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BK5 - Kunstwerke wertschätzend besprechen

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BK5 - Kunstwerke wertschätzend besprechen




BK5 - Kunstwerke wertschätzend besprechen


Einleitung

Kunstwerke zu betrachten bedeutet mehr als zu sagen: „Schön!“ oder „Gefällt mir nicht.“ In diesem aiMOOC lernst Du, genau hinzusehen, Beobachtungen von Deutungen zu unterscheiden und Rückmeldungen respektvoll, konkret und hilfreich zu formulieren. Das brauchst Du beim Besprechen eigener Schülerarbeiten, beim Galeriegang, bei einer Bildbeschreibung und beim gemeinsamen Nachdenken über Kunst.

Für Klasse 5 gilt eine einfache Grundidee: Erst sehen, dann deuten, dann wertschätzend rückmelden. Eine Rückmeldung ist besonders hilfreich, wenn sie sich auf erkennbare Merkmale des Werkes bezieht. Statt eine Person zu beurteilen, sprichst Du über Farben, Formen, Linien, Materialien, Anordnung, Kontraste, Details, Stimmung und Wirkung.

Die Übungen sind in drei Niveaus differenziert:

  1. G: Du beschreibst sichtbare Details und nutzt Satzstarter.
  2. M: Du verbindest Beobachtung, Wirkung und Begründung.
  3. E: Du trennst Beobachtung, Deutung und Bewertung bewusst, belegst Deine Aussagen am Werk und formulierst weiterführende Fragen oder Gestaltungsideen.


Warum wertschätzend sprechen?

Bei einer Werkbesprechung soll niemand abgewertet werden. Wertschätzung bedeutet nicht, dass Du alles loben musst. Du darfst Zweifel, Fragen und Verbesserungsideen äußern. Entscheidend ist, wie Du sie formulierst: konkret, auf das Werk bezogen und so, dass die andere Person damit weiterarbeiten kann.

Eine hilfreiche Rückmeldung beantwortet möglichst vier Fragen:

  1. Was sehe ich?: Nenne etwas Sichtbares, ohne sofort zu urteilen.
  2. Wie wirkt es auf mich?: Formuliere als Ich-Aussage.
  3. Woran mache ich das fest?: Zeige auf ein Detail im Werk.
  4. Welche Frage oder Idee habe ich?: Formuliere offen statt befehlend.

Beispiel: „Ich sehe viele kurze, dunkle Linien im Himmel. Auf mich wirkt das Bild dadurch bewegt. Besonders deutlich ist das über den Häusern. Ich frage mich, ob Du diese Bewegung noch an einer zweiten Stelle aufnehmen möchtest.“


Erst beobachten, dann deuten

Beim genauen Betrachten hilft eine Denkfolge, die an Visual Thinking Strategies und die Routine „See – Think – Wonder“ angelehnt ist: Was sehe ich? Was denke ich darüber? Was frage ich mich? Wichtig ist: Eine Beobachtung ist etwas, das andere im Bild nachprüfen können. Eine Deutung ist eine mögliche Erklärung.

Aussage Was ist das? Warum?
„Links unten ist ein kleines rotes Rechteck.“ Beobachtung Das Detail kann im Werk überprüft werden.
„Das rote Rechteck wirkt auf mich wie ein Warnzeichen.“ Wirkung oder Deutung Die Aussage verbindet ein sichtbares Detail mit einer persönlichen Wirkung.
„Der Künstler ist wütend.“ Unsichere Behauptung Ein innerer Zustand der Person ist nicht allein aus dem Bild beweisbar.
„Die dunklen Farben lassen mich an einen Sturm denken.“ Begründete Deutung Die Deutung wird an einem sichtbaren Merkmal festgemacht.


Medienimpuls: Schülerarbeiten genau betrachten

Die folgenden frei zugänglichen Beispiele zeigen Kinder- oder Schülerarbeiten aus unterschiedlichen Altersstufen. Sie dienen hier nicht dazu, das Alter oder Können einer Person zu bewerten. Nutze sie nur, um die Sprache des Beobachtens und Rückmeldens zu trainieren.

G: Finde drei Dinge, die Du sicher sehen kannst. Beginne mit „Ich sehe …“.

M: Beschreibe ein Material, eine Form und eine Wirkung. Verbinde die Wirkung mit einem sichtbaren Detail.

