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Baden und Württemberg in der napoleonischen Zeit

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Baden und Württemberg in der napoleonischen Zeit




Einleitung

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es das heutige Baden-Württemberg noch nicht. Der Südwesten des Heiligen Römischen Reiches bestand aus vielen unterschiedlichen Herrschaften: größeren Fürstentümern, geistlichen Gebieten, freien Reichsstädten, ritterschaftlichen Territorien und österreichischen Besitzungen. Innerhalb weniger Jahre änderte sich diese politische Landkarte grundlegend.

Eine entscheidende Rolle spielte Napoleon Bonaparte. Seine Kriege, Friedensverträge und Bündnisse beschleunigten die Auflösung der alten Reichsordnung. Davon profitierten besonders Baden und Württemberg. Beide Staaten vergrößerten ihr Gebiet stark, erhielten einen höheren politischen Rang und versuchten anschließend, sehr unterschiedliche neue Landesteile zu einheitlichen Staaten zusammenzuführen.

Dabei bedeutet Modernisierung nicht automatisch Demokratisierung. Verwaltung und Recht wurden vereinheitlicht, alte Sonderrechte abgebaut und staatliche Behörden gestärkt. Gleichzeitig herrschten die Fürsten zunächst autoritär, verlangten hohe Steuern und stellten Soldaten für Napoleons Kriege. Für die Bevölkerung brachte die napoleonische Zeit daher Chancen, Umbrüche und schwere Belastungen zugleich.

Die Karte verdeutlicht, wie kompliziert die territoriale Neuordnung des Jahres 1803 war.

Das Video von MrWissen2go Geschichte / Terra X bietet einen Überblick über Napoleon und die politischen Veränderungen in den deutschen Staaten.


Vom Alten Reich zur territorialen Neuordnung


Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803

Ein wichtiger Schritt war der Reichsdeputationshauptschluss von 1803. Viele deutsche Fürsten hatten Gebiete links des Rheins an Frankreich verloren. Sie sollten dafür mit Gebieten innerhalb des Reiches entschädigt werden. Dadurch verschwanden zahlreiche kleinere politische Einheiten.

Zwei Begriffe sind besonders wichtig:

  1. Säkularisation: Geistliche Herrschaften wie Bistümer, Abteien und Stifte wurden aufgelöst oder verloren ihre staatliche Herrschaft. Ihre Gebiete gingen an weltliche Fürsten.
  2. Mediatisierung: Reichsunmittelbare kleinere Herrschaften, Reichsritter und später zahlreiche Reichsstädte verloren ihre unmittelbare Stellung im Reich und wurden größeren Staaten untergeordnet.

Diese Entwicklung verringerte die Zahl selbstständiger Territorien. Im Südwesten entstanden größere Flächenstaaten, die nun allerdings Menschen mit verschiedenen Traditionen, Konfessionen, Rechtsordnungen und Verwaltungsformen integrieren mussten.


Baden wächst zum Großherzogtum

Baden gehörte zu den größten Gewinnern der Neuordnung. 1803 erhielt es unter anderem Teile der rechtsrheinischen Kurpfalz mit Mannheim und Heidelberg, Gebiete ehemaliger geistlicher Herrschaften und mehrere frühere Reichsstädte. 1805 kamen durch den Frieden von Pressburg weitere Gebiete hinzu, darunter große Teile des Breisgaus mit Freiburg sowie Konstanz.

Mit der Rheinbundakte von 1806 wuchs Baden erneut. Unter badische Landeshoheit kamen unter anderem große Teile der fürstenbergischen Gebiete, das Fürstentum Leiningen und weitere bisher selbstständige Herrschaften. 1810 folgten letzte größere Grenzkorrekturen gegenüber Württemberg und anderen Nachbarn.

An der Karte kannst Du erkennen, dass Baden nicht einfach langsam gewachsen ist. Ein großer Teil seines späteren Staatsgebiets kam innerhalb weniger Jahre hinzu.

Der badische Herrscher Karl Friedrich wurde 1803 zunächst Kurfürst und 1806 Großherzog. Aus der früheren Markgrafschaft wurde damit das Großherzogtum Baden.

Karl Friedrich regierte Baden während eines großen Teils der territorialen Umgestaltung.


Württemberg wird Königreich

Auch Württemberg profitierte stark. 1803 erhielt Herzog Friedrich zahlreiche neue Gebiete als Entschädigung für linksrheinische Verluste. Diese Neuerwerbungen wurden zunächst als Neuwürttemberg von den älteren württembergischen Gebieten unterschieden.

