BK6 - Bilder für soziale Medien analysieren

BK6 - Bilder für soziale Medien analysieren
BK6 - Bilder für soziale Medien analysieren
Einleitung
Bilder in sozialen Medien wirken oft spontan, echt und persönlich. Trotzdem sind viele Bilder bewusst ausgewählt, zugeschnitten, bearbeitet, beschriftet oder inszeniert. Ein Bild zeigt deshalb nie einfach „die ganze Wirklichkeit“. Es zeigt immer nur einen bestimmten Ausschnitt und kann dadurch unsere Aufmerksamkeit, Gefühle und Erwartungen lenken.
In diesem aiMOOC lernst Du, Bilder und nachgebildete Posts Schritt für Schritt zu untersuchen. Du achtest besonders auf Bildausschnitt, Filter, Text, Wiederholung, Inszenierung und Zielgruppe. Außerdem lernst Du, Werbung und Produktplatzierungen kritischer zu erkennen.
Wichtig: Alle Social-Media-Posts, Accountnamen, Produkte, Marken und Werbeslogans in diesem aiMOOC sind frei erfunden. Es werden keine privaten Accounts verwendet. Die nachgebildeten Posts kopieren keine reale Plattformoberfläche und keine echten Profile. Reale Bilder werden nur verwendet, wenn sie über Wikimedia Commons frei nutzbar oder gemeinfrei zugänglich sind.

Das Foto zeigt, wie ein Smartphone beim Fotografieren eingesetzt wird. Schon beim Fotografieren entstehen Entscheidungen: Was kommt ins Bild? Was bleibt außerhalb des Bildes? Welche Perspektive wird gewählt? Genau diese Entscheidungen sind der Anfang jeder Bildanalyse.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du Bilder in sozialen Medien systematisch untersuchen und begründen, warum sie auf Betrachterinnen und Betrachter unterschiedlich wirken. Du kannst erkennen, dass ein Bild ausgewählt und gestaltet ist, Werbung und Inszenierung unterscheiden und eigene Beiträge bewusster planen.
| Niveau | Das kannst Du am Ende |
|---|---|
| G – grundlegendes Niveau | Du erkennst auffällige Gestaltungsmittel und kannst sie benennen. |
| M – mittleres Niveau | Du erklärst, wie Gestaltungsmittel die Wirkung eines Bildes verändern. |
| E – erweitertes Niveau | Du vergleichst mehrere Gestaltungsmittel, deutest die Absicht und beurteilst die Wirkung auf unterschiedliche Zielgruppen. |
Bilder sind ausgewählt
Wenn Du einen Post siehst, siehst Du fast nie alles, was bei der Aufnahme passiert ist. Die Person hinter der Kamera entscheidet, was sichtbar wird. Diese Auswahl kann zufällig sein, sie kann aber auch gezielt eingesetzt werden.
Ein Bild kann freundlich, sportlich, gemütlich, luxuriös, aufregend oder besonders erfolgreich wirken, obwohl die Situation außerhalb des Bildes ganz anders aussieht. Deshalb hilft eine Grundfrage:
Was sehe ich – und was sehe ich nicht?
Bildausschnitt
Der Bildausschnitt bestimmt, welcher Teil einer Situation sichtbar ist. Eine Nahaufnahme lenkt den Blick stark auf ein Detail. Eine Totale zeigt mehr Umgebung. Ein enger Ausschnitt kann störende Dinge ausblenden oder ein Produkt besonders groß erscheinen lassen.
| Nachgebildeter Post | Bildidee | Analyse |
|---|---|---|
| @stadtlicht – „Perfekter Nachmittag!“ | 🌇 Nur ein orangefarbener Himmel und eine Silhouette sind zu sehen. | Der enge Ausschnitt blendet Straße, Häuser und andere Personen aus. Dadurch wirkt die Szene ruhiger und besonderer. |
| @sportpause – „Heute alles gegeben!“ | 👟 Nahaufnahme eines sauberen Turnschuhs auf einer Laufbahn. | Die Nahaufnahme macht den Schuh zum wichtigsten Bildelement. Ob wirklich trainiert wurde, zeigt das Bild nicht. |
| @pausenbrot – „So sieht meine Pause aus.“ | 🍎 Ein Apfel, eine Trinkflasche und ein Heft liegen ordentlich nebeneinander. | Die Anordnung wirkt geplant. Andere Dinge auf dem Tisch bleiben außerhalb des Bildes. |
G-Aufgabe: Benenne in jedem Beispiel das auffälligste Bildelement.
