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Buch - Maria Stuart - Schiller, Friedrich

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Originalwerk · Lesefassung

Maria Stuart

Schiller, Friedrich · 1799

Die gefangene Maria Stuart und Königin Elisabeth stehen in einem Konflikt um Macht und Legitimität. Schillers Drama gestaltet Geschichte als Auseinandersetzung über Freiheit und Verantwortung.

DramaKlasse 11–137 Abschnitte
Porträt von Schiller, Friedrich; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Schiller, Friedrich · Ludovike Simanowiz · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Politischer Machtkampf und Hinrichtung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 7

1. Akt

1
Erster Auftritt
Vorlage S. 550
2
Hanna Kennedy, Amme der Königin von Schottland, in heftigem Streit mit Paulet, der im Begriff ist, einen Schrank zu öffnen. Drugeon Drury, sein Gehilfe, mit Brecheisen.
Vorlage S. 550
3
KENNEDY.
Vorlage S. 550
4
Was macht Ihr, Sir? Welch neue Dreistigkeit!
Vorlage S. 550
5
Zurück von diesem Schrank!
Vorlage S. 550
6
PAULET.
Vorlage S. 550
7
Wo kam der Schmuck her?
Vorlage S. 550
8
Vom obern Stock ward er herabgeworfen,
Vorlage S. 550
9
Der Gärtner hat bestochen werden sollen
Vorlage S. 550
10
Mit diesem Schmuck – Fluch über Weiberlist!
Vorlage S. 550
11
Trotz meiner Aufsicht, meinem scharfen Suchen,
Vorlage S. 550
12
Noch Kostbarkeiten, noch geheime Schätze!
Vorlage S. 550
13
Sich über den Schrank machend.
Vorlage S. 550
14
Wo das gesteckt hat, liegt noch mehr!
Vorlage S. 550
15
KENNEDY.
Vorlage S. 550
16
Zurück, Verwegner!
Vorlage S. 550
17
Hier liegen die Geheimnisse der Lady.
Vorlage S. 550
18
PAULET.
Vorlage S. 550
19
Die eben such ich.
Vorlage S. 550
20
Schriften hervorziehend.
Vorlage S. 550
21
KENNEDY.
Vorlage S. 550
22
Unbedeutende
Vorlage S. 550
23
Papiere, bloße Übungen der Feder,
Vorlage S. 550
24
Des Kerkers traurge Weile zu verkürzen.
Vorlage S. 550
25
PAULET.
Vorlage S. 550
26
In müßger Weile schafft der böse Geist.
Vorlage S. 550
27
KENNEDY.
Vorlage S. 550
28
Es sind französische Schriften.
Vorlage S. 550
29
PAULET.
Vorlage S. 550
30
Desto schlimmer!
Vorlage S. 550
31
Die Sprache redet Englands Feind.
Vorlage S. 550
32
KENNEDY.
Vorlage S. 550
33
Konzepte
Vorlage S. 550
34
Von Briefen an die Königin von England.
Vorlage S. 550
35
PAULET.
Vorlage S. 550
36
Die überliefr ich – Sieh! Was schimmert hier?
Vorlage S. 550
37
Er hat einen geheimen Ressort geöffnet, und zieht aus einem verborgnen Fach Geschmeide hervor.
Vorlage S. 550
38
Ein königliches Stirnband, reich an Steinen,
Vorlage S. 550
39
Durchzogen mit den Lilien von Frankreich!
Vorlage S. 550
40
Er gibt es seinem Begleiter.
Vorlage S. 551
41
Verwahrts, Drury. Legts zu dem übrigen!
Vorlage S. 551
42
Drury geht ab.
Vorlage S. 551
43
KENNEDY.
Vorlage S. 551
44
O schimpfliche Gewalt, die wir erleiden!
Vorlage S. 551
45
PAULET.
Vorlage S. 551
46
Solang sie noch besitzt, kann sie noch schaden,
Vorlage S. 551
47
Denn alles wird Gewehr in ihrer Hand.
Vorlage S. 551
48
KENNEDY.
Vorlage S. 551
49
Seid gütig, Sir. Nehmt nicht den letzten Schmuck
Vorlage S. 551
50
Aus unserm Leben weg! Die Jammervolle
Vorlage S. 551
51
Erfreut der Anblick alter Herrlichkeit,
Vorlage S. 551
52
Denn alles andre habt Ihr uns entrissen.
Vorlage S. 551
53
PAULET.
Vorlage S. 551
54
Es liegt in guter Hand. Gewissenhaft
Vorlage S. 551
55
Wird es zu seiner Zeit zurückgegeben!
Vorlage S. 551
56
KENNEDY.
Vorlage S. 551
57
Wer sieht es diesen kahlen Wänden an,
Vorlage S. 551
58
Dass eine Königin hier wohnt? Wo ist
Vorlage S. 551
59
Die Himmeldecke über ihrem Sitz?
Vorlage S. 551
60
Muss sie den zärtlich weichgewöhnten Fuß
Vorlage S. 551
61
Nicht auf gemeinen rauhen Boden setzen?
Vorlage S. 551
62
Mit grobem Zinn, die schlechtste Edelfrau
Vorlage S. 551
63
Würd es verschmähn, bedient man ihre Tafel.
Vorlage S. 551
64
PAULET.
Vorlage S. 551
65
So speiste sie zu Sterlyn ihren Gatten,
Vorlage S. 551
66
Da sie aus Gold mit ihrem Buhlen trank.
Vorlage S. 551
67
KENNEDY.
Vorlage S. 551
68
Sogar des Spiegels kleine Notdurft mangelt.
Vorlage S. 551
69
PAULET.
Vorlage S. 551
70
Solang sie noch ihr eitles Bild beschaut,
Vorlage S. 551
71
Hört sie nicht auf, zu hoffen und zu wagen.
Vorlage S. 551
72
KENNEDY.
Vorlage S. 551
73
An Büchern fehlts, den Geist zu unterhalten.
Vorlage S. 551
74
PAULET.
Vorlage S. 551
75
Die Bibel ließ man ihr, das Herz zu bessern.
Vorlage S. 551
76
KENNEDY.
Vorlage S. 551
77
Selbst ihre Laute ward ihr weggenommen.
Vorlage S. 551
78
PAULET.
Vorlage S. 551
79
Weil sie verbuhlte Lieder drauf gespielt.
Vorlage S. 551
80
KENNEDY.
Vorlage S. 551
81
Ist das ein Schicksal für die Weicherzogne,
Vorlage S. 551
82
Die in der Wiege Königin schon war,
Vorlage S. 551
83
Am üppgen Hof der Mediceerin
Vorlage S. 551
84
In jeder Freuden Fülle aufgewachsen.
Vorlage S. 551
85
Es sei genug, dass man die Macht ihr nahm,
Vorlage S. 551
86
Muss man die armen Flitter ihr mißgönnen?
Vorlage S. 551
87
In großes Unglück lehrt ein edles Herz
Vorlage S. 551
88
Sich endlich finden, aber wehe tuts,
Vorlage S. 551
89
Des Lebens kleine Zierden zu entbehren.
Vorlage S. 552
90
PAULET.
Vorlage S. 552
91
Sie wenden nur das Herz dem Eitlen zu,
Vorlage S. 552
92
Das in sich gehen und bereuen soll.
Vorlage S. 552
93
Ein üppig lastervolles Leben büßt sich
Vorlage S. 552
94
In Mangel und Erniedrigung allein.
Vorlage S. 552
95
KENNEDY.
Vorlage S. 552
96
Wenn ihre zarte Jugend sich verging,
Vorlage S. 552
97
Mag sies mit Gott abtun und ihrem Herzen,
Vorlage S. 552
98
In England ist kein Richter über sie.
Vorlage S. 552
99
PAULET.
Vorlage S. 552
100
Sie wird gerichtet, wo sie frevelte.
Vorlage S. 552
101
KENNEDY.
Vorlage S. 552
102
Zum Freveln fesseln sie zu enge Bande.
Vorlage S. 552
103
PAULET.
Vorlage S. 552
104
Doch wusste sie aus diesen engen Banden
Vorlage S. 552
105
Den Arm zu strecken in die Welt, die Fackel
Vorlage S. 552
106
Des Bürgerkrieges in das Reich zu schleudern,
Vorlage S. 552
107
Und gegen unsre Königin, die Gott
Vorlage S. 552
108
Erhalte! Meuchelrotten zu bewaffnen.
Vorlage S. 552
109
Erregte sie aus diesen Mauern nicht
Vorlage S. 552
110
Den Böswicht Parry und den Babington
Vorlage S. 552
111
Zu der verfluchten Tat des Königsmords?
Vorlage S. 552
112
Hielt dieses Eisengitter sie zurück,
Vorlage S. 552
113
Das edle Herz des Norfolk zu umstricken?
Vorlage S. 552
114
Für sie geopfert fiel das beste Haupt
Vorlage S. 552
115
Auf dieser Insel unterm Henkerbeil –
Vorlage S. 552
116
Und schreckte dieses jammervolle Beispiel
Vorlage S. 552
117
Die Rasenden zurück, die sich wetteifernd
Vorlage S. 552
118
Um ihrentwillen in den Abgrund stürzen?
Vorlage S. 552
119
Die Blutgerüste füllen sich für sie
Vorlage S. 552
120
Mit immer neuen Todesopfern an,
Vorlage S. 552
121
Und das wird nimmer enden, bis sie selbst,
Vorlage S. 552
122
Die Schuldigste, darauf geopfert ist.
Vorlage S. 552
123
– O Fluch dem Tag, da dieses Landes Küste
Vorlage S. 552
124
Gastfreundlich diese Helena empfing.
Vorlage S. 552
125
KENNEDY.
Vorlage S. 552
126
Gastfreundlich hätte England sie empfangen?
Vorlage S. 552
127
Die Unglückselige, die seit dem Tag,
Vorlage S. 552
128
Da sie den Fuß gesetzt in dieses Land,
Vorlage S. 552
129
Als eine Hilfeflehende, Vertriebne
Vorlage S. 552
130
Bei der Verwandten Schutz zu suchen kam,
Vorlage S. 552
131
Sich wider Völkerrecht und Königswürde
Vorlage S. 553
132
Gefangen sieht, in enger Kerkerhaft
Vorlage S. 553
133
Der Jugend schöne Jahre muss vertrauern. –
Vorlage S. 553
134
Die jetzt, nachdem sie alles hat erfahren,
Vorlage S. 553
135
Was das Gefängnis Bittres hat, gemeinen
Vorlage S. 553
136
Verbrechern gleich, vor des Gerichtes Schranken
Vorlage S. 553
137
Gefodert wird und schimpflich angeklagt
Vorlage S. 553
138
Auf Leib und Leben – eine Königin!
Vorlage S. 553
139
PAULET.
Vorlage S. 553
140
Sie kam ins Land als eine Mörderin,
Vorlage S. 553
141
Verjagt von ihrem Volk, des Throns entsetzt,
Vorlage S. 553
142
Den sie mit schwerer Greueltat geschändet.
Vorlage S. 553
143
Verschworen kam sie gegen Englands Glück,
Vorlage S. 553
144
Der spanischen Maria blutge Zeiten
Vorlage S. 553
145
Zurückzubringen, Engelland katholisch
Vorlage S. 553
146
Zu machen, an den Franzmann zu verraten.
Vorlage S. 553
147
Warum verschmähte sies, den Edinburger
Vorlage S. 553
148
Vertrag zu unterschreiben, ihren Anspruch
Vorlage S. 553
149
An England aufzugeben, und den Weg
Vorlage S. 553
150
Aus diesem Kerker schnell sich aufzutun
Vorlage S. 553
151
Mit einem Federstrich? Sie wollte lieber
Vorlage S. 553
152
Gefangen bleiben, sich mißhandelt sehn,
Vorlage S. 553
153
Als dieses Titels leerem Prunk entsagen.
Vorlage S. 553
154
Weswegen tat sie das? Weil sie den Ränken
Vorlage S. 553
155
Vertraut, den bösen Künsten der Verschwörung,
Vorlage S. 553
156
Und unheilspinnend diese ganze Insel
Vorlage S. 553
157
Aus ihrem Kerker zu erobern hofft.
Vorlage S. 553
158
KENNEDY.
Vorlage S. 553
159
Ihr spottet, Sir – Zur Härte fügt Ihr noch
Vorlage S. 553
160
Den bittern Hohn! Sie hegte solche Träume,
Vorlage S. 553
161
Die hier lebendig eingemauert lebt,
Vorlage S. 553
162
Zu der kein Schall des Trostes, keine Stimme
Vorlage S. 553
163
Der Freundschaft aus der lieben Heimat dringt,
Vorlage S. 553
164
Die längst kein Menschenangesicht mehr schaute,
Vorlage S. 553
165
Als ihrer Kerkermeister finstre Stirn,
Vorlage S. 553
166
Die erst seit kurzem einen neuen Wächter
Vorlage S. 553
167
Erhielt in Eurem rauhen Anverwandten,
Vorlage S. 553
168
Von neuen Stäben sich umgittert sieht –
Vorlage S. 553
169
PAULET.
Vorlage S. 554
170
Kein Eisengitter schützt vor ihrer List.
Vorlage S. 554
171
Weiß ich, ob diese Stäbe nicht durchfeilt,
Vorlage S. 554
172
Nicht dieses Zimmers Boden, diese Wände,
Vorlage S. 554
173
Von außen fest, nicht hohl von innen sind,
Vorlage S. 554
174
Und den Verrat einlassen, wenn ich schlafe?
Vorlage S. 554
175
Fluchvolles Amt, das mir geworden ist,
Vorlage S. 554
176
Die unheilbrütend Listige zu hüten.
