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Beteiligungsmonitor für ein Jugendprojekt entwerfen

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Beteiligungsmonitor für ein Jugendprojekt entwerfen

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Beteiligungsmonitor für ein Jugendprojekt entwerfen


Einleitung

In diesem Werkstattkurs entwickelst Du einen Beteiligungsmonitor für ein fiktives Jugendprojekt. Ein Beteiligungsmonitor ist hier ein übersichtliches Dokument, in dem festgehalten wird, wer was vorgeschlagen hat, wer betroffen ist, wer entscheiden darf, welche Einflussstufe tatsächlich eingeräumt wurde, wann entschieden werden soll, welche Rückmeldung erfolgt und welche Wirkung später beobachtet wird. So wird aus dem allgemeinen Satz „Jugendliche wurden beteiligt“ eine prüfbare Dokumentation.

Der Kurs ist für den Einstieg ab Klasse 7 geeignet. Die Vertiefungen M und E verlangen zunehmend genaue Begründungen mit Belegen, die Prüfung widersprüchlicher Angaben und eine vorsichtige Bewertung von Wirkungen. Die Bezeichnungen M und E werden hier als Differenzierungsstufen verwendet und können an die Bezeichnungen Deiner Schule angepasst werden.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Anhörung und Mitentscheidung. Wenn Jugendliche ihre Meinung äußern dürfen und eine andere Stelle anschließend entscheidet, ist das eine Form von Anhörung oder Beratung. Eine echte Mitentscheidung liegt erst vor, wenn vorher klar geregelt ist, dass Jugendliche innerhalb eines bestimmten Rahmens verbindlich an der Entscheidung beteiligt sind. Der Kurs verwendet dafür ein eigenes Arbeitsmodell. Dieses Modell ist keine bundesweit einheitliche gesetzliche Stufenleiter.

Medienhinweis: Das Bild zeigt eine Jugendgruppe in einer Workshopsituation. Die Commons-Dateiseite weist eine Lizenz CC BY-SA 4.0 aus. Für eine Weiterverwendung müssen die dort genannten Bedingungen zur Namensnennung und Lizenz beachtet werden.

Das Video „Jugend entscheidet – Was ist eigentlich Kommunalpolitik?“ der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung eignet sich als kurzer Einstieg in kommunale Zuständigkeiten. Das Video ist eingebettet; die Einbettung bedeutet nicht, dass das Video selbst als OER frei nachgenutzt oder neu hochgeladen werden darf.


Lernziele

Nach dem Werkstattkurs kannst Du Beteiligungsverfahren nicht nur beschreiben, sondern systematisch prüfen. Du kannst insbesondere:

  1. Jugendbeteiligung von bloßer Information unterscheiden.
  2. Eine Anhörung von einer tatsächlich eingeräumten Mitentscheidung trennen.
  3. Vorschlag, betroffene Gruppe, zuständige Stelle, Einflussstufe, Entscheidungstermin, Rückmeldung und spätere Wirkung in einem Monitor dokumentieren.
  4. Zwischen zugesagtem Einfluss und tatsächlich ausgeübtem Einfluss unterscheiden.
  5. Belege aus Gesetzen, Behördeninformationen und anderen Quellen nach ihrer Funktion einordnen.
  6. Unsicherheiten sichtbar machen, statt Vermutungen als Tatsachen auszugeben.
  7. Wirkungshinweise von sicheren Ursache-Wirkungs-Aussagen unterscheiden.
  8. Einen Beteiligungsprozess anhand nachvollziehbarer Prüfkriterien beurteilen.


Differenzierung: Einstieg, M und E

Niveau Schwerpunkt Erwartete Leistung
Einstieg ab Klasse 7 Erkennen und ordnen Du findest in einem Fall Vorschlag, Betroffene, Zuständigkeit, Einfluss und Status.
M Begründen und vergleichen Du begründest die Einflussstufe mit Belegen, erkennst Abweichungen zwischen Zusage und Praxis und prüfst Rückmeldungen.
E Bewerten und transferieren Du unterscheidest Rechtsgrundlage, Verfahrensregel und politische Zusage, bewertest Unsicherheit und diskutierst Wirkungsnachweise ohne vorschnelle Kausalbehauptungen.


Werkstattfall: Treffpunkt Mühlenpark

Die folgende Gemeinde, alle Namen, Termine, Zahlen, Protokolle und Ergebnisse sind vollständig fiktives Übungsmaterial. Sie dienen ausschließlich dazu, einen Beteiligungsmonitor zu erproben. Es werden keine erfundenen Aussagen als echte Behördenzitate ausgegeben.

Die fiktive Gemeinde Lindenbrück hat ungefähr 28.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Eine Gruppe von Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren schlägt einen wettergeschützten Treffpunkt am Rand des Mühlenparks vor. Der Arbeitstitel lautet Treffpunkt Mühlenpark. Gewünscht werden eine Überdachung, Sitzmöglichkeiten, eine barrierearm erreichbare Fläche, ein Abfallbehälter und eine zurückhaltende Beleuchtung. Die Gemeinde besitzt das Grundstück.

Die Idee berührt mehrere Interessen. Jugendliche wünschen einen frei zugänglichen Aufenthaltsort. Anwohnende achten auf Lärm und Sicherheit. Der benachbarte Sportverein benötigt freie Wege zu seinen Anlagen. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen benötigen einen zugänglichen Weg und geeignete Sitzmöglichkeiten. Die Gemeinde muss außerdem Haushalts-, Bau-, Sicherheits- und gegebenenfalls Naturschutzfragen beachten.

Für den Kurs gilt folgende fiktive Verfahrensregel: Der Gemeinderat entscheidet über den Standort und das Gesamtbudget. Jugendliche werden hierzu angehört und können Alternativen vorschlagen. Für die Ausstattungsvariante sagt die Gemeinde dagegen vorab verbindlich zu: Wenn drei technisch und rechtlich zulässige Varianten innerhalb des beschlossenen Budgets vorliegen, entscheidet eine offene Jugendabstimmung zwischen diesen Varianten. Genau diese unterschiedliche Reichweite muss im Monitor sichtbar werden.


