BK6 - Renaissance – Mensch, Natur und Raum

BK6 - Renaissance – Mensch, Natur und Raum
BK6 - Renaissance – Mensch, Natur und Raum
Einleitung
Die Renaissance war eine Epoche des kulturellen Wandels, die in Italien im 14. Jahrhundert begann und sich im 15. und 16. Jahrhundert in vielen Teilen Europas entfaltete. Das Wort bedeutet „Wiedergeburt“ und verweist auf die intensive Beschäftigung mit Kunst, Architektur, Literatur und Wissen der griechisch-römischen Antike. Gleichzeitig entwickelten Künstlerinnen und Künstler neue Wege, Mensch, Natur und Raum zu beobachten und bildlich darzustellen. Die Renaissance war dabei kein plötzlicher Bruch mit dem Mittelalter, sondern ein langer Wandel mit vielen Übergängen und regionalen Unterschieden.
Für diesen aiMOOC arbeitest Du wie eine junge Kunstforscherin oder ein junger Kunstforscher: Du vergleichst Werke, untersuchst Bildräume, beobachtest Körperhaltungen und Naturdetails und entwickelst schließlich eine eigene Perspektiv- oder Porträtstudie. Dabei lernst Du, dass Kunstwerke nicht nur „schön“ aussehen, sondern Entscheidungen über Blickpunkt, Proportion, Licht, Material und Bildaufbau enthalten.

Das Fresko „Die Schule von Athen“ von Raffael zeigt besonders anschaulich, wie Architektur, Figuren und Zentralperspektive zusammenwirken. Linien von Boden, Stufen und Bauformen führen den Blick in die Tiefe. Zugleich verweist die Darstellung antiker Philosophen auf den Humanismus, also auf eine Bildungsbewegung, die sich intensiv mit dem Menschen, seinen Fähigkeiten und antiken Texten beschäftigte.
Zielgruppe und Differenzierung
Dieser aiMOOC richtet sich an Klasse 6. Die Aufgaben sind in drei Niveaustufen differenziert:
| Niveau | Bedeutung | Was Du zeigen kannst |
|---|---|---|
| G – Grundniveau | Du erkennst zentrale Merkmale und wendest einfache Gestaltungsschritte sicher an. | beschreiben, zuordnen, nach Anleitung gestalten |
| M – Mittleres Niveau | Du erklärst Zusammenhänge und gestaltest bewusster mit mehreren Mitteln. | vergleichen, begründen, variieren |
| E – Erweitertes Niveau | Du untersuchst Wirkungen genauer, entwickelst eigene Lösungen und reflektierst Entscheidungen. | analysieren, übertragen, eigenständig weiterentwickeln |
Lernziele
| Bereich | Das kannst Du am Ende |
|---|---|
| Mensch | Du untersuchst Porträt, Anatomie, Körperhaltung und Proportion in Renaissancewerken. |
| Natur | Du erkennst, wie genaue Beobachtung von Pflanzen, Tieren, Landschaft und Licht in Kunst einfließt. |
| Raum | Du erklärst Horizontlinie, Fluchtpunkt und Fluchtlinien und nutzt sie in einer einfachen Zentralperspektive. |
| Gestaltung | Du entwickelst eine eigene Perspektiv- oder Porträtstudie und begründest mindestens zwei Gestaltungsentscheidungen. |
| Reflexion | Du vergleichst historische Vorbilder mit Deiner eigenen Arbeit, ohne sie nur zu kopieren. |
Renaissance: ein neuer Blick auf die sichtbare Welt
Renaissancekunst verbindet häufig genaue Beobachtung mit Planung. Künstler studierten Naturformen, Körper, Licht, Geometrie und Baukunst. Manche führten Zeichnungen als Arbeitsstudien aus, andere nutzten mathematische Regeln, um Räume überzeugender erscheinen zu lassen. Viele Werke entstanden weiterhin in religiösen Zusammenhängen; gleichzeitig nahmen Porträts, mythologische Themen, Gelehrsamkeit und die Darstellung individueller Personen an Bedeutung zu.
Eine wichtige Idee war die Verbindung von Kunst und Wissen. Zeichnen konnte eine Methode des Untersuchens sein: Wer eine Pflanze, einen Körper oder einen Raum zeichnet, muss genau hinsehen, vergleichen, messen und auswählen. Genau diese Verbindung erprobst Du in diesem Kurs.
Naturbeobachtung: genau hinsehen statt nur erfinden
Albrecht Dürer untersuchte Pflanzen und Tiere mit außergewöhnlicher Aufmerksamkeit. In seinem „Großen Rasenstück“ von 1503 erscheinen Gräser, Blätter und Wurzeln nicht als bloße Dekoration, sondern als eigenständiger Bildgegenstand.