Vorlage S. 554
177
Vom Schlummer jagt die Furcht mich auf, ich gehe
Vorlage S. 554
178
Nachts um, wie ein gequälter Geist, erprobe
Vorlage S. 554
179
Des Schlosses Riegel und der Wächter Treu,
Vorlage S. 554
180
Und sehe zitternd jeden Morgen kommen,
Vorlage S. 554
181
Der meine Furcht wahrmachen kann. Doch wohl mir!
Vorlage S. 554
182
Wohl! Es ist Hoffnung, dass es bald nun endet.
Vorlage S. 554
183
Denn lieber möcht ich der Verdammten Schar
Vorlage S. 554
184
Wachstehend an der Höllenpforte hüten,
Vorlage S. 554
185
Als diese ränkevolle Königin!
Vorlage S. 554
186
KENNEDY.
Vorlage S. 554
187
Da kommt sie selbst!
Vorlage S. 554
188
PAULET.
Vorlage S. 554
189
Den Christus in der Hand,
Vorlage S. 554
190
Die Hoffart und die Weltlust in dem Herzen.
Vorlage S. 554
191
Zweiter Auftritt
Vorlage S. 554
192
Maria im Schleier, ein Kruzifix in der Hand. Die Vorigen.
Vorlage S. 554
193
KENNEDY
Vorlage S. 554
194
ihr entgegeneilend.
Vorlage S. 554
195
O Königin! Man tritt uns ganz mit Füßen,
Vorlage S. 554
196
Der Tyrannei, der Härte wird kein Ziel,
Vorlage S. 554
197
Und jeder neue Tag häuft neue Leiden
Vorlage S. 554
198
Und Schmach auf dein gekröntes Haupt.
Vorlage S. 554
199
MARIA.
Vorlage S. 554
200
Faß dich!
Vorlage S. 554
201
Sag an, was neu geschehen ist?
Vorlage S. 554
202
KENNEDY.
Vorlage S. 554
203
Sieh her!
Vorlage S. 554
204
Dein Pult ist aufgebrochen, deine Schriften,
Vorlage S. 554
205
Dein einzger Schatz, den wir mit Müh gerettet,
Vorlage S. 554
206
Der letzte Rest von deinem Brautgeschmeide
Vorlage S. 554
207
Aus Frankreich ist in seiner Hand. Du hast nun
Vorlage S. 554
208
Nichts Königliches mehr, bist ganz beraubt.
Vorlage S. 555
209
MARIA.
Vorlage S. 555
210
Beruhige dich, Hanna. Diese Flitter machen
Vorlage S. 555
211
Die Königin nicht aus. Man kann uns niedrig
Vorlage S. 555
212
Behandeln, nicht erniedrigen. Ich habe
Vorlage S. 555
213
In England mich an viel gewöhnen lernen,
Vorlage S. 555
214
Ich kann auch das verschmerzen. Sir, Ihr habt Euch
Vorlage S. 555
215
Gewaltsam zugeeignet, was ich Euch
Vorlage S. 555
216
Noch heut zu übergeben willens war.
Vorlage S. 555
217
Bei diesen Schriften findet sich ein Brief,
Vorlage S. 555
218
Bestimmt für meine königliche Schwester
Vorlage S. 555
219
Von England – Gebt mir Euer Wort, dass Ihr
Vorlage S. 555
220
Ihn redlich an sie selbst wollt übergeben,
Vorlage S. 555
221
Und nicht in Burleighs ungetreue Hand.
Vorlage S. 555
222
PAULET.
Vorlage S. 555
223
Ich werde mich bedenken, was zu tun ist.
Vorlage S. 555
224
MARIA.
Vorlage S. 555
225
Ihr sollt den Inhalt wissen, Sir. Ich bitte
Vorlage S. 555
226
In diesem Brief um eine große Gunst –
Vorlage S. 555
227
– Um eine Unterredung mit ihr selbst,
Vorlage S. 555
228
Die ich mit Augen nie gesehn – Man hat mich
Vorlage S. 555
229
Vor ein Gericht von Männern vorgefodert,
Vorlage S. 555
230
Die ich als meinesgleichen nicht erkennen,
Vorlage S. 555
231
Zu denen ich kein Herz mir fassen kann
Vorlage S. 555
232
Elisabeth ist meines Stammes, meines
Vorlage S. 555
233
Geschlechts und Ranges – Ihr allein, der Schwester,
Vorlage S. 555
234
Der Königin, der Frau kann ich mich öffnen.
Vorlage S. 555
235
PAULET.
Vorlage S. 555
236
Sehr oft, Mylady, habt Ihr Euer Schicksal
Vorlage S. 555
237
Und Eure Ehre Männern anvertraut,
Vorlage S. 555
238
Die Eurer Achtung minder würdig waren.
Vorlage S. 555
239
MARIA.
Vorlage S. 555
240
Ich bitte noch um eine zweite Gunst,
Vorlage S. 555
241
Unmenschlichkeit allein kann mir sie weigern.
Vorlage S. 555
242
Schon lange Zeit entbehr ich im Gefängnis
Vorlage S. 555
243
Der Kirche Trost, der Sakramente Wohltat,
Vorlage S. 555
244
Und die mir Kron und Freiheit hat geraubt,
Vorlage S. 555
245
Die meinem Leben selber droht, wird mir
Vorlage S. 555
246
Die Himmelstüre nicht verschließen wollen.
Vorlage S. 555
247
PAULET.
Vorlage S. 555
248
Auf Euren Wunsch wird der Dechant des Orts –
Vorlage S. 555
249
MARIA
Vorlage S. 556
250
unterbricht ihn lebhaft.
Vorlage S. 556
251
Ich will nichts vom Dechanten. Einen Priester
Vorlage S. 556
252
Von meiner eignen Kirche fodre ich.
Vorlage S. 556
253
– Auch Schreiber und Notarien verlang ich,
Vorlage S. 556
254
Um meinen letzten Willen aufzusetzen.
Vorlage S. 556
255
Der Gram, das lange Kerkerelend nagt
Vorlage S. 556
256
An meinem Leben. Meine Tage sind
Vorlage S. 556
257
Gezählt, befürcht ich, und ich achte mich
Vorlage S. 556
258
Gleich einer Sterbenden.
Vorlage S. 556
259
PAULET.
Vorlage S. 556
260
Da tut Ihr wohl,
Vorlage S. 556
261
Das sind Betrachtungen, die Euch geziemen.
Vorlage S. 556
262
MARIA.
Vorlage S. 556
263
Und weiß ich, ob nicht eine schnelle Hand
Vorlage S. 556
264
Des Kummers langsames Geschäft beschleunigt?
Vorlage S. 556
265
Ich will mein Testament aufsetzen, will
Vorlage S. 556
266
Verfügung treffen über das, was mein ist.
Vorlage S. 556
267
PAULET.
Vorlage S. 556
268
Die Freiheit habt Ihr. Englands Königin
Vorlage S. 556
269
Will sich mit Eurem Raube nicht bereichern.
Vorlage S. 556
270
MARIA.
Vorlage S. 556
271
Man hat von meinen treuen Kammerfrauen,
Vorlage S. 556
272
Von meinen Dienern mich getrennt – Wo sind sie?
Vorlage S. 556
273
Was ist ihr Schicksal? Ihrer Dienste kann ich
Vorlage S. 556
274
Entraten, doch beruhigt will ich sein,
Vorlage S. 556
275
Dass die Getreun nicht leiden und entbehren.
Vorlage S. 556
276
PAULET.
Vorlage S. 556
277
Für Eure Diener ist gesorgt.
Vorlage S. 556
278
Er will gehen.
Vorlage S. 556
279
MARIA.
Vorlage S. 556
280
Ihr geht, Sir? Ihr verlasst mich abermals,
Vorlage S. 556
281
Und ohne mein geängstigt fürchtend Herz
Vorlage S. 556
282
Der Qual der Ungewissheit zu entladen.
Vorlage S. 556
283
Ich bin, dank Eurer Späher Wachsamkeit,
Vorlage S. 556
284
Von aller Welt geschieden, keine Kunde
Vorlage S. 556
285
Gelangt zu mir durch diese Kerkermauern,
Vorlage S. 556
286
Mein Schicksal liegt in meiner Feinde Hand.
Vorlage S. 556
287
Ein peinlich langer Monat ist vorüber,
Vorlage S. 556
288
Seitdem die vierzig Kommissarien
Vorlage S. 556
289
In diesem Schloß mich überfallen, Schranken
Vorlage S. 556
290
Errichtet, schnell, mit unanständiger Eile,
Vorlage S. 556
291
Mich unbereitet, ohne Anwalts Hülfe,
Vorlage S. 556
292
Vor ein noch nie erhört Gericht gestellt,
Vorlage S. 556
293
Auf schlaugefaßte schwere Klagepunkte
Vorlage S. 556
294
Mich, die Betäubte, Überraschte, flugs
Vorlage S. 557
295
Aus dem Gedächtnis Rede stehen lassen –
Vorlage S. 557
296
Wie Geister kamen sie und schwanden wieder.
Vorlage S. 557
297
Seit diesem Tage schweigt mir jeder Mund,
Vorlage S. 557
298
Ich such umsonst in Eurem Blick zu lesen,
Vorlage S. 557
299
Ob meine Unschuld, meiner Freunde Eifer,
Vorlage S. 557
300
Ob meiner Feinde böser Rat gesiegt.
Vorlage S. 557
301
Brecht endlich Euer Schweigen – lasst mich wissen,
Vorlage S. 557
302
Was ich zu fürchten, was zu hoffen habe.
Vorlage S. 557
303
PAULET
Vorlage S. 557
304
nach einer Pause.
Vorlage S. 557
305
Schließt Eure Rechnung mit dem Himmel ab.
Vorlage S. 557
306
MARIA.
Vorlage S. 557
307
Ich hoff auf seine Gnade, Sir – und hoffe
Vorlage S. 557
308
Auf strenges Recht von meinen irdschen Richtern.
Vorlage S. 557
309
PAULET.
Vorlage S. 557
310
Recht soll Euch werden. Zweifelt nicht daran.
Vorlage S. 557
311
MARIA.
Vorlage S. 557
312
Ist mein Prozess entschieden, Sir?
Vorlage S. 557
313
PAULET.
Vorlage S. 557
314
Ich weiß nicht.
Vorlage S. 557
315
MARIA.
Vorlage S. 557
316
Bin ich verurteilt?
Vorlage S. 557
317
PAULET.
Vorlage S. 557
318
Ich weiß nichts, Mylady.
Vorlage S. 557
319
MARIA.
Vorlage S. 557
320
Man liebt hier rasch zu Werk zu gehn. Soll mich
Vorlage S. 557
321
Der Mörder überfallen wie die Richter?
Vorlage S. 557
322
PAULET.
Vorlage S. 557
323
Denkt immerhin, es sei so, und er wird Euch
Vorlage S. 557
324
In beßrer Fassung dann als diese finden.
Vorlage S. 557
325
MARIA.
Vorlage S. 557
326
Nichts soll mich in Erstaunen setzen, Sir,
Vorlage S. 557
327
Was ein Gerichtshof in Westminsterhall,
Vorlage S. 557
328
Den Burleighs Haß und Hattons Eifer lenkt,
Vorlage S. 557
329
Zu urteln sich erdreiste – Weiß ich doch,
Vorlage S. 557
330
Was Englands Königin wagen darf zu tun.
Vorlage S. 557
331
PAULET.
Vorlage S. 557
332
Englands Beherrscher brauchen nichts zu scheuen,
Vorlage S. 557
333
Als ihr Gewissen und ihr Parlament.
Vorlage S. 557
334
Was die Gerechtigkeit gesprochen, furchtlos,
Vorlage S. 557
335
Vor aller Welt wird es die Macht vollziehn.
Vorlage S. 557
336
Dritter Auftritt
Vorlage S. 558
337
Die Vorigen. Mortimer, Paulets Neffe, tritt herein und ohne der Königin einige Aufmerksamkeit zu bezeugen, zu Paulet.
Vorlage S. 558
338
MORTIMER.
Vorlage S. 558
339
Man sucht Euch, Oheim.
Vorlage S. 558
340
Er entfernt sich auf ebendie Weise. Die Königin bemerkt es mit Unwillen und wendet sich zu Paulet, der ihm folgen will.
Vorlage S. 558
341
MARIA.
Vorlage S. 558
342
Sir, noch eine Bitte.
Vorlage S. 558
343
Wenn Ihr mir was zu sagen habt – von Euch
Vorlage S. 558
344
Ertrag ich viel, ich ehre Euer Alter.
Vorlage S. 558
345
Den Übermut des Jünglings trag ich nicht,
Vorlage S. 558
346
Spart mir den Anblick seiner rohen Sitten.
Vorlage S. 558
347
PAULET.
Vorlage S. 558
348
Was ihn Euch widrig macht, macht mir ihn wert.
Vorlage S. 558
349
Wohl ist es keiner von den weichen Toren,
Vorlage S. 558
Porträt von Schiller, Friedrich; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Schiller, Friedrich · Ludovike Simanowiz · Public domain Bildquelle ↗
350
Die eine falsche Weiberträne schmelzt –
Vorlage S. 558
351
Er ist gereist, kommt aus Paris und Reims,
Vorlage S. 558
352
Und bringt sein treu altenglisch Herz zurück,
Vorlage S. 558
353
Lady, an dem ist Eure Kunst verloren!
Vorlage S. 558
354
Geht ab.
Vorlage S. 558
355
Vierter Auftritt
Vorlage S. 558
356
Maria. Kennedy.
Vorlage S. 558
357
KENNEDY.
Vorlage S. 558
358
Darf Euch der Rohe das ins Antlitz sagen!
Vorlage S. 558
359
O es ist hart!
Vorlage S. 558
360
MARIA
Vorlage S. 558
361
in Nachdenken verloren.
Vorlage S. 558
362
Wir haben in den Tagen unsers Glanzes
Vorlage S. 558
363
Dem Schmeichler ein zu willig Ohr geliehn,
Vorlage S. 558
364
Gerecht ists, gute Kennedy, dass wir
Vorlage S. 558
365
Des Vorwurfs ernste Stimme nun vernehmen.
