BK5 - Mein Kunstwerk vorstellen

BK5 - Mein Kunstwerk vorstellen
BK5 - Mein Kunstwerk vorstellen
Einleitung
Ein Kunstwerk ist nicht nur etwas, das Du hergestellt hast. Es steckt auch eine Idee, ein Arbeitsweg und eine Reihe von Entscheidungen darin. Wenn Du Dein eigenes Kunstwerk vorstellst, machst Du diesen Weg für andere sichtbar und verständlich. In diesem aiMOOC lernst Du, wie Du in Klasse 5 kurz, klar und selbstbewusst über Dein eigenes Werk sprechen kannst.
Im Mittelpunkt stehen fünf Fragen: Was war meine Bildidee? Welches Material habe ich verwendet? Welche Technik habe ich eingesetzt? Was war schwierig? Welche Entscheidung ist mir besonders gelungen? Diese fünf Bereiche bilden den roten Faden Deiner Präsentation. Du musst dabei nicht so sprechen wie eine erwachsene Kunstkritikerin oder ein erwachsener Kunstkritiker. Wichtig ist, dass Du genau hinschaust, Deinen Arbeitsprozess erinnerst und in eigenen Worten erklärst.

Das Foto zeigt Schülerarbeiten, die in einer Schulbibliothek ausgestellt sind. Stell Dir vor, eines dieser Werke wäre Deines: Was müssten andere über Deine Idee und Deinen Arbeitsweg wissen, damit sie Dein Bild besser verstehen?
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du ein eigenes Kunstwerk verständlich vorstellen. Du kannst Deine Bildidee benennen, Materialien und Techniken passend beschreiben, Schwierigkeiten im Arbeitsprozess erklären und gelungene Entscheidungen begründen. Außerdem kannst Du anderen aufmerksam zuhören, wertschätzendes Feedback geben und Deine Präsentation mit Hilfe von Reflexionskarten verbessern.
G/M/E-Differenzierung
Die Aufgaben sind auf drei Niveaustufen angelegt. Du kannst mit dem Niveau beginnen, das zu Dir passt, und später eine anspruchsvollere Variante ausprobieren.
| Niveau | Was Du können sollst | Sprachliche Hilfe |
|---|---|---|
| G – grundlegendes Niveau | Du benennst Bildidee, Material, Technik, Schwierigkeit und eine gelungene Entscheidung in kurzen, vollständigen Sätzen. | „Meine Idee war …“ – „Ich habe … benutzt.“ – „Schwierig war …“ – „Gut gelungen ist …“ |
| M – mittleres Niveau | Du erklärst Deinen Arbeitsweg in sinnvoller Reihenfolge und begründest mindestens zwei Entscheidungen. | „Ich habe mich dafür entschieden, weil …“ – „Dadurch wirkt …“ – „Zuerst …, danach …“ |
| E – erweitertes Niveau | Du beurteilst Deine Entscheidungen, beschreibst Wirkung und Alternativen und erklärst, was Du bei einer neuen Version verändern würdest. | „Im Vergleich zu …“ – „Die Wirkung entsteht durch …“ – „Eine Alternative wäre …, aber …“ |
Mein Kunstwerk als Geschichte erzählen
Eine gute Präsentation ist keine Liste von Fachwörtern. Sie erzählt eine kleine Geschichte: Von der Idee über das Machen bis zum Ergebnis. Du kannst Dir dafür eine einfache Reihenfolge merken:
- Bildidee: Was wollte ich darstellen, ausdrücken oder ausprobieren?
- Material: Womit habe ich gearbeitet?
- Technik: Wie habe ich das Material bearbeitet?
- Schwierigkeit: Wo musste ich nachdenken, ausprobieren oder etwas verändern?
- Gelungene Entscheidung: Welche Lösung finde ich besonders passend und warum?
Für eine kurze Präsentation reichen in Klasse 5 oft etwa 45 bis 90 Sekunden. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern ob die Zuhörenden Deinen Arbeitsweg verstehen.
Die Bildidee verständlich erklären
Die Bildidee ist das, was am Anfang Deines Kunstwerks stand. Vielleicht wolltest Du eine Stimmung zeigen, eine Geschichte erzählen, einen Gegenstand verfremden, Farben ausprobieren oder eine Figur erfinden.
Auf G-Niveau genügt eine klare Aussage wie: „Meine Bildidee war eine Stadt bei Nacht.“ Auf M-Niveau ergänzt Du, was Du dabei zeigen wolltest: „Meine Bildidee war eine Stadt bei Nacht, weil ich starke Hell-Dunkel-Kontraste ausprobieren wollte.“ Auf E-Niveau erklärst Du zusätzlich die beabsichtigte Wirkung: „Ich wollte die Stadt gleichzeitig ruhig und etwas geheimnisvoll wirken lassen. Deshalb habe ich große dunkle Flächen mit wenigen hellen Fenstern kombiniert.“