1805 kamen weitere ehemals vorderösterreichische Gebiete hinzu. Am 1. Januar 1806 wurde Württemberg zum souveränen Königreich Württemberg. Der bisherige Herzog und Kurfürst Friedrich II. regierte nun als König Friedrich I..

Mit dem Rheinbund und weiteren Grenzverträgen kamen bis 1810 zahlreiche Herrschaften und Städte hinzu. Insgesamt vergrößerte sich Württemberg von etwa 9.500 Quadratkilometern mit rund 650.000 Einwohnern auf etwa 19.500 Quadratkilometer mit ungefähr 1,38 Millionen Einwohnern. Fläche und Bevölkerung hatten sich damit mehr als verdoppelt.

Die Karte zeigt das Königreich Württemberg in seiner seit 1810 weitgehend gefestigten Gestalt.

König Friedrich I. nutzte die napoleonische Neuordnung, um Württemberg territorial zu vergrößern und politisch stärker zu zentralisieren.


1806: Rheinbund und Ende des Alten Reiches

Im Juli 1806 gründeten mehrere deutsche Fürsten unter dem politischen Einfluss Napoleons den Rheinbund. Baden und Württemberg gehörten dazu. Die Mitgliedstaaten verließen den Verband des Heiligen Römischen Reiches. Wenige Wochen später, am 6. August 1806, legte Kaiser Franz II. die römisch-deutsche Kaiserkrone nieder. Das Heilige Römische Reich hörte auf zu bestehen.

Für Baden und Württemberg hatte dies zwei Seiten. Einerseits waren sie nun souveräne Staaten und ihre Herrscher hatten deutlich an Rang gewonnen. Andererseits waren sie eng an Frankreich gebunden und mussten Napoleon militärisch unterstützen.

Der Rheinbund umfasste zeitweise einen großen Teil der deutschen Staaten. Baden und Württemberg lagen in seinem südwestlichen Kernbereich.

Das Kurzvideo fasst Entstehung und Bedeutung des Rheinbundes zusammen.


Modernisierung: Aus vielen Gebieten soll ein Staat werden

Die Gebietszuwächse stellten Baden und Württemberg vor ein praktisches Problem: Neue Untertanen lebten nach unterschiedlichen Gesetzen, gehörten verschiedenen Konfessionen an und waren an unterschiedliche Behörden, Steuern, Maße, Zölle und politische Traditionen gewöhnt. Ein moderner Flächenstaat konnte auf Dauer kaum funktionieren, wenn jedes ehemalige Territorium seine alten Regeln vollständig behielt.

Deshalb betrieben beide Regierungen eine Politik der Vereinheitlichung und Zentralisierung. Der Staat sollte überall nach möglichst ähnlichen Regeln handeln.


Modernisierung in Baden

In Baden wurden seit 1803 mehrere Organisationsedikte erlassen. Besonders wichtig waren die Verwaltungsreformen ab 1809. Das Land wurde in größere Verwaltungsbezirke eingeteilt, die alten Grenzen früherer Herrschaften sollten für die staatliche Organisation weniger wichtig werden. Entscheidend waren nun eher Einwohnerzahl, Lage und Wirtschaftskraft.

Auch das Recht wurde vereinheitlicht. 1810 trat ein neues badisches Landrecht in Kraft, das sich am französischen Code civil orientierte. Damit wurden zahlreiche ältere regionale Rechtsordnungen ersetzt. Auch zivile Standesämter und die Zivilehe gehörten zu den Veränderungen dieser Epoche.

Das Großherzogtum Baden war aus vielen zuvor getrennten Gebieten zusammengesetzt. Eine einheitliche Verwaltung sollte daraus einen zusammenhängenden Staat formen.


Modernisierung in Württemberg

König Friedrich I. verfolgte ebenfalls das Ziel, Alt- und Neuwürttemberg zu einem zentral gelenkten Gesamtstaat zusammenzuführen. Das Land wurde neu in Verwaltungsbezirke und Oberämter eingeteilt. Historische und konfessionelle Grenzen spielten dabei eine geringere Rolle als zuvor.

Die Regierung beseitigte zahlreiche Sonderrechte des Adels und alter ständischer Gruppen. Binnenzölle wurden aufgehoben, staatliche Behörden vereinheitlicht und die neu hinzugekommenen katholischen sowie reformierten Bevölkerungsteile rechtlich stärker in den Staat integriert.