E: Formuliere zwei unterschiedliche, aber jeweils begründbare Deutungen. Erkläre, welche Details jeweils dafür sprechen.

Gesprächsimpuls: Welche Aussage wäre hilfreicher: „Das ist süß“ oder „Mir fällt auf, dass die vier Figuren unterschiedlich groß gezeichnet sind; dadurch schaue ich zuerst auf die größte Figur“? Begründe.

Partnerübung: Person A beschreibt nur Sichtbares. Person B darf erst danach eine Wirkung oder Deutung ergänzen. Wechselt nach einer Minute.


Kunstwerke als Gesprächsanlass

Auch bei bekannten Kunstwerken gibt es nicht nur eine einzige mögliche Wahrnehmung. Verschiedene Menschen können unterschiedliche Details zuerst bemerken. Entscheidend ist, Aussagen am Werk zu belegen und anderen zuzuhören.

Frage an Dich: Welche Linien, Farbflächen oder Hell-Dunkel-Unterschiede lassen das Bild ruhig oder bewegt wirken? Formuliere mindestens eine Beobachtung und eine begründete Wirkung.

Frage an Dich: Suche drei geometrische Formen. Beschreibe anschließend, wie ihre Größe, Richtung oder Überlagerung Deine Blickbewegung beeinflusst.

Frage an Dich: Was fällt Dir zuerst auf? Zeige auf ein konkretes Detail und erkläre, warum Dein Blick dort landet.


Video: Kinder sprechen über Kunst

In diesem Museumsbeispiel äußern Kinder spontan, was ihnen an Kunst auffällt. Achte beim Anschauen nicht darauf, ob Du dieselbe Meinung hast. Untersuche stattdessen die Art des Sprechens: Wird etwas beobachtet, gedeutet, bewertet oder gefragt? Nicht jede spontane Aussage ist automatisch gutes Feedback – prüfe sie mit den Regeln dieses aiMOOCs.

Hörauftrag: Drehe, wenn möglich, für 30 Sekunden den Blick vom Bildschirm weg und höre nur zu. Welche Aussagen bleiben auch ohne Bild verständlich? Welche brauchen einen genauen Verweis auf das Kunstwerk?


Video: See – Think – Wonder im Unterricht

Das folgende Beispiel der National Gallery of Art zeigt eine Gesprächsroutine im Unterricht. Die Lernenden schauen langsam, beschreiben, denken über mögliche Bedeutungen nach und stellen Fragen.

Beobachtungsauftrag: Notiere je einen Satz für „Ich sehe …“, „Ich denke …, weil …“ und „Ich frage mich …“.


Video: Gespräch mit einer fünften Klasse im Museum

Hier wird dieselbe Grundidee mit einer fünften Klasse an einem Kunstwerk im Museum erprobt. Achte darauf, wie die Gesprächsleitung Beiträge aufgreift und auf sichtbare Details zurückführt.

E-Auftrag: Beobachte, wie Aussagen anderer aufgenommen werden. Formuliere zwei Regeln für eine Gesprächsleitung, die verschiedene Sichtweisen zulässt.


Satzstarter für wertschätzendes Feedback

Satzstarter helfen Dir, nicht in pauschale Urteile zu rutschen. Wähle nur Sätze, die wirklich zu Deiner Beobachtung passen.

Funktion G – Grundniveau M – Mittleres Niveau E – Erweitertes Niveau
Beobachten „Ich sehe …“ / „Mir fällt auf …“ „Besonders deutlich erkenne ich …“ „Im Zusammenspiel von … und … fällt mir auf …“
Wirkung ausdrücken „Auf mich wirkt …“ „Die Stelle wirkt auf mich …, weil …“ „Die Wirkung entsteht für mich vor allem durch …“
Belegen „Ich meine die Stelle …“ „Das mache ich an … fest.“ „Meine Deutung stützt sich auf …“
Nachfragen „Warum hast Du …?“ „War es Deine Absicht, dass …?“ „Welche Wirkung wolltest Du mit … erreichen?“
Weiterdenken „Du könntest ausprobieren …“ „Eine Möglichkeit wäre …; was meinst Du?“ „Wenn Du … verändern würdest, könnte sich … ändern. Welche Variante passt zu Deiner Absicht?“


Aussagen umformulieren: vom Urteil zum Feedback

Pauschale Urteile sagen wenig darüber aus, was im Werk wirkt. Formuliere deshalb konkret.