Warum die Zuständigkeit vor der Beteiligung geklärt werden muss

Ein Beteiligungsprozess kann nur ehrlich beschrieben werden, wenn klar ist, wer am Ende über welchen Teil entscheiden darf. Ein Jugendbüro kann einen Workshop organisieren, ohne selbst über einen kommunalen Haushalt oder eine Baugenehmigung entscheiden zu dürfen. Ein Gemeinderat kann über politische und finanzielle Fragen entscheiden, während Fachämter technische oder rechtliche Grenzen prüfen.

Darum enthält der Monitor nicht nur das Feld „zuständige Stelle“, sondern bei Bedarf auch „fachlich beteiligt“. Im fiktiven Fall sind dies:

Teilfrage Zuständige Stelle im Übungsfall Fachlich beteiligt
Standort im Mühlenpark Gemeinderat Lindenbrück Stadtplanung, Grünflächenamt, Jugendbüro
Gesamtbudget Gemeinderat Lindenbrück Kämmerei, Bauamt
Technische Zulässigkeit der Ausstattungsvarianten Bauamt Grünflächenamt, Sicherheitsprüfung
Durchführung der Jugendabstimmung Jugendbüro Schulen, Jugendzentrum
Umsetzung der beschlossenen Variante Bauamt beauftragtes Unternehmen, Jugendbüro


Arbeitsmodell der Einflussstufen

Die folgenden Stufen sind ein didaktisches Arbeitsmodell dieses Kurses. Sie helfen, den tatsächlichen Einfluss zu beschreiben. Sie dürfen nicht als allgemeingültige Rechtsdefinition ausgegeben werden.

Einflussstufe Kennzeichen Prüffrage
Information Jugendliche erhalten Informationen, entscheiden aber nicht mit. Können Jugendliche das Ergebnis überhaupt beeinflussen?
Anhörung Jugendliche äußern ihre Sicht. Eine andere Stelle entscheidet. Muss die zuständige Stelle das Jugendvotum übernehmen?
Mitberatung Jugendliche arbeiten wiederholt an Optionen mit. Die Letztentscheidung liegt weiterhin bei einer anderen Stelle. Können Jugendliche Optionen erkennbar verändern, ohne die Letztentscheidung zu besitzen?
Mitentscheidung Jugendliche besitzen innerhalb eines vorher festgelegten Rahmens einen verbindlichen Anteil an der Entscheidung. Ist vorab festgelegt, dass ihr Votum für den vereinbarten Teil wirksam wird?
Selbstentscheidung Jugendliche entscheiden innerhalb eines übertragenen Bereichs eigenständig. Ist der Entscheidungsbereich tatsächlich übertragen und sind Grenzen und Ressourcen bekannt?

Merksatz: Eine Einladung zu einem Workshop beweist noch keine Mitentscheidung. Entscheidend ist, welche Entscheidungsmacht vorher eingeräumt wurde und was anschließend tatsächlich geschieht.


Öffentliche Belegstellen und methodische Orientierung

Die folgenden Quellen erfüllen unterschiedliche Funktionen. Ein Gesetz kann eine Rechtslage belegen. Eine Ministeriumsbroschüre bietet Qualitätsstandards und methodische Orientierung. Eine Museumsseite kann eine didaktische Vorgehensweise anregen, aber keine kommunale Rechtslage beweisen.

Quelle Quellenart Was sie für den Kurs stützt Was sie nicht beweist
§ 8 SGB VIII – Beteiligung von Kindern und Jugendlichen Öffentliche Primärquelle, Bundesrecht Kinder und Jugendliche sind in den sie betreffenden Entscheidungen der öffentlichen Jugendhilfe entsprechend ihrem Entwicklungsstand zu beteiligen; Beteiligung und Beratung sollen verständlich, nachvollziehbar und wahrnehmbar erfolgen. Die Norm bestimmt nicht automatisch, dass Jugendliche bei jedem kommunalen Bauprojekt die Letztentscheidung erhalten.
§ 41a Gemeindeordnung Baden-Württemberg Öffentliche Primärquelle, Landesrecht Regionales Beispiel: Gemeinden sollen Kinder und müssen Jugendliche bei sie berührenden Planungen und Vorhaben angemessen beteiligen; für Jugendvertretungen werden unter anderem Rede-, Anhörungs- und Antragsrechte genannt. Die Regel gilt nicht als bundesweit identische Vorschrift und setzt Anhörungsrecht nicht mit Letztentscheidung gleich.
Mitwirkung mit Wirkung – Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendbeteiligung Behördenpublikation, Qualitätsorientierung Transparenz über Möglichkeiten und Grenzen, zeitnahe Offenlegung von Entscheidungen, Evaluation und Dokumentation; auf Bundesebene wird ausdrücklich zwischen Beratung und Mitwirkung an letztendlichen Entscheidungen unterschieden. Die Broschüre ersetzt keine konkrete gesetzliche Zuständigkeitsprüfung vor Ort.
Deutsches Historisches Museum – Demokratie-Labor, Angebot ab Klasse 7 Museumsquelle, archivierte Bildungsseite Methodische Orientierung für stationenbasiertes, aktives Arbeiten zu Demokratie, Mitbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe. Die Seite dokumentiert ein Angebot von 2019 und ist keine aktuelle Rechtsquelle.
Haus der Geschichte – Du bist Teil der Geschichte Museumsquelle, aktuelle Vermittlungsseite Methodische Orientierung: Demokratiegeschichte wird alltagsnah, interaktiv und mit persönlichen Perspektiven vermittelt. Die Museumsdarstellung bestimmt nicht, welche kommunale Stelle in Lindenbrück zuständig wäre.

Die Qualitätsstandards des Bundesjugendministeriums betonen unter anderem, dass Ziele, Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen von Beteiligungsprozessen transparent sein sollen, dass Entscheidungen nach Abschluss eines Prozesses offengelegt werden sollen und dass Beteiligungsprozesse ausgewertet und dokumentiert werden sollen. Für den Beteiligungsmonitor sind genau diese Punkte zentral.


