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Babe (Take That)

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Babe (Take That)



Babe (Take That)


Einleitung

Babe ist eine Popballade der britischen Gruppe Take That aus dem Jahr 1993. Das Stück stammt aus dem zweiten Studioalbum Everything Changes und wurde von Gary Barlow geschrieben. In der bekannten Singlefassung übernimmt Mark Owen den Leadgesang. Gerade diese Rollenverteilung ist für die frühe Bandgeschichte auffällig, weil Barlow damals als zentraler Songwriter und häufige Leadstimme galt.[1][2]

Dieser aiMOOC untersucht nicht nur den Song, sondern genau die 1993 veröffentlichte Aufnahme und ihre Single-/Return-Remix-Fassung: Entstehung, zeitgeschichtlichen Kontext, Genre, Melodie, Harmonik, Rhythmus, Gesang, Instrumentierung, Arrangement, Produktion, Songform, Textthemen, Bildsprache, Musikvideo, Rezeption und spätere Fassungen. Geschützte Liedtexte und die vollständige Melodie werden nicht wiedergegeben. Die kurzen Notenbeispiele mit der MediaWiki-Extension Score sind ausdrücklich selbst erstellte Analysemodelle und keine Transkription der Originalmelodie.

Mark Owen, Leadstimme von Babe; Aufnahme 2007, vom Urheber in die Public Domain gegeben, via Wikimedia Commons.
Mark Owen, Leadstimme von Babe; Aufnahme 2007, vom Urheber in die Public Domain gegeben, via Wikimedia Commons.

Das eingebettete Video ist der offizielle Upload von Take That. Es ist kein frei lizenzierter OER-Inhalt; die Einbettung verweist auf YouTube. Für eigene Veröffentlichungen solltest Du das Video nicht herunterladen oder neu hochladen, sondern auf den offiziellen Upload verweisen.


Entstehung und zeitgeschichtlicher Kontext


Entstehungsgeschichte

Nach einer späteren Schilderung Gary Barlows in seiner Autobiografie My Take bat Manager Nigel Martin-Smith darum, Mark Owen auf dem Album einen eigenen Song zu geben. Barlow begann nach dieser Erinnerung während einer Japan-Reise mit der Arbeit an Babe.[3] Damit ist der Song nicht einfach eine beliebige Ballade des Albums, sondern wurde nach Barlows Rückblick gezielt auf Owens Stimme und seine Rolle in der Gruppe zugeschnitten.

Ein weiterer ungewöhnlicher Entstehungsaspekt betrifft Jason Orange. Barlow berichtete rückblickend, Babe sei der erste Take-That-Song gewesen, bei dem Orange Gitarre spielte. Der Mittelteil wurde demnach so angelegt, dass Orange mit den bereits gelernten Akkorden weiterarbeiten konnte. Zugleich lag die Gesangslinie für Owen bereits nahe an dessen damaliger oberer komfortabler Lage, sodass Barlow die Komposition nicht einfach weiter nach oben führen wollte.[3] Diese praktischen Grenzen prägten also die musikalische Gestalt.

Gary Barlow und Mark Owen 2017; Foto: Marc E., CC BY 2.0 via Wikimedia Commons.
Gary Barlow und Mark Owen 2017; Foto: Marc E., CC BY 2.0 via Wikimedia Commons.


1993: Boyband-Pop, physische Singles und Weihnachtscharts

Everything Changes erschien im Oktober 1993 und wurde ein zentraler Baustein des europäischen Durchbruchs von Take That.[4] Babe folgte im Dezember als vierte Single des Albums. Für die damalige Popkultur wichtig: Singles wurden auf CD, 7-Zoll-Vinyl und Kassette vermarktet; Charts waren stark an wöchentliche physische Verkäufe gebunden.

Eine Compact Cassette als Beispiel für ein damals verbreitetes Tonträgerformat; Foto: Shams948, CC0 via Wikimedia Commons.
Eine Compact Cassette als Beispiel für ein damals verbreitetes Tonträgerformat; Foto: Shams948, CC0 via Wikimedia Commons.

