BK6 - Naturformen abstrahieren

BK6 - Naturformen abstrahieren
BK6 - Naturformen abstrahieren
Einleitung
In diesem aiMOOC lernst Du, wie aus einer genau beobachteten Naturform Schritt für Schritt eine eigenständige, abstraktere Gestaltung entstehen kann. Du arbeitest wie eine Forscherin oder ein Forscher und zugleich wie eine Künstlerin oder ein Künstler: Zuerst beobachtest Du Pflanzen, Tiere, Muscheln, Federn, Schalen, Verzweigungen und mikroskopische Strukturen möglichst genau. Danach entscheidest Du, welche Merkmale wichtig sind. Anschließend vereinfachst, veränderst, wiederholst, vergrößerst, spiegelst oder kombinierst Du diese Merkmale.
Abstrahieren bedeutet dabei nicht einfach, etwas „unkenntlich“ zu machen. Beim Abstrahieren wählst Du aus. Du lässt Einzelheiten weg, betonst andere Merkmale und entwickelst aus einer Naturbeobachtung neue Formen. Ein Gegenstand kann dabei noch erkennbar bleiben oder sich so weit verändern, dass fast nur noch Linie, Fläche, Farbe, Muster, Rhythmus und Komposition wirken.
Der Lernweg dieses aiMOOCs führt vom Naturstudium über die Vereinfachung und Veränderung zu einer eigenständigen abstrakteren Gestaltung. Das Niveau ist auf Klasse 6 abgestimmt und wird in G, M und E differenziert.

Ein Blatt zeigt bereits viele Gestaltungsideen: Außenform, Hauptader, Nebenadern, Verzweigungen, Wiederholungen und Rhythmen.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du Naturformen genau beobachten, typische Merkmale erkennen und beschreiben. Du kannst zwischen Naturstudium, Vereinfachung, Veränderung und stärkerer Abstraktion unterscheiden. Du kannst Gestaltungsmittel wie Kontur, Linie, Fläche, Farbe, Struktur, Muster, Symmetrie und Rhythmus gezielt einsetzen. Außerdem kannst Du eine eigene Bildidee aus einer Naturform entwickeln, Deine Entscheidungen begründen und Deinen Arbeitsprozess dokumentieren.
G/M/E-Differenzierung
| Niveau | Schwerpunkt | Erwartung |
|---|---|---|
| G – grundlegendes Niveau | Erkennen, vereinfachen, ordnen | Du arbeitest mit einer deutlich erkennbaren Naturform, reduzierst sie in mindestens drei Schritten und entwickelst daraus ein klares Muster oder eine einfache abstraktere Gestaltung. |
| M – mittleres Niveau | Auswählen, verändern, kombinieren | Du reduzierst eine Naturform in mehreren Schritten, setzt mindestens drei Veränderungsoperatoren gezielt ein und entwickelst eine eigenständige Komposition. |
| E – erweitertes Niveau | Transformieren, begründen, gestalten | Du kombinierst mehrere Naturbeobachtungen oder Strukturen, löst Dich deutlicher vom Gegenstand und begründest, wie Deine Gestaltungsmittel die Wirkung des Bildes bestimmen. |
Natur als Formenschatz
Naturformen sind nicht automatisch „Kunstwerke“. Sie können aber eine sehr ergiebige Quelle für künstlerische Ideen sein. Viele natürliche Formen besitzen auffällige Ordnungen: Verzweigungen in Blättern, Spiralen in Schalen, Streifen im Fell, Schuppen auf Flügeln, Radialsymmetrien in Blüten oder sternförmige Strukturen in Schneekristallen.
Für die Gestaltung sind besonders folgende Fragen wichtig: Wo verläuft die Außenkontur? Welche Linienrichtungen bestimmen die Form? Wo wiederholt sich etwas? Gibt es Symmetrie oder bewusst unregelmäßige Bereiche? Welche Teile wirken groß, klein, dicht, locker, rund, eckig, ruhig oder bewegt?
Pflanzen: Kontur, Verzweigung und Wachstum
Pflanzen bieten sehr unterschiedliche Formprinzipien. Ein Blatt kann eine einfache Außenform haben und im Inneren ein dichtes Netz aus Adern zeigen. Ein Farn entfaltet sich spiralig. Zapfen, Blütenstände und Samenstände zeigen Wiederholung und Staffelung.

