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BK5 - Piktogramme ohne Worte

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BK5 - Piktogramme ohne Worte



BK5 - Piktogramme ohne Worte


Einleitung

Ein Pfeil, eine vereinfachte Person, eine Kamera mit Schrägstrich: Oft verstehen wir solche Piktogramme, ohne einen Satz zu lesen. Piktogramme sind vereinfachte Bildzeichen. Sie sollen Informationen schnell, deutlich und möglichst sprachunabhängig vermitteln. Du findest sie zum Beispiel in Bahnhöfen, Flughäfen, Museen, Sportstätten, auf Karten und auf digitalen Geräten.

In diesem aiMOOC lernst Du, wie aus einer Idee ein verständliches Bildzeichen wird. Dein konkreter Gestaltungsauftrag lautet: Entwirf ein Piktogramm-System ohne Worte für einen Museumstag in Deiner Schule. Besucherinnen und Besucher sollen damit Eingang, Ausstellung, Information, Toilette, Aufzug, barrierefreien Weg, Fotoverbot, Ruhebereich und Ausgang finden können.

Ein gutes Piktogramm ist nicht einfach nur „schön“. Es muss eine Aufgabe erfüllen. Deshalb arbeitest Du wie eine Gestalterin oder ein Gestalter: beobachten, vereinfachen, zeichnen, testen und verbessern.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was ein Piktogramm ist, Bildzeichen nach ihrer Funktion untersuchen und eigene Zeichen für einen bestimmten Zweck gestalten. Du kannst Formen vereinfachen, mit Kontrast, Form, Farbe und Komposition arbeiten, mehrere Zeichen zu einem einheitlichen System verbinden und ihre Verständlichkeit mit anderen Personen testen.

Außerdem lernst Du, dass Bildzeichen nicht automatisch von allen Menschen gleich verstanden werden. Kultur, Gewohnheit, Alter, Erfahrung und der Ort, an dem ein Zeichen erscheint, beeinflussen seine Bedeutung. Deshalb gehört ein Verständlichkeitstest zum Designprozess.


Was ist ein Piktogramm?

Ein Piktogramm vermittelt eine Information durch eine vereinfachte grafische Darstellung. Es zeigt nur die Merkmale, die für die gewünschte Bedeutung wichtig sind. Ein gezeichneter Fotoapparat kann zum Beispiel für „Fotografieren“ stehen. Kommt ein deutliches Verbotszeichen hinzu, kann daraus „Fotografieren verboten“ werden.

Die Grenzen zwischen Piktogramm, Icon und Symbol sind nicht immer scharf. Im Alltag werden die Begriffe teilweise ähnlich verwendet. Ein Piktogramm bildet meist etwas vereinfacht ab, ein Icon bezeichnet häufig ein Bildzeichen auf einer digitalen Oberfläche und ein Symbol kann auch eine gelernte oder abstrakte Bedeutung besitzen.

Ein Piktogramm soll vor allem funktionieren. Dafür sind vier Fragen wichtig: Was soll es bedeuten? Wer soll es verstehen? Wo wird es gezeigt? Wie schnell muss es verstanden werden?


Warum „ohne Worte“?

In einem Museum können Menschen unterschiedliche Sprachen sprechen. Manche Besucherinnen und Besucher lesen noch nicht sicher, andere sehen einen Hinweis nur für wenige Sekunden. Ein verständliches Bildzeichen kann die Orientierung erleichtern. Das bedeutet aber nicht, dass Text grundsätzlich schlecht ist. In echten Leitsystemen werden Bild und Schrift häufig sinnvoll kombiniert. In diesem Projekt verzichtest Du bewusst auf Wörter, damit Du die Kraft der Bildsprache untersuchst.


Bildzeichen im Alltag

Piktogramme begegnen Dir an vielen Orten. Auf einer Karte stehen kleine Zeichen für Orte oder Einrichtungen. Im Museum können sie Ausstellung, Garderobe, WC, Aufzug oder Fotoverbot markieren. Auf Flughäfen und Bahnhöfen helfen sie beim Finden von Wegen. In Apps zeigen Icons Funktionen wie Suche, Speichern oder Teilen.

