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BK5 - Körper und Raum entdecken

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BK5 - Körper und Raum entdecken




BK5 - Körper und Raum entdecken


Einleitung

In diesem aiMOOC erforschst Du, wie Körper im Raum wirken. Du unterscheidest eine zweidimensionale Fläche von einem dreidimensionalen Körper, vergleichst Alltagsgegenstände und Naturformen und entdeckst, wie Künstlerinnen und Künstler mit Volumen, Masse, Hohlraum, Oberfläche, Schatten und verschiedenen Ansichten arbeiten.

Das Thema gehört zur Bildenden Kunst, verbindet sich aber auch mit Geometrie, Physik und genauer Wahrnehmung. Du wirst nicht nur Bilder betrachten, sondern Gegenstände anfassen, wiegen, drehen, beleuchten, zeichnen, fotografieren und selbst räumliche Arbeiten gestalten.

Zentrale Leitfrage: Wie verändert sich unsere Wahrnehmung eines Körpers, wenn wir ihn drehen, beleuchten, öffnen, aushöhlen, vergrößern oder aus einem anderen Material bauen?


Lernziele und Differenzierung G/M/E

Du kannst auf drei Niveaustufen arbeiten. Die Stufen sind keine festen Schubladen. Du kannst bei einer Aufgabe auf G beginnen und Dich dann zu M oder E weiterarbeiten.

Niveau Schwerpunkt Du kannst ...
G – grundlegend Wahrnehmen, benennen, unterscheiden Flächen und Körper unterscheiden, einfache Körperformen erkennen, Oberfläche und Hohlraum beschreiben und mindestens zwei Ansichten vergleichen.
M – mittleres Niveau Vergleichen, untersuchen, erklären Volumen und Masse sinnvoll vergleichen, Körper aus mehreren Ansichten untersuchen, Schatten als zweidimensionale Projektion verstehen und räumliche Wirkungen erklären.
E – erweitertes Niveau Analysieren, begründen, gestalten Zusammenhänge zwischen Material, Masse, Volumen, Hohlraum, Oberfläche, Licht und Blickrichtung untersuchen und diese bewusst in einer eigenen Gestaltung einsetzen.


Fläche und Körper unterscheiden

Eine Fläche hat zwei Ausdehnungen: Höhe und Breite. Ein Blatt Papier, eine Zeichnung oder die Seitenfläche eines Kartons kann als Fläche betrachtet werden. Ein Körper besitzt zusätzlich räumliche Tiefe. Er nimmt Raum ein und kann – anders als eine reine Fläche – von mehreren Seiten betrachtet werden.

Merkmal Fläche Körper
Dimension zweidimensional dreidimensional
Ausdehnung Höhe und Breite Höhe, Breite und Tiefe
Betrachtung vor allem frontal aus vielen Richtungen
Beispiele Blatt, Umriss, Schattenbild Ball, Karton, Tasse, Stein, Skulptur

Ein gemalter Kreis ist eine Fläche. Ein Ball ist ein Körper. Ein gezeichnetes Quadrat ist eine Fläche, ein Würfel dagegen ein Körper. Eine besonders spannende Zwischenform ist das Relief: Es ist an eine Grundfläche gebunden, tritt aber räumlich aus ihr hervor.

Forscherfrage: Was bleibt von einem Körper übrig, wenn Du nur seinen Umriss oder seinen Schatten siehst?


G/M/E-Mini-Auftrag: Fläche wird Körper

Niveau Auftrag
G Zeichne einen Kreis und lege daneben einen Ball. Nenne mindestens zwei Unterschiede.
M Zeichne Quadrat, Kreis und Dreieck. Ordne ihnen mögliche Körper wie Würfel, Kugel oder Pyramide zu und erkläre die Zuordnung.
E Suche zwei verschiedene Körper, die aus einer bestimmten Blickrichtung fast denselben Umriss erzeugen können. Begründe, warum eine einzelne Ansicht nicht immer genügt, um einen Körper sicher zu erkennen.


Alltagskörper entdecken

Unsere Umgebung ist voller Körper. Verpackungen erinnern an Quader, Dosen an Zylinder, Bälle an Kugeln. Viele Alltagsgegenstände sind jedoch keine perfekten geometrischen Körper. Sie verbinden mehrere Formen, besitzen Öffnungen, Griffe, Rundungen oder unregelmäßige Übergänge.

Ein Karton ist besonders interessant: Er kann außen groß wirken, obwohl seine Wände dünn sind. Sein Inneres ist ein Hohlraum. Dadurch kann er ein großes äußeres Volumen besitzen und trotzdem eine geringe Masse haben.