Beim Betrachten kannst Du nach Formen, Überlagerungen, Hell-Dunkel-Unterschieden und unterschiedlichen Blattarten suchen. Die Darstellung wirkt genau beobachtet, obwohl auch sie künstlerisch geordnet ist. Naturbeobachtung bedeutet in der Kunst also nicht, alles mechanisch abzubilden. Künstler wählen einen Ausschnitt, setzen Schwerpunkte und ordnen Formen.
Auch Dürers „Junger Feldhase“ von 1502 zeigt, wie Fell, Ohren, Augenreflexe und Körpervolumen durch feine Abstufungen sichtbar werden.

G: Suche drei Naturdetails und beschreibe sie mit einfachen Fachwörtern wie Linie, Fläche, hell, dunkel, fein oder dicht. M: Erkläre, wie Dürer durch Überlagerung und Tonwert Volumen erzeugt. E: Untersuche, an welcher Stelle genaue Beobachtung endet und künstlerische Auswahl beginnt.
Mensch und Porträt: Individualität, Licht und Ausdruck
In Renaissanceporträts werden einzelne Personen häufig mit großer Aufmerksamkeit für Gesicht, Haltung, Kleidung und Lichtwirkung dargestellt. Ein berühmtes Beispiel ist Leonardo da Vincis „Mona Lisa“. Die Figur sitzt vor einer weiten Landschaft; weiche Übergänge verbinden Licht und Schatten im Gesicht.

Für besonders weiche Übergänge wird bei Leonardo häufig der Begriff Sfumato verwendet. Konturen wirken dabei nicht überall hart abgegrenzt. Dadurch können Haut, Licht und Atmosphäre sanfter erscheinen. Ein Porträt ist trotzdem keine neutrale Kopie: Blickrichtung, Ausschnitt, Körperdrehung, Hintergrund und Licht prägen die Wirkung.
Auch Sofonisba Anguissola wurde im 16. Jahrhundert für ihre Porträts bekannt. Ihre Selbstbildnisse zeigen, dass Renaissancekunst nicht nur von den heute bekanntesten männlichen Künstlern geprägt wurde. Ein Selbstporträt stellt zusätzlich die Frage, wie eine Künstlerin oder ein Künstler sich selbst zeigen möchte.

G: Beschreibe Blickrichtung, Kopfhaltung und Hintergrund in einem der Porträts. M: Erkläre, wie weiche oder klare Übergänge die Wirkung des Gesichts verändern. E: Vergleiche Mona Lisa und Anguissolas Selbstporträt im Hinblick auf Nähe, Hintergrund und Selbstdarstellung.
Körperdarstellung: Proportion, Anatomie und Ideal
Künstler der Renaissance beschäftigten sich intensiv mit menschlichen Proportionen und mit dem Aufbau des Körpers. Leonardos „Vitruvianischer Mensch“ verbindet eine Körperstudie mit geometrischen Formen. Die Zeichnung bezieht sich auf Proportionsvorstellungen des antiken Architekten Vitruv und zeigt ein Idealmodell, nicht den „einzig richtigen“ menschlichen Körper.
Leonardo fertigte außerdem zahlreiche Anatomiezeichnungen an. Er untersuchte Knochen, Muskeln und Bewegungsabläufe, um Körperstrukturen besser zu verstehen.