Auf Karten muss ein Zeichen auch in sehr kleiner Größe erkennbar bleiben. Deshalb sind starke Umrisse, klare Flächen und wenige Einzelheiten besonders wichtig.


Ein Leitsystem als Bildsprache

Ein einzelnes Piktogramm kann verständlich sein und trotzdem nicht zu den anderen Zeichen passen. In einem Leitsystem sollen alle Zeichen wie Mitglieder einer Familie wirken. Sie können zum Beispiel dieselbe Strichstärke, dieselben Grundformen, dieselbe Größe und ähnliche Abstände verwenden.

An einem realen Ort wirken Piktogramme mit Architektur, Wegen, Farben und Blickrichtungen zusammen. Ein Pfeil ist nur dann hilfreich, wenn eindeutig ist, worauf er zeigt. Ein Zeichen sollte außerdem dort stehen, wo eine Entscheidung getroffen werden muss.


Bekannte Piktogramm-Systeme

Schon lange versuchen Gestalterinnen und Gestalter, Wissen mit vereinfachten Bildern verständlich zu machen. Ab den 1920er-Jahren entwickelte das Team um Otto Neurath die später als Isotype bekannte Methode der Bildstatistik. Dabei wurden vereinfachte Bildzeichen systematisch eingesetzt, um Informationen anschaulich zu vermitteln.

Bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio wurde ein international beachtetes System von Sportpiktogrammen verwendet. Für die Olympischen Sommerspiele 1972 in München entwickelte das Team um Otl Aicher eine stark reduzierte, konsequent aufgebaute Bildsprache weiter. Die Zeichen wurden zu einem wichtigen Beispiel für moderne Visuelle Kommunikation.

Achte auf die Vereinfachung: Körper, Sportgerät und Bewegung werden nicht naturgetreu gezeichnet. Trotzdem soll die Handlung erkennbar bleiben.

In dieser Aufführung der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Tokio wurden Sportpiktogramme mit Menschen und Gegenständen nachgestellt. Beobachte, wie wenig Information manchmal genügt, um eine Sportart zu erkennen.


AIGA- und DOT-Bildzeichen

In den 1970er-Jahren entstand für das US-Verkehrsministerium in Zusammenarbeit mit der Designorganisation AIGA ein umfangreiches System von Zeichen für Reisende und Fußgänger. Viele dieser Zeichen wurden so einfach gestaltet, dass sie auch aus größerer Entfernung erkannt werden können.

Vergleiche die drei Zeichen. Welche Formen werden wiederholt? Wo erkennst Du Menschen? Wo reicht ein abstrakteres Zeichen?


ISO 7001

Die internationale Norm ISO 7001 beschreibt grafische Symbole für Informationen an öffentlichen Orten. Solche Systeme zeigen, wie wichtig gemeinsames Gestalten und Prüfen ist. Ein Zeichen soll nicht nur für die Person verständlich sein, die es entworfen hat.

Dieses Zeichen steht für eine Situation, in der Ruhe beziehungsweise Stille gewünscht ist. Überlege, welche Bildelemente Du erkennst und warum die Bedeutung auch ohne geschriebenes Wort vermittelt werden kann.


Die wichtigsten Gestaltungsregeln

Für Dein Projekt kannst Du Dir das Wort KLAR merken. Es ist hier eine Lernhilfe für Deinen Gestaltungsprozess.

Buchstabe Gestaltungsfrage Woran Du denken kannst
K – Kernidee Was ist die wichtigste Bedeutung? Zeige nur das, was wirklich gebraucht wird.
L – Leicht erkennbar Kann man das Zeichen schnell erfassen? Große Grundformen, wenig Kleinteile, deutlicher Umriss.
A – Einheitlich Passt das Zeichen zur ganzen Serie? Gleiche Strichstärke, ähnliche Flächen, gemeinsames Raster.
R – Rückmeldung Verstehen andere Menschen das Zeichen? Testen, Ergebnisse notieren, überarbeiten.