Eine leere Dose zeigt ebenfalls den Unterschied zwischen äußerer Form und innerem Hohlraum. Betrachte den Rand: Dort wird sichtbar, dass ein Hohlkörper eine äußere und eine innere Oberfläche haben kann.

Auch ein Tassenhenkel erzeugt einen Hohlraum. Der Raum im Griff ist nicht aus Material, gehört aber entscheidend zur Formwahrnehmung.


Körper-Safari im Klassenraum

Suche im Klassenraum nach Gegenständen, die an Kugel, Würfel, Quader, Zylinder, Kegel oder freie organische Formen erinnern. Drehe einen Gegenstand langsam und beobachte, welche Teile sichtbar werden oder verschwinden. Achte außerdem darauf, ob der Gegenstand massiv, hohl, offen, geschlossen, glatt, rau, glänzend oder matt wirkt.

Merksatz: Ein Körper wird nicht nur durch seine Außenform bestimmt. Auch Material, Hohlraum, Oberfläche und Blickrichtung beeinflussen seine Wirkung.


Naturformen als Körper

Nicht alle Körper sind geometrisch regelmäßig. In der Natur findest Du viele organische oder biomorphe Formen. Muscheln, Steine, Kristalle, Zapfen, Samen, Früchte und Äste können Künstlerinnen und Künstler zu räumlichen Gestaltungen anregen.

Bei einer Muschel kannst Du Außenform, Öffnung, Hohlraum, Spirale und Oberfläche gleichzeitig untersuchen. Besonders spannend ist der Wechsel zwischen glatten und gerippten Bereichen.

Ein Kristall besitzt deutlich erkennbare Flächen und Kanten. Seine Form wirkt geometrisch, obwohl sie natürlich entstanden ist.

Ein Kiefernzapfen besteht aus vielen überlappenden Teilen. Seine Oberfläche wirkt stark gegliedert und verändert sich deutlich, wenn das Licht von der Seite kommt.

Eine Seifenblase zeigt eine fast kugelige Form und schließt einen Hohlraum ein. Gleichzeitig ist ihre Hülle extrem dünn. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein Körper groß wirken kann, obwohl nur sehr wenig Material seine Oberfläche bildet.


G/M/E-Naturform-Labor

Niveau Auftrag
G Wähle eine Naturform und beschreibe sie mit fünf Eigenschaftswörtern, zum Beispiel rund, kantig, glatt, rau oder gewölbt.
M Vergleiche zwei Naturformen hinsichtlich Volumen, Oberfläche, Öffnungen und Ansichten.
E Übertrage eine Naturform in eine abstrakte Skulpturidee. Entscheide bewusst, welche Merkmale Du vergrößerst, vereinfachst oder weglässt, und begründe Deine Entscheidungen.


Skulptur: Körper im Raum

Eine Skulptur ist ein dreidimensionales Kunstwerk. Viele Skulpturen lassen sich von mehreren Seiten betrachten. Ihre Wirkung verändert sich, wenn Du Deinen Standort veränderst. Deshalb ist bei einer Skulptur nicht nur der Körper selbst wichtig, sondern auch der Raum um ihn herum.

Michelangelos David ist eine frei stehende Skulptur. Von vorne erkennst Du andere Linien, Überschneidungen und Zwischenräume als von hinten.

Vergleiche Vorder- und Rückansicht. Achte auf Arme, Beine, Schultern und die Zwischenräume zwischen Körperteilen. Diese Zwischenräume gehören nicht zum Material der Skulptur, beeinflussen aber ihre Silhouette.


Positivform und Negativraum

Als Positivform kannst Du den Bereich verstehen, der tatsächlich durch Material besetzt ist. Der freie Raum um, zwischen oder innerhalb von Körperteilen kann als Negativraum wahrgenommen werden. Ein Loch, ein Durchbruch oder ein Abstand zwischen zwei Teilen kann für die Gestaltung genauso wichtig sein wie das Material selbst.

Ein Hohlraum kann eine Form leichter, offener oder durchlässiger wirken lassen. Ein geschlossener, kompakter Körper kann dagegen massiv, schwer und ruhig erscheinen.


Volumen, Masse, Hohlraum und Oberfläche

Diese vier Begriffe helfen Dir, Körper genauer zu untersuchen.


Volumen

Das Volumen beschreibt, wie viel Raum ein Körper einnimmt. Im Kunstunterricht kannst Du Volumen zunächst anschaulich vergleichen: Welcher Körper beansprucht mehr Raum? Welche Form wirkt groß, welche klein? Bei Hohlkörpern lohnt es sich zusätzlich zu fragen, wie groß der Innenraum ist.