Ein Beispiel aus einer realen Verwaltungsdokumentation

Als zusätzliche Orientierung kann eine veröffentlichte kommunale Sitzungsvorlage betrachtet werden. In einer Ingelheimer Vorlage zum Programm „Jugend entscheidet“ wurde beschrieben, dass Jugendliche eine Entscheidungsfrage bearbeiten und ein Votum abgeben sollten, dem der Stadtrat folgen sollte. Eine solche schriftliche Festlegung ist wesentlich aussagekräftiger für die tatsächliche Einflussstufe als die bloße Formulierung „Jugendliche machen mit“.

Öffentliche Verwaltungsdokumentation der Stadt Ingelheim – Beispiel einer Sitzungsvorlage

Quellenkritischer Hinweis: Diese Vorlage ist ein reales Verwaltungsdokument zu einem konkreten damaligen Verfahren. Sie ist hier ein methodisches Beispiel. Sie beweist weder den Ablauf des fiktiven Lindenbrück-Projekts noch, dass jede Kommune gleich vorgeht.


Das Produkt: ein lesbarer Beteiligungsmonitor

Ein guter Monitor soll von einer Person verstanden werden können, die nicht am Workshop teilgenommen hat. Er braucht deshalb eindeutige Statusangaben, Datumsfelder, Quellen und sichtbare Unsicherheiten.


Statussystem

Status Bedeutung
OFFEN Information oder Entscheidung fehlt noch.
GEKLÄRT Zuständigkeit oder Verfahrensregel ist belegt.
ZUGESAGT Eine Einflussmöglichkeit wurde verbindlich angekündigt, aber noch nicht ausgeübt.
IN BETEILIGUNG Das Beteiligungsverfahren läuft.
ENTSCHIEDEN Eine Entscheidung liegt vor.
UMGESETZT Die beschlossene Maßnahme wurde realisiert.
WIRKUNG GEPRÜFT Es liegen nachträgliche Beobachtungen oder Befragungsdaten vor.
ÜBERFÄLLIG Ein angekündigter Termin ist verstrichen, ohne dass die erwartete Rückmeldung oder Entscheidung dokumentiert ist.
UNSICHER Die Datenlage erlaubt noch keine sichere Angabe.

Die Statuswörter funktionieren auch ohne Farbcodierung und sind deshalb leichter barrierearm darstellbar.


Ausgefüllter Beteiligungsmonitor für das fiktive Projekt

Nr. Vorschlag oder Teilfrage Betroffene Gruppe Zuständige Stelle Zugesagte Einflussstufe Tatsächlich beobachtete Einflussstufe Entscheidungstermin Rückmeldung Spätere Wirkung Datenherkunft Status Unsicherheit
1 Grundidee: wettergeschützter Jugendtreff im Mühlenpark Jugendliche 12–17, Anwohnende, Sportverein, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen Gemeinderat Anhörung Anhörung 18.03.2026 Idee wird in die Standortprüfung aufgenommen noch nicht prüfbar fiktiver Projektantrag vom 15.01.2026 und fiktives Sitzungsprotokoll ENTSCHIEDEN keine für die Aufnahme in die Prüfung
2 Standort am nordöstlichen Parkrand Jugendliche, direkte Nachbarschaft, Sportverein Gemeinderat Anhörung Mitberatung 22.05.2026 Standort wird nach Workshop und Fachprüfung bestätigt; Lärmschutzauflagen werden ergänzt später zu prüfen fiktives Werkstattprotokoll, fiktive Fachnotiz, fiktiver Ratsbeschluss ENTSCHIEDEN Einfluss der Jugendvorschläge auf einzelne Auflagen nur teilweise rekonstruierbar
3 Ausstattung aus drei zulässigen Varianten auswählen Jugendliche 12–17 Jugendabstimmung im übertragenen Rahmen; Gemeinderat hat Rahmen vorher beschlossen Mitentscheidung Mitentscheidung 12.06.2026 Variante B erhält die meisten gültigen Stimmen und wird entsprechend der vorherigen Zusage beauftragt Umsetzung folgt fiktiver Ratsbeschluss zur Delegation, fiktives Abstimmungsprotokoll ENTSCHIEDEN geringe Unsicherheit; Stimmenzahl und Verfahrensregel liegen vor
4 Nutzungsregeln für Abendstunden Jugendliche, Anwohnende Jugendbüro und Ordnungsamt innerhalb kommunaler Vorgaben Mitberatung Mitberatung 03.07.2026 gemeinsam formulierter Entwurf wird übernommen; gesetzliche Ruhezeiten bleiben unberührt Beschwerden werden drei Monate beobachtet fiktives Aushandlungsprotokoll ENTSCHIEDEN spätere Akzeptanz noch offen
5 Bau und Freigabe des Treffpunkts alle Nutzenden Bauamt Information Information 15.09.2026 Freigabe erfolgt am 18.09.2026 nach technischer Abnahme Nutzung kann beobachtet werden fiktive Abnahmenotiz und Projektmeldung UMGESETZT keine Aussage über Wirkung allein aus der Fertigstellung
6 Wirkung nach drei Monaten Jugendliche, Anwohnende, Verwaltung Jugendbüro koordiniert Evaluation Mitberatung Mitberatung 18.12.2026 Ergebnisse werden öffentlich zusammengefasst und gemeinsam besprochen siehe Wirkungscheck fiktive Kurzbefragung und fiktive Beobachtungsdaten WIRKUNG GEPRÜFT Wirkungshinweise vorhanden, aber keine sichere Kausalität


Entscheidend: zugesagter und tatsächlicher Einfluss stehen getrennt

Die beiden Spalten dürfen nicht zusammengelegt werden. Ein Verfahren kann als Mitentscheidung angekündigt werden und später faktisch nur eine Anhörung sein. Umgekehrt kann aus einer zunächst geplanten Anhörung durch politische Beschlüsse ein stärkerer Einfluss entstehen.

