Bronzeguss und Nachbearbeitung - Schmied


Bronzeguss und Nachbearbeitung - Schmied
Bronzeguss und Nachbearbeitung - Schmied
Einleitung
Der Bronzeguss verbindet Werkstoffkunde, Formtechnik, Schmelztechnik, Gestaltung und präzise Oberflächenbearbeitung. Für Dich als Auszubildende oder Auszubildenden im Schmiede- und Metallhandwerk ist das Verfahren besonders interessant, weil es die spanlose Formgebung durch Gießen mit handwerklichen Techniken wie Sägen, Feilen, Schleifen, Bürsten, Ziselieren und Patinieren verbindet. Anders als beim Schmieden entsteht die Grundform nicht durch plastische Umformung eines festen Werkstücks, sondern durch das Erstarren einer Metallschmelze in einer Form.
Im Kunstguss wird häufig das Wachsausschmelzverfahren eingesetzt. Dabei wird ein Wachsmodell mit einem Gießsystem versehen, in feuerfesten Formstoff eingebettet, ausgeschmolzen und anschließend durch Bronze ersetzt. Modell und Form gehen dabei verloren. Fachlich genauer spricht man deshalb von einem Verfahren mit verlorenem Modell und meist auch mit verlorener Form. Die nach dem Guss sichtbare Rohform ist noch kein fertiges Werkstück: Erst die fachgerechte Nachbearbeitung stellt Maßhaltigkeit, Oberflächenwirkung, sichere Kanten, konstruktive Funktion und die gewünschte Gestaltung her.

Dieser Lernkurs richtet sich an die berufliche Ausbildung, besonders an Lernende aus den Bereichen Metallgestaltung, Schmiedetechnik sowie Metall- und Glockenguss. Praktische Gießarbeiten dürfen nur in einer dafür eingerichteten Werkstatt, nach Unterweisung und unter Aufsicht fachkundiger Personen durchgeführt werden.
Lernziele
Nach der Bearbeitung des aiMOOCs kannst Du den Aufbau eines Bronzegussprozesses fachsprachlich beschreiben, Bronze von anderen Kupferlegierungen unterscheiden, ein einfaches Gießsystem beurteilen, typische Gussfehler ihren Ursachen zuordnen und geeignete Nachbearbeitungsverfahren auswählen. Außerdem kannst Du Gefährdungen beim Schmelzen, Gießen, Putzen, Schleifen und Patinieren erkennen und Schutzmaßnahmen aus einer Gefährdungsbeurteilung ableiten.
Werkstoff Bronze
Bronze ist ein Sammelbegriff für Kupferlegierungen, die nicht wegen eines überwiegenden Zinkanteils dem Messing zugeordnet werden. Im kunsthandwerklichen Zusammenhang ist meist eine Zinnbronze gemeint, also eine Legierung aus Kupfer und Zinn. Typische Kupfer-Zinn-Gusslegierungen enthalten häufig etwa neun bis zwölf Prozent Zinn; die konkrete Legierung wird jedoch immer nach Zeichnung, Norm, Verwendungszweck, Gießbarkeit, Festigkeit, Farbe, Schweißbarkeit und gewünschter Patina ausgewählt.[1]
Mit steigendem Zinngehalt nehmen bei vielen Kupfer-Zinn-Legierungen Härte und Festigkeit zu, während die Verformbarkeit abnimmt. Zusätzliche Legierungselemente können Gießverhalten, Zerspanbarkeit, Korrosionsbeständigkeit oder Farbe beeinflussen. Deshalb dürfen unbekannte Bronze- und Messingschrotte nicht wahllos gemeinsam eingeschmolzen werden. Eine falsche oder verunreinigte Legierungszusammensetzung kann zu fehlerhaften Eigenschaften, unerwünschter Farbe, schlechter Reparaturschweißbarkeit und Ausschuss führen.
Für die Werkstattpraxis gilt: Werkstoffbezeichnung, Chargenzuordnung und Rücklaufmaterial müssen nachvollziehbar dokumentiert werden. Sauber getrennte Gießläufe und Anschnitte können je nach betrieblicher Vorgabe als Rücklauf wiederverwendet werden.
Das Wachsausschmelzverfahren

Das Wachsausschmelzverfahren eignet sich für komplexe, detailreiche Formen und wird im Kunstguss sowie als Feinguss eingesetzt. Der genaue Ablauf hängt von Werkstückgröße, Legierung, Formstoff und betrieblichem Verfahren ab. Ein typischer Arbeitsablauf umfasst:
- Entwurf und Urmodell: Maße, Form, Oberflächenstruktur, Wandstärken, Teilungen und spätere Bearbeitungszugaben werden festgelegt.
