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BK6 - 360°-Kunst gestalten

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BK6 - 360°-Kunst gestalten




BK6 - 360°-Kunst gestalten

360°-Kunst denkt ein Bild nicht nur als rechteckige Fläche vor Dir. Du gestaltest so, dass eine Idee um Dich herum weitergeht: nach links und rechts, nach vorne und hinten – und bei einer vollständigen Raumgestaltung sogar über Boden und Decke. Das kann analog mit Papier, Karton und Zeichnung entstehen oder digital als Panorama, virtueller Raum oder interaktive Ansicht.

In diesem aiMOOC entwickelst Du für den Kunstunterricht der Klasse 6 eine eigene Rundum-Idee. Du lernst, wie ein Blickpunkt wirkt, wie Bildbereiche miteinander verbunden werden und wie ein Raum durch Farbe, Form, Größenverhältnisse und Übergänge zu einem zusammenhängenden Kunstwerk wird.

Leitfrage: Wie kannst Du eine Bildidee so gestalten, dass sie nicht an einem Bildrand endet, sondern den ganzen umgebenden Raum einbezieht?

Das Bild zeigt eine 360°-Ansicht eines Klassenraums. In einer interaktiven Panoramaansicht kann der Blick in verschiedene Richtungen gelenkt werden. Genau dieses Prinzip nutzt Du für Deine eigene Kunstidee: Nicht nur eine Vorderseite zählt, sondern der Zusammenhang aller Blickrichtungen.

Das Video zeigt, wie in virtueller Realität mit räumlichen Pinselstrichen gestaltet werden kann. Du musst dafür selbst keine VR-Brille besitzen: Die Idee des Zeichnens im Raum kannst Du auch auf Papier, als Würfelmodell oder mit einer Panorama-Zeichnung untersuchen.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du

  1. Panoramen und 360°-Ansichten als besondere Bildformen erkennen und beschreiben.
  2. erklären, warum bei einer Rundum-Komposition Übergänge zwischen Bildbereichen wichtig sind.
  3. einen festen Blickpunkt für Deine Gestaltung bestimmen.
  4. eine eigene 360°-Bildidee planen, skizzieren und ausarbeiten.
  5. Wände, Boden, Decke und Blickrichtungen als Teile einer gemeinsamen Komposition verstehen.
  6. analoge und digitale Möglichkeiten für 360°-Kunst vergleichen.
  7. Deine Arbeit nach den Niveaus G, M oder E weiterentwickeln und begründen.


Was bedeutet 360°-Kunst?

Ein Panoramabild deckt einen großen Betrachtungswinkel ab. Ein Rundbild kann bis zu 360° reichen. In der Panoramafotografie werden dafür zum Beispiel mehrere Aufnahmen zusammengefügt. Dieses Zusammenfügen heißt häufig Stitching. Bei einem Kugelpanorama kann zusätzlich zum Rundblick nach links und rechts auch nach oben und unten geschaut werden.

Für die Kunst ist daran besonders spannend: Der Betrachter steht gedanklich im Zentrum einer Umgebung. Dadurch verändert sich die Aufgabe der Bildgestaltung. Ein einzelner Bildrand ist nicht mehr automatisch das Ende einer Szene. Motive, Linien, Farben und Räume können an einer Seite weiterlaufen und auf der anderen wieder auftauchen.

Bei einem equirektangulären Kugelpanorama wird eine kugelförmig gedachte Umgebung auf eine flache Rechteckfläche übertragen. Dadurch entstehen Verzerrungen, besonders oben und unten. Für Deine Gestaltung ist weniger die komplizierte Projektion wichtig als die Grundidee: Die linke und rechte Bildkante gehören zusammen.