Diese Modernisierung war jedoch autoritär. Die alten Mitspracherechte der württembergischen Landstände wurden unter Friedrich stark eingeschränkt. Polizei, Zensur und zentrale Behörden erhielten große Bedeutung. Erst unter König Wilhelm I. entstand nach der napoleonischen Epoche mit der Verfassung von 1819 eine dauerhafte konstitutionelle Ordnung.

Auch Württemberg war nun ein wesentlich größerer Staat als vor 1803. Die Integration der neuen Gebiete wurde zu einer zentralen politischen Aufgabe.


Vergleich: Baden und Württemberg

Bereich Baden Württemberg
Politischer Rang 1803 Kurfürstentum, 1806 Großherzogtum 1803 Kurfürstentum, 1806 Königreich
Territoriale Entwicklung Starkes Wachstum durch Säkularisation, Mediatisierung und Verträge Mehr als Verdoppelung von Fläche und Bevölkerung
Herrscher Karl Friedrich Friedrich I.
Verhältnis zu Napoleon Rheinbundmitglied und militärischer Verbündeter Rheinbundmitglied und militärischer Verbündeter
Modernisierung Neue Verwaltungsordnung und vereinheitlichtes Landrecht Zentralisierung, Oberämter, Abbau alter Sonderrechte
Problemseite Hohe Kriegslasten und autoritärer Staat Hohe Kriegslasten, starke Zentralgewalt und Zensur

Beide Staaten wurden also moderner organisiert, aber nicht automatisch freier. Die Reformen stärkten zunächst vor allem die Fähigkeit der Regierungen, ihre größeren Territorien einheitlich zu verwalten.


Krieg, Belastung und Seitenwechsel

Der politische Aufstieg hatte einen hohen Preis. Als Rheinbundstaaten mussten Baden und Württemberg Soldaten für Napoleons Kriege stellen. Besonders verheerend war der Russlandfeldzug 1812. Von den vielen tausend badischen und württembergischen Soldaten, die daran teilnahmen, kehrte nur ein kleiner Teil zurück.

Für Familien bedeutete dies Tod, Verletzungen und wirtschaftliche Not. Hinzu kamen Steuern, Staatsverschuldung und andere Kriegsbelastungen. Die napoleonische Modernisierung darf deshalb nicht nur als Fortschrittsgeschichte betrachtet werden.

1813 zerbrach Napoleons Herrschaft über Deutschland. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig wechselte Württemberg auf die Seite der Gegner Napoleons; Baden löste sich ebenfalls vom französischen Bündnis. Auf dem Wiener Kongress 1814/15 wurden die großen Gebietsgewinne beider Staaten im Wesentlichen bestätigt.


Warum ist diese Epoche für Baden-Württemberg wichtig?

Das heutige Bundesland Baden-Württemberg entstand erst 1952. Trotzdem wurden in der napoleonischen Zeit wichtige territoriale Grundlagen geschaffen. Aus einer Vielzahl kleiner Herrschaften entstanden mit Baden und Württemberg zwei größere Staaten, deren Grenzen und Verwaltungsstrukturen das 19. und 20. Jahrhundert stark prägten.

Die Epoche zeigt außerdem einen grundlegenden historischen Zusammenhang: Staatsmodernisierung kann gleichzeitig Fortschritt und Machtkonzentration bedeuten. Einheitliche Verwaltung, einheitlicheres Recht und der Abbau alter Privilegien konnten das Leben berechenbarer machen. Gleichzeitig verloren lokale Herrschaften und traditionelle Vertretungen Einfluss, während die zentrale Regierung stärker wurde.

Deshalb solltest Du die napoleonische Neuordnung nicht nur als Veränderung von Grenzen verstehen. Sie war ein tiefgreifender Wandel von Staat, Gesellschaft, Recht und politischer Herrschaft.

Napoleons Stellung gegenüber den deutschen Fürsten verdeutlicht, wie eng territorialer Aufstieg und politische Abhängigkeit in dieser Zeit miteinander verbunden waren.


Zeitleiste

Jahr Ereignis Bedeutung für Baden und Württemberg
1803 Reichsdeputationshauptschluss Große Gebietszuwächse durch Säkularisation und Neuordnung
1805 Frieden von Pressburg Weitere Gebietsgewinne nach Napoleons Sieg über Österreich
1806 Rheinbund und Ende des Heiligen Römischen Reiches Baden wird Großherzogtum, Württemberg Königreich; beide werden souveräne Rheinbundstaaten
1810 Grenzverträge Die neuen Staatsgebiete werden weiter abgerundet
1812 Russlandfeldzug Sehr hohe Verluste unter badischen und württembergischen Soldaten
1813 Zusammenbruch des Rheinbundes Baden und Württemberg lösen sich von Napoleon
1815 Wiener Kongress Die meisten Gebietsgewinne bleiben bestehen