Vereinfachen statt ausschmücken

Für ein Piktogramm brauchst Du nicht jedes Detail. Ein Gesicht benötigt oft keine Augen, Nase und Haare. Ein Gebäude kann durch Dach, Säulen oder eine typische Außenform erkennbar werden. Entscheidend ist, welches Merkmal die Bedeutung trägt.

Die Kunst besteht darin, genug Information zu zeigen, aber nicht zu viel. Entfernst Du zu wenig, wirkt das Zeichen unruhig. Entfernst Du zu viel, wird es unverständlich.


Grundformen nutzen

Kreis, Rechteck, Dreieck, Linie und einfache Kurven helfen Dir beim Konstruieren. Wiederkehrende Grundformen machen eine Zeichenfamilie ruhiger und einheitlicher. Zeichne zuerst groß. Prüfe danach, ob Dein Zeichen auch klein noch funktioniert.


Positivform und Negativform

Eine schwarze Form auf hellem Grund ist eine Positivform. Eine helle Form, die aus einer dunklen Fläche herausgeschnitten wirkt, kann als Negativform erscheinen. Beide Möglichkeiten können gut funktionieren. Wichtig ist ein deutlicher Hell-Dunkel-Kontrast.


Farbe mit Funktion

Farbe kann Gruppen bilden und Informationen hervorheben. Verlasse Dich aber nicht nur auf Farbe. Manche Menschen können bestimmte Farbtöne nur schwer unterscheiden, und ein Ausdruck kann schwarz-weiß sein. Dein Zeichen sollte möglichst auch über Form und Kontrast verständlich bleiben.

Bei normierten Sicherheits- und Verkehrszeichen haben Farben festgelegte Bedeutungen. Für Dein Schulmuseum erfindest Du deshalb nicht einfach neue Bedeutungen für bekannte Sicherheitsfarben, sondern prüfst zuerst, ob Dein Leitsystem mit wenigen neutralen Farben auskommt.


Barrierefreiheit mitdenken

Ein Leitsystem soll möglichst vielen Menschen helfen. Große Zeichen, deutliche Kontraste, sinnvolle Höhe und eindeutige Pfeile verbessern die Orientierung. Auch Zugänge für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sollen sichtbar sein.

Achte darauf, Menschen nicht unnötig durch stereotype Kleidung, Frisuren oder Körperformen zu unterscheiden. Frage Dich immer: Welche Information ist für diesen Zweck wirklich notwendig?


Vom Gegenstand zum Bildzeichen

Nimm als Beispiel die Aufgabe Information. Eine echte Infotheke enthält Möbel, Menschen, Bildschirme und Prospekte. Für ein Piktogramm wären diese Details zu viel. Du suchst stattdessen nach einem Zeichen, das als Information gelernt und schnell wiedererkannt werden kann.

Für Museum könnte ein vereinfachtes Gebäude mit Säulen funktionieren. Für Aufzug können Kabine, Personen und Richtungspfeile wichtig sein. Für Fotoverbot kombinierst Du ein Kamerazeichen mit einer klaren Verbotsform.


Dein konkreter Gestaltungsauftrag: Museumstag in der Schule

Stell Dir vor: Eure Schule wird für einen Tag zum Museum. Klassenräume werden zu Ausstellungsräumen. Familien, jüngere Kinder und Gäste, die die Schule nicht kennen, kommen zu Besuch. Im Gebäude soll möglichst wenig Erklärungstext hängen. Deine Aufgabe ist ein Piktogramm-Leitsystem ohne Worte.

Deine Zeichen sollen mindestens diese Funktionen abdecken: Eingang, Ausstellung, Information, Toilette, Aufzug oder barrierefreier Weg, Fotoverbot, Ruhebereich und Ausgang. Du darfst weitere sinnvolle Zeichen ergänzen, zum Beispiel Garderobe, Treppe, Werkstatt, Essen oder Treffpunkt.