Ein großer leerer Karton kann viel Raum beanspruchen. Eine kleine Metallkugel kann dagegen wenig Raum beanspruchen.


Masse

Die Masse eines Gegenstands lässt sich mit einer Waage in Gramm oder Kilogramm bestimmen. Volumen und Masse sind nicht dasselbe. Ein großer Körper muss nicht automatisch viel Masse haben.

Beispiel: Ein großer leerer Karton kann leichter sein als ein kleiner Stein. Für Künstlerinnen und Künstler ist dieser Unterschied wichtig, weil Materialwahl und Bauweise darüber entscheiden, ob eine große Form tatsächlich schwer oder erstaunlich leicht ist.


Hohlraum

Ein Hohlraum ist ein Raum innerhalb eines Körpers oder zwischen Körperteilen, der nicht mit festem Material gefüllt ist. Gefäße, Schachteln, Röhren und viele Skulpturen arbeiten mit Hohlräumen. Öffnungen machen solche Innenräume sichtbar oder zugänglich.


Oberfläche

Die Oberfläche ist die Begrenzung eines Körpers. Sie kann glatt, rau, glänzend, matt, weich wirkend, hart wirkend, geriffelt, porös oder gemustert sein. Bei Hohlkörpern kann es äußere und innere Oberflächen geben.

Licht macht Oberflächen besonders sichtbar: Auf einer rauen Oberfläche entstehen viele kleine Hell-Dunkel-Wechsel; auf einer glatten Oberfläche können Lichtreflexe deutlich hervortreten.


G/M/E-Experiment: Groß, klein, leicht, schwer

Für dieses Experiment brauchst Du ungefährliche Alltagsgegenstände, eine Waage und mehrere Schachteln.

Niveau Auftrag
G Ordne drei Gegenstände zuerst nach sichtbarer Größe und danach nach gemessener Masse. Vergleiche beide Reihenfolgen.
M Finde ein Beispiel für „großes Volumen – geringe Masse“ und eines für „kleines Volumen – größere Masse“. Erkläre den Unterschied über Material und Bauweise.
E Entwirf einen Körper, der möglichst groß und massiv wirkt, aber möglichst wenig Masse besitzt. Skizziere eine mögliche Konstruktion aus Papier, Karton, Draht oder Folie.


Oberfläche und Licht

Oberflächen verändern die Wirkung eines Körpers. Eine glatte Kugel kann ruhig und geschlossen wirken. Eine stark strukturierte Naturform kann lebendig, unruhig oder beweglich erscheinen. Seitliches Licht verstärkt Unebenheiten, weil kleine Erhebungen eigene Licht- und Schattenzonen erzeugen.

Untersuche eine Oberfläche nicht nur mit den Augen. Wenn das Material ungefährlich ist, kannst Du vorsichtig mit den Fingern darüberstreichen. Beschreibe anschließend, ob Sehen und Tasten zu derselben Einschätzung geführt haben.


Oberflächen-Wortschatz

Sicht- oder Tastmerkmal Mögliche Wirkung
glatt ruhig, geschlossen, klar
rau lebendig, widerständig, natürlich
glänzend reflektierend, auffällig, technisch
matt weich, gedämpft, ruhig
geriffelt rhythmisch, bewegt, strukturiert
porös offen, leicht, verwittert


Ansichten: Ein Körper hat viele Seiten

Wenn Du einen Körper von vorne, von der Seite, von oben oder schräg betrachtest, entsteht jeweils eine andere Ansicht. Manche Merkmale sind nur aus einer bestimmten Blickrichtung erkennbar.

Ein Zylinder kann von oben kreisförmig und von der Seite rechteckig wirken. Deshalb kann eine einzige Ansicht täuschen oder wichtige Informationen verbergen.

Wichtige Blickrichtungen sind Vorderansicht, Seitenansicht, Draufsicht, Rückansicht und Schrägansicht.


Ansichten-Staffel

Stelle einen einfachen Gegenstand auf den Tisch und zeichne ihn nacheinander von vorne, von der Seite und von oben. Drehe nicht den Gegenstand, sondern verändere Deinen Standort. Vergleiche anschließend die Umrisse.

G: Zeichne drei Ansichten mit klaren Umrissen.

M: Markiere, welche Teile in jeder Ansicht sichtbar oder verdeckt sind.

E: Erkläre, welche Ansicht am meisten über den räumlichen Aufbau verrät und warum.