Zur genauen Tagesangabe der britischen Singleveröffentlichung gibt es unterschiedliche Angaben: verbreitete Diskografien nennen den 6. Dezember 1993, während die offizielle Take-That-Timeline den 13. Dezember 1993 nennt.[1][5] Für die Quellenarbeit ist diese Abweichung interessant: Sicher ist die Veröffentlichung im Dezember 1993, und die Official Charts führen Babe mit einer ersten Chartwoche zum 18. Dezember und einem Peak auf Platz 1.[6]

Die Single stieg auf Platz 1 der britischen Charts ein. In der folgenden Weihnachtswoche lag jedoch die Novelty-Single Mr Blobby vor Babe und wurde 1993 Christmas Number One.[7] Das macht Babe zu einem anschaulichen Beispiel dafür, wie stark Popmusik, Fernsehen, Fanmobilisierung und saisonale Chartkultur in Großbritannien damals miteinander verbunden waren.


Mindestens drei belegte Besonderheiten genau dieser Aufnahme

  1. Mark Owen als Leadstimme: Barlow schrieb den Song nach eigener späterer Darstellung gezielt für Owen. Die Studio- und Single-Credits führen Owen als Leadvokalisten, während Gary Barlow, Howard Donald, Jason Orange und Robbie Williams die übrigen Stimmen beisteuern.[3][8]
  2. Jason Orange an der Gitarre: Barlows Rückblick zufolge war Babe der erste Take-That-Song, bei dem Orange Gitarre spielte. Die Akkordkenntnisse, die Orange zu diesem Zeitpunkt hatte, beeinflussten demnach die Ausgestaltung des Mittelteils.[3]
  3. Stimmumfang als Kompositionsgrenze: Barlow erklärte rückblickend, dass Owen in der erarbeiteten Fassung bereits am oberen Ende seiner damaligen Lage sang. Deshalb wurde der weitere Formverlauf nicht durch eine immer höhere Steigerung gestaltet, sondern über Harmonie, Arrangement und Dramaturgie.[3]
  4. Single als Return Remix: Die verbreitete Singlefassung wurde als Babe (Return Remix) veröffentlicht. Die offiziellen Digital-Credits nennen neben Paul Jervier, Steve Jervier, Jonathan Wales, Mark Beswick und Pete Craigie zusätzlich Dave Clayton sowie Chris Porter als Produzenten beziehungsweise Porter auch als Re-Mixer und Engineer.[9] Damit ist die Single nicht bloß eine unveränderte Kopie des Albumtracks.
  5. Dramatisches Musikvideo: Das Video unter der Regie von Gregg Masuak erzählt eine Handlung parallel zum Text. Die visuelle Deutung macht aus dem Zurückkehren des Erzählers ausdrücklich eine Heimkehr aus dem Krieg; dieser Kriegsbezug steht so nicht im Liedtext selbst.[10]
  6. MTV-Auszeichnung: Das Video gewann 1994 den International Viewer's Choice Award für MTV Europe bei den MTV Video Music Awards.[11]


Musikalische Analyse


Stil und Genre

Babe ist vor allem als Popballade zu hören. In Beschreibungen wird der Song teils zusätzlich mit Contemporary R&B in Verbindung gebracht. Typisch sind ein langsamer Grundpuls, ein weiches Klangbild, ein klarer Refrain, ein erzählerisch aufgebauter Text und eine Produktion, die die Stimme in den Mittelpunkt rückt. Die Balladenästhetik kontrastiert mit den tanzorientierteren Take-That-Singles derselben Phase wie Pray oder Relight My Fire.


Tonart, Harmonik und Spannung

Hör- und Akkordanalysequellen setzen die Single-/Video-Fassung in e-Moll und ungefähr 72–73 BPM im 4/4-Takt an.[12][13] Eine zentrale harmonische Bewegung der Fassung lässt sich vereinfacht als Em – D – Am – B beziehungsweise B7 beschreiben. Funktional ergibt sich in e-Moll ungefähr i – ♭VII – iv – V. Besonders wichtig ist die Dur-Dominante B oder B7: Ihr Leitton D♯ zieht deutlich zurück nach E und erzeugt vor der Moll-Tonika eine stärkere Spannung.