Für die Bewertung gilt daher:

  1. Zusage prüfen: Gibt es einen Beschluss, eine Verfahrensbeschreibung oder eine andere belastbare Festlegung?
  2. Handlung prüfen: Was durften Jugendliche tatsächlich tun?
  3. Entscheidung prüfen: Wer traf die verbindliche Entscheidung?
  4. Abweichung markieren: Wenn Zusage und Praxis auseinanderfallen, muss das ausdrücklich im Monitor stehen.


Beispiel einer ehrlichen Statuskorrektur

Angenommen, die Gemeinde kündigt eine Rückmeldung bis zum 10. April an. Am 15. April liegt noch nichts vor. Dann ist der korrekte Status nicht „abgelehnt“, „angenommen“ oder „in Bearbeitung“, wenn dafür kein Beleg vorliegt. Der korrekte Eintrag lautet:

Feld Eintrag
Erwartete Rückmeldung 10.04.2026
Tatsächlicher Stand Keine dokumentierte Rückmeldung bis 15.04.2026
Status ÜBERFÄLLIG
Nächster Prüfschritt Zuständige Stelle nach dem Stand und einem neuen Termin fragen
Unsicherheit Grund der Verzögerung unbekannt

Das ist kein „schlechterer“ Monitor. Es ist ein ehrlicherer Monitor.


Eigene Materialien für die Werkstatt

Alle folgenden Materialien sind eigens für diesen Kurs erstellt und können unmittelbar verwendet werden.


Material A: Projektkarte

Feld Arbeitsauftrag
Projektname Gib einen kurzen, eindeutigen Namen an.
Vorschlag Formuliere in einem Satz, was verändert werden soll.
Betroffene Nenne Gruppen, die einen Nutzen, Aufwand, ein Risiko oder einen Nachteil haben können.
Eigentum oder Zuständigkeit Kläre, wem Fläche, Gebäude oder Aufgabe zugeordnet ist.
Entscheidung Formuliere genau, worüber entschieden werden soll.
Grenzen Notiere bekannte rechtliche, finanzielle, räumliche oder zeitliche Grenzen.
Noch offen Markiere ungeklärte Punkte ausdrücklich.


Material B: Zuständigkeitscheck

Beantworte nacheinander:

  1. Wer kann den Vorschlag politisch beschließen?
  2. Wer verwaltet das Geld?
  3. Wer prüft technische oder rechtliche Voraussetzungen?
  4. Wer organisiert die Beteiligung?
  5. Wer muss eine Rückmeldung geben?
  6. Welche dieser Stellen darf tatsächlich eine verbindliche Entscheidung treffen?

Wenn eine Antwort nicht belegt ist, schreibe UNSICHER und notiere, wie Du die Information prüfen würdest.


Material C: Einflusscheck

Frage Ja Nein Folgerung
Dürfen Jugendliche nur Informationen erhalten? Information möglich
Dürfen Jugendliche ihre Meinung abgeben? mindestens Anhörung möglich
Arbeiten Jugendliche an Optionen und Änderungen mit? Mitberatung möglich
Ist vorher verbindlich festgelegt, dass ihr Votum für einen abgegrenzten Teil wirksam wird? Mitentscheidung möglich
Ist ein Entscheidungsbereich einschließlich Ressourcen eigenständig übertragen? Selbstentscheidung möglich


Material D: Belegkarte

Feld Eintrag
Behauptung
Quelle
Quellenart Gesetz, Behördeninformation, Protokoll, Beschluss, Befragung, Pressebericht, Social Media oder andere
Datum
Fundstelle
Was belegt die Quelle sicher?
Was bleibt offen?
Unsicherheit niedrig, mittel oder hoch mit kurzer Begründung
Medien- oder Nutzungsrechte falls ein Medium verwendet wird


Material E: Rückmeldungsprotokoll

Punkt Eintrag
Datum der Anfrage
Adressierte Stelle
Vereinbarter Antworttermin
Datum der tatsächlichen Antwort
Ergebnis
Begründung
Bezug auf Jugendvorschläge
Neuer Termin oder nächster Schritt
Beleg


Material F: Wirkungscheck

Ein Projekt ist nicht schon deshalb wirksam, weil es gebaut oder beschlossen wurde. Für den Wirkungscheck brauchst Du eine Ausgangslage, eine spätere Beobachtung und eine vorsichtige Interpretation.

Prüffeld Leitfrage
Ausgangslage Wie war die Situation vor der Umsetzung?
Beobachtung danach Was hat sich messbar oder nachvollziehbar verändert?
Perspektiven Wie bewerten Jugendliche, Anwohnende und andere Betroffene die Veränderung?
Vergleichbarkeit Wurden ähnliche Zeiträume, Orte oder Gruppen verglichen?
Alternative Erklärung Könnte Wetter, Jahreszeit, Veranstaltung, Schulferien oder etwas anderes die Veränderung erklären?
Schluss Ist nur eine Beobachtung möglich oder ein belastbarer Wirkungshinweis?


Fiktiver Wirkungsdatensatz zum Treffpunkt Mühlenpark

Die folgenden Daten sind synthetische Übungsdaten. Sie stammen nicht aus einer realen Gemeinde.

Indikator Vor Umsetzung Drei Monate nach Freigabe Vorsichtige Interpretation
Jugendliche, die sich in sechs vergleichbaren Beobachtungsfenstern länger als zehn Minuten am Ort aufhielten durchschnittlich 11 durchschnittlich 19 Nutzung ist höher; eine Ursache allein durch den neuen Treffpunkt ist damit noch nicht bewiesen.
Befragte Jugendliche 42 68 Unterschiedliche Stichprobengröße erschwert direkte Prozentvergleiche.
Aussage „Hier gibt es einen passenden Ort zum Treffen“ 12 von 42 stimmen eher oder ganz zu 45 von 68 stimmen eher oder ganz zu deutlicher Hinweis auf verbesserte Wahrnehmung des Angebots
dokumentierte Beschwerden wegen Lärm im Beobachtungszeitraum 2 3 absolute Zahl steigt leicht; ohne gleiche Beobachtungsdauer und Kontext ist keine starke Aussage möglich.

E-Niveau: Formuliere eine Aussage, die durch diese Daten gestützt wird, und eine Aussage, die durch diese Daten nicht sicher gestützt wird.


