BK6 - Virtuelle Skulptur im Schulraum

BK6 - Virtuelle Skulptur im Schulraum
BK6 - Virtuelle Skulptur im Schulraum
Einleitung
Stell Dir vor, in Deiner Schule erscheint plötzlich eine riesige, schwebende Form: Sie steht nicht wirklich im Raum, sondern existiert als digitales 3D-Modell. Auf dem Bildschirm eines Tablets oder Smartphones wirkt sie trotzdem so, als würde sie genau dort stehen. In diesem aiMOOC entwickelst Du eine virtuelle Plastik für einen konkreten Ort im Schulraum. Du untersuchst, wie Größe, Standort, Blickrichtung und Sichtachsen die Wirkung eines Kunstwerks verändern.
Der verbindliche Modellort dieses aiMOOCs ist der Eingangsbereich vor der Schulbibliothek. Falls es an Deiner Schule keine Bibliothek gibt, kann die Lehrkraft einen vergleichbaren Ort festlegen, zum Beispiel einen freien Bereich vor einem Fachraum, einen Treppenabsatz oder eine breite Flurzone. Wichtig ist: Du arbeitest nicht für irgendeinen erfundenen Raum, sondern für einen wirklich vorhandenen Ort.

Ein Schulraum ist nicht leer. Türen, Fenster, Treppen, Schilder, Laufwege, Licht und vorhandene Gegenstände wirken auf Deine Gestaltung. Deine virtuelle Skulptur soll deshalb nicht nur interessant aussehen, sondern zum Ort passen.
Leitfrage
Wie verändert sich die Wirkung einer virtuellen Skulptur, wenn Du ihre Größe, ihren Standort und die Sichtachsen im Schulraum veränderst?
Das lernst Du
Am Ende kannst Du erklären, was eine Skulptur, eine Plastik, ein 3D-Modell, eine Fotomontage und Augmented Reality sind. Du kannst einen realen Schulraum untersuchen, einen geeigneten Standort auswählen, Blickpunkte und Sichtachsen beschreiben, Größenverhältnisse einschätzen und eine virtuelle Plastik als 3D-Modell, Fotomontage oder AR-Simulation präsentieren.
| Niveau | Schwerpunkt | Erwartung |
|---|---|---|
| G – Grundniveau | Raum erkennen und einfach gestalten | Du entwickelst eine klare Grundform, untersuchst mindestens zwei Blickpunkte und zeigst Deine Plastik in einer Fotomontage oder einfachen 3D-Ansicht. |
| M – Mittleres Niveau | Raumbezug begründen und Varianten vergleichen | Du kombinierst mehrere Formen, untersuchst mindestens drei Sichtachsen, vergleichst Größenvarianten und begründest Deinen Standort. |
| E – Erweitertes Niveau | Raumwirkung gezielt steuern und kritisch beurteilen | Du entwickelst ein komplexeres Raumkonzept, arbeitest mit Maßstab, Überschneidungen und mehreren Ansichten und prüfst Deine Gestaltung als AR-Simulation oder differenzierte Fotomontage. |
Grundlagen: Skulptur, Plastik und virtuelle Form
Skulptur und Plastik
In der Kunst bezeichnet Bildhauerkunst dreidimensionale Werke. Im engeren kunstgeschichtlichen Sprachgebrauch kann zwischen Skulptur und Plastik unterschieden werden: Eine Skulptur entsteht traditionell durch das Abtragen von Material, zum Beispiel durch Schnitzen oder Meißeln. Eine Plastik wird eher durch Aufbauen, Formen oder Modellieren hergestellt. Im heutigen Sprachgebrauch werden beide Begriffe häufig ähnlich verwendet.
Für dieses Projekt ist besonders wichtig: Ein dreidimensionales Kunstwerk besitzt Höhe, Breite und Tiefe. Du kannst es deshalb aus mehreren Richtungen betrachten.