- Negativform und Wachsmodell: Aus einer elastischen oder festen Negativform entsteht ein maßgerechtes Wachspositiv. Hohlmodelle müssen eine gleichmäßige, gießgerechte Wandstärke besitzen.
- Gießsystem: Einguss, Gießläufe, Anschnitte, Speiser und Entlüftungen werden so angeordnet, dass die Form ruhig und vollständig gefüllt werden kann und die Erstarrung kontrolliert verläuft.
- Einformen: Das Wachsmodell wird im Blockverfahren eingebettet oder schrittweise mit einer keramischen Schale umhüllt.
- Ausschmelzen und Brennen: Das Wachs wird entfernt. Die Form wird nach dem betrieblichen Prozess vollständig getrocknet und gebrannt.
- Schmelzen und Gießen: Die festgelegte Bronzelegierung wird erschmolzen, behandelt und mit geeigneter Gießtemperatur in die vorbereitete Form vergossen.
- Erstarren und Abkühlen: Das Gussteil bleibt bis zur sicheren Entformtemperatur in der Form. Zu frühes Bewegen kann Risse oder Verzug verursachen.
- Ausformen und Putzen: Formstoff, Gießsystem und Anhaftungen werden entfernt. Danach folgen Prüfung, Reparatur und Oberflächenbearbeitung.

Wachsmodell und Gießsystem
Das Wachsmodell bildet nicht nur die sichtbare Gestalt ab. Es muss auch Schwindung, Bearbeitungszugaben, mögliche Fügestellen und die spätere Oberflächenbearbeitung berücksichtigen. Dünne, lange oder stark wechselnde Querschnitte erschweren die Formfüllung. Scharfe Übergänge können Kerbwirkungen und ungünstige Erstarrungsbedingungen verursachen.
Das Gießsystem leitet die Schmelze in den Formhohlraum. Der Anschnitt verbindet den Gießlauf mit dem Werkstück. Speiser stellen während der Erstarrung flüssiges Metall für schwindende Bereiche bereit. Entlüftungen unterstützen das Abführen von Luft und Gasen. Ihre Anordnung ist keine reine Formsache: Sie beeinflusst Strömung, Oxidbildung, Formfüllung und Lunkerbildung.
Formherstellung und Trocknung
Formstoffe müssen ausreichend feuerfest, formstabil, gasdurchlässig und nach dem Guss wieder entfernbar sein. Beim keramischen Schalenformverfahren entsteht durch wiederholtes Tauchen, Besanden und Trocknen eine mehrlagige Schale. Beim Blockverfahren wird das Modell vollständig in eine Einbettmasse eingebettet.
Restfeuchte ist beim Metallguss eine extreme Gefahr. Trifft flüssiges Metall auf Wasser, kann sich schlagartig Dampf bilden und Metallschmelze herausschleudern. Deshalb müssen Formen, Tiegelwerkzeuge, Gießlöffel und Zuschläge entsprechend der Betriebsanweisung trocken und geeignet vorbereitet sein. Eigenmächtige Änderungen an Trocknungs- oder Brennprogrammen sind unzulässig.
Schmelzen, Gießen und Erstarren
Beim Schmelzen werden Legierung, Einsatzmenge, Ofen, Tiegelzustand, Temperaturführung und Schmelzebehandlung kontrolliert. Oxidische Rückstände an der Oberfläche werden fachgerecht als Krätze oder Schlacke behandelt. Je nach Legierung und Betriebsverfahren können Desoxidation, Abdeckung oder weitere Schmelzebehandlungen erforderlich sein. Diese Maßnahmen werden nicht nach Gefühl, sondern nach Werkstoffvorgabe und betrieblicher Anweisung durchgeführt.
Der Gießvorgang muss vorbereitet, abgesprochen und ohne Unterbrechung ausgeführt werden. Gießweg, Standorte, Kommunikationszeichen und Notfallmaßnahmen stehen vorher fest. Während der Erstarrung schrumpft das Metall. Eine ungünstige Speisung oder starke Querschnittswechsel können deshalb Lunker begünstigen.
