Bohren Senken Reiben und Gewinde – Bohrungen positionsgerecht vorbereiten
Bohren Senken Reiben und Gewinde – Bohrungen positionsgerecht vorbereiten
Zielgruppe: Ausbildung Metalltechnik / Fertigungstechnik
Kurzbeschreibung: Du bereitest Bohrungen so vor, dass ihre Lage aus dem Bezugssystem sicher in die Fertigung übertragen wird. Im Mittelpunkt stehen Bezugssystem, Zentrieren, Spannplan, Bohren, Senken, Reiben und Gewindebohren. Du arbeitest mit einem konkreten Ausbildungsfall, Ablaufanimationen, Werkzeugbildern und sicheren Fertigungssimulationen.
Sicherheitsgrenze: Praktische Werkstattarbeiten sind nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und mit zuständiger Aufsicht zulässig. Dieser Kurs erteilt keine Arbeitsfreigabe.

Einleitung
Eine genaue Bohrung ist nicht automatisch eine positionsgerechte Bohrung. Entscheidend ist die Kette:
Zeichnung → Bezugssystem → Spannplan → Zentrieren → Bohren → Senken / Reiben / Gewindebohren → Prüfen
Beim Reiben gilt besonders: Die Reibahle verbessert Maß und Oberfläche, sie kann einen zuvor entstandenen Lagefehler aber nicht einfach beseitigen. Deshalb beginnt die Qualität der Bohrung bereits beim Bezugssystem und beim Spannen.

Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du:
- Bezugssystem: Bohrungspositionen auf gemeinsame Bezugskanten zurückführen.
- Spannen: einen einfachen Spannplan mit Auflagen, Anschlägen und Spannrichtung erklären.
- Zentrieren: den Zweck von Körnung, NC-Anbohren oder Anzentrieren begründen.
- Bohren: Vorbohrungen passend zur Folgeoperation planen.
- Senken: Entgraten, Ansenken und Schraubensenkungen unterscheiden.
- Reiben: eine maßgenaue Bohrung als Folge von Vorbohren und Reiben planen.
- Gewindebohren: Kernloch, Anschnitt und Gewindewerkzeug aufeinander abstimmen.
- Arbeitssicherheit: erkennen, wann eine Fertigung nicht begonnen werden darf.
Ausbildungsfall: Grundplatte P-17
Du sollst den Fertigungsablauf für eine rechteckige Stahl-Grundplatte planen.
Werkstück: S235JR, 120 mm × 80 mm × 12 mm
Bezugssystem der Zeichnung:
- A: Unterseite als primäre Auflage im Spannplan.
- B: Längskante als Y-Bezug.
- C: linke Stirnkante als X-Bezug.
- Für die Lage der Bohrungen gilt X = 0 an C und Y = 0 an B.
Bohrungsmerkmale:
- B1 bei X25 / Y20: Durchgangsbohrung Ø10 H7; im Übungsfall Ø9,8 mm vorbohren und anschließend Ø10 H7 reiben.
- B2 bei X60 / Y20: Innengewinde M8 × 1,25; im Übungsfall Kernloch Ø6,8 mm, Bohrungseingang ansenken, danach Gewinde schneiden.
- B3 bei X95 / Y20: Durchgangsbohrung Ø6,6 mm mit 90°-Senkung nach Zeichnung.
Wichtig: Schnittdaten, Reibzugabe, Kernloch und Senkmaße werden in der betrieblichen Praxis immer mit Zeichnung, Werkzeughersteller, Werkstoff, Maschine und Arbeitsplan abgeglichen.
Arbeitsauftrag 1: Lage vor Werkzeug
Simulation: Noch läuft keine Maschine.
Ordne für B1, B2 und B3 zuerst die X-/Y-Positionen den Bezugskanten B und C zu. Zeichne anschließend einen kleinen Pfeil von jeder Bohrungsmitte zu den beiden Bezugskanten.