M-Aufgabe: Erkläre, was durch den Bildausschnitt nicht gezeigt wird.
E-Aufgabe: Begründe, wie ein anderer Bildausschnitt die Aussage des Posts verändern könnte.
Vergleich: derselbe Ort, anderer Ausschnitt
Stell Dir einen Schreibtisch vor. Auf ihm liegen Hefte, Kabel, eine halbvolle Tasse, ein Stift und ein Buch.
| Version A | Version B | Version C |
|---|---|---|
| 📚✏️ | 📚✏️☕🔌 | ✏️ |
| Nur Buch und Stift | Der ganze Tisch | Nur die Stiftspitze |
| Wirkt ruhig und ordentlich | Wirkt alltäglich und voller | Wirkt kreativ und detailreich |
Keines der drei Bilder ist automatisch „falsch“. Aber jedes Bild erzählt eine andere Geschichte, weil jeweils etwas anderes sichtbar ist.
Filter und Bildbearbeitung
Ein Filter verändert zum Beispiel Farben, Helligkeit, Kontrast oder Farbstimmung. Auch ohne Filter kann ein Bild digital bearbeitet werden. Bearbeitung ist nicht automatisch Täuschung: Sie kann helfen, ein Bild heller, klarer oder künstlerischer zu machen. Entscheidend ist, welche Wirkung entsteht und ob Betrachterinnen und Betrachter dadurch einen falschen Eindruck bekommen könnten.

Auf diesem frei nutzbaren Vergleich ist links eine weniger kontrastreiche und rechts eine kontrastreichere Bearbeitung zu sehen. Schon eine Veränderung des Kontrasts kann ein Bild klarer und kräftiger wirken lassen.

Nachgebildete Filter-Serie
| Post | Darstellung | Mögliche Wirkung |
|---|---|---|
| @waldweg – Original | 🌲🌿☁️ | eher neutral und alltäglich |
| @waldweg – warm | 🌲🌿🌤️ | gemütlicher, sonniger, freundlicher |
| @waldweg – kräftig | 🌳🍃☀️ | intensiver und auffälliger |
| @waldweg – dunkel | 🌲🌫️🌑 | geheimnisvoller oder dramatischer |
G: Ordne jeder Version ein Wirkungswort zu.
M: Erkläre, warum dieselbe Szene durch Farbe anders wirken kann.
E: Entscheide, welche Bearbeitung für einen sachlichen Naturbericht geeignet wäre, und begründe Deine Wahl.
Technische Effekte können wie Absicht wirken
Nicht jede auffällige Bildwirkung ist ein Filter. Lichtreflexe, Gegenlicht, Unschärfe oder Spiegelungen können schon bei der Aufnahme entstehen.

Bei der Analyse solltest Du deshalb unterscheiden: Ist die Wirkung bei der Aufnahme entstanden oder später verändert worden? Manchmal lässt sich das aus dem fertigen Bild allein nicht sicher erkennen. Dann ist eine vorsichtige Formulierung besser als eine Behauptung.
Text verändert Bilder
Ein Bild bekommt durch einen Begleittext, eine Überschrift oder eine Bildunterschrift eine neue Richtung. Derselbe Bildinhalt kann durch unterschiedliche Texte freundlich, lustig, dramatisch oder werbend wirken.
Ein Bild – drei Texte
Nachgebildetes Bild: 🌧️☂️ Eine Person steht mit einem Schirm an einer Bushaltestelle.
| Text | Wirkung |
|---|---|
| „Endlich Regen!“ | Der Regen wirkt willkommen und positiv. |
| „Schon wieder zu spät …“ | Die Situation wirkt stressig. |
| „Mit dem neuen RegenCape bleibst Du trocken. Anzeige.“ | Das gleiche Bild wird zu einer Werbebotschaft. |
Das Bild selbst bleibt ähnlich, aber der Text lenkt die Deutung.