Wichtig ist: Historische Proportionslehren zeigen bestimmte Vorstellungen ihrer Zeit. Menschen haben sehr unterschiedliche Körperformen. In der Kunstgeschichte lohnt es sich deshalb, zwischen Beobachtung, anatomischem Wissen und Idealvorstellungen zu unterscheiden.
Skulptur: Körper im Raum
Michelangelo schuf den marmornen David zwischen 1501 und 1504. Die Figur steht frei im Raum und kann aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Ihre Haltung erinnert an den antiken Kontrapost: Das Gewicht liegt überwiegend auf einem Bein, während das andere entlastet ist. Dadurch entstehen unterschiedliche Spannungen in Hüfte, Schultern und Beinen.
G: Zeige mit Deinem eigenen Körper Standbein und Spielbein. M: Skizziere die Achsen von Schultern und Hüfte. E: Erkläre, wie die Gewichtsverlagerung Ruhe und Spannung zugleich erzeugen kann.
Malerei und Körperideal: Botticelli
Sandro Botticellis „Geburt der Venus“ zeigt eine mythologische Figur in einer idealisierten, bewusst gestalteten Körperform. Das Werk eignet sich dazu, zwischen genauer Naturbeobachtung und künstlerischer Idealisierung zu unterscheiden.

Vergleiche dieses Bild mit Dürers Naturstudien: Bei Dürer steht die genaue Beobachtung einzelner Naturformen stark im Vordergrund. Botticelli ordnet Körper, Haare, Stoffe, Wind und Landschaft zu einer rhythmischen Gesamtkomposition. Beide Werke gehören zur Renaissance, zeigen aber unterschiedliche künstlerische Ziele.
Raum: Wie entsteht Tiefe auf einer Fläche?
Ein Blatt Papier ist flach. Trotzdem kann ein Bild tief wirken. Renaissancekünstler entwickelten und verbreiteten systematische Verfahren, mit denen räumliche Beziehungen konstruiert werden konnten. Besonders wichtig ist die lineare Perspektive.
Grundbegriffe der Zentralperspektive
Bei einer einfachen Ein-Punkt-Perspektive entspricht die Horizontlinie ungefähr der Augenhöhe der betrachtenden Person. Der Fluchtpunkt liegt auf dieser Linie. Kanten, die im dargestellten Raum parallel in die Tiefe verlaufen, werden im Bild als Linien gezeichnet, die auf den Fluchtpunkt zulaufen. Diese Linien nennt man häufig Fluchtlinien oder Orthogonalen.
Je weiter ein gleichartiger Gegenstand entfernt ist, desto kleiner erscheint er im Bild. Zusätzlich können Überschneidung, Höhenlage im Bild, Helligkeitsunterschiede und Luftperspektive räumliche Wirkung verstärken.
Der folgende Stich von 1710 ist kein Renaissancewerk, veranschaulicht aber als späteres Modell ein perspektivisches Zeichengerät und hilft beim Verständnis des Konstruktionsprinzips.

Perspektivmaschine: Zeichnen als Messen
Albrecht Dürers Holzschnitt „Mann beim Zeichnen einer Laute“ zeigt eine Vorrichtung, mit der ein Gegenstand aus einem festgelegten Blickpunkt systematisch auf eine Zeichenfläche übertragen werden kann. Solche Geräte machen deutlich, dass Perspektive nicht nur eine Stilfrage, sondern auch ein geometrisches Problem ist.

G: Erkenne Blickpunkt, Zeichenfläche und Gegenstand. M: Erkläre, warum sich der Blickpunkt während des Übertragens nicht verändern darf. E: Übertrage das Prinzip auf eine heutige Kamera: Welche Gemeinsamkeit gibt es zwischen festem Kamerastandpunkt und perspektivischer Projektion?
Bildanalyse: Leonardos „Abendmahl“
Leonardos „Das Abendmahl“ entstand zwischen 1495 und 1498 im Refektorium von Santa Maria delle Grazie in Mailand. Der gemalte Raum setzt den realen Speisesaal optisch fort. Viele Raumkanten führen zu einem zentralen Fluchtpunkt im Bereich der Christusfigur.

