BK6 - Das kann ich in Bildender Kunst 6

BK6 - Das kann ich in Bildender Kunst 6
BK6 - Das kann ich in Bildender Kunst 6
Einleitung
In diesem aiMOOC überprüfst und erweiterst Du Deine Kompetenzen in Bildender Kunst auf dem Niveau der Klasse 6. Du lernst nicht nur Begriffe, sondern beobachtest, deutest, gestaltest, erprobst, vergleichst, begründest und präsentierst. Alle Bereiche sind miteinander vernetzt: Bildanalyse, Grafik, Malerei, Raum, Architektur, Fotografie, Film, Performance, Design, Kunstgeschichte, 3D, VR, AR und KI.

Dein roter Faden ist ein persönliches Kunst-Portfolio. In jeder Lernstation sammelst Du mindestens ein sichtbares Ergebnis: eine Analyse, eine Skizze, ein Experiment, ein Foto, ein Modell, einen kurzen Film, eine Reflexion oder eine Präsentation. Am Ende stellst Du aus Deinen stärksten Arbeiten eine kleine Ausstellung mit dem Titel „Das kann ich in Bildender Kunst 6“ zusammen.
Die vier Kompetenzbereiche
Rezeption bedeutet genau hinzusehen, Merkmale zu erkennen und Kunstwerke, Bilder, Räume oder Medien aufmerksam wahrzunehmen. Reflexion bedeutet, Beobachtungen zu deuten, Entscheidungen zu begründen, Wirkungen zu vergleichen und Fragen zu stellen. Produktion bedeutet, eigene bildnerische Ideen mit geeigneten Techniken und Medien umzusetzen. Präsentation bedeutet, Ergebnisse auszuwählen, verständlich zu zeigen, darüber zu sprechen und Rückmeldungen produktiv zu nutzen.
| Kompetenz | Das zeigst Du | Typischer Nachweis |
|---|---|---|
| Rezeption | Du beschreibst zuerst sichtbar, genau und mit Fachbegriffen, bevor Du deutest. | Bildanalyse, Vergleich, Beobachtungsprotokoll |
| Reflexion | Du erklärst Wirkungen, begründest Entscheidungen und unterscheidest Beobachtung, Vermutung und Bewertung. | Künstlerisches Tagebuch, Vergleich, Begründung |
| Produktion | Du planst, experimentierst, überarbeitest und setzt Material oder digitale Werkzeuge bewusst ein. | Zeichnung, Malerei, Modell, Foto, Film, Performance, 3D-Entwurf |
| Präsentation | Du wählst Ergebnisse aus, gestaltest eine passende Form der Darstellung und reagierst auf Feedback. | Kurzvortrag, Ausstellung, Portfolio, Filmvorführung |
Differenzierung G/M/E
Du kannst viele Aufgaben auf drei Niveaus bearbeiten. G steht für Grundniveau: Du sicherst Basiskompetenzen mit klaren Vorgaben. M steht für mittleres Niveau: Du triffst mehr eigene Entscheidungen und begründest sie. E steht für erweitertes Niveau: Du entwickelst eine eigenständige Lösung, vergleichst Alternativen und reflektierst Wirkung, Kontext oder Medienwahl.
| Niveau | Typischer Arbeitsauftrag | Woran Du erkennst, dass es passt |
|---|---|---|
| G | Beschreiben, ordnen, nach einem Beispiel erproben, eine Technik gezielt anwenden | Du brauchst noch Struktur und möchtest Grundlagen sicher beherrschen |
| M | Vergleichen, variieren, mehrere Gestaltungsmittel verbinden, Entscheidungen begründen | Du kannst Grundlagen selbstständig einsetzen und möchtest sie erweitern |
| E | Eigenständig konzipieren, Medien kombinieren, Wirkung untersuchen, Alternativen bewerten | Du arbeitest sicher und möchtest anspruchsvoll experimentieren und reflektieren |
Kunst-Portfolio und vernetztes Abschlussprojekt
Dein Portfolio verbindet alle Stationen. Notiere bei jeder Arbeit kurz: Idee – Entscheidung – Wirkung – nächster Schritt. Für das Abschlussprojekt „Museum der Zukunft“ wählst Du mindestens vier unterschiedliche Medien oder Verfahren aus diesem aiMOOC. Ein mögliches Beispiel: Du analysierst ein historisches Bild, entwickelst daraus eine Grafik, baust ein räumliches Modell, fotografierst es, animierst es als Stop-Motion und präsentierst es als virtuelle Ausstellungsidee. So werden Rezeption, Reflexion, Produktion und Präsentation sichtbar miteinander verbunden.