Wörter, Emojis und Hashtags
Wörter und Symbole können Aufmerksamkeit steuern. Ein Satz wie „Nur heute!“ erzeugt Dringlichkeit. Viele Ausrufezeichen können Aufregung verstärken. Emojis können eine Stimmung markieren. Hashtags können ein Thema ordnen oder eine Botschaft wiederholen.
Für eine gute Analyse fragst Du:
- Welche Wörter fallen besonders auf?
- Welche Stimmung erzeugt der Text?
- Passt der Text zum Bild oder verändert er die Bedeutung?
- Wird ein Produkt gelobt oder ein Kaufwunsch angeregt?
- Ist Werbung deutlich gekennzeichnet?
Wiederholung lenkt Aufmerksamkeit
Wenn ein Gegenstand, eine Farbe, ein Produkt oder ein Slogan immer wieder auftaucht, wird er leichter erinnert. Wiederholung ist deshalb ein wichtiges Gestaltungsmittel in Werbung, aber auch in normalen Bildserien.
Nachgebildete Bildserie: „WolkenKeks“
WolkenKeks ist ein frei erfundenes Produkt.
| Post 1 | Post 2 | Post 3 | Post 4 |
|---|---|---|---|
| ☁️🍪 auf dem Schreibtisch | ☁️🍪 im Picknickkorb | ☁️🍪 neben einem Comic | ☁️🍪 in Großaufnahme |
| „Lernpause“ | „Draußen ist es am besten“ | „Lesen + Snack“ | „Mein Favorit“ |
Wenn dasselbe Produkt in verschiedenen Alltagssituationen wiederholt gezeigt wird, kann der Eindruck entstehen, es gehöre überall selbstverständlich dazu.
G: Finde das Element, das in allen vier Posts vorkommt.
M: Erkläre, warum Wiederholung die Erinnerung an ein Produkt verstärken kann.
E: Untersuche, ob die Serie wie Alltag, Werbung oder eine Mischung aus beidem wirkt. Nutze mindestens drei Belege.
Inszenierung: spontan oder geplant?
Inszenierung bedeutet, dass etwas bewusst für die Wirkung gestaltet wird. Dazu gehören zum Beispiel Licht, Pose, Reihenfolge, Hintergrund, Gegenstände, Kleidung, Perspektive und Bildtext.
Ein inszeniertes Bild ist nicht automatisch schlecht oder unehrlich. Viele Fotos werden geplant. Wichtig ist, dass Du erkennst, dass die Wirkung hergestellt sein kann.

Nachgebildeter Post: „Mein ganz normaler Lernplatz“
| @lernfunke |
|---|
| 📒 ✏️ 🪴 💡 |
| Text: „Einfach hingesetzt und losgelegt 😊“ |
| Was nicht im Bild zu sehen ist: Für das Foto wurden die Gegenstände vorher sortiert, eine Lampe ausgerichtet und mehrere Aufnahmen gemacht. |
Analyse: Der Text klingt spontan. Die Anordnung ist aber bewusst geplant. Dadurch entsteht eine Nähe zwischen „ganz normal“ und „besonders schön“. Genau diese Spannung ist bei Social-Media-Bildern häufig interessant.
Inszenierungs-Detektiv
Prüfe bei einem Bild nacheinander:
- Anordnung: Liegen Gegenstände zufällig oder auffällig ordentlich?
- Licht: Ist die Szene besonders hell, weich oder dramatisch beleuchtet?
- Pose: Wirkt eine Person bewusst positioniert?
- Perspektive: Wird von oben, unten oder sehr nah fotografiert?
- Auswahl: Könnten viele andere Bilder entstanden sein, von denen nur eines ausgewählt wurde?
- Text: Wird Spontaneität behauptet, obwohl die Gestaltung geplant wirkt?
