Barocke Schmiedekunst und Schmiedekultur des 18. Jahrhunderts


Barocke Schmiedekunst und Schmiedekultur des 18. Jahrhunderts
Barocke Schmiedekunst und Schmiedekultur des 18. Jahrhunderts
Die barocke Schmiedekunst verband im 18. Jahrhundert technische Meisterschaft, architektonische Funktion und repräsentative Gestaltung. Tore, Gitter, Geländer, Balkone, Chorschranken, Wirtshausschilder, Leuchter und Beschläge wurden aus erhitztem Eisen geformt und zu komplexen Kompositionen verbunden. An Schlössern, Kirchen, Klöstern, Rathäusern und Bürgerhäusern zeigten solche Arbeiten nicht nur handwerkliches Können, sondern auch gesellschaftlichen Rang, religiöse Ordnung und politische Macht.
Einleitung
Wenn Du ein barockes Gitter betrachtest, siehst Du zunächst geschwungene Linien, Blätter, Muscheln, Kronen oder Wappen. Hinter dieser Wirkung stehen jedoch zahlreiche Arbeitsschritte: Entwurf, Materialauswahl, Erhitzen, Ausschmieden, Biegen, Spalten, Lochen, Feuerschweißen, Montieren und Oberflächenbehandlung. Die fertige Arbeit musste zugleich stabil, dauerhaft, passgenau und künstlerisch überzeugend sein.
Im 18. Jahrhundert war die Schmiedekunst eng mit dem Barock, dem Rokoko, der höfischen Repräsentation, der Architektur und dem städtischen Zunftwesen verbunden. Besonders aufwendig gestaltete Gitter regelten den Zugang zu Höfen, Gärten und Kirchenräumen. Sie trennten Räume, ließen aber Licht und Blicke hindurch. Dadurch konnten sie gleichzeitig Grenze, Schmuck, Bühne und Herrschaftszeichen sein.
Das Video zeigt die Arbeitswelt einer rekonstruierten Schmiede des 18. Jahrhunderts. Achte auf die Arbeitsteilung, die Werkzeuge, den Umgang mit dem Feuer und die körperliche Abstimmung der Beteiligten.
Historischer Rahmen
Barock, Rokoko und Aufklärung
Das 18. Jahrhundert war stilistisch nicht einheitlich. Der monumentale, häufig symmetrische und auf starke Raumwirkung zielende Barock wirkte fort. Seit etwa den 1730er Jahren verbreitete sich das Rokoko, das leichtere, feinere und oft asymmetrische Formen bevorzugte. Gegen Ende des Jahrhunderts gewannen geradlinigere und antikisierende Formen des Klassizismus an Bedeutung.
Für die Schmiedekunst bedeutete dieser Wandel keine plötzliche Ablösung. In vielen Werken mischten sich ältere barocke Voluten mit filigranem Laub- und Bandelwerk, Rocaillen oder später mit klarer geordneten klassizistischen Motiven. Stilbegriffe helfen bei der Beschreibung, doch ein einzelnes Gitter kann mehrere Formensprachen verbinden.
Herrschaft, Kirche und Öffentlichkeit
Große Aufträge kamen häufig von Fürstenhöfen, kirchlichen Institutionen, Stadtverwaltungen und wohlhabenden Bürgern. Ein monumentales Schlosstor inszenierte die Schwelle zwischen öffentlichem Raum und herrschaftlichem Bezirk. Ein Chorgitter strukturierte den Kirchenraum und kennzeichnete unterschiedliche liturgische Bereiche. Balkongitter und Treppengeländer verbanden Sicherheit mit sichtbarer Pracht.
Die Schmiedearbeit war deshalb Teil eines größeren architektonischen Programms. Architekt, Bauherr, Bildhauer, Vergolder, Schlosser und Schmied mussten ihre Entwürfe und Arbeitsabläufe aufeinander abstimmen. Besonders anspruchsvolle Anlagen waren Gemeinschaftswerke vieler spezialisierter Hände.

Werkstatt, Ausbildung und Schmiedekultur
Die Werkstatt als Produktions- und Lernort
Die Schmiede war zugleich Werkstatt, Lager, Ausbildungsort und sozialer Treffpunkt. Ihr Zentrum bildete die Esse, in der das Eisen bis zur geeigneten Schmiedetemperatur erhitzt wurde. Ein Blasebalg oder eine andere Luftzufuhr verstärkte die Verbrennung. Am Amboss erhielt das Werkstück durch gezielte Hammerschläge seine Form. Wasser diente unter anderem zum Kühlen von Werkzeugen und Werkstückabschnitten.