Bildanalyse: sehen, beschreiben, deuten
Eine gute Bildanalyse beginnt nicht mit „schön“ oder „langweilig“, sondern mit genauer Wahrnehmung. Unterscheide drei Schritte: Beschreibung – Was ist tatsächlich zu sehen? Analyse – Wie sind Farbe, Form, Linie, Raum, Licht, Komposition und Blickführung gestaltet? Deutung – Welche Wirkung oder Bedeutung könnte daraus entstehen? Eine Deutung ist besonders überzeugend, wenn Du sie mit sichtbaren Merkmalen begründest.

Bilddetektiv-Auftrag: Betrachte das Bild zunächst 30 Sekunden still. Suche anschließend eine auffällige Stelle, eine leicht übersehbare Stelle und eine Stelle, die Deine Blickrichtung beeinflusst. Formuliere zu jeder Stelle eine Beobachtung und erst danach eine Vermutung.
Vernetzung: Übertrage Deine Analyse anschließend in eine eigene kleine Kompositionsskizze. Du darfst Motive verändern, sollst aber die erkannte Blickführung bewusst beibehalten oder absichtlich umkehren.
- G: Beschreibe fünf sichtbare Merkmale und nutze mindestens drei Fachbegriffe.
- M: Erkläre, wie zwei Gestaltungsmittel zusammen eine Wirkung erzeugen.
- E: Formuliere zwei unterschiedliche Deutungen und prüfe, welche stärker durch Bildmerkmale gestützt wird.
Grafik: Linie, Fläche, Struktur und Perspektive
Grafik arbeitet häufig mit Linie, Punkt, Fläche, Hell-Dunkel, Schraffur, Muster und Kontrast. Schon mit einem Stift kannst Du Material, Bewegung, Tiefe und Stimmung erzeugen. Schraffuren können parallel, gekreuzt, gebogen oder verdichtet sein. In der Perspektive helfen Horizontlinie und Fluchtpunkt dabei, räumliche Tiefe auf einer Fläche darzustellen.

Praxislabor: Zeichne denselben Alltagsgegenstand dreimal: einmal nur mit Umrisslinien, einmal mit Schraffuren und einmal mit starkem Hell-Dunkel-Kontrast. Vergleiche die Wirkung. Entwickle danach eine kleine Straße oder einen Innenraum mit einem Fluchtpunkt.
- G: Nutze Umriss, Schraffur und einen Fluchtpunkt korrekt.
- M: Kombiniere mindestens drei Linienqualitäten und steuere die Raumwirkung.
- E: Verändere Perspektive oder Blickhöhe bewusst, um eine ungewöhnliche oder spannungsreiche Wirkung zu erzeugen, und begründe Deine Entscheidung.
Malerei: Farbe als Stimmung und Ordnung
In der Malerei ist Farbe nicht nur „zum Ausmalen“ da. Farbton, Helligkeit, Sättigung, Kontrast und Farbauftrag verändern die Wirkung. Kalte und warme Farben können unterschiedliche Stimmungen erzeugen. Komplementäre Gegensätze steigern sich gegenseitig. Ein lockerer Farbauftrag wirkt anders als eine glatte Fläche.

Farbexperiment: Male ein kleines Motiv zweimal. Version A soll ruhig wirken, Version B lebendig oder angespannt. Du darfst die Formen gleich lassen und nur Farbwahl, Kontraste und Farbauftrag verändern.
- G: Wähle passende Farben für zwei klar unterscheidbare Stimmungen.
- M: Nutze zusätzlich einen gezielten Kontrast und erkläre seine Wirkung.
- E: Entwickle eine dritte, überraschende Farblösung, vergleiche alle Versionen und entscheide begründet, welche am stärksten wirkt.
Raum und Plastik: Form, Material, Licht und Bewegung
Dreidimensionale Kunst besitzt Höhe, Breite und Tiefe. Bei Plastik, Skulptur und Installation verändern Material, Oberfläche, Gewicht, Licht, Schatten und Standort die Wahrnehmung. Manche Werke sind statisch, andere bewegen sich oder verändern sich durch Luftzug, Licht oder die Bewegung der Betrachtenden.

Raumlabor: Baue aus Papier, Karton, Draht, Recyclingmaterial oder Naturmaterial eine kleine Form, die aus mindestens drei Blickrichtungen interessant wirkt. Fotografiere sie frontal, von oben und aus der Froschperspektive. Vergleiche, wie stark die Fotoperspektive die räumliche Wirkung verändert.
- G: Baue stabil und untersuche mindestens drei Ansichten.
- M: Plane bewusst Positiv- und Negativformen sowie Licht und Schatten.
- E: Entwickle ein Objekt, dessen Bedeutung oder Wirkung sich beim Wechsel des Standorts oder Blickwinkels verändert.
