BK6 - Künstlerinterview gestalten

BK6 - Künstlerinterview gestalten
BK6 - Künstlerinterview gestalten
Einleitung
Wie arbeitet eine Künstlerin oder ein Künstler? Warum wird gerade dieses Material gewählt? Woher kommt eine Bildidee? Und wie soll ein Werk auf Betrachterinnen und Betrachter wirken? In diesem aiMOOC lernst Du, aus Bildern, Audioquellen, Videos und Museumstexten verlässliche Informationen zu gewinnen und daraus ein quellenbasiertes Künstlerinterview zu gestalten.
Ein gutes Künstlerinterview ist mehr als eine Liste von Fragen. Du beobachtest genau, prüfst Deine Quellen und stellst offene Fragen, die zu ausführlichen Antworten anregen. Wenn Du eine historische oder nicht anwesende Kunstperson interviewst, darfst Du keine Aussagen erfinden und als echte Zitate ausgeben. Stattdessen kennzeichnest Du Antworten als quellenbasiert rekonstruiert und belegst, worauf sie sich stützen.
Der Kurs ist für Klasse 6 angelegt und bietet drei Niveaustufen: G = grundlegendes Niveau, M = mittleres Niveau und E = erweitertes Niveau.

Vincent van Gogh: The Starry Night. Nutze das Bild als Beobachtungsquelle: Was kannst Du sehen, ohne etwas über die Absicht des Künstlers zu erfinden? Quelle und Rechtehinweise: Wikimedia Commons.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du ein Interview planen, zwischen Beobachtung und Deutung unterscheiden, Fragen zu Arbeitsweise, Material, Bildidee und Wirkung formulieren, Informationen aus mehreren Quellen vergleichen und ein Gespräch so dokumentieren, dass nachvollziehbar bleibt, woher Aussagen stammen. Du lernst außerdem Grundideen von Urheberrecht, Creative-Commons-Lizenzen und Gemeinfreiheit für schulische Medienprojekte kennen.
Die vier Fragefelder
Ein Künstlerinterview wird besonders ergiebig, wenn Du vier Perspektiven kombinierst. Arbeitsweise fragt nach Vorgehen und Entscheidungen: Wie beginnt ein Werk? Gibt es Skizzen, Versuche oder Änderungen? Material fragt nach Werkzeugen, Stoffen und Techniken: Warum Farbe, Papier, Stoff, Metall, Foto, Video oder Fundstücke? Bildidee fragt nach Ausgangspunkt, Thema und Motiven: Was hat die Idee angestoßen? Welche Beobachtungen oder Erinnerungen spielen eine Rolle? Wirkung richtet sich auf die Begegnung mit dem Werk: Was sollen Betrachtende wahrnehmen, entdecken oder hinterfragen?

Paul Klee: Senecio, 1922. Die Materialangabe auf Wikimedia Commons nennt unter anderem Öl und Gaze. Genau solche Angaben können zu einer materialbezogenen Interviewfrage führen.
Vom Beobachten zum Fragen
Eine starke Frage entsteht oft in drei Schritten: Beobachtung – Quelle – Frage. Beispiel: Du erkennst in einem Werk viele geometrische Flächen. In einer Museumsquelle findest Du eine Materialangabe. Daraus entwickelst Du die offene Frage: „Wie entscheiden Sie, welche Formen und Materialien zusammenpassen?“ Die Beobachtung ist Dein Ausgangspunkt; die Quelle liefert überprüfbare Informationen; die Frage öffnet das Gespräch.
Vermeide Suggestivfragen wie „Sie wollten mit dem Rot bestimmt Wut zeigen, oder?“. Besser ist: „Welche Rolle spielt die Farbe Rot für dieses Werk?“ So gibst Du der befragten Person Raum für eine eigene Antwort.