Untersuche nicht nur den Fluchtpunkt. Achte auch auf die Gruppierung der Figuren, die waagerechte Tischkante, die Hell-Dunkel-Kontraste und die Öffnungen im Hintergrund. Perspektive lenkt den Blick, aber sie wirkt zusammen mit Komposition und Licht.
Perspektivischer Stadtraum: die „Idealstadt“
Die sogenannte „Idealstadt von Urbino“ aus dem späten 15. Jahrhundert zeigt einen streng geordneten Stadtraum. Die Architektur ist symmetrisch angelegt, Bodenlinien und Gebäudekanten verstärken die Tiefenwirkung.

G: Fahre mit dem Finger fünf Linien nach, die in die Tiefe führen. M: Bestimme die ungefähre Lage des Fluchtpunkts. E: Untersuche, wie Symmetrie, Leere und Architektur die Wirkung einer „idealen“ Stadt erzeugen.
Architektur: Proportion und Konstruktion
Auch in der Architektur der Renaissance spielte die Auseinandersetzung mit antiken Formen, Geometrie und Proportion eine wichtige Rolle. Ein Schlüsselwerk ist die Kuppel des Florentiner Doms, die nach Entwürfen Filippo Brunelleschis errichtet wurde. Die große Kuppel wurde ohne ein vollständig tragendes hölzernes Lehrgerüst über die gesamte Spannweite gebaut und war eine außergewöhnliche konstruktive Leistung.