Ausformen und Nachbearbeitung
Nach ausreichender Abkühlung wird die verlorene Form entfernt. Dieser Arbeitsschritt heißt Ausformen oder Ausschlagen. Anschließend wird das Gussteil geputzt: Formstoffreste, keramische Schalen, Oxide und anhaftende Rückstände werden beseitigt. Staubarme Verfahren und wirksame Absaugung sind besonders wichtig, weil beim Ausformen, Strahlen und Schleifen quarz- oder metallhaltige Stäube entstehen können.[2]
Abtrennen, Entgraten und Richten
Gießläufe, Anschnitte, Speiser und Entlüftungen werden mit geeigneten Säge-, Trenn- oder Zerspanverfahren entfernt. Das Werkstück muss sicher gespannt oder abgestützt sein. Beim Entgraten werden scharfe Kanten, Formteilungsgrate und Bearbeitungsreste beseitigt, ohne Konturen oder Wandstärken unzulässig zu verändern.
Ein verzogenes Gussteil darf nur gerichtet werden, wenn Werkstoffzustand, Geometrie und betriebliche Vorgabe dies zulassen. Unkontrolliertes Kalt- oder Warmrichten kann neue Risse erzeugen oder vorhandene Risse vergrößern.
Ziselieren und Oberflächenangleichung
In der Kunstgießerei bezeichnet Nachziselieren das Wiederherstellen oder Angleichen der modellierten Oberfläche nach dem Guss. Gussnähte, Anschnittstellen, kleine Fehlstellen und Fügezonen werden mit Punzen, Meißeln, Feilen, Fräsern, Schleifmitteln und Bürsten so bearbeitet, dass sie sich in die ursprüngliche Struktur einfügen. Klassisches Ziselieren ist eine spanlose Metallbearbeitung mit Hammer und Punzen; in der Werkstattpraxis werden ziselierende, spanende und schleifende Verfahren oft kombiniert.
Die Bearbeitungsrichtung folgt der Form. Bei einer lebendigen Modellierstruktur wäre eine großflächig glattgeschliffene Reparatur ebenso fehlerhaft wie eine grobe Riefenstruktur auf einer polierten Fläche. Gute Nachbearbeitung bleibt technisch sicher, maßhaltig und optisch unauffällig.
Fügen und Reparieren
Große Kunstgüsse werden häufig in mehreren Teilen gegossen und anschließend gefügt. Je nach Legierung, Konstruktion und Anforderung kommen geeignete Schweiß-, Löt- oder mechanische Fügeverfahren infrage. Vor einer Reparatur werden Gussfehler vollständig freigelegt, Werkstoff und Schadensursache bestimmt und die Reparaturfolge geplant. Eine oberflächlich verschlossene Pore ist keine fachgerechte Reparatur, wenn darunter weiterhin ein Hohlraum oder Riss liegt.
Nach dem Fügen werden Nähte verschliffen und ziseliert. Wärmeverzug, Farbabweichungen, unterschiedliche Härte und das Verhalten beim Patinieren müssen bereits bei der Verfahrenswahl berücksichtigt werden.
Schleifen, Bürsten und Polieren
Die Oberflächenbearbeitung erfolgt stufenweise. Grobe Schleifmittel entfernen Material schnell, können aber tiefe Riefen und Kantenverrundungen erzeugen. Feinere Körnungen gleichen die vorhergehenden Schleifspuren aus. Bürsten erzeugt je nach Werkzeug eine matte, gerichtete oder verdichtete Struktur. Polieren reduziert die Rauheit und steigert den Glanz.
Jeder Arbeitsschritt muss zur Zieloberfläche passen. Ein Sprung von sehr grober zu sehr feiner Körnung spart meist keine Zeit, weil tiefe Riefen sichtbar bleiben. Kanten, Signaturen, Ziselierungen und Passflächen benötigen besonderen Schutz.
Patinieren und Oberflächenschutz
Eine Patina ist eine farblich und chemisch veränderte Oberflächenschicht. Sie kann natürlich durch Alterung entstehen oder künstlich mit Wärme und geeigneten Patiniermitteln erzeugt werden. Farbton und Gleichmäßigkeit hängen von Legierung, Oberflächenzustand, Entfettung, Temperatur, Konzentration, Auftragsart und Einwirkzeit ab.
Vor dem Patinieren muss die Oberfläche sauber, fettfrei und gleichmäßig vorbereitet sein. Nach der Reaktion werden Rückstände entsprechend dem Verfahren entfernt oder neutralisiert. Abschließend kann die Oberfläche mit Wachs oder einem geeigneten Lack geschützt werden. Patinieren ist kein Ersatz für das Beseitigen von Rissen, Poren, Schleifriefen oder ungleichmäßig ziselierten Bereichen.


Typische Gussfehler
Lunker sind durch Erstarrungsschwindung entstandene Hohlräume. Sie treten bevorzugt in massereichen, schlecht gespeisten Bereichen auf. Gasporen entstehen durch eingeschlossene oder ausgeschiedene Gase und zeigen sich häufig rundlich. Einschlüsse bestehen beispielsweise aus Oxiden, Schlacke oder Formstoff. Kaltlauf bezeichnet eine unvollständige metallische Verbindung zusammentreffender Schmelzfronten; Nichtauslaufen eine unvollständige Formfüllung. Weitere Fehler sind Warmrisse, Kaltrisse, Formversatz, Grate und Anbrennungen.
Eine Reparaturentscheidung berücksichtigt Lage, Größe, Beanspruchung, Wandstärke, Sichtbarkeit, Korrosionsverhalten und vertragliche Anforderungen. Nicht jeder Fehler ist reparierbar. Tragende oder sicherheitsrelevante Gussteile benötigen festgelegte Prüf- und Freigabeverfahren.
Qualitätskontrolle
Die Qualitätskontrolle beginnt nicht erst am fertigen Gussteil. Bereits Wachsmodell, Gießsystem, Form, Schmelze und Prozessdaten werden geprüft. Am Rohguss folgen Sichtprüfung, Maßprüfung und Oberflächenbeurteilung. Je nach Anforderung können Farbeindringprüfung, Röntgenprüfung, Ultraschallprüfung oder weitere zerstörungsfreie Prüfverfahren eingesetzt werden.
Für einen nachvollziehbaren Fertigungsnachweis dokumentierst Du Werkstoffcharge, Modellstand, Formverfahren, Gießdatum, Bearbeitungsschritte, Reparaturen, Prüfungen und Oberflächenbehandlung. Bei Serien oder Editionen werden Kennzeichnungen und Stücknummern ebenfalls festgehalten.
Arbeitssicherheit und Umweltschutz
Flüssige Bronze, heiße Formen, Strahlungswärme, scharfe Gussreste, rotierende Werkzeuge, Lärm, Staub und Patinierchemikalien erzeugen unterschiedliche Gefährdungen. Schutzmaßnahmen werden nach dem STOP-Prinzip ausgewählt: Substitution, technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen. Persönliche Schutzausrüstung ersetzt keine sichere Anlage, Absaugung oder Unterweisung.
- Gießbereich: Nur unterwiesene Personen halten sich im festgelegten Bereich auf. Fluchtwege und Kommunikationszeichen bleiben frei und eindeutig.
- Feuchtigkeit: Nasse Formen, Werkzeuge, Zuschläge oder Böden dürfen nicht mit Schmelze in Kontakt kommen.
- Hitzeschutz: Gesichts- und Augenschutz, geeignete hitzebeständige Kleidung, Handschutz und Sicherheitsschuhe richten sich nach der Gefährdungsbeurteilung.
- Staub und Schleifen: Absaugung, Maschinenschutz, sichere Spannung des Werkstücks sowie erforderlicher Augen-, Gehör- und Atemschutz werden verwendet.
- Chemikalien: Sicherheitsdatenblatt, Betriebsanweisung, Lüftung und geeigneter Chemikalienschutz sind verbindlich. Patiniermittel werden niemals eigenmächtig gemischt.
- Umwelt: Legierungsreste werden sortenrein gesammelt. Stäube, Strahlmittel und chemische Rückstände werden nach betrieblicher und rechtlicher Vorgabe entsorgt.
Die Ausbildung zum Metall- und Glockengießer beziehungsweise zur Metall- und Glockengießerin umfasst ausdrücklich Sicherheit, Gesundheitsschutz, Umweltschutz, Formtechnik, Schmelzen, Gießen und Nachbearbeiten.[3]
Fachbegriffe im Überblick
- Urmodell: Ausgangsmodell für die Herstellung einer Negativform oder eines Wachsmodells
- Wachsmodell: Verlorenes Positiv, das den späteren Formhohlraum erzeugt
- Anschnitt: Verbindung zwischen Gießlauf und Gussteil
- Speiser: Metallvorrat zum Ausgleich der Erstarrungsschwindung
- Ausformen: Entfernen des Gussteils aus der Form
- Putzen: Entfernen von Formstoff, Gießsystem, Graten und Anhaftungen
- Nachziselieren: Gestalterisches Angleichen bearbeiteter oder gefügter Oberflächen
- Patina: Natürlich oder künstlich erzeugte Reaktionsschicht auf der Metalloberfläche
Fachquellen
- Wikipedia: Bronzeguss
- Wikipedia: Wachsausschmelzverfahren
- Kupferverband: Kupfer-Zinn-Legierungen
- DGUV Regel 109-608: Branche Gießereien
- KMK-Rahmenlehrplan Metall- und Glockengießer
- Ausbildungsordnung Metall- und Glockengießer
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aussage beschreibt das Wachsausschmelzverfahren fachlich richtig? (Das Wachsmodell wird ausgeschmolzen und durch Metall ersetzt) (!Die Bronze wird nach dem Guss zu Wachs umgeformt) (!Die Form bleibt bei jedem Guss vollständig erhalten) (!Das Werkstück wird ausschließlich durch Schmieden erzeugt)
Welche Aufgabe hat ein Speiser? (Er gleicht die Erstarrungsschwindung mit flüssigem Metall aus) (!Er poliert die Oberfläche während des Gießens) (!Er ersetzt die Entlüftung vollständig) (!Er kühlt die Form möglichst schnell ab)
Warum müssen Gussformen vor dem Vergießen ausreichend trocken sein? (Feuchtigkeit kann schlagartig verdampfen und Schmelze herausschleudern) (!Feuchtigkeit erhöht immer die Härte der Bronze) (!Feuchtigkeit verhindert jede Oxidbildung) (!Feuchtigkeit ersetzt das Trennmittel)
Was bedeutet Putzen in der Gießereitechnik? (Formstoffreste, Gießsysteme, Grate und Anhaftungen entfernen) (!Die Werkstatt ausschließlich mit Wasser reinigen) (!Das Wachsmodell vor dem Einformen lackieren) (!Die Bronze im Tiegel chemisch analysieren)
Welcher Gussfehler entsteht typischerweise durch Erstarrungsschwindung? (Lunker) (!Polierglanz) (!Ziselierung) (!Patina)
Was ist ein Anschnitt? (Die Verbindung zwischen Gießlauf und Gussteil) (!Ein Werkzeug zum Polieren) (!Eine chemische Patinierlösung) (!Ein Prüfgerät für Härte)
Wozu dient das Nachziselieren? (Zur gestalterischen Angleichung bearbeiteter Oberflächen) (!Zum Ersetzen der gesamten Form) (!Zum Bestimmen der Legierungsmasse) (!Zum Trocknen einer keramischen Schale)
Welche Aussage zur Patina ist richtig? (Sie entsteht durch eine natürliche oder künstlich erzeugte Oberflächenreaktion) (!Sie ist immer ein tiefer Riss im Gussteil) (!Sie ersetzt jede mechanische Nachbearbeitung) (!Sie besteht ausschließlich aus Wachs)
Welche Maßnahme vermindert Staubbelastungen beim Schleifen besonders wirksam? (Eine geeignete Absaugung nahe der Entstehungsstelle) (!Das Werkstück stärker erhitzen) (!Die Schleifscheibe ohne Schutzhaube betreiben) (!Den Arbeitsbereich mit Druckluft abblasen)
Wie unterscheidet sich Gießen grundsätzlich vom Schmieden? (Beim Gießen erstarrt eine Schmelze in einer Form) (!Beim Gießen wird nur kaltes Blech gebogen) (!Beim Schmieden wird ausschließlich Wachs bearbeitet) (!Beide Verfahren sind vollständig identisch)
Memory
| Wachsmodell | Verlorenes Positiv für den Formhohlraum |
| Anschnitt | Verbindung vom Gießlauf zum Gussteil |
| Speiser | Metallvorrat gegen Schwindungshohlräume |
| Lunker | Hohlraum durch Erstarrungsschwindung |
| Putzen | Entfernen von Formstoff und Gießresten |
| Nachziselieren | Angleichen der modellierten Oberfläche |
| Patina | Reaktionsschicht mit gestalterischer Farbwirkung |
| Entlüftung | Abführung von Luft und Gasen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Arbeitsschritt |
|---|---|
| Wachsmodell | Gestalt des späteren Gussteils vorbereiten |
| Einformen | Verlorenes Modell mit feuerfestem Formstoff umgeben |
| Ausschmelzen | Wachs aus der Form entfernen |
| Ausformen | Erstarrtes Gussteil von Formstoff befreien |
| Patinieren | Metalloberfläche kontrolliert farblich verändern |
...
Kreuzworträtsel
| Wachsmodell | Wie heißt das verlorene Positiv beim Feinguss? |
| Anschnitt | Welche Verbindung führt vom Gießlauf direkt zum Gussteil? |
| Lunker | Wie heißt ein Hohlraum durch Erstarrungsschwindung? |
| Ziselieren | Welche Bearbeitung gleicht Details mit Punzen und weiteren Werkzeugen an? |
| Patina | Wie heißt die farbige Reaktionsschicht auf Bronze? |
| Speiser | Welcher Metallvorrat versorgt das Gussteil während der Erstarrung? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Fachwortkarte: Gestalte eine Karte mit den Begriffen Anschnitt, Speiser, Lunker und Patina sowie je einer Skizze.
- Prozessstreifen: Ordne Bildkarten vom Wachsmodell bis zur fertigen Oberfläche und begründe Deine Reihenfolge.
- Oberflächenvergleich: Fotografiere unter Aufsicht drei unterschiedliche Metalloberflächen und beschreibe Glanz, Rauheit und Bearbeitungsspuren.
- Sicherheitscheck: Erstelle aus einer vorgegebenen Betriebsanweisung eine Checkliste für einen sicheren Arbeitsplatz.
Standard
- Gießsystemanalyse: Markiere an einer Modellzeichnung Einguss, Gießlauf, Anschnitt, Speiser und Entlüftung und erläutere ihre Aufgaben.
- Fehlerdiagnose: Untersuche Fotos von Rohgüssen und entwickle zu jedem sichtbaren Fehler zwei mögliche Ursachen und eine Prüfmethode.
- Nachbearbeitungsplan: Plane für ein kleines Bronzeobjekt die Folge aus Abtrennen, Entgraten, Schleifen, Ziselieren und Oberflächenschutz.
- Werkstattinterview: Befrage eine Fachkraft zu Qualitätsmerkmalen eines gelungenen Kunstgusses und dokumentiere die Antworten als Audio oder Text.
Schwer
- Fertigungsauftrag: Entwickle für ein fiktives Relief einen vollständigen Arbeitsplan mit Prüfmerkmalen, Gefährdungen und Freigabepunkten.
- Reparaturentscheidung: Vergleiche drei Gussfehler und entscheide begründet zwischen Nacharbeit, Reparatur und Ausschuss.
- Patinakonzept: Entwirf eine Versuchsreihe für unterschiedliche Oberflächenvorbereitungen, ohne Chemikalien praktisch anzuwenden, und formuliere erwartete Ergebnisse.
- Lernvideo: Produziere in der Ausbildungswerkstatt ein kurzes Video zur Nachbearbeitung eines kalten Übungsstücks und erläutere Werkzeugwahl, Spannung und Arbeitsschutz.


Lernkontrolle
- Prozessbegründung: Erkläre, wie Formfüllung, Speisung und Erstarrung zusammenwirken und warum eine Änderung am Anschnitt einen Lunker an anderer Stelle beeinflussen kann.
- Materialentscheidung: Vergleiche Bronze und Messing für ein stark bewittertes Zierobjekt. Leite ab, welche Informationen vor der Werkstoffwahl noch benötigt werden.
- Fehlerkette: Entwickle eine Ursache-Wirkungs-Kette vom feuchten Formstoff bis zu möglichen Personen- und Sachschäden und ordne geeignete Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip.
- Oberflächenplanung: Entscheide für ein detailreiches Relief, welche Bereiche geschliffen, ziseliert, gebürstet oder poliert werden sollen, und begründe die Reihenfolge.
- Qualitätssicherung: Entwirf einen Prüfplan, der mindestens Modell, Rohguss, reparierte Bereiche und Endoberfläche umfasst.
- Transfer Schmieden und Gießen: Zeige an einem Werkstückentwurf, welche Formen besser gegossen und welche besser geschmiedet werden. Begründe Deine Kombination beider Verfahren.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Leistungen wichtig:
- Fachlich korrekte Beschreibung des Bronzegussprozesses
- Sichere Verwendung der Begriffe Wachsmodell, Anschnitt, Speiser, Ausformen, Putzen, Lunker, Nachziselieren und Patina
- Begründete Auswahl von Werkzeugen und Bearbeitungsfolgen
- Erkennen typischer Gussfehler und Ableiten möglicher Ursachen
- Berücksichtigung von Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und persönlicher Schutzausrüstung
- Dokumentation von Werkstoff, Prozess, Reparatur, Prüfung und Oberfläche
- Transfer zwischen Gießen, Schmieden, Fügen und Oberflächenbearbeitung
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