Das folgende Score-Beispiel ist ein selbst erstelltes Funktionsmodell. Es zeigt nur den harmonischen Zusammenhang und enthält keine Originalmelodie:


<<
  \new ChordNames \chordmode { e1:m d a:m b:7 }
  \new Staff \relative c' {
    \key e \minor
    <e g b>1 | <d fis a> | <a c e> | <b dis fis a> |
  }
>>

In Übergangs- und Mittelteilbereichen wird der harmonische Raum erweitert, unter anderem über Akkorde aus dem Umfeld von G-Dur/C-Dur. Dadurch kann die Musik heller wirken, ohne die melancholische Grundfarbe von e-Moll vollständig aufzugeben.


Melodie

Die Gesangsmelodie verbindet erzählerisch wirkende, relativ kleinschrittige Phrasen mit markanteren Wiederholungsfiguren im Refrain. Entscheidend ist weniger virtuose Ornamentik als eine klare sprachnahe Führung. Barlows Rückblick, Owen habe bereits nahe an seiner damaligen oberen Lage gesungen, erklärt, warum die Steigerung nicht einfach durch immer höhere Spitzentöne hergestellt wird.[3]

Das folgende kurze Beispiel ist frei erfunden und demonstriert lediglich eine typische Möglichkeit, wie eine Mollballade kleinschrittig beginnen und am Phrasenende Spannung offenlassen kann. Es ist keine Transkription von Babe:


\relative c' {
  \key e \minor
  \time 4/4
  e4 g fis e | d2 e4 fis | g4 fis e d | fis2 e2 |
}


Rhythmus und Metrum

Die Aufnahme steht im 4/4-Takt und wirkt im langsamen Balladenpuls von ungefähr 72–73 Schlägen pro Minute.[12][13] Der Beat bleibt weitgehend stabil und dient als ruhige Trägerfläche für die Erzählung. Die Gesangslinie phrasiert freier über diesem Raster: Silben werden gedehnt, Einsätze liegen nicht immer hart auf dem Taktanfang, und längere Töne schaffen Raum für die Textdramaturgie.

Ein selbst erstelltes Rhythmusmodell zeigt, wie ein ruhiger 4/4-Puls mit längeren Notenwerten und kleinen Achtelbewegungen wirken kann:


\relative c' {
  \time 4/4
  c4 c8 c c4 c | c2 c4 c | c4 c c2 |
}


Gesang

Mark Owens Leadstimme ist der zentrale Identifikationspunkt der Aufnahme. Sein Timbre wirkt im Vergleich zu Barlows oft kräftigerer Leadpräsenz leichter und verletzlicher, was zur Perspektive des unsicheren Rückkehrers passt. Die übrigen Bandmitglieder bilden Backing Vocals und verstärken besonders die Refrainpassagen. Das Zusammenspiel von Solo- und Gruppenstimmen verbindet intime Erzählung mit dem für Boyband-Pop typischen Ensembleklang.


Instrumentierung und Arrangement

Die Credits der Albumaufnahme nennen für Babe vor allem Produktions- und Vocalrollen, aber keine vollständige instrumentenspezifische Besetzung.[2] Deshalb sollte man zwischen belegten Credits und Höranalyse unterscheiden. Höranalytisch prägen zurückhaltender Beat, Bassfundament, Keyboard-/Flächenklänge, streicherartig wirkende Pads und mehrschichtige Stimmen das Klangbild. Die Begleitung bleibt lange funktional und lässt Platz für die Erzählstimme; dichter werdende Flächen und Backing Vocals verstärken die Refrains und den dramatischen Schlussbereich.

Dass Jason Orange laut Barlows späterem Bericht gerade bei Babe zur Gitarre fand, ist für die Entstehung besonders bedeutsam, auch wenn die endgültige Studioproduktion die Gitarre nicht als demonstratives Soloinstrument ins Zentrum stellt.[3]


Produktion: Albumtrack und Return Remix

Der Albumtrack auf Everything Changes dauert ungefähr 4:51 und wird in den Albumcredits Paul Jervier, Steve Jervier und Jonathan Wales als Produzenten zugeordnet; Mark Beswick ist mit zusätzlicher Vocal-Produktion und Pete Craigie als Engineer verknüpft.[14]

Für die als Single verbreitete Return-Remix-Fassung nennen offizielle Digital-Credits zusätzlich Dave Clayton sowie Chris Porter, der auch als Re-Mixer und Engineer aufgeführt ist.[9][15] Dieser Unterschied ist für eine genaue Aufnahme-Analyse wichtig: Wer das Singlevideo hört, analysiert nicht einfach irgendeine abstrakte Version des Songs, sondern eine spezifisch bearbeitete Veröffentlichung.