Bei einer offenen Plastik entstehen Zwischenräume. Diese leeren Bereiche sind keine Nebensache. Sie gehören zur Gestaltung und können Blicke auf Türen, Fenster oder andere Teile des Schulraums freigeben.

Was ist eine virtuelle Plastik?
Eine virtuelle Plastik ist ein dreidimensional gedachtes oder digital erzeugtes Kunstwerk, das nicht als dauerhaftes materielles Objekt im Raum stehen muss. Sie kann als 3D-Modell, gerenderte Ansicht, Fotomontage oder AR-Darstellung sichtbar gemacht werden.
Das ist für den Kunstunterricht besonders interessant: Du kannst Größen und Standorte ausprobieren, ohne schwere Materialien zu transportieren. Eine Form kann scheinbar schweben, durch eine Wand ragen oder viel größer als ein Mensch erscheinen. Trotzdem musst Du den realen Raum ernst nehmen, denn nur dann entsteht ein glaubwürdiger Ortsbezug.

3D-Raum und 3D-Modell
Ein 3D-Modell besteht aus digitalen Formen, die Höhe, Breite und Tiefe besitzen. Einfache Modelle können aus Würfeln, Kugeln, Zylindern, Kegeln oder frei gezeichneten Formen aufgebaut werden. Durch Verschieben, Drehen, Skalieren, Gruppieren und Ausschneiden entstehen komplexere Plastiken.
Das folgende Video zeigt grundlegende Arbeitsschritte einer einfachen 3D-Modellierung mit Tinkercad. Du musst nicht genau dieses Programm verwenden; entscheidend sind die Prinzipien des räumlichen Gestaltens.
Der Schulraum als Ausstellungsort
Räume haben eine Wirkung
Ein Kunstwerk wirkt in einem kleinen Klassenzimmer anders als in einer hohen Eingangshalle. Ein langer Flur lenkt den Blick in die Tiefe. Eine Treppe erzeugt verschiedene Höhen. Ein Fenster kann Gegenlicht erzeugen. Eine Tür kann eine wichtige Bewegungsrichtung markieren.

Du untersuchst deshalb nicht nur die freie Fläche, sondern auch das Umfeld des Standortes.
| Raummerkmal | Mögliche Wirkung auf Deine Plastik |
|---|---|
| Schmaler Flur | Eine breite Form kann bedrängend wirken, eine schlanke Form kann die Raumhöhe betonen. |
| Hohe Eingangshalle | Eine große oder schwebende Form kann den Raum gliedern und aus größerer Entfernung sichtbar sein. |
| Treppenbereich | Die Plastik wird von oben, unten und seitlich gesehen. |
| Fensterfront | Licht, Spiegelungen und Gegenlicht verändern Farbe und Kontur. |
| Tür oder Durchgang | Die Plastik darf wichtige Wege nicht optisch unverständlich machen und sollte bewusst zur Bewegungsrichtung gesetzt werden. |
Unser konkreter Ort: Eingangshalle vor der Schulbibliothek
Für den Gestaltungsprozess arbeitest Du mit drei festen Beobachtungspunkten:
- Blickpunkt A – Haupteingang: Von hier siehst Du den Standort aus größerer Entfernung frontal oder leicht schräg.
- Blickpunkt B – Treppenabsatz: Von hier erscheint die Plastik höher, tiefer oder stärker von oben gesehen.
- Blickpunkt C – Bibliothekstür: Von hier bist Du nahe am Werk und siehst Details, Öffnungen und Überschneidungen.
Markiere diese drei Punkte auf einer einfachen Skizze oder einem Grundriss. Zeichne von jedem Blickpunkt eine Linie zum geplanten Standort der Plastik. Diese Linien sind Deine Sichtachsen.
Größe, Standort und Sichtachsen
Größe: Wie groß soll das Werk wirken?
Größe ist nicht nur eine Zahl. Sie verändert die Bedeutung eines Kunstwerks. Eine kleine Form kann wie ein verborgenes Fundstück wirken. Eine menschengroße Plastik kann wie ein Gegenüber erscheinen. Eine überlebensgroße Form kann den ganzen Raum beherrschen.