Wenig hilfreich Wertschätzender und konkreter
„Das ist hässlich.“ „Die sehr dunkle Fläche in der Mitte wirkt auf mich schwer. Ich frage mich, ob Du diese Wirkung beabsichtigt hast.“
„Das ist langweilig.“ „Mein Blick bleibt vor allem in der Bildmitte. Vielleicht könnte ein weiterer Kontrast meinen Blick noch an eine zweite Stelle führen.“
„Du kannst nicht zeichnen.“ „Bei den Händen sind die Finger unterschiedlich lang. Wenn Dir Genauigkeit wichtig ist, könntest Du die Form noch einmal beobachten.“
„Mega!“ „Der starke Hell-Dunkel-Kontrast fällt mir sofort auf und macht die Figur für mich zum Blickfang.“
„Mach den Hintergrund blau.“ „Eine Möglichkeit wäre ein kühlerer Hintergrund. Welche Stimmung möchtest Du erreichen?“


Feedback bezieht sich auf das Werk, nicht auf den Wert einer Person

Eine Werkbesprechung ist kein Urteil über den Menschen hinter dem Werk. Vermeide Aussagen wie „Du bist schlecht in Kunst“ oder Vermutungen über Eigenschaften einer Person. Sprich über Entscheidungen im Werk.

Werkbezogen: „Die Figur ist sehr klein im Verhältnis zur leeren Fläche.“

Personbezogen und ungeeignet: „Du bist zu faul, den Hintergrund zu gestalten.“

Besser: „Im Hintergrund ist viel freie Fläche. Soll sie Ruhe erzeugen oder möchtest Du dort noch etwas ergänzen?“


Audiofeedback: sprechen, hören, verbessern

Gesprochenes Feedback wirkt zusätzlich durch Lautstärke, Sprechtempo und Tonfall. Für diese Übung brauchst Du nur ein schulisch erlaubtes Aufnahmegerät. Lade keine Stimme öffentlich hoch. Wenn Aufnahmen nicht erlaubt sind, führt die Übung live durch.

  1. Runde 1 – 20 Sekunden: Person A nimmt eine Rückmeldung zu einem Kunstwerk auf: Beobachtung, Wirkung, Beleg.
  2. Runde 2 – 15 Sekunden: Person B hört zu und fasst zusammen: „Ich habe verstanden, dass Dir … aufgefallen ist.“
  3. Runde 3 – 15 Sekunden: Person A ergänzt eine offene Frage, ohne einen Befehl zu geben.
  4. Runde 4: Hört die Aufnahme einmal an. Markiert: konkret, respektvoll, begründet.

Mini-Hörvergleich für die Klasse:

Variante A: „Sieht gut aus. Ich mag es.“

Variante B: „Ich sehe, dass die roten Formen dreimal im Bild auftauchen. Dadurch wandert mein Blick von links nach rechts. Ich würde gern wissen, ob Du diese Wiederholung geplant hast.“

Auftrag: Welche Variante hilft einer gestaltenden Person eher weiter? Nenne zwei Gründe.


Interaktive Gesprächssituationen

Übt in Dreiergruppen mit den Rollen Künstler oder Künstlerin, Feedbackperson und Beobachter oder Beobachterin. Nach jeder Runde wechseln die Rollen.

Situation Auftrag an die Feedbackperson Auftrag an die beobachtende Person
Das Werk ist noch nicht fertig. Nenne eine Beobachtung und stelle eine offene Frage. Gib nicht sofort eine Lösung vor. Prüfe, ob das Feedback auf sichtbare Details verweist.
Dir gefällt die Farbwahl nicht. Formuliere Deine persönliche Wirkung als Ich-Aussage und begründe sie. Achte darauf, ob Geschmack und Tatsache getrennt werden.
Du verstehst die Bildidee nicht. Beschreibe zuerst, was Du siehst, und frage dann nach der Absicht. Achte darauf, dass keine abwertende Formulierung fällt.
Zwei Personen deuten dasselbe Detail verschieden. Greife beide Deutungen auf und frage nach Belegen im Werk. Prüfe, ob beide Sichtweisen fair behandelt werden.
Jemand sagt nur „Cool!“. Frage freundlich nach: „Was genau findest Du gelungen?“ Zähle, wie viele konkrete Werkmerkmale anschließend genannt werden.


Galeriegang: Feedback in Bewegung

Hängt mehrere Arbeiten auf oder legt sie auf Tischen aus. Geht langsam von Werk zu Werk. Jede Person gibt nur eine konkrete Rückmeldung pro Werk. So bleibt genug Zeit zum Sehen.

G: Nutze einen Satzstarter aus der Tabelle.

M: Nutze die Folge Beobachtung – Wirkung – Begründung.

E: Ergänze eine offene Frage, die die Absicht der gestaltenden Person ernst nimmt.

Regel: Keine Ranglisten, keine Noten, keine Kommentare über die Person. Ziel ist ein genaueres Sehen und ein hilfreicher Dialog.


Gesprächsregel: STOPP – wenn Feedback verletzt

Wenn eine Formulierung verletzend oder zu persönlich wird, darf die Gruppe stoppen und neu formulieren.

STOPP kann bedeuten:

  1. S: Sprich über das Werk, nicht über die Person.
  2. T: Trenne Beobachtung und Deutung.
  3. O: Stelle eine Frage statt eines Befehls.
  4. P: Nenne ein konkretes Detail.
  5. P: Formuliere Wirkung als Deine Perspektive.


G/M/E: Was wird erwartet?

Niveau Das kannst Du zeigen Beispiel
G Du nennst mindestens zwei sichtbare Details und eine respektvolle Wirkung. „Ich sehe drei blaue Flächen. Auf mich wirkt das ruhig.“
M Du verbindest Beobachtung, Wirkung und Begründung und stellst eine passende Frage. „Die wiederholten blauen Formen wirken ruhig, weil sie ähnlich groß sind. Wolltest Du einen gleichmäßigen Rhythmus erzeugen?“
E Du unterscheidest Beobachtung, Deutung und Bewertung, beziehst Gestaltungsmittel ein und entwickelst eine offene Alternative. „Ich beobachte drei ähnlich große blaue Formen. Ich deute ihre Wiederholung als ruhigen Rhythmus. Wenn Du eine Form stark vergrößern würdest, könnte die Ruhe kippen – würde das zu Deiner Absicht passen?“


Selbstcheck vor dem Sprechen

Prüfe kurz:

  1. Habe ich wirklich hingesehen?
  2. Nenne ich ein sichtbares Detail?
  3. Sage ich „auf mich wirkt …“, wenn es meine Wahrnehmung ist?
  4. Begründe ich meine Aussage?
  5. Spreche ich über das Werk statt über die Person?
  6. Kann die andere Person mit meiner Rückmeldung weiterdenken?


Vertiefung und verlässliche Lernimpulse

Die Gesprächsform orientiert sich unter anderem an etablierten museumspädagogischen Routinen, die genaues Beobachten, begründetes Sprechen und offene Fragen fördern.

  1. Project Zero: See – Think – Wonder
  2. National Galleries of Scotland: See Think Wonder
  3. MoMA: Looking Guides für Lernende und Familien
  4. Wikipedia: Feedback in Lehr- und Lernprozessen
  5. Wikipedia: Kunstkritik


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Aussage ist eine reine Beobachtung? (Links oben befindet sich ein roter Kreis.) (!Der rote Kreis macht das Bild traurig.) (!Der Künstler wollte uns warnen.) (!Der rote Kreis ist schlecht gewählt.)




Welche Rückmeldung ist am konkretesten? (Der starke Hell-Dunkel-Kontrast lenkt meinen Blick auf die Figur in der Mitte.) (!Das ist voll schön.) (!Ich mag Kunst.) (!Mach es besser.)




Wie formulierst Du eine persönliche Wirkung passend? (Auf mich wirkt die große dunkle Fläche ruhig.) (!Die große dunkle Fläche ist eindeutig ruhig.) (!Jeder findet die Fläche ruhig.) (!Der Künstler ist ein ruhiger Mensch.)




Worauf sollte sich wertschätzendes Feedback vor allem beziehen? (Auf sichtbare und beschreibbare Merkmale des Werkes.) (!Auf den Charakter der Person.) (!Auf die Beliebtheit der Person.) (!Auf Vermutungen über ihre Fähigkeiten.)




Welche Frage ist offen und respektvoll? (Welche Wirkung wolltest Du mit den vielen kurzen Linien erreichen?) (!Warum hast Du das falsch gemacht?) (!Kannst Du das nicht ordentlicher?) (!Du musst den Hintergrund ändern, oder?)