Vorlage S. 558
366
KENNEDY.
Vorlage S. 558
367
Wie? so gebeugt, so mutlos, teure Lady?
Vorlage S. 558
368
Wart Ihr doch sonst so froh, Ihr pflegtet mich zu trösten,
Vorlage S. 558
369
Und eher musst ich Euren Flattersinn
Vorlage S. 558
370
Als Eure Schwermut schelten.
Vorlage S. 558
371
MARIA.
Vorlage S. 558
372
Ich erkenn ihn.
Vorlage S. 558
373
Es ist der blutge Schatten König Darnleys,
Vorlage S. 558
374
Der zürnend aus dem Gruftgewölbe steigt,
Vorlage S. 558
375
Und er wird nimmer Friede mit mir machen,
Vorlage S. 559
376
Bis meines Unglücks Maß erfüllet ist.
Vorlage S. 559
377
KENNEDY.
Vorlage S. 559
378
Was für Gedanken –
Vorlage S. 559
379
MARIA.
Vorlage S. 559
380
Du vergissest, Hanna –
Vorlage S. 559
381
Ich aber habe ein getreu Gedächtnis –
Vorlage S. 559
382
Der Jahrstag dieser unglückseligen Tat
Vorlage S. 559
383
Ist heute abermals zurückgekehrt,
Vorlage S. 559
384
Er ists, den ich mit Buß und Fasten feire.
Vorlage S. 559
385
KENNEDY.
Vorlage S. 559
386
Schickt endlich diesen bösen Geist zur Ruh.
Vorlage S. 559
387
Ihr habt die Tat mit jahrelanger Reu,
Vorlage S. 559
388
Mit schweren Leidensproben abgebüßt.
Vorlage S. 559
389
Die Kirche, die den Löseschlüssel hat
Vorlage S. 559
390
Für jede Schuld, der Himmel hat vergeben.
Vorlage S. 559
391
MARIA.
Vorlage S. 559
392
Frischblutend steigt die längst vergebne Schuld
Vorlage S. 559
393
Aus ihrem leichtbedeckten Grab empor!
Vorlage S. 559
394
Des Gatten rachefoderndes Gespenst
Vorlage S. 559
395
Schickt keines Messedieners Glocke, kein
Vorlage S. 559
396
Hochwürdiges in Priestershand zur Gruft.
Vorlage S. 559
397
KENNEDY.
Vorlage S. 559
398
Nicht Ihr habt ihn gemordet! Andre tatens!
Vorlage S. 559
399
MARIA.
Vorlage S. 559
400
Ich wusste drum. Ich ließ die Tat geschehn,
Vorlage S. 559
401
Und lockt ihn schmeichelnd in das Todesnetz.
Vorlage S. 559
402
KENNEDY.
Vorlage S. 559
403
Die Jugend mildert Eure Schuld. Ihr wart
Vorlage S. 559
404
So zarten Alters noch.
Vorlage S. 559
405
MARIA.
Vorlage S. 559
406
So zart, und lud
Vorlage S. 559
407
Die schwere Schuld auf mein so junges Leben.
Vorlage S. 559
408
KENNEDY.
Vorlage S. 559
409
Ihr wart durch blutige Beleidigung
Vorlage S. 559
410
Gereizt und durch des Mannes Übermut,
Vorlage S. 559
411
Den Eure Liebe aus der Dunkelheit
Vorlage S. 559
412
Wie eine Götterhand hervorgezogen,
Vorlage S. 559
413
Den Ihr durch Euer Brautgemach zum Throne
Vorlage S. 559
414
Geführt, mit Eurer blühenden Person
Vorlage S. 559
415
Beglückt und Eurer angestammten Krone.
Vorlage S. 559
416
Konnt er vergessen, dass sein prangend Los
Vorlage S. 559
417
Der Liebe großmutsvolle Schöpfung war?
Vorlage S. 559
418
Und doch vergaß ers, der Unwürdige!
Vorlage S. 559
419
Beleidigte mit niedrigem Verdacht,
Vorlage S. 559
420
Mit rohen Sitten Eure Zärtlichkeit,
Vorlage S. 560
421
Und widerwärtig wurd er Euren Augen.
Vorlage S. 560
422
Der Zauber schwand, der Euren Blick getäuscht,
Vorlage S. 560
423
Ihr floht erzürnt des Schändlichen Umarmung
Vorlage S. 560
424
Und gabt ihn der Verachtung preis – Und er –
Vorlage S. 560
425
Versucht' ers, Eure Gunst zurückzurufen?
Vorlage S. 560
426
Bat er um Gnade? Warf er sich bereuend
Vorlage S. 560
427
Zu Euren Füßen, Besserung versprechend?
Vorlage S. 560
428
Trotz bot Euch der Abscheuliche – Der Euer
Vorlage S. 560
429
Geschöpf war, Euren König wollt er spielen,
Vorlage S. 560
430
Vor Euren Augen ließ er Euch den Liebling,
Vorlage S. 560
431
Den schönen Sänger Rizzio durchbohren –
Vorlage S. 560
432
Ihr rächtet blutig nur die blutge Tat.
Vorlage S. 560
433
MARIA.
Vorlage S. 560
434
Und blutig wird sie auch an mir sich rächen,
Vorlage S. 560
435
Du sprichst mein Urteil aus, da du mich tröstest.
Vorlage S. 560
436
KENNEDY.
Vorlage S. 560
437
Da Ihr die Tat geschehn ließt, wart Ihr nicht
Vorlage S. 560
438
Ihr selbst, gehörtet Euch nicht selbst. Ergriffen
Vorlage S. 560
439
Hatt Euch der Wahnsinn blinder Liebesglut,
Vorlage S. 560
440
Euch unterjocht dem furchtbaren Verführer,
Vorlage S. 560
441
Dem unglückselgen Bothwell – Über Euch
Vorlage S. 560
442
Mit übermütgem Männerwillen herrschte
Vorlage S. 560
443
Der Schreckliche, der Euch durch Zaubertränke,
Vorlage S. 560
444
Durch Höllenkünste das Gemüt verwirrend
Vorlage S. 560
445
Erhitzte –
Vorlage S. 560
446
MARIA.
Vorlage S. 560
447
Seine Künste waren keine andre,
Vorlage S. 560
448
Als seine Männerkraft und meine Schwachheit.
Vorlage S. 560
449
KENNEDY.
Vorlage S. 560
450
Nein, sag ich. Alle Geister der Verdammnis
Vorlage S. 560
451
Musst er zu Hülfe rufen, der dies Band
Vorlage S. 560
452
Um Eure hellen Sinne wob. Ihr hattet
Vorlage S. 560
453
Kein Ohr mehr für der Freundin Warnungsstimme,
Vorlage S. 560
454
Kein Aug für das, was wohlanständig war.
Vorlage S. 560
455
Verlassen hatte Euch die zarte Scheu
Vorlage S. 560
456
Der Menschen, Eure Wangen, sonst der Sitz
Vorlage S. 560
457
Schamhaft errötender Bescheidenheit,
Vorlage S. 560
458
Sie glühten nur vom Feuer des Verlangens.
Vorlage S. 560
459
Ihr warft den Schleier des Geheimnisses
Vorlage S. 560
460
Von Euch, des Mannes keckes Laster hatte
Vorlage S. 561
461
Auch Eure Blödigkeit besiegt, Ihr stelltet
Vorlage S. 561
462
Mit dreister Stirne Eure Schmach zur Schau.
Vorlage S. 561
463
Ihr ließt das königliche Schwert von Schottland
Vorlage S. 561
464
Durch ihn, den Mörder, dem des Volkes Flüche
Vorlage S. 561
465
Nachschallten, durch die Gassen Edinburgs,
Vorlage S. 561
466
Vor Euch hertragen im Triumph, umringtet
Vorlage S. 561
467
Mit Waffen Euer Parlament, und hier,
Vorlage S. 561
468
Im eignen Tempel der Gerechtigkeit,
Vorlage S. 561
469
Zwangt Ihr mit frechem Possenspiel die Richter,
Vorlage S. 561
470
Den Schuldigen des Mordes loszusprechen –
Vorlage S. 561
471
Ihr gingt noch weiter – Gott!
Vorlage S. 561
472
MARIA.
Vorlage S. 561
473
Vollende nur!
Vorlage S. 561
474
Und reicht ihm meine Hand vor dem Altare!
Vorlage S. 561
475
KENNEDY.
Vorlage S. 561
476
O lasst ein ewig Schweigen diese Tat
Vorlage S. 561
477
Bedecken! Sie ist schauderhaft, empörend,
Vorlage S. 561
478
Ist einer ganz Verlornen wert – Doch Ihr seid keine
Vorlage S. 561
479
Verlorne – ich kenn Euch ja, ich bins,
Vorlage S. 561
480
Die Eure Kindheit auferzogen. Weich
Vorlage S. 561
481
Ist Euer Herz gebildet, offen ists
Vorlage S. 561
482
Der Scham – der Leichtsinn nur ist Euer Laster.
Vorlage S. 561
483
Ich wiederhol es, es gibt böse Geister,
Vorlage S. 561
484
Die in des Menschen unverwahrter Brust
Vorlage S. 561
485
Sich augenblicklich ihren Wohnplatz nehmen,
Vorlage S. 561
486
Die schnell in uns das Schreckliche begehn
Vorlage S. 561
487
Und zu der Höll entfliehend das Entsetzen
Vorlage S. 561
488
In dem befleckten Busen hinterlassen.
Vorlage S. 561
489
Seit dieser Tat, die Euer Leben schwärzt,
Vorlage S. 561
490
Habt Ihr nichts Lasterhaftes mehr begangen,
Vorlage S. 561
491
Ich bin ein Zeuge Eurer Besserung.
Vorlage S. 561
492
Drum fasset Mut! Macht Friede mit Euch selbst!
Vorlage S. 561
493
Was Ihr auch zu bereuen habt, in England
Vorlage S. 561
494
Seid Ihr nicht schuldig, nicht Elisabeth,
Vorlage S. 561
495
Nicht Englands Parlament ist Euer Richter.
Vorlage S. 561
496
Macht ists, die Euch hier unterdrückt, vor diesen
Vorlage S. 561
497
Anmaßlichen Gerichtshof dürft Ihr Euch
Vorlage S. 561
498
Hinstellen mit dem ganzen Mut der Unschuld.
Vorlage S. 562
499
MARIA.
Vorlage S. 562
500
Wer kommt?
Vorlage S. 562
501
Mortimer zeigt sich an der Türe.
Vorlage S. 562
502
KENNEDY.
Vorlage S. 562
503
Es ist der Neffe. Geht hinein.
Vorlage S. 562
504
Fünfter Auftritt
Vorlage S. 562
505
Die Vorigen. Mortimer scheu hereintretend.
Vorlage S. 562
506
MORTIMER
Vorlage S. 562
507
zur Amme.
Vorlage S. 562
508
Entfernt Euch, haltet Wache vor der Tür,
Vorlage S. 562
509
Ich habe mit der Königin zu reden.
Vorlage S. 562
510
MARIA
Vorlage S. 562
511
mit Ansehn.
Vorlage S. 562
512
Hanna, du bleibst.
Vorlage S. 562
513
MORTIMER.
Vorlage S. 562
514
Habt keine Furcht, Mylady. Lernt mich kennen.
Vorlage S. 562
515
Er überreicht ihr eine Karte.
Vorlage S. 562
516
MARIA
Vorlage S. 562
517
sieht sie an und fährt bestürzt zurück.
Vorlage S. 562
518
Ha! Was ist das?
Vorlage S. 562
519
MORTIMER
Vorlage S. 562
520
zur Amme.
Vorlage S. 562
521
Geht, Dame Kennedy.
Vorlage S. 562
522
Sorgt, dass mein Oheim uns nicht überfalle!
Vorlage S. 562
523
MARIA
Vorlage S. 562
524
zur Amme, welche zaudert und die Königin fragend ansieht.
Vorlage S. 562
525
Geh! Geh! Tu was er sagt.
Vorlage S. 562
526
Die Amme entfernt sich mit Zeichen der Verwunderung.
Vorlage S. 562
527
Sechster Auftritt
Vorlage S. 562
528
Mortimer. Maria.
Vorlage S. 562
529
MARIA.
Vorlage S. 562
530
Von meinem Oheim!
Vorlage S. 562
531
Dem Kardinal von Lothringen aus Frankreich!
Vorlage S. 562
532
Liest.
Vorlage S. 562
533
»Traut dem Sir Mortimer, der Euch dies bringt,
Vorlage S. 562
534
Denn keinen treuern Freund habt Ihr in England.«
Vorlage S. 562
535
Mortimern mit Erstaunen ansehend.
Vorlage S. 562
536
Ists möglich? Ists kein Blendwerk, das mich täuscht?
Vorlage S. 562
537
So nahe find ich einen Freund und wähnte mich
Vorlage S. 562
538
Verlassen schon von aller Welt – find ihn
Vorlage S. 562
539
In Euch, dem Neffen meines Kerkermeisters,
Vorlage S. 562
540
In dem ich meinen schlimmsten Feind –
Vorlage S. 562
541
MORTIMER
Vorlage S. 562
542
sich ihr zu Füßen werfend.
Vorlage S. 562
543
Verzeihung
Vorlage S. 562
544
Für diese verhaßte Larve, Königin,
Vorlage S. 562
545
Die mir zu tragen Kampf genug gekostet,
Vorlage S. 563
546
Doch der ichs danke, dass ich mich Euch nahen,
Vorlage S. 563
547
Euch Hülfe und Errettung bringen kann.
Vorlage S. 563
548
MARIA.
Vorlage S. 563
549
Steht auf – Ihr überrascht mich, Sir – Ich kann
Vorlage S. 563
550
So schnell nicht aus der Tiefe meines Elends
Vorlage S. 563
551
Zur Hoffnung übergehen – Redet, Sir –
Vorlage S. 563
552
Macht mir dies Glück begreiflich, dass ichs glaube.