Vom normalen Bild zum Rundumbild

Ein normales Bild wird häufig von einer einzigen Vorderansicht aus geplant. Bei 360°-Kunst musst Du mehr Entscheidungen treffen:

  1. Blickrichtung: Was sieht man vorne, hinten, links und rechts?
  2. Übergang: Wie gehen Motive an den Bildrändern ineinander über?
  3. Horizont: Auf welcher Höhe befindet sich der Blick der betrachtenden Person?
  4. Raumwirkung: Welche Dinge wirken nah, welche weit entfernt?
  5. Komposition: Wie verteilen sich ruhige und auffällige Bereiche im ganzen Raum?
  6. Atmosphäre: Welche Farben, Formen und Lichtideen halten die Umgebung zusammen?

Die Abbildung macht sichtbar, wie eine rund gedachte Oberfläche auf eine flache Fläche übertragen werden kann. Für Klasse 6 reicht als Merksatz: Eine 360°-Zeichnung ist eine abgewickelte Umgebung.


Rundgemälde, Panorama und virtueller Raum

Die Idee, Menschen mit Bildern zu umgeben, ist älter als VR-Brillen. Bereits gemalte Rundbilder wurden so präsentiert, dass Betrachtende mitten in einer Szene stehen konnten. Heute kommen digitale Panoramen, virtuelle Rundgänge und dreidimensionale Zeichenprogramme hinzu.

Du kannst 360°-Kunst deshalb in verschiedenen Formen gestalten:

  1. Rundbild: Ein langes Bild wird zu einem Kreis geschlossen.
  2. Panoramazeichnung: Eine breite Zeichnung zeigt eine Umgebung als fortlaufende Ansicht.
  3. Raummodell: Ein Karton oder Würfel wird innen auf mehreren Flächen gestaltet.
  4. Virtueller Raum: Digitale Objekte, Farben und Linien werden in einer begehbaren Umgebung angeordnet.
  5. Interaktive Ansicht: Betrachtende bestimmen selbst, wohin sie schauen oder welche Station sie auswählen.

Dieses 360°-3D-Panorama aus einem Museum zeigt, wie ein Raum als virtuelle Umgebung erfasst werden kann. Überlege beim Betrachten: Welche Bereiche würdest Du besonders betonen, wenn Du denselben Raum künstlerisch neu gestalten dürftest?


Bildraum verstehen


Der Blickpunkt

Der Blickpunkt ist der gedachte Ort, von dem aus Deine Rundum-Welt gesehen wird. In einem 360°-Raum kann er zum Beispiel in der Mitte eines Zimmers liegen. Wenn Du Deine Idee planst, zeichne zuerst eine kleine Person oder einen Punkt in die Mitte Deiner Skizze. Frage dann:

  1. Was liegt direkt vor der Person?
  2. Was befindet sich hinter ihr?
  3. Was sieht sie links und rechts?
  4. Was liegt unter ihren Füßen?
  5. Was geschieht über ihrem Kopf?

Je klarer Dein Blickpunkt ist, desto leichter kannst Du Größen, Wege und Übergänge ordnen.


Horizont und Größenwirkung

Der Horizont liegt ungefähr auf Augenhöhe der betrachtenden Person. Er hilft Dir, Dinge im Raum glaubwürdig anzuordnen. Gegenstände, die weit entfernt wirken sollen, können kleiner erscheinen. Nähe kann durch größere Formen, stärkere Kontraste oder überdeckende Elemente entstehen.

Für eine fantasievolle 360°-Kunstidee musst Du nicht alles realistisch zeichnen. Du darfst Perspektive bewusst verändern. Wichtig ist, dass die Veränderung zu Deiner Idee passt und im ganzen Raum nachvollziehbar bleibt.

Die vertikale Panoramaaufnahme zeigt, dass Raumwirkung nicht nur horizontal entsteht. Auch der Blick nach oben kann ein wichtiger Teil einer 360°-Komposition sein.


Übergänge statt harter Enden

Die wichtigste Probe für ein Rundumbild ist der Naht-Test: Stelle Dir vor, die linke und rechte Kante Deiner Zeichnung würden zusammengeklebt. Passen Linien, Farben und Motive dort zusammen?