Werkstattablauf


Phase 1: Vom Wunsch zur prüfbaren Frage

Zeitbedarf: ungefähr 45 Minuten.

Du liest den Fall, markierst den Vorschlag und formulierst daraus Teilentscheidungen. Statt „Wir wollen einen Treffpunkt“ entstehen beispielsweise die Fragen: Soll der Mühlenpark Standort werden? Welches Budget wird bereitgestellt? Welche Ausstattung wird gewählt? Welche Nutzungsregeln gelten?

Einstieg: Teilfragen markieren und Betroffene zuordnen.

M: Für jede Teilfrage eine zuständige Stelle begründen.

E: Prüfen, ob unterschiedliche Teilfragen unterschiedliche Rechts- oder Entscheidungswege besitzen.


Phase 2: Einfluss sichtbar machen

Zeitbedarf: ungefähr 45 Minuten.

Vergleiche für jede Teilfrage die angekündigte Beteiligungsform mit der tatsächlichen Entscheidungsmacht. Verwende das Arbeitsmodell der Einflussstufen. Schreibe nicht automatisch „Mitbestimmung“, nur weil Jugendliche an einem Workshop teilnehmen.

Prüfsatz: „Die Jugendlichen konnten bei dieser Teilfrage ... und deshalb ordnen wir die Einflussstufe ... zu.“


Phase 3: Monitor bauen

Zeitbedarf: ungefähr 45 Minuten.

Trage Termine, Rückmeldungen, Belege, Status und Unsicherheiten ein. Eine leere Zelle ist möglichst zu vermeiden. Wenn etwas unbekannt ist, steht dort UNSICHER oder OFFEN.

Medienhinweis: Wikimedia Commons nennt für dieses Foto Leonhard Lenz als Urheber und die Lizenz CC BY 4.0. Bei Weiterverwendung sind Namensnennung und Lizenzbedingungen zu beachten.


Phase 4: Rückmeldung und Wirkung prüfen

Zeitbedarf: ungefähr 45 Minuten.

Ein Beteiligungsprozess endet nicht mit einer Abstimmung. Prüfe, ob die Entscheidung erklärt wurde, ob Abweichungen begründet wurden, ob die Umsetzung erfolgte und ob später Wirkungsdaten vorliegen.

Die Qualitätsstandards des Bundesjugendministeriums nennen Transparenz, Offenlegung der Entscheidungen, Evaluation und Dokumentation als wichtige Qualitätsmerkmale. Der Monitor macht diese Punkte sichtbar.


Drei beleggestützte Auswahlaufgaben

Diese drei Aufgaben sind bewusst kurz und eindeutig. Jede Aufgabe besitzt vier plausible Optionen, zwei Hilfestufen, eine Belegstelle und eine erläuterte Lösung.


Auswahlaufgabe 1: Anhörung oder Mitentscheidung?

Welche Dokumentation belegt am stärksten, dass Jugendliche bei der Ausstattung tatsächlich mitentscheiden dürfen?

Option Aussage
A Das Jugendbüro lädt zu einem Ideenworkshop ein.
B Der Gemeinderat beschließt vorher, dass das Ergebnis einer Jugendabstimmung zwischen drei fachlich zulässigen Varianten verbindlich umgesetzt wird.
C Jugendliche dürfen ihre Lieblingsvariante auf Karten schreiben.
D Die Verwaltung verspricht, alle Vorschläge aufmerksam zu lesen.

Hilfestufe 1: Suche nach einer Formulierung, die nicht nur Beteiligung erlaubt, sondern die Wirkung des Jugendvotums vorher festlegt.

Hilfestufe 2: Frage: Wer könnte nach dem Jugendvotum noch frei eine andere Ausstattungsvariante wählen?

Belegstelle: Mitwirkung mit Wirkung, besonders die Abschnitte zur Transparenz der Möglichkeiten und Grenzen sowie zur Unterscheidung konsultativer Beteiligung von Mitwirkung an letztendlichen Entscheidungen.

Lösung und Erklärung: B ist richtig. Dort ist die Bindungswirkung vorab geregelt. A, C und D können sinnvolle Beteiligungsformen sein, geben aber für sich genommen keine verbindliche Mitentscheidung. Eine Anhörung kann ernst gemeint sein und dennoch bleibt die Letztentscheidung bei einer anderen Stelle.


Auswahlaufgabe 2: Welcher Status ist korrekt?

Die Gemeinde hat eine Rückmeldung bis 10. April angekündigt. Am 15. April gibt es weder Antwort noch neuen Termin. Welcher Statuseintrag ist am saubersten?

Option Aussage
A Abgelehnt
B ÜBERFÄLLIG – Rückmeldung ausstehend
C Angenommen
D Wahrscheinlich noch in Bearbeitung

Hilfestufe 1: Trenne gesicherte Information von Vermutung.

Hilfestufe 2: Du weißt sicher nur, dass ein Termin verstrichen ist und keine dokumentierte Antwort vorliegt.

Belegstelle: Mitwirkung mit Wirkung, Abschnitt zur Transparenz: Werden Ergebnisse nicht zeitnah umgesetzt, sollen Beteiligte über Gründe für Verzögerungen informiert werden.

Lösung und Erklärung: B ist richtig. A und C behaupten eine Entscheidung ohne Beleg. D ist eine plausible Vermutung, aber kein gesicherter Status. Ein guter Monitor zeigt die Informationslücke sichtbar.


Auswahlaufgabe 3: Welche Quelle prüfst Du zuerst?

Du willst für eine Kommune in Baden-Württemberg prüfen, ob § 41a GemO tatsächlich eine Pflicht zur Jugendbeteiligung enthält. Welche Quelle ist dafür am stärksten?

Option Aussage
A der aktuelle Gesetzestext im offiziellen Landesrechtsportal Baden-Württemberg
B ein Kommentar unter einem Social-Media-Beitrag
C ein Zeitungsmeinungsbeitrag
D eine Wikipedia-Zusammenfassung

Hilfestufe 1: Gesucht ist der verbindliche Wortlaut einer Rechtsnorm.