Schritt 1: Zweck festlegen

Schreibe zunächst für Dich auf, was jedes Zeichen bedeuten soll. Dieser Arbeitstext gehört zur Planung, nicht zum fertigen Schild. Formuliere die Bedeutung so genau wie möglich. „Tür“ ist zum Beispiel nicht dasselbe wie „Eingang“.


Schritt 2: Bildideen sammeln

Zeichne für jedes Piktogramm mindestens drei kleine Skizzen. Arbeite schnell und einfach. Suche nach unterschiedlichen Möglichkeiten. Bei „Ausstellung“ könntest Du zum Beispiel an Bildrahmen, Vitrine, Sockel oder mehrere Ausstellungsobjekte denken.


Schritt 3: Reduzieren

Wähle die verständlichste Idee und entferne unwichtige Details. Frage Dich bei jedem Strich: Brauche ich ihn für die Bedeutung?


Schritt 4: Ein Raster verwenden

Zeichne alle Zeichen in gleich große Quadrate. Verwende ähnliche Strichstärken und Abstände. Figuren sollen in der Zeichenfamilie ungefähr gleich groß wirken. So entsteht ein Gestaltungsraster.


Schritt 5: Pfeile und Richtung prüfen

Wenn Dein System Wege zeigt, müssen Pfeile eindeutig sein. Ein Pfeil darf nicht zufällig auf ein anderes Schild oder eine Tür zeigen. Teste die Anordnung in einem echten Flur oder auf einem Grundriss.


Schritt 6: Kleinformat-Test

Verkleinere Deine Zeichen ungefähr auf die Größe einer Spielkarte oder noch kleiner. Bleiben sie erkennbar? Wenn feine Details verschwinden, vereinfache weiter.


Schritt 7: Drei-Sekunden-Test

Zeige ein Piktogramm einer Testperson nur ungefähr drei Sekunden. Verdecke es danach. Frage: Was bedeutet dieses Zeichen? Gib vorher keinen Hinweis. Nur so erfährst Du, ob das Zeichen selbst verständlich ist.

Piktogramm Vermutete Bedeutung der Testperson Richtig verstanden? Was ändere ich?
Eingang
Ausstellung
Information
Fotoverbot
Ausgang


Schritt 8: Verbessern und erneut testen

Wenn mehrere Personen dieselbe falsche Bedeutung nennen, ist das besonders wertvoll. Dann zeigt Dir der Test, wo Dein Zeichen missverständlich ist. Verändere Form, Blickrichtung, Gegenstand, Abstand oder Kontrast und teste erneut.

Eine einfache Verständlichkeitsquote kannst Du so berechnen:

Verständlichkeitsquote = Anzahl richtiger Deutungen : Anzahl aller Testpersonen × 100

Bei vier Testpersonen und drei richtigen Deutungen wären das 75 Prozent. Eine hohe Quote ist ein gutes Zeichen, ersetzt aber nicht die genaue Beobachtung: Vielleicht war eine falsche Deutung besonders wichtig.


Differenzierung G / M / E

Du arbeitest auf einem Niveau, das zu Deinem Lernstand passt. Alle Niveaus verfolgen dasselbe Ziel: verständliche Bildzeichen für den Museumstag.

Niveau Umfang Gestaltung Verständlichkeitstest Zusatz
G – Grundniveau Gestalte 4 Piktogramme. Nutze einfache schwarze Formen in gleich großen Quadraten. Teste jedes Zeichen mit mindestens 2 Personen. Verbessere mindestens 1 Zeichen nach dem Test.
M – Mittleres Niveau Gestalte 6 Piktogramme. Entwickle eine erkennbare Zeichenfamilie mit gleichem Raster und ähnlicher Strichstärke. Teste jedes Zeichen mit mindestens 4 Personen. Zeichne einen kleinen Museumsplan und setze Deine Zeichen darauf ein.
E – Erweitertes Niveau Gestalte mindestens 8 Piktogramme. Entwickle ein konsequentes System aus Formen, Kontrast, Größen und Pfeilen. Teste ohne Erklärung mit mindestens 6 Personen und werte typische Fehlinterpretationen aus. Erstelle zusätzlich eine Variante für sehr kleine Darstellung oder ein bewegtes Piktogramm.