Schattenbilder: Wenn Körper zu Flächen werden

Ein Schatten ist ein besonders spannender Übergang zwischen Körper und Fläche. Der Körper ist dreidimensional, sein Schatten erscheint auf einer Wand oder auf Papier als zweidimensionale Form.

Der Schatten eines Stuhls kann ganz anders aussehen als der Stuhl selbst. Lichtquelle, Abstand, Winkel und Ausrichtung des Körpers verändern das Schattenbild.

Mit Händen oder kleinen Gegenständen kannst Du Schattenbilder erzeugen. So wird deutlich: Eine flache Silhouette kann aus einem komplexen räumlichen Körper entstehen.


Schatten-Labor

Stelle einen Gegenstand vor eine Wand und beleuchte ihn mit einer Taschenlampe.

G: Verändere die Position der Lampe und beobachte, wie sich Größe und Richtung des Schattens ändern.

M: Drehe den Gegenstand, ohne die Lampe zu bewegen. Zeichne zwei deutlich verschiedene Schattenumrisse.

E: Versuche zwei verschiedene Körper so anzuordnen, dass ihre Schatten möglichst ähnlich aussehen. Erkläre, warum aus einem Schatten nicht immer eindeutig auf den Körper geschlossen werden kann.


360°-Ansichten: Raum rundum erkunden

Ein Foto zeigt meistens nur eine Blickrichtung. Ein 360°-Panorama oder eine Rundumansicht ermöglicht es Dir, einen Raum oder ein Kunstwerk aus vielen Richtungen zu erkunden.

360°-Panorama des Skulpturengartens interaktiv öffnen

Bewege die Ansicht und suche eine Skulptur. Beobachte, wie sich Vordergrund, Hintergrund, Überschneidungen und Abstände verändern.

Das 360°-Video zeigt einen künstlerischen Prozess rund um eine großformatige 3D-gedruckte Skulptur. Drehe während des Videos die Blickrichtung und achte darauf, wie sich Dein räumlicher Eindruck verändert.


Interaktive 3D-Modelle

Bei einem interaktiven 3D-Modell kannst Du ein Objekt virtuell drehen und zoomen. Das ist besonders hilfreich, wenn Du Vorder-, Seiten-, Rück- und Draufsicht miteinander vergleichen möchtest.

Interaktives 3D-Modell von Michelangelos David auf Wikimedia Commons

Interaktives 3D-Modell eines Würfels auf Wikimedia Commons

Wikimedia Commons unterstützt bei STL-Dateien eine interaktive 3D-Ansicht. Drehe ein Modell langsam und stoppe an mindestens vier deutlich unterschiedlichen Ansichten.

Beobachtungsauftrag: Welche Körperteile oder Flächen verschwinden beim Drehen hinter anderen? Welche Hohlräume oder Zwischenräume werden erst in einer Schrägansicht deutlich?


G/M/E-3D-Auftrag

Niveau Auftrag
G Finde Vorder-, Seiten- und Rückansicht des Modells und beschreibe jeweils ein sichtbares Merkmal.
M Vergleiche zwei Ansichten und erkläre, wie sich Silhouette und Zwischenräume verändern.
E Wähle eine ungewöhnliche Ansicht und begründe, warum sie den Körper anders wirken lässt als eine klassische Vorderansicht.


Raum als Gestaltungsmittel

Raum ist nicht nur der Ort, an dem eine Skulptur steht. Er kann Teil des Kunstwerks werden. Ein Körper kann Raum verdrängen, umschließen, teilen, öffnen oder auf eine bestimmte Bewegung des Betrachters reagieren.

Beobachte bei räumlichen Kunstwerken besonders:

  1. Standort: Wo befindet sich der Körper?
  2. Maßstab: Wie groß ist er im Verhältnis zu Dir oder zum Raum?
  3. Abstand: Wie nah kannst Du herangehen?
  4. Zwischenraum: Welche freien Räume entstehen zwischen einzelnen Teilen?
  5. Blickrichtung: Welche Ansicht wirkt besonders stark?
  6. Licht: Wo entstehen Eigen- und Schlagschatten?


Gestalten mit Masse, Hülle und Linie

Du kannst räumliche Arbeiten auf unterschiedliche Weise herstellen.