Songform und Dramaturgie

Die Form folgt einer klaren narrativen Dramaturgie:

  1. Intro: ruhiger Einstieg, der den Balladencharakter festlegt.
  2. Strophe 1: Der Erzähler sucht eine frühere Partnerin und versucht, sie telefonisch zu erreichen.
  3. Übergang/Pre-Chorus: Die Spannung steigt durch den direkten Kontakt und das Zögern vor dem Gespräch.
  4. Refrain: Der wiederkehrende Kern formuliert Rückkehr, Nähe und die Frage nach der verlorenen Zeit.
  5. Strophe 2: Der Erzähler macht sich auf den Weg und erreicht die Adresse.
  6. Refrain: Wiederholung mit stärkerer emotionaler Aufladung.
  7. Middle Eight/Bridge: Die entscheidende Wendung erfolgt, als ein Kind auftaucht, das dem Erzähler ähnelt.
  8. Schlussrefrain/Outro: Der Hook wird ausgeweitet; die Musik verarbeitet die neue Information nicht durch eine neue Strophe, sondern durch Wiederholung und Intensivierung.

So koppelt die Songform musikalische Wiederholung an eine fast filmische Enthüllungsstruktur.


Text, Bildsprache und Inhaltserschließung

Der Text ist eine kleine Erzählung über Rückkehr, verpasste Kommunikation, Sehnsucht, Unsicherheit und mögliche Vaterschaft. Der Erzähler kehrt zu einer früheren Beziehung zurück, findet die Person nicht mehr am alten Wohnort, nimmt telefonisch Kontakt auf und macht sich schließlich auf den Weg. An der Tür entdeckt er einen Jungen, dessen Ähnlichkeit mit ihm eine neue Bedeutungsebene eröffnet.

Aus urheberrechtlichen Gründen wird der Liedtext hier nicht vollständig abgedruckt. Ein sehr kurzes, für die Analyse zentrales Zitat lautet: „Where have you been?“ Sinngemäß: „Wo bist du gewesen?“ Diese Frage bündelt die Ambivalenz des Songs: Der Erzähler ist selbst zurückgekehrt, verlangt aber zugleich Erklärung für die Abwesenheit der anderen Person.

Die Bildsprache arbeitet weniger mit abstrakten Metaphern als mit konkreten Handlungssituationen: Tür, Telefon, Straße, Stimme, Wiedersehen und schließlich das Gesicht des Kindes. Dadurch entsteht ein beinahe szenisches Erzählen. Wichtig ist die Trennung von Text und Video: Der Liedtext sagt nicht ausdrücklich, dass der Erzähler aus einem Krieg zurückkehrt. Diese Deutung wird im Musikvideo visuell hinzugefügt.[10]


Sinngemäße Inhaltsübersetzung

Eine sinngemäße deutsche Inhaltserschließung kann so formuliert werden: Ein Mann kehrt nach längerer Abwesenheit zurück und versucht, eine frühere Partnerin wiederzufinden. Nach einem Telefonat reist er zu ihr. Das Wiedersehen ist emotional angespannt. Als er an der Tür ein Kind sieht, das ihm ähnlich sieht, erkennt er, dass während seiner Abwesenheit etwas Entscheidendes geschehen sein könnte. Der Text lässt die Folgen dieser Erkenntnis offen und konzentriert sich auf den Moment des Schocks und den Wunsch nach erneuter Nähe.