In einer größeren Werkstatt arbeiteten Meister, Gesellen, Lehrlinge und Hilfskräfte zusammen. Schwere oder lange Werkstücke verlangten abgestimmte Bewegungen. Der Meister führte häufig den Handhammer und gab Takt und Schlagstelle vor, während ein Helfer mit dem Vorschlaghammer Kraft einbrachte. Erfahrung zeigte sich nicht nur in der Schlagtechnik, sondern auch im Erkennen der richtigen Glühfarbe, im sparsamen Materialeinsatz und in der Planung der Arbeitsfolge.

Zünfte, Lehre und berufliche Identität
Handwerkliche Produktion war vielerorts durch Zünfte und lokale Ordnungen geregelt. Lehrzeit, Gesellenzeit, Meisterprüfung, Werkstattführung und Zugang zum Markt konnten an festgelegte Bedingungen gebunden sein. Die historischen Berufsgrenzen zwischen Grobschmieden, Schlossern, Zeugschmieden und weiteren Metallhandwerken unterschieden sich je nach Region und Zeit.
Bei kunstvollen Gittern ist deshalb die Bezeichnung Kunstschmied zwar verständlich, historisch aber nicht immer die genaue Berufsbezeichnung. Viele anspruchsvolle Arbeiten wurden von Schlossermeistern oder spezialisierten Werkstätten ausgeführt. Entwurfskompetenz gehörte ebenso zum beruflichen Selbstverständnis wie Materialkenntnis und Werkzeugbeherrschung.
Zeichnung, Musterbuch und Wissenstransfer
Große Gitter wurden nicht improvisiert. Vor der Ausführung entstanden Risse, Detailzeichnungen, Schablonen und Modelle. Ornamentstiche und Musterbücher verbreiteten Formen über Ländergrenzen hinweg. Ein Meister konnte Motive aus Vorlagen übernehmen, verändern und an einen konkreten Bauplatz anpassen.
Die Zeichnung war ein Kommunikationsmittel zwischen Auftraggeber, Architekt und Werkstatt. Sie legte Proportionen, Wiederholungen und Anschlüsse fest. In der Werkstatt halfen Schablonen und Biegevorrichtungen, gleiche Teile zuverlässig herzustellen. Trotzdem blieb jedes handgeschmiedete Element durch Material, Hitze und Hammerschlag leicht individuell.

Werkstoffe, Werkzeuge und Verfahren
Schmiedeeisen als Werkstoff
Historisches Schmiedeeisen war im Vergleich zu modernem Baustahl anders hergestellt und konnte Schlackeneinschlüsse sowie eine faserartige Struktur aufweisen. Für die Formgebung wurde das Metall erhitzt, weil es dann plastischer ist. Die Schmiedin oder der Schmied musste Temperatur, Querschnitt und gewünschte Form aufeinander abstimmen. Zu kaltes Material ließ sich schwer verformen und konnte Schaden nehmen; Überhitzung konnte den Werkstoff ebenfalls beeinträchtigen.
Nicht jedes metallene Bauteil eines historischen Gitters wurde auf dieselbe Weise gefertigt. Neben geschmiedeten Teilen konnten Blech, gegossene Zierelemente, Niete, Schrauben, Bleivergüsse oder vergoldete Metallauflagen vorkommen. Eine genaue Untersuchung unterscheidet Material, Herstellungsweise und spätere Reparaturen.
Zentrale Werkzeuge
- Esse: Feuerstelle zum Erwärmen des Metalls
- Amboss: massive Arbeitsunterlage mit Flächen, Kanten und Öffnungen
- Schmiedehammer: Werkzeug zum Strecken, Stauchen, Glätten und Formen
- Schmiedezange: Haltewerkzeug für heiße Werkstücke
- Meißel: Werkzeug zum Trennen, Spalten und Einsetzen von Konturen
- Dorn: Werkzeug zum Erweitern und Formen von Löchern
- Gesenk: Formwerkzeug für wiederkehrende Profile oder Verzierungen
- Schraubstock: Spannmittel für Biege-, Richt- und Montagearbeiten
Grundlegende Arbeitstechniken
Beim Strecken wird ein Werkstück länger und sein Querschnitt kleiner. Beim Stauchen wird es kürzer und dicker. Durch Biegen entstehen Bögen, Voluten und Gegenkurven. Beim Spalten wird Material längs geteilt, um beispielsweise zwei Ranken aus einem Stab zu entwickeln. Beim Lochen entsteht eine Öffnung ohne bloßes Ausbohren des Materials.