Hilfestufe 2: Eine Primärquelle zeigt den Gesetzestext selbst, nicht nur eine Zusammenfassung darüber.

Belegstelle: Landesrecht Baden-Württemberg, § 41a GemO.

Lösung und Erklärung: A ist richtig. Für den verbindlichen Wortlaut ist der amtliche Gesetzestext die stärkste Quelle. Wikipedia, Presse und Social Media können beim Einstieg oder bei der Suche nach Streitfragen helfen, ersetzen aber die Prüfung des Gesetzestexts nicht.


Freie Urteile: offen entscheiden, aber nachvollziehbar begründen

Bei Werturteilen gibt es in diesem Kurs keine versteckte Mustermeinung. Ein gutes Urteil ist nicht deshalb gut, weil es für oder gegen einen Jugendvorschlag ausfällt. Es ist gut, wenn Fakten, Kriterien, Abwägung und Unsicherheiten erkennbar sind.


Urteilsmodell

Nutze dieses Modell:

Schritt Leitfrage
1. Sachlage Welche Tatsachen sind belegt, welche noch unsicher?
2. Betroffene Welche Gruppen und Rechte oder Interessen sind berührt?
3. Zuständigkeit Wer darf rechtlich oder organisatorisch entscheiden?
4. Beteiligungsversprechen Welche Einflussstufe wurde vorher zugesagt?
5. Kriterien Welche Kriterien sind für die Entscheidung wichtig?
6. Abwägung Welche Kriterien sprechen wofür und wie stark?
7. Urteil Welche Lösung hältst Du unter diesen Voraussetzungen für am besten begründet?
8. Restunsicherheit Welche neue Information könnte Dein Urteil verändern?


Prüfkriterien für freie Urteile

Geeignete Kriterien sind unter anderem:

  1. Transparenz: Waren Regeln, Grenzen und Termine vorher klar?
  2. Inklusion: Konnten unterschiedliche betroffene Jugendliche teilnehmen?
  3. Verbindlichkeit: Wurde eine zugesagte Einflussstufe eingehalten?
  4. Zuständigkeit: Hat die entscheidende Stelle die Befugnis für die Entscheidung?
  5. Verhältnismäßigkeit: Werden unterschiedliche Interessen angemessen berücksichtigt?
  6. Umsetzbarkeit: Sind Geld, Zeit, Sicherheit und rechtliche Grenzen beachtet?
  7. Reversibilität: Kann eine Lösung erprobt und später verändert werden?
  8. Evaluation: Gibt es einen Plan, die Wirkung später zu prüfen?

Offener Urteilsauftrag: Soll der Gemeinderat den Standort am Mühlenpark bestätigen, wenn Jugendliche ihn deutlich bevorzugen, einige direkte Anwohnende aber Lärmbedenken vortragen? Nutze mindestens vier Kriterien. Es gibt keine vorgegebene Endposition.


Transferfall: Später Bus am Freitag

Eine Jugendgruppe fordert freitags eine zusätzliche Busverbindung um 22:30 Uhr vom Bahnhof in mehrere Ortsteile. Dieser Fall unterscheidet sich vom Treffpunktprojekt, weil Zuständigkeiten im öffentlichen Nahverkehr je nach Region anders organisiert sein können.


Transfermonitor mit bewusst markierten Unsicherheiten

Feld Vorläufiger Eintrag
Vorschlag zusätzliche Freitagabendverbindung um 22:30 Uhr
Betroffene Gruppe Jugendliche ohne Auto, Eltern, andere Fahrgäste, Verkehrsunternehmen, Aufgabenträger
Zuständige Stelle UNSICHER – zunächst lokalen ÖPNV-Aufgabenträger und Verkehrsverbund prüfen
Einflussstufe OFFEN – noch keine Verfahrenszusage
Entscheidungstermin OFFEN
Rückmeldung noch nicht vorhanden
Spätere Wirkung erst nach möglicher Einführung prüfbar
Datenherkunft fiktiver Transferfall
Nächster Beleg Fahrplanverantwortung, Gremienzuständigkeit, Kostenrahmen und Beteiligungsverfahren

Transferfrage M: Welche Felder kannst Du erst nach einer Recherche ausfüllen?

Transferfrage E: Entwirf einen Wirkungscheck, der nicht nur Fahrgastzahlen betrachtet, sondern auch Zugänglichkeit, Sicherheitsempfinden und die Frage, ob Jugendliche ohne private Fahrmöglichkeit tatsächlich profitieren.


Datenherkunft, Unsicherheit und Medienrechte


Datenherkunft

Jeder Eintrag soll erkennen lassen, woher er stammt. Geeignete Herkunftsangaben sind beispielsweise Ratsbeschluss, Protokoll, E-Mail der zuständigen Stelle, veröffentlichter Verwaltungsbericht, Befragung, Beobachtungsbogen oder eigenes Projektdokument.

Bei diesem Kurs gilt:

  1. Alle Angaben zu Lindenbrück und zum Treffpunkt Mühlenpark sind fiktives Unterrichtsmaterial.
  2. Die genannten Gesetze, Behördenpublikationen, Museumsseiten und Wikimedia-Commons-Dateien sind reale externe Quellen.
  3. Fiktive Protokolle werden nicht als Originalzitate realer Behörden ausgegeben.
  4. Synthetische Übungsdaten werden ausdrücklich als solche gekennzeichnet.


Unsicherheit kennzeichnen

Nutze Formulierungen wie:

  1. belegt: Eine belastbare Quelle liegt vor.
  2. vorläufig: Eine Angabe ist plausibel, aber noch nicht abschließend bestätigt.
  3. unsicher: Quellen widersprechen sich oder sind unvollständig.
  4. nicht belegt: Es liegt nur eine Vermutung vor.
  5. nicht kausal nachweisbar: Eine Veränderung wurde beobachtet, aber die Ursache ist nicht sicher zuzuordnen.


Medienrechte

Medienhinweis: Wikimedia Commons weist für YouthParliamentgroup.jpg den Urheber bzw. die Quelle European Youth Parliament und die Lizenz CC BY-SA 4.0 aus. Bei einer Bearbeitung gelten die Bedingungen der Lizenz einschließlich Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen.