Das Beispiel erinnert daran: Auch wenn mehrere Menschen gemeinsam malen oder ein ähnliches Thema haben, können ganz unterschiedliche Bildideen entstehen. In Deiner Vorstellung geht es deshalb nicht darum, eine „richtige“ Idee zu nennen, sondern Deine eigene Absicht nachvollziehbar zu machen.
Material richtig benennen
Material beantwortet die Frage: Womit hast Du gearbeitet? Dazu gehören zum Beispiel Papier, Karton, Wasserfarben, Deckfarben, Buntstifte, Filzstifte, Kreide, Ton, Draht, Stoff oder Fundmaterialien.
Benutze möglichst genaue Wörter. Statt „Ich habe Farben genommen“ kannst Du sagen: „Ich habe Deckfarben auf Zeichenpapier verwendet.“ Wenn verschiedene Materialien vorkommen, erkläre, welches Material wofür wichtig war.
G: „Ich habe mit Buntstiften auf Papier gearbeitet.“
M: „Für die großen Flächen habe ich Deckfarbe benutzt, für kleine Details Buntstifte.“
E: „Ich habe Deckfarbe gewählt, weil ich kräftige, deckende Flächen wollte. Für die feinen Linien war ein Buntstift genauer.“
Technik beschreiben
Technik bedeutet: Wie hast Du gearbeitet? Material und Technik sind also nicht dasselbe. Papier ist ein Material. Schneiden, Reißen, Kleben, Schraffieren, Lasieren, Modellieren, Stempeln oder Collagieren sind Techniken beziehungsweise Arbeitsweisen.
Eine gute Erklärung nennt nicht nur das Wort, sondern beschreibt kurz den Vorgang. Zum Beispiel: „Ich habe Papierstücke gerissen und überlappend aufgeklebt.“ Oder: „Ich habe mit kurzen, dicht gesetzten Strichen schraffiert, damit die Fläche dunkler wirkt.“