Das Feuerschweißen verbindet ausreichend erhitzte Eisenstücke durch Druck und Hammerschläge. Es erforderte große Erfahrung bei Temperatur, Sauberkeit und Schlagführung. Daneben waren Nietverbindungen besonders wichtig. Ein Niet konnte Bauteile sicher verbinden und zugleich gestalterisch in die Komposition einbezogen werden. Schellen und Bunde fassten Stäbe zusammen, ohne die Linienführung völlig zu verdecken.
Oberfläche und Farbe
Historische Schmiedearbeiten waren nicht zwangsläufig schwarz. Schutzanstriche konnten farbig gefasst sein, und einzelne Ornamente, Wappen oder Kronen wurden vergoldet. Farbe hob die Gliederung hervor und verstärkte die repräsentative Wirkung. Außenobjekte mussten regelmäßig gepflegt werden, weil Feuchtigkeit, Schmutz und beschädigte Beschichtungen Korrosion fördern.
Bei Restaurierungen ist deshalb zu klären, welche Farbschichten ursprünglich sind, welche aus späteren Überarbeitungen stammen und wo Material ersetzt wurde. Ziel ist nicht einfach ein scheinbar neues Aussehen, sondern der begründete Erhalt historischer Substanz.
Formensprache und Gestaltung
Volute, Ranke und Rocaille
Die Volute ist eine spiralig eingerollte Form und gehört zu den wichtigsten Grundmotiven barocker Schmiedearbeit. C- und S-Schwünge lassen sich spiegeln, verschränken und zu rhythmischen Feldern ordnen. Ranken, Blätter, Blüten und Palmetten übersetzen Naturformen in Metall.
Im Rokoko trat die Rocaille hervor: ein meist asymmetrisches Ornament aus muschelartigen, felsigen und pflanzlichen Formen. Seine Linien wirken beweglich und lösen sich teilweise von einer strengen Rahmung. In Schmiedearbeiten mussten solche Formen dennoch konstruktiv tragfähig bleiben. Das Spiel der Linien entstand daher aus dem Zusammenwirken von Ornament und Gerüst.
Symmetrie, Rhythmus und Schwerpunkt
Barocke Anlagen sind häufig axial aufgebaut. Linke und rechte Seite antworten einander, während ein Mittelmotiv den Blick bindet. Wiederholte Stäbe erzeugen Rhythmus; größere Voluten gliedern die Fläche; Wappen, Monogramme oder Kronen setzen einen hierarchischen Schwerpunkt.
Ein gutes Gitter muss aus der Ferne als Gesamtform wirken und aus der Nähe handwerkliche Details bieten. Dichte und offene Partien steuern den Durchblick. Massive Rahmen sichern die Konstruktion, während feinere Ornamente Leichtigkeit vermitteln. Die besondere Qualität liegt im Ausgleich von Stabilität, Lesbarkeit und Bewegung.

Symbolik und soziale Bedeutung
Wappen und Kronen verwiesen auf Herrschaft, Besitz und dynastische Ordnung. Religiöse Zeichen wie Kreuze, Monogramme oder Heiligensymbole kennzeichneten kirchliche Räume. Pflanzenmotive konnten Fruchtbarkeit, Wachstum oder Ruhm andeuten, mussten aber nicht immer eine eindeutige symbolische Botschaft tragen.
Auch ohne konkretes Wappen vermittelte kostbare Schmiedearbeit sozialen Rang. Materialmenge, Arbeitszeit, Vergoldung und technische Schwierigkeit machten den Aufwand sichtbar. Das Gitter wurde damit zum Medium der Selbstdarstellung eines Hofes, einer Kirche, einer Stadt oder eines Hauses.
Bedeutende Beispiele und Zentren
Place Stanislas in Nancy
Die zwischen 1752 und 1755 geschaffene Place Stanislas in Nancy ist ein herausragendes Beispiel für das Zusammenspiel von Stadtplanung, Architektur, Skulptur und Schmiedekunst. Die vergoldeten Gitter an den offenen Platzecken stammen von Jean Lamour. Sie verbinden die geordneten Fassaden optisch, ohne die Zugänge vollständig zu schließen.
Lamours Arbeiten zeigen, wie Schmiedeeisen eine städtebauliche Aufgabe übernehmen kann. Die Gitter markieren Grenzen und führen zugleich Blicke weiter. Wappen, Kronen, Ranken und vergoldete Akzente verwandeln die Übergänge zwischen Straßen und Platz in festliche Bildräume. Die Platzgruppe gehört heute zum UNESCO-Welterbe.

Schloss Belvedere in Wien
Das Schloss Belvedere in Wien entstand im frühen 18. Jahrhundert als barocke Schlossanlage für Prinz Eugen von Savoyen. Die Tore und Einfriedungen sind Teil einer genau inszenierten Abfolge von Stadt, Eingang, Garten und Schloss. Geschwungene Eisenformen, Wappenschmuck, Steinpfeiler und Skulpturen wirken als gemeinsame Komposition.
An diesem Beispiel kannst Du untersuchen, wie Metallarbeit mit Architektur und Gartenkunst zusammenarbeitet. Das Tor ist nicht nur ein einzelnes Objekt, sondern ein Übergang, der Bewegung lenkt und Erwartungen an den dahinterliegenden Raum erzeugt.
Schloss Ludwigsburg und Würzburger Residenz
Am Residenzschloss Ludwigsburg und an der Würzburger Residenz zeigen Tore und Gitter den hohen Stellenwert der Metallgestaltung in höfischen Anlagen des 18. Jahrhunderts. Große Spannweiten, reiche Bekrönungen und das Zusammenwirken mit Steinarchitektur verlangten sorgfältige Planung und präzise Montage.

Vergleiche solche Anlagen nicht nur nach der Menge des Schmucks. Untersuche auch die Proportionen, die Wegeführung, den Durchblick, die Lage der tragenden Teile und die Beziehung zwischen Eisen, Stein, Skulptur und Garten.
Kirchliche Gitter und Chorschranken
In Kirchen trennten Gitter Kapellen, Chöre oder andere liturgische Bereiche. Anders als eine geschlossene Wand hielten sie Sichtbeziehungen aufrecht. Damit verbanden sie räumliche Ordnung mit Transparenz. Kreuze, Monogramme, Strahlen, Blätter und weitere religiöse Motive konnten die Funktion zusätzlich verdeutlichen.
Ein besonders monumentales Beispiel des 18. Jahrhunderts ist die Chorschranke aus der Kathedrale von Valladolid, die 1763 installiert und anschließend durch Bekrönung und Vergoldung vollendet wurde. Solche Werke zeigen, dass barocke und spätbarocke Schmiedekunst ein europaweites Phänomen mit regionalen Ausprägungen war.
Alltagsschmiede und höfische Kunstschmiede
Die spektakulären Schlosstore bilden nur einen Teil der Schmiedekultur. In Stadt und Land wurden zugleich Hufeisen, Nägel, Werkzeuge, Beschläge, Ketten, Herdgeräte, Wagen- und Bauteile hergestellt oder repariert. Die örtliche Schmiede war für Landwirtschaft, Verkehr, Bauwesen und Haushalte unverzichtbar.
Zwischen Alltagsarbeit und höfischem Prunk bestand kein vollständiger Gegensatz. Beide Bereiche beruhten auf ähnlichen Grundkenntnissen über Feuer, Eisen, Werkzeug und Verbindungstechnik. Unterschiede lagen vor allem in Entwurfsaufwand, Spezialisierung, Materialmenge, Arbeitsteilung und Auftraggeberschaft. Eine Werkstatt konnte Reparaturen ausführen und zugleich anspruchsvolle Zierarbeiten übernehmen.
Erhaltung, Restaurierung und heutige Bedeutung
Historische Gitter sind Quellen zur Technik-, Kunst-, Sozial- und Architekturgeschichte. Werkzeugspuren, Nietköpfe, Schweißstellen, Farbreste und Reparaturen erzählen von Herstellung und Nutzung. Schäden entstehen unter anderem durch Korrosion, mechanische Belastung, ungeeignete Beschichtungen, eindringendes Wasser oder frühere Reparaturen.
Eine fachgerechte Restaurierung beginnt mit Dokumentation und Untersuchung. Erhaltene Originalsubstanz soll möglichst bewahrt werden. Ergänzungen müssen technisch verträglich und nachvollziehbar sein. Bei tragenden oder absturzsichernden Bauteilen sind zusätzlich heutige Sicherheitsanforderungen zu berücksichtigen. Restauratorinnen, Metallbauer, Denkmalpflegerinnen, Naturwissenschaftler und Bauverantwortliche arbeiten dabei zusammen.
Die Beschäftigung mit barocker Schmiedekunst fördert einen genauen Blick auf historische Herstellungsprozesse. Du lernst, ein Objekt nicht nur als Dekoration, sondern als Ergebnis von Materialwissen, Entwurf, Arbeitsteilung, Auftragssystem und gesellschaftlicher Nutzung zu verstehen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Grundfunktion kann ein barockes Gitter gleichzeitig mit seiner Schmuckwirkung erfüllen? (Es kann Räume abgrenzen und Durchblicke ermöglichen) (!Es kann Eisen ohne Hitze schmelzen) (!Es dient ausschließlich als Gemälde) (!Es macht tragende Rahmen überflüssig)
Welches Werkzeug bildet die massive Arbeitsunterlage beim Handschmieden? (Amboss) (!Blasebalg) (!Pinsel) (!Webstuhl)
Was geschieht beim Strecken eines Werkstücks? (Es wird länger und sein Querschnitt kleiner) (!Es wird ausschließlich vergoldet) (!Es wird in Wasser aufgelöst) (!Es wird kürzer und dicker)
Welches Motiv ist eine spiralig eingerollte Form? (Volute) (!Triglyphe) (!Zinne) (!Kassette)
Was kennzeichnet die Rocaille besonders? (Muschelartige und häufig asymmetrische Schwünge) (!Streng rechtwinklige Raster ohne Kurven) (!Unverzierte Betonflächen) (!Ausschließlich naturalistische Tierdarstellungen)
Wer schuf die berühmten Gitter der Place Stanislas in Nancy? (Jean Lamour) (!Johann Sebastian Bach) (!Isaac Newton) (!Albrecht Dürer)
Wozu dient eine Schmiedezange? (Zum Halten heißer Werkstücke) (!Zum Messen der Luftfeuchtigkeit) (!Zum Weben von Stoff) (!Zum Schneiden von Glas)
Welche Verbindungstechnik war bei historischen Gittern besonders wichtig? (Nieten) (!Kleben mit Kunststoff) (!Laserschweißen) (!Klettverschluss)
Warum waren Zeichnungen und Schablonen in großen Werkstätten wichtig? (Sie halfen bei Planung, Proportion und Wiederholung) (!Sie ersetzten jede handwerkliche Erfahrung) (!Sie kühlten das glühende Eisen) (!Sie dienten nur als Rechnungsformulare)
Welche Aussage zur Oberfläche historischer Schmiedearbeiten ist richtig? (Sie konnten farbig gefasst und teilweise vergoldet sein) (!Sie waren immer unbehandelt) (!Sie bestanden grundsätzlich aus Edelstahl) (!Sie durften keine Schutzschicht besitzen)
Memory
| Esse | Feuerstelle |
| Amboss | Arbeitsunterlage |
| Volute | Spiralform |
| Rocaille | Muschelornament |
| Niet | Verbindungselement |
| Zunft | Handwerksorganisation |
| Jean Lamour | Place Stanislas |
| Feuerschweißen | Warmverbindung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Beschreibung |
|---|---|
| Strecken | Werkstück wird länger und dünner |
| Stauchen | Werkstück wird kürzer und dicker |
| Biegen | Gerade Form wird in einen Schwung überführt |
| Lochen | Öffnung wird im heißen Material erzeugt |
| Nieten | Bauteile werden mechanisch miteinander verbunden |
Kreuzworträtsel
| Amboss | Wie heißt die massive Unterlage beim Handschmieden? |
| Volute | Wie heißt ein spiralig eingerolltes Ornament? |
| Rocaille | Welches muschelartige Ornament ist für das Rokoko typisch? |
| Lamour | Wie lautet der Nachname des Schöpfers der Gitter an der Place Stanislas? |
| Zunft | Wie heißt eine historische Organisation des Handwerks? |
| Geländer | Welches Bauteil sichert Treppen und Balkone? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Ornament-Sammlung: Fotografiere oder zeichne fünf geschmiedete Ornamente in Deiner Umgebung und benenne Linien, Symmetrien und Motive.
- Werkzeugkarte: Gestalte eine beschriftete Karte mit Esse, Amboss, Hammer, Zange und Nietwerkzeug.
- Voluten-Entwurf: Entwickle aus C- und S-Linien ein symmetrisches Gitterfeld auf kariertem Papier.
- Bildbeschreibung: Beschreibe ein barockes Tor so genau, dass eine andere Person es ohne Bild skizzieren kann.
Standard
- Stilvergleich: Vergleiche ein barockes, ein rokokozeitliches und ein klassizistisches Gitter nach Aufbau, Ornament und Wirkung.
- Werkstatt-Interview: Befrage eine Metallgestalterin, einen Schmied oder eine Restauratorin zu Ausbildung, Werkzeugen und heutigen Arbeitsweisen.
- Modellbau: Baue aus Draht oder Papierstreifen ein ungefährliches Modell eines Gitterfeldes und dokumentiere Deine Verbindungslösungen.
- Objektbiografie: Recherchiere Entstehung, Nutzung, Reparaturen und heutigen Zustand eines historischen Gitters in Deiner Region.
Schwer
- Digitale Rekonstruktion: Übertrage einen historischen Gitterentwurf in eine Vektorgrafik und kennzeichne tragende sowie ornamentale Teile.
- Ausstellungskonzept: Plane eine kleine Ausstellung zur Schmiedekultur des 18. Jahrhunderts mit Objekten, Medien, Hörstation und Vermittlungsaufgaben.
- Denkmalpflege-Fallstudie: Entwickle für ein korrodiertes Außengitter ein begründetes Untersuchungs- und Erhaltungskonzept, ohne vorschnell Maßnahmen festzulegen.
- Schmiedekultur-Film: Produziere ein kurzes Video, das Alltagsarbeit, höfische Repräsentation und handwerklichen Wissenstransfer miteinander verknüpft.


Lernkontrolle
- Funktionsanalyse: Erkläre an einem selbst gewählten Gitter, wie Abgrenzung, Durchblick, Sicherheit und Repräsentation zusammenwirken.
- Technik und Form: Zeige anhand eines Ornaments, wie Materialeigenschaften und Schmiedetechniken seine Gestaltung beeinflussen.
- Auftragssystem: Analysiere, wie Bauherr, Architekt und Werkstatt bei einer großen Schlossanlage voneinander abhängig waren.
- Stiltransfer: Übertrage die Grundstruktur eines barocken Gitterfeldes in eine zeitgenössische Formensprache und begründe, was Du beibehältst oder veränderst.
- Quellenkritik: Vergleiche eine historische Entwurfszeichnung mit einem heutigen Foto des ausgeführten Gitters und erkläre mögliche Abweichungen.
- Restaurierungsentscheidung: Beurteile einen Fall, in dem ein historisches Gitter zugleich korrodiert und sicherheitsrelevant ist, und gewichte Erhalt, Nutzung und Schutz.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis sind folgende Punkte wichtig:
- Du verwendest Fachbegriffe wie Volute, Rocaille, Strecken, Stauchen, Nieten und Feuerschweißen korrekt.
- Du unterscheidest Funktion, Konstruktion, Ornament und Symbolik eines Schmiedewerks.
- Du ordnest Beispiele begründet in den historischen Kontext des 18. Jahrhunderts ein.
- Du erklärst die Zusammenarbeit von Auftraggebern, Entwerfenden und ausführender Werkstatt.
- Du analysierst mindestens ein konkretes Objekt anhand nachvollziehbarer Beobachtungen.
- Du kennzeichnest Quellen und trennst Beobachtung, Deutung und gesichertes Wissen.
- Du reflektierst Fragen der Erhaltung und der heutigen Nutzung historischer Metallarbeiten.
- Du präsentierst Ergebnisse sprachlich klar und mit geeigneten Bildern, Skizzen oder Modellen.
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