Karl Blossfeldts Pflanzenfotografie lenkt den Blick auf Form, Rhythmus und Wachstum.

Zapfen und Nadeln zeigen Staffelung, Wiederholung und Richtungswechsel.
Beobachtungsauftrag: Suche in einer Pflanze drei verschiedene Linienarten. Unterscheide beispielsweise gerade, gebogene, verzweigte, kurze, lange, parallele oder strahlenförmige Linien.
Tiere: Muster, Streifen und Oberflächen
Auch Tierkörper liefern starke grafische Strukturen. Federn, Fellzeichnungen, Schuppen und Flügeloberflächen können beim Abstrahieren zu Linienmustern, Flächenfolgen und Rhythmen werden.

Das „Auge“ einer Pfauenfeder kann in Ovale, Kreise, Bögen und Farbzonen zerlegt werden.

Zebrastreifen lassen sich als Wechsel von Hell und Dunkel, als Rhythmus und als bewegte Linienordnung untersuchen.
Denkfrage: Was bleibt vom Zebra übrig, wenn Du nicht das Tier zeichnest, sondern nur Richtung, Abstand, Breite und Rhythmus seiner Streifen übernimmst?
Muscheln, Schnecken und Fossilien: Spirale und Gliederung
Schalen und Gehäuse verbinden oft eine klare Außenform mit innerer Gliederung. Für die Kunst ist nicht entscheidend, die Natur mathematisch exakt nachzuzeichnen. Wichtig ist, ein Formprinzip zu erkennen und gestalterisch weiterzuentwickeln.

Eine Kammmuschel zeigt fächerartige Rippen und eine klare Achse.

Der Nautilus zeigt im Querschnitt eine auffällige Spiralstruktur mit Kammern.
Auch Fossilien können durch Spirale, Wiederholung und Kammerung zu abstrakten Bildideen führen.
Wichtig: Nicht jede natürliche Spirale ist eine „Goldene Spirale“. Für Deine Gestaltung genügt es, das sichtbare Prinzip von Drehung, Wachstum und Wiederholung zu untersuchen.
Mikrofotografie: Wenn Natur fast abstrakt wirkt
Unter dem Mikroskop entstehen Ansichten, die im Alltag kaum sichtbar sind. Schuppen, Zellen und feine Oberflächen wirken dann manchmal bereits wie abstrakte Muster.

Die mikroskopische Flügeloberfläche eines Schmetterlings zeigt Reihen und wiederkehrende Strukturen.

Ein Schneekristall macht Symmetrie und Verzweigung besonders deutlich.

Ernst Haeckels Darstellung von Kieselalgen zeigt geometrisch wirkende Naturformen.

Radiolarien zeigen eine große Vielfalt an Hüllen, Spitzen, Rundungen und regelmäßigen Strukturen.
Vom Naturstudium zur Abstraktion
Der wichtigste Gedanke dieses Themas lautet: Beobachten – auswählen – vereinfachen – verändern – neu ordnen. Du musst also nicht sofort „abstrakt“ zeichnen. Gute Abstraktion entsteht oft aus einem bewussten Arbeitsweg.
Schritt 1: Naturstudium
Beim Naturstudium versuchst Du zunächst, eine Form aufmerksam zu erfassen. Du zeichnest nicht jedes winzige Detail, aber Du achtest auf Proportion, Außenkontur, Richtung, Gliederung und besondere Merkmale.
Eine hilfreiche Reihenfolge ist: zuerst die große Gesamtform, dann wichtige Innenlinien, danach ausgewählte Details. Verwende für erste Studien Bleistift oder Fineliner. Radieren ist erlaubt, aber beobachte lieber erneut, bevor Du nur „schönzeichnest“.
G: Zeichne eine einzelne Naturform groß und gut erkennbar.
M: Zeichne dieselbe Naturform aus zwei Blickrichtungen oder ergänze eine Detailvergrößerung.
E: Vergleiche zwei verwandte Naturformen und notiere Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Struktur.
Schritt 2: Vereinfachen
Vereinfachen heißt, Unwichtiges wegzulassen und Wesentliches zu behalten. Aus einem Blatt mit vielen Adern können beispielsweise nur Außenkontur, Mittelader und drei große Nebenadern übrig bleiben.

Eine schematische Blattdarstellung zeigt, wie natürliche Einzelheiten auf wenige Hauptlinien reduziert werden können.
Du kannst beim Vereinfachen fragen: Welche drei Linien machen die Form erkennbar? Welche Flächen sind entscheidend? Welche Details stören die Klarheit? Welche Form könnte durch Kreis, Oval, Dreieck, Rechteck, Bogen oder Wellenlinie ersetzt werden?
Interaktives Vereinfachungs-Labor: Blatt
| Ordne die Reduktionsidee der passenden Beobachtung zu. | Naturbeobachtung |
|---|---|
| Außenkontur behalten | Gesamtform des Blattes |
| Hauptader betonen | stärkste Linie im Inneren |
| Nebenadern reduzieren | feines Liniennetz |
| Flächen zusammenfassen | viele kleine Zwischenräume |
| Rhythmus entwickeln | wiederkehrende Linienrichtungen |
Transfer: Zeichne die Blattstruktur anschließend noch einmal, aber ersetze alle gebogenen Linien durch gerade Linien. Du hast die Naturform damit nicht nur vereinfacht, sondern bereits verändert.
Schritt 3: Verändern
Nach der Vereinfachung beginnt die eigentliche gestalterische Freiheit. Dazu helfen Abstraktionsoperatoren. Ein Operator ist eine Handlung, mit der Du eine Form bewusst veränderst.
| Operator | Was Du tust | Beispiel |
|---|---|---|
| Weglassen | Du entfernst Details. | Aus vielen Blattadern werden fünf Hauptlinien. |
| Vergrößern | Du machst ein Detail zum Hauptmotiv. | Ein Federauge füllt das ganze Blatt. |
| Verformen | Du ziehst, stauchst oder biegst Formen. | Eine Muschelspirale wird kantig. |
| Wiederholen | Du setzt eine Form mehrfach ein. | Aus einer Schuppe entsteht ein Flächenmuster. |
| Spiegeln | Du erzeugst eine Gegenform. | Aus einer halben Blattform wird ein symmetrisches Zeichen. |
| Drehen | Du ordnest Formen um einen Mittelpunkt. | Eine Blattspitze wird zu einer Rosette. |
| Übertreiben | Du verstärkst ein Merkmal. | Zebrastreifen werden extrem breit und schmal. |
| Kombinieren | Du verbindest zwei Naturprinzipien. | Blattadern treffen auf Muschelspiralen. |
Interaktives Vereinfachungs-Labor: Muschel und Spirale