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Maßnahme bezeichnet die Auflösung oder Überführung geistlicher Herrschaften in weltliche Herrschaft? (Säkularisation) (!Industrialisierung) (!Restauration) (!Kolonisation)




Was geschah bei der Mediatisierung? (Kleinere reichsunmittelbare Herrschaften wurden größeren Staaten untergeordnet) (!Frankreich wurde in deutsche Kleinstaaten aufgeteilt) (!Alle Monarchien wurden abgeschafft) (!Baden und Württemberg wurden miteinander vereinigt)




Welchen Rang erhielt Baden 1806? (Großherzogtum) (!Kaiserreich) (!Republik) (!Freie Reichsstadt)




Welchen Rang erhielt Württemberg 1806? (Königreich) (!Großherzogtum) (!Bistum) (!Republik)




Welchem Bündnis traten Baden und Württemberg 1806 bei? (Rheinbund) (!Deutscher Zollverein) (!Norddeutscher Bund) (!Dreibund)




Was endete im August 1806? (Das Heilige Römische Reich) (!Das Königreich Württemberg) (!Das Großherzogtum Baden) (!Der Wiener Kongress)




Welches Ziel hatten viele Verwaltungsreformen in Baden und Württemberg? (Die neuen Landesteile zu einheitlicheren Staaten zusammenzuführen) (!Alle Behörden abzuschaffen) (!Die alten Kleinstaaten vollständig wiederherzustellen) (!Die Herrscher durch Parlamente zu ersetzen)




Woran orientierte sich das badische Landrecht von 1810 besonders? (Am französischen Code civil) (!Am römischen Zwölftafelgesetz) (!An der Weimarer Verfassung) (!Am Grundgesetz)




Welche Folge hatte das Bündnis mit Napoleon für Baden und Württemberg? (Sie mussten Soldaten für seine Kriege stellen) (!Sie durften keine Gebiete hinzugewinnen) (!Sie wurden französische Provinzen) (!Sie mussten ihre Monarchien abschaffen)




Was geschah mit den meisten Gebietsgewinnen Badens und Württembergs nach Napoleons Niederlage? (Sie wurden auf dem Wiener Kongress im Wesentlichen bestätigt) (!Sie fielen vollständig an Frankreich) (!Sie wurden vollständig rückgängig gemacht) (!Sie gingen an die Schweiz)





Memory

Säkularisation Aufhebung geistlicher Herrschaft
Mediatisierung Eingliederung kleiner reichsunmittelbarer Gebiete
Rheinbund Von Napoleon dominierter Staatenbund
Karl Friedrich Erster Großherzog von Baden
Friedrich I. Erster König von Württemberg
Code civil Vorbild des badischen Landrechts





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Säkularisation Geistliche Herrschaften verlieren ihre staatliche Selbstständigkeit
Mediatisierung Kleinere reichsunmittelbare Gebiete werden größeren Staaten untergeordnet
Rheinbundbeitritt Souveränität verbindet sich mit politischer und militärischer Bindung an Napoleon
Verwaltungsreform Unterschiedliche neue Landesteile werden vereinheitlicht
Russlandfeldzug Badische und württembergische Truppen erleiden sehr hohe Verluste






Kreuzworträtsel

Napoleon Welcher französische Herrscher prägte die Neuordnung des deutschen Südwestens besonders stark?
Rheinbund Wie hieß das von Frankreich dominierte Bündnis deutscher Staaten ab 1806?
Baden Welcher südwestdeutsche Staat wurde 1806 zum Großherzogtum?
Württemberg Welcher südwestdeutsche Staat wurde 1806 zum Königreich?
Mediatisierung Wie heißt die Eingliederung kleiner reichsunmittelbarer Herrschaften in größere Staaten?
Säkularisation Wie heißt die Aufhebung oder Verweltlichung geistlicher Herrschaften?





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Lückentext

Vervollständige den Text.