Hilfe 1: Suche nicht von Bohrung zu Bohrung, sondern immer zurück zu den festgelegten Bezügen.
Hilfe 2: X kommt im Ausbildungsfall von C, Y von B.
Hilfe 3: Alle drei Bohrungen liegen auf Y20. Nur der X-Wert ändert sich.
Begründetes Feedback: Wenn Du jede Bohrung direkt auf dieselben Bezugskanten zurückführst, vermeidest Du eine Maßkette, bei der sich einzelne Übertragungsfehler addieren können.
Lerneinheit 1: Bezugssystem und Spannplan
Positionsgerecht bedeutet: Die Bohrungsmitte liegt dort, wo sie nach Zeichnung liegen soll.
Ein Spannplan zeigt, wie das Werkstück wiederholbar anliegt und gegen Bewegung gesichert wird. Als Denkmodell eignet sich das 3-2-1-Prinzip: drei Auflagepunkte für die primäre Ebene, zwei Anlagepunkte an einer zweiten Bezugsfläche und ein weiterer Anschlag an einer dritten Bezugsfläche.

Spannplan P-17 – sichere Planungssimulation
| Element | Funktion im Ausbildungsfall | Kontrollfrage |
|---|---|---|
| Auflage A | Werkstück stabil auflegen | Liegt das Werkstück kippelfrei? |
| Längsanschlag B | Y-Bezug festlegen | Liegt die Bezugskante sauber an? |
| Endanschlag C | X-Bezug festlegen | Ist die Stirnkante eindeutig positioniert? |
| Spannkraft | Werkstück gegen Auflagen und Anschläge halten | Kann sich das Werkstück unter Bearbeitungskräften bewegen? |
| Werkzeugfreiraum | Bohren und Senken ohne Kollision ermöglichen | Trifft Werkzeug oder Bohrer auf Spannmittel? |
Arbeitsauftrag 2: Skizziere A, B und C auf einem Rechteck. Zeichne erst danach das Spannmittel ein.
Feedback: Ein Spannmittel hält das Werkstück fest; die Bezugselemente bestimmen die Lage. Wer zuerst spannt und erst danach über Bezüge nachdenkt, riskiert eine nicht reproduzierbare Position.
Lerneinheit 2: Zentrieren und Anbohren
Beim manuellen Anreißen kann eine Körnung den Bohreransatz führen. Auf geeigneten Maschinen kann ein kurzes, steifes Anbohrwerkzeug die Bohrungsmitte vorbereiten. Welche Methode verwendet wird, richtet sich nach Zeichnung, Maschine, Werkzeug und betrieblichem Arbeitsplan.

Ablaufanimation: Federkörner

Merksatz: Zentrieren ersetzt kein sauberes Bezugssystem. Eine Körnung an der falschen Stelle bleibt falsch.
Arbeitsauftrag 3: Fehlerbild erkennen
Simulation A: B2 wurde korrekt mit X60/Y20 aus dem Bezugssystem bestimmt, aber die Körnung liegt sichtbar daneben.
Deine Entscheidung: Darf einfach weitergebohrt werden?
Hilfe 1: Prüfe die Lage vor dem ersten Span.
Hilfe 2: Frage: Kann die Folgeoperation den Lagefehler sicher korrigieren?
Lösungshinweis: Nicht einfach weiterarbeiten. Abweichung bewerten und nach betrieblicher Regelung mit der zuständigen Fachkraft klären.
Begründetes Feedback: Früh erkannte Lagefehler sind wesentlich leichter zu beherrschen als Fehler, die erst nach Bohren, Reiben oder Gewindeschneiden auffallen.
Lerneinheit 3: Bohren
Beim Bohren entsteht die Vorbohrung oder die fertige Bohrung. Für Folgeoperationen muss der Bohrdurchmesser bewusst gewählt werden.

Für den Ausbildungsfall:
- B1: Ø9,8 mm als Vorbohrung für Ø10 H7 Reiben.
- B2: Ø6,8 mm als Übungs-Kernloch für M8 × 1,25 Schneidgewinde.
- B3: Ø6,6 mm als Durchgangsbohrung vor der 90°-Senkung.
Arbeitsauftrag 4: Erstelle eine Werkzeugliste, aber noch keine Drehzahlen. Trage für jede Bohrung nur Werkzeugart, Nenndurchmesser und Folgeoperation ein.
Feedback: Zuerst muss die Prozesskette stimmen. Schnittdaten werden anschließend werkzeug-, werkstoff- und maschinenbezogen festgelegt.
Lerneinheit 4: Senken
Beim Senken kann eine Bohrung entgratet, für einen Gewindeanschnitt vorbereitet oder für einen Schraubenkopf erweitert werden.


Unterscheide:
- leichtes Ansenken: Bohrungskante brechen oder Gewindeanschnitt vorbereiten.
- Kegelsenken: kegelige Form, im Ausbildungsfall B3 mit 90° nach Zeichnung.
- Plansenken / Zylindersenken: ebene Auflage oder zylindrische Vertiefung.
Arbeitsauftrag 5: Erkläre in zwei Sätzen, warum „Senken“ nicht automatisch „Senkschraube“ bedeutet.
Feedback: Senken beschreibt eine Gruppe von Nachbearbeitungen an Bohrungen. Das konkrete Ziel ergibt sich erst aus Zeichnung und Arbeitsauftrag.
Lerneinheit 5: Reiben
Reiben ist eine Feinbearbeitung vorgefertigter Bohrungen. Die Reibahle nimmt nur wenig Material ab und verbessert Maß- und Oberflächenqualität.

Ausbildungsfall B1: Ø9,8 mm vorbohren → gegebenenfalls nach Arbeitsplan ansenken → Ø10 H7 reiben → prüfen.
Zentraler Punkt: Die Reibahle folgt im Wesentlichen der vorhandenen Bohrung. Sie ist kein Werkzeug, um einen groben Positionsfehler zu „verschieben“.
Arbeitsauftrag 6: Reibsimulation
Vergleiche zwei virtuelle Teile:
Teil A: Vorbohrung Ø9,8 liegt positionsrichtig.
Teil B: Vorbohrung Ø9,8 liegt 1 mm neben der Sollposition.
Beide Teile werden mit Ø10 H7 gerieben.
Frage: Welches Teil kann durch das Reiben positionsgerecht werden?
Hilfe 1: Reiben verändert vor allem Durchmesser, Form und Oberfläche.
Hilfe 2: Denke an die vorhandene Bohrungsachse.
Begründetes Feedback: Teil A hat die richtige Prozessvoraussetzung. Bei Teil B kann die Reibahle den deutlichen Lagefehler nicht als normale Folgeoperation beseitigen.
Lerneinheit 6: Innengewinde
Für ein geschnittenes Innengewinde wird zuerst ein geeignetes Kernloch hergestellt. Für M8 × 1,25 liegt die im Ausbildungsfall verwendete Bohrung Ø6,8 mm innerhalb des von einem Werkzeughersteller angegebenen Bereichs für einen M8-Schneidgewindebohrer.


Prozesskette B2: Position bestimmen → zentrieren / anbohren → Kernloch bohren → Bohrungseingang ansenken → Gewinde herstellen → prüfen.
Hinweis: Gewindeschneiden und Gewindeformen sind unterschiedliche Verfahren. Beim Formen ist der erforderliche Kernlochdurchmesser größer und muss aus der passenden Herstellerangabe übernommen werden.
Arbeitsauftrag 7: Prozessentscheidung
Du findest im Werkzeugschrank einen M8-Gewindeformer statt eines M8-Schneidgewindebohrers.
Frage: Darfst Du deshalb unverändert mit Ø6,8 mm Kernloch weiterarbeiten?
Hilfe 1: Schneiden und Formen erzeugen das Gewinde unterschiedlich.
Hilfe 2: Vergleiche die Herstellerangaben für Kernlochdurchmesser.
Begründetes Feedback: Nein. Für Gewindeformer gelten andere Vorbohrdurchmesser. Das Werkzeug bestimmt mit, wie das Kernloch vorbereitet werden muss.
Lerneinheit 7: Sicherheit vor Start
Die folgenden Punkte sind keine Arbeitsfreigabe, sondern eine Lernkontrolle vor einer realen Tätigkeit.
| Prüffrage | Richtige Konsequenz |
|---|---|
| Unterweisung für Maschine und Tätigkeit vorhanden? | Wenn nein: nicht beginnen. |
| Gefährdungsbeurteilung und betriebliche Schutzmaßnahmen bekannt? | Wenn nein: zuständige Fachkraft fragen. |
| Werkstück sicher gespannt und gegen Verdrehen gesichert? | Wenn nein: nicht bohren. |
| Kleidung eng anliegend, Schmuck abgelegt, lange Haare gesichert? | Wenn nein: Zustand korrigieren. |
| Handschuhe in der Nähe rotierender Bohrspindeln? | Nicht zulässig. |
| Augenschutz erforderlich? | Nach Gefährdungsbeurteilung; bei kurzbrechenden Spänen nennt die DGUV Schutzbrillen ausdrücklich. |
| Späne entfernen? | Nur bei Stillstand mit geeignetem Hilfsmittel wie Handfeger oder Spänehaken. |
Arbeitsauftrag 8: Formuliere aus der Tabelle drei Stop-Kriterien, bei denen Du die Arbeit nicht beginnst oder unterbrichst.
Feedback: Fachgerechte Fertigung beginnt mit der Entscheidung, eine unsichere Situation nicht durch Routine oder Zeitdruck zu übergehen.
Sichere Fertigungssimulation: kompletter Ablauf P-17
Diese Simulation bleibt vollständig digital bzw. auf Papier.
| Phase | Deine Aufgabe | Prüferwartung |
|---|---|---|
| 1 Zeichnung | Bezüge B/C und Bohrungskoordinaten markieren | Jede Lage ist auf dieselben Bezüge zurückgeführt. |
| 2 Spannplan | A als Auflage, B/C als Lagebezüge und Spannrichtung eintragen | Werkstück ist eindeutig positioniert und Werkzeugweg bleibt frei. |
| 3 Werkzeugfolge | Werkzeuge den Merkmalen B1–B3 zuordnen | Vorbohrung passt zur Folgeoperation. |
| 4 Kollisionscheck | Werkzeugweg gegen Spannmittel prüfen | Kein Spannmittel liegt im vorgesehenen Werkzeugweg. |
| 5 Fertigungsfolge | Zentrieren, Bohren, Senken, Reiben oder Gewindebohren ordnen | Reihenfolge erhält die geforderte Lage und Funktion. |
| 6 Prüfung | Für Lage, Ø10 H7, Gewinde und Senkung je ein geeignetes Prüfprinzip nennen | Lage und Funktionsmaße werden getrennt betrachtet. |
Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
Hilfestufe 1 – Denkfrage: Welche Fläche oder Kante entscheidet über die Lage?
Hilfestufe 2 – Prozesshinweis: Folgeoperationen wie Reiben oder Gewindebohren setzen eine geeignete Vorbohrung voraus.
Hilfestufe 3 – Ablaufgerüst: Bezugssystem festlegen → spannen → Lage prüfen → zentrieren → vorbohren → Folgeoperation → prüfen.
Hilfestufe 4 – Musterkontrolle: Wenn Du eine Bohrung nur „von der vorherigen Bohrung aus“ positionierst, gehe zurück zur Zeichnung und suche die eigentlichen Bezüge.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
Basisaufgabe
Auftrag: Ordne den Werkzeugbildern die Begriffe Spiralbohrer, Kegelsenker, Reibahle und Gewindebohrer zu und nenne jeweils die Hauptfunktion.
Feedback: Richtig ist die Zuordnung erst, wenn Du neben dem Namen auch das Bearbeitungsziel nennst: Bohren erzeugt die Bohrung, Senken bearbeitet ihren Eingang oder Sitz, Reiben bearbeitet die Bohrung fein, Gewindebohren erzeugt das Innengewinde.
Anwendungsaufgabe
Auftrag: Erstelle für B1 und B2 jeweils eine Prozesskette mit maximal sechs Schritten. Begründe, warum bei B1 das Vorbohren positionsgerecht sein muss.
Feedback: Eine gute Begründung nennt, dass die Reibahle der vorhandenen Bohrung folgt und deshalb die Lage nicht als normale Korrekturleistung neu erzeugt.
Transferaufgabe
Auftrag: Die Zeichnung wird geändert: Die drei Bohrungen liegen nicht mehr auf Y20, sondern auf Y20, Y35 und Y50. Entwickle einen neuen Prüf- und Positionierplan, ohne die Bezugskanten B/C zu ändern.
Feedback: Ein tragfähiger Transfer behält das Bezugssystem bei und ändert nur die einzelnen Koordinaten. Wenn Du neue Bezugskanten „erfindest“, steigt das Risiko unnötiger Lageketten.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Worauf werden die X- und Y-Positionen im Ausbildungsfall zurückgeführt? (Auf die festgelegten Bezugskanten C und B) (!Auf die zuletzt gebohrte Bohrung) (!Auf die Mitte des Werkstücks ohne Zeichnungsbezug) (!Auf das Bohrfutter)
Welche Aufgabe hat der Spannplan? (Er legt Auflage Anschläge Spannrichtung und Werkzeugfreiraum nachvollziehbar fest) (!Er ersetzt die technische Zeichnung vollständig) (!Er bestimmt automatisch die Schnittgeschwindigkeit) (!Er dient nur der Werkzeuglagerung)
Warum wird vor dem Bohren zentriert oder angebohrt? (Um den Werkzeugansatz an der vorgesehenen Stelle zu unterstützen) (!Um jede falsch bemaßte Zeichnung zu korrigieren) (!Um eine Reibahle überflüssig zu machen) (!Um die Bohrung automatisch zu härten)
Was kann Reiben hauptsächlich verbessern? (Maß Form und Oberfläche einer vorbereiteten Bohrung) (!Die Lage einer deutlich falsch gebohrten Achse um mehrere Millimeter) (!Die Festigkeit des Spannmittels) (!Die Bemaßung der Zeichnung)
Welcher Vorbohrdurchmesser wird im Ausbildungsfall für Ø10 H7 verwendet? (9,8 mm) (!6,8 mm) (!10,8 mm) (!8,0 mm)
Welcher Kernlochdurchmesser wird im Ausbildungsfall für M8 × 1,25 Schneidgewinde verwendet? (6,8 mm) (!8,0 mm) (!9,8 mm) (!10,0 mm)
Welche Reihenfolge passt für das M8-Innengewinde im Ausbildungsfall? (Kernloch bohren ansenken Gewinde herstellen prüfen) (!Gewinde herstellen Kernloch bohren prüfen senken) (!Reiben Gewinde herstellen Körnen) (!Senken Reiben ohne Kernloch)
Welche Aussage zu Handschuhen an rotierenden Bohrspindeln ist richtig? (In der Nähe rotierender Bohrspindeln wird nicht mit Handschuhen hantiert) (!Handschuhe sind an rotierenden Spindeln immer Pflicht) (!Nur dicke Lederhandschuhe sind erlaubt) (!Die Handschuhwahl ersetzt die Unterweisung)
Wann werden Späne an der Bohrmaschine entfernt? (Bei Stillstand mit geeignetem Hilfsmittel) (!Während der Bohrer läuft mit der Hand) (!Mit Handschuhen direkt an der rotierenden Spindel) (!Nur durch starkes Anblasen in Richtung Gesicht)
Welche Aussage zur Arbeitsfreigabe ist richtig? (Der Kurs ersetzt keine Unterweisung Gefährdungsbeurteilung oder Freigabe) (!Der Kurs erlaubt nach bestandenem Quiz jede Bohrmaschine zu bedienen) (!Die Videos gelten als betriebliche Unterweisung) (!Eine Simulation ersetzt die zuständige Aufsicht)
Memory
| Bezugskante | Ausgang für die Lagebemaßung |
| Spannplan | Dokumentierte Auflage Anschläge und Spannrichtung |
| Körnung | Führung für den Bohrbeginn |
| Kegelsenker | Werkzeug für eine kegelige Senkung |
| Reibahle | Werkzeug zur Feinbearbeitung einer Vorbohrung |
| Kernloch | Vorbohrung für ein Innengewinde |
| Lehrdorn | Prüfmittel für definierte Bohrungsgrenzen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Bezugssystem | Lage aus der Zeichnung ableiten |
| Zentrieren | Werkzeugansatz vorbereiten |
| Spannen | Werkstück gegen Bewegung sichern |
| Senken | Bohrungseingang oder Schraubensitz bearbeiten |
| Reiben | Bohrungsmaß feinbearbeiten |
| Gewindebohren | Innengewinde schneiden |
Kreuzworträtsel
| Bezugskante | Von welcher geometrischen Grundlage werden Bohrungspositionen abgeleitet? |
| Kegelsenker | Welches Werkzeug erzeugt eine kegelige Senkung? |
| Reibahle | Welches Werkzeug dient zur Feinbearbeitung einer vorbereiteten Bohrung? |
| Kernloch | Wie heißt die Vorbohrung für ein Innengewinde? |
| Spannplan | Welches Dokument beschreibt Auflage Anschläge und Spannen? |
| Gewindebohrer | Welches Werkzeug schneidet ein Innengewinde? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bezugssystem markieren: Zeichne auf einer Skizze der Grundplatte die Bezugskanten B und C sowie die drei Bohrungspositionen ein.
- Werkzeugkarten: Erstelle vier Bildkarten zu Bohren Senken Reiben und Gewindebohren und ergänze jeweils einen Ein-Satz-Zweck.
- Sicherheitsampel: Formuliere fünf Situationen als Grün Gelb oder Rot und begründe Deine Einstufung.
- Ablaufkarten: Schreibe die Schritte für B2 auf Karten und sortiere sie ohne Maschine in eine fachlich sinnvolle Reihenfolge.
Standard
- Spannplan entwerfen: Skizziere Auflage A Anschläge B/C Spannrichtung und Werkzeugfreiraum für P-17.
- Fehleranalyse: Beschreibe drei mögliche Ursachen dafür dass eine Bohrung maßhaltig aber nicht positionsgerecht ist.
- Senkarten vergleichen: Recherchiere Kegelsenken und Plansenken und fertige eine kleine Vergleichsgrafik an.
- Prüfplan erstellen: Lege für B1 B2 und B3 fest welche Merkmale nach jeder Hauptoperation geprüft werden sollen.
Schwer
- Bezugswechsel bewerten: Entwickle einen alternativen Spannplan mit anderen Bezugselementen und begründe warum er besser oder schlechter reproduzierbar ist.
- Reibprozess übertragen: Plane eine zweite H7-Bohrung mit anderem Nenndurchmesser. Nutze eine aktuelle Werkzeugherstellerangabe für die Vorbearbeitung und dokumentiere die Quelle.
- Gewindeprozess übertragen: Wähle ein anderes metrisches Regelgewinde und ermittle den passenden Kernlochdurchmesser aus einer verifizierten Herstellertabelle. Vergleiche Schneiden und Formen.
- Lernvideo planen: Erstelle ein Storyboard für ein zweiminütiges Sicherheits- und Prozessvideo. Zeige nur Simulation Zeichnung Werkzeugbilder und stillstehende Maschine; reale Werkstattaufnahmen nur unter betrieblicher Freigabe und Aufsicht.


Lernkontrolle
- Prozesskette begründen: Erkläre warum bei einer H7-Bohrung die Lage der Vorbohrung bereits vor dem Reiben stimmen muss.
- Spannfehler übertragen: Ein Werkstück liegt nicht sauber an Anschlag B an. Beschreibe wie sich das auf mehrere Bohrungspositionen auswirken kann.
- Werkzeugwechsel beurteilen: Ein Gewindebohrer wird durch einen Gewindeformer ersetzt. Leite ab welche Prozessdaten zwingend neu geprüft werden müssen.
- Zeichnungsänderung umsetzen: Eine Bohrung wird um 15 mm in Y-Richtung verschoben. Erkläre welche Teile des Arbeitsplans unverändert bleiben und welche angepasst werden.
- Sicherheitsentscheidung: Du bemerkst vor Beginn dass die Spannmöglichkeit die Bohrung B3 teilweise überdeckt. Begründe warum ein Start trotz korrekter Koordinaten nicht zulässig ist.
- Qualitätsproblem analysieren: Drei Bohrungen haben richtige Durchmesser aber ein Lochbild passt nicht zum Gegenstück. Entwickle eine Prüfreihenfolge um Bezugssystem Spannplan Zentrierung und Positionierung als Ursachen zu untersuchen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:
- ein Bezugssystem aus einer einfachen Fertigungszeichnung korrekt ableitest,
- einen nachvollziehbaren Spannplan mit Auflage Anschlägen und Spannrichtung erstellst,
- Bohren Senken Reiben und Gewindebohren funktional unterscheidest,
- für B1 und B2 geeignete Vorbohrungen auswählst und begründest,
- erklärst warum Reiben keine normale Korrektur eines deutlichen Lagefehlers ist,
- einen Arbeitsablauf mit Zwischenprüfungen planst,
- Sicherheits-Stop-Kriterien sicher benennst,
- zwischen Simulation Lernauftrag und realer Arbeitsfreigabe unterscheidest.
Fachquellen und Medienrechte
Fachlich geprüft, Stand 04.10.2026:
- DGUV Information 202-068 „Sicheres Bohren“: Sicherheitsgrundlagen zum Bohren.
- DGUV Information 209-066: Hinweise zu Bohrmaschinen, Werkstückspannung, Kleidung, Handschuhen und Spanentfernung.
- DGUV Maschinen der Zerspanung – Checklisten: Gefährdungsbeurteilung und sichere Maschinenbewertung.
- Gühring Reibwerkzeuge: Vorbearbeitung und Reibzugaben; Hinweis dass die Reibahle der Vorbohrung folgt.
- Gühring M8 × 1,25 Schneidgewindebohrer: Herstellerbereich für den Kernlochdurchmesser.
- Gühring Gewindeformer Kernloch: abweichende Kernlochdurchmesser beim Gewindeformen.
- CIRP Annals – Locating Point Synthesis in Fixture Design: 3-2-1-Lokalisierungsprinzip als Grundlage der Vorrichtungsgestaltung.
- Wikipedia – Bohren, Senken, Reiben und Gewindebohrer als ergänzende Übersicht.
Verwendete Wikimedia-Commons-Medien und Lizenzstatus:
- Machined Holes.svg: Public Domain.
- Drill press.webp: CC BY-SA 3.0.
- ViceDrill-4inch.jpg: CC BY-SA 2.5.
- Centre Punch.jpg: CC BY 2.0.
- Automatic center punch operation animation.gif: CC BY-SA 3.0.
- Bohrfutter beim zudrehen.gif: CC BY-SA 4.0.
- Drilling - Counterbore, Countersink.png: CC BY-SA 3.0.
- Countersink symbol.svg: Public Domain.
- Reamer 3 (PSF).png: Public Domain.
- ThreadingTaps.jpg: unter anderem CC BY-SA 3.0.
- TapHandles.jpg: unter anderem CC BY-SA 3.0.
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