Untersuche mindestens drei Größenvarianten:
| Variante | Beispielhafte Höhe | Mögliche Wirkung |
|---|---|---|
| Klein | ungefähr kniehoch | zurückhaltend, detailorientiert, leicht zu übersehen |
| Mittel | ungefähr menschhoch | körperbezogen, präsent, gut vergleichbar mit der eigenen Größe |
| Groß | deutlich höher als ein Mensch | dominant, raumprägend, aus größerer Entfernung sichtbar |
Beurteile die Größe immer im Verhältnis zum Raum. Eine Form, die auf dem Bildschirm groß aussieht, kann im echten Schulflur plötzlich klein wirken, wenn die Raumhöhe sehr groß ist.
Standort: Wo genau steht oder schwebt die Plastik?
Der Standort entscheidet darüber, ob Deine Plastik als Zentrum, Hindernis, Überraschung oder Ergänzung des Raumes wahrgenommen wird.
Ein guter Standort entsteht durch bewusstes Vergleichen. Verschiebe Dein digitales Modell oder Deine montierte Form schrittweise:
- nahe an eine Wand,
- in die Nähe einer Ecke,
- in die Mitte einer freien Fläche,
- unter eine hohe Decke,
- neben eine Tür oder Sichtachse.
Wichtig: Auch wenn Deine Plastik virtuell ist, denkst Du so, als könnte sie real gebaut werden. Berücksichtige deshalb Türen, Laufwege, Treppen und mögliche Fluchtwege. Du planst niemals so, dass Menschen behindert oder Wege blockiert werden.
Sichtachse: Von wo aus wird das Werk gesehen?
Eine Sichtachse ist eine gedachte Linie zwischen einem Betrachtungsort und einem Objekt. Bei Deiner virtuellen Plastik sind Sichtachsen entscheidend, weil das Werk aus mehreren Richtungen unterschiedlich aussieht.
Frage Dich an jedem Blickpunkt:
- Welche Seite der Plastik sehe ich zuerst?
- Welche Teile überdecken sich?
- Welche Öffnungen zeigen den Raum dahinter?
- Wird eine Tür, ein Fenster oder ein Schild verdeckt?
- Führt die Architektur meinen Blick direkt zum Kunstwerk?
Fluchtpunkt und Raumtiefe
Lange Flure sind besonders geeignet, um Perspektive zu untersuchen. In einer perspektivischen Darstellung können Linien, die im Raum parallel verlaufen, im Bild scheinbar auf einen Fluchtpunkt zulaufen. Diese Tiefenlinien helfen Dir, eine virtuelle Form glaubwürdig in ein Foto einzusetzen.

Das folgende Video zeigt die Einpunktperspektive am Beispiel eines Schulflures. Achte besonders darauf, wie Boden, Decke und Wände auf einen Fluchtpunkt zulaufen.
Fotomontage: Deine Idee im echten Schulraum sichtbar machen
Was ist eine Fotomontage?
Bei einer Fotomontage werden verschiedene Bildelemente zu einer neuen Bildkomposition zusammengesetzt. Für dieses Projekt fotografierst Du den ausgewählten Schulraum und setzt Deine virtuelle Plastik in das Foto ein. So kannst Du prüfen, ob Größe, Perspektive und Standort glaubwürdig wirken.


Eine gute Fotomontage für dieses Projekt zeigt nicht nur eine schöne Form. Sie beantwortet auch die Frage: Wie wirkt die Form genau an diesem Ort?
Arbeitsschritte für Deine Fotomontage
- Fotografiere den Standort aus Blickpunkt A, B und C möglichst ohne Personen und ohne erkennbare persönliche Daten.
- Wähle eine Ansicht Deines 3D-Modells, die zur Blickrichtung des Raumfotos passt.
- Stelle die Plastik frei oder verwende einen transparenten Hintergrund.
- Passe die Größe der Plastik an die Umgebung an.
- Drehe oder verzerre die Darstellung so, dass ihre Perspektive zum Raum passt.
- Achte auf Überschneidungen: Was liegt vor der Plastik, was dahinter?
- Ergänze bei Bedarf einen einfachen Schatten, wenn dadurch die räumliche Wirkung verständlicher wird.
- Vergleiche Deine drei Ansichten und überarbeite Standort oder Größe.
Das folgende Video zeigt die Grundidee einer einfachen Fotomontage mit GIMP. Du kannst auch eine andere Bildbearbeitung verwenden.
Augmented Reality: Virtuelle Plastik im realen Raum
Was bedeutet AR?
Augmented Reality, kurz AR, bedeutet erweiterte Realität. Dabei wird die reale Umgebung auf einem Bildschirm oder durch ein anderes Anzeigegerät mit digitalen Informationen oder virtuellen Objekten überlagert. Für Dein Kunstprojekt kann ein digitales 3D-Objekt so erscheinen, als stünde oder schwebe es an einem bestimmten Ort im Schulraum.

Das folgende Video erklärt die Grundidee von Augmented Reality.
AR-Simulation ohne Spezialtechnik
Auch ohne echte AR-App kannst Du eine AR-Simulation erstellen. Fotografiere den Raum, füge Dein 3D-Modell als Fotomontage ein und achte genau auf Größe, Perspektive, Standort und Verdeckung. Das Bild simuliert dann, wie eine AR-Ansicht aussehen könnte.
Mit einer geeigneten, von der Schule erlaubten AR-Anwendung kann das Modell zusätzlich live im Kamerabild platziert werden. Dabei gilt: Verwende nur von der Lehrkraft freigegebene Apps und fotografiere keine Personen ohne Erlaubnis.
Ein Beispielentwurf: „Schwebender Knoten“
Idee
Als Beispiel entsteht eine virtuelle Plastik mit dem Titel „Schwebender Knoten“. Sie besteht aus mehreren gebogenen, miteinander verschlungenen Formen. Zwischen den Formen bleiben große Öffnungen. Die Plastik soll ungefähr auf Augenhöhe beginnen und nach oben wachsen.
Der konkrete Standort ist die freie Zone in der Eingangshalle vor der Schulbibliothek. Die Form steht nicht direkt an der Wand, sondern wirkt so, als schwebe sie mit etwas Abstand davor.
Drei Größenvarianten untersuchen
| Variante | Beschreibung | Wirkung |
|---|---|---|
| Geringe Größe | Die Form bleibt deutlich unter Augenhöhe. | Sie wirkt eher wie ein Objekt, das entdeckt werden muss. |
| Mittlere Größe | Die Form reicht ungefähr vom Bodenbereich bis etwas über Kopfhöhe. | Sie tritt in einen direkten Größenvergleich mit den Betrachtenden. |
| Große Größe | Die Form reicht weit nach oben und nimmt einen großen Teil der Eingangshalle ein. | Sie prägt den Raum stark und ist schon vom Haupteingang aus sichtbar. |
Für den Beispielentwurf wird die mittlere bis große Variante gewählt, weil sie aus Blickpunkt A deutlich sichtbar ist, ohne den Raum vollständig zu verdecken.
Drei Sichtachsen untersuchen
| Blickpunkt | Beobachtung | Gestalterische Entscheidung |
|---|---|---|
| Haupteingang | Die Plastik wird zuerst als Gesamtform wahrgenommen. | Eine klare äußere Silhouette ist wichtig. |
| Treppenabsatz | Mehrere Bögen überlagern sich. | Öffnungen werden so angeordnet, dass die Form nicht wie ein dichter Block wirkt. |
| Bibliothekstür | Die Betrachtenden stehen sehr nahe am Werk. | Kleine Richtungswechsel und Zwischenräume werden wichtig. |
Standort verändern
Verschiebe den „Schwebenden Knoten“ gedanklich oder digital an drei Positionen:
- direkt an die Wand,
- mittig in die freie Zone,
- seitlich versetzt in Richtung Treppe.