Musikvideo und audiovisuelle Erzählung

Das Musikvideo wurde von Gregg Masuak inszeniert. Es verbindet Performancebilder der Band mit einer dramatisierten Handlung um Mark Owen. Die visuelle Kriegheimkehr macht die im Song allgemein gehaltene Rückkehr konkreter. Dadurch verschiebt sich die Interpretation: Aus einer nicht näher erklärten Abwesenheit wird eine historisch und emotional stärker codierte Trennung.[10]

Das Video erhielt 1994 den International Viewer's Choice Award von MTV Europe bei den MTV Video Music Awards.[11] Damit ist Babe nicht nur wegen des Songs, sondern auch als Beispiel für die Bedeutung des Musikvideos in der europäischen Popkultur der 1990er Jahre relevant.


Rezeption und Bedeutung im Werk von Take That

Babe erreichte Platz 1 der britischen Singles-Charts und blieb insgesamt zehn Wochen in den Top 100.[6] Die Single gehörte 1993 außerdem zu den großen britischen Verkaufserfolgen des Jahres.[16]

Innerhalb des frühen Take-That-Werks ist der Song aus mehreren Gründen wichtig: Er gab Mark Owen eine zentrale Leadrolle, erweiterte die sichtbare musikalische Beteiligung Jason Oranges und zeigte, dass die Gruppe neben Dance-Pop und Coverhits auch eine stark narrative Ballade als große Single platzieren konnte. Gleichzeitig macht der Christmas-Chart-Konflikt mit Mr Blobby deutlich, wie sehr sich Erinnerung an Popmusik aus musikalischen, medialen und kulturellen Ereignissen zusammensetzt.

Take That bei einem Konzert 2009; Foto: vagueonthehow, CC BY 2.0 via Wikimedia Commons.
Take That bei einem Konzert 2009; Foto: vagueonthehow, CC BY 2.0 via Wikimedia Commons.


Vergleich verschiedener Fassungen


1993: Return Remix / offizielle Video-Fassung

Die Single-/Video-Fassung ist ungefähr 4:55 lang und wird als Return Remix geführt. Sie ergänzt die ursprünglichen Produktionscredits um Dave Clayton und Chris Porter; Porter ist zugleich als Re-Mixer und Engineer genannt.[9] Diese Fassung ist der sinnvollste Ausgangspunkt, wenn Du die 1993er Single untersuchst.


1995: Live at Earl's Court

Die offizielle Liveaufnahme aus Earl's Court 1995 ist deutlich länger als die Singlefassung. Durch Konzertatmosphäre, Livegesang, Publikumsreaktionen und eine flexiblere Bühnen-Dramaturgie verschiebt sich der Schwerpunkt vom kontrollierten Studio-Narrativ zur Aufführungssituation.

Quelle: offizieller Take-That-Kanal, Babe (Live At Earl's Court '95).[17]


2018: Odyssey Version

Für die Jubiläumssammlung Odyssey wurde Babe neu bearbeitet. Die offizielle YouTube-Veröffentlichung nennt Stuart Price als Produzenten und Mixing Engineer; Paul Jervier wird als Vocal Producer geführt, Steve Jervier und Jonathan Wales ebenfalls als Produzenten. Die Version ist mit etwa 4:24 kürzer als die 1993er Singlefassung.[18] Das Albumkonzept von Odyssey bestand darin, ältere Hits mit neuer Produktion und neuen Arrangements zu überarbeiten.[19]

Hörauftrag: Vergleiche die 1993er und 2018er Fassung. Achte auf Intro, Raumwirkung, Dichte der Begleitung, Position der Stimmen im Mix, Übergänge zwischen Formteilen und die Länge des Outros. Formuliere nur Beobachtungen, die Du tatsächlich hörst.


Medien- und Urheberrechtshinweise

Die in diesem aiMOOC eingebundenen Wikimedia-Commons-Dateien sind auf ihren Dateiseiten als Public Domain, CC0, CC BY oder CC BY-SA gekennzeichnet. Bei Weiterverwendung musst Du die jeweils angegebene Lizenz und nötige Namensnennung beachten. Die YouTube-Videos stammen aus dem offiziellen Take-That-Kanal, sind aber nicht automatisch frei lizenziert. Verwende für eigene Lernprodukte deshalb vorzugsweise Links oder Embeds und lade die Videos nicht neu hoch.

Auch Songtexte und Noten sind urheberrechtlich geschützt. Deshalb nutzt dieser Kurs nur ein sehr kurzes Textzitat, sinngemäße Inhaltsangaben und selbst erstellte Score-Modelle. Eine vollständige Partitur, eine vollständige Melodie oder der vollständige Liedtext werden nicht wiedergegeben.