Beim Blick auf Architektur kannst Du dieselben Fragen stellen wie bei einem Bild: Wo liegen Symmetrieachsen? Welche Formen wiederholen sich? Welche Größenverhältnisse bestimmen den Eindruck? Wie wird der Blick gelenkt?
Drei Leitfragen: Mensch, Natur und Raum
| Leitfrage | Beobachtungsbeispiel | Fachbegriffe |
|---|---|---|
| Wie wird Natur untersucht? | Dürers Pflanzen- und Tierstudien | Naturstudie, Detail, Tonwert, Textur |
| Wie wird der Mensch dargestellt? | Leonardo, Botticelli, Michelangelo | Porträt, Proportion, Anatomie, Kontrapost, Sfumato |
| Wie wird Raum konstruiert? | Abendmahl, Idealstadt, Dürers Perspektivgerät | Horizontlinie, Fluchtpunkt, Fluchtlinie, Zentralperspektive |
Virtuelle Museumsräume und digitale Erkundung
Du kannst Renaissancekunst auch in digitalen Museumsräumen untersuchen. Nutze virtuelle Rundgänge nicht nur zum „Herumlaufen“, sondern als Forschungsraum: Wähle ein Werk, nähere Dich digital, notiere drei Beobachtungen und fertige eine kleine Skizze an.
Virtueller 360°-Rundgang der Uffizien: Uffizi Virtual Tour
Uffizien bei Google Arts & Culture mit virtuellem Rundgang und digitaler Sammlung: Uffizi Gallery – Google Arts & Culture
Galleria dell’Accademia in Florenz mit digitalen Rundgängen zu Michelangelo und David: Accademia online
Praktische Studie: Perspektive oder Porträt
Du wählst eine der beiden Werkstattaufgaben. Arbeite zunächst mit Bleistift. Farbe ist eine Erweiterung, kein Muss. Dokumentiere mindestens einen Zwischenschritt mit einer kleinen Skizze oder einem Foto Deiner Arbeit.
Werkstatt A: Ein-Punkt-Perspektive – „Mein Renaissance-Raum“
Zeichne einen erfundenen Innenraum oder Platz mit klarer Horizontlinie und einem Fluchtpunkt. Du kannst Säulen, Fenster, Bodenfliesen, Treppen, Türen oder einfache Quader einsetzen. Die Aufgabe orientiert sich am Prinzip der Renaissanceperspektive, soll aber keine historische Architektur kopieren.
| Niveau | Auftrag | Erfolgskriterium |
|---|---|---|
| G | Zeichne Horizontlinie, einen Fluchtpunkt und mindestens drei Formen, deren Tiefenkanten zum Fluchtpunkt laufen. | Die Raumrichtung ist klar erkennbar. |
| M | Ergänze Größenabnahme, Überschneidungen und mindestens zwei unterschiedlich weit entfernte Objekte. | Die Tiefenwirkung entsteht durch mehrere Raumhinweise. |
| E | Entwickle eine eigenständige Komposition mit Staffelung, Licht-Schatten und bewusst gewähltem Blickpunkt. | Perspektive und Bildwirkung unterstützen eine gestalterische Idee. |
Werkstatt B: Porträtstudie – „Gesicht, Licht und Ausdruck“
Zeichne ein Porträt nach Spiegel, freiwilligem Modell oder geeignetem eigenen Foto. Beginne mit großen Formen und Hilfslinien. Beobachte die Lage von Augen, Nase, Mund und Ohren, statt ein allgemeines „Gesichtsschema“ einfach auswendig zu zeichnen.
| Niveau | Auftrag | Erfolgskriterium |
|---|---|---|
| G | Nutze Mittelachse, Augenlinie und einfache Hell-Dunkel-Flächen. | Das Gesicht ist aufgebaut und die Blickrichtung lesbar. |
| M | Vergleiche Abstände und Proportionen genauer und modelliere mindestens drei Tonwertstufen. | Volumen entsteht durch beobachtetes Licht und Schatten. |
| E | Wähle eine anspruchsvollere Ansicht, etwa Dreiviertelprofil, und verbinde differenzierte Tonwerte mit weichen und harten Konturen. | Ausdruck, Raumwirkung und Beobachtung bilden eine bewusste Einheit. |
Material und Arbeitsweise
| Material | Einsatz |
|---|---|
| Bleistifte | Vorzeichnung, Hilfslinien, Tonwerte |
| Lineal | Perspektivkonstruktion und Kontrolllinien |
| Radiergummi | Korrektur und Lichtakzente |
| Zeichenpapier | stabile Arbeitsfläche |
| optional Buntstifte oder Wasserfarbe | farbige Ausarbeitung |
Verwende Hilfslinien zunächst leicht. Kontrolliere zwischendurch mit Abstand, ob Größenverhältnisse und Raumwirkung stimmen. Eine gute Studie zeigt nicht Perfektion, sondern nachvollziehbare Beobachtung und bewusste Entscheidungen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet der Begriff Renaissance sinngemäß? (Wiedergeburt) (!Verdeckung) (!Zerstörung) (!Stillstand)
Welches Ziel passt besonders zu einer Naturstudie? (Genaue Beobachtung sichtbarer Formen) (!Verzicht auf alle Details) (!Nur geometrische Muster wiederholen) (!Den Gegenstand vollständig auswendig erfinden)
Was beschreibt Humanismus im Zusammenhang mit der Renaissance am besten? (Intensive Beschäftigung mit Mensch Bildung und antiken Texten) (!Eine reine Technik des Marmorhauens) (!Eine Bauform für Kirchtürme) (!Eine Methode zum Mischen von Farben)