Zielgruppe
Die Zielgruppe ist die Gruppe von Menschen, die mit einem Bild oder einer Botschaft besonders angesprochen werden soll. Hinweise auf eine Zielgruppe können Farben, Sprache, Motive, Hobbys, Preise, Figuren, Musik, Trends oder Produkte geben.
Nachgebildete Zielgruppen-Beispiele
| Nachgebildeter Beitrag | Gestaltung | Vermutete Zielgruppe | Begründung |
|---|---|---|---|
| @kritzelclub | Bunte Stifte, Comic-Symbole, Satz „Mach Deine Pause farbig!“ | Kinder und junge Jugendliche, die gern zeichnen | Farben, kreative Symbole und einfache direkte Sprache |
| @bikeblick | Fahrradhelm, Karte, Waldweg, Satz „Finde Deine neue Route“ | Menschen mit Interesse an Radfahren | Motiv und Wortwahl sprechen ein Hobby an |
| @leseecke | Buch, Decke, warme Lampe, Satz „Noch ein Kapitel“ | Menschen, die gern lesen | Gemütliche Inszenierung und Buchmotiv |
Wichtig: Eine Zielgruppe kann man aus einem einzelnen Bild oft nur vermuten. Gute Analysen formulieren deshalb vorsichtig: „Der Beitrag könnte sich besonders an … richten, weil …“
Werbung in sozialen Medien erkennen
Werbung möchte Aufmerksamkeit gewinnen und häufig Interesse an einem Produkt, einer Dienstleistung oder einer Marke wecken. In sozialen Medien kann Werbung wie ein normaler Beitrag aussehen. Deshalb solltest Du besonders auf Kennzeichnungen, Produktnennungen, Rabattcodes, auffällige Kaufaufforderungen und wiederholte Produktdarstellungen achten.
Ein Werbebeitrag sollte als Werbung erkennbar sein. Für diesen aiMOOC werden Werbebeispiele deshalb deutlich mit ANZEIGE gekennzeichnet.
Nachgebildete Werbung 1: LeuchtStift
| ANZEIGE – fiktiv |
|---|
| ✨🖊️📓✨ |
| @leuchtstift_studio |
| „Mehr Farbe für Deine Notizen. Der LeuchtStift macht jede Überschrift sichtbar.“ |
| Gestaltung: starke Kontraste, Produkt in der Bildmitte, kurze direkte Aussage, Wiederholung des Produktnamens |
Analysefragen: Welches Element zieht Deinen Blick zuerst an? Welche Zielgruppe könnte angesprochen werden? Welche Aussage ist eine überprüfbare Produkteigenschaft und welche klingt eher wie ein Werbeversprechen?
Nachgebildete Werbung 2: FlitzSchuh
| ANZEIGE – fiktiv |
|---|
| 🏃💨👟 |
| @flitzschuh_test |
| „Heute schneller unterwegs? Mit FlitzSchuh fühlt sich jeder Schritt leicht an.“ |
| Gestaltung: Bewegungszeichen, sportliche Pose, Nahaufnahme des Schuhs, dynamischer Text |
G: Markiere Bild, Text und Werbekennzeichnung.
M: Erkläre, wie Bild und Text gemeinsam Tempo erzeugen.
E: Prüfe kritisch, ob aus dem Bild wirklich folgt, dass jemand mit diesem Schuh schneller läuft.
Nachgebildete Werbung 3: KnusperKern
| ANZEIGE – fiktiv |
|---|
| 🌻🥣🌞 |
| @morgenmix |
| „So startet mein Tag. KnusperKern steht bei mir fast jeden Morgen auf dem Tisch.“ |
| Gestaltung: warme Lichtstimmung, Frühstücksszene, Produkt wiederholt im Bild, persönlicher Text |
Dieses Beispiel wirkt persönlicher als eine klassische Anzeige. Genau deshalb ist die Kennzeichnung wichtig: Ein persönlicher Ton kann Werbung wie eine Empfehlung aus dem Alltag erscheinen lassen.