G-Hilfe: Formenbaukasten

Wenn Dir der Anfang schwerfällt, beschränke Dich auf Kreis, Rechteck, Dreieck und Linie. Zeichne zuerst nur in Schwarz und Weiß. Verwende für alle Figuren dieselbe Kopfgröße und für alle Rahmen dieselbe Form.


M-Hilfe: Zeichenfamilie

Lege drei Regeln fest, bevor Du sauber zeichnest, zum Beispiel: alle Personen haben runde Köpfe, alle Gegenstände bestehen aus gefüllten Flächen und alle Pfeile haben denselben Winkel. Prüfe danach jedes Zeichen gegen diese Regeln.


E-Hilfe: System statt Einzelbild

Arbeite mit Varianten. Teste zum Beispiel ein gefülltes und ein lineares System oder eine statische und eine bewegte Version. Begründe, welche Variante am gewählten Ort besser funktioniert.

Eine Animation kann Bewegung oder Veränderung zeigen. Sie darf aber nicht dazu führen, dass die Grundbedeutung ohne Bewegung unverständlich wird.

Dieses Video behandelt verschiedene Formen visueller Zeichen. Vergleiche beim Anschauen Piktogramm, Icon und Logo und notiere, welche Merkmale für eine klare Bildsprache wichtig sind.


Interaktiver Verständlichkeitstest

Führe diesen Test zu zweit oder in einer kleinen Gruppe durch. Eine Person ist Gestalterin oder Gestalter, die andere Testperson. Tauscht danach die Rollen.

  1. Drei-Sekunden-Test: Zeige ein selbst gestaltetes Piktogramm drei Sekunden lang und verdecke es.
  2. Erstdeutung: Die Testperson nennt sofort die vermutete Bedeutung. Keine Hilfestellung geben.
  3. Sicherheitsfrage: Die Testperson bewertet ihre Sicherheit mit „sicher“, „unsicher“ oder „geraten“.
  4. Verwechslung: Notiere, womit das Zeichen verwechselt wurde.
  5. Überarbeitung: Ändere genau ein Merkmal und teste die neue Version mit einer anderen Person.

Für eine faire Prüfung darfst Du die richtige Bedeutung vor dem Test nicht verraten. Teste möglichst Personen, die Deine Entwürfe noch nicht gesehen haben.


Museumsplan-Test

Zeichne einen sehr einfachen Grundriss aus Fluren und Räumen. Setze nur Deine Piktogramme und Pfeile ein. Gib den Plan einer anderen Person mit einem Auftrag wie: „Finde vom Eingang zum Ausstellungsraum und danach zum Ausgang.“ Die Testperson soll den Weg zeigen, ohne dass Du erklärst.

Ein guter Karten-Test prüft nicht nur das einzelne Zeichen, sondern das Zusammenspiel von Karte, Position, Pfeil und Reihenfolge.


Qualitätscheck für Dein Piktogramm-System

Kriterium Prüffrage G M E
Bedeutung Wird die gewünschte Information ohne Wort erkannt? eindeutig eindeutig in mehreren Tests eindeutig auch in kleiner Darstellung und im System
Reduktion Sind unnötige Details entfernt? wenige Formen bewusst reduzierte Formen konsequente Formensprache
Einheitlichkeit Passen die Zeichen zusammen? gleiche Fläche gleiches Raster und ähnliche Strichstärke vollständiges visuelles System
Kontrast Ist das Zeichen schnell sichtbar? klarer Hell-Dunkel-Kontrast auch verkleinert gut in mehreren Anwendungssituationen geprüft
Test Wurde echte Rückmeldung genutzt? 2 Personen 4 Personen 6 Personen und Fehleranalyse
Verbesserung Wurde nach dem Test überarbeitet? 1 Zeichen mehrere begründete Änderungen dokumentierte Varianten und Entscheidung