Hörprotokoll

Nutze für eine eigene Analyse die folgende Reihenfolge:

  1. Erster Höreindruck: Beschreibe Stimmung und Klang, ohne sofort Fachbegriffe erzwingen zu wollen.
  2. Formanalyse: Markiere Strophen, Refrains, Übergänge, Bridge und Outro.
  3. Harmonie: Höre auf Mollzentrum, Dominantspannung und hellere Kontrastbereiche.
  4. Rhythmus: Bestimme 4/4-Puls und ungefähres Tempo.
  5. Gesang: Unterscheide Leadstimme, Backing Vocals und Verdopplungen.
  6. Arrangement: Notiere, wann Instrumente oder Klangschichten hinzukommen oder verschwinden.
  7. Produktion: Beobachte Hall, Stereobreite, Lautstärkeverhältnisse und Übergänge.
  8. Text und Video: Trenne ausdrücklich, was der Text sagt, von dem, was das Video zusätzlich erzählt.


Quellenkritik

Musikgeschichtliche Recherche verbindet unterschiedliche Quellentypen. Offizielle Chartdaten sind für Platzierungen besonders stark; offizielle Audio-Credits sind für Rollen in der Produktion wichtig; autobiografische Erinnerungen geben Einblicke in Entstehungsprozesse, bleiben aber rückblickende Selbstaussagen. Sekundärquellen können solche Aussagen zugänglich machen, sollten aber nicht mit den Originalcredits verwechselt werden. Die abweichenden Veröffentlichungstage 6. und 13. Dezember 1993 sind ein gutes Beispiel dafür, warum Du Quellen nicht nur sammeln, sondern gegeneinander prüfen solltest.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wer schrieb Babe? (Gary Barlow) (!Mark Owen) (!Stuart Price) (!Gregg Masuak)




Wer singt in der 1993er Aufnahme die Leadstimme? (Mark Owen) (!Gary Barlow) (!Robbie Williams) (!Howard Donald)




Welches tonale Zentrum wird für die bekannte Singlefassung angegeben? (e-Moll) (!C-Dur) (!fis-Moll) (!B-Dur)




In welchem Metrum steht Babe? (4/4-Takt) (!3/4-Takt) (!5/4-Takt) (!6/8-Takt)




Welcher ungefähre Grundpuls passt zur Singlefassung? (etwa 72 bis 73 BPM) (!etwa 40 BPM) (!etwa 120 BPM) (!etwa 180 BPM)




Wie wird die verbreitete 1993er Singlefassung bezeichnet? (Return Remix) (!Club Symphony) (!Acoustic Radio Edit) (!Odyssey Mix 1993)




Welche Person spielte laut Gary Barlows Rückblick bei Babe erstmals in einem Take-That-Song Gitarre? (Jason Orange) (!Robbie Williams) (!Howard Donald) (!Nigel Martin-Smith)




Welche Single verdrängte Babe in der Weihnachtswoche 1993 von Platz 1? (Mr Blobby) (!Pray) (!Relight My Fire) (!Back for Good)




Wer führte beim Musikvideo Regie? (Gregg Masuak) (!Stuart Price) (!Chris Porter) (!Pete Craigie)




Was ist die Odyssey Version von 2018? (eine neu produzierte und neu arrangierte Fassung) (!die unveränderte Albumaufnahme von 1993) (!eine vollständige A-cappella-Version) (!eine Instrumentalversion ohne Gesang)





Memory

Gary Barlow Songwriter
Mark Owen Leadgesang
e-Moll tonales Zentrum
Return Remix Singlefassung
Gregg Masuak Videoregisseur
Mr Blobby Weihnachtschart-Konkurrent
Stuart Price Odyssey-Produktion





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Mark Owen Leadstimme der 1993er Aufnahme
Gary Barlow Songwriting
Jason Orange frühe Gitarrenbeteiligung bei Babe
Chris Porter Re-Mix und Engineering der Return-Remix-Fassung
Mr Blobby Christmas Number One 1993