Offene Fragen und Nachfragen
Offene Fragen beginnen häufig mit Wie, Warum, Wodurch, Welche oder Was. Sie fördern Erklärungen. Geschlossene Fragen können nützlich sein, um Fakten zu klären, führen aber oft nur zu Ja oder Nein. Eine gute Interviewführung verbindet offene Fragen mit Nachfragen: „Kannst Du ein Beispiel nennen?“, „Was hat sich während der Arbeit verändert?“ oder „Wie merkt man das im fertigen Werk?“
Fragenwerkstatt: Arbeitsweise, Material, Bildidee und Wirkung
| Fragefeld | G – Satzstarter | M – offene Frage | E – vertiefende Anschlussfrage |
|---|---|---|---|
| Arbeitsweise | „Wie beginnen Sie …?“ | „Welche Arbeitsschritte sind für Sie besonders wichtig?“ | „An welcher Stelle verändern Zufall, Fehler oder neue Beobachtungen Ihren ursprünglichen Plan?“ |
| Material | „Womit arbeiten Sie …?“ | „Warum haben Sie für dieses Werk gerade dieses Material gewählt?“ | „Welche Bedeutung entsteht erst durch die Eigenschaften des Materials und wäre mit einem anderen Material anders?“ |
| Bildidee | „Woher kam die Idee …?“ | „Welche Beobachtung, Erinnerung oder Frage war der Ausgangspunkt des Werks?“ | „Welche Teile der ursprünglichen Idee sind im Arbeitsprozess verschwunden oder hinzugekommen?“ |
| Wirkung | „Was sollen Betrachtende …?“ | „Was möchten Sie, dass Betrachterinnen und Betrachter zuerst wahrnehmen?“ | „Wie gehen Sie damit um, wenn Menschen Ihr Werk ganz anders deuten, als Sie es erwartet haben?“ |
Medien- und Quellenlabor
Die folgenden Medien stammen aus Wikimedia Commons oder aus offiziellen Museumskanälen. Commons-Dateien besitzen jeweils eine eigene Lizenz- oder Public-Domain-Angabe auf ihrer Dateiseite. Bei YouTube-Videos gilt: einbetten oder im Original streamen, nicht herunterladen und neu hochladen, sofern keine weitergehende Lizenz dies ausdrücklich erlaubt. So trennst Du OER-Medien von bloß eingebetteten Fremdmedien.
Audio: Künstlerstimmen unter freier Lizenz
Esther Griffith erklärt in einem selbst aufgenommenen Interview ihre Arbeit für Wiki Unseen. Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Hörauftrag: Notiere eine Information zur Idee und eine zur Arbeitsweise. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Interview_with_artist_Esther_Griffith_who_participated_in_Wiki_Unseen.ogg
Ai Weiwei spricht über die gesellschaftliche Verantwortung von Kunst. Wikimedia Commons, CC BY 3.0. Hörauftrag: Welche Frage könnte zu dieser Antwort geführt haben? Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ai_Weiwei_The_Responsibility_of_an_Artist.ogg
Video: Wie Künstlerinnen und Künstler über ihre Arbeit sprechen
Interview als Vorbild: David Hockney beantwortet Fragen aus dem Publikum. Beobachte, wie unterschiedlich Fragen sein können und welche davon wirklich etwas über künstlerisches Arbeiten verraten.
Arbeitsprozess und Material: Mona Hatoum spricht in einem offiziellen Tate-Video über ihre Praxis, Materialien und ausgestellte Arbeiten. Achte darauf, wie eine Aussage des Künstlers mit sichtbaren Werkdetails verbunden werden kann.
Idee und kulturelle Bezüge: Njideka Akunyili Crosby erläutert in einem Video des San Francisco Museum of Modern Art, wie unterschiedliche kulturelle Erfahrungen und malerische Traditionen in ihre Arbeit einfließen.
Wirkung durch Beteiligung: In Yayoi Kusamas „Obliteration Room“ verändert das Publikum den Raum mit farbigen Punkten. Formuliere nach dem Sehen eine Frage zur Wirkung und eine zur Rolle der Betrachtenden.
Kunstwerke als Bildquellen

Johannes Vermeer: Girl with a Pearl Earring. Übung: Formuliere zwei reine Beobachtungssätze und danach eine Deutungsfrage. Vermische beides nicht.

Paul Klee: Senecio. Übung: Entwickle eine Frage zur Form und eine Frage zum Material.

Vincent van Gogh: The Starry Night. Übung: Formuliere eine Frage zur Arbeitsweise, die Du nicht allein aus dem Bild beantworten kannst. Genau dafür brauchst Du eine zweite Quelle.
Text- und Audioquelle zum Material
Das Museum of Modern Art stellt die Audio-Reihe Materials & Process mit Beiträgen zu Werkzeugen und Techniken verschiedener Kunstwerke bereit. Nutze sie als Beispiel dafür, dass eine Museumsquelle Material- und Technikangaben liefern kann, die Du mit einer Bildbeobachtung verbindest: MoMA – Materials & Process
Quellenpass: Ist meine Quelle brauchbar?
Prüfe vor dem Interview fünf Punkte: Wer veröffentlicht die Information? Was ist zu sehen, hören oder lesen? Wann wurde die Quelle veröffentlicht? Wozu wurde sie erstellt? Welche Nutzungsrechte gelten? Ein Museum, eine Künstlerwebsite, Wikimedia Commons mit klarer Lizenzangabe oder eine wissenschaftlich redigierte Quelle sind meist besser überprüfbar als ein anonymer Social-Media-Post.
| Quellenfeld | Eintrag |
|---|---|
| Urheber oder Institution | Wer verantwortet die Quelle? |
| Titel und Link | Wie finde ich die Quelle wieder? |
| Datum | Wann wurde sie veröffentlicht oder abgerufen? |
| Beleg | Welche konkrete Information stützt sie? |
| Rechte | Public Domain, Creative Commons, nur verlinken/einbetten oder unklar? |
Das quellenbasierte Interviewformat
Dein Endprodukt kann ein Live-Interview, eine Audioaufnahme, ein Video, ein Textinterview oder ein rekonstruiertes Interview zu einer historischen Kunstperson sein. Bei einer Rekonstruktion gilt: Du formulierst die Antworten in eigenen Worten aus Quellen. Du setzt keine erfundenen Sätze in Anführungszeichen und behauptest nicht, die Person habe etwas gesagt, wenn es dafür keinen Beleg gibt.
Interviewbogen
| Teil | Aufgabe | Quellenbezug |
|---|---|---|
| Einstieg | Stelle Person, Werk und Anlass kurz vor. | Nenne mindestens eine verlässliche Quelle. |
| Arbeitsweise | Frage nach Beginn, Schritten, Änderungen und Entscheidungen. | Verknüpfe eine Frage mit einer beobachteten oder belegten Arbeitsweise. |
| Material | Frage nach Material, Werkzeug und Technik. | Nutze Materialangaben aus Museum, Werkdatenbank oder Künstlerquelle. |
| Bildidee | Frage nach Auslösern, Themen, Motiven und Erinnerungen. | Belege den Ausgangspunkt mit einer Quelle oder kennzeichne ihn als offene Frage. |
| Wirkung | Frage nach Wahrnehmung, Deutung und Rolle des Publikums. | Trenne Künstleraussage von Deiner eigenen Interpretation. |
| Nachfrage | Greife eine Antwort auf und frage genauer nach. | Die Nachfrage muss hörbar oder logisch aus der vorherigen Antwort entstehen. |
| Abschluss | Fasse eine Erkenntnis zusammen und bedanke Dich. | Liste die verwendeten Quellen. |
Das Quellen-Signal im Gespräch
Damit ein Interview transparent bleibt, kannst Du Fragen mit einem kurzen Quellen-Signal einleiten: „In der Museumsbeschreibung steht, dass … Wie …?“ oder „Im Video sieht man, dass … Warum …?“ Das ist besonders sinnvoll, wenn eine Frage direkt aus einer Quelle entsteht. Überfrachte die Frage aber nicht mit Informationen.
Beispiel für ein quellenbasiertes Mini-Interview
Moderatorin: „Im Tate-Video sieht man, dass Sie mit sehr unterschiedlichen Materialien und Alltagsgegenständen arbeiten. Wie entscheiden Sie, welches Material zu einer Idee passt?“
Hinweis: Eine echte Antwort müsste aus dem Video oder einer anderen überprüfbaren Künstlerquelle entnommen bzw. in eigenen Worten korrekt paraphrasiert werden. Eine frei erfundene Antwort wäre keine Quellenarbeit.
Moderator: „Wenn ein Material eine unerwartete Wirkung hat: Verändern Sie dann eher das Material oder die ursprüngliche Idee?“
Hinweis: Diese Anschlussfrage ist offen. Sie behauptet noch nichts über die Person und eignet sich deshalb gut für ein echtes Gespräch.
Differenzierung G/M/E
G – grundlegendes Niveau
Du nutzt mindestens eine Bildquelle und eine weitere Quelle. Erstelle mindestens sechs Interviewfragen, darunter je eine Frage zu Arbeitsweise, Material, Bildidee und Wirkung. Verwende Satzstarter aus der Fragenwerkstatt. Markiere bei jeder Frage, auf welche Quelle oder Beobachtung Du Dich stützt. Ziel ist ein verständliches Interview mit klaren, offenen Fragen.
mittleres Niveau
Du nutzt mindestens zwei unterschiedliche Quellenarten, zum Beispiel Bild plus Video oder Museumstext plus Audio. Erstelle acht bis zehn Fragen und mindestens zwei echte Nachfragen. Vergleiche mindestens einmal zwei Quellen und notiere, ob sie sich ergänzen. Trenne in Deiner Dokumentation Fakt, Beobachtung und Deutung.
E – erweitertes Niveau
Du nutzt mindestens drei Quellenarten und prüfst Urheber, Veröffentlichungszusammenhang und Nutzungsrechte. Erstelle zehn bis zwölf Fragen, darunter mindestens drei vertiefende Nachfragen. Formuliere mindestens eine Frage, die einen Widerspruch, eine Veränderung im Arbeitsprozess oder mehrere mögliche Deutungen aufgreift. Begründe am Ende, warum Deine Quellen für die Aussagen geeignet sind.
Bewertungsraster
| Kriterium | G | M | E |
|---|---|---|---|
| Fragen | überwiegend offen und verständlich | gezielt, abwechslungsreich, mit Nachfragen | vertiefend, präzise und reflexiv |
| Vier Fragefelder | alle vier erkennbar | ausgewogen verbunden | bewusst miteinander verknüpft |
| Quellen | mindestens zwei Quellen | mindestens zwei Quellenarten, Vergleich | mindestens drei Quellenarten, kritische Prüfung |
| Belege | Fragen erhalten Quellenhinweise | Fakten, Beobachtungen und Deutungen getrennt | Aussagen nachvollziehbar belegt und Grenzen benannt |
| Gestaltung | klare Rollen und Reihenfolge | sinnvoll geschnitten oder gegliedert | dramaturgisch schlüssig, sprachlich präzise und transparent |
Produktionswerkstatt
Vor dem Interview
Lege Thema, Kunstperson oder Werk fest. Sammle Quellen, notiere Werkdaten und markiere auffällige Details. Entwickle zuerst mehr Fragen, als Du später brauchst. Ordne sie so, dass das Gespräch vom einfachen Einstieg zu vertiefenden Fragen führt. Prüfe bei Audio oder Video außerdem Raum, Lautstärke und Einverständnis der Beteiligten.
Während des Interviews
Höre aktiv zu. Lies nicht nur die nächste Frage ab. Wenn eine Antwort interessant ist, frage nach. Sprich deutlich und lasse Pausen zu. Nenne Quellen nicht wie in einem Referat, sondern nur dann, wenn sie für die Frage wichtig sind.
Nach dem Interview
Schneide nur so, dass der Sinn einer Aussage erhalten bleibt. Entferne keine Wörter so, dass eine Person etwas anderes zu sagen scheint. Ergänze Titel, Beteiligte, Quellen und Rechtehinweise. Wenn Du Musik, Bilder oder fremde Videos verwendest, prüfe vorher, ob Du sie nutzen darfst. Für ein schulisches OER-Projekt eignen sich eigene Medien, Public-Domain-Material und passend lizenzierte Creative-Commons-Inhalte besonders gut.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Frage ist am ehesten offen formuliert? (Wie entscheiden Sie, welches Material zu einer Bildidee passt?) (!Arbeiten Sie mit Farbe?) (!Ist das Bild rot?) (!Haben Sie das Werk 2020 gemacht?)
Was gehört zu einem quellenbasierten Künstlerinterview? (Aussagen werden mit überprüfbaren Quellen verbunden.) (!Antworten werden passend zur Geschichte erfunden.) (!Quellen werden erst nach dem Interview ausgedacht.) (!Jede Deutung wird als Tatsache bezeichnet.)
Welche Frage gehört besonders zum Fragefeld Material? (Warum haben Sie für dieses Werk gerade dieses Material gewählt?) (!Wer besucht die Ausstellung?) (!Wann beginnt die Pause?) (!Wie heißt die Straße des Museums?)
Welche Formulierung vermeidet eine Suggestion? (Welche Rolle spielt die Farbe Rot in diesem Werk?) (!Rot steht hier bestimmt für Wut, oder?) (!Sie wollten doch Angst zeigen, stimmt das?) (!Das Bild ist sicher traurig gemeint, richtig?)
Was ist eine Beobachtung? (Im Bild sind mehrere kreisförmige Formen zu sehen.) (!Die Kreise bedeuten Einsamkeit.) (!Der Künstler wollte uns warnen.) (!Das Werk macht alle Menschen glücklich.)