Ein wichtiger Ausgangspunkt der territorialen Neuordnung war der

. Die Überführung geistlicher Herrschaften in weltliche Hände wird als

bezeichnet. Die Eingliederung kleiner reichsunmittelbarer Herrschaften heißt

. Baden wurde im Jahr 1806 zum

erhoben. Württemberg wurde im selben Jahr ein

. Beide Staaten gehörten anschließend zum napoleonisch geprägten

. In Baden orientierte sich das neue Zivilrecht am französischen Vorbild und wurde als

eingeführt. Nach Napoleons Niederlage bestätigte der

die meisten territorialen Zugewinne.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste gestalten: Erstelle eine eigene Zeitleiste mit den wichtigsten Ereignissen von 1803 bis 1815 und ergänze zu jedem Ereignis eine kurze Erklärung.
  2. Kartenvergleich: Vergleiche eine Karte des Südwestens vor 1803 mit einer Karte nach 1810. Markiere mindestens fünf auffällige Veränderungen.
  3. Begriff erklären: Erkläre Säkularisation und Mediatisierung mit eigenen Worten und finde für jeden Begriff ein Beispiel aus Baden oder Württemberg.
  4. Herrscherporträt: Erstelle einen Steckbrief zu Karl Friedrich von Baden oder Friedrich I. von Württemberg.


Standard

  1. Reformplakat: Gestalte ein Plakat, das erklärt, wie Baden aus vielen unterschiedlichen Gebieten einen einheitlicheren Staat formen wollte.
  2. Perspektivwechsel: Schreibe einen Tagebucheintrag aus der Sicht einer Person, deren Heimatort plötzlich zu Württemberg oder Baden gehört.
  3. Pro-und-Contra-Debatte: Bereite Argumente dafür und dagegen vor, dass ein süddeutscher Fürst 1806 dem Rheinbund beitritt.
  4. Rechtsvergleich: Recherchiere, welche Grundideen des Code civil langfristig wichtig wurden, und vergleiche sie mit älteren ständischen Rechtsvorstellungen.


Schwer

  1. Urteilsaufgabe: Untersuche die Aussage „Napoleon brachte dem deutschen Südwesten die Moderne“. Formuliere ein begründetes Urteil mit mindestens drei Argumenten und Gegenargumenten.
  2. Fallstudie: Wähle eine ehemalige Reichsstadt oder kleine Herrschaft im heutigen Baden-Württemberg und untersuche, wie sich ihre politische Zugehörigkeit zwischen 1803 und 1815 veränderte.
  3. Quellenprojekt: Suche nach einem Brief, Tagebuch oder Bericht eines badischen oder württembergischen Soldaten aus den napoleonischen Kriegen und analysiere Aussage, Perspektive und Grenzen der Quelle.
  4. Erklärvideo: Produziere ein kurzes Erklärvideo zur Frage, warum die napoleonische Zeit für die spätere Geschichte Baden-Württembergs wichtig war.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Ursache und Wirkung: Erkläre, warum die territorialen Gewinne Badens und Württembergs zwangsläufig Verwaltungsreformen nach sich zogen.
  2. Historisches Urteil: Beurteile, ob der Begriff Modernisierung für die Entwicklung von Baden und Württemberg zwischen 1803 und 1815 angemessen ist. Berücksichtige Fortschritte und autoritäre Elemente.
  3. Abhängigkeit und Nutzen: Erkläre den Zusammenhang zwischen Napoleons Unterstützung, dem politischen Aufstieg der süddeutschen Staaten und ihren militärischen Verpflichtungen.
  4. Vergleich: Zeige, wie Säkularisation und Mediatisierung gemeinsam zur Entstehung größerer Flächenstaaten beitrugen.
  5. Kontinuität trotz Niederlage: Erkläre, warum die Niederlage Napoleons nicht zur vollständigen Wiederherstellung der politischen Landkarte von vor 1803 führte.
  6. Transfer: Stelle Dir vor, Du wärst 1810 Bürgermeister einer früheren Reichsstadt. Nenne drei konkrete Veränderungen, die durch die Eingliederung in einen größeren Staat entstehen könnten, und bewerte sie.




Lernnachweis

Für einen guten Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Jahreszahlen kennst, sondern historische Zusammenhänge erklären kannst.

  1. Du kannst Reichsdeputationshauptschluss, Säkularisation, Mediatisierung und Rheinbund in eigenen Worten erklären.
  2. Du kannst die territorialen Veränderungen Badens und Württembergs zwischen 1803 und 1815 auf einer Karte beschreiben.
  3. Du kannst erklären, warum Baden zum Großherzogtum und Württemberg zum Königreich aufstiegen.
  4. Du kannst mindestens zwei Modernisierungsmaßnahmen in Baden und Württemberg erläutern.
  5. Du kannst zwischen Modernisierung und Demokratisierung unterscheiden.
  6. Du kannst die Vorteile und Belastungen des Bündnisses mit Napoleon aus unterschiedlichen Perspektiven beurteilen.
  7. Du kannst erklären, warum die napoleonische Neuordnung langfristig für die Geschichte des heutigen Baden-Württemberg bedeutsam war.




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