Verfahren Typische Materialien Räumliche Wirkung
Modellieren Ton, Knete, Modelliermasse kompakte oder ausgehöhlte Masse
Konstruieren Karton, Holzstäbchen, Papier Hülle, Gerüst, Flächen im Raum
Biegen weicher Draht, Pfeifenreiniger Linie im Raum, offene Form
Falten Papier, dünner Karton Fläche wird zum Körper
Zusammenfügen Fundstücke, Verpackungen, Naturmaterialien neue Körper aus vorhandenen Formen

Sicherheit: Verwende Schneidewerkzeuge, Heißkleber oder festen Draht nur nach den Regeln Deiner Lehrkraft. Für Klasse 5 eignen sich bei offenen Raumlinien besonders Pfeifenreiniger oder weich ummantelter Draht.


Werkstatt 1: Von der Fläche zum Körper

Falte oder biege ein Stück Papier so, dass es ohne Klebstoff stehen kann. Beobachte, wann aus der zunächst flachen Form ein räumlicher Eindruck entsteht.

G: Baue eine einfache stehende Papierform.

M: Erzeuge mindestens einen Hohlraum oder Durchblick.

E: Gestalte die Form so, dass Vorder- und Rückansicht deutlich verschieden wirken.


Werkstatt 2: Hohlkörper aus Karton

Baue aus dünnem Karton einen Hohlkörper. Eine Öffnung soll Einblick in den Innenraum ermöglichen.

G: Der Körper muss stabil stehen.

M: Innen- und Außenfläche sollen unterschiedlich gestaltet sein.

E: Die Öffnung soll so platziert sein, dass sie die Wirkung des Körpers bewusst verändert.


Werkstatt 3: Raumlinie

Forme aus Pfeifenreinigern oder weichem Draht eine Linie, die sich im Raum bewegt.

G: Erzeuge eine stabile dreidimensionale Linie.

M: Lass die Linie einen gut erkennbaren Hohlraum umschreiben.

E: Gestalte die Raumlinie so, dass sie aus mindestens zwei Blickrichtungen unterschiedliche Figuren oder Silhouetten erzeugt.


Beobachten, beschreiben, begründen

Für eine gute Kunstbetrachtung reicht „schön“ oder „nicht schön“ nicht aus. Du kannst genauer beschreiben, was Du siehst und wie es wirkt.

Nutze zum Beispiel folgende Satzanfänge:

Beobachtung Satzanfang
Form Der Körper wirkt ..., weil ...
Volumen Die Form beansprucht viel/wenig Raum, weil ...
Masse Der Körper wirkt schwer/leicht; tatsächlich könnte seine Masse ... sein, weil ...
Hohlraum Der Hohlraum befindet sich ... und verändert ...
Oberfläche Die Oberfläche wirkt ...; das Licht macht sichtbar, dass ...
Ansicht Aus dieser Blickrichtung erscheint ...
Schatten Der Schatten unterscheidet sich vom Körper, weil ...


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Woran erkennst Du einen Körper im Unterschied zu einer Fläche? (Ein Körper besitzt Höhe Breite und Tiefe) (!Ein Körper besitzt nur Höhe und Breite) (!Ein Körper kann nur von vorne betrachtet werden) (!Ein Körper hat grundsätzlich keine Oberfläche)




Was beschreibt das Volumen eines Körpers? (Den Raum den ein Körper einnimmt) (!Nur die Farbe des Körpers) (!Nur die Masse des Körpers) (!Nur die Länge einer Kante)




Womit kannst Du die Masse eines Gegenstands bestimmen? (Mit einer Waage) (!Mit einem Spiegel) (!Mit einem Lineal allein) (!Mit einer Taschenlampe)




Was ist ein Hohlraum? (Ein nicht mit festem Material gefüllter Raum innerhalb oder zwischen Körperteilen) (!Eine besonders glatte Oberfläche) (!Eine Vorderansicht) (!Eine Farbmischung)




Was bedeutet Oberfläche bei einem Körper? (Die Begrenzung des Körpers zum umgebenden Raum) (!Nur die schwerste Stelle des Körpers) (!Nur der Schatten hinter dem Körper) (!Die Entfernung zwischen zwei Betrachtern)




Warum solltest Du eine frei stehende Skulptur aus mehreren Richtungen betrachten? (Weil sich Form Zwischenräume und Silhouette mit der Blickrichtung verändern) (!Weil jede Skulptur nur von hinten verständlich ist) (!Weil die Masse beim Herumgehen größer wird) (!Weil die Oberfläche dabei verschwindet)




Was zeigt ein Schattenbild besonders gut? (Einen zweidimensionalen Umriss der vom Licht abhängt) (!Die genaue Masse eines Körpers) (!Das Material im Inneren eines Körpers) (!Alle Ansichten gleichzeitig)




Welche Aussage über Volumen und Masse ist richtig? (Ein großer Hohlkörper kann wenig Masse besitzen) