Blechbearbeitung und Umformen – Ein Blechgehäuse fertigungsgerecht dokumentieren
Blechbearbeitung und Umformen – Ein Blechgehäuse fertigungsgerecht dokumentieren
Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Fertigungsmechanik, Konstruktionsmechanik und verwandten Berufen
Kurzbeschreibung: Du erstellst für ein einfaches Blechgehäuse eine fertigungsgerechte Dokumentation. Im Mittelpunkt stehen Abwicklung, Biegereihenfolge und Prüfmerkmale. Maschinenabläufe werden zuerst nur simuliert. Eine reale Fertigung ist ausschließlich unter geeigneter Fachaufsicht, nach betrieblicher Freigabe und mit wirksamen Schutzeinrichtungen zulässig.
Lernprodukt: Abwicklung + Biegefolge + Arbeitsplan + Prüfplan + dokumentierte Simulation
Lernform: kurze Lerneinheiten, konkreter Ausbildungsfall, gestufte Hilfen, Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
Einleitung
Du arbeitest an einem Ausbildungsauftrag: Für eine kleine Sensorbox soll ein offenes Blechgehäuse gefertigt werden. Bevor ein reales Blech an eine Maschine gelangt, musst Du zeigen, dass Deine Unterlagen vollständig, prüfbar und sicher ausführbar sind.

Die Animation zeigt das Grundprinzip des Biegens mit einer Presse. Sie ersetzt keine Einweisung an einer realen Maschine.
Der Ausbildungsfall
| Merkmal | Vorgabe für den Lernauftrag |
|---|---|
| Bauteil | Unterteil einer Sensorbox, oben offen |
| Werkstoff | DC01 als didaktische Vorgabe |
| Blechdicke | 1,5 mm |
| Fertigmaß | 160 mm × 100 mm × 50 mm |
| Geometrie | Bodenfläche mit vier aufgekanteten Seiten |
| Biegewinkel | vier Biegungen mit jeweils 90° |
| Prüfziel | Maße, Winkel, Kanten, Oberfläche und Vollständigkeit der Dokumentation |
| Fertigungsstatus | zuerst ausschließlich CAD- und Ablauf-Simulation |
Wichtig: Die hier genannten Werte sind Ausbildungsdaten. Werkzeugwahl, Biegeradius, Maschinenparameter, Presskraft, Anschläge und reale Maschineneinstellungen dürfen nur aus freigegebenen betrieblichen Daten und durch entsprechend qualifizierte Personen festgelegt werden.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du
- eine Abwicklung aus einer 3D-Geometrie ableiten und auf Plausibilität prüfen.
- Biegelinien, Biegerichtung, Winkel und Biegeradius in einer Fertigungsunterlage eindeutig kennzeichnen.
- eine Biegereihenfolge in einer Offline-Simulation vergleichen und auf mögliche Kollisionen prüfen.
- geeignete Prüfmerkmale für ein Blechgehäuse festlegen.
- zwischen Simulation, betrieblicher Freigabe und realer Maschinenarbeit unterscheiden.
- eine nachvollziehbare Fertigungsdokumentation mit Revisionsstand erstellen.
Lerneinheit 1: Vom Gehäuse zur Abwicklung
Eine Blechabwicklung ist die ebene Form des später gebogenen Bauteils. Beim Biegen werden Innen- und Außenzonen unterschiedlich beansprucht. Deshalb darf die Zuschnittkontur nicht einfach durch Addition der sichtbaren Schenkellängen entstehen.

Merksatz: Abwicklung = Geometrie + Blechdicke + Biegeverhalten + festgelegter Berechnungsansatz.
Neutrale Faser und K-Faktor
Für CAD-Blechmodelle wird häufig mit einem K-Faktor gearbeitet. Er beschreibt rechnerisch die Lage der neutralen Schicht innerhalb der Blechdicke.
Für eine Übungsrechnung gilt ausschließlich im Kurs:
Biegezuschlag = Winkel im Bogenmaß × Innenradius + Winkel im Bogenmaß × K-Faktor × Blechdicke
Kurz geschrieben:
BA = α × (r + k × s)
Trainingswerte: α = 90°, r = 1,5 mm, k = 0,35, s = 1,5 mm.
Damit ergibt sich für die Übung ein Biegezuschlag von ungefähr 3,18 mm pro 90°-Biegung.
Hinweis: Dieser Wert ist kein freigegebener Fertigungswert. In der Praxis sind die betrieblichen Biegetabellen, Werkstoffdaten, Werkzeugdaten und der freigegebene CAD-Regelsatz maßgebend.
Arbeitsauftrag 1: Abwicklung erstellen
- Öffne ein geeignetes CAD-System mit Blechfunktionen oder nutze eine vom Betrieb freigegebene Schulungssimulation.
- Erzeuge das Gehäuse mit 160 mm × 100 mm Boden und 50 mm Seitenhöhe.
- Hinterlege für die Übung Blechdicke 1,5 mm, Innenradius 1,5 mm und K-Faktor 0,35.
- Erzeuge die Abwicklung.
- Kennzeichne vier Biegelinien und die jeweilige Biegerichtung.
- Ergänze Eckfreistiche so, dass sich die Seiten beim Biegen nicht geometrisch überschneiden.
- Exportiere nur eine Zeichnung oder ein PDF für die Lernkontrolle. Keine NC-Datei an eine reale Maschine übertragen.
Abgabe: eine Abwicklungszeichnung mit Revisionsstand, Material, Blechdicke, Biegelinien und Fertigmaßen.
Gestufte Hilfe zu Arbeitsauftrag 1
Hilfe 1: Prüfe zuerst, welche Fläche der Boden und welche Flächen die vier Seiten bilden.
Hilfe 2: Blende im CAD die Biegelinien ein und kontrolliere, ob jede Seitenfläche genau eine Biegung benötigt.
Hilfe 3: Wenn sich zwei Seiten in der Abwicklung überdecken, fehlt wahrscheinlich ein geeigneter Eckfreistich oder die Blechregel ist falsch zugeordnet.
Lerneinheit 2: Werkzeug und Biegeprinzip verstehen
Bei einer Gesenkbiegepresse wird das Blech zwischen Oberwerkzeug und Unterwerkzeug umgeformt. Ein Hinteranschlag dient der wiederholbaren Positionierung.


Beobachtungsauftrag: Benenne am Schema Stempel, Matrize, Blech und Hinteranschlag. Beschreibe anschließend nur deren Funktion. Leite daraus keine realen Maschineneinstellungen ab.
Sicherheitsregel
Die Simulation darf Bewegungen, Werkzeuggeometrien und Kollisionsräume darstellen. Sie darf keine automatische Live-Ansteuerung einer realen Maschine auslösen.
Bei realer Arbeit gelten die betriebliche Betriebsanweisung, die Gefährdungsbeurteilung, die wirksamen Schutzeinrichtungen und die Anweisungen der aufsichtführenden Fachperson. Schutzeinrichtungen werden nicht umgangen, verändert oder außer Funktion gesetzt.
Lerneinheit 3: Biegereihenfolge planen
Bei einem Gehäuse mit mehreren Kantungen ist die Reihenfolge nicht automatisch aus der Zeichnung ablesbar. Eine spätere Biegung kann durch bereits aufgestellte Seitenflächen behindert werden.

Planungsprinzip: Reihenfolgen vergleichen → Kollisionen simulieren → Handhabung bewerten → erst danach eine Variante dokumentieren.
Arbeitsauftrag 2: Zwei Biegefolgen simulieren
Erstelle in der Offline-Simulation zwei Varianten:
- Variante A: zuerst die beiden langen Seiten, danach die beiden kurzen Seiten.
- Variante B: zuerst die beiden kurzen Seiten, danach die beiden langen Seiten.
- Prüfe bei jeder Biegung die Kollision zwischen Werkstück, Werkzeug, Maschinenraum und bereits aufgestellten Flanschen.
- Prüfe, ob das Werkstück in der Simulation eindeutig am Anschlag positioniert werden kann.
- Wähle die bessere Folge nur aufgrund Deiner dokumentierten Simulation.
Abgabe: eine Biegetabelle mit Biegung, Richtung, Sollwinkel, Reihenfolge und kurzer Begründung.
| Biegung | Richtung | Sollwinkel | Reihenfolge | Begründung |
|---|---|---|---|---|
| B1 | nach oben | 90° | ... | ... |
| B2 | nach oben | 90° | ... | ... |
| B3 | nach oben | 90° | ... | ... |
| B4 | nach oben | 90° | ... | ... |
Gestufte Hilfe zu Arbeitsauftrag 2
Hilfe 1: Drehe das Bauteil in der Simulation nach jeder Biegung und suche nach Flächen, die Werkzeug oder Maschine berühren könnten.
Hilfe 2: Prüfe besonders die letzte Biegung. Dort ist das Bauteil bereits am stärksten räumlich eingeschränkt.
Hilfe 3: Wenn beide Varianten kollidieren, ist nicht automatisch die Maschine falsch. Prüfe Werkzeugraum, Eckgestaltung, Bauteilorientierung und Konstruktion.
Lerneinheit 4: Trennen, Entgraten, Biegen – die Prozesskette
Eine mögliche Prozesskette für den Ausbildungsfall lautet:
- Zeichnungsstand und Material prüfen.
- Abwicklung freigeben.
- Zuschnittverfahren auswählen und nur simulieren.
- Kanten und Ausschnitte auf Entgratbedarf prüfen.
- Biegereihenfolge simulieren.
- Prüfplan vorbereiten.
- Erstteil unter Fachaufsicht und betrieblicher Freigabe herstellen.
- Prüfergebnisse dokumentieren.

Das Bild zeigt ein industrielles Laserschneidsystem als Beispiel für das Trennen von Blech. Im Kurs werden keine Schneidparameter, Laserleistungen oder Maschinenprogramme vorgegeben.
Sicherer Simulationsauftrag
Erstelle einen digitalen Ablaufplan mit den Zuständen Rohblech → Zuschnitt → entgratete Platine → gebogenes Gehäuse → geprüftes Teil.
Markiere bei jedem Zustandswechsel:
- benötigte Information,
- mögliches Qualitätsrisiko,
- erforderliche Prüfung,
- Freigabepunkt.
Nicht zulässig im Lernauftrag: automatische Maschinenansteuerung, Deaktivierung von Schutzfunktionen, Umgehung von Verriegelungen oder Übertragung ungeprüfter NC-Daten.
Lerneinheit 5: Prüfmerkmale festlegen
Ein fertigungsgerechtes Dokument sagt nicht nur, wie ein Teil aussehen soll. Es macht auch klar, was geprüft werden muss.


| Prüfmerkmal | Soll im Ausbildungsfall | Geeignetes Prüfprinzip | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Länge | 160 mm | geeignetes Längenmessmittel | Istwert |
| Breite | 100 mm | geeignetes Längenmessmittel | Istwert |
| Seitenhöhe | 50 mm | geeignetes Längenmessmittel | Istwert |
| Biegewinkel | 90° | geeigneter Winkelmesser | Istwert je Biegung |
| Kanten | entgratet, keine scharfen Grate | Sichtprüfung nach betrieblicher Vorgabe | i. O. / n. i. O. |
| Biegezone | keine sichtbaren Risse | Sichtprüfung | i. O. / n. i. O. |
| Oberfläche | keine unzulässigen Beschädigungen | Sichtprüfung | i. O. / n. i. O. |
Hinweis: Das konkrete Prüfmittel muss zum Merkmal, Messbereich und zur geforderten Genauigkeit passen und betrieblich freigegeben sein.
Arbeitsauftrag 3: Prüfplan schreiben
Erstelle einen Prüfplan mit mindestens sechs Prüfmerkmalen. Ergänze zu jedem Merkmal:
- Sollwert oder Anforderung,
- Prüfprinzip,
- Zeitpunkt der Prüfung,
- Dokumentationsform,
- Reaktion bei Abweichung.
Abgabe: ein Prüfplan, der von einer zweiten Person ohne Rückfrage verstanden werden kann.
Lerneinheit 6: Fertigungsgerecht dokumentieren
Eine brauchbare Dokumentation verhindert Rückfragen und Verwechslungen.
Mindestens enthalten sein sollen:
- eindeutige Benennung und Zeichnungsnummer,
- Revisionsstand,
- Werkstoff und Blechdicke,
- Fertigmaße und relevante Toleranzen,
- Abwicklung mit Biegelinien,
- Biegerichtungen und Sollwinkel,
- Biegereihenfolge,
- Prüfmerkmale,
- Freigabestatus.
Dokumentations-Check
| Prüffrage | Ja / Nein |
|---|---|
| Ist die aktuelle Revision eindeutig? | |
| Ist der Werkstoff angegeben? | |
| Ist die Blechdicke angegeben? | |
| Ist die Abwicklung vorhanden? | |
| Sind alle Biegelinien eindeutig? | |
| Ist die Biegereihenfolge nachvollziehbar? | |
| Sind Prüfmerkmale festgelegt? | |
| Ist klar, dass eine reale Fertigung erst nach Freigabe erfolgen darf? |
Lerneinheit 7: Digitale Blechbearbeitung beobachten
Das folgende Video des offiziellen Autodesk-Fusion-Kanals zeigt grundlegende Blechfunktionen, Regeln, Flansche, Biegungen und die Erzeugung einer Abwicklung. Nutze es als CAD-Lernmedium, nicht als Maschinenfreigabe.
Beobachtungsauftrag: Notiere drei Stellen, an denen eine CAD-Regel die spätere Fertigung beeinflusst. Vergleiche danach Deine Notizen mit Material, Blechdicke, Biegeradius, Eckfreistich und Abwicklung Deines Ausbildungsfalls.
Ablaufanimation: Sonderfall Umschlag
Ein Umschlag ist eine weiterführende Biegeoperation und gehört nicht zum Basisgehäuse. Die Animation dient nur dem Transfer.

Transferfrage: Welche zusätzlichen Kollisions-, Werkzeug- und Prüfprobleme könnten bei einem Umschlag entstehen?
Aufgaben mit begründetem Feedback
Basisaufgaben
- Abwicklung erkennen: Markiere in Deiner Zeichnung Boden, Seiten und Biegelinien. Feedback: Sind alle vier Seiten eindeutig dem Boden zugeordnet, ist die Grundstruktur richtig. Fehlt eine Zuordnung, ist die spätere Biegefolge nicht vollständig beschreibbar.
- Begriffe zuordnen: Erkläre Abwicklung, Biegelinie, Biegerichtung und Prüfmerkmal jeweils in einem Satz. Feedback: Gute Antworten verbinden jeden Begriff mit einer konkreten Funktion im Fertigungsablauf.
- Prüfmittel auswählen: Ordne Längenprüfung und Winkelprüfung einem geeigneten Messprinzip zu. Feedback: Entscheidend ist nicht der Markenname, sondern ob Messbereich und Genauigkeit zur Prüfaufgabe passen.
Anwendungsaufgaben
- Biegezuschlag berechnen: Berechne mit den Trainingswerten den Biegezuschlag einer 90°-Biegung. Feedback: Ein Ergebnis von ungefähr 3,18 mm zeigt, dass Winkel im Bogenmaß und K-Faktor korrekt eingesetzt wurden. Der Wert ist nur für die Übung gültig.
- Biegefolge begründen: Vergleiche Variante A und B in Deiner Simulation. Feedback: Eine gute Entscheidung nennt konkrete Kollisionsräume und nicht nur eine bevorzugte Reihenfolge.
- Prüfplan bewerten: Tausche Deinen Prüfplan mit einer anderen Person. Feedback: Wenn die andere Person Sollmerkmal, Prüfprinzip und Dokumentation ohne Rückfrage versteht, ist der Plan fertigungsgerecht beschrieben.
Transferaufgaben
- Blechdicke ändern: Simuliere das Bauteil mit 2,0 mm Blechdicke. Feedback: Wenn sich Abwicklung und Biegegeometrie ändern, muss auch die Dokumentation aktualisiert werden. Einfach nur die Materialzeile zu ändern reicht nicht.
- Bohrung nahe Biegung: Verschiebe eine Bohrung näher an eine Biegelinie und beobachte die Simulation. Feedback: Eine gute Analyse prüft mögliche Verformung, Werkzeugzugang und Maßbezug.
- Oberfläche ergänzen: Nimm eine empfindliche Sichtfläche an. Feedback: Dann müssen Handhabung, Werkzeugkontakt, Schutz der Oberfläche und zusätzliche Sichtprüfungen in Arbeits- und Prüfplan berücksichtigt werden.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wozu dient eine Blechabwicklung? (Sie beschreibt die ebene Geometrie vor dem Biegen) (!Sie ersetzt jede Qualitätsprüfung) (!Sie legt automatisch die Maschinenfreigabe fest) (!Sie macht einen Werkstoffnachweis überflüssig)
Was berücksichtigt ein Biegezuschlag? (Die Längenänderung im Bereich einer Biegung) (!Nur die Farbe des Blechs) (!Nur den Dateinamen der Zeichnung) (!Nur die Stückzahl)
Welche Bedeutung hat der K-Faktor in einer Blechregel? (Er beschreibt rechnerisch die Lage der neutralen Schicht) (!Er bestimmt die Seriennummer der Maschine) (!Er ersetzt den Werkstoff) (!Er ist ein Prüfzeichen für Schutzkleidung)
Warum wird eine Biegereihenfolge simuliert? (Um Zugänglichkeit und mögliche Kollisionen zu prüfen) (!Um Schutzeinrichtungen zu umgehen) (!Um Prüfmerkmale zu löschen) (!Um die Zeichnungsrevision zu überspringen)
Welche zwei Werkzeuge bilden das Grundprinzip einer Gesenkbiegepresse? (Stempel und Matrize) (!Bohrer und Reibahle) (!Sägeblatt und Schraubstock) (!Fräser und Spannzange)
Welches Merkmal wird mit einem geeigneten Winkelmesser geprüft? (Der Biegewinkel) (!Die Werkstoffbezeichnung) (!Die Zeichnungsnummer) (!Die Stückliste)
Was geschieht vor einer realen Fertigung im Kurs zuerst? (Eine sichere Offline-Simulation) (!Eine automatische Live-Ansteuerung) (!Das Abschalten von Schutzfunktionen) (!Die ungeprüfte Übertragung von NC-Daten)
Wie werden Schutzeinrichtungen an Maschinen behandelt? (Sie bleiben wirksam und werden nicht umgangen) (!Sie werden für schnellere Arbeit deaktiviert) (!Sie werden bei kleinen Teilen entfernt) (!Sie werden durch die CAD-Simulation ersetzt)
Wann darf eine reale Maschinenarbeit im Ausbildungsfall erfolgen? (Nur unter geeigneter Fachaufsicht und betrieblicher Freigabe) (!Sobald eine Zeichnung ausgedruckt ist) (!Sobald ein Video angesehen wurde) (!Sobald die Simulation geöffnet wurde)
Warum ist ein Revisionsstand in der Fertigungsdokumentation wichtig? (Er macht den gültigen Dokumentenstand eindeutig) (!Er erhöht automatisch die Materialfestigkeit) (!Er ersetzt die Maßprüfung) (!Er bestimmt die Blechfarbe)
Memory
| Abwicklung | ebener Zuschnitt |
| Biegelinie | Ort der Umformung |
| K-Faktor | Lage der neutralen Schicht |
| Hinteranschlag | wiederholbare Positionierung |
| Messschieber | Längenprüfung |
| Winkelmesser | Winkelprüfung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Abwicklung | ebene Geometrie |
| Simulation | Kollisionsprüfung |
| Biegefolge | Prozessreihenfolge |
| Prüfplan | Qualitätskontrolle |
| Revisionsstand | Dokumentengültigkeit |
...
Kreuzworträtsel
| Abwicklung | Wie heißt die ebene Geometrie eines später gebogenen Blechteils? |
| Matrize | Wie heißt das Unterwerkzeug einer Gesenkbiegepresse? |
| Stempel | Wie heißt das Oberwerkzeug beim Gesenkbiegen? |
| Messschieber | Welches Prüfmittel eignet sich für viele Längenmaße? |
| Rückfederung | Wie heißt die elastische Winkeländerung nach dem Entlasten? |
| Entgraten | Wie heißt das Entfernen scharfer Grate an Schnittkanten? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Abwicklung: Skizziere von Hand eine vereinfachte Abwicklung des Ausbildungsgehäuses und markiere Boden, Seiten und Biegelinien.
- Biegerichtung: Kennzeichne an Deiner Skizze, in welche Richtung jede Seite gebogen wird.
- Prüfmerkmal: Formuliere sechs Prüfmerkmale, die Du am fertigen Gehäuse kontrollieren würdest.
- Arbeitsplan: Erstelle eine kurze Prozesskette vom Zeichnungscheck bis zur dokumentierten Prüfung.
Standard
- Biegefolge: Simuliere zwei Biegereihenfolgen und begründe Deine Auswahl anhand von Kollisions- und Zugänglichkeitskriterien.
- Biegeverkürzung: Berechne den Biegezuschlag mit den Trainingswerten und vergleiche ihn mit dem Wert Deiner CAD-Regel.
- Prüfplan: Erstelle einen tabellarischen Prüfplan mit Sollmerkmal, Prüfprinzip, Zeitpunkt und Dokumentation.
- Fertigungszeichnung: Überarbeite die Zeichnung so, dass eine zweite Person alle für Abwicklung und Prüfung nötigen Angaben findet.
Schwer
- Variantenvergleich: Ändere Blechdicke oder Seitenhöhe und untersuche, welche Dokumente angepasst werden müssen.
- Fertigungsgerechte Konstruktion: Verschiebe eine Bohrung oder einen Ausschnitt und analysiere mögliche Folgen für Biegen und Prüfen.
- Qualitätssicherung: Entwickle eine Erstteilprüfliste und begründe, welche Merkmale vor einer Serienfreigabe besonders wichtig wären.
- Digitale Fertigung: Entwirf einen sicheren digitalen Datenfluss von CAD über Simulation bis zur Freigabe, ohne automatische Live-Ansteuerung einer Maschine.


Lernkontrolle
- Abwicklung und Fertigmaß: Erkläre, warum eine Abwicklung nicht allein durch Addition der sichtbaren Fertigmaße bestimmt werden kann. Beziehe Blechdicke, Biegezone und Berechnungsregel ein.
- Biegereihenfolge: Du erhältst zwei kollisionsfreie Simulationen. Entwickle zusätzliche Kriterien, mit denen Du die bessere Fertigungsfolge auswählst.
- Änderungsmanagement: Eine Konstrukteurin ändert die Blechdicke von 1,5 mm auf 2,0 mm. Erläutere, welche Dokumente und Prüfungen erneut betrachtet werden müssen.
- Prüfstrategie: Ein Gehäuse hat korrekte Außenmaße, aber einen deutlich falschen Biegewinkel. Analysiere, warum das Teil trotzdem nicht freigegeben werden sollte.
- Fehleranalyse: Zwei gegenüberliegende Seiten sind korrekt, die beiden anderen zu hoch. Nenne mindestens drei mögliche Ursachen aus Abwicklung, Biegefolge, Positionierung oder Dokumentation und beschreibe, wie Du sie systematisch prüfst.
- Arbeitssicherheit: Begründe, warum eine erfolgreiche Offline-Simulation keine Berechtigung zur eigenständigen Bedienung einer realen Gesenkbiegepresse darstellt.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du
- eine vollständige Abwicklung lesen und erstellen kannst,
- Biegelinien und Biegerichtungen eindeutig dokumentierst,
- eine Biegefolge anhand einer Simulation begründest,
- CAD-Blechregeln von real freizugebenden Fertigungsdaten unterscheiden kannst,
- Prüfmerkmale sinnvoll auswählst,
- einen verständlichen Prüfplan erstellst,
- Änderungen über einen Revisionsstand nachvollziehbar dokumentierst,
- Sicherheitsgrenzen zwischen Simulation und realer Maschinenarbeit sicher einhältst.
Fachliche Quellen und Medienrechte
Fachquellen, geprüft am 05.10.2026:
- DGUV Information 209-019 „Sicherheit bei der Blechbearbeitung“: Gefährdungen und Schutzmaßnahmen bei Trennen und Biegeumformen.
- DGUV – Pressen und Schmieden: Hinweise zu Schutzmaßnahmen, Einrichten und sicherem Betrieb von Pressen.
- DGUV Information 209-008 „Einrichten von Pressen“: sicherheitsgerechtes Einrichten und Betreiben.
- Wikipedia – Blechabwicklung: Überblick zu Abwicklung, neutraler Schicht und CAD-gestützter Ermittlung.
- Wikipedia – Biegeverkürzung: Zusammenhang zwischen Fertigmaß, Biegezone und Längenkorrektur.
- Wikipedia – Gesenkbiegepresse: Aufbau und Grundprinzip der Abkantpresse.
Verwendete Medien und Rechte:
- Biegeanimation 2D.gif: Borowski, Public Domain.
- Umschlagbiegen-Animation-3D.gif: Borowski, Public Domain.
- Bend allowance.svg: Wizard191, CC BY-SA 3.0.
- Press brake schematic.svg: URMEL / Wizard191, CC BY-SA 3.0 bzw. GFDL.
- Gesenkbiegen ungebogen.svg: URMEL, CC BY-SA 3.0 bzw. GFDL.
- Industrial 4kW laser with flying optics system.jpg: Metaveld BV, CC BY-SA 3.0 bzw. GFDL.
- Digital caliper.jpg: Lior Streng, unter anderem CC BY-SA 4.0 bzw. GFDL.
- Universal bevel protractor.jpg: Rebecca Siegel, CC BY 2.0.
- Autodesk Fusion – Learn Sheet Metal Basics: offizieller Autodesk-Fusion-Kanal; im aiMOOC nur über den YouTube-Player eingebettet, keine Kopie des Videos.
Medienhinweis: Lizenzen und Urheberangaben bleiben an den jeweiligen Dateiseiten maßgebend. Bei Änderungen oder Weiterverwendung sind die dort genannten Lizenzbedingungen einzuhalten.
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