Was gehört zu einer begründeten Deutung? (Ein sichtbares Detail, auf das sich die Deutung stützt.) (!Eine möglichst laute Stimme.) (!Eine Note für das Kunstwerk.) (!Eine Vermutung über die Persönlichkeit.)




Welche Reihenfolge unterstützt genaues Kunstgespräch am besten? (Beobachten, Wirkung oder Deutung formulieren, belegen, offen weiterfragen.) (!Bewerten, vergleichen, benoten, abbrechen.) (!Raten, loben, befehlen, wechseln.) (!Kritisieren, verteidigen, gewinnen, schweigen.)




Was ist bei Audiofeedback zusätzlich wichtig? (Ein ruhiger und respektvoller Tonfall.) (!Möglichst schnelles Sprechen.) (!Öffentliches Hochladen jeder Aufnahme.) (!Das Unterbrechen der anderen Person.)




Welche Aussage trennt Geschmack und Beobachtung sinnvoll? (Ich sehe viele kräftige Farben; auf mich wirkt die Kombination sehr lebhaft.) (!Kräftige Farben sind immer besser.) (!Das Bild ist objektiv zu bunt.) (!Alle müssen diese Farben mögen.)




Was ist ein gutes Ziel von Peer-Feedback im Kunstunterricht? (Der anderen Person eine nachvollziehbare Rückmeldung zum Weiterdenken zu geben.) (!Die beste Person der Klasse zu bestimmen.) (!Möglichst viele Fehler zu finden.) (!Die eigene Meinung durchzusetzen.)





Memory

Beobachtung Sichtbares Detail
Wirkung Persönlicher Eindruck
Beleg Stelle im Werk
Deutung Mögliche Erklärung
Ich-Aussage Eigene Perspektive
Offene Frage Einladung zum Weiterdenken
Kontrast Deutlicher Unterschied
Respekt Würdevoller Umgang





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Beobachtung „Ich sehe drei grüne Linien.“
Wirkung „Auf mich wirkt die Fläche schwer.“
Begründung „Das mache ich an dem starken Hell-Dunkel-Unterschied fest.“
Offene Frage „Welche Stimmung möchtest Du erreichen?“
Werkbezug „Im Hintergrund bleibt viel freie Fläche.“




...


Kreuzworträtsel

Beobachtung Wie heißt eine Aussage über etwas, das am Werk sichtbar und überprüfbar ist?
Wirkung Wie heißt der persönliche Eindruck, den ein Kunstwerk bei Dir auslöst?
Farbkontrast Wie heißt ein deutlicher Unterschied zwischen Farben?
Komposition Wie nennt man die Anordnung von Bildelementen in einem Werk?
Respekt Welche Haltung sorgt dafür, dass Feedback würdevoll bleibt?
Detail Wie heißt eine einzelne kleine Stelle oder Besonderheit im Kunstwerk?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Beim Kunstgespräch beginnst Du möglichst mit einer genauen

. Eine persönliche Reaktion formulierst Du als eigene

. Deine Aussage wird nachvollziehbarer, wenn Du sie an einem sichtbaren

belegst. Eine mögliche Erklärung für das Gesehene heißt

. Wertschätzendes Feedback bezieht sich auf das

und nicht auf den Wert einer Person. Eine Frage lädt eher zum Weiterdenken ein, wenn sie

formuliert ist. Ein Satz wie „Auf mich wirkt …“ macht die eigene

deutlich. Bei gesprochenem Feedback trägt auch der

zu einem respektvollen Gespräch bei.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Satzstarter-Karte: Gestalte eine kleine Karte mit sechs Satzstartern für Beobachtung, Wirkung und offene Fragen. Teste sie anschließend an einem Kunstwerk.
  2. Drei-Details-Challenge: Wähle eine Schülerarbeit oder ein Kunstwerk und notiere drei sichtbare Details, ohne zu deuten oder zu bewerten.
  3. Feedback-Umschreiben: Verwandle fünf pauschale Aussagen wie „cool“, „hässlich“ oder „langweilig“ in konkrete und respektvolle Rückmeldungen.
  4. Galeriegespräch: Führe mit einer Partnerperson ein zweiminütiges Gespräch zu einem Werk. Nutze mindestens zwei Satzstarter.