Architektur: Räume für Menschen gestalten
Architektur verbindet Gestaltung, Funktion, Konstruktion, Material und Nutzung. Ein Gebäude kann offen oder geschlossen, leicht oder massiv, symmetrisch oder asymmetrisch, einladend oder abweisend wirken. Gute Architekturfragen lauten nicht nur „Wie sieht es aus?“, sondern auch „Für wen ist es?“, „Was soll dort geschehen?“, „Wie bewegt man sich darin?“ und „Wie wirkt der Raum auf Menschen?“

Architektur-Challenge: Entwirf einen kleinen „Kunst-Pavillon für die Pause“. Er soll Schutz bieten, Begegnung ermöglichen und mindestens eine ungewöhnliche Sichtöffnung besitzen. Zeichne Grundidee und Außenansicht oder baue ein Kartonmodell.
- G: Zeige Eingang, Aufenthaltsbereich und mindestens zwei Materialien.
- M: Begründe, wie Licht, Wege und Öffnungen die Nutzung beeinflussen.
- E: Entwickle zwei konkurrierende Entwürfe und entscheide anhand selbst gewählter Kriterien, welcher funktionaler und gestalterisch überzeugender ist.
Fotografie: Ausschnitt, Licht und Zeitpunkt
Fotografie wählt immer einen Ausschnitt aus der Wirklichkeit. Kamerastandpunkt, Nähe, Brennweite, Licht, Schärfe und Aufnahmezeitpunkt beeinflussen, was wichtig erscheint. Die Camera obscura zeigt ein Grundprinzip optischer Bildentstehung: Licht gelangt durch eine kleine Öffnung und erzeugt ein auf dem Kopf stehendes Bild.


Fotoauftrag „Ein Ort – drei Aussagen“: Fotografiere denselben schulischen Ort so, dass er erst weit, dann eng und schließlich geheimnisvoll wirkt. Nutze dafür nur Standpunkt, Ausschnitt und Licht, nicht digitale Filter. Wenn Personen erkennbar sind, veröffentliche Bilder nur mit der nötigen Einwilligung und nach den Schulregeln.
- G: Erzeuge drei deutlich unterschiedliche Ausschnitte.
- M: Steuere zusätzlich Blickrichtung und Lichtwirkung.
- E: Entwickle eine kleine Fotoserie mit einer Aussage und erkläre, wie Auswahl und Reihenfolge die Bedeutung verändern.
Film und Animation: Bilder werden Zeit
Film verbindet Bildgestaltung mit Zeit. Einstellungsgröße, Kameraperspektive, Bewegung, Schnitt, Ton und Rhythmus lenken die Aufmerksamkeit. Bei Stop-Motion entsteht Bewegung, indem viele leicht veränderte Einzelbilder nacheinander gezeigt werden.


Filmwerkstatt: Entwickle mit Papierformen oder kleinen Gegenständen eine Stop-Motion-Sequenz von etwa 10 bis 20 Sekunden. Plane zuerst drei bis sechs Storyboard-Felder. Achte auf ruhige Kamera, gleichmäßiges Licht und kleine Bewegungsabstände.
- G: Erzähle eine klar erkennbare Mini-Handlung.
- M: Nutze bewusst Einstellungsgröße und Rhythmus.
- E: Erzeuge durch Montage oder Ton eine zweite Bedeutungsebene und erkläre, wie sich die Wirkung ohne Ton oder mit anderer Reihenfolge verändert.
Performance: Kunst mit Handlung, Körper, Ort und Zeit
Bei Performance kann eine Handlung selbst zum künstlerischen Werk werden. Wichtig sind Idee, Ablauf, Körper, Raum, Zeit, Publikum und Dokumentation. Eine Performance muss weder gefährlich noch spektakulär sein. Schon eine wiederholte Alltagsbewegung kann durch bewusste Inszenierung eine neue Bedeutung erhalten.
Performance-Auftrag: Entwickelt zu zweit oder zu dritt eine 30- bis 60-sekündige, sichere Performance zum Thema „Spuren“, „Ordnung und Chaos“ oder „Zusammenarbeit“. Legt vorher fest, welche Gegenstände erlaubt sind, wie nah das Publikum steht und wie die Aufführung dokumentiert wird.
- G: Führt einen klaren Ablauf mit Anfang und Ende aus.
- M: Bezieht Raum und Publikum bewusst in die Wirkung ein.
- E: Entwickelt zwei Varianten, testet beide und reflektiert, wie Ort, Tempo oder Wiederholung die Bedeutung verändern.
Design: Form folgt nicht allein der Schönheit
Design gestaltet Dinge, Informationen oder Erlebnisse für bestimmte Nutzungen. Ein guter Entwurf berücksichtigt Funktion, Verständlichkeit, Ergonomie, Material, Nachhaltigkeit und Wirkung. Deshalb gehört zum Designprozess: Problem erkennen, Ideen sammeln, Prototyp bauen, testen, verbessern und präsentieren.

Design-Challenge: Entwirf eine „bessere Zeichenbox“ für den Kunstunterricht. Sie soll Material übersichtlich halten, transportierbar sein und möglichst wenig unnötiges Material verbrauchen. Baue einen Papier- oder Kartonprototyp und lasse ihn von einer anderen Person testen.
- G: Löse ein klar benanntes Funktionsproblem.
- M: Nutze Feedback und verbessere Deinen Prototyp sichtbar.
- E: Vergleiche Funktion, Materialverbrauch und Wirkung zweier Lösungen und entscheide nach Kriterien.
Kunstgeschichte: Werke in Zeit und Kontext verstehen
Kunstgeschichte untersucht Werke nicht nur nach Stil, sondern auch nach Entstehungszeit, Auftrag, Gesellschaft, Technik und späterer Rezeption. Dabei ist eine Zeitleiste hilfreich, aber Kunstgeschichte ist keine einfache Abfolge von „besser“ zu „moderner“. Unterschiedliche Kulturen, Funktionen und Medien existieren gleichzeitig und beeinflussen sich.
Zeitreise-Auftrag: Wähle zwei Werke aus unterschiedlichen Zeiten oder Kunstrichtungen. Beschreibe zuerst Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Form, Farbe, Raum und Thema. Recherchiere danach nur so viel Kontext, wie Du für eine begründete Erklärung brauchst. Trenne dabei deutlich zwischen dem, was Du siehst, und dem, was Du recherchiert hast.
- G: Ordne zwei Werke grob zeitlich und nenne sichtbare Unterschiede.
- M: Erkläre, wie Technik oder gesellschaftlicher Kontext eine Gestaltung beeinflusst haben könnte.
- E: Prüfe eine eigene erste Vermutung mithilfe einer verlässlichen Quelle und beschreibe, ob und warum Du Deine Deutung verändert hast.
3D: Modellieren, konstruieren und digital denken
Beim 3D-Gestalten denkst Du Formen von mehreren Seiten. Ein Modell kann analog aus Karton, Ton, Knete oder Recyclingmaterial entstehen oder digital als 3D-Modell. Entscheidend sind Volumen, Proportion, Stabilität, Verbindung, Oberfläche und die Beziehung von Innenraum und Außenraum.
3D-Brücke: Entwickle ein modulares Objekt aus einer Grundform, die mehrfach wiederholt oder variiert wird. Baue zuerst einen Papierprototyp. Übertrage die Idee, wenn möglich, in ein digitales 3D-Programm. Vergleiche: Was ist analog leichter, was digital?
- G: Baue ein stabiles Objekt aus wiederholten Formen.
- M: Variiere Größe, Richtung oder Verbindung systematisch.
- E: Entwickle eine Regel, nach der andere Dein Objekt nachbauen könnten, und prüfe die Verständlichkeit an einem Test.
VR und AR: Kunst in erweiterten Räumen
VR erzeugt eine computergestützte Umgebung, in die Du mit geeigneten Geräten eintauchen kannst. AR ergänzt die sichtbare Umgebung durch digitale Inhalte. Für Kunst und Museen können beide Technologien neue Formen des Betrachtens, Kuratierens und räumlichen Gestaltens eröffnen.


Google Arts & Culture: Kunst und Kultur in 360°
Google Arts & Culture: virtuelle 3D-Ausstellungen
VR/AR-Konzept: Plane auf Papier eine virtuelle oder erweiterte Ausstellung mit drei Stationen. Für jede Station legst Du fest: Was sieht man? Was kann man tun? Welche Information erscheint? Warum ist die digitale Erweiterung sinnvoll und nicht nur Dekoration?
- G: Skizziere drei klar erkennbare Stationen.
- M: Begründe Interaktion, Wegführung und Informationsmenge.
- E: Vergleiche dieselbe Ausstellung als reale, VR- und AR-Version und entscheide, welches Medium für welches Lernziel am besten geeignet ist.
KI und Kunst: Werkzeug, Entscheidung und Verantwortung
Künstliche Intelligenz kann Bilder analysieren, Texte verarbeiten oder neue Bilder erzeugen. Generative Bildsysteme reagieren auf Eingaben, die oft als Prompts bezeichnet werden. Das Ergebnis entsteht jedoch nicht „aus dem Nichts“: Modelle wurden mit sehr großen Datenmengen trainiert. Für den Kunstunterricht sind deshalb neben Gestaltung auch Quellenkritik, Kennzeichnung, Datenschutz, Urheberrecht, Fairness und die Frage nach menschlicher Entscheidung wichtig.