| Ordne die gestalterische Handlung zu. | Beobachtung |
|---|---|
| Spirale herauslösen | Drehbewegung der Gesamtform |
| Kammern zusammenfassen | viele innere Teilflächen |
| Linienstärke verändern | gleichmäßige Umrisslinie |
| Segmente wiederholen | Gliederung der Kammern |
| Spirale verfremden | Naturform als Ausgangspunkt |
Weiterarbeit: Verwandle die Spiralform so stark, dass sie nicht mehr wie eine Muschel aussieht. Behalte aber mindestens ein Formprinzip bei, zum Beispiel Drehung, Wiederholung oder Staffelung.
Schritt 4: Neu ordnen und komponieren
Eine einzelne vereinfachte Form ist noch keine fertige Gestaltung. Erst die Komposition entscheidet, wie die Formen auf der Fläche zusammenwirken. Du kannst eine Form groß oder klein, dicht oder locker, mittig oder angeschnitten, regelmäßig oder unregelmäßig anordnen.
Achte besonders auf Kontraste: groß – klein, hell – dunkel, rund – eckig, dicht – leer, ruhig – bewegt, regelmäßig – unregelmäßig. Ein Bild wird spannender, wenn nicht überall dasselbe passiert.
Künstlerische Beispiele
Künstlerinnen und Künstler haben Naturformen auf sehr unterschiedliche Weise beobachtet, vereinfacht und verändert. Dabei gibt es nicht nur einen richtigen Weg zur Abstraktion.
Karl Blossfeldt: Natur genau sehen
Karl Blossfeldt fotografierte Pflanzen in starker Vergrößerung und mit großer Klarheit. Dadurch werden Stängel, Knospen und Blattansätze zu auffälligen plastischen und grafischen Formen. Für Deinen Lernweg ist wichtig: Schon die Auswahl des Ausschnitts kann eine Naturform abstrakter erscheinen lassen.
Ernst Haeckel: Natur ordnen und gestalten
Ernst Haeckel veröffentlichte in Kunstformen der Natur zahlreiche Bildtafeln von Organismen. Viele seiner Darstellungen betonen Symmetrien, Wiederholungen und fein gegliederte Strukturen. Sie zeigen, wie eng genaue Naturbeobachtung und ästhetische Wirkung zusammenkommen können.
Piet Mondrian: Vom Baum zur stärkeren Abstraktion
Piet Mondrian ist für diesen Lernweg besonders interessant, weil seine Baumdarstellungen zeigen, wie ein Naturmotiv schrittweise stärker vereinfacht und in ein Linien- und Flächengefüge überführt werden kann.

Beim „Grauen Baum“ ist der Baum noch deutlich erkennbar, gleichzeitig werden Äste und Zwischenräume zu einem rhythmischen Liniengefüge.

Beim blühenden Apfelbaum wird die Naturform stärker in ein Geflecht aus Bögen, Linien und Flächen überführt.
Bildvergleich: Beschreibe nicht nur, was dargestellt ist. Untersuche, welche Linien, Flächen, Richtungen und Wiederholungen den Bildaufbau bestimmen.
Franz Marc: Tierform und Farbgestaltung

Franz Marcs „Rehe im Schnee“ zeigt Tiere und Landschaft vereinfacht und farblich eigenständig gestaltet.
Untersuche, welche Teile noch naturgetreu wirken und wo Formen, Farben oder Übergänge bereits verändert sind. Überlege anschließend, wie weit Du ein Tiermotiv vereinfachen könntest, ohne seine Bewegung oder Grundhaltung zu verlieren.
Videoimpuls: Abstrakte Kunst für Kinder
Achte beim Anschauen darauf, welche Rolle Linie, Farbe und Form spielen, wenn ein Bild nicht mehr möglichst naturgetreu sein soll.
Videoimpuls: Blumen als Ausgangspunkt
Vergleiche den dort gezeigten Zugang mit Deinem eigenen Lernweg: Welche Teile der Naturbeobachtung werden vergrößert, vereinfacht oder gestalterisch verändert?
Gestaltungsprojekt: Natur wird Bildsprache
Deine Hauptaufgabe ist eine eigenständige abstraktere Gestaltung. Wähle als Ausgangspunkt eine Naturform aus den Bereichen Pflanze, Tier, Muschel/Schale, Fossil oder Mikrofotografie. Arbeite nicht direkt am Endbild, sondern dokumentiere Deinen Weg.
Phase A – Naturstudium: Zeichne oder fotografiere Dein Ausgangsmotiv. Halte typische Merkmale fest.
Phase B – Reduktion: Erstelle mindestens drei Zwischenstufen. Entferne Details und fasse Formen zusammen.
Phase C – Veränderung: Nutze Operatoren wie Vergrößern, Wiederholen, Verformen, Drehen, Spiegeln, Übertreiben oder Kombinieren.
Phase D – Komposition: Entscheide bewusst über Größe, Anschnitt, Wiederholung, Leerräume, Kontraste und Farbwirkung.
Phase E – Eigenständige Endgestaltung: Entwickle ein Bild, das noch von der Naturform ausgeht, aber eine eigene Bildsprache besitzt.
Arbeitsauftrag G/M/E
| Niveau | Verbindlicher Arbeitsauftrag | Erweiterungsmöglichkeit |
|---|---|---|
| G | Eine Naturform, mindestens drei sichtbare Vereinfachungsstufen, mindestens zwei Veränderungsoperatoren, klare Endkomposition. | Begrenze Dich auf drei Farben und untersuche, wie Hell-Dunkel die Wirkung verändert. |
| M | Eine Naturform, mindestens vier Vereinfachungs- und Veränderungsstufen, mindestens drei Operatoren und bewusste Variation von Größe und Rhythmus. | Kombiniere zwei unterschiedliche Ausschnitte derselben Naturform. |
| E | Zwei Naturbeobachtungen oder zwei Strukturprinzipien, mindestens fünf Entwicklungsschritte, deutliche Loslösung vom Ausgangsmotiv und begründetes Kompositionskonzept. | Entwickle eine Serie aus zwei oder drei zusammengehörigen Bildern. |
Materialideen
Für das Projekt eignen sich Zeichenpapier, Bleistift, Fineliner, schwarze und farbige Marker, Buntstifte, Wasserfarbe, Deckfarbe, Schere, farbiges Papier und Klebstoff. Für Collagevarianten kannst Du eigene Naturfotos oder frei nutzbare Bildvorlagen verwenden. Entscheidend ist nicht das Material, sondern dass Deine gestalterischen Entscheidungen sichtbar werden.
Prozessmappe
Dokumentiere Deinen Weg auf einem zusätzlichen Blatt oder in Deinem Kunstheft. Zeige mindestens ein Naturstudium, mehrere Vereinfachungsstufen, ausprobierte Veränderungen, eine verworfene Idee und die Entscheidung für Deine Endgestaltung. Schreibe zu zwei Entscheidungen jeweils einen kurzen Begründungssatz.
Kriterien für eine gelungene Arbeit
| Kriterium | Leitfrage |
|---|---|
| Beobachtung | Hast Du typische Merkmale der Naturform erkannt? |
| Abstraktionsweg | Ist sichtbar, wie Du vom Naturstudium über Vereinfachung zur Veränderung gekommen bist? |
| Eigenständigkeit | Hast Du eigene Entscheidungen getroffen statt nur eine Vorlage zu kopieren? |
| Gestaltungsmittel | Setzt Du Linie, Fläche, Farbe, Struktur, Muster, Rhythmus oder Kontrast bewusst ein? |
| Komposition | Sind Größen, Abstände, Anschnitte und Leerräume sinnvoll organisiert? |
| Sorgfalt | Passt die Ausführung zu Deiner Bildidee? |
| Reflexion | Kannst Du erklären, was Du verändert hast und warum? |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet Abstrahieren in diesem aiMOOC am treffendsten? (Wesentliche Merkmale auswählen vereinfachen und verändern) (!Eine Naturform möglichst genau kopieren) (!Alle Formen zufällig verteilen) (!Nur schwarze Farbe verwenden)
Was ist beim Naturstudium zuerst besonders wichtig? (Die große Gesamtform aufmerksam beobachten) (!Sofort möglichst viele Muster hinzufügen) (!Alle Linien mit dem Lineal ziehen) (!Das Motiv vollständig unkenntlich machen)
Welcher Begriff bezeichnet die äußere Begrenzung einer Form? (Kontur) (!Rhythmus) (!Kontrast) (!Lasur)
Welcher Vorgang ist ein Abstraktionsoperator? (Wiederholen) (!Abheften) (!Beschriften) (!Ausdrucken)