Womit verbindet Leonardos Vitruvianischer Mensch die Körperstudie? (Mit geometrischen Formen und Proportionsideen) (!Mit einer Landkarte von Italien) (!Mit einer Farbskala) (!Mit einem Bauplan für eine Kuppel)
Aus welchem Material besteht Michelangelos David? (Marmor) (!Holz) (!Bronze) (!Ton)
Was entspricht in einer einfachen Zentralperspektive ungefähr der Augenhöhe? (Horizontlinie) (!Schattenkante) (!Bildrahmen) (!Mittelachse einer Figur)
Wo liegt der Fluchtpunkt einer Ein-Punkt-Perspektive? (Auf der Horizontlinie) (!Immer am unteren Bildrand) (!Immer außerhalb des Bildes) (!Auf jeder beliebigen Körperkontur)
Welche Funktion hat die Perspektive in Leonardos Abendmahl besonders deutlich? (Sie lenkt den Blick in die Bildtiefe und zur Mitte) (!Sie verhindert jede Tiefenwirkung) (!Sie macht alle Figuren gleich groß) (!Sie löscht den Hintergrund)
Wer ist mit der Kuppel des Florentiner Doms besonders verbunden? (Filippo Brunelleschi) (!Albrecht Dürer) (!Sandro Botticelli) (!Raffael)
Was bezeichnet Sfumato? (Weiche Übergänge zwischen Licht Schatten und Konturen) (!Eine harte schwarze Umrisslinie) (!Eine reine Vermessungstechnik) (!Eine Art Steinmeißel)
Memory
| Zentralperspektive | räumliche Konstruktion durch zusammenlaufende Tiefenlinien |
| Horizontlinie | Augenhöhe der Betrachtenden |
| Fluchtpunkt | Treffpunkt zurücklaufender Linien |
| Sfumato | weiche Übergänge |
| Kontrapost | gewichtsverlagerte Standhaltung |
| Naturstudie | genaue Beobachtung von Pflanzen oder Tieren |
| Anatomiezeichnung | Untersuchung des Körperaufbaus |
| Humanismus | Bildung und Auseinandersetzung mit dem Menschen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Großes Rasenstück | Naturbeobachtung |
| Vitruvianischer Mensch | Proportion |
| David | Skulptur |
| Idealstadt | Zentralperspektive |
| Florentiner Domkuppel | Architektur |
Kreuzworträtsel
| Leonardo | Welcher Künstler schuf den Vitruvianischen Menschen? |
| Duerer | Welcher Künstler zeichnete das Große Rasenstück? |
| Michelangelo | Wer schuf die berühmte Marmorfigur David in Florenz? |
| Sfumato | Wie heißt die Technik weicher Übergänge bei Leonardo? |
| Anatomie | Welches Wissensgebiet untersucht den Aufbau des menschlichen Körpers? |
| Fluchtpunkt | Wie heißt der Punkt auf der Horizontlinie zu dem Tiefenlinien laufen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Naturstudie: Suche draußen oder zu Hause ein Blatt, eine Feder oder einen kleinen Gegenstand aus der Natur und zeichne ihn zehn Minuten lang möglichst aufmerksam. Markiere anschließend drei Stellen, an denen Du besonders genau beobachtet hast.
- Kontrapost: Stelle mit einer Partnerin oder einem Partner verschiedene Standhaltungen nach und skizziere jeweils nur Kopf, Schulterachse, Hüftachse und Beine als vereinfachtes Strichgerüst.
- Fluchtpunkt: Fotografiere oder skizziere einen Flur, eine Straße oder eine Tischreihe und verlängere sichtbare Tiefenkanten, um den ungefähren Fluchtpunkt zu finden.
- Porträt: Zeichne ein Gesicht aus dem Spiegel nur mit großen Hell-Dunkel-Flächen und verzichte zunächst auf Details wie einzelne Haare oder Wimpern.
Standard
- Bildvergleich: Vergleiche Dürers Großes Rasenstück mit Botticellis Geburt der Venus. Erkläre in einem kurzen Text, wie unterschiedlich Naturbeobachtung und Idealisierung eingesetzt werden.
- Perspektivstudie: Entwickle einen Renaissance-inspirierten Platz in Ein-Punkt-Perspektive mit mindestens zwei Gebäuden, Bodenstruktur und drei Tiefenebenen.
- Porträtstudie: Zeichne ein Porträt mit drei Tonwertstufen und begründe, wie Licht und Schatten die Form des Kopfes sichtbar machen.
- Museumsrundgang: Erkunde einen virtuellen Museumsraum, wähle ein Renaissancewerk und erstelle eine Museumsnotiz mit Skizze, drei Beobachtungen und einer offenen Frage.
Schwer
- Raumanalyse: Untersuche ein Renaissancebild mit Zentralperspektive. Zeichne auf einer Kopie oder eigenen Skizze Horizontlinie, Fluchtpunkt und wichtige Fluchtlinien ein und erkläre deren Wirkung.
- Kunst und Wissenschaft: Entwickle eine Doppelseite, auf der eine genaue Beobachtungszeichnung mit Messnotizen, Materialangaben und einer gestalterischen Variation verbunden wird.
- Kuratorische Arbeit: Plane eine Mini-Ausstellung mit fünf Renaissancewerken zu Mensch, Natur und Raum. Formuliere eine Reihenfolge und begründe, warum die Werke nebeneinander hängen sollen.
- Transfer: Gestalte eine heutige Schulszene oder einen öffentlichen Raum mit Mitteln der Renaissanceperspektive und kombiniere sie bewusst mit einem modernen Element. Reflektiere anschließend die Wirkung.