KI-Regel im Kunstportfolio: Wenn Du KI nutzt, kennzeichne transparent, wofür. Notiere Tool, Aufgabe, Deinen eigenen Beitrag und wichtige Veränderungen. Lade keine privaten oder personenbezogenen Bilder ohne Erlaubnis hoch. Verwende für Veröffentlichungen nur Materialien, deren Nutzung geklärt ist. Die Rechtslage zu KI-Ausgaben und Trainingsdaten ist nicht überall gleich; bei Unsicherheit gelten die Vorgaben der Schule und eine zurückhaltende Veröffentlichungspraxis.
KI-Vergleichsauftrag: Entwirf zuerst selbst drei Mini-Skizzen für ein Fantasiewesen oder ein Zukunftsgebäude. Formuliere dann aus einer Skizze einen neutral beschreibenden Prompt. Vergleiche Deine Skizze und eine KI-Variante nach Form, Farbe, Raum, Originalität, Zufall und eigener Kontrolle. Entscheide, ob KI Dein Konzept verbessert, verändert oder verwässert hat.
- G: Beschreibe Unterschiede zwischen eigener Skizze und KI-Ausgabe sachlich.
- M: Überarbeite Deinen Prompt anhand selbst gewählter Gestaltungskriterien und dokumentiere die Veränderung.
- E: Entwickle eine eigene Endfassung, die nicht bloß die KI-Ausgabe übernimmt, und reflektiere Urheberschaft, Transparenz und Verantwortung.
Medienkompetenz und Rechte
Die eingebundenen Bilder stammen von Wikimedia Commons. Eine Commons-Datei kann gemeinfrei sein oder unter einer freien Lizenz stehen. Wenn Du ein Bild außerhalb dieses Lernangebots weiterverwendest, öffne die Dateiseite und prüfe immer Urhebername, Lizenz, erforderliche Namensnennung und Bedingungen. Eingebettete YouTube-Videos werden hier nicht kopiert. Lade fremde Videos oder Musik nicht einfach herunter und veröffentliche sie nicht neu. Bei eigenen Foto-, Film- und Audioaufnahmen schützt Du Persönlichkeitsrechte: Erkennbare Personen werden nur nach den für Deine Schule geltenden Einwilligungs- und Datenschutzregeln veröffentlicht. Bei KI-Tools gibst Du keine privaten Daten ein und kennzeichnest den Einsatz transparent.
Kompetenzcheck: Rezeption, Reflexion, Produktion und Präsentation
Bearbeite die vier Checks mit einem Werk aus Deinem Portfolio. Die Checks sind absichtlich miteinander vernetzt. Eine starke Gestaltung ohne Reflexion ist noch kein vollständiger Kompetenznachweis; genauso reicht eine gute Analyse ohne eigene Produktion nicht aus.
Check A: Rezeption
- Wähle ein fremdes Kunstwerk oder Medienbeispiel aus diesem aiMOOC und beschreibe es eine Minute lang ohne Wertung.
- Markiere danach fünf Gestaltungsmittel und erkläre ihre sichtbare Wirkung.
- Formuliere eine Deutung und nenne mindestens zwei Beobachtungen, die sie stützen.
- G: sichere Beschreibung und Fachbegriffe; M: Zusammenhänge zwischen Gestaltungsmitteln; E: alternative Deutung und begründeter Vergleich.
Check B: Reflexion
- Lege eine frühe und eine überarbeitete Version Deiner Arbeit nebeneinander.
- Benenne eine Entscheidung, die gelungen ist, und eine, die Du heute anders treffen würdest.
- Erkläre, welches Feedback Du übernommen oder bewusst nicht übernommen hast.
- G: nachvollziehbare Rückschau; M: begründete Überarbeitung; E: Abwägung mehrerer möglicher Lösungen.
Check C: Produktion
- Entwickle aus einer Deiner bisherigen Arbeiten eine neue Version in einem anderen Medium, zum Beispiel Zeichnung zu Foto, Foto zu Stop-Motion, Modell zu Architekturzeichnung oder Malerei zu digitalem Entwurf.
- Dokumentiere mindestens einen Versuch, der nicht funktioniert hat, und was Du daraus gelernt hast.
- G: Technik gezielt einsetzen; M: Technik variieren und kombinieren; E: eigenständige mediale Übersetzung mit bewusster Wirkung.
Check D: Präsentation
- Wähle drei Portfolioarbeiten aus und ordne sie für ein Publikum.