Vergleiche danach die drei Varianten. Die mittige Position kann besonders präsent wirken, die wandnahe Position kann ruhiger sein und die seitliche Position kann eine Bewegung in den Raum erzeugen. Es gibt nicht automatisch eine einzige richtige Lösung. Entscheidend ist, dass Du Deine Wahl mit der Raumwirkung begründest.
Form, Raum und Wirkung
Positive Form und Zwischenraum
Bei einer Plastik zählt nicht nur das Material oder die sichtbare digitale Form. Auch die freien Bereiche dazwischen beeinflussen die Wirkung. Ein Loch, eine Öffnung oder ein Abstand kann einen wichtigen Ausschnitt des Schulraums rahmen.
Du kannst zum Beispiel eine Öffnung so platzieren, dass man von Blickpunkt A durch sie hindurch die Bibliothekstür sieht. Dann verbindet die Plastik den eigenen Körper mit dem Raum dahinter.
Offen oder geschlossen
| Formwirkung | Beschreibung | Mögliche Raumwirkung |
|---|---|---|
| Offen | Viele Durchblicke, Zwischenräume und schmale Elemente | leicht, beweglich, transparent |
| Geschlossen | kompakte Volumen und wenige Öffnungen | schwer, ruhig, dominant |
| Vertikal | starke Ausrichtung nach oben | betont Raumhöhe |
| Horizontal | starke Ausrichtung in die Breite | betont Wand- oder Bodenfläche |
| Diagonal | schräge Hauptrichtung | erzeugt Bewegung und Spannung |
Licht, Farbe und Oberfläche
Auch eine virtuelle Plastik kann Farbe und Oberfläche besitzen. Eine glänzende Oberfläche kann Licht spiegeln, eine matte Oberfläche wirkt ruhiger. Helle Farben können sich von einer dunklen Wand abheben. Transparente Bereiche können den Raum sichtbar lassen.
Prüfe deshalb immer: Passt die Farbe zum Ort? Unterstützt sie Deine Idee? Oder lenkt sie nur ab?
Medienvergleich: Schulraum, Modell, Montage und AR



Die vier Darstellungsweisen erfüllen unterschiedliche Aufgaben:
| Medium | Stärke | Frage |
|---|---|---|
| Raumfoto | zeigt den echten Ort | Was ist bereits vorhanden? |
| 3D-Modell | zeigt die Form aus vielen Richtungen | Wie ist die Plastik aufgebaut? |
| Fotomontage | verbindet Entwurf und Ort | Wie könnte die Plastik dort wirken? |
| AR-Simulation | zeigt eine virtuelle Form direkt im Bezug zur realen Umgebung | Wie verändert sich die Wirkung beim Bewegen durch den Raum? |
Dein Gestaltungsprozess
Phase 1: Ort erforschen
Untersuche den Bereich vor der Schulbibliothek. Miss oder schätze Raumhöhe, Breite und wichtige Abstände. Fotografiere die Blickpunkte A, B und C. Zeichne eine einfache Raumskizze mit Türen, Wänden, Treppe und Laufwegen.
G: Du markierst Standort und zwei Blickpunkte.
M: Du markierst Standort und drei Blickpunkte und notierst wichtige Größen.
E: Du zeichnest zusätzlich Sichtachsen, Überschneidungen und Bereiche, die frei bleiben müssen.
Phase 2: Formen entwickeln
Zeichne mindestens drei kleine Entwurfsskizzen. Verwende unterschiedliche Grundideen, zum Beispiel offen, geschlossen, gestapelt, schwebend, bandartig oder aus mehreren Körpern zusammengesetzt.
G: Verwende eine klare Grundform und eine Variation.
M: Kombiniere mindestens zwei unterschiedliche Formtypen.
E: Entwickle eine Form, deren Wirkung sich deutlich verändert, wenn man den Blickpunkt wechselt.
Phase 3: Virtuelles Modell bauen
Erstelle Dein Modell mit einer geeigneten 3D-Software oder aus einfachen digitalen Grundkörpern.