Gute Übergänge können entstehen durch:

  1. eine Straße, die am Rand weiterläuft,
  2. einen Farbverlauf, der auf beiden Seiten zusammenpasst,
  3. Pflanzenranken, Wolken oder Wellen, die die Naht überspielen,
  4. ein wiederkehrendes Muster,
  5. eine Figur oder Form, die bewusst über die Grenze hinausgedacht wird.

Bei einem 360°-Kugelpanorama gibt es für den Betrachter keine festgelegte einzige Vorderseite. Genau deshalb sollte Deine Komposition aus mehreren Richtungen interessant funktionieren.


Vielfältige Medien für Deine 360°-Kunst


Panoramaaufnahme

Mit einem Smartphone oder einer Kamera kannst Du – wenn es im Unterricht erlaubt ist – eine Panoramaaufnahme erstellen. Dabei wird die Kamera gleichmäßig bewegt. Manche Geräte setzen die Bildabschnitte automatisch zusammen.

Künstlerisch kannst Du das Foto anschließend als Ausgangspunkt nutzen: Zeichne neue Gegenstände hinein, verfremde Farben, ersetze Bereiche oder entwirf eine Zukunfts- oder Fantasieversion des Ortes.

Ein Panorama muss nicht immer eine volle Kugel zeigen. Auch ein sehr breiter Bildwinkel verändert bereits die Art, wie Du eine Landschaft oder einen Raum komponierst.


360°-Zeichnung

Für eine einfache 360°-Zeichnung brauchst Du keine besondere Technik. Ein langes Blatt reicht. Teile es zunächst in vier Blickrichtungen: vorne – rechts – hinten – links. Verbinde die Bereiche anschließend so, dass eine gemeinsame Welt entsteht.

Eine zweite Möglichkeit ist ein Papierstreifen, den Du nach dem Zeichnen zu einem Ring zusammenklebst. So kannst Du sofort prüfen, ob die Enden Deiner Bildidee zusammenpassen.


Virtueller Raum

In einem virtuellen Raum können Linien und Formen so angeordnet werden, dass man sich zwischen ihnen bewegt. Programme für räumliches Malen machen den Zeichenstrich selbst zu einem Objekt im Raum.

Achte im Video besonders darauf, dass die Gestaltung nicht nur vor der malenden Person entsteht. Formen werden seitlich, über, unter und hinter dem Ausgangspunkt platziert. Übertrage dieses Denken auf Dein eigenes analoges oder digitales Projekt.


Interaktive Ansicht

Eine interaktive Ansicht reagiert auf Entscheidungen der betrachtenden Person. Sie kann zum Beispiel den Blick drehen, heranzoomen oder einen markierten Punkt auswählen. Dadurch entsteht eine andere Art von Bildrezeption: Man entdeckt das Werk Schritt für Schritt.

Ein Beispiel für digitale Kulturvermittlung sind 360°-Projekte von Museen und Sammlungen. Auf Google Arts & Culture – 360°-Videos kannst Du erkunden, wie Kunst, Architektur und Orte als Rundumerlebnis vermittelt werden.


Gestaltungswerkzeuge


Farbe

Farbe kann Deinen 360°-Raum verbinden. Wähle zum Beispiel eine gemeinsame Grundstimmung und variiere sie in verschiedenen Zonen. Eine Unterwasserwelt könnte von Türkis zu Violett wechseln, während warme Leuchtpunkte den Blick lenken. Entscheidend ist, dass die Farben nicht zufällig nebeneinander stehen, sondern eine erkennbare Beziehung bilden.


Linie und Bewegung

Linien können den Blick durch den Raum führen. Eine Straße, ein Fluss, ein Kabel, eine Sternenspur oder eine Pflanzenranke kann mehrere Flächen verbinden. Solche Leitlinien helfen besonders, Boden, Wände und Decke als ein gemeinsames Bild zu erleben.