Für die in diesem Kurs eingebetteten YouTube-Videos gilt: Die Videos dürfen nicht allein deshalb frei kopiert, verändert oder neu veröffentlicht werden, weil sie über YouTube eingebettet werden können. Prüfe vor einer Nachnutzung stets die jeweilige Rechteangabe auf der Plattform.

Dieses weitere Video zum Programm „Jugend entscheidet“ kann als Vergleich dienen: Achte beim Ansehen besonders darauf, ob nur über Mitsprache gesprochen wird oder ob eine konkrete politische Entscheidung an Jugendliche übertragen wird.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was zeigt am deutlichsten eine echte Mitentscheidung? (Ein Jugendvotum ist für einen vorher festgelegten Teil verbindlich) (!Jugendliche erhalten einen Informationsflyer) (!Jugendliche dürfen einen Wunschzettel ausfüllen) (!Jugendliche werden zu einer Eröffnung eingeladen)




Was gehört zwingend in den Beteiligungsmonitor dieses Kurses? (Die zuständige Stelle) (!Die Lieblingsfarbe der Projektgruppe) (!Der private Wohnort aller Teilnehmenden) (!Die Zahl der Social Media Follower)




Welcher Status passt zu einem verstrichenen Rückmeldetermin ohne Antwort? (ÜBERFÄLLIG) (!ENTSCHIEDEN) (!UMGESETZT) (!WIRKUNG GEPRÜFT)




Was ist bei einer Anhörung typisch? (Eine andere Stelle trifft die Letztentscheidung) (!Das Jugendvotum ist immer automatisch verbindlich) (!Jugendliche besitzen immer ein eigenes Budget) (!Die Verwaltung darf keine Rückfragen stellen)




Warum werden zugesagter und tatsächlicher Einfluss getrennt dokumentiert? (Damit Abweichungen sichtbar werden) (!Damit Termine entfallen können) (!Damit Belege überflüssig werden) (!Damit Zuständigkeiten geheim bleiben)




Welche Quelle eignet sich am besten für den Wortlaut eines Gesetzes? (Ein amtliches Rechtsportal) (!Ein privater Kommentar) (!Ein Werbeplakat) (!Ein zufälliger Kurzclip)




Was bedeutet der Status WIRKUNG GEPRÜFT? (Es liegen nachträgliche Beobachtungen oder Befragungsdaten vor) (!Das Projekt wurde nur vorgeschlagen) (!Die Zuständigkeit ist noch völlig unbekannt) (!Die Abstimmung wurde abgesagt)




Welche Aussage zu Wirkungsdaten ist fachlich vorsichtig? (Eine beobachtete Veränderung beweist nicht automatisch ihre Ursache) (!Jede Veränderung nach dem Projekt wurde sicher vom Projekt verursacht) (!Eine Befragung braucht keine Beschreibung der Stichprobe) (!Jahreszeiten spielen bei Beobachtungen nie eine Rolle)




Warum werden Unsicherheiten ausdrücklich notiert? (Damit Vermutungen nicht als gesicherte Fakten erscheinen) (!Damit der Monitor länger aussieht) (!Damit Entscheidungen beliebig werden) (!Damit Quellen nicht mehr geprüft werden müssen)




Was ist im Transferfall zum späten Bus zuerst zu klären? (Wer vor Ort für die Entscheidung zuständig ist) (!Welche Farbe der Bus haben soll) (!Wie viele Seiten der Monitor erhält) (!Welches Museum am weitesten entfernt ist)





Memory

Anhörung Meinung wird gehört, Letztentscheidung bleibt anderswo
Mitentscheidung verbindlicher Einfluss in einem vorher festgelegten Rahmen
Zuständigkeit Stelle mit Entscheidungs- oder Prüfkompetenz
Rückmeldung Information über Ergebnis und Begründung
Wirkungscheck spätere Prüfung beobachtbarer Veränderungen
Belegkarte Dokumentation von Quelle und Aussagekraft
ÜBERFÄLLIG angekündigter Termin ist ohne dokumentierte Rückmeldung verstrichen
Unsicherheit Grenze dessen, was durch die Daten sicher gesagt werden kann





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Anhörung Jugendliche geben ihre Sicht ab, eine andere Stelle entscheidet
Mitentscheidung Jugendvotum wirkt in einem vorher festgelegten Bereich verbindlich
Rückmeldung Entscheidung und Begründung werden den Beteiligten mitgeteilt
Evaluation Ergebnisse und Verfahren werden später überprüft
Zuständigkeit Wer die jeweilige Entscheidung treffen oder Prüfung vornehmen darf






Kreuzworträtsel

Anhörung Wie heißt eine Beteiligungsform, bei der Jugendliche gehört werden, aber nicht zwingend letztentscheiden?
Rückmeldung Wie heißt die Information über Entscheidung und Begründung nach einem Beteiligungsschritt?
Wirkung Welcher Begriff bezeichnet eine spätere beobachtbare Veränderung?
Zuständigkeit Welcher Begriff klärt, welche Stelle entscheiden darf?
Transparenz Welcher Begriff beschreibt nachvollziehbare Regeln, Grenzen und Termine?
Mitentscheidung Wie heißt verbindlicher gemeinsamer Einfluss auf einen festgelegten Entscheidungsteil?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein Beteiligungsmonitor macht einen Beteiligungsprozess

. Eine reine Einladung zu einem Workshop beweist noch keine

. Bei einer

können Jugendliche ihre Sicht einbringen, während die Letztentscheidung bei einer anderen Stelle liegt. Vor einer Bewertung muss die

geklärt werden. Ein angekündigter, aber verstrichener Antworttermin erhält den Status

. Nach einer Entscheidung ist eine verständliche

wichtig. Eine spätere Veränderung wird im

untersucht. Beobachtete Unterschiede dürfen nicht automatisch als sichere

ausgegeben werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Projektkarte: Entwirf für einen eigenen fiktiven Jugendtreff eine Projektkarte mit Vorschlag, Betroffenen und drei offenen Fragen.
  2. Statussystem: Schreibe zu fünf vorgegebenen Projektereignissen jeweils einen passenden Status und begründe ihn in einem Satz.
  3. Betroffenenanalyse: Zeichne eine einfache Karte aller Gruppen, die vom Treffpunkt Mühlenpark betroffen sein könnten.
  4. Quellencheck: Ordne sechs Beispielquellen den Kategorien Primärquelle, Behördeninformation, Medienbericht oder Projektdokument zu.