G: Modell mit wenigen klaren Körpern.
M: Modell mit Gruppierungen, Öffnungen oder wiederholten Formen.
E: Modell mit differenzierten Zwischenräumen, kontrollierten Proportionen und bewusst gesetzten Blicköffnungen.
Phase 4: Größe prüfen
Erstelle mindestens eine kleine, mittlere und große Variante. Vergleiche, welche Variante am besten zum Raum passt.
G: Beschreibe die Wirkung mit drei passenden Adjektiven.
M: Begründe Deine Wahl mit dem Verhältnis von Plastik und Raum.
E: Begründe zusätzlich, wie sich die Größe aus den drei Sichtachsen verändert wahrnehmen lässt.
Phase 5: Standort prüfen
Setze Dein Modell an mindestens zwei verschiedenen Positionen in den Raum.
G: Wähle den verständlicheren Standort.
M: Vergleiche Vor- und Nachteile beider Standorte.
E: Entwickle eine dritte Position und begründe, wie sie Laufwege, Architektur und Blickrichtungen einbezieht.
Phase 6: Präsentieren und reflektieren
Zeige Deinen Entwurf aus mehreren Blickrichtungen. Nutze Fotomontage, 3D-Ansichten oder AR-Simulation. Erkläre, warum Du Dich für Größe, Standort und Form entschieden hast.
Bewertungsraster G/M/E
| Kriterium | G | M | E |
|---|---|---|---|
| Ortsbezug | Der Schulort ist erkennbar und passend gewählt. | Die Gestaltung reagiert auf mehrere Merkmale des Ortes. | Die Gestaltung nutzt Architektur, Wege und Blickrichtungen gezielt als Teil der Idee. |
| Größe | Eine passende Größe ist ausgewählt. | Mehrere Größenvarianten werden verglichen. | Größenwirkung wird differenziert aus verschiedenen Blickpunkten begründet. |
| Standort | Ein nachvollziehbarer Standort ist gewählt. | Mindestens zwei Standorte werden verglichen. | Der Standort wird aus Raumfunktion, Bewegung und Sichtachsen hergeleitet. |
| Form | Eine klare dreidimensionale Grundidee ist erkennbar. | Mehrere Formen und Zwischenräume sind bewusst kombiniert. | Form, Zwischenraum und Blickwechsel erzeugen eine komplexe räumliche Wirkung. |
| Darstellung | Eine verständliche Montage oder 3D-Ansicht liegt vor. | Mehrere Ansichten sind sauber auf den Raum bezogen. | Perspektive, Maßstab, Überschneidung und Raumwirkung sind überzeugend abgestimmt. |
| Reflexion | Die wichtigsten Entscheidungen werden beschrieben. | Entscheidungen werden mit Fachbegriffen begründet. | Varianten werden kritisch verglichen und gestalterische Folgen nachvollziehbar bewertet. |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist eine Sichtachse? (Eine gedachte Linie zwischen einem Betrachtungsort und einem Objekt) (!Eine Linie, an der eine Skulptur abgeschnitten wird) (!Eine Farbskala für digitale Bilder) (!Eine Liste von Materialien)
Was beschreibt Augmented Reality? (Die reale Umgebung wird mit virtuellen Informationen oder Objekten erweitert) (!Die reale Umgebung wird vollständig durch eine virtuelle Welt ersetzt) (!Ein Foto wird nur schwarzweiß dargestellt) (!Ein Modell wird ausschließlich aus Ton gebaut)
Wozu dient eine Fotomontage in diesem Projekt? (Sie zeigt, wie die virtuelle Plastik an einem realen Schulort wirken könnte) (!Sie misst automatisch die Raumhöhe) (!Sie ersetzt jede Form von Planung) (!Sie macht aus einem 3D-Modell ein echtes Metallobjekt)
Warum untersuchst Du mehrere Blickpunkte? (Weil eine dreidimensionale Form aus verschiedenen Richtungen unterschiedlich wirkt) (!Weil eine Skulptur nur von oben betrachtet werden darf) (!Weil jede Perspektive immer gleich aussieht) (!Weil nur die Farbe eines Raumes wichtig ist)