- Schreibe zu jeder Arbeit eine Beschriftung mit Titel, Medium, Idee und einem Satz zur Wirkung.
- Präsentiere die Auswahl in höchstens drei Minuten und beantworte anschließend eine Rückfrage.
- G: verständlich zeigen und erklären; M: Auswahl und Reihenfolge begründen; E: Präsentationsform gezielt an Publikum, Raum oder digitales Format anpassen.
Individuelle Lernempfehlungen ableiten
Nutze die folgenden Hinweise nach dem Kompetenzcheck. Markiere pro Kompetenzbereich, ob Du Dich aktuell eher auf G, M oder E siehst. Lass mindestens eine Einschätzung durch Peer-Feedback oder Lehrkraft gegenprüfen. Die Tabelle ersetzt keine Note; sie hilft Dir, Deinen nächsten sinnvollen Lernschritt zu finden.
| Wenn Dein nächster Lernschritt vor allem hier liegt | Empfohlene Übung | Ziel für den nächsten Durchgang |
|---|---|---|
| Rezeption | Drei Tage lang je ein Bild zwei Minuten betrachten: zuerst nur beschreiben, dann Gestaltungsmittel markieren, erst zuletzt deuten. | Beobachtung und Deutung klar trennen; mehr Fachbegriffe korrekt verwenden. |
| Reflexion | Zu einer eigenen Arbeit zwei Alternativen skizzieren und jede mit einem Vorteil und einem Nachteil bewerten. | Entscheidungen nicht nur nennen, sondern nachvollziehbar begründen. |
| Produktion | Eine Technik in drei Mini-Experimenten variieren, etwa Schraffur, Farbauftrag, Licht, Kameraausschnitt oder Materialverbindung. | Mehr Kontrolle über Verfahren gewinnen und Fehler als Versuchsdaten nutzen. |
| Präsentation | Eine 60-Sekunden-Kunstvorstellung aufnehmen oder vor einer Kleingruppe halten und Rückmeldung zu Verständlichkeit, Blickkontakt und Auswahl einholen. | Ergebnisse adressatengerecht und sicher vorstellen. |
| G ist sicher, M noch unsicher | Bearbeite eine bereits gelöste Aufgabe erneut mit einer zusätzlichen eigenen Entscheidung und kurzer Begründung. | Vom Nachmachen zum bewussten Variieren wechseln. |
| M ist sicher, E ist Dein Ziel | Entwickle zwei unterschiedliche Lösungen, lege Kriterien fest und entscheide erst nach einem Vergleich. | Eigenständigkeit, Transfer und begründete Bewertung stärken. |
| E ist häufig sicher | Übernimm in einer Gruppenphase eine beratende Rolle, ohne Lösungen vorzugeben, und dokumentiere, wie Feedback Deine eigene Arbeit verändert. | Metareflexion, Vermittlung und Verantwortung ausbauen. |
Persönlicher Lernplan
- Wähle genau einen Kompetenzbereich als Schwerpunkt für die nächsten zwei Wochen.
- Formuliere ein sichtbares Ziel, zum Beispiel: „Ich begründe in jeder Bildanalyse zwei Wirkungen mit konkreten Bildmerkmalen.“
- Wähle eine passende Station aus diesem aiMOOC und bearbeite sie auf G, M oder E.
- Sammle einen Vorher-Nachher-Nachweis.