Form und Wiederholung

Wiederholte Formen schaffen Zusammenhang. Wenn eine runde Form auf einer Wand auftaucht, am Boden wiederkehrt und sich an der Decke verändert, entsteht eine visuelle Verbindung. Du kannst mit Kreisen, Wellen, Dreiecken, Silhouetten oder selbst entwickelten Symbolen arbeiten.


Maßstab und Überraschung

In 360°-Kunst darf ein Gegenstand plötzlich riesig werden oder ein winziges Detail an einer unerwarteten Stelle erscheinen. Gerade weil der Raum überall weitergeht, kannst Du mit Entdeckungen arbeiten: Eine Figur könnte erst sichtbar werden, wenn man sich nach hinten dreht; eine Spur könnte vom Boden bis an die Decke führen.


Die zentrale Bildidee: „Vier Welten – ein Raum“

Stell Dir einen Raum vor, dessen gesamte Umgebung Teil eines einzigen Kunstwerks ist. Das Thema lautet „Vier Welten – ein Raum“. Jede Hauptrichtung erhält einen eigenen Schwerpunkt, aber alle Bereiche gehen fließend ineinander über.

Vorne beginnt eine Stadt der Zukunft. Hohe Gebäude wachsen nach oben und ihre Lichtlinien ziehen sich bis an die Decke.

Rechts verwandeln sich die Gebäude langsam in Korallen und Pflanzen. Die Stadt wird zu einer Unterwasserwelt. Fenster werden zu Luftblasen, Straßen zu Wasserströmungen.

Hinten geht das Wasser in einen dichten Fantasiewald über. Wurzeln und Äste wachsen über die Wandkanten hinaus und führen auf den Boden.

Links öffnet sich der Wald zum Weltraum. Blätter werden zu Sternen, Baumstämme zu Raketenbahnen und die dunkle Fläche verbindet sich wieder mit den Lichtern der Zukunftsstadt.

Der Boden enthält einen geschwungenen Weg, der alle vier Welten verbindet. Er funktioniert wie eine Spur, der man mit den Augen folgen kann.

Die Decke zeigt einen gemeinsamen Himmel. Dort mischen sich Wolken, Wasserreflexe, Baumkronen und Sternennebel. So wird die Decke nicht zur Restfläche, sondern zum verbindenden Bildbereich.

Der Mittelpunkt bleibt als Standort der betrachtenden Person bewusst frei. Von dort aus soll jede Richtung interessant sein.

Die Naht zwischen links und rechts wird besonders geplant: Die Sterne des Weltraums gehen in die Lichter der Zukunftsstadt über. Dadurch schließt sich das Bild zu einem Kreislauf.


Skizzenplan für die Bildidee

Zeichne zuerst ein kleines Raumkreuz oder einen Würfelgrundriss. Markiere die vier Blickrichtungen. Ergänze anschließend Boden und Decke. Notiere zu jeder Fläche drei Dinge:

  1. Hauptmotiv,
  2. wichtigste Farbe,
  3. Verbindung zur nächsten Fläche.

Danach erstellst Du eine breite Entwurfsskizze. Prüfe die Naht zwischen Anfang und Ende. Zum Schluss entscheidest Du, ob Dein Werk als Papierpanorama, Raummodell, digital bearbeitetes Panorama oder virtueller Entwurf umgesetzt wird.