Was verändert sich besonders, wenn eine Plastik deutlich größer wird? (Ihre Wirkung im Verhältnis zum Raum und zu den Betrachtenden) (!Die Zahl der Türen im Schulgebäude) (!Die Position des Fluchtpunktes in jedem Foto automatisch) (!Die Unterrichtszeit)
Welche Aufgabe hat der Standort einer virtuellen Plastik? (Er bestimmt, wie das Werk mit Raum, Wegen und Blickrichtungen zusammenwirkt) (!Er entscheidet ausschließlich über die Dateigröße) (!Er legt fest, welche Musik abgespielt wird) (!Er macht jede Form automatisch symmetrisch)
Was ist bei einer offenen Plastik besonders wichtig? (Die Zwischenräume und Durchblicke gehören zur Gestaltung) (!Nur die äußerste Kante zählt) (!Der Raum hinter dem Werk darf nie sichtbar sein) (!Alle Teile müssen rechteckig sein)
Warum helfen Fluchtlinien bei einer Fotomontage? (Sie helfen, ein eingefügtes Objekt perspektivisch glaubwürdig in den Raum zu setzen) (!Sie machen jede Farbe heller) (!Sie bestimmen die Lautstärke eines Videos) (!Sie schneiden ein 3D-Modell automatisch aus)
Was bedeutet ortsbezogenes Gestalten? (Die Gestaltung reagiert bewusst auf Eigenschaften eines konkreten Ortes) (!Die Gestaltung wird ohne Blick auf den Raum entwickelt) (!Die Gestaltung darf nur draußen stehen) (!Die Gestaltung muss immer klein bleiben)
Welche Aussage passt am besten zu einer guten Größenentscheidung? (Die Größe wird im Verhältnis zum Raum und zu den Sichtachsen geprüft) (!Die größte Variante ist immer die beste) (!Die kleinste Variante ist immer die beste) (!Die Größe spielt bei einer virtuellen Plastik keine Rolle)
Memory
| Sichtachse | gedachte Blicklinie zwischen Betrachtungsort und Kunstwerk |
| Standort | genaue Position der Plastik im Raum |
| Fotomontage | Zusammenfügung verschiedener Bildelemente |
| Augmented Reality | Überlagerung realer Umgebung mit virtuellen Inhalten |
| 3D-Modell | digitale Form mit Höhe, Breite und Tiefe |
| Fluchtpunkt | Punkt, auf den perspektivische Tiefenlinien scheinbar zulaufen |
| Zwischenraum | freie Form zwischen oder innerhalb von Teilen einer Plastik |
| Maßstab | Verhältnis zwischen Darstellung und tatsächlicher Größe |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Haupteingang | Fernblick auf die Gesamtform |
| Treppenabsatz | erhöhte oder schräge Perspektive |
| Bibliothekstür | Nahsicht auf Details und Zwischenräume |
| Fensterfront | Einfluss von Licht und Gegenlicht |
| Wandzone | mögliche ruhige Hintergrundfläche |
...
Kreuzworträtsel
| Sichtachse | Wie nennt man die gedachte Blicklinie zwischen Betrachtungsort und Kunstwerk? |
| Standort | Wie heißt die genaue Position eines Kunstwerks im Raum? |
| Fotomontage | Wie nennt man ein Bild, das aus mehreren Bildelementen zusammengesetzt wird? |
| Skulptur | Wie heißt ein dreidimensionales Kunstwerk häufig? |
| Fluchtpunkt | Wie heißt der Punkt, auf den perspektivische Tiefenlinien scheinbar zulaufen? |
| Modell | Wie nennt man eine vereinfachte oder digitale Darstellung eines geplanten Objekts? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht – G-Niveau
- Raumdetektiv: Fotografiere oder zeichne den Bereich vor der Schulbibliothek aus zwei Blickrichtungen und markiere, wo eine virtuelle Plastik stehen könnte.
- Blicklinien: Zeichne zwei Sichtachsen von verschiedenen Betrachtungsorten zu Deinem geplanten Standort.
- Formfamilie: Entwirf drei einfache Plastiken aus Grundformen und entscheide Dich für eine Variante.
- Erste Montage: Setze eine einfache digitale Form in ein Foto des Schulraums ein und passe ihre Größe an.
Standard – M-Niveau
- Größenvergleich: Entwickle eine kleine, mittlere und große Version Deiner Plastik und beschreibe die unterschiedliche Raumwirkung.
- 3D-Konstruktion: Baue eine Plastik aus mehreren Körpern und entwickle mindestens zwei deutliche Zwischenräume.
- Standortvergleich: Zeige Deine Plastik an zwei verschiedenen Positionen im Schulraum und begründe Deine Entscheidung.
- Drei Ansichten: Erstelle Darstellungen aus Blickpunkt A, B und C und untersuche Überschneidungen und Durchblicke.
Schwer – E-Niveau
- AR-Konzept: Entwickle eine AR-Simulation Deiner Plastik und dokumentiere, wie sich die Wirkung beim Wechsel der Blickrichtung verändert.
- Ortsbezug: Gestalte eine Plastik, deren Form direkt auf Treppe, Tür, Wand oder Fenster des konkreten Schulraums reagiert.
- Entwurfsmappe: Dokumentiere Skizzen, Varianten, Größenentscheidungen, Sichtachsen und Überarbeitungen als nachvollziehbaren Gestaltungsprozess.
- Kuratorische Entscheidung: Vergleiche zwei fertige Entwürfe und schreibe eine begründete Empfehlung, welcher besser zum Standort vor der Schulbibliothek passt.


Lernkontrolle
- Standorttransfer: Stell Dir vor, Deine Plastik wird vom Eingangsbereich in ein kleines Klassenzimmer versetzt. Erkläre, welche Änderungen an Größe, Form oder Standort notwendig wären und warum.
- Blickwechsel: Eine Plastik sieht vom Haupteingang überzeugend aus, verdeckt aber von der Bibliothekstür aus ein wichtiges Schild. Entwickle zwei mögliche Lösungen und bewerte sie.
- Größenentscheidung: Begründe, warum eine sehr große Plastik in einem hohen Raum sinnvoll sein kann, in einem schmalen Flur aber problematisch wirken könnte.
- Glaubwürdigkeit: Analysiere eine Fotomontage, in der die virtuelle Plastik „aufgeklebt“ wirkt. Nenne gestalterische Ursachen und schlage Verbesserungen vor.
- Medienvergleich: Vergleiche Fotomontage und AR-Simulation. Erkläre, welche Methode sich besser eignet, um wechselnde Sichtachsen zu untersuchen.
- Ortsbezug: Entwickle eine Regel, nach der entschieden werden kann, ob eine virtuelle Plastik wirklich für einen bestimmten Schulort gestaltet wurde und nicht nur zufällig dort platziert ist.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Punkte wichtig:
- Idee: Eine eigenständige gestalterische Idee für eine virtuelle Plastik.
- Ortsanalyse: Eine nachvollziehbare Untersuchung des konkreten Schulortes.
- Sichtachse: Dokumentierte Blickpunkte und Sichtachsen.
- Größe: Vergleich und begründete Auswahl einer Größenvariante.
- Standort: Vergleich und begründete Auswahl einer Position.
- 3D-Modell: Eine räumlich verständliche digitale Gestaltung.
- Fotomontage oder Augmented Reality: Eine überzeugende Einbindung der Plastik in den realen Schulraum.
- Reflexion: Fachsprachliche Begründung von Form, Größe, Standort, Perspektive und Raumwirkung.
- Überarbeitung: Sichtbare Verbesserung des Entwurfs aufgrund von Vergleichen oder Rückmeldungen.
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