Standard

  1. Audiofeedback-Projekt: Nimm ein 30-sekündiges Feedback auf, das Beobachtung, Wirkung, Beleg und eine offene Frage enthält. Höre es an und verbessere eine Stelle. Veröffentliche die Aufnahme nicht.
  2. Feedback-Detektiv: Beobachte eine Werkbesprechung und protokolliere getrennt Beobachtungen, Deutungen, Bewertungen und Fragen. Besprecht anschließend die Verteilung.
  3. Zwei-Deutungen-Aufgabe: Entwickle zu einem Kunstwerk zwei verschiedene Deutungen und belege beide jeweils mit mindestens zwei sichtbaren Details.
  4. Mini-Ausstellung: Stellt vier Arbeiten aus. Verfasse für jede Arbeit eine wertschätzende Rückmeldung, die einen konkreten Blickhinweis enthält.


Schwer

  1. Moderationstraining: Leite fünf Minuten lang ein Kunstgespräch. Sorge dafür, dass mindestens drei Personen zu Wort kommen, Beiträge am Werk belegt werden und unterschiedliche Sichtweisen nebeneinander stehen dürfen.
  2. Feedback-Vergleich: Untersuche schriftliches und gesprochenes Feedback zum selben Werk. Erkläre, welche Rolle Wortwahl, Tonfall, Tempo und Körpersprache spielen.
  3. Kriterienwerkstatt: Entwickle mit Deiner Gruppe vier faire Kriterien für Feedback zu einer aktuellen Gestaltungsaufgabe. Begründet, warum jedes Kriterium hilfreich und überprüfbar ist.
  4. Transferprojekt: Übertrage die Feedbackregeln auf ein Plakat, ein Foto, ein Modell oder eine Präsentation aus einem anderen Fach. Zeige, was gleich bleibt und was angepasst werden muss.




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Lernkontrolle

  1. Transfer auf unbekanntes Werk: Du erhältst ein Dir unbekanntes Kunstwerk. Formuliere eine Beobachtung, eine Deutung, einen Beleg und eine offene Frage. Kennzeichne die vier Teile.
  2. Feedback reparieren: Überarbeite die Aussage „Dein Bild ist langweilig, mach mehr Farben rein“ so, dass sie werkbezogen, konkret und offen wird. Begründe jede Änderung.
  3. Konflikt im Kunstgespräch: Zwei Lernende deuten dieselbe Form völlig verschieden. Entwickle eine Gesprächsstrategie, bei der beide Sichtweisen geprüft werden können, ohne sofort eine als falsch abzuwerten.
  4. Gestaltungsabsicht prüfen: Eine Person sagt, sie wolle mit ihrem Bild Unruhe erzeugen. Beschreibe, welche sichtbaren Gestaltungsmittel diese Absicht unterstützen könnten, und formuliere passendes Feedback.
  5. Audiofeedback analysieren: Vergleiche zwei gesprochene Rückmeldungen mit identischem Inhalt, aber unterschiedlichem Tonfall. Erkläre, wie sich die Wirkung auf die empfangende Person verändern kann.
  6. Feedback auf andere Fächer übertragen: Zeige an einem Beispiel aus Deutsch, Musik, Technik oder einem anderen Fach, wie Beobachtung, Beleg und offene Frage dort funktionieren können.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Regeln aufsagen kannst, sondern sie in einer echten Werkbesprechung anwendest.

  1. Du kannst Beobachtung und Deutung unterscheiden.
  2. Du kannst sichtbare Merkmale wie Farbe, Form, Linie, Material, Kontrast, Anordnung und Detail benennen.
  3. Du kannst eine persönliche Wirkung als Ich-Aussage formulieren.
  4. Du kannst Deine Rückmeldung an einem konkreten Detail begründen.
  5. Du kannst respektvolle offene Fragen stellen.
  6. Du kannst Feedback auf das Kunstwerk statt auf die Person beziehen.
  7. Du kannst eine unklare oder verletzende Aussage in hilfreiches Feedback umformulieren.
  8. Du kannst im Gespräch zuhören, Beiträge anderer aufgreifen und unterschiedliche Deutungen aushalten.
  9. Du kannst je nach Anforderung auf G-, M- oder E-Niveau sprechen und schreiben.




OERs zum Thema

Der folgende Wikipedia-Artikel erklärt Feedback als Bestandteil von Lehr- und Lernprozessen. Für die Arbeit in Klasse 5 liest Du daraus nur ausgewählte Abschnitte mit Unterstützung.

Zusätzliche Vertiefung: Kunstkritik, Bildbeschreibung, Kommunikation, Kunstbetrachtung.



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