Klassische Werbung und Social-Media-Werbung vergleichen

Historische Werbeplakate und heutige Social-Media-Werbung unterscheiden sich in Form und Umfeld. Gemeinsam ist ihnen aber, dass Bild und Text gezielt Aufmerksamkeit lenken können.
| Merkmal | Klassisches Plakat | Nachgebildeter Social-Media-Post |
|---|---|---|
| Bild | meist eine klar gestaltete Hauptfläche | kann wie ein persönlicher Alltagsmoment wirken |
| Text | Slogan oder kurze Botschaft | Caption, Hashtag, Kommentarstil oder Kaufhinweis |
| Wiederholung | oft über mehrere Plakate oder Kampagnen | oft über mehrere Posts oder Bildserien |
| Zielgruppe | über Ort, Motiv und Gestaltung | zusätzlich über Themen, Sprache und die Art des Accounts |
Werkzeug: Die 6-Blick-Analyse
Mit der 6-Blick-Analyse kannst Du fast jeden nachgebildeten Social-Media-Post untersuchen.
| Blick | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| 1. Bildausschnitt | Was ist sichtbar, was fehlt? | Nur der saubere Teil des Schreibtischs ist zu sehen. |
| 2. Filter | Wie wurden Farbe, Helligkeit oder Kontrast verändert? | Warme Farben machen die Szene gemütlicher. |
| 3. Text | Wie lenkt die Caption die Deutung? | „Perfekter Start“ macht aus einem Frühstück eine Erfolgsszene. |
| 4. Wiederholung | Was taucht mehrfach auf? | Dasselbe Produkt erscheint in mehreren Posts. |
| 5. Inszenierung | Was wirkt geplant? | Gegenstände sind symmetrisch angeordnet. |
| 6. Zielgruppe | Wer soll sich angesprochen fühlen? | Jugendliche mit Interesse an Sport oder Zeichnen. |
Große interaktive Analyse: sechs nachgebildete Posts
Alle folgenden Posts sind vollständig fiktiv.
Post A: Naturmoment
| @waldminute |
|---|
| 🌿🌲☀️ |
| „Rausgehen hilft immer.“ |
| Kein Produkt, keine Werbung |
G: Beschreibe nur, was Du siehst.
M: Untersuche Bildausschnitt und Text.
E: Formuliere eine alternative Caption, die dieselbe Szene völlig anders wirken lässt.
Post B: Kreativ-Serie
| Bild 1 | Bild 2 | Bild 3 |
|---|---|---|
| 🎨 | 🖌️📒 | 🎨🖌️📒 |
| „Idee“ | „Ausprobieren“ | „Fertig“ |
G: Benenne die Reihenfolge.
M: Erkläre, wie Wiederholung die Serie verbindet.
E: Untersuche, welche Geschichte die Reihenfolge erzählt und was zwischen den Bildern fehlen könnte.
Post C: Produkt im Alltag
| ANZEIGE – fiktiv |
|---|
| 🎒📚🚌 |
| @ruckzuck_beutel |
| „Alles dabei. Mein RuckZuck-Beutel begleitet mich durch den Tag.“ |
G: Finde die Werbekennzeichnung.
M: Beschreibe, wie das Produkt in Alltag eingebettet wird.
E: Erkläre, warum Alltagsszenen Werbung glaubwürdig wirken lassen können.
Post D: Vorher–Nachher
| Vorher | Nachher |
|---|---|
| 🌫️🏞️ | ☀️🏞️✨ |
| eher blass | heller und kräftiger |
G: Nenne zwei Unterschiede.
M: Erkläre die veränderte Stimmung.
E: Beurteile, wann ein Vorher–Nachher-Vergleich transparent ist und wann er irreführend werden könnte.
Post E: Wiederholung ohne Produkt
| Montag | Mittwoch | Freitag |
|---|---|---|
| 🔵📘 | 🔵🧢 | 🔵🎒 |
| „Blau“ | „Noch mehr Blau“ | „Freitagsblau“ |
Wiederholung muss nicht immer Werbung sein. Sie kann auch ein Stilmittel sein, das eine Bildserie zusammenhält.
G: Finde die wiederholte Farbe.
M: Erkläre den Seriencharakter.
E: Vergleiche diese Wiederholung mit der WolkenKeks-Serie.
Post F: Zielgruppe prüfen
| @rätselraum |
|---|
| 🧩🔎📜 |
| „Du hast 60 Sekunden. Welche Spur passt nicht?“ |
G: Benenne das Thema.
M: Vermute eine Zielgruppe und begründe mit zwei Merkmalen.
E: Erkläre, wie derselbe Inhalt für eine ältere Zielgruppe anders gestaltet werden könnte.
Bildanalyse mit Belegen
Eine gute Analyse besteht nicht nur aus einer Meinung. Sie verbindet eine Beobachtung mit einer Deutung.
Beobachtung: „Der Schuh ist sehr groß im Vordergrund.“
Deutung: „Dadurch wird die Aufmerksamkeit auf das Produkt gelenkt.“
Beleg: „Andere Gegenstände sind klein oder unscharf.“
Nutze deshalb den Satzbau:
Ich beobachte … Dadurch wirkt … Das erkenne ich an …
Auf E-Niveau kannst Du ergänzen:
Für die Zielgruppe … könnte das besonders wirken, weil …
Was Du nicht sicher wissen kannst
Aus einem einzelnen Bild kannst Du oft nicht sicher erkennen, wie die Situation außerhalb des Bildes aussah, wie viele Aufnahmen gemacht wurden, ob eine Person wirklich so empfindet wie die Caption behauptet oder ob eine Bearbeitung stattgefunden hat.
Gute Medienanalyse unterscheidet deshalb zwischen Beobachtung, Vermutung und Beurteilung.
| Art | Beispiel |
|---|---|
| Beobachtung | „Das Produkt steht in der Mitte.“ |
| Vermutung | „Es könnte absichtlich in die Mitte gestellt worden sein.“ |
| Beurteilung | „Dadurch wirkt der Post auf mich deutlich werblicher.“ |
Sicher und fair analysieren
Für den Unterricht brauchst Du keine privaten Accounts. Analysen können mit fiktiven Posts, selbst erstellten Bildern, frei lizenzierten Bildern oder von der Lehrkraft vorbereiteten Beispielen durchgeführt werden.
- Verwende keine privaten Profile als Unterrichtsmaterial.
- Veröffentliche keine Bilder von Mitschülerinnen und Mitschülern ohne passende Erlaubnis.
- Nutze für Projekte eigene, fiktive oder frei lizenzierte Bilder.
- Trenne Beobachtung und Vermutung.
- Beurteile Gestaltung und Wirkung, nicht das Aussehen einer realen Person.
- Kennzeichne Werbung in eigenen Übungsbeispielen klar.
Medienimpuls
Das folgende Video von klicksafe beschäftigt sich mit der Wirkung von Influencerinnen und Influencern und eignet sich als ergänzender Gesprächsanlass zur Frage, wie Vorbilder in sozialen Medien wirken.
Frage nach dem Video: Welche Gestaltungsmittel können dazu beitragen, dass ein Beitrag besonders glaubwürdig, persönlich oder nachahmenswert wirkt?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt der Bildausschnitt? (Der sichtbare Teil einer aufgenommenen Situation) (!Die Lautstärke eines Videos) (!Die Zahl der Kommentare) (!Die Dauer eines Posts)
Was kann ein Filter verändern? (Farbwirkung und Helligkeit eines Bildes) (!Den tatsächlichen Ort der Aufnahme) (!Die Uhrzeit im echten Leben) (!Die Anzahl der Personen außerhalb des Bildes)
Warum ist der Begleittext eines Bildes wichtig? (Er kann die Deutung des Bildes lenken) (!Er macht jede Bildbearbeitung rückgängig) (!Er zeigt automatisch die ganze Wirklichkeit) (!Er verhindert jede Werbung)
Was kann Wiederholung in einer Bildserie bewirken? (Ein Motiv oder Produkt bleibt leichter im Gedächtnis) (!Der Bildausschnitt wird automatisch größer) (!Alle Bilder werden unbearbeitet) (!Die Zielgruppe verschwindet)
Was bedeutet Inszenierung bei einem Bild? (Die Wirkung wird bewusst durch Gestaltung vorbereitet) (!Das Bild wurde immer zufällig aufgenommen) (!Das Bild enthält grundsätzlich keine Personen) (!Das Bild darf keinen Text haben)
Was ist eine Zielgruppe? (Eine Gruppe, die besonders angesprochen werden soll) (!Die technische Größe eines Bildes) (!Die Zahl der Bildpunkte) (!Der Speicherort eines Fotos)
Woran erkennst Du in diesem aiMOOC einen Werbepost besonders eindeutig? (An der Kennzeichnung ANZEIGE) (!An einem blauen Gegenstand) (!An einem Emoji) (!An einer kurzen Caption)
Welche Aussage ist eine Beobachtung? (Der Schuh steht groß im Vordergrund) (!Der Post will bestimmt alle täuschen) (!Die Person liebt dieses Produkt sicher) (!Alle Jugendlichen mögen solche Bilder)
Welche Frage gehört zur Bildanalyse? (Was ist sichtbar und was bleibt außerhalb des Bildes) (!Wie viele private Nachrichten hat der Account) (!Wie lautet das Passwort des Accounts) (!Wer besitzt das Smartphone der Person)
Was ist für eine faire Unterrichtsanalyse besonders geeignet? (Fiktive oder frei lizenzierte Beispielbilder) (!Private Accounts von Mitschülern) (!Heimlich gespeicherte Profilbilder) (!Nicht freigegebene persönliche Fotos)
Memory
| Bildausschnitt | sichtbarer Teil einer Szene |
| Filter | verändert die Bildwirkung |
| Caption | Begleittext zu einem Beitrag |
| Wiederholung | macht Motive leichter erinnerbar |
| Inszenierung | bewusst geplante Gestaltung |
| Zielgruppe | besonders angesprochene Personen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Nahaufnahme | Bildausschnitt |
| Kontrast | Filter |
| Begleittext | Caption |
| Produktserie | Wiederholung |
| geplanter Hintergrund | Inszenierung |
| angesprochene Gruppe | Zielgruppe |
Kreuzworträtsel
| Ausschnitt | Wie heißt der sichtbare Teil einer fotografierten Situation? |
| Filter | Was kann Farben oder Helligkeit eines Bildes verändern? |
| Caption | Wie nennt man häufig den Begleittext eines Posts? |
| Wiederholung | Welches Mittel lässt ein Motiv in mehreren Posts erneut auftauchen? |
| Inszenierung | Wie heißt eine bewusst geplante Darstellung? |
| Zielgruppe | Wer soll mit einer Botschaft besonders angesprochen werden? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht – Niveau G
- Bildausschnitt entdecken: Fotografiere mit einem schulischen oder privaten Gerät nur Gegenstände. Erstelle von derselben Szene einen weiten und einen engen Ausschnitt. Beschreibe die unterschiedliche Wirkung.
- Filter vergleichen: Nutze ein eigenes Bild ohne Personen und erstelle drei deutlich unterschiedliche Farbversionen. Notiere zu jeder Version zwei Wirkungswörter.
- Caption verändern: Schreibe zu einem neutralen Bild drei verschiedene Captions: freundlich, spannend und sachlich.
- Werbung markieren: Gestalte einen fiktiven Werbepost für einen erfundenen Gegenstand und kennzeichne ihn deutlich als ANZEIGE.
Standard – Niveau M
- 6-Blick-Analyse: Untersuche einen von der Lehrkraft vorbereiteten fiktiven Post mit Bildausschnitt, Filter, Text, Wiederholung, Inszenierung und Zielgruppe.
- Bildserie planen: Erstelle eine Serie aus drei Bildern ohne Personen, in der ein Motiv immer wieder auftaucht. Erkläre, wie Wiederholung die Serie verbindet.
- Werbesprache untersuchen: Entwickle zwei Captions für dasselbe fiktive Produkt: eine sachliche Information und eine werbliche Version. Vergleiche die Wirkung.