Kreuzworträtsel

Barlow Wer schrieb Babe mit Nachnamen?
Owen Welcher Nachname gehört zur Leadstimme?
Moll Welche Tongeschlechtsbezeichnung passt zum tonalen Zentrum?
Remix Wie heißt eine neu gemischte Fassung allgemein?
Blobby Welche Figur stand 1993 vor Babe auf dem Weihnachts-Spitzenplatz?
Masuak Wie lautet der Nachname des Videoregisseurs?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Babe wurde von

geschrieben. Die Leadstimme der 1993er Aufnahme singt

. Das tonale Zentrum wird häufig als

analysiert. Die bekannte Singlefassung arbeitet mit einem langsamen Puls von ungefähr

. Die verbreitete Singleversion heißt

. Im Musikvideo wird die Rückkehr des Erzählers als Heimkehr aus einem

konkretisiert. In der Weihnachtswoche 1993 lag

vor Babe auf Platz eins. Die spätere

erschien 2018 in neu bearbeiteter Form.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Hörprotokoll erstellen: Höre die offizielle 1993er Video-Fassung und beschreibe in fünf Sätzen Stimmung, Tempo, Stimme, Begleitung und Form.
  2. Text und Video trennen: Erstelle eine Tabelle mit zwei Spalten: Was steht sinngemäß im Liedtext, und was fügt das Musikvideo als eigene Bildidee hinzu?
  3. Chartgeschichte visualisieren: Gestalte eine kleine Zeitleiste zu Babe, Mr Blobby und der Weihnachtschart 1993.
  4. Medienlizenz prüfen: Öffne die Dateiseiten von zwei eingebundenen Commons-Bildern und notiere Lizenz, Urheber und Bedingungen der Weiterverwendung.


Standard

  1. Harmonie untersuchen: Spiele das Funktionsmodell Em–D–Am–B7 auf einem Instrument und beschreibe, wie die Dominante B7 die Rückkehr nach e-Moll vorbereitet.
  2. Formkarte gestalten: Erstelle eine farbcodierte Formgrafik aus Intro, Strophe, Übergang, Refrain, Bridge und Outro. Verwende keine geschützten Lyrics.
  3. Fassungen vergleichen: Vergleiche die 1993er Return-Remix-Fassung mit Live At Earl's Court '95. Dokumentiere mindestens fünf hörbare Unterschiede.
  4. Produktion hören: Untersuche Kopfhöreraufnahmen auf Hall, Stereobreite, Vocal-Layering und Dynamik. Begründe jede Beobachtung mit einer konkreten Hörstelle.


Schwer

  1. Quellenkritik schreiben: Untersuche die unterschiedlichen Datumsangaben 6. und 13. Dezember 1993. Bewerte, welche Quelle wofür besonders geeignet ist, ohne eine nicht belegbare Scheingenauigkeit zu erzeugen.
  2. Arrangement rekonstruieren: Entwirf ein eigenes Arrangement für eine Ballade mit ähnlicher Dramaturgie, aber neuer Melodie, neuen Akkorden und eigenem Text. Dokumentiere, wann Klangschichten hinzukommen.
  3. Musikvideo neu konzipieren: Entwickle ein Storyboard, das die Rückkehrthematik ohne Kriegsszenario erzählt. Begründe, wie Deine Bilder die Mehrdeutigkeit des Textes verändern.
  4. Popkultur-Transfer: Vergleiche den Christmas-Chart-Konflikt von 1993 mit einem aktuellen Mechanismus digitaler Chart- oder Streamingkultur. Arbeite Unterschiede zwischen physischem Verkauf, Streaming und Fanmobilisierung heraus.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Form und Dramaturgie: Erkläre, wie die Enthüllung im Mittelteil die Bedeutung der vorherigen Refrains rückwirkend verändert.
  2. Harmonie und Emotion: Zeige am Modell Em–D–Am–B7, wie tonale Spannung und Auflösung zur melancholischen Wirkung beitragen können.
  3. Produktion und Version: Begründe, warum eine Analyse der Return-Remix-Fassung andere Produktionsaussagen erlauben kann als eine Analyse des Albumtracks.
  4. Text-Bild-Relation: Erkläre, welche interpretative Wirkung entsteht, wenn das Musikvideo die Rückkehr als Heimkehr aus dem Krieg darstellt, obwohl der Liedtext dies nicht ausdrücklich festlegt.
  5. Stimme und Rollenbild: Untersuche, wie Mark Owens Leadstimme die Wahrnehmung des Songs innerhalb einer Gruppe verändert, in der Gary Barlow der zentrale Songwriter war.
  6. Quellenkompetenz: Entwickle eine Methode, mit der Du widersprüchliche Veröffentlichungsdaten in Musikdatenbanken, offiziellen Seiten und Sekundärquellen transparent dokumentierst.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu Babe solltest Du zeigen können, dass Du:

  1. die Entstehung des Songs und die besondere Rolle von Mark Owen, Gary Barlow und Jason Orange belegen kannst,
  2. die Singlefassung als Return Remix von der Albumfassung unterscheiden kannst,
  3. e-Moll, 4/4-Takt und den langsamen Balladenpuls fachlich einordnen kannst,
  4. die harmonische Funktion von Tonika, ♭VII, Subdominante und Dur-Dominante erklären kannst,
  5. Songform und dramatische Wendung beschreiben kannst, ohne geschützte Lyrics vollständig zu reproduzieren,
  6. Textaussage und zusätzliche Bilddeutung des Musikvideos auseinanderhalten kannst,
  7. mindestens zwei Fassungen anhand konkreter Hörmerkmale vergleichen kannst,
  8. Quellen nach Typ, Aussagekraft und möglicher Unsicherheit beurteilen kannst,
  9. freie Medien von lediglich eingebetteten, weiterhin urheberrechtlich geschützten Medien unterscheiden kannst.




OERs zum Thema

Weitere frei nutzbare Bildquellen findest Du in der Wikimedia-Commons-Kategorie zu Take That: Wikimedia Commons – Take That. Die dortigen Dateien haben jeweils eigene Lizenzangaben, die Du vor einer Weiterverwendung prüfen musst.


Quellen und Mediennachweise

  1. 1,0 1,1 Take That: Babe – offizielle Timeline, abgerufen am 17.09.2026.
  2. 2,0 2,1 MusicBrainz: Everything Changes – Release-Credits, abgerufen am 17.09.2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 Irish Independent: Retro Top Ten Singles 1994: Take That reach top of the Irish Charts for first time, 2024; dort mit Bezug auf Gary Barlow: My Take, Bloomsbury 2006.
  4. Wikipedia: Everything Changes (Take That album), abgerufen am 17.09.2026.
  5. hitparade.ch: Take That – Babe, abgerufen am 17.09.2026.
  6. 6,0 6,1 Official Charts: Babe – Take That, abgerufen am 17.09.2026.
  7. Official Charts: Flashback 1993: Take That – Babe, abgerufen am 17.09.2026.
  8. Wikipedia: Babe (Take That song), abgerufen am 17.09.2026.
  9. 9,0 9,1 9,2 Take That: Babe (Return Remix) – offizieller YouTube-Audio-Upload mit Credits, abgerufen am 17.09.2026.
  10. 10,0 10,1 10,2 Wikipedia: Abschnitt Musikvideo zu Babe, abgerufen am 17.09.2026.
  11. 11,0 11,1 UPI: MTV video music award winners, 09.09.1994.
  12. 12,0 12,1 Hooktheory: Babe – Chords and Melody, abgerufen am 17.09.2026.
  13. 13,0 13,1 Chordify: Babe (Return remix), abgerufen am 17.09.2026.
  14. Qobuz: Everything Changes – Track 13 Babe und Credits, abgerufen am 17.09.2026.
  15. Qobuz: Everything Changes (Expanded Edition)Babe (Return Remix), abgerufen am 17.09.2026.
  16. Official Charts: Official Top 40 best-selling songs of 1993, abgerufen am 17.09.2026.
  17. Take That: Babe (Live At Earl's Court '95), offizieller YouTube-Kanal, abgerufen am 17.09.2026.
  18. Take That: Babe (Odyssey Version) – offizieller YouTube-Audio-Upload mit Credits, abgerufen am 17.09.2026.
  19. Take That Shop: Odyssey Deluxe: 2CD, abgerufen am 17.09.2026.


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