Differenzierung G / M / E

Niveau Auftrag Erwartetes Produkt Schwerpunkt
G – Grundniveau Gestalte einen einfachen 360°-Raum mit mindestens drei deutlich erkennbaren Blickrichtungen. Nutze ein verbindendes Motiv oder eine Leitlinie. Breite Zeichnung, Ringpanorama oder einfaches Kartonmodell. Klare Motive, erkennbare Übergänge, verständliche Raumidee.
M – Mittleres Niveau Verbinde mindestens vier Blickrichtungen zu einer stimmigen Rundum-Komposition. Beziehe Boden oder Decke ein und plane die Naht bewusst. Ausgearbeitete Panoramazeichnung, Raummodell oder digital ergänztes Panorama. Zusammenhang von Farbe, Perspektive, Raumwirkung und Übergängen.
E – Erweitertes Niveau Entwickle einen vollständig gedachten 360°-Raum mit Wänden, Boden und Decke. Nutze mehrere Ebenen, überraschende Blickbezüge und eine interaktive oder virtuelle Idee. Detailreicher Rundumentwurf mit Dokumentation, virtueller Ansicht oder interaktivem Präsentationskonzept. Komplexe Komposition, bewusste Blickführung, reflektierte Medienwahl und überzeugende Rundum-Wirkung.


Hilfen für G

Wenn Dir der Einstieg schwerfällt, beginne mit nur einem Motiv, das sich verändert. Beispiel: Eine Welle wird zu einem Weg, der Weg wird zu einem Ast und der Ast wird zur Wolke. Arbeite zunächst mit wenigen Farben und klaren Formen.


Erweiterungen für M

Plane zusätzlich eine Überraschung auf Boden oder Decke. Nutze Überschneidungen, Größenunterschiede und Farbkontraste, damit eine erkennbare Tiefe entsteht. Prüfe, ob die vier Blickrichtungen auch einzeln funktionieren.


Herausforderungen für E

Entwickle Interaktionspunkte: Was könnte passieren, wenn man einen Bereich auswählt, betritt oder dreht? Skizziere Hotspots, Tonideen oder kleine Animationen. Begründe außerdem, warum Deine gewählte Darstellungsform – analog, fotografisch, digital oder virtuell – besonders gut zu Deiner Idee passt.


Arbeitsprozess


Beobachten

Drehe Dich an einem geeigneten Ort langsam um die eigene Achse. Beobachte nicht nur die auffälligen Dinge. Achte auf Übergänge zwischen Wänden, auf den Boden, auf die Decke und auf Bereiche hinter Dir. Fertige kleine Beobachtungsskizzen an.


Sammeln

Erstelle eine Ideensammlung aus Farben, Formen, Themen und möglichen Übergängen. Du kannst mit Begriffen, kleinen Zeichnungen oder einem Moodboard arbeiten.


Planen

Lege Blickpunkt, Hauptrichtungen und Naht fest. Entscheide, welche Flächen besonders wichtig sind. Plane auch mindestens eine Verbindung zwischen Wand und Boden oder zwischen Wand und Decke.


Gestalten

Arbeite vom Großen zum Kleinen. Lege zuerst große Flächen, Wege und Hauptformen an. Ergänze danach Details. Prüfe zwischendurch immer wieder, ob der Rundum-Zusammenhang erhalten bleibt.


Testen

Betrachte Dein Werk aus verschiedenen Blickrichtungen. Bei einer Papierarbeit kannst Du den Streifen zu einem Ring biegen. Bei einem Kartonmodell schaust Du aus mehreren Öffnungen hinein. Bei einer digitalen Ansicht drehst Du die Perspektive vollständig.


Präsentieren und reflektieren

Erkläre anderen, wo Dein Blickpunkt liegt, wie Du Übergänge gelöst hast und welche Wirkung Du erzielen wolltest. Nenne außerdem eine Stelle, die besonders gelungen ist, und eine Stelle, die Du weiterentwickeln würdest.


Medienimpuls: Raum als Kunstwerk

Ein virtueller Museumsraum kann zum Rundumerlebnis werden. Vergleiche: Was wirkt anders, wenn Du einen Raum nicht als einzelnes Foto, sondern als Umgebung wahrnimmst?

Das Video zeigt räumliches Malen mit einem VR-Zeichenprogramm. Beobachte, wie Größe, Abstand und Bewegung des Körpers die entstehenden Formen beeinflussen.


Kriterien für eine gelungene 360°-Gestaltung

Eine überzeugende Arbeit muss nicht technisch perfekt sein. Wichtiger ist, dass Deine gestalterischen Entscheidungen sichtbar werden. Prüfe:

  1. Ist die Grundidee in mehreren Blickrichtungen erkennbar?
  2. Sind die Übergänge zwischen den Bereichen bewusst gestaltet?
  3. Wird der Blick durch Linien, Farben, Formen oder Kontraste geführt?
  4. Sind Boden und Decke sinnvoll einbezogen, wenn das gewählte Niveau dies verlangt?
  5. Passt der Blickpunkt zur Raumwirkung?
  6. Gibt es einen interessanten Wechsel aus Hauptmotiven und ruhigeren Bereichen?
  7. Ist die Naht zwischen Anfang und Ende gelöst?
  8. Kannst Du Deine Medienwahl und Deine Entscheidungen erklären?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist die wichtigste Grundidee einer 360°-Gestaltung? (Der Bildraum wird rundum als zusammenhängende Umgebung geplant) (!Nur die Vorderseite eines Bildes wird besonders detailliert gestaltet) (!Alle Motive müssen gleich groß sein) (!Es dürfen nur Fotografien verwendet werden)




Was bezeichnet der Blickpunkt in einer 360°-Gestaltung? (Den gedachten Standort der betrachtenden Person) (!Den hellsten Farbton im Bild) (!Den Rand eines Papierbogens) (!Die Mitte eines einzelnen Gegenstands)




Warum ist der Naht-Test bei einer Panoramazeichnung wichtig? (Er prüft, ob linke und rechte Bildkante sinnvoll zusammenpassen) (!Er misst die Dicke des Zeichenpapiers) (!Er bestimmt automatisch die Farbpalette) (!Er ersetzt die Entwurfsskizze)




Welche Aufgabe kann eine Leitlinie im Rundumbild übernehmen? (Sie führt den Blick durch mehrere Bildbereiche) (!Sie verhindert jede Form von Tiefe) (!Sie macht alle Farben gleich) (!Sie begrenzt das Werk auf eine Vorderansicht)




Was bedeutet Stitching bei einem digitalen Panorama? (Mehrere Bildaufnahmen werden zu einer größeren Ansicht zusammengefügt) (!Eine Zeichnung wird ausradiert) (!Ein Bild wird nur schwarzweiß eingefärbt) (!Ein Raum wird mit Stoff vernäht)




Warum kann die Decke Teil einer 360°-Kunstidee sein? (Weil eine Rundum-Umgebung auch den Blick nach oben einbeziehen kann) (!Weil nur dort ein Horizont gezeichnet werden darf) (!Weil Wände bei 360°-Kunst nicht gestaltet werden) (!Weil eine Decke immer der Hauptblickpunkt sein muss)




Welche Lösung unterstützt einen fließenden Übergang zwischen zwei Raumseiten? (Ein Motiv verändert sich schrittweise von einer Form in eine andere) (!Jede Seite erhält ohne Verbindung ein völlig unabhängiges Thema) (!Alle Bildbereiche werden weiß gelassen) (!Der Rand wird mit einer schwarzen Linie vollständig abgeschlossen)




Was kennzeichnet eine interaktive Ansicht? (Die betrachtende Person kann Blickrichtung oder Auswahl mitbestimmen) (!Das Bild darf ausschließlich auf Papier entstehen) (!Es gibt nur einen festgelegten Ausschnitt) (!Es werden grundsätzlich keine Räume gezeigt)




Welche Planung passt besonders gut zum E-Niveau? (Ein vollständiger Rundum-Raum mit bewusster Blickführung und interaktiver Idee) (!Eine einzelne Form ohne räumlichen Zusammenhang) (!Nur eine Vorderansicht ohne Übergänge) (!Eine ungeplante Farbsammlung ohne Bezug zum Raum)




Woran erkennst Du eine zusammenhängende 360°-Komposition? (Farben, Formen und Übergänge verbinden die Blickrichtungen) (!Jede Fläche widerspricht bewusst allen anderen ohne gemeinsame Idee) (!Nur der Mittelpunkt ist gestaltet) (!Die linke und rechte Kante müssen grundsätzlich verschieden bleiben)





Memory

Panorama großer Blickwinkel
Blickpunkt Standort der Betrachtung
Horizont Augenhöhe im Bildraum
Stitching Zusammenfügen von Aufnahmen
Leitlinie Blickführung durch die Komposition
Naht Übergang zwischen Anfang und Ende
Raummodell dreidimensionaler Entwurf
Interaktion steuerbare Handlung im Bildraum





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Blickpunkt gedachter Standort der betrachtenden Person
Panorama Bild mit besonders großem Blickwinkel
Leitlinie Form oder Linie zur Blickführung
Naht Verbindung von Anfang und Ende des Rundumbildes
Raumwirkung Eindruck von Nähe, Ferne und Tiefe
Interaktion aktive Steuerung einer Ansicht




...


Kreuzworträtsel

Panorama Wie heißt ein Bild mit besonders großem Blickwinkel?
Horizont Welche Linie liegt in einer Raumdarstellung ungefähr auf Augenhöhe?
Stitching Wie nennt man das digitale Zusammenfügen mehrerer Fotoaufnahmen?
Raumwirkung Wie heißt der Eindruck von Nähe, Ferne und Tiefe in einem Bild?
Blickpunkt Wie heißt der gedachte Standort der betrachtenden Person?
Virtuell Welches Wort beschreibt eine digital erzeugte, nicht körperlich vorhandene Umgebung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine 360°-Gestaltung bezieht den

in die Bildidee ein.
Der gedachte Standort der betrachtenden Person heißt

.
Eine Linie auf Augenhöhe wird in der Raumdarstellung als

bezeichnet.
Beim digitalen Zusammenfügen mehrerer Aufnahmen spricht man von

.
Eine verbindende Linie kann die

durch mehrere Bildbereiche unterstützen.
Die linke und rechte Seite einer Rundum-Zeichnung treffen an der

zusammen.
Bei einer vollständigen Raumidee kann auch die

Teil der Komposition sein.
Ein dreidimensionaler Entwurf aus Karton ist ein

.
Eine steuerbare digitale Ansicht ermöglicht

.
Farben, Formen und Motive werden in einer gemeinsamen

angeordnet.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Panorama-Suche: Finde in Deiner Umgebung einen Ort mit interessantem Rundumblick. Fertige vier kleine Skizzen für vorne, rechts, hinten und links an.
  2. Farbring: Gestalte einen Papierstreifen mit einem Farbverlauf, dessen Anfang und Ende beim Zusammenkleben passend ineinander übergehen.
  3. Motiv-Verwandlung: Zeichne ein Motiv, das sich über vier Bildbereiche hinweg schrittweise in ein anderes Motiv verwandelt.
  4. Blickpunkt-Test: Zeichne denselben kleinen Raum aus zwei verschiedenen gedachten Blickpunkten und vergleiche die Wirkung.


Standard

  1. Rundum-Zimmer: Entwirf ein Panorama eines Fantasiezimmers mit vier Blickrichtungen und einer bewusst geplanten Naht.
  2. Boden als Bildfläche: Entwickle eine Raumidee, bei der ein Weg, Fluss oder Muster vom Boden auf mindestens eine Wand weiterläuft.
  3. Panorama-Collage: Kombiniere eigene Zeichnungen und selbst erstellte Fotos zu einer breiten Rundum-Collage und dokumentiere Deine Übergänge.
  4. Virtuelle Ausstellung: Plane auf Papier eine kleine virtuelle Ausstellung mit mindestens fünf Stationen und beschreibe, wie die Betrachtenden sich orientieren.


Schwer

  1. Raum ohne Rückseite: Entwickle einen vollständigen 360°-Entwurf, bei dem Wände, Boden und Decke zu einer gemeinsamen Bildidee gehören.
  2. Interaktive Kunst: Ergänze Deinen Rundum-Entwurf um mindestens vier Hotspots, an denen beim Anklicken, Drehen oder Betreten etwas Neues entdeckt werden könnte.
  3. Medienvergleich: Setze dieselbe Bildidee einmal als Panoramazeichnung und einmal als Raummodell um. Analysiere anschließend, wie sich Raumwirkung und Blickführung verändern.
  4. 360°-Kurator: Entwickle in einer Gruppe das Konzept für einen begehbaren Kunstraum in der Schule. Legt Thema, Wege, Blickpunkte, Licht, Übergänge und Präsentationsregeln fest und stellt Euren Entwurf vor.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kompositionsanalyse: Du erhältst eine breite Panoramazeichnung, deren linke und rechte Seite nicht zusammenpassen. Beschreibe zwei konkrete Änderungen, mit denen Du die Naht gestalterisch lösen würdest, und begründe Deine Entscheidungen.
  2. Blickführung übertragen: Entwickle für einen langweiligen Schulflur eine Rundum-Idee, die den Blick gezielt von der Eingangstür bis zur Decke und zurück zum Ausgangspunkt führt. Erkläre Deine Leitlinien.
  3. Medienentscheidung: Eine Idee soll gleichzeitig sehr detailreich, begehbar und von mehreren Personen aus verschiedenen Blickrichtungen erkundbar sein. Vergleiche Zeichnung, Kartonmodell und virtuellen Raum und begründe, welches Medium Du wählen würdest.
  4. Raumwirkung verändern: Beschreibe, wie Du denselben 360°-Raum einmal ruhig und einmal aufregend gestalten würdest. Beziehe Farbe, Formen, Größenverhältnisse und Blickführung ein.
  5. Perspektivwechsel: Eine 360°-Szene wurde aus Augenhöhe eines Kindes geplant. Übertrage die Idee auf den Blickpunkt einer sehr kleinen Figur und erkläre mindestens drei gestalterische Folgen.
  6. Qualitätsurteil: Beurteile einen eigenen oder fremden Rundum-Entwurf anhand von Naht, Blickpunkt, Übergängen, Raumwirkung und Gesamtidee. Formuliere zwei Stärken und einen konkreten Verbesserungsvorschlag.




Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis ist wichtig, dass Du zeigen und erklären kannst:

  1. wie Deine 360°-Bildidee aufgebaut ist,
  2. wo der Blickpunkt liegt,
  3. wie Du mindestens mehrere Blickrichtungen miteinander verbunden hast,
  4. wie Du die Naht zwischen Anfang und Ende gelöst hast,
  5. welche Rolle Farbe, Linie, Form und Größenverhältnisse spielen,
  6. wie Boden oder Decke in Deine Raumidee einbezogen wurden, sofern dies zu Deinem gewählten Niveau gehört,
  7. warum Du Deine Darstellungsform gewählt hast,
  8. welche Anforderungen des G-, M- oder E-Niveaus Du erfüllt hast,
  9. wie Du Deine Arbeit geprüft, überarbeitet und reflektiert hast.

Als Lernnachweis eignet sich eine Kombination aus fertiger Gestaltung, Entwurfsskizzen und einer kurzen Reflexion.




OERs zum Thema

Zusätzlich passend:

  1. Panoramabild
  2. Panoramafotografie
  3. Virtuelle Realität
  4. Digitale Kunst
  5. Wikimedia Commons: 360° panoramas
  6. Google Arts & Culture: 360°-Videos



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