildunterschrift sowie einen pointierten Kommentar.


Standard

  1. Stilprofil erstellen: Untersuche einen eigenen Text mit fünf Dimensionen des Stilprofils. Belege jede Einschätzung und leite drei Revisionen ab.
  2. Drei Textsorten: Schreibe denselben Inhalt als Bericht, formelle E-Mail und Kommentar. Dokumentiere fünf bewusste Stiländerungen.
  3. Peer-Revision: Tausche einen Text mit einer Mitschülerin oder einem Mitschüler. Gebt nur kriterienbezogenes Feedback und entscheidet anschließend selbst über jede Änderung.
  4. Medienvergleich: Vergleiche ein Erklärvideo, eine Infografik und einen kurzen Sachtext zum selben Thema. Untersuche, wie Sprache und Gestaltung den Adressatenbezug verändern.


Schwer

  1. Mehrdeutigkeit gestalten: Schreibe zwei Fassungen eines literarisch angelegten Kurztexts. In einer soll eine Stelle bewusst offen bleiben, in der anderen eindeutig werden. Analysiere die unterschiedliche Wirkung.
  2. Stil und Kontext: Untersuche zwei frei zugängliche Texte verschiedener Entstehungskontexte. Zeige, welche Stilmerkmale nur mit Kenntnis des Kontexts verständlich werden.
  3. KI-Gegenprüfung: Erstelle zuerst selbst eine Revision. Bitte dann eine KI nur um stilistisches Feedback. Prüfe jeden Hinweis an Original, Logik und Textsorte und protokolliere Annahme oder Ablehnung.
  4. Eigenes Stilportfolio: Sammle drei eigene Texte aus unterschiedlichen Textsorten. Entwickle daraus ein persönliches Stilprofil mit Stärken, Risiken und zwei konkreten Entwicklungszielen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Funktionswechsel: Du erhältst einen sachlichen Absatz. Forme ihn für zwei verschiedene Adressaten um und erkläre, welche Informationen gleich bleiben und welche sprachlichen Entscheidungen sich ändern.
  2. Revisionsdiagnose: Vergleiche Erst- und Endfassung eines Textes. Ordne die Änderungen den Bereichen Inhalt, Struktur, Stil und Sprachrichtigkeit zu und bewerte ihre Funktion.
  3. Stilkonflikt: Zeige an einem Beispiel, wann ein persönliches Stilmerkmal nicht zur Textsorte passt. Entwickle eine Lösung, die Eigenständigkeit und Textsortenpassung verbindet.
  4. Mehrdeutigkeit: Analysiere eine bewusst mehrdeutige Formulierung. Erkläre zwei plausible Lesarten und entscheide begründet, ob die Offenheit im gegebenen Kontext sinnvoll ist.
  5. Quellen und Stil: Überarbeite einen argumentierenden Absatz so, dass Behauptung, Beleg und Schlussfolgerung sprachlich klar unterscheidbar werden.
  6. KI-Transfer: Prüfe einen hypothetischen KI-Überarbeitungsvorschlag auf Texttreue, Fakten, Logik, Adressatenbezug und Textsortenpassung. Übernimm nur begründbare Änderungen.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du

  1. einen eigenen Ausgangstext und mindestens eine deutlich überarbeitete Fassung vorlegst,
  2. Änderungen mit einem Stilprofil an konkreten Textstellen begründest,
  3. Adressat, Zweck und Textsorte sicher unterscheidest,
  4. Präzision, Register, Satzbau, Rhythmus, Leserführung und Belegdichte funktional beurteilst,
  5. komplexe oder mehrdeutige Stellen kontextbezogen reflektierst,
  6. Rückmeldungen anderer selbstständig prüfst,
  7. verwendete Quellen korrekt kennzeichnest,
  8. eine eventuelle KI-Hilfe knapp und transparent dokumentierst,
  9. und in einer kurzen Reflexion zwei persönliche Stilziele für den nächsten Text formulierst.


Quellen und Medienhinweise

Die fachliche Orientierung folgt dem Bildungsplan Deutsch Sekundarstufe I Baden-Württemberg, Fassung 2024, sowie den Kompetenzbeschreibungen für Klasse 10. Prüfungstermine und Prüfungsregelungen werden getrennt davon aktuell geprüft.

Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Medien verweisen über ihre Dateiseiten auf Urheber, Quelle und Lizenz. Für eigene Projekte verwendest Du bevorzugt gemeinfreie oder offen lizenzierte Materialien und übernimmst die jeweilige Lizenzangabe.

YouTube-Videos werden hier als externe Lernmedien eingebettet. Prüfe bei einer Weiterverwendung außerhalb des Embeds die jeweiligen Nutzungsrechte. Geschützte Ganztexte werden nicht in den Kurs übernommen; kurze Zitate dürfen nur funktional und mit Quellenangabe eingesetzt werden.


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