Medienlabor: Piktogramme vergleichen

Sieh Dir die folgenden Beispiele nacheinander an. Achte auf Menschenform, Gegenstände, Linien, Flächen, Blickrichtung und Rahmen. Formuliere zu jedem Beispiel eine Designregel, die Du übernehmen oder bewusst vermeiden möchtest.

Für eigene Veröffentlichungen gilt: Prüfe bei jeder Datei auf Wikimedia Commons die genaue Lizenz und die dort genannten Bedingungen. Freie Medien können unterschiedliche Anforderungen an Namensnennung und Weitergabe stellen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist das wichtigste Ziel eines Piktogramms? (Eine Information schnell und verständlich zu vermitteln) (!Eine möglichst realistische Zeichnung zu zeigen) (!Eine Fläche mit vielen Details zu füllen) (!Einen langen Text zu ersetzen, ohne auf Verständlichkeit zu achten)




Warum werden bei Piktogrammen oft Details weggelassen? (Damit die wichtige Bedeutung schneller erkennbar wird) (!Damit das Zeichen absichtlich schwerer zu verstehen ist) (!Damit jedes Piktogramm wie ein Foto aussieht) (!Damit kein Kontrast mehr nötig ist)




Was gehört zu einem guten Piktogramm-System? (Einheitliche Formen und Gestaltungsregeln) (!Möglichst unterschiedliche Strichstärken in jedem Zeichen) (!Zufällige Größen für jede Figur) (!Möglichst viele verschiedene Zeichenstile)




Wozu dient ein Drei-Sekunden-Test? (Er prüft, ob ein Zeichen schnell verstanden wird) (!Er misst die genaue Zeichenzeit mit dem Lineal) (!Er entscheidet, welche Farbe am schönsten ist) (!Er ersetzt jede weitere Überarbeitung)




Was solltest Du tun, wenn mehrere Testpersonen dasselbe Zeichen falsch deuten? (Das Zeichen gezielt überarbeiten und erneut testen) (!Die Testpersonen überreden) (!Das Zeichen unverändert lassen) (!Mehr Text direkt in das Piktogramm schreiben)




Warum ist starker Hell-Dunkel-Kontrast hilfreich? (Das Zeichen wird schneller sichtbar und erkennbar) (!Das Zeichen bekommt automatisch mehr Details) (!Der Hintergrund wird wichtiger als die Information) (!Alle Farben erhalten dieselbe Helligkeit)




Was bedeutet Reduktion beim Piktogramm-Entwurf? (Unwichtige Details entfernen und wichtige Merkmale erhalten) (!Möglichst viele Gegenstände hinzufügen) (!Jede Form durch Text erklären) (!Alle Linien dünner zeichnen)




Warum sollte man ein Piktogramm auch klein testen? (Feine Details können beim Verkleinern verschwinden) (!Kleine Zeichen brauchen immer mehr Farben) (!Kleine Zeichen müssen Wörter enthalten) (!Kleine Zeichen dürfen keine Grundformen besitzen)




Welche Aussage zu Bildzeichen ist richtig? (Nicht jedes Bildzeichen wird von allen Menschen automatisch gleich verstanden) (!Jedes Bildzeichen ist in jeder Kultur sofort eindeutig) (!Piktogramme dürfen niemals getestet werden) (!Piktogramme funktionieren nur zusammen mit langen Texten)




Was ist der konkrete Zweck Deines Projekts in diesem aiMOOC? (Ein verständliches Piktogramm-Leitsystem für einen Museumstag in der Schule zu gestalten) (!Eine Landschaft möglichst naturgetreu zu malen) (!Einen langen Museumsführer zu schreiben) (!Eine Schriftart mit vielen Buchstaben zu entwickeln)