Standard

  1. Beteiligungsmonitor: Erstelle für ein selbst gewähltes Schul- oder Jugendprojekt einen vollständigen leeren Monitor und fülle mindestens vier Zeilen mit fiktiven, klar gekennzeichneten Übungsdaten.
  2. Anhörung und Mitentscheidung: Schreibe zwei kurze Verfahrensregeln zum selben Projekt, einmal als Anhörung und einmal als echte Mitentscheidung.
  3. Rückmeldungsbrief: Formuliere eine jugendgerechte Rückmeldung einer zuständigen Stelle, die Annahme, Ablehnung oder Änderung eines Vorschlags nachvollziehbar begründet. Kennzeichne den Text ausdrücklich als Übungsmaterial.
  4. Wirkungsindikatoren: Entwickle vier Indikatoren, mit denen drei Monate später geprüft werden könnte, ob ein neuer Treffpunkt tatsächlich genutzt und akzeptiert wird.


Schwer

  1. Beteiligungsaudit: Prüfe einen selbst erfundenen Beteiligungsprozess darauf, ob angekündigte und tatsächliche Einflussstufen übereinstimmen, und dokumentiere jede Abweichung.
  2. Quellenkritik: Vergleiche für eine Beteiligungsfrage einen Gesetzestext, eine Behördenbroschüre und einen Pressebeitrag. Erkläre, welche Aussage durch welche Quelle am besten belegt wird.
  3. Transferanalyse: Übertrage den Monitor auf den Fall „Später Bus am Freitag“ und markiere mindestens drei Punkte, die ohne lokale Recherche unsicher bleiben.
  4. Urteilswerkstatt: Verfasse ein offenes Urteil zum Standort des Jugendtreffs. Nutze mindestens vier Prüfkriterien, nenne ein Gegenargument zu Deiner eigenen Position und beschreibe eine Information, die Dein Urteil verändern könnte.




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Lernkontrolle

  1. Einflussanalyse: Eine Schule veranstaltet einen Workshop zur Neugestaltung des Schulhofs. Die Schulleitung entscheidet anschließend allein. Beurteile, welche Einflussstufe tatsächlich vorliegt und welche zusätzliche Regel nötig wäre, damit eine echte Mitentscheidung entsteht.
  2. Monitorprüfung: In einem Beteiligungsmonitor steht „Projekt erfolgreich“, aber es fehlen Rückmeldung und Wirkungsdaten. Erkläre, welche Felder nachgetragen werden müssen und warum die Aussage „erfolgreich“ zu früh ist.
  3. Konfliktfall: Jugendliche wünschen längere Öffnungszeiten eines Jugendhauses, Mitarbeitende verweisen auf Personalgrenzen. Entwickle ein Beteiligungsverfahren, das transparent macht, worüber mitentschieden werden kann und worüber nicht.
  4. Belegkritik: Eine Projektgruppe beruft sich für eine angebliche gesetzliche Pflicht nur auf einen Social-Media-Post. Beschreibe einen besseren Prüfweg und ordne die nötigen Quellen nach Belegstärke.
  5. Wirkungstransfer: Nach Einrichtung eines Jugendtreffs steigt die Zahl der beobachteten Jugendlichen im Park. Nenne mindestens drei alternative Erklärungen und entwirf eine bessere Evaluation.
  6. Demokratieurteil: Prüfe die Aussage „Je höher die Einflussstufe, desto demokratischer ist jedes Verfahren“. Entwickle ein differenziertes Urteil unter Berücksichtigung von Zuständigkeit, Recht, Schutzinteressen, Transparenz und Verbindlichkeit.


Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du:

  1. einen vollständigen Beteiligungsmonitor verständlich aufbauen kannst,
  2. Anhörung, Mitberatung und Mitentscheidung begründet unterscheiden kannst,
  3. zugesagten und tatsächlichen Einfluss getrennt dokumentierst,
  4. eine zuständige Stelle nicht nur behauptest, sondern mit einer geeigneten Quelle prüfst,
  5. Entscheidungstermine und überfällige Rückmeldungen sichtbar machst,
  6. Rückmeldungen auf konkrete Vorschläge beziehst,
  7. Wirkungsdaten vorsichtig interpretierst,
  8. Unsicherheiten und Datenherkunft kennzeichnest,
  9. Medienrechte bei verwendeten Bildern und Videos beachtest,
  10. ein freies Urteil nach offengelegten Kriterien begründen kannst.




OERs zum Thema

Die Wikipedia-Seite kann zur Orientierung und Begriffsrecherche verwendet werden. Für rechtlich verbindliche Aussagen solltest Du anschließend die einschlägigen Primärquellen prüfen.



Verknüpfte Lernbereiche


Quellen und Nachweise

  1. Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz: § 8 SGB VIII – Beteiligung von Kindern und Jugendlichen.
  2. Landesrecht Baden-Württemberg: § 41a Gemeindeordnung – Beteiligung von Kindern und Jugendlichen.
  3. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Mitwirkung mit Wirkung – Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendbeteiligung.
  4. Deutsches Historisches Museum: Demokratie-Labor – archiviertes Angebot ab Klasse 7.
  5. Stiftung Haus der Geschichte: Du bist Teil der Geschichte.
  6. Stadt Ingelheim: öffentliche Sitzungsvorlage als Beispiel kommunaler Verfahrensdokumentation.
  7. Wikimedia Commons: Foto BKJ Seminargruppe Workshop.jpg, CC BY-SA 4.0.
  8. Wikimedia Commons: Session zur politischen Teilhabe junger Menschen, Leonhard Lenz, CC BY 4.0.
  9. Wikimedia Commons: YouthParliamentgroup.jpg, European Youth Parliament, CC BY-SA 4.0.


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