- Bitte um eine kurze Rückmeldung und entscheide danach: Ziel erreicht, weiter üben oder Niveau erhöhen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was gehört am Anfang einer sorgfältigen Bildanalyse? (Eine genaue Beschreibung sichtbarer Merkmale) (!Eine sofortige Bewertung mit schön oder hässlich) (!Eine Vermutung über die Absicht der Künstlerin oder des Künstlers) (!Eine Internetrecherche ohne Betrachtung des Bildes)
Wozu dient ein Fluchtpunkt in einer perspektivischen Zeichnung? (Er unterstützt die Darstellung räumlicher Tiefe) (!Er bestimmt automatisch die Farbe aller Flächen) (!Er ersetzt jede Horizontlinie) (!Er macht Schraffuren überflüssig)
Welche Veränderung kann die Wirkung einer Malerei besonders beeinflussen? (Eine bewusste Wahl von Farbkontrasten) (!Nur die Größe des Namensschilds) (!Nur die Reihenfolge der Farbtöpfe) (!Nur die Dauer der Pause)
Welche Frage ist für Architektur besonders wichtig? (Wie Menschen den Raum nutzen und erleben) (!Wie viele Bleistifte beim Entwurf verbraucht wurden) (!Welche Farbe die Schere hatte) (!Wie schnell das Modell fotografiert wurde)
Was kann bei einer Fotografie die Bildaussage verändern? (Der Standpunkt und der gewählte Ausschnitt) (!Nur der Dateiname) (!Nur die Reihenfolge im Fotoordner) (!Nur die Marke des Zeichenblocks)
Wie entsteht bei Stop-Motion der Eindruck von Bewegung? (Viele leicht veränderte Einzelbilder werden nacheinander gezeigt) (!Ein einziges Standbild wird länger betrachtet) (!Eine Zeichnung wird nur größer kopiert) (!Ein Foto wird spiegelverkehrt ausgedruckt)
Was kann bei einer Performance selbst zum Kunstwerk werden? (Eine bewusst gestaltete Handlung in Raum und Zeit) (!Nur ein gerahmtes Ölgemälde) (!Nur ein gedrucktes Arbeitsblatt) (!Nur ein Museumsgebäude)
Was gehört zu einem sinnvollen Designprozess? (Einen Prototyp testen und verbessern) (!Die erste Idee nie verändern) (!Nur auf Dekoration achten) (!Feedback grundsätzlich vermeiden)
Was beschreibt Augmented Reality am besten? (Die sichtbare Umgebung wird durch digitale Inhalte ergänzt) (!Jede reale Umgebung wird vollständig abgeschafft) (!Nur gedruckte Bilder werden schwarzweiß) (!Ein Film wird ohne Ton gezeigt)
Was ist beim Einsatz generativer KI im Kunstunterricht besonders wichtig? (Den KI-Einsatz transparent kennzeichnen und eigene Entscheidungen reflektieren) (!Jede KI-Ausgabe als vollständig eigene Handarbeit ausgeben) (!Private Bilder ohne Erlaubnis hochladen) (!Quellen und Datenschutz grundsätzlich ignorieren)
Memory
| Bildanalyse | Beschreibung vor Deutung |
| Schraffur | Hell-Dunkel durch Linien |
| Fluchtpunkt | perspektivische Tiefe |
| Komplementärkontrast | starke Farbspannung |
| Stop-Motion | Einzelbilder erzeugen Bewegung |
| Prototyp | testbares Designmodell |
| Performance | Handlung als künstlerisches Medium |
| Augmented Reality | digitale Ergänzung der Umgebung |
| Portfolio | Sammlung von Prozess und Ergebnis |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Rezeption | genau wahrnehmen und beschreiben |
| Reflexion | Wirkungen und Entscheidungen begründen |
| Produktion | eigene Gestaltung entwickeln und überarbeiten |
| Präsentation | Ergebnisse auswählen und adressatengerecht zeigen |
| Differenzierung | Lernweg passend als G, M oder E wählen |
Kreuzworträtsel
| Perspektive | Welcher Begriff bezeichnet die Darstellung räumlicher Tiefe auf einer Fläche? |
| Kontrast | Wie heißt ein deutlicher Gegensatz von Farben, Formen oder Helligkeiten? |
| Montage | Wie heißt das Zusammenfügen von Einstellungen oder Bildteilen zu einer neuen Folge? |
| Architektur | Wie heißt die gestaltete Planung und Errichtung von Bauwerken und Räumen? |
| Performance | Wie heißt eine Kunstform, bei der eine Handlung in Raum und Zeit zum Werk werden kann? |
| Skulptur | Wie heißt ein dreidimensionales Kunstwerk, das als Körper im Raum wahrgenommen wird? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bilddetektiv: Wähle ein Kunstwerk aus diesem aiMOOC und erstelle eine Karte mit fünf Beobachtungen, drei Fachbegriffen und einer begründeten Vermutung.
- Linienlabor: Zeichne einen Schuh, Becher oder Rucksack mit drei verschiedenen Linienarten und untersuche, welche Linie am besten Material oder Volumen zeigt.
- Farbstimmung: Gestalte dasselbe kleine Motiv einmal ruhig und einmal aufregend; notiere anschließend, welche Farben und Kontraste den Unterschied erzeugen.
- Fotoperspektive: Fotografiere einen ungefährlichen Alltagsgegenstand aus Augenhöhe, Vogelperspektive und Froschperspektive und ordne die Bilder nach ihrer Wirkung.
Standard
- Architekturmodell: Entwirf einen Pausen-Kunstpavillon, baue ein Kartonmodell und verbessere es nach einem kurzen Nutzertest.
- Stop-Motion: Produziere eine 10- bis 20-sekündige Animation mit Storyboard und erkläre, wie Bildfolge und Tempo die Wirkung bestimmen.
- Designprozess: Untersuche einen Alltagsgegenstand aus dem Kunstunterricht, sammle drei Probleme, entwickle einen Prototyp und dokumentiere die Verbesserung nach Feedback.