Vorlage S. 563
553
MORTIMER
Vorlage S. 563
554
steht auf.
Vorlage S. 563
555
Die Zeit verrinnt. Bald wird mein Oheim hier sein,
Vorlage S. 563
556
Und ein verhaßter Mensch begleitet ihn.
Vorlage S. 563
557
Eh Euch ihr Schreckensauftrag überrascht,
Vorlage S. 563
558
Hört an, wie Euch der Himmel Rettung schickt.
Vorlage S. 563
559
MARIA.
Vorlage S. 563
560
Er schickt sie durch ein Wunder seiner Allmacht!
Vorlage S. 563
561
MORTIMER.
Vorlage S. 563
562
Erlaubt, dass ich von mir beginne.
Vorlage S. 563
563
MARIA.
Vorlage S. 563
564
Redet, Sir!
Vorlage S. 563
565
MORTIMER.
Vorlage S. 563
566
Ich zählte zwanzig Jahre, Königin,
Vorlage S. 563
567
In strengen Pflichten war ich aufgewachsen,
Vorlage S. 563
568
In finsterm Haß des Papsttums aufgesäugt,
Vorlage S. 563
569
Als mich die unbezwingliche Begierde
Vorlage S. 563
570
Hinaustrieb auf das feste Land. Ich ließ
Vorlage S. 563
571
Der Puritaner dumpfe Predigtstuben,
Vorlage S. 563
572
Die Heimat hinter mir, in schnellem Lauf
Vorlage S. 563
573
Durchzog ich Frankreich, das gepriesene
Vorlage S. 563
574
Italien mit heißem Wunsche suchend.
Vorlage S. 563
575
Es war die Zeit des großen Kirchenfests,
Vorlage S. 563
576
Von Pilgerscharen wimmelten die Wege,
Vorlage S. 563
577
Bekränzt war jedes Gottesbild, es war,
Vorlage S. 563
578
Als ob die Menschheit auf der Wandrung wäre,
Vorlage S. 563
579
Wallfahrend nach dem Himmelreich – Mich selbst
Vorlage S. 563
580
Ergriff der Strom der glaubenvollen Menge,
Vorlage S. 563
581
Und riss mich in das Weichbild Roms –
Vorlage S. 563
582
Wie ward mir, Königin!
Vorlage S. 563
583
Als mir der Säulen Pracht und Siegesbogen
Vorlage S. 563
584
Entgegenstieg, des Kolosseums Herrlichkeit
Vorlage S. 563
585
Den Staunenden umfing, ein hoher Bildnergeist
Vorlage S. 564
586
In seine heitre Wunderwelt mich schloss!
Vorlage S. 564
587
Ich hatte nie der Künste Macht gefühlt,
Vorlage S. 564
588
Es haßt die Kirche, die mich auferzog,
Vorlage S. 564
589
Der Sinne Reiz, kein Abbild duldet sie,
Vorlage S. 564
590
Allein das körperlose Wort verehrend.
Vorlage S. 564
591
Wie wurde mir, als ich ins Innre nun
Vorlage S. 564
592
Der Kirchen trat, und die Musik der Himmel
Vorlage S. 564
593
Herunterstieg, und der Gestalten Fülle
Vorlage S. 564
594
Verschwenderisch aus Wand und Decke quoll,
Vorlage S. 564
595
Das Herrlichste und Höchste, gegenwärtig,
Vorlage S. 564
596
Vor den entzückten Sinnen sich bewegte,
Vorlage S. 564
597
Als ich sie selbst nun sah, die Göttlichen,
Vorlage S. 564
598
Den Gruß des Engels, die Geburt des Herrn,
Vorlage S. 564
599
Die heilge Mutter, die herabgestiegne
Vorlage S. 564
600
Dreifaltigkeit, die leuchtende Verklärung –
Vorlage S. 564
601
Als ich den Papst drauf sah in seiner Pracht
Vorlage S. 564
602
Das Hochamt halten und die Völker segnen.
Vorlage S. 564
603
O was ist Goldes, was Juwelen Schein,
Vorlage S. 564
604
Womit der Erde Könige sich schmücken!
Vorlage S. 564
605
Nur Er ist mit dem Göttlichen umgeben.
Vorlage S. 564
606
Ein wahrhaft Reich der Himmel ist sein Haus,
Vorlage S. 564
607
Denn nicht von dieser Welt sind diese Formen.
Vorlage S. 564
608
MARIA.
Vorlage S. 564
609
O schonet mein! Nicht weiter. Höret auf,
Vorlage S. 564
610
Den frischen Lebensteppich vor mir aus
Vorlage S. 564
611
Zubreiten – Ich bin elend und gefangen.
Vorlage S. 564
612
MORTIMER.
Vorlage S. 564
613
Auch ich wars, Königin! und mein Gefängnis
Vorlage S. 564
614
Sprang auf und frei auf einmal fühlte sich
Vorlage S. 564
615
Der Geist, des Lebens schönen Tag begrüßend.
Vorlage S. 564
616
Haß schwur ich nun dem engen dumpfen Buch,
Vorlage S. 564
617
Mit frischem Kranz die Schläfe mir zu schmücken,
Vorlage S. 564
618
Mich fröhlich an die Fröhlichen zu schließen.
Vorlage S. 564
619
Viel edle Schotten drängten sich an mich
Vorlage S. 564
620
Und der Franzosen muntre Landsmannschaften.
Vorlage S. 564
621
Sie brachten mich zu Eurem edeln Oheim,
Vorlage S. 564
622
Dem Kardinal von Guise – Welch ein Mann!
Vorlage S. 564
623
Wie sicher, klar und männlich groß! – Wie ganz
Vorlage S. 565
624
Geboren, um die Geister zu regieren!
Vorlage S. 565
625
Das Muster eines königlichen Priesters,
Vorlage S. 565
626
Ein Fürst der Kirche, wie ich keinen sah!
Vorlage S. 565
627
MARIA.
Vorlage S. 565
628
Ihr habt sein teures Angesicht gesehn,
Vorlage S. 565
629
Des vielgeliebten, des erhabnen Mannes,
Vorlage S. 565
630
Der meiner zarten Jugend Führer war.
Vorlage S. 565
631
O redet mir von ihm. Denkt er noch mein?
Vorlage S. 565
632
Liebt ihn das Glück, blüht ihm das Leben noch,
Vorlage S. 565
633
Steht er noch herrlich da, ein Fels der Kirche?
Vorlage S. 565
634
MORTIMER.
Vorlage S. 565
635
Der Treffliche ließ selber sich herab,
Vorlage S. 565
636
Die hohen Glaubenslehren mir zu deuten,
Vorlage S. 565
637
Und meines Herzens Zweifel zu zerstreun.
Vorlage S. 565
638
Er zeigte mir, dass grübelnde Vernunft
Vorlage S. 565
639
Den Menschen ewig in der Irre leitet,
Vorlage S. 565
640
Dass seine Augen sehen müssen, was
Vorlage S. 565
641
Das Herz soll glauben, dass ein sichtbar Haupt
Vorlage S. 565
642
Der Kirche nottut, dass der Geist der Wahrheit
Vorlage S. 565
643
Geruht hat auf den Sitzungen der Väter.
Vorlage S. 565
644
Die Wahnbegriffe meiner kindschen Seele,
Vorlage S. 565
645
Wie schwanden sie vor seinem siegenden
Vorlage S. 565
646
Verstand und vor der Suada seines Mundes!
Vorlage S. 565
647
Ich kehrte in der Kirche Schoß zurück,
Vorlage S. 565
648
Schwur meinen Irrtum ab in seine Hände.
Vorlage S. 565
649
MARIA.
Vorlage S. 565
650
So seid Ihr einer jener Tausende,
Vorlage S. 565
651
Die er mit seiner Rede Himmelskraft
Vorlage S. 565
652
Wie der erhabne Prediger des Berges
Vorlage S. 565
653
Ergriffen und zum ewgen Heil geführt!
Vorlage S. 565
654
MORTIMER.
Vorlage S. 565
655
Als ihn des Amtes Pflichten bald darauf
Vorlage S. 565
656
Nach Frankreich riefen, sandt er mich nach Reims,
Vorlage S. 565
657
Wo die Gesellschaft Jesu, fromm geschäftig,
Vorlage S. 565
658
Für Englands Kirche Priester auferzieht.
Vorlage S. 565
659
Den edeln Schotten Morgan fand ich hier,
Vorlage S. 565
660
Auch Euren treuen Leßley, den gelehrten
Vorlage S. 565
661
Bischof von Roße, die auf Frankreichs Boden
Vorlage S. 565
662
Freudlose Tage der Verbannung leben –
Vorlage S. 565
663
Eng schloss ich mich an diese Würdigen,
Vorlage S. 566
664
Und stärkte mich im Glauben – Eines Tags,
Vorlage S. 566
665
Als ich mich umsah in des Bischofs Wohnung,
Vorlage S. 566
666
Fiel mir ein weiblich Bildnis in die Augen,
Vorlage S. 566
667
Von rührend wundersamem Reiz, gewaltig
Vorlage S. 566
668
Ergriff es mich in meiner tiefsten Seele,
Vorlage S. 566
669
Und des Gefühls nicht mächtig stand ich da.
Vorlage S. 566
670
Da sagte mir der Bischof: Wohl mit Recht
Vorlage S. 566
671
Mögt Ihr gerührt bei diesem Bilde weilen.
Vorlage S. 566
672
Die schönste aller Frauen, welche leben,
Vorlage S. 566
673
Ist auch die jammernswürdigste von allen,
Vorlage S. 566
674
Um unsers Glaubens willen duldet sie,
Vorlage S. 566
675
Und Euer Vaterland ists, wo sie leidet.
Vorlage S. 566
676
MARIA.
Vorlage S. 566
677
Der Redliche! Nein, ich verlor nicht alles,
Vorlage S. 566
678
Da solcher Freund im Unglück mir geblieben.
Vorlage S. 566
679
MORTIMER.
Vorlage S. 566
680
Drauf fing er an, mit herzerschütternder
Vorlage S. 566
681
Beredsamkeit mir Euer Märtyrtum
Vorlage S. 566
682
Und Eurer Feinde Blutgier abzuschildern.
Vorlage S. 566
683
Auch Euern Stammbaum wies er mir, er zeigte
Vorlage S. 566
684
Mir Eure Abkunft von dem hohen Hause
Vorlage S. 566
685
Der Tudor, überzeugte mich, dass Euch
Vorlage S. 566
686
Allein gebührt in Engelland zu herrschen,
Vorlage S. 566
687
Nicht dieser Afterkönigin, gezeugt
Vorlage S. 566
688
In ehebrecherischem Bett, die Heinrich,
Vorlage S. 566
689
Ihr Vater, selbst verwarf als Bastardtochter.
Vorlage S. 566
690
Nicht seinem einzgen Zeugnis wollt ich traun,
Vorlage S. 566
691
Ich holte Rat bei allen Rechtsgelehrten,
Vorlage S. 566
692
Viel alte Wappenbücher schlug ich nach,
Vorlage S. 566
693
Und alle Kundige, die ich befragte,
Vorlage S. 566
694
Bestätigten mir Eures Anspruchs Kraft.
Vorlage S. 566
695
Ich weiß nunmehr, dass Euer gutes Recht
Vorlage S. 566
696
An England Euer ganzes Unrecht ist,
Vorlage S. 566
697
Dass Euch dies Reich als Eigentum gehört,
Vorlage S. 566
Johannes Vermeer – Briefleserin in Blau, um 1663. Vergleichsbild zum Motiv des Lesens und Briefeschreibens, keine konkrete Buchszene.
Kontextbild zum Werk. Briefleserin in Blau · Johannes Vermeer · Public domain Bildquelle ↗
698
Worin Ihr schuldlos als Gefangne schmachtet.
Vorlage S. 566
699
MARIA.
Vorlage S. 566
700
O dieses unglücksvolle Recht! Es ist
Vorlage S. 566
701
Die einzge Quelle aller meiner Leiden.
Vorlage S. 566
702
MORTIMER.
Vorlage S. 567
703
Um diese Zeit kam mir die Kunde zu,
Vorlage S. 567
704
Dass Ihr aus Talbots Schloß hinweggeführt,
Vorlage S. 567
705
Und meinem Oheim übergeben worden –
Vorlage S. 567
706
Des Himmels wundervolle Rettungshand
Vorlage S. 567
707
Glaubt ich in dieser Fügung zu erkennen,
Vorlage S. 567
708
Ein lauter Ruf des Schicksals war sie mir,
Vorlage S. 567
709
Das meinen Arm gewählt, Euch zu befreien.
Vorlage S. 567
710
Die Freunde stimmen freudig bei, es gibt
Vorlage S. 567
711
Der Kardinal mir seinen Rat und Segen,
Vorlage S. 567
712
Und lehrt mich der Verstellung schwere Kunst.
Vorlage S. 567
713
Schnell ward der Plan entworfen, und ich trete
Vorlage S. 567
714
Den Rückzug an ins Vaterland, wo ich,
Vorlage S. 567
715
Ihr wißts, vor zehen Tagen bin gelandet.
Vorlage S. 567
716
Er hält inne.
Vorlage S. 567
717
Ich sah Euch, Königin – Euch selbst!
Vorlage S. 567
718
Nicht Euer Bild! – O welchen Schatz bewahrt
Vorlage S. 567
719
Dies Schloß! Kein Kerker! Eine Götterhalle,
Vorlage S. 567
720
Glanzvoller als der königliche Hof
Vorlage S. 567
721
Von England – O des Glücklichen, dem es
Vorlage S. 567
722
Vergönnt ist, eine Luft mit Euch zu atmen!
Vorlage S. 567
723
Wohl hat sie recht, die Euch so tief verbirgt!