Was kann aus Zebrastreifen für eine abstrakte Gestaltung übernommen werden? (Richtung Abstand Breite und Rhythmus) (!Nur der Name des Tieres) (!Nur die Größe des gesamten Zebras) (!Nur der natürliche Lebensraum)
Welche Eigenschaft ist bei einer Kammmuschel besonders gut untersuchbar? (Fächerartige Gliederung) (!Rechtwinklige Würfelform) (!Völlige Strukturlosigkeit) (!Nur senkrechte Parallelität)
Warum ist Mikrofotografie für dieses Thema interessant? (Weil kleine Naturstrukturen wie abstrakte Muster wirken können) (!Weil Mikrofotografie nur Landschaften zeigt) (!Weil sie alle Formen automatisch symmetrisch macht) (!Weil sie ohne Beobachtung auskommt)
Was geschieht beim Vereinfachen einer Naturform? (Unwichtige Details werden weggelassen) (!Alle Details werden verdoppelt) (!Die Naturform wird immer realistischer) (!Die Zeichnung muss vollständig radiert werden)
Welche Entscheidung gehört zur Komposition? (Größe Abstand und Anordnung der Formen) (!Die botanische Bestimmung der Pflanze) (!Die Fundzeit eines Fossils) (!Der wissenschaftliche Name eines Tieres)
Wann wird eine Arbeit besonders eigenständig? (Wenn eigene Auswahl Veränderung und Anordnung sichtbar werden) (!Wenn eine Vorlage möglichst exakt kopiert wird) (!Wenn alle dieselben Formen verwenden) (!Wenn kein Arbeitsprozess dokumentiert wird)
Memory
| Kontur | Außenlinie einer Form |
| Rhythmus | Wiederkehrende Ordnung von Formen oder Linien |
| Vergrößern | Ein Detail zum Hauptmotiv machen |
| Spiegeln | Eine Gegenform an einer Achse erzeugen |
| Komposition | Anordnung der Bildelemente |
| Naturstudium | Genaues Beobachten und zeichnerisches Erfassen |
| Abstraktion | Vereinfachung und Veränderung wesentlicher Merkmale |
| Struktur | Aufbau einer Oberfläche oder Form |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Naturstudium | Genau beobachten |
| Vereinfachung | Details reduzieren |
| Veränderung | Merkmale bewusst umformen |
| Wiederholung | Aus Einzelformen einen Rhythmus entwickeln |
| Komposition | Formen auf der Fläche ordnen |
| Eigenständige Gestaltung | Eine persönliche Bildlösung entwickeln |
Kreuzworträtsel
| Kontur | Wie heißt die äußere Begrenzung einer Form? |
| Muster | Wie nennt man eine wiederkehrende Anordnung von Formen oder Linien? |
| Spirale | Welche Form dreht sich um einen Mittelpunkt und wächst dabei nach außen? |
| Symmetrie | Wie heißt eine regelmäßige Entsprechung von Formteilen? |
| Abstraktion | Wie heißt die künstlerische Vereinfachung und Veränderung von Gegenständen? |
| Rhythmus | Wie heißt eine wiederkehrende Ordnung, die Bewegung im Bild erzeugen kann? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Naturstudium Blatt: Sammle ein geeignetes Blatt, zeichne seine Außenkontur groß und ergänze nur die wichtigsten Adern.
- Tiermuster untersuchen: Wähle ein Tiermuster aus Fell, Feder oder Schuppe und übertrage nur seine Linienordnung in ein Rechteck.
- Kontur reduzieren: Zeichne eine Muschel oder einen Zapfen zuerst genau und danach mit höchstens zehn Linien.
- Dreifarbige Naturform: Gestalte eine vereinfachte Naturform ausschließlich mit drei selbst gewählten Farben.
Standard
- Vier-Stufen-Abstraktion: Entwickle aus einer Naturform vier deutlich unterscheidbare Stufen von gegenständlich zu stärker abstrahiert.
- Natur-Rhythmus: Verwandle ein Detail einer Feder oder eines Blattes in ein wiederholtes Flächenmuster und variiere Abstand und Größe.
- Naturformen-Collage: Kombiniere zwei unterschiedliche Naturstrukturen in einer Collage und verbinde sie durch eine gemeinsame Linien- oder Farbidee.
- Ausschnittsuche: Fotografiere fünf Naturdetails so nah, dass sie fast abstrakt wirken, und wähle anschließend das stärkste Bild für eine zeichnerische Weiterentwicklung.
Schwer
- Naturcode-Komposition: Verbinde zwei Naturprinzipien wie Verzweigung und Spirale zu einer eigenständigen abstrakteren Bildordnung.
- Variationsserie: Entwickle aus derselben Naturform drei verschiedene Abstraktionen mit den Schwerpunkten Linie, Fläche und Farbe.
- Künstlervergleich: Vergleiche eine Naturdarstellung von Piet Mondrian oder Franz Marc mit Deinem eigenen Abstraktionsweg und begründe Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
- Prozessvideo: Erstelle ein kurzes Stop-Motion- oder Zeitraffervideo, das zeigt, wie aus Deinem Naturstudium schrittweise eine abstraktere Gestaltung entsteht.