Achte bei einem Kunstwerk auf sichtbare Spuren der Technik: Linien, Pinselspuren, Kanten, Schichten, Abdrucke oder Oberflächen. Solche Beobachtungen helfen Dir beim Sprechen.
Schwierigkeiten erklären – ohne Dein Werk schlechtzumachen
Eine Schwierigkeit ist kein Beweis dafür, dass etwas misslungen ist. Im Gegenteil: An schwierigen Stellen wird oft besonders deutlich, wie Du gedacht und entschieden hast.
Du kannst zum Beispiel sagen: „Schwierig war es, die Figur groß genug zu zeichnen. Beim ersten Versuch war sie zu klein. Deshalb habe ich die Umrisslinie noch einmal neu gesetzt.“ Diese Erklärung zeigt einen echten Arbeitsprozess: Problem, Versuch, Lösung.
G: Nenne eine Schwierigkeit und Deine Lösung.
M: Erkläre, warum die Stelle schwierig war und wie Du sie gelöst hast.
E: Vergleiche zwei mögliche Lösungen und begründe, warum Du Dich für eine entschieden hast.
Gelungene Entscheidungen begründen
Eine gelungene Entscheidung ist eine Stelle, an der Du bewusst etwas gewählt hast, das zu Deiner Bildidee passt. Das kann eine Farbe, ein Bildausschnitt, eine Form, eine Materialkombination, eine Anordnung oder eine Veränderung während des Arbeitens sein.
Statt nur „Das gefällt mir“ zu sagen, versuche einen Grund zu nennen: „Mir ist die Anordnung gut gelungen, weil der Blick zuerst zur großen roten Form in der Mitte geht.“ Oder: „Ich finde die raue Oberfläche passend, weil das Tier dadurch kräftiger wirkt.“
Auf E-Niveau kannst Du zusätzlich erklären, welche Alternative Du verworfen hast: „Zuerst wollte ich den Hintergrund bunt gestalten. Ich habe mich dann für eine ruhige Fläche entschieden, damit die Hauptfigur deutlicher auffällt.“
Schülerbeispiele betrachten
Die folgenden Medien zeigen echte Schülerarbeiten oder Ausstellungssituationen. Sie sind keine Musterlösungen. Nutze sie als Beobachtungsanlass: Welche Fragen würdest Du der Person stellen, die das Werk geschaffen hat?

Frage Dich: Wie verändert sich die Wirkung eines Kunstwerks, wenn es in einer Galerie oder an einer eigenen Ausstellungswand gezeigt wird? Welche Arbeit fällt Dir zuerst auf, und woran könnte das liegen?

Bei digitalen Schülerarbeiten spielen Bildidee, Material und Technik ebenfalls eine Rolle. „Material“ kann hier zum Beispiel auch eine digitale Bilddatei sein, während die Technik aus Bearbeitungsschritten am Computer besteht.

Versuche bei einem Beispiel eine mögliche Präsentation zu erfinden. Wichtig: Du kennst den wirklichen Arbeitsprozess der Person nicht. Formuliere deshalb als Vermutung: „Vielleicht wollte die Person …“ oder „Es könnte sein, dass …“
Ausstellungssituationen verstehen
Ein Kunstwerk wirkt anders, wenn es auf dem eigenen Tisch liegt, an einer Klassenraumwand hängt oder in einer Ausstellung präsentiert wird. Abstand, Licht, Nachbarwerke und die Reihenfolge der Bilder beeinflussen das Betrachten.

Hier wird Schülerkunst in einer Ausstellung betrachtet und erklärt. Für Deine eigene Präsentation kannst Du überlegen: Wo soll Dein Werk liegen oder hängen? Können alle es sehen? Zeigst Du während des Sprechens auf einzelne Stellen? Brauchst Du Abstand, damit das ganze Werk sichtbar ist?

In einem Museum wird Kunst bewusst angeordnet. Übertrage diese Idee auf das Klassenzimmer: Eine ruhige Präsentationsfläche, ausreichend Abstand und eine klare Blickrichtung helfen, damit Dein Kunstwerk ernst genommen und gut wahrgenommen wird.