- Zielgruppenwechsel: Gestalte denselben fiktiven Beitrag einmal für zeichnungsbegeisterte Kinder und einmal für erwachsene Kunstinteressierte. Verändere Bildidee und Sprache.
Schwer – Niveau E
- Inszenierung aufdecken: Plane einen scheinbar spontanen, aber tatsächlich inszenierten Post mit Gegenständen. Dokumentiere anschließend, welche Gestaltungsschritte Du bewusst vorgenommen hast.
- Werbeserie bewerten: Erstelle vier nachgebildete Posts mit demselben erfundenen Produkt. Analysiere danach selbst, an welchen Stellen die Werbung besonders auffällig oder besonders unauffällig wirkt.
- Wirkung vergleichen: Zeige einer kleinen Lerngruppe zwei unterschiedlich gestaltete Versionen desselben fiktiven Posts. Sammle anonyme Wirkungswörter und werte aus, welche Gestaltung wie ankam.
- Analysebericht schreiben: Verfasse einen kurzen Analysebericht zu einem fiktiven Post. Trenne Beobachtung, Vermutung und Bewertung und belege jede Deutung mit einem sichtbaren Merkmal.


Lernkontrolle
- Transfer Bildausschnitt: Eine Schülerin fotografiert nur den aufgeräumten Teil ihres Schreibtischs und schreibt „Bei mir ist immer alles ordentlich“. Erkläre, warum das Bild diese Aussage nicht beweist und wie ein anderer Ausschnitt die Wirkung verändern könnte.
- Transfer Filter: Zwei Posts zeigen dieselbe Landschaft, einmal neutral und einmal stark bearbeitet. Beurteile, welche Version für einen sachlichen Bericht geeigneter ist und begründe Deine Entscheidung.
- Transfer Text: Ein neutrales Bild eines Turnschuhs erhält einmal die Caption „Mein alter Schuh“ und einmal „Der Schuh für Deinen nächsten Rekord“. Vergleiche die Wirkung und ordne die zweite Formulierung ein.
- Transfer Wiederholung: In fünf nachgebildeten Posts taucht immer dieselbe fiktive Trinkflasche auf, obwohl nur ein Beitrag als Anzeige gekennzeichnet ist. Entwickle drei Fragen, mit denen Du die Serie kritisch untersuchen würdest.
- Transfer Inszenierung: Ein Post wirkt sehr spontan, wurde aber mit Licht, geordnetem Hintergrund und mehreren Probeaufnahmen vorbereitet. Erkläre, warum „inszeniert“ nicht automatisch „gelogen“ bedeutet.
- Transfer Zielgruppe: Entwirf zwei unterschiedliche Gestaltungsideen für dieselbe Nachricht „Besuche die Schulbibliothek“ – einmal für Klasse 5–6 und einmal für Erwachsene. Begründe Bild, Text und Farbwirkung.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern sie an neuen Beispielen anwenden kannst.
- Du kannst den Bildausschnitt beschreiben und erklären, was dadurch verborgen bleibt.
- Du kannst Filter und Bearbeitung an ihrer möglichen Wirkung untersuchen.
- Du kannst erklären, wie Text die Bedeutung eines Bildes verändert.
- Du kannst Wiederholung in Bildserien erkennen und deuten.
- Du kannst Inszenierung mit sichtbaren Merkmalen begründen.
- Du kannst eine mögliche Zielgruppe aus Gestaltung und Sprache ableiten.
- Du kannst Werbung und werbliche Absicht kritisch untersuchen.
- Du kannst Beobachtung, Vermutung und Bewertung voneinander trennen.
- Du kannst eigene fiktive Posts rechtssicher und ohne private Accounts für Unterrichtszwecke gestalten.
- Du kannst Deine Analyse mit sichtbaren Belegen begründen.
OERs zum Thema
Weitere geeignete Lernangebote sind die kindgerechten Module des Internet-ABC zu sozialen Medien, Werbung und Bildrechten sowie Materialien von Klicksafe und dem Medienführerschein Bayern.
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