Vorlage S. 567
724
Aufstehen würde Englands ganze Jugend,
Vorlage S. 567
725
Kein Schwert in seiner Scheide müßig bleiben,
Vorlage S. 567
726
Und die Empörung mit gigantischem Haupt
Vorlage S. 567
727
Durch diese Friedensinsel schreiten, sähe
Vorlage S. 567
728
Der Brite seine Königin!
Vorlage S. 567
729
MARIA.
Vorlage S. 567
730
Wohl ihr!
Vorlage S. 567
731
Säh jeder Brite sie mit Euren Augen!
Vorlage S. 567
732
MORTIMER.
Vorlage S. 567
733
Wär er, wie ich, ein Zeuge Eurer Leiden,
Vorlage S. 567
734
Der Sanftmut Zeuge und der edlen Fassung,
Vorlage S. 567
735
Womit Ihr das Unwürdige erduldet.
Vorlage S. 567
736
Denn geht Ihr nicht aus allen Leidensproben
Vorlage S. 567
737
Als eine Königin hervor? Raubt Euch
Vorlage S. 567
738
Des Kerkers Schmach von Eurem Schönheitsglanze?
Vorlage S. 567
739
Euch mangelt alles, was das Leben schmückt,
Vorlage S. 567
740
Und doch umfließt Euch ewig Licht und Leben.
Vorlage S. 568
741
Nie setz ich meinen Fuß auf diese Schwelle,
Vorlage S. 568
742
Dass nicht mein Herz zerrissen wird von Qualen,
Vorlage S. 568
743
Nicht von der Lust entzückt, Euch anzuschauen! –
Vorlage S. 568
744
Doch furchtbar naht sich die Entscheidung, wachsend
Vorlage S. 568
745
Mit jeder Stunde dringet die Gefahr,
Vorlage S. 568
746
Ich darf nicht länger säumen – Euch nicht länger
Vorlage S. 568
747
Das Schreckliche verbergen –
Vorlage S. 568
748
MARIA.
Vorlage S. 568
749
Ist mein Urteil
Vorlage S. 568
750
Gefällt? Entdeckt mirs frei. Ich kann es hören.
Vorlage S. 568
751
MORTIMER.
Vorlage S. 568
752
Es ist gefällt. Die zweiundvierzig Richter haben
Vorlage S. 568
753
Ihr Schuldig ausgesprochen über Euch. Das Haus
Vorlage S. 568
754
Der Lords und der Gemeinen, die Stadt London
Vorlage S. 568
755
Bestehen heftig dringend auf des Urteils
Vorlage S. 568
756
Vollstreckung, nur die Königin säumt noch,
Vorlage S. 568
757
– Aus arger List, dass man sie nötige,
Vorlage S. 568
758
Nicht aus Gefühl der Menschlichkeit und Schonung.
Vorlage S. 568
759
MARIA
Vorlage S. 568
760
mit Fassung.
Vorlage S. 568
761
Sir Mortimer, Ihr überrascht mich nicht,
Vorlage S. 568
762
Erschreckt mich nicht. Auf solche Botschaft war ich
Vorlage S. 568
763
Schon längst gefasst. Ich kenne meine Richter.
Vorlage S. 568
764
Nach den Mißhandlungen, die ich erlitten,
Vorlage S. 568
765
Begreif ich wohl, dass man die Freiheit mir
Vorlage S. 568
766
Nicht schenken kann – Ich weiß, wo man hinauswill.
Vorlage S. 568
767
In ewgem Kerker will man mich bewahren,
Vorlage S. 568
768
Und meine Rache, meinen Rechtsanspruch
Vorlage S. 568
769
Mit mir verscharren in Gefängnisnacht.
Vorlage S. 568
770
MORTIMER.
Vorlage S. 568
771
Nein, Königin – o nein! nein! Dabei steht man
Vorlage S. 568
772
Nicht still. Die Tyrannei begnügt sich nicht,
Vorlage S. 568
773
Ihr Werk nur halb zu tun. Solang Ihr lebt,
Vorlage S. 568
774
Lebt auch die Furcht der Königin von England.
Vorlage S. 568
775
Euch kann kein Kerker tief genug begraben,
Vorlage S. 568
776
Nur Euer Tod versichert ihren Thron.
Vorlage S. 568
777
MARIA.
Vorlage S. 568
778
Sie könnt es wagen, mein gekröntes Haupt
Vorlage S. 568
779
Schmachvoll auf einen Henkerblock zu legen?
Vorlage S. 568
780
MORTIMER.
Vorlage S. 568
781
Sie wird es wagen. Zweifelt nicht daran.
Vorlage S. 568
782
MARIA.
Vorlage S. 569
783
Sie könnte so die eigne Majestät
Vorlage S. 569
784
Und aller Könige im Staube wälzen?
Vorlage S. 569
785
Und fürchtet sie die Rache Frankreichs nicht?
Vorlage S. 569
786
MORTIMER.
Vorlage S. 569
787
Sie schließt mit Frankreich einen ewgen Frieden,
Vorlage S. 569
788
Dem Duc von Anjou schenkt sie Thron und Hand.
Vorlage S. 569
789
MARIA.
Vorlage S. 569
790
Wird sich der König Spaniens nicht waffnen?
Vorlage S. 569
791
MORTIMER.
Vorlage S. 569
792
Nicht eine Welt in Waffen fürchtet sie,
Vorlage S. 569
793
Solang sie Frieden hat mit ihrem Volke.
Vorlage S. 569
794
MARIA.
Vorlage S. 569
795
Den Briten wollte sie dies Schauspiel geben?
Vorlage S. 569
796
MORTIMER.
Vorlage S. 569
797
Dies Land, Mylady, hat in letzten Zeiten
Vorlage S. 569
798
Der königlichen Frauen mehr vom Thron
Vorlage S. 569
799
Herab aufs Blutgerüste steigen sehn.
Vorlage S. 569
800
Die eigne Mutter der Elisabeth
Vorlage S. 569
801
Ging diesen Weg, und Katharina Howard,
Vorlage S. 569
802
Auch Lady Gray war ein gekröntes Haupt.
Vorlage S. 569
803
MARIA
Vorlage S. 569
804
nach einer Pause.
Vorlage S. 569
805
Nein, Mortimer! Euch blendet eitle Furcht.
Vorlage S. 569
806
Es ist die Sorge Eures treuen Herzens,
Vorlage S. 569
807
Die Euch vergebne Schrecknisse erschafft.
Vorlage S. 569
808
Nicht das Schafott ists, das ich fürchte, Sir.
Vorlage S. 569
809
Es gibt noch andre Mittel, stillere,
Vorlage S. 569
810
Wodurch sich die Beherrscherin von England
Vorlage S. 569
811
Vor meinem Anspruch Ruhe schaffen kann.
Vorlage S. 569
812
Eh sich ein Henker für mich findet, wird
Vorlage S. 569
813
Noch eher sich ein Mörder dingen lassen.
Vorlage S. 569
814
– Das ists, wovor ich zittre, Sir! und nie
Vorlage S. 569
815
Setz ich des Bechers Rand an meine Lippen,
Vorlage S. 569
816
Dass nicht ein Schauder mich ergreift, er könnte
Vorlage S. 569
817
Kredenzt sein von der Liebe meiner Schwester.
Vorlage S. 569
818
MORTIMER.
Vorlage S. 569
819
Nicht offenbar noch heimlich solls dem Mord
Vorlage S. 569
820
Gelingen, Euer Leben anzutasten.
Vorlage S. 569
821
Seid ohne Furcht! Bereitet ist schon alles,
Vorlage S. 569
822
Zwölf edle Jünglinge des Landes sind
Vorlage S. 569
823
In meinem Bündnis, haben heute früh
Vorlage S. 569
824
Das Sakrament darauf empfangen, Euch
Vorlage S. 569
825
Mit starkem Arm aus diesem Schloß zu führen.
Vorlage S. 569
826
Graf Aubespine, der Abgesandte Frankreichs,
Vorlage S. 569
827
Weiß um den Bund, er bietet selbst die Hände,
Vorlage S. 569
828
Und sein Palast ists, wo wir uns versammeln.
Vorlage S. 570
829
MARIA.
Vorlage S. 570
830
Ihr macht mich zittern, Sir – doch nicht für Freude.
Vorlage S. 570
831
Mir fliegt ein böses Ahnden durch das Herz.
Vorlage S. 570
832
Was unternehmt ihr? Wisst ihrs? Schrecken euch
Vorlage S. 570
833
Nicht Babingtons, nicht Tichburns blutge Häupter,
Vorlage S. 570
834
Auf Londons Brücke warnend aufgereckt,
Vorlage S. 570
835
Nicht das Verderben der Unzähligen,
Vorlage S. 570
836
Die ihren Tod in gleichem Wagstück fanden,
Vorlage S. 570
837
Und meine Ketten schwerer nur gemacht?
Vorlage S. 570
838
Unglücklicher, verführter Jüngling – flieht!
Vorlage S. 570
839
Flieht, wenns noch Zeit ist – wenn der Späher Burleigh
Vorlage S. 570
840
Nicht jetzt schon Kundschaft hat von euch, nicht schon
Vorlage S. 570
841
In eure Mitte den Verräter mischte.
Vorlage S. 570
842
Flieht aus dem Reiche schnell! Marien Stuart
Vorlage S. 570
843
Hat noch kein Glücklicher beschützt.
Vorlage S. 570
844
MORTIMER.
Vorlage S. 570
845
Mich schrecken
Vorlage S. 570
846
Nicht Babingtons, nicht Tichburns blutge Häupter,
Vorlage S. 570
847
Auf Londons Brücke warnend aufgesteckt,
Vorlage S. 570
848
Nicht das Verderben der unzählgen andern,
Vorlage S. 570
849
Die ihren Tod in gleichem Wagstück fanden,
Vorlage S. 570
850
Sie fanden auch darin den ewgen Ruhm,
Vorlage S. 570
851
Und Glück schon ists, für Eure Rettung sterben.
Vorlage S. 570
852
MARIA.
Vorlage S. 570
853
Umsonst! Mich rettet nicht Gewalt, nicht List.
Vorlage S. 570
854
Der Feind ist wachsam und die Macht ist sein.
Vorlage S. 570
855
Nicht Paulet nur und seiner Wächter Schar,
Vorlage S. 570
856
Ganz England hütet meines Kerkers Tore.
Vorlage S. 570
857
Der freie Wille der Elisabeth allein
Vorlage S. 570
858
Kann sie mir auftun.
Vorlage S. 570
859
MORTIMER.
Vorlage S. 570
860
O das hoffet nie!
Vorlage S. 570
861
MARIA.
Vorlage S. 570
862
Ein einzger Mann lebt, der sie öffnen kann.
Vorlage S. 570
863
MORTIMER.
Vorlage S. 570
864
O nennt mir diesen Mann –
Vorlage S. 570
865
MARIA.
Vorlage S. 570
866
Graf Leicester.
Vorlage S. 570
867
MORTIMER
Vorlage S. 570
868
tritt erstaunt zurück.
Vorlage S. 570
869
Leicester!
Vorlage S. 570
870
Graf Leicester! – Euer blutigster Verfolger,
Vorlage S. 570
871
Der Günstling der Elisabeth – von diesem –
Vorlage S. 570
872
MARIA.
Vorlage S. 571
873
Bin ich zu retten, ists allein durch ihn.
Vorlage S. 571
874
– Geht zu ihm. Öffnet Euch ihm frei.
Vorlage S. 571
875
Und zur Gewähr, dass ichs bin, die Euch sendet,
Vorlage S. 571
876
Bringt ihm dies Schreiben. Es enthält mein Bildnis.
Vorlage S. 571
877
Sie zieht ein Papier aus dem Busen, Mortimer tritt zurück und zögert, es anzunehmen.
Vorlage S. 571
878
Nehmt hin. Ich trag es lange schon bei mir,
Vorlage S. 571
879
Weil Eures Oheims strenge Wachsamkeit
Vorlage S. 571
880
Mir jeden Weg zu ihm gehemmt – Euch sandte
Vorlage S. 571
881
Mein guter Engel –
Vorlage S. 571
882
MORTIMER.
Vorlage S. 571
883
Königin – dies Rätsel –
Vorlage S. 571
884
Erklärt es mir –
Vorlage S. 571
885
MARIA.
Vorlage S. 571
886
Graf Leicester wirds Euch lösen.
Vorlage S. 571
887
Vertraut ihm, er wird Euch vertraun – Wer kommt?
Vorlage S. 571
888
KENNEDY
Vorlage S. 571
889
eilfertig eintretend.
Vorlage S. 571
890
Sir Paulet naht mit einem Herrn vom Hofe.
Vorlage S. 571
891
MORTIMER.
Vorlage S. 571
892
Es ist Lord Burleigh. Fasst Euch, Königin!
Vorlage S. 571
893
Hört es mit Gleichmut an, was er Euch bringt.
Vorlage S. 571
894
Er entfernt sich durch eine Seitentür, Kennedy folgt ihm.
Vorlage S. 571
895
Siebenter Auftritt
Vorlage S. 571
896
Maria. Lord Burleigh, Großschatzmeister von England, und Ritter Paulet.
Vorlage S. 571
897
PAULET.
Vorlage S. 571
898
Ihr wünschtet heut Gewissheit Eures Schicksals,
Vorlage S. 571
899
Gewissheit bringt Euch Seine Herrlichkeit,
Vorlage S. 571
900
Mylord von Burleigh. Tragt sie mit Ergebung.
Vorlage S. 571
901
MARIA.
Vorlage S. 571
902
Mit Würde, hoff ich, die der Unschuld ziemt.
Vorlage S. 571
903
BURLEIGH.
Vorlage S. 571
904
Ich komme als Gesandter des Gerichts.
Vorlage S. 571
905
MARIA.
Vorlage S. 571
906
Lord Burleigh leiht dienstfertig dem Gerichte,
Vorlage S. 571
907
Dem er den Geist geliehn, nun auch den Mund.