- Kunstgeschichte im Vergleich: Vergleiche zwei Werke aus unterschiedlichen Zeiten nach Gestaltung und Kontext und trenne sichtbar zwischen Beobachtung und Recherche.
Schwer
- Performancekonzept: Entwickle eine sichere kurze Performance zu „Ordnung und Chaos“, teste zwei Varianten und reflektiere die Wirkung von Raum, Wiederholung und Publikum.
- Medienübersetzung: Übertrage eine eigene Zeichnung in ein anderes Medium, etwa Foto, Modell, Stop-Motion oder digitale 3D-Idee, und analysiere, was sich an der Aussage verändert.
- VR-Ausstellung: Plane eine virtuelle Ausstellung mit Wegführung, drei Interaktionen und einer Begründung, warum VR oder AR an jeder Station einen echten Mehrwert bietet.
- KI und Autorschaft: Entwickle eine eigene Skizze, vergleiche sie mit einer transparent gekennzeichneten KI-Variante und gestalte eine neue Endfassung, deren menschliche Entscheidungen Du nachvollziehbar dokumentierst.


Lernkontrolle
- Transfer Bildanalyse zu Gestaltung: Analysiere die Blickführung eines unbekannten Bildes und entwickle anschließend eine eigene Komposition, die dieselbe Blickführung mit völlig anderen Motiven erzeugt. Begründe mindestens drei Entscheidungen.
- Material und Wirkung: Wähle für dieselbe Form zwei unterschiedliche Materialien oder digitale Darstellungsweisen. Vergleiche, wie Oberfläche, Stabilität, Licht und Bedeutung sich verändern.
- Architektur und Nutzung: Du erhältst den Plan eines kleinen Raums. Entwickle zwei Nutzungsvarianten für unterschiedliche Zielgruppen und erkläre, wie Wege, Licht, Öffnungen und Möblierung angepasst werden müssen.
- Fotografie und Wahrheit: Erstelle drei Fotos desselben Ortes, die unterschiedlich wirken. Erkläre anschließend, warum Fotografien trotz realer Motive nie neutral sein müssen.
- Filmische Bedeutung: Ordne dieselben drei Einstellungen in zwei verschiedenen Reihenfolgen an. Beschreibe, wie sich dadurch Handlung oder Stimmung verändert, und leite eine Regel für Montage ab.
- KI, Originalität und Verantwortung: Bewerte eine Situation, in der eine KI-Ausgabe fast unverändert als eigene Kunst abgegeben wird. Formuliere eine faire, transparente Alternative und begründe sie aus Sicht von Lernen, Autorschaft und Datenschutz.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu BK6 - Das kann ich in Bildender Kunst 6 ist wichtig, dass Du nicht nur einzelne Produkte zeigst, sondern Deinen künstlerischen Prozess nachvollziehbar machst.
- Rezeption: mindestens eine genaue Bild- oder Medienanalyse mit Fachbegriffen und begründeter Deutung
- Reflexion: mindestens eine dokumentierte Überarbeitung mit Erklärung, was und warum verändert wurde
- Produktion: mehrere praktische Arbeiten aus unterschiedlichen Bereichen, darunter mindestens eine zweidimensionale und eine räumliche oder zeitbasierte Arbeit
- Präsentation: eine begründete Auswahl von mindestens drei Portfolioarbeiten mit kurzen Werktexten
- Grafik und Malerei: sichtbarer Einsatz von Linie, Fläche, Hell-Dunkel, Farbe oder Kontrast
- Raum und Architektur: ein Modell, Entwurf oder räumliches Experiment mit Bezug zu Nutzung und Wirkung
- Fotografie und Film: ein Nachweis bewusster Bildauswahl, Perspektive, Ausschnitt oder Montage
- Design: ein Prototyp mit Test und Verbesserung
- Digitale Kunst: eine reflektierte Aufgabe zu 3D, VR/AR oder KI mit transparenter Mediennutzung
- G/M/E: eine kurze Selbsteinschätzung, auf welchem Niveau Du in Rezeption, Reflexion, Produktion und Präsentation arbeitest, sowie ein begründeter nächster Lernschritt
- Medienrecht: verantwortlicher Umgang mit freien Medien, Quellen, Persönlichkeitsrechten, Datenschutz und KI-Kennzeichnung
OERs zum Thema
Die folgenden frei zugänglichen oder offen verlinkbaren Angebote helfen beim Weiterlernen. Für Bilder auf Wikimedia Commons prüfst Du bei Weiterverwendung immer die jeweilige Dateiseite und Lizenzbedingungen.
Google Arts & Culture: Lernangebote
Google Arts & Culture: interaktive Kunstangebote
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