Memory

Piktogramm vereinfachtes Bildzeichen
Reduktion unwichtige Details entfernen
Kontrast deutlicher Unterschied zwischen hell und dunkel
Raster Ordnungshilfe für Größen und Positionen
Leitsystem Zeichen zur Orientierung an einem Ort
Prototyp vorläufige Testversion
Verständlichkeitstest Prüfung mit anderen Personen
Barrierefreiheit Gestaltung für möglichst viele Menschen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Reduktion unnötige Einzelheiten weglassen
Kontrast Zeichen deutlich vom Hintergrund abheben
Raster gleiche Größen und Abstände planen
Testperson Bedeutung ohne vorherige Erklärung deuten
Überarbeitung Entwurf nach Rückmeldung verbessern






Kreuzworträtsel

Symbol Wie nennt man ein Zeichen, das eine vereinbarte Bedeutung tragen kann?
Raster Welche Ordnungshilfe sorgt für gleiche Größen und Positionen?
Kontrast Welcher Unterschied macht Formen deutlich sichtbar?
Entwurf Wie heißt eine geplante Vorstufe vor der fertigen Gestaltung?
Museum Für welchen Ort gestaltest Du in diesem Projekt ein Leitsystem?
Testen Welche Tätigkeit zeigt, ob andere Dein Bildzeichen verstehen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein Piktogramm vermittelt eine Information durch eine vereinfachte

Darstellung. Beim Gestalten entfernst Du unwichtige Einzelheiten durch

. Ein deutlicher Unterschied zwischen hellen und dunklen Flächen heißt

. Mehrere zusammengehörige Zeichen sollten nach ähnlichen Regeln gestaltet sein und ein

bilden. Ein gemeinsames

hilft dabei, Größen und Abstände zu ordnen. Beim Drei-Sekunden-Test deutet eine

das Zeichen ohne vorherige Erklärung. Wird ein Zeichen häufig falsch verstanden, sollte der Entwurf

werden. Für den Museumstag soll das Leitsystem möglichst ohne

funktionieren. Ein Zeichen für einen zugänglichen Weg ist ein Beispiel dafür, dass auch

mitgedacht werden soll. Auf einer Karte helfen kleine Zeichen und eindeutige

bei der Orientierung.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Piktogramm-Safari: Fotografiere oder zeichne fünf Bildzeichen aus Schule, Bahnhof, Sporthalle oder öffentlichem Raum. Notiere, was Du ohne Text verstehst und was unklar bleibt.
  2. Formen-Detektiv: Zerlege drei vorhandene Piktogramme in Kreis, Rechteck, Dreieck, Linie und Kurve. Zeichne die Grundformen daneben.
  3. Drei Skizzen: Entwickle drei unterschiedliche Bildideen für „Ausstellung“ und markiere die Variante, die Du am schnellsten erkennst.
  4. Schwarz-Weiß-Test: Gestalte ein Piktogramm nur mit Schwarz und Weiß und prüfe, ob die Bedeutung auch ohne Farbe funktioniert.


Standard

  1. Zeichenfamilie: Gestalte sechs zusammengehörige Piktogramme für den Museumstag mit gemeinsamem Raster, ähnlicher Strichstärke und einheitlicher Personenform.
  2. Museumsplan: Zeichne einen vereinfachten Grundriss der Schule und setze Deine Piktogramme so ein, dass Gäste Eingang, Ausstellung, Toilette und Ausgang finden.
  3. Verständlichkeitsprotokoll: Teste drei Deiner Zeichen mit mindestens vier Personen, protokolliere Erstdeutungen und verbessere anschließend mindestens zwei Entwürfe.
  4. Piktogramm-Vergleich: Vergleiche ein Museumssymbol, ein Aufzugssymbol und ein Fotoverbot. Erkläre, welche Zeichen eher abbilden und welche Bedeutung durch erlernte Konvention entsteht.