Lernkontrolle
- Vergleich Natur und Körper: Erkläre an zwei Werken, wie genaue Beobachtung sowohl bei einer Naturstudie als auch bei einer Körperdarstellung sichtbar werden kann. Nenne mindestens einen Unterschied.
- Perspektive übertragen: Du sollst einen Klassenraum zeichnen. Beschreibe, wo Du Horizontlinie und Fluchtpunkt setzen würdest und wie sich ein anderer Blickpunkt auf die Raumwirkung auswirkt.
- Idealisierung beurteilen: Erkläre, warum der Vitruvianische Mensch nicht als allgemeingültige Norm für alle Körper verstanden werden sollte. Verbinde Deine Antwort mit dem Begriff Proportion.
- Komposition erklären: Untersuche, wie Perspektive, Figurenanordnung und Licht in Leonardos Abendmahl zusammen den Blick lenken.
- Werkprozess reflektieren: Wähle Deine Perspektiv- oder Porträtstudie und benenne zwei Entscheidungen, die Du während des Zeichnens verändert hast. Begründe die Veränderungen.
- Renaissance heute: Finde ein Beispiel aus Fotografie, Film, Comic oder Computerspiel, in dem Zentralperspektive eine wichtige Rolle spielt, und erkläre die Verbindung zur Renaissance.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Leistungen wichtig:
- Du kannst die Begriffe Renaissance, Naturstudie, Proportion, Anatomie, Horizontlinie, Fluchtpunkt, Zentralperspektive, Kontrapost und Sfumato fachlich passend verwenden.
- Du kannst an mindestens einem Werk erklären, wie Naturbeobachtung sichtbar wird.
- Du kannst an mindestens einem Werk Körperdarstellung oder Porträtgestaltung untersuchen.
- Du kannst an einem Bild Horizontlinie, Fluchtpunkt und räumliche Tiefenwirkung nachvollziehbar erklären.
- Du kannst Zusammenhänge zwischen Kunst, Beobachtung, Geometrie und historischem Interesse an der Antike beschreiben.
- Du legst eine eigene Perspektiv- oder Porträtstudie vor, in der Beobachtung und Gestaltung erkennbar sind.
- Du reflektierst Deinen Arbeitsprozess und begründest mindestens zwei gestalterische Entscheidungen.
OERs zum Thema
Weitere frei zugängliche Lern- und Museumsangebote
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Digitale Angebote der Galleria dell’Accademia
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Verknüpfte Lernbereiche
Renaissancekunst verbindet genaue Naturbeobachtung, neue Aufmerksamkeit für Porträt und Anatomie sowie geometrische Verfahren der Zentralperspektive. Architektur, Malerei, Zeichnung und Skulptur zeigen dabei unterschiedliche Wege, menschliche Körper, natürliche Formen und räumliche Tiefe zu gestalten.
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