Lernkontrolle
- Abstraktionsweg erklären: Du erhältst drei Zeichnungen derselben Naturform. Ordne sie vom Naturstudium zur stärkeren Abstraktion und begründe Deine Reihenfolge mit mindestens drei sichtbaren Merkmalen.
- Gestaltungsmittel übertragen: Wähle eine mikroskopische Naturstruktur und erkläre, wie Du daraus ohne Kopieren ein eigenes Muster entwickeln würdest.
- Komposition beurteilen: Vergleiche zwei mögliche Anordnungen derselben vereinfachten Form und begründe, welche spannender wirkt. Nutze Begriffe wie Größe, Abstand, Anschnitt, Leeraum und Kontrast.
- Kunstwerk analysieren: Beschreibe bei einem Werk von Mondrian oder Franz Marc, welche Naturmerkmale erkennbar bleiben und welche gestalterisch verändert wurden.
- Projekt planen: Erstelle einen Plan für eine eigene abstraktere Gestaltung mit Ausgangsform, drei Operatoren, Farbidee und Kompositionsentscheidung.
- Entscheidungen begründen: Erkläre an Deiner eigenen Arbeit zwei Stellen, an denen Du bewusst von der Naturbeobachtung abgewichen bist, und beschreibe die Wirkung dieser Veränderung.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur ein fertiges Bild zeigst, sondern den gesamten Gestaltungsweg nachvollziehbar machst. Dazu gehören ein beobachtendes Naturstudium, mehrere sichtbare Vereinfachungs- und Veränderungsstufen, eine eigenständige Endgestaltung und eine kurze Reflexion.
- Naturstudium: Ausgangsform aufmerksam beobachten und wesentliche Merkmale darstellen.
- Abstraktion: Mehrere nachvollziehbare Schritte von der Naturform zur abstrakteren Gestaltung zeigen.
- Gestaltungsmittel: Linie, Fläche, Farbe, Struktur, Muster, Rhythmus und Kontrast bewusst einsetzen.
- Komposition: Größen, Abstände, Anschnitte und Leerräume gezielt ordnen.
- Eigenständigkeit: Eigene Entscheidungen treffen und eine Vorlage nicht nur kopieren.
- Reflexion: Veränderungen und Wirkungsabsichten mit passenden Fachbegriffen begründen.
- Prozessdokumentation: Skizzen, Versuche, Zwischenstufen und Endfassung vollständig präsentieren.
OERs zum Thema
Zusätzlich eignen sich die Wikimedia-Commons-Sammlungen zu Ernst Haeckel, Karl Blossfeldt, Piet Mondrian, Pflanzenstrukturen, Tiermustern, Muscheln und Mikrofotografie als freie bzw. offen zugängliche Bildquellen für Analyse und Unterricht.
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