Schwer

  1. Barrierefreies Leitsystem: Überarbeite Dein System so, dass Kontrast, Größe, Wegeführung und barrierefreie Zugänge besonders berücksichtigt werden. Begründe jede Änderung.
  2. Kleinstformat: Entwickle von zwei Zeichen je eine große Schildversion und eine sehr kleine Kartenversion. Untersuche, welche Details in der kleinen Version entfernt werden müssen.
  3. Piktogramm-Animation: Erstelle eine kurze Animation, in der ein statisches Bildzeichen sinnvoll Bewegung erhält, ohne seine Grundbedeutung zu verlieren. Zeige Standbild und Animation im Vergleich.
  4. Designforschung: Führe einen Blindtest mit mindestens sechs Personen durch. Berechne für jedes Zeichen die Verständlichkeitsquote, ordne typische Fehlinterpretationen und entwickle daraus eine verbesserte zweite Serie.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Piktogramm übertragen: Ein Zeichen funktioniert auf einem großen Türschild, aber nicht auf einer kleinen Karte. Erkläre mögliche Gründe und entwickle zwei konkrete Verbesserungen.
  2. Missverständnis analysieren: Drei Testpersonen deuten Dein Zeichen für „Ausstellung“ als „Bilder verkaufen“. Beschreibe, welche Formmerkmale die Verwechslung ausgelöst haben könnten und wie Du sie änderst.
  3. Leitsystem bewerten: Untersuche eine Wegstrecke in Deiner Schule. Entscheide, an welchen Stellen Piktogramme wirklich nötig sind und an welchen Stellen zusätzliche Zeichen eher verwirren würden.
  4. Zwei Entwürfe vergleichen: Vergleiche eine detailreiche und eine stark reduzierte Version desselben Zeichens. Begründe, welche Variante für ein Leitsystem besser geeignet ist und wann die andere Variante sinnvoller sein könnte.
  5. Zielgruppe wechseln: Übertrage Dein Museums-Piktogramm-System auf einen Spielplatz, ein Schwimmbad oder einen Bahnhof. Erkläre, welche Zeichen gleich bleiben können und welche neu gestaltet werden müssen.
  6. Testdaten deuten: Ein Entwurf erreicht bei sechs Testpersonen vier richtige Deutungen, ein anderer fünf. Entscheide nicht nur nach der Zahl, sondern untersuche auch, welche falschen Deutungen besonders problematisch wären.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur fertige Bilder abgibst, sondern Deinen Gestaltungsprozess sichtbar machst.

  1. Gestaltungsauftrag: Der konkrete Zweck und die Zielgruppe Deines Leitsystems sind klar beschrieben.
  2. Skizzen: Zu mehreren Zeichen liegen verschiedene frühe Ideen vor.
  3. Reduktion: Du kannst zeigen, welche Details Du entfernt und welche Merkmale Du bewusst behalten hast.
  4. Zeichenfamilie: Deine Piktogramme folgen erkennbaren gemeinsamen Gestaltungsregeln.
  5. Anwendung: Mindestens ein Plan, Schild oder räumliches Beispiel zeigt die Zeichen im geplanten Einsatz.
  6. Verständlichkeitstest: Du dokumentierst echte Deutungen von Testpersonen ohne vorherige Erklärung.
  7. Überarbeitung: Mindestens ein Zeichen wird aufgrund der Testergebnisse nachvollziehbar verbessert.
  8. Reflexion: Du erklärst, was gut funktioniert, wo Missverständnisse entstanden und was Du beim nächsten Entwurf anders machen würdest.




OERs zum Thema

Auf Wikimedia Commons findest Du viele frei lizenzierte oder gemeinfreie Piktogramme, Symbole und Kartenzeichen. Prüfe bei jeder Datei die Lizenzangaben auf der Dateiseite. Für dieses Thema sind besonders Sammlungen zu AIGA-Symbolen, Museumssymbolen, Kartenzeichen und ISO-7001-Zeichen interessant.



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