Beim gemeinsamen Betrachten zählt nicht nur das Sprechen. Genauso wichtig ist das Zuhören. Schau die präsentierende Person an, lass sie ausreden und stelle Fragen, die wirklich zum Kunstwerk passen.
Von Kindern für Kinder: Über Kunst sprechen
Andere Kinder können gute Vorbilder dafür sein, neugierig über Kunst zu sprechen. Im folgenden Video betrachten Kinder Kunstwerke und erklären Beobachtungen und Gedanken.
Achte beim Schauen darauf, welche Wörter benutzt werden, um Formen, Farben, Wirkungen und eigene Gedanken auszudrücken. Überlege anschließend, welche dieser Sprechweisen Du für Dein eigenes Kunstwerk übernehmen könntest.
Auch hier kannst Du beobachten: Niemand muss alles über ein Kunstwerk wissen, um sinnvoll darüber zu sprechen. Genaues Hinschauen, Begründen und Nachfragen sind wichtiger als schwierige Fachbegriffe.
Verschiedene Sichtweisen zulassen
Kunst kann von verschiedenen Menschen unterschiedlich wahrgenommen werden. Das bedeutet nicht, dass jede Aussage automatisch gleich gut begründet ist. Gute Aussagen beziehen sich auf etwas, das im Werk zu sehen ist, oder auf den erklärten Arbeitsprozess.
Nutze nach dem Video diesen Satzanfang: „Ich sehe zuerst …, weil …“ Ein Mitschüler oder eine Mitschülerin kann dasselbe Werk anders wahrnehmen. Vergleicht Eure Gründe.
Kunstkritik kindgerecht
Kritik im Kunstunterricht bedeutet nicht, ein Werk abzuwerten. Sie hilft, genauer zu beschreiben, zu deuten und nächste Schritte zu finden.
Das Video ist auf Englisch. Auch wenn Du nicht jedes Wort verstehst, kannst Du auf die Struktur achten: Zuerst beobachten, dann beschreiben und schließlich begründen. Deine Lehrkraft kann einzelne Sequenzen auswählen.
Kinderkunst in Ausstellungssituationen
Beobachte, wie viele verschiedene Themen, Farben, Materialien und Darstellungsweisen in einer Kinderkunstausstellung nebeneinander vorkommen können. Überlege: Welche Informationen würdest Du gern von den jungen Künstlerinnen und Künstlern hören?
Die Sprechhand: fünf sichere Anker
Wenn Du beim Vorstellen nervös bist, kannst Du Dir die fünf Inhalte wie fünf Finger merken.
| Sprechanker | Leitfrage | Satzstarter G | Erweiterung M | Vertiefung E |
|---|---|---|---|---|
| Bildidee | Was wollte ich zeigen? | „Meine Idee war …“ | „Ich wollte … zeigen, weil …“ | „Meine beabsichtigte Wirkung war …“ |
| Material | Womit habe ich gearbeitet? | „Ich habe … benutzt.“ | „Für … habe ich … verwendet.“ | „Das Material passt, weil …“ |
| Technik | Wie bin ich vorgegangen? | „Ich habe …“ | „Zuerst …, danach …“ | „Diese Technik verändert die Wirkung, indem …“ |
| Schwierigkeit | Wo musste ich eine Lösung finden? | „Schwierig war …“ | „Ich habe das gelöst, indem …“ | „Ich habe zwischen … und … abgewogen.“ |
| Gelungene Entscheidung | Was passt besonders gut? | „Gut gelungen ist …“ | „Das passt, weil …“ | „Die Entscheidung unterstützt meine Bildidee, weil …“ |
Eine Beispielpräsentation in drei Niveaus
Stell Dir ein gemaltes Bild einer nächtlichen Stadt vor. Das gleiche Kunstwerk kann unterschiedlich ausführlich vorgestellt werden.
G – grundlegendes Niveau
„Meine Bildidee war eine Stadt bei Nacht. Ich habe Deckfarben und schwarzes Papier benutzt. Die Häuser habe ich gemalt und einige Fenster ausgeschnitten. Schwierig war, die Fenster gleichmäßig zu verteilen. Gut gelungen finde ich die hellen Fenster, weil man sie sofort sieht.“
mittleres Niveau
„Meine Bildidee war eine ruhige Stadt bei Nacht. Ich habe Deckfarben auf dunklem Papier verwendet. Zuerst habe ich große Häuserformen angelegt und danach die Fenster ergänzt. Schwierig war, dass einige Häuser zuerst zu ähnlich aussahen. Deshalb habe ich ihre Höhen verändert. Besonders gelungen finde ich den starken Gegensatz zwischen dem dunklen Hintergrund und den hellen Fenstern, weil dadurch der Eindruck von Nacht entsteht.“
E – erweitertes Niveau
„Ich wollte eine Stadt zeigen, die gleichzeitig ruhig und etwas geheimnisvoll wirkt. Deshalb habe ich die Zahl der Farben stark reduziert und große dunkle Flächen stehen lassen. Zuerst wollte ich viele bunte Fenster malen, aber dadurch wurde das Bild unruhig. Ich habe mich dann für wenige helle Fenster entschieden. Diese Entscheidung finde ich gelungen, weil der Blick dadurch gezielt durch das Bild geführt wird. Wenn ich das Werk noch einmal gestalten würde, würde ich die Größen der Gebäude noch stärker unterscheiden.“
Präsentieren mit Stimme und Körper
Auch die Art, wie Du sprichst, beeinflusst die Verständlichkeit. Sprich etwas langsamer als im Pausengespräch, bilde vollständige Sätze und mache kurze Pausen. Stelle Dich so hin, dass Du weder das Kunstwerk noch die Sicht der anderen verdeckst. Wenn Du auf eine Stelle zeigst, gib den Zuhörenden kurz Zeit zum Hinschauen.

Audio-Präsentation
Du kannst Deine Präsentation zunächst als Audio aufnehmen. So kannst Du hören, ob die fünf Sprechanker vorkommen und ob Deine Sätze verständlich sind. Eine Audioaufnahme muss nicht veröffentlicht werden. Für den Unterricht reicht eine Aufnahme im geschützten Lernraum.
Das kurze Audiobeispiel zeigt nur die Aussprache des Wortes „Kunst“. Nutze es als Anlass, auf klare Sprache und Lautstärke zu achten. Deine eigene Audio-Präsentation sollte dagegen Dein Kunstwerk erklären.
G-Auftrag: Nimm eine Präsentation mit fünf kurzen Sätzen auf, je einen Satz zu Bildidee, Material, Technik, Schwierigkeit und gelungener Entscheidung.
M-Auftrag: Nimm eine Präsentation von etwa einer Minute auf und verbinde Deine Aussagen mit „weil“, „deshalb“, „zuerst“ und „danach“.
E-Auftrag: Ergänze Wirkung, eine verworfene Alternative und einen möglichen nächsten Verbesserungsschritt.
Video-Präsentation
Bei einer Video-Präsentation können die Betrachtenden gleichzeitig Dich und Dein Werk sehen. Achte auf eine ruhige Kameraposition, genügend Licht und einen Bildausschnitt, in dem das Kunstwerk erkennbar ist. Zeige nur Personen, Namen oder persönliche Informationen, für deren Aufnahme und Nutzung eine passende Zustimmung vorliegt. Für die Übung genügt eine schulinterne Aufnahme; eine Veröffentlichung im Internet ist nicht nötig.
G: Zeige das Kunstwerk vollständig und sprich die fünf Sprechanker.
M: Zeige während des Sprechens zwei Details, die für Deine Entscheidungen wichtig sind.
E: Schneide oder plane Deine Präsentation so, dass Gesamtansicht und Detailansichten sinnvoll zur Erklärung passen.
Reflexionskarten
Die folgenden Reflexionskarten kannst Du ausdrucken, abschreiben oder als Gesprächskarten verwenden. Ziehe vor Deiner Präsentation drei Karten und beantworte sie. Danach ziehst Du zwei weitere Karten für Deine Selbstreflexion.
| Karte | Frage | G | M | E |
|---|---|---|---|---|
| Bildidee | Was sollte man über meine Idee unbedingt wissen? | Ich nenne die Idee. | Ich erkläre den Grund. | Ich beschreibe die beabsichtigte Wirkung. |
| Material | Welches Material war besonders wichtig? | Ich benenne es. | Ich erkläre seine Aufgabe. | Ich bewerte, warum es passend war. |
| Technik | Welche Arbeitstechnik sieht man besonders gut? | Ich nenne sie. | Ich beschreibe den Ablauf. | Ich erkläre ihren Einfluss auf die Wirkung. |
| Schwierigkeit | Wo musste ich etwas verändern? | Ich nenne die Stelle. | Ich erkläre meine Lösung. | Ich vergleiche mögliche Lösungen. |
| Entscheidung | Welche Entscheidung finde ich besonders gelungen? | Ich nenne sie. | Ich begründe sie. | Ich verknüpfe sie mit der Bildidee. |
| Wirkung | Was sollen Betrachtende zuerst wahrnehmen? | Ich zeige die Stelle. | Ich nenne ein sichtbares Mittel. | Ich erkläre das Zusammenspiel mehrerer Mittel. |
| Nächster Schritt | Was würde ich beim nächsten Mal anders machen? | Ich nenne eine Änderung. | Ich begründe die Änderung. | Ich beschreibe eine konkrete Alternative. |
| Frage ans Publikum | Was möchte ich von den Betrachtenden wissen? | Ich stelle eine einfache Frage. | Ich frage nach einer Wirkung. | Ich bitte um begründete Rückmeldungen zu einer Entscheidung. |
Partnerfeedback
Feedback soll konkret, freundlich und hilfreich sein. Sage nicht nur „schön“ oder „nicht schön“. Beziehe Dich auf etwas, das Du gesehen oder gehört hast.
- Stärke: „Ich habe Deine Bildidee gut verstanden, weil …“
- Begründung: „Deine Erklärung zur Technik war verständlich, weil …“
- Nächster Schritt: „Noch klarer wäre Deine Präsentation, wenn Du …“
- Frage: „Warum hast Du Dich bei … für … entschieden?“
Mini-Ausstellung im Klassenzimmer
Eine Präsentation wird leichter, wenn das Kunstwerk gut sichtbar ist. Richtet gemeinsam eine kleine Ausstellung ein. Gebt jedem Werk ausreichend Platz. Legt fest, wo die präsentierende Person steht und wo die Zuhörenden stehen oder sitzen. Nach jeder Vorstellung kann eine Reflexionskarte gezogen werden.

Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche fünf Inhalte bilden den roten Faden für Deine Kunstwerk-Präsentation? (Bildidee Material Technik Schwierigkeit gelungene Entscheidung) (!Titel Preis Note Unterschrift Größe) (!Farbe Rahmen Datum Name Raum) (!Werkzeug Museum Künstler Epoche Stil)
Was beschreibt das Material eines Kunstwerks? (Womit Du gearbeitet hast) (!Wie lange Du gearbeitet hast) (!Ob das Werk gut bewertet wurde) (!Wo das Werk ausgestellt wird)
Was beschreibt die Technik? (Wie Du mit dem Material gearbeitet hast) (!Wie teuer das Material war) (!Wie viele Personen das Bild sehen) (!Wie groß der Ausstellungsraum ist)
Welche Aussage erklärt eine Schwierigkeit besonders sinnvoll? (Ich nenne das Problem und erkläre meine Lösung) (!Ich sage nur dass alles schwer war) (!Ich verschweige jede Veränderung) (!Ich entschuldige mich für mein Kunstwerk)
Welche Aussage begründet eine gelungene Entscheidung? (Die helle Form fällt auf weil der Hintergrund dunkel ist) (!Das ist einfach schön) (!Ich weiß nicht warum) (!Alle anderen müssen es auch mögen)
Was gehört zu wertschätzendem Feedback? (Eine konkrete Beobachtung mit Begründung) (!Eine abwertende Bemerkung ohne Erklärung) (!Nur eine Schulnote) (!Ein Vergleich mit der besten Person der Klasse)
Was ist auf G-Niveau besonders wichtig? (Die fünf Sprechanker in klaren Sätzen benennen) (!Eine kunstwissenschaftliche Analyse schreiben) (!Eine zehnminütige Rede halten) (!Alle Fachbegriffe auswendig kennen)
Was kommt auf M-Niveau zusätzlich dazu? (Entscheidungen und Arbeitswege begründen) (!Nur den Titel des Kunstwerks nennen) (!Das Kunstwerk verstecken) (!Keine Schwierigkeiten erwähnen)
Was kennzeichnet E-Niveau besonders? (Wirkung Alternativen und Entscheidungen reflektieren) (!Nur Materialien aufzählen) (!Möglichst schnell sprechen) (!Auf Rückfragen verzichten)
Was ist für eine Video-Präsentation sinnvoll? (Das Kunstwerk gut sichtbar und die Aufnahme ruhig gestalten) (!Die Kamera ständig bewegen) (!Das Kunstwerk außerhalb des Bildes lassen) (!Persönliche Daten anderer ungefragt zeigen)
Memory
| Bildidee | Absicht oder Ausgangsgedanke des Kunstwerks |
| Material | Stoff oder Medium mit dem gearbeitet wird |
| Technik | Art und Weise der Bearbeitung |
| Schwierigkeit | Stelle an der eine Lösung gefunden werden musste |
| Entscheidung | Bewusst gewählte gestalterische Lösung |
| Wirkung | Eindruck den ein Werk beim Betrachten erzeugen kann |
| Reflexion | Nachdenken über Arbeitsprozess und Ergebnis |
| Präsentation | Verständliches Vorstellen eines Kunstwerks |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Meine Idee war eine geheimnisvolle Stadt bei Nacht. | Bildidee |
| Ich habe Deckfarbe auf schwarzem Papier verwendet. | Material |
| Ich habe die Farbe mit einem breiten Pinsel aufgetragen. | Technik |
| Die Fenster waren zuerst zu ungleichmäßig verteilt. | Schwierigkeit |