Was ist bei einem rekonstruierten Interview wichtig? (Antworten werden als quellenbasiert rekonstruiert gekennzeichnet.) (!Erfundene Sätze werden als echte Zitate ausgegeben.) (!Quellen werden nicht genannt.) (!Die historische Person bekommt frei erfundene Erinnerungen.)
Wozu dient eine Nachfrage? (Sie greift eine Antwort auf und führt genauer in ein Thema.) (!Sie beendet das Gespräch möglichst schnell.) (!Sie ersetzt alle Quellen.) (!Sie verhindert ausführliche Antworten.)
Welche Angabe gehört in einen Quellenpass? (Urheber oder verantwortliche Institution) (!Lieblingsfarbe der interviewenden Person) (!Sitzordnung im Klassenraum) (!Pausenbrot der Gruppe)
Wie gehst Du mit einem offiziellen YouTube-Museumsvideo am sichersten um, wenn keine freie Lizenz angegeben ist? (Im Original streamen oder einbetten und die Quelle nennen.) (!Herunterladen und als eigenes Video hochladen.) (!Das Logo entfernen und neu veröffentlichen.) (!Ohne Quellenangabe kopieren.)
Welche Kombination deckt die vier zentralen Fragefelder dieses Kurses ab? (Arbeitsweise, Material, Bildidee und Wirkung) (!Preis, Werbung, Verkauf und Mode) (!Pause, Raum, Note und Sitzplatz) (!Alter, Wohnort, Wetter und Verkehr)
Memory
| Arbeitsweise | Schritte und Entscheidungen beim Entstehen eines Werks |
| Material | Stoffe, Werkzeuge und technische Mittel |
| Bildidee | Ausgangspunkt, Thema oder Motiv eines Werks |
| Wirkung | Wahrnehmung und Reaktion der Betrachtenden |
| Quelle | überprüfbarer Ursprung einer Information |
| Nachfrage | Frage, die eine vorherige Antwort vertieft |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Beobachtung | Was direkt im Werk zu sehen oder zu hören ist |
| Deutung | Eine begründete mögliche Bedeutung |
| Quellenbeleg | Nachweis, woher eine Information stammt |
| Offene Frage | Frage, die eine ausführliche Antwort ermöglicht |
| Suggestivfrage | Frage, die eine gewünschte Antwort nahelegt |
...
Kreuzworträtsel
| Material | Womit oder worauf arbeitet eine Künstlerin oder ein Künstler? |
| Wirkung | Wie nennt man den Eindruck, den ein Kunstwerk auf Betrachtende haben kann? |
| Quelle | Wie heißt der überprüfbare Ursprung einer Information? |
| Interview | Wie heißt ein geplantes Gespräch mit Fragen und Antworten? |
| Deutung | Wie nennt man eine begründete mögliche Bedeutung eines Werks? |
| Nachfrage | Wie heißt eine Frage, die eine vorherige Antwort vertieft? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht – G
- Bildbeobachtung: Wähle eines der eingebundenen Kunstwerke. Schreibe vier reine Beobachtungssätze und formuliere daraus zwei offene Interviewfragen.
- Fragenfächer: Erstelle je eine Frage zu Arbeitsweise, Material, Bildidee und Wirkung und markiere jedes Fragefeld mit einer Überschrift.
- Audioanalyse: Höre einen Ausschnitt aus einem frei lizenzierten Commons-Interview und notiere, welche Frage vermutlich zu einer ausgewählten Aussage geführt haben könnte.
- Quellenpass: Fülle für ein Commons-Bild Urheber, Titel, Link, Nutzungsrecht und eine nutzbare Information aus.
Standard – M
- Interviewleitfaden: Entwickle acht Fragen zu einer Kunstperson. Nutze mindestens zwei Quellenarten und plane zwei mögliche Nachfragen.
- Videoanalyse: Untersuche eines der Museumsvideos. Ordne mindestens vier Aussagen oder Beobachtungen den Feldern Arbeitsweise, Material, Bildidee und Wirkung zu.
- Partnerinterview: Interviewe eine Mitschülerin oder einen Mitschüler zu einem selbst gestalteten Bild. Schneide daraus ein zwei- bis dreiminütiges Audio oder Video, ohne den Sinn der Antworten zu verändern.
- Quellenvergleich: Vergleiche eine Bildquelle und eine Text- oder Videoquelle zum gleichen Kunstthema. Notiere, was nur eine Quelle zeigt und was beide gemeinsam stützen.