Vorlage S. 571
908
PAULET.
Vorlage S. 571
909
Ihr sprecht, als wüsstet Ihr bereits das Urteil.
Vorlage S. 571
910
MARIA.
Vorlage S. 571
911
Da es Lord Burleigh bringt, so weiß ich es.
Vorlage S. 571
912
– Zur Sache, Sir.
Vorlage S. 571
913
BURLEIGH.
Vorlage S. 571
914
Ihr habt Euch dem Gericht
Vorlage S. 571
915
Der Zweiundvierzig unterworfen, Lady
Vorlage S. 571
916
MARIA.
Vorlage S. 572
917
Verzeiht, Mylord, dass ich Euch gleich zu Anfang
Vorlage S. 572
918
Ins Wort muss fallen – Unterworfen hätt ich mich
Vorlage S. 572
919
Dem Richterspruch der Zweiundvierzig, sagt Ihr?
Vorlage S. 572
920
Ich habe keineswegs mich unterworfen.
Vorlage S. 572
921
Nie konnt ich das – ich konnte meinem Rang,
Vorlage S. 572
922
Der Würde meines Volks und meines Sohnes
Vorlage S. 572
923
Und aller Fürsten nicht so viel vergeben.
Vorlage S. 572
924
Verordnet ist im englischen Gesetz,
Vorlage S. 572
925
Dass jeder Angeklagte durch Geschworne
Vorlage S. 572
926
Von seinesgleichen soll gerichtet werden.
Vorlage S. 572
927
Wer in der Committee ist meinesgleichen?
Vorlage S. 572
928
Nur Könige sind meine Peers.
Vorlage S. 572
929
BURLEIGH.
Vorlage S. 572
930
Ihr hörtet
Vorlage S. 572
931
Die Klagartikel an, ließt Euch darüber
Vorlage S. 572
932
Vernehmen vor Gerichte –
Vorlage S. 572
933
MARIA.
Vorlage S. 572
934
Ja, ich habe mich
Vorlage S. 572
935
Durch Hattons arge List verleiten lassen,
Vorlage S. 572
936
Bloß meiner Ehre wegen, und im Glauben
Vorlage S. 572
937
An meiner Gründe siegende Gewalt,
Vorlage S. 572
938
Ein Ohr zu leihen jenen Klagepunkten
Vorlage S. 572
939
Und ihren Ungrund darzutun – Das tat ich
Vorlage S. 572
940
Aus Achtung für die würdigen Personen
Vorlage S. 572
941
Der Lords, nicht für ihr Amt, das ich verwerfe.
Vorlage S. 572
942
BURLEIGH.
Vorlage S. 572
943
Ob Ihr sie anerkennt, ob nicht, Mylady,
Vorlage S. 572
944
Das ist nur eine leere Förmlichkeit,
Vorlage S. 572
945
Die des Gerichtes Lauf nicht hemmen kann.
Vorlage S. 572
946
Ihr atmet Englands Luft, genießt den Schutz,
Vorlage S. 572
947
Die Wohltat des Gesetzes, und so seid Ihr
Vorlage S. 572
948
Auch seiner Herrschaft untertan!
Vorlage S. 572
949
MARIA.
Vorlage S. 572
950
Ich atme
Vorlage S. 572
951
Die Luft in einem englischen Gefängnis.
Vorlage S. 572
952
Heißt das in England leben, der Gesetze
Vorlage S. 572
953
Wohltat genießen? Kenn ich sie doch kaum.
Vorlage S. 572
954
Nie hab ich eingewilligt, sie zu halten.
Vorlage S. 572
955
Ich bin nicht dieses Reiches Bürgerin,
Vorlage S. 572
956
Bin eine freie Königin des Auslands.
Vorlage S. 572
957
BURLEIGH.
Vorlage S. 573
958
Und denkt Ihr, dass der königliche Name
Vorlage S. 573
959
Zum Freibrief dienen könne, blutge Zwietracht
Vorlage S. 573
960
In fremdem Lande straflos auszusäen?
Vorlage S. 573
961
Wie stünd es um die Sicherheit der Staaten,
Vorlage S. 573
962
Wenn das gerechte Schwert der Themis nicht
Vorlage S. 573
963
Die schuldge Stirn des königlichen Gastes
Vorlage S. 573
964
Erreichen könnte, wie des Bettlers Haupt?
Vorlage S. 573
965
MARIA.
Vorlage S. 573
966
Ich will mich nicht der Rechenschaft entziehn,
Vorlage S. 573
967
Die Richter sind es nur, die ich verwerfe.
Vorlage S. 573
968
BURLEIGH.
Vorlage S. 573
969
Die Richter? Wie, Mylady? Sind es etwa
Vorlage S. 573
970
Vom Pöbel aufgegriffene Verworfne,
Vorlage S. 573
971
Schamlose Zungendrescher, denen Recht
Vorlage S. 573
972
Und Wahrheit feil ist, die sich zum Organ
Vorlage S. 573
973
Der Unterdrückung willig dingen lassen?
Vorlage S. 573
974
Sinds nicht die ersten Männer dieses Landes,
Vorlage S. 573
975
Selbständig gnug, um wahrhaft sein zu dürfen,
Vorlage S. 573
976
Um über Fürstenfurcht und niedrige
Vorlage S. 573
977
Bestechung weit erhaben sich zu sehn?
Vorlage S. 573
978
Sinds nicht dieselben, die ein edles Volk
Vorlage S. 573
979
Frei und gerecht regieren, deren Namen
Vorlage S. 573
980
Man nur zu nennen braucht, um jeden Zweifel,
Vorlage S. 573
981
Um jeden Argwohn schleunig stummzumachen?
Vorlage S. 573
982
An ihrer Spitze steht der Völkerhirte,
Vorlage S. 573
983
Der fromme Primas von Canterbury,
Vorlage S. 573
984
Der weise Talbot, der des Siegels wahret,
Vorlage S. 573
985
Und Howard, der des Reiches Flotten führt.
Vorlage S. 573
986
Sagt! Konnte die Beherrscherin von England
Vorlage S. 573
987
Mehr tun, als aus der ganzen Monarchie
Vorlage S. 573
988
Die Edelsten auslesen und zu Richtern
Vorlage S. 573
989
In diesem königlichen Streit bestellen?
Vorlage S. 573
990
Und wärs zu denken, dass Parteienhaß
Vorlage S. 573
991
Den Einzelnen bestäche – Können vierzig
Vorlage S. 573
992
Erlesne Männer sich in einem Spruche
Vorlage S. 573
993
Der Leidenschaft vereinigen?
Vorlage S. 573
994
MARIA
Vorlage S. 573
995
nach einigem Stillschweigen.
Vorlage S. 573
996
Ich höre staunend die Gewalt des Mundes,
Vorlage S. 573
997
Der mir von je so unheilbringend war –
Vorlage S. 573
998
Wie werd ich mich, ein ungelehrtes Weib,
Vorlage S. 574
999
Mit so kunstfertgem Redner messen können! –
Vorlage S. 574
1000
Wohl! wären diese Lords, wie Ihr sie schildert,
Vorlage S. 574
1001
Verstummen müsst ich, hoffnungslos verloren
Vorlage S. 574
1002
Wär meine Sache, sprächen sie mich schuldig.
Vorlage S. 574
1003
Doch diese Namen, die Ihr preisend nennt,
Vorlage S. 574
1004
Die mich durch ihr Gewicht zermalmen sollen,
Vorlage S. 574
1005
Mylord, ganz andere Rollen seh ich sie
Vorlage S. 574
1006
In den Geschichten dieses Landes spielen.
Vorlage S. 574
1007
Ich sehe diesen hohen Adel Englands,
Vorlage S. 574
1008
Des Reiches majestätischen Senat,
Vorlage S. 574
1009
Gleich Sklaven des Serails den Sultanslaunen
Vorlage S. 574
1010
Heinrichs des Achten, meines Großohms, schmeicheln –
Vorlage S. 574
1011
Ich sehe dieses edle Oberhaus,
Vorlage S. 574
1012
Gleich feil mit den erkäuflichen Gemeinen,
Vorlage S. 574
1013
Gesetze prägen und verrufen, Ehen
Vorlage S. 574
1014
Auflösen, binden, wie der Mächtige
Vorlage S. 574
1015
Gebietet, Englands Fürstentöchter heute
Vorlage S. 574
1016
Enterben, mit dem Bastardnamen schänden,
Vorlage S. 574
1017
Und morgen sie zu Königinnen krönen.
Vorlage S. 574
1018
Ich sehe diese würdgen Peers mit schnell
Vorlage S. 574
1019
Vertauschter Überzeugung unter vier
Vorlage S. 574
1020
Regierungen den Glauben viermal ändern –
Vorlage S. 574
1021
BURLEIGH.
Vorlage S. 574
1022
Ihr nennt Euch fremd in Englands Reichsgesetzen,
Vorlage S. 574
1023
In Englands Unglück seid Ihr sehr bewandert.
Vorlage S. 574
1024
MARIA.
Vorlage S. 574
1025
Und das sind meine Richter! – Lord Schatzmeister!
Vorlage S. 574
1026
Ich will gerecht sein gegen Euch! Seid Ihrs
Vorlage S. 574
1027
Auch gegen mich – Man sagt, Ihr meint es gut
Vorlage S. 574
1028
Mit diesem Staat, mit Eurer Königin,
Vorlage S. 574
1029
Seid unbestechlich, wachsam, unermüdet –
Vorlage S. 574
1030
Ich will es glauben. Nicht der eigne Nutzen
Vorlage S. 574
1031
Regiert Euch, Euch regiert allein der Vorteil
Vorlage S. 574
1032
Des Souveräns, des Landes. Eben darum
Vorlage S. 574
1033
Misstraut Euch, edler Lord, dass nicht der Nutzen
Vorlage S. 574
1034
Des Staats Euch als Gerechtigkeit erscheine.
Vorlage S. 574
1035
Nicht zweifl ich dran, es sitzen neben Euch
Vorlage S. 574
1036
Noch edle Männer unter meinen Richtern.
Vorlage S. 575
1037
Doch sie sind Protestanten, Eiferer
Vorlage S. 575
1038
Für Englands Wohl, und sprechen über mich,
Vorlage S. 575
1039
Die Königin von Schottland, die Papistin!
Vorlage S. 575
1040
Es kann der Brite gegen den Schotten nicht
Vorlage S. 575
1041
Gerecht sein, ist ein uralt Wort – Drum ist
Vorlage S. 575
1042
Herkömmlich seit der Väter grauen Zeit,
Vorlage S. 575
1043
Dass vor Gericht kein Brite gegen den Schotten,
Vorlage S. 575
1044
Kein Schotte gegen jenen zeugen darf.
Vorlage S. 575
1045
Die Not gab dieses seltsame Gesetz,
Vorlage S. 575
Carl Spitzweg – Der Bücherwurm, um 1850. Motivvergleich zu Lesen und Wissen; keine Darstellung einer Figur dieses Buches.
Kontextbild zum Werk. Der Bücherwurm · Carl Spitzweg · Public domain Bildquelle ↗
1046
Ein tiefer Sinn wohnt in den alten Bräuchen,
Vorlage S. 575
1047
Man muss sie ehren, Mylord – die Natur
Vorlage S. 575
1048
Warf diese beiden feurgen Völkerschaften
Vorlage S. 575
1049
Auf dieses Brett im Ozean, ungleich
Vorlage S. 575
1050
Verteilte sies, und hieß sie darum kämpfen.
Vorlage S. 575
1051
Der Tweede schmales Bette trennt allein
Vorlage S. 575
1052
Die heftgen Geister, oft vermischte sich
Vorlage S. 575
1053
Das Blut der Kämpfenden in ihren Wellen.
Vorlage S. 575
1054
Die Hand am Schwerte, schauen sie sich drohend
Vorlage S. 575
1055
Von beiden Ufern an, seit tausend Jahren.
Vorlage S. 575
1056
Kein Feind bedränget Engelland, dem nicht
Vorlage S. 575
1057
Der Schotte sich zum Helfer zugesellte,
Vorlage S. 575
1058
Kein Bürgerkrieg entzündet Schottlands Städte,
Vorlage S. 575
1059
Zu dem der Brite nicht den Zunder trug.
Vorlage S. 575
1060
Und nicht erlöschen wird der Haß, bis endlich
Vorlage S. 575
1061
Ein Parlament sie brüderlich vereint,
Vorlage S. 575
1062
Ein Szepter waltet durch die ganze Insel.
Vorlage S. 575
1063
BURLEIGH.
Vorlage S. 575
1064
Und eine Stuart sollte dieses Glück
Vorlage S. 575
1065
Dem Reich gewähren?
Vorlage S. 575
1066
MARIA.
Vorlage S. 575
1067
Warum soll ichs leugnen?
Vorlage S. 575
1068
Ja ich gestehs, dass ich die Hoffnung nährte,
Vorlage S. 575
1069
Zwei edle Nationen unterm Schatten
Vorlage S. 575
1070
Des Ölbaums frei und fröhlich zu vereinen.
Vorlage S. 575
1071
Nicht ihres Völkerhasses Opfer glaubt ich
Vorlage S. 575
1072
Zu werden; ihre lange Eifersucht,
Vorlage S. 575
1073
Der alten Zwietracht unglückselge Glut
Vorlage S. 575
1074
Hofft ich auf ewge Tage zu ersticken,
Vorlage S. 576
1075
Und wie mein Ahnherr Richmond die zwei Rosen
Vorlage S. 576
1076
Zusammenband nach blutgem Streit, die Kronen
Vorlage S. 576
1077
Schottland und England friedlich zu vermählen.
Vorlage S. 576
1078
BURLEIGH.
Vorlage S. 576
1079
Auf schlimmem Weg verfolgtet Ihr dies Ziel,
Vorlage S. 576
1080
Da Ihr das Reich entzünden, durch die Flammen
Vorlage S. 576
1081
Des Bürgerkriegs zum Throne steigen wolltet.
Vorlage S. 576
1082
MARIA.
Vorlage S. 576
1083
Das wollt ich nicht – beim großen Gott des Himmels!
Vorlage S. 576
1084
Wann hätt ich das gewollt? Wo sind die Proben?
Vorlage S. 576
1085
BURLEIGH.
Vorlage S. 576
1086
Nicht Streitens wegen kam ich her. Die Sache
Vorlage S. 576
1087
Ist keinem Wortgefecht mehr unterworfen.
Vorlage S. 576
1088
Es ist erkannt durch vierzig Stimmen gegen zwei,
Vorlage S. 576
1089
Dass Ihr die Akte vom vergangnen Jahr
Vorlage S. 576
1090
Gebrochen, dem Gesetz verfallen seid.
Vorlage S. 576
1091
Es ist verordnet im vergangnen Jahr:
Vorlage S. 576
1092
»Wenn sich Tumult im Königreich erhübe,
Vorlage S. 576
1093
Im Namen und zum Nutzen irgendeiner
Vorlage S. 576
1094
Person, die Rechte vorgibt an die Krone,
Vorlage S. 576
1095
Dass man gerichtlich gegen sie verfahre,
Vorlage S. 576
1096
Bis in den Tod die schuldige verfolge« –
Vorlage S. 576
1097
Und da bewiesen ist –
Vorlage S. 576
1098
MARIA.
Vorlage S. 576
1099
Mylord von Burleigh!
Vorlage S. 576
1100
Ich zweifle nicht, dass ein Gesetz, ausdrücklich
Vorlage S. 576
1101
Auf mich gemacht, verfasst, mich zu verderben,
Vorlage S. 576
1102
Sich gegen mich wird brauchen lassen – Wehe
Vorlage S. 576
1103
Dem armen Opfer, wenn derselbe Mund,
Vorlage S. 576
1104
Der das Gesetz gab, auch das Urteil spricht!
Vorlage S. 576
1105
Könnt Ihr es leugnen, Lord, dass jene Akte
Vorlage S. 576
1106
Zu meinem Untergang ersonnen ist?
Vorlage S. 576
1107
BURLEIGH.
Vorlage S. 576
1108
Zu Eurer Warnung sollte sie gereichen,
Vorlage S. 576
1109
Zum Fallstrick habt Ihr selber sie gemacht.
Vorlage S. 576
1110
Den Abgrund saht Ihr, der vor Euch sich auftat,
Vorlage S. 576
1111
Und treugewarnet stürztet Ihr hinein.
Vorlage S. 576
1112
Ihr wart mit Babington, dem Hochverräter,
Vorlage S. 576
1113
Und seinen Mordgesellen einverstanden,
Vorlage S. 576
1114
Ihr hattet Wissenschaft von allem, lenktet
Vorlage S. 576
1115
Aus Eurem Kerker planvoll die Verschwörung.
Vorlage S. 577
1116
MARIA.
Vorlage S. 577
1117
Wann hätt ich das getan? Man zeige mir
Vorlage S. 577
1118
Die Dokumente auf.
Vorlage S. 577
1119
BURLEIGH.
Vorlage S. 577
1120
Die hat man Euch
Vorlage S. 577
1121
Schon neulich vor Gerichte vorgewiesen.
Vorlage S. 577
1122
MARIA.
Vorlage S. 577
1123
Die Kopien, von fremder Hand geschrieben!
Vorlage S. 577
1124
Man bringe die Beweise mir herbei,
Vorlage S. 577
1125
Dass ich sie selbst diktiert, dass ich sie so
Vorlage S. 577
1126
Diktiert, gerade so, wie man gelesen.
Vorlage S. 577
1127
BURLEIGH.
Vorlage S. 577
1128
Dass es dieselben sind, die er empfangen,
Vorlage S. 577
1129
Hat Babington vor seinem Tod bekannt.
Vorlage S. 577
1130
MARIA.
Vorlage S. 577
1131
Und warum stellte man ihn mir nicht lebend
Vorlage S. 577
1132
Vor Augen? Warum eilte man so sehr,
Vorlage S. 577
1133
Ihn aus der Welt zu fördern, eh man ihn
Vorlage S. 577
1134
Mir, Stirne gegen Stirne, vorgeführt?
Vorlage S. 577
1135
BURLEIGH.
Vorlage S. 577
1136
Auch Eure Schreiber, Kurl und Nau, erhärten
Vorlage S. 577
1137
Mit einem Eid, dass es die Briefe seien,
Vorlage S. 577
1138
Die sie aus Eurem Munde niederschrieben.
Vorlage S. 577
1139
MARIA.
Vorlage S. 577
1140
Und auf das Zeugnis meiner Hausbedienten
Vorlage S. 577
1141
Verdammt man mich? Auf Treu und Glauben derer,
Vorlage S. 577
1142
Die mich verraten, ihre Königin,
Vorlage S. 577
1143
Die in demselben Augenblick die Treu
Vorlage S. 577
1144
Mir brachen, da sie gegen mich gezeugt?
Vorlage S. 577
1145
BURLEIGH.
Vorlage S. 577
1146
Ihr selbst erklärtet sonst den Schotten Kurl
Vorlage S. 577
1147
Für einen Mann von Tugend und Gewissen.
Vorlage S. 577
1148
MARIA.
Vorlage S. 577
1149
So kannt ich ihn – doch eines Mannes Tugend
Vorlage S. 577
1150
Erprobt allein die Stunde der Gefahr.
Vorlage S. 577
1151
Die Folter konnt ihn ängstigen, dass er
Vorlage S. 577
1152
Aussagte und gestand, was er nicht wusste!
Vorlage S. 577
1153
Durch falsches Zeugnis glaubt' er sich zu retten,
Vorlage S. 577
1154
Und mir, der Königin, nicht viel zu schaden.
Vorlage S. 577
1155
BURLEIGH.
Vorlage S. 577
1156
Mit einem freien Eid hat ers beschworen.
Vorlage S. 577
1157
MARIA.
Vorlage S. 577
1158
Vor meinem Angesichte nicht! – Wie, Sir?
Vorlage S. 577
1159
Das sind zwei Zeugen, die noch beide leben!
Vorlage S. 577
1160
Man stelle sie mir gegenüber, lasse sie
Vorlage S. 577
1161
Ihr Zeugnis mir ins Antlitz wiederholen!
Vorlage S. 578
1162
Warum mir eine Gunst, ein Recht verweigern,
Vorlage S. 578
1163
Das man dem Mörder nicht versagt? Ich weiß
Vorlage S. 578
1164
Aus Talbots Munde, meines vorgen Hüters,
Vorlage S. 578
1165
Dass unter dieser nämlichen Regierung
Vorlage S. 578
1166
Ein Reichsschluß durchgegangen, der befiehlt,
Vorlage S. 578
1167
Den Kläger dem Beklagten vorzustellen.
Vorlage S. 578
1168
Wie? Oder hab ich falsch gehört? – Sir Paulet!
Vorlage S. 578
1169
Ich hab Euch stets als Biedermann erfunden,
Vorlage S. 578
1170
Beweist es jetzo. Sagt mir auf Gewissen,
Vorlage S. 578
1171
Ists nicht so? Gibts kein solch Gesetz in England?
Vorlage S. 578
1172
PAULET.
Vorlage S. 578
1173
So ists, Mylady. Das ist bei uns Rechtens.
Vorlage S. 578
1174
Was wahr ist, muss ich sagen.
Vorlage S. 578
1175
MARIA.
Vorlage S. 578
1176
Nun, Mylord!
Vorlage S. 578
1177
Wenn man mich denn so streng nach englischem Recht
Vorlage S. 578
1178
Behandelt, wo dies Recht mich unterdrückt,
Vorlage S. 578
1179
Warum dasselbe Landesrecht umgehen,
Vorlage S. 578
1180
Wenn es mir Wohltat werden kann? – Antwortet!
Vorlage S. 578
1181
Warum ward Babington mir nicht vor Augen
Vorlage S. 578
1182
Gestellt, wie das Gesetz befiehlt? Warum
Vorlage S. 578
1183
Nicht meine Schreiber, die noch beide leben?
Vorlage S. 578
1184
BURLEIGH.
Vorlage S. 578
1185
Ereifert Euch nicht, Lady. Euer Einverständnis
Vorlage S. 578
1186
Mit Babington ists nicht allein
Vorlage S. 578
1187
MARIA.
Vorlage S. 578
1188
Es ists
Vorlage S. 578
1189
Allein, was mich dem Schwerte des Gesetzes
Vorlage S. 578
1190
Bloßstellt, wovon ich mich zu reingen habe.
Vorlage S. 578
1191
Mylord! Bleibt bei der Sache. Beugt nicht aus.
Vorlage S. 578
1192
BURLEIGH.
Vorlage S. 578
1193
Es ist bewiesen, dass Ihr mit Mendoza,
Vorlage S. 578
1194
Dem spanischen Botschafter, unterhandelt –
Vorlage S. 578
1195
MARIA
Vorlage S. 578
1196
lebhaft.
Vorlage S. 578
1197
Bleibt bei der Sache, Lord!
Vorlage S. 578
1198
BURLEIGH.
Vorlage S. 578
1199
Dass Ihr Anschläge
Vorlage S. 578
1200
Geschmiedet, die Religion des Landes
Vorlage S. 578
1201
Zu stürzen, alle Könige Europens
Vorlage S. 578
1202
Zum Krieg mit England aufgeregt –
Vorlage S. 578
1203
MARIA.
Vorlage S. 578
1204
Und wenn ichs
Vorlage S. 578
1205
Getan? Ich hab es nicht getan – Jedoch
Vorlage S. 578
1206
Gesetzt, ich tats! – Mylord, man hält mich hier
Vorlage S. 578
1207
Gefangen wider alle Völkerrechte.
Vorlage S. 579
1208
Nicht mit dem Schwerte kam ich in dies Land,
Vorlage S. 579
1209
Ich kam herein, als eine Bittende,
Vorlage S. 579
1210
Das heilge Gastrecht fodernd, in den Arm
Vorlage S. 579
1211
Der blutsverwandten Königin mich werfend –
Vorlage S. 579
1212
Und so ergriff mich die Gewalt, bereitete
Vorlage S. 579
1213
Mir Ketten, wo ich Schutz gehofft – Sagt an!
Vorlage S. 579
1214
Ist mein Gewissen gegen diesen Staat
Vorlage S. 579
1215
Gebunden? Hab ich Pflichten gegen England?
Vorlage S. 579
1216
Ein heilig Zwangsrecht üb ich aus, da ich
Vorlage S. 579
1217
Aus diesen Banden strebe, Macht mit Macht
Vorlage S. 579
1218
Abwende, alle Staaten dieses Weltteils
Vorlage S. 579
1219
Zu meinem Schutz aufrühre und bewege.
Vorlage S. 579
1220
Was irgend nur in einem guten Krieg
Vorlage S. 579
1221
Recht ist und ritterlich, das darf ich üben.
Vorlage S. 579
1222
Den Mord allein, die heimlich blutge Tat,
Vorlage S. 579
1223
Verbietet mir mein Stolz und mein Gewissen,
Vorlage S. 579
1224
Mord würde mich beflecken und entehren.
Vorlage S. 579
1225
Entehren sag ich – keinesweges mich
Vorlage S. 579
1226
Verdammen, einem Rechtsspruch unterwerfen.
Vorlage S. 579
1227
Denn nicht vom Rechte, von Gewalt allein
Vorlage S. 579
1228
Ist zwischen mir und Engelland die Rede.
Vorlage S. 579
1229
BURLEIGH
Vorlage S. 579
1230
bedeutend.
Vorlage S. 579
1231
Nicht auf der Stärke schrecklich Recht beruft Euch,
Vorlage S. 579
1232
Mylady! Es ist der Gefangenen nicht günstig.
Vorlage S. 579
1233
MARIA.
Vorlage S. 579
1234
Ich bin die Schwache, sie die Mächtige – Wohl!
Vorlage S. 579
1235
Sie brauche die Gewalt, sie töte mich,
Vorlage S. 579
1236
Sie bringe ihrer Sicherheit das Opfer.
Vorlage S. 579
1237
Doch sie gestehe dann, dass sie die Macht
Vorlage S. 579
1238
Allein, nicht die Gerechtigkeit geübt.
Vorlage S. 579
1239
Nicht vom Gesetze borge sie das Schwert,
Vorlage S. 579
1240
Sich der verhaßten Feindin zu entladen,
Vorlage S. 579
1241
Und kleide nicht in heiliges Gewand
Vorlage S. 579
1242
Der rohen Stärke blutiges Erkühnen.
Vorlage S. 579
1243
Solch Gaukelspiel betrüge nicht die Welt!
Vorlage S. 579
1244
Ermorden lassen kann sie mich, nicht richten!
Vorlage S. 579
1245
Sie geb es auf, mit des Verbrechens Früchten
Vorlage S. 580
1246
Den heilgen Schein der Tugend zu vereinen,
Vorlage S. 580
1247
Und was sie ist, das wage sie zu scheinen!
Vorlage S. 580
1248
Sie geht ab.
Vorlage S. 580
1249
Achter Auftritt
Vorlage S. 580
1250
Burleigh. Paulet.
Vorlage S. 580
1251
BURLEIGH.
Vorlage S. 580
1252
Sie trotzt uns – wird uns trotzen, Ritter Paulet,
Vorlage S. 580
1253
Bis an die Stufen des Schafotts – Dies stolze Herz
Vorlage S. 580
1254
Ist nicht zu brechen – Überraschte sie
Vorlage S. 580
1255
Der Urtelspruch? Saht Ihr sie eine Träne
Vorlage S. 580
1256
Vergießen? Ihre Farbe nur verändern?
Vorlage S. 580
1257
Nicht unser Mitleid ruft sie an. Wohl kennt sie
Vorlage S. 580
1258
Den Zweifelmut der Königin von England,
Vorlage S. 580
1259
Und unsre Furcht ists, was sie mutig macht.
Vorlage S. 580
1260
PAULET.
Vorlage S. 580
1261
Lord Großschatzmeister! Dieser eitle Trotz wird schnell
Vorlage S. 580
1262
Verschwinden, wenn man ihm den Vorwand raubt.
Vorlage S. 580
1263
Es sind Unziemlichkeiten vorgegangen
Vorlage S. 580
1264
In diesem Rechtstreit, wenn ichs sagen darf.
Vorlage S. 580
1265
Man hätte diesen Babington und Tichburn
Vorlage S. 580
1266
Ihr in Person vorführen, ihre Schreiber
Vorlage S. 580
1267
Ihr gegenüberstellen sollen.
Vorlage S. 580
1268
BURLEIGH
Vorlage S. 580
1269
schnell.
Vorlage S. 580
1270
Nein!
Vorlage S. 580
1271
Nein, Ritter Paulet! Das war nicht zu wagen.
Vorlage S. 580
1272
Zu groß ist ihre Macht auf die Gemüter
Vorlage S. 580
1273
Und ihrer Tränen weibliche Gewalt.
Vorlage S. 580
1274
Ihr Schreiber Kurl, ständ er ihr gegenüber,
Vorlage S. 580
1275
Käm es dazu, das Wort nun auszusprechen,
Vorlage S. 580
1276
An dem ihr Leben hängt – er würde zaghaft
Vorlage S. 580
1277
Zurückziehn, sein Geständnis widerrufen –
Vorlage S. 580
1278
PAULET.
Vorlage S. 580
1279
So werden Englands Feinde alle Welt
Vorlage S. 580
1280
Erfüllen mit gehässigen Gerüchten,
Vorlage S. 580
1281
Und des Prozesses festliches Gepräng
Vorlage S. 580
1282
Wird als ein kühner Frevel nur erscheinen.
Vorlage S. 580
1283
BURLEIGH.
Vorlage S. 581
1284
Dies ist der Kummer unsrer Königin –
Vorlage S. 581
1285
Dass diese Stifterin des Unheils doch
Vorlage S. 581
1286
Gestorben wäre, ehe sie den Fuß
Vorlage S. 581
1287
Auf Englands Boden setzte!
Vorlage S. 581
1288
PAULET.
Vorlage S. 581
1289
Dazu sag ich Amen.
Vorlage S. 581
1290
BURLEIGH.
Vorlage S. 581
1291
Dass Krankheit sie im Kerker aufgerieben!
Vorlage S. 581
1292
PAULET.
Vorlage S. 581
1293
Viel Unglück hätt es diesem Land erspart.
Vorlage S. 581
1294
BURLEIGH.
Vorlage S. 581
1295
Doch hätt auch gleich ein Zufall der Natur
Vorlage S. 581
1296
Sie hingerafft – Wir hießen doch die Mörder.
Vorlage S. 581
1297
PAULET.
Vorlage S. 581
1298
Wohl wahr. Man kann den Menschen nicht verwehren,
Vorlage S. 581
1299
Zu denken, was sie wollen.
Vorlage S. 581
1300
BURLEIGH.
Vorlage S. 581
1301
Zu beweisen wärs
Vorlage S. 581
1302
Doch nicht, und würde weniger Geräusch erregen –
Vorlage S. 581
1303
PAULET.
Vorlage S. 581
1304
Mag es Geräusch erregen! Nicht der laute,
Vorlage S. 581
1305
Nur der gerechte Tadel kann verletzen.
Vorlage S. 581
1306
BURLEIGH.
Vorlage S. 581
1307
O! auch die heilige Gerechtigkeit
Vorlage S. 581
1308
Entflieht dem Tadel nicht. Die Meinung hält es
Vorlage S. 581
1309
Mit dem Unglücklichen, es wird der Neid
Vorlage S. 581
1310
Stets den obsiegend Glücklichen verfolgen.
Vorlage S. 581
1311
Das Richterschwert, womit der Mann sich ziert,
Vorlage S. 581
1312
Verhaßt ists in der Frauen Hand. Die Welt
Vorlage S. 581
1313
Glaubt nicht an die Gerechtigkeit des Weibes,
Vorlage S. 581
1314
Sobald ein Weib das Opfer wird. Umsonst,
Vorlage S. 581
1315
Dass wir, die Richter, nach Gewissen sprachen!
Vorlage S. 581
1316
Sie hat der Gnade königliches Recht.
Vorlage S. 581
1317
Sie muss es brauchen, unerträglich ists,
Vorlage S. 581
1318
Wenn sie den strengen Lauf lässt dem Gesetze!
Vorlage S. 581
1319
PAULET.
Vorlage S. 581
1320
Und also –
Vorlage S. 581
1321
BURLEIGH
Vorlage S. 581
1322
rasch einfallend.
Vorlage S. 581
1323
Also soll sie leben? Nein!
Vorlage S. 581
1324
Sie darf nicht leben! Nimmermehr! Dies, eben
Vorlage S. 581
1325
Dies ists, was unsre Königin beängstigt –
Vorlage S. 581
1326
Warum der Schlaf ihr Lager flieht – Ich lese
Vorlage S. 581
1327
In ihren Augen ihrer Seele Kampf,
Vorlage S. 581
1328
Ihr Mund wagt ihre Wünsche nicht zu sprechen,
Vorlage S. 581
1329
Doch vielbedeutend fragt ihr stummer Blick:
Vorlage S. 581
1330
Ist unter allen meinen Dienern keiner,
Vorlage S. 581
1331
Der die verhaßte Wahl mir spart, in ewger Furcht
Vorlage S. 582
1332
Auf meinem Thron zu zittern, oder grausam
Vorlage S. 582
1333
Die Königin, die eigne Blutsverwandte
Vorlage S. 582
1334
Dem Beil zu unterwerfen?
Vorlage S. 582
1335
PAULET.
Vorlage S. 582
1336
Das ist nun die Notwendigkeit, steht nicht zu ändern.
Vorlage S. 582
1337
BURLEIGH.
Vorlage S. 582
1338
Wohl stünds zu ändern, meint die Königin,
Vorlage S. 582
1339
Wenn sie nur aufmerksamre Diener hätte.
Vorlage S. 582
1340
PAULET.
Vorlage S. 582
1341
Aufmerksame!
Vorlage S. 582
1342
BURLEIGH.
Vorlage S. 582
1343
Die einen stummen Auftrag
Vorlage S. 582
1344
Zu deuten wissen.
Vorlage S. 582
1345
PAULET.
Vorlage S. 582
1346
Einen stummen Auftrag!
Vorlage S. 582
1347
BURLEIGH.
Vorlage S. 582
1348
Die, wenn man ihnen eine giftge Schlange
Vorlage S. 582
1349
Zu hüten gab, den anvertrauten Feind
Vorlage S. 582
1350
Nicht wie ein heilig teures Kleinod hüten.
Vorlage S. 582
1351
PAULET
Vorlage S. 582
1352
bedeutungsvoll.
Vorlage S. 582
1353
Ein hohes Kleinod ist der gute Name,
Vorlage S. 582
1354
Der unbescholtne Ruf der Königin,
Vorlage S. 582
1355
Den kann man nicht zu wohl bewachen, Sir!
Vorlage S. 582
1356
BURLEIGH.
Vorlage S. 582
1357
Als man die Lady von dem Shrewsbury
Vorlage S. 582
1358
Wegnahm und Ritter Paulets Hut vertraute,
Vorlage S. 582
1359
Da war die Meinung –
Vorlage S. 582
1360
PAULET.
Vorlage S. 582
1361
Ich will hoffen, Sir,
Vorlage S. 582
1362
Die Meinung war, dass man den schwersten Auftrag
Vorlage S. 582
1363
Den reinsten Händen übergeben wollte.
Vorlage S. 582
1364
Bei Gott! Ich hätte dieses Schergenamt
Vorlage S. 582
1365
Nicht übernommen, dächt ich nicht, dass es
Vorlage S. 582
1366
Den besten Mann in England foderte.
Vorlage S. 582
1367
Lasst mich nicht denken, dass ichs etwas anderm
Vorlage S. 582
1368
Als meinem reinen Rufe schuldig bin.
Vorlage S. 582
1369
BURLEIGH.
Vorlage S. 582
1370
Man breitet aus, sie schwinde, lässt sie kränker
Vorlage S. 582
1371
Und kränker werden, endlich still verscheiden,
Vorlage S. 582
1372
So stirbt sie in der Menschen Angedenken –
Vorlage S. 582
1373
Und Euer Ruf bleibt rein.
Vorlage S. 582
1374
PAULET.
Vorlage S. 582
1375
Nicht mein Gewissen.
Vorlage S. 582
1376
BURLEIGH.
Vorlage S. 582
1377
Wenn Ihr die eigne Hand nicht leihen wollt,
Vorlage S. 582
1378
So werdet ihr der fremden doch nicht wehren –
Vorlage S. 582
1379
PAULET
Vorlage S. 583
1380
unterbricht ihn.
Vorlage S. 583
1381
Kein Mörder soll sich ihrer Schwelle nahn,
Vorlage S. 583
1382
Solang die Götter meines Dachs sie schützen.
Vorlage S. 583
1383
Ihr Leben ist mir heilig, heilger nicht
Vorlage S. 583
1384
Ist mir das Haupt der Königin von England.
Vorlage S. 583
1385
Ihr seid die Richter! Richtet! Brecht den Stab!
Vorlage S. 583
1386
Und wenn es Zeit ist, lasst den Zimmerer
Vorlage S. 583
1387
Mit Axt und Säge kommen, das Gerüst
Vorlage S. 583
1388
Aufschlagen – für den Sheriff und den Henker
Vorlage S. 583
1389
Soll meines Schlosses Pforte offen sein.
Vorlage S. 583
1390
Jetzt ist sie zur Bewahrung mir vertraut,
Vorlage S. 583
1391
Und seid gewiss, ich werde sie bewahren,
Vorlage S. 583
1392
Dass sie nichts Böses tun soll, noch erfahren!
Vorlage S. 583
1393
Gehen ab.
Vorlage S. 583

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »Weil sie den Ränken Vertraut, den bösen Künsten der Verschwörung,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

4. Was bedeutet »Oheim« in diesem Ausschnitt? »Sie brachten mich zu Eurem edeln Oheim, Dem Kardinal von Guise – Welch ein Mann!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

5. Was bedeutet »Oheim« in diesem Ausschnitt? »Um diese Zeit kam mir die Kunde zu, Dass Ihr aus Talbots Schloß hinweggeführt, Und meinem Oheim übergeben worden – Des Himmels wundervolle Rettungshand Glaubt ich in dieser Fügung zu erkennen, Ein lauter Ruf des Schicksals war sie mir, Das meinen Arm gewählt, Euch zu befreien.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Verbrechern gleich, vor des Gerichtes Schranken« B: »Den edeln Schotten Morgan fand ich hier, Auch Euren treuen Leßley, den gelehrten Bischof von Roße, die auf Frankreichs Boden« C: »Ein Reichsschluß durchgegangen, der befiehlt,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

9. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Warum mir eine Gunst, ein Recht verweigern, Das man dem Mörder nicht versagt?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Die, wenn man ihnen eine giftge Schlange Zu hüten gab, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Hanna Kennedy, Amme der Königin von Schottland, in heftigem Streit mit Paulet, der im Begriff ist, einen Schrank zu öffnen. Drugeon Drury, sein Gehilfe, mit Brecheisen.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Ihr sprecht, als wüsstet Ihr bereits das Urteil.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Pöbel aufgegriffene Verworfne, Schamlose Zungendrescher, denen Recht Und Wahrheit feil ist, die sich zum Organ Der Unterdrückung willig dingen lassen? Sinds nicht die ersten Männer dieses Landes, Selbständig gnug, um wahrhaft sein zu […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗ Textstelle 17 ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Nicht eine Welt in Waffen fürchtet sie, Solang sie Frieden hat mit ihrem Volke.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] durch blutige Beleidigung Gereizt und durch des Mannes Übermut, Den Eure Liebe aus der Dunkelheit Wie eine Götterhand hervorgezogen, Den Ihr durch Euer Brautgemach zum Throne Geführt, mit Eurer blühenden Person Beglückt und Eurer […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗ Textstelle 17 ↗ Textstelle 18 ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Da Ihr die Tat geschehn ließt, wart Ihr nicht Ihr selbst, gehörtet Euch nicht selbst. Ergriffen Hatt Euch der Wahnsinn blinder […]« und »Ihr habt Euch dem Gericht Der Zweiundvierzig unterworfen, Lady«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Kein Mörder soll sich ihrer Schwelle nahn, Solang die Götter meines Dachs sie schützen. Ihr Leben ist mir heilig, heilger nicht Ist mir das Haupt der Königin von England. Ihr seid die Richter! Richtet! Brecht […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Hanna Kennedy, Amme der Königin von Schottland, in heftigem Streit mit Paulet, der im Begriff ist, einen […]« / »Kein Mörder soll sich ihrer Schwelle nahn, Solang die Götter meines Dachs sie schützen. Ihr Leben ist mir […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Vom obern Stock ward er herabgeworfen, Der Gärtner hat bestochen werden sollen Mit diesem Schmuck – Fluch über Weiberlist!«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Ihr wißts, vor zehen Tagen bin gelandet.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Dass sie nichts Böses tun soll, noch erfahren!«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Maria Stuart von Schiller, Friedrich ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Maria Stuart

Friedrich Schiller: Sämtliche Werke, Auf Grund der Originaldrucke herausgegeben von Gerhard Fricke und Herbert G. Göpfert in Verbindung mit Herbert Stubenrauch, Band 1–5, 3. Auflage, München: Hanser, 1962. Schiller, Friedrich 550- 1962 München

Das Werk Maria Stuart von Schiller, Friedrich ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.