| Ich habe nur wenige helle Fenster stehen lassen. | Gelungene Entscheidung |
| Dadurch wirkt die Stadt ruhig und dunkel. | Wirkung |
| Beim nächsten Mal würde ich die Gebäude stärker unterscheiden. | Reflexion |
Kreuzworträtsel
| Bildidee | Wie heißt der Ausgangsgedanke eines Kunstwerks? |
| Material | Wie nennt man den Stoff oder das Medium mit dem Du gestaltest? |
| Technik | Wie heißt die Art und Weise wie Du ein Material bearbeitest? |
| Wirkung | Wie nennt man den Eindruck den ein Kunstwerk beim Betrachten erzeugt? |
| Reflexion | Wie heißt das Nachdenken über den eigenen Arbeitsprozess? |
| Präsentation | Wie nennt man das verständliche Vorstellen eines Kunstwerks? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Sprechkarte: Erstelle eine Karte mit den fünf Sprechankern Bildidee, Material, Technik, Schwierigkeit und gelungene Entscheidung. Schreibe zu jedem Anker einen passenden Satz über Dein Kunstwerk.
- Detailfoto: Wähle zwei Details Deines Kunstwerks aus und fotografiere oder skizziere sie. Erkläre jeweils in einem Satz, warum die Stelle wichtig ist.
- Audioaufnahme: Nimm eine kurze Audio-Präsentation mit fünf vollständigen Sätzen auf. Höre sie an und prüfe, ob alle fünf Sprechanker vorkommen.
- Ausstellungsplatz: Suche im Klassenraum einen geeigneten Platz für Dein Kunstwerk und begründe, warum es dort gut betrachtet werden kann.
Standard
- Ein-Minuten-Präsentation: Plane und halte eine etwa einminütige Vorstellung Deines Kunstwerks. Verwende mindestens zwei Begründungen mit „weil“ oder „deshalb“.
- Partnerinterview: Interviewe eine Mitschülerin oder einen Mitschüler zum eigenen Kunstwerk. Stelle Fragen zu Idee, Material, Technik und einer schwierigen Stelle. Fasse die Antworten anschließend zusammen.
- Videopräsentation: Produziere eine schulinterne Video-Präsentation, in der Gesamtansicht und zwei wichtige Details des Kunstwerks gezeigt werden.
- Reflexionskarten: Gestalte vier eigene Reflexionskarten für die Klasse. Jede Karte soll eine Frage enthalten, die zu einer genaueren Begründung führt.
Schwer
- Kuratorische Entscheidung: Plane eine Mini-Ausstellung mit mindestens drei Werken. Begründe Reihenfolge, Abstand und Position der Werke und erkläre, welche Wirkung dadurch entstehen soll.
- Vergleich: Stelle zwei eigene Arbeiten aus unterschiedlichen Stunden gegenüber. Erkläre, wie sich Deine Bildideen, Techniken oder Entscheidungen verändert haben.
- Alternativen prüfen: Wähle eine wichtige Stelle Deines Kunstwerks und entwickle zwei alternative Gestaltungsmöglichkeiten. Begründe, warum Deine tatsächliche Lösung besser oder anders zur Bildidee passt.
- Galeriegespräch: Organisiere in einer Kleingruppe ein Galeriegespräch. Eine Person präsentiert, eine moderiert Fragen, eine beobachtet die Sprache und eine sammelt konkrete Rückmeldungen. Wechselt anschließend die Rollen.


Lernkontrolle
- Neue Technik: Stell Dir vor, Du müsstest dasselbe Bildmotiv statt mit Deckfarben als Collage gestalten. Erkläre, welche Teile Deiner Bildidee gleich bleiben könnten und welche Entscheidungen sich ändern müssten.
- Materialwahl: Wähle für eine Bildidee zwei mögliche Materialien. Vergleiche deren Wirkungen und begründe, welches Du einsetzen würdest.
- Problemlösung: Beschreibe eine mögliche Schwierigkeit beim Gestalten einer großen Figur auf kleinem Papier. Entwickle zwei Lösungswege und entscheide Dich begründet für einen.
- Wirkungsanalyse: Erkläre, wie eine einzige gestalterische Veränderung, zum Beispiel ein dunkler Hintergrund statt eines hellen, die Wirkung eines Kunstwerks verändern könnte.
- Präsentationsplanung: Plane eine 60-sekündige Präsentation so, dass die fünf Sprechanker sinnvoll miteinander verbunden sind. Begründe Deine Reihenfolge.
- Feedback anwenden: Formuliere aus der Rückmeldung „Erklär Deine Technik genauer“ zwei konkrete Verbesserungen für eine zweite Präsentation.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern sie auf Dein eigenes Kunstwerk anwenden kannst.
- Bildidee: Du kannst die Absicht Deines Werkes verständlich ausdrücken.
- Material: Du kannst verwendete Materialien genau benennen und ihre Aufgabe erklären.
- Technik: Du kannst Deinen Arbeitsweg in sinnvoller Reihenfolge beschreiben.
- Schwierigkeit: Du kannst mindestens eine Herausforderung und Deine Lösung erläutern.
- Entscheidung: Du kannst eine gelungene gestalterische Entscheidung begründen.
- Wirkung: Auf M- und E-Niveau kannst Du beschreiben, wie bestimmte Gestaltungsmittel wirken.
- Reflexion: Auf E-Niveau kannst Du eine Alternative oder einen nächsten Entwicklungsschritt formulieren.
- Präsentation: Du sprichst verständlich, beziehst Dich sichtbar auf Dein Werk und reagierst angemessen auf Rückfragen.
- Feedback: Du kannst anderen konkrete, wertschätzende und begründete Rückmeldungen geben.
OERs zum Thema
Freie Medien zum Weiterarbeiten
Die im aiMOOC verwendeten Wikimedia-Commons-Medien können Dir als Ausgangspunkt für weitere Bildbetrachtungen dienen. Vergleiche besonders Schülerarbeiten, Präsentationssituationen und Museumsräume. Achte dabei immer darauf, zwischen Beobachtung und Vermutung zu unterscheiden.

Das historische Ausstellungsplakat zeigt, dass Kinderkunst schon lange öffentlich präsentiert wird. Entwickle daraus ein eigenes Plakat für Eure Klassen-Ausstellung. Es soll Titel, Ort und eine selbst gestaltete Bildidee enthalten.

Vergleiche die beiden Ausstellungsplakate: Welches lenkt Deine Aufmerksamkeit stärker auf das Thema Kunst? Begründe Deine Antwort mit sichtbaren Gestaltungsmitteln.
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
NEWSLernweltNOAH fragen