Schwer – E
- Rekonstruiertes Künstlerinterview: Gestalte ein quellenbasiert rekonstruiertes Interview mit einer historischen Kunstperson. Kennzeichne jede Antwort als Paraphrase und verknüpfe sie mit einer Quelle.
- Interviewdramaturgie: Ordne zehn bis zwölf Fragen so, dass ein Gespräch vom Einstieg über Vertiefung zu einem starken Abschluss führt. Begründe drei Übergänge.
- Quellenkritik: Prüfe drei Quellen zu einer Kunstperson auf Urheber, Zweck, Aktualität, Belegkraft und Nutzungsrechte. Entscheide, welche Quelle für welche Frage am geeignetsten ist.
- Ausstellungsgespräch: Entwickle ein Interviewformat für eine fiktive Ausstellungseröffnung. Eine Person übernimmt die Moderation, eine die Kunstperson, eine den Faktencheck und eine die Dokumentation. Jede Antwort muss als belegt, beobachtet oder interpretiert markiert werden.


Lernkontrolle
- Transfer: unbekanntes Werk: Du erhältst ein Kunstwerk, das Du noch nicht kennst. Formuliere je eine offene Frage zu Arbeitsweise, Material, Bildidee und Wirkung und begründe, welche zusätzliche Quelle Du für jede Frage benötigen würdest.
- Quellenkonflikt: Zwei Quellen machen unterschiedliche Angaben zur Entstehung eines Werks. Erkläre, wie Du prüfst, welche Aussage belastbarer ist, und formuliere eine Interviewfrage, die den Unterschied klären könnte.
- Fakt oder Deutung: Schreibe zu einem Kunstwerk drei Beobachtungen, zwei Deutungen und eine Frage an die Kunstperson. Erkläre, warum diese drei Textsorten nicht vermischt werden sollten.
- Interview-Reparatur: Überarbeite die Suggestivfrage „Sie wollten mit dem dunklen Bild bestimmt Trauer zeigen, oder?“ in zwei offene Fragen mit unterschiedlichem Schwerpunkt.
- Medienentscheidung: Du möchtest ein Video-Interview veröffentlichen. Entscheide für ein eigenes Foto, ein Commons-Bild mit freier Lizenz und einen fremden YouTube-Clip jeweils, ob und wie Du das Material rechtssicher in Deinem Projekt verwenden würdest.
- Nachfragekompetenz: Eine Kunstperson antwortet: „Das Material hat meinen Plan verändert.“ Formuliere drei unterschiedliche Nachfragen und erkläre, welche neue Information jede Frage erschließen könnte.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis sind wichtig: ein klarer Interviewanlass, offene und verständliche Fragen, alle vier Fragefelder Arbeitsweise, Material, Bildidee und Wirkung, echte Nachfragen, nachvollziehbare Quellen, eine saubere Trennung von Beobachtung, Fakt und Deutung sowie ein transparenter Umgang mit rekonstruierten Aussagen. Bei Audio oder Video zählen außerdem verständlicher Ton, sinnwahrender Schnitt, Zustimmung der beteiligten Personen und korrekte Rechte- und Quellenangaben.
Als Lernprodukt eignet sich ein drei- bis fünfminütiges Audio- oder Videointerview, ein bebildertes Textinterview oder ein quellenbasiert rekonstruiertes Interview. Gib zusätzlich Deinen Quellenpass und eine kurze Reflexion ab: Welche Frage hat die interessanteste Antwort ausgelöst und warum?
OERs zum Thema
Wikipedia: Interview
Wikimedia Commons: Interviews
Freies Audio-Beispiel: Esther Griffith Wikimedia Commons – Interview with artist Esther Griffith
Freies Audio-Beispiel: Ai Weiwei Wikimedia Commons – Ai Weiwei: The Responsibility of an Artist
Museumsaudio zu Material und Technik MoMA – Materials & Process
Quellen für die Medienbeispiele
- Wikimedia Commons – Vincent van Gogh: The Starry Night
- Wikimedia Commons – Paul Klee: Senecio
- Wikimedia Commons – Johannes Vermeer: Girl with a Pearl Earring
- Wikimedia Commons – Esther Griffith interview, CC BY-SA 4.0
- Wikimedia Commons – Ai Weiwei audio, CC BY 3.0
- Tate – David Hockney Answers Your Questions
- Tate – Mona Hatoum: Nothing Is a Finished Project
- SFMOMA – Njideka Akunyili Crosby on painting cultural collision
- Tate – Yayoi Kusama's Obliteration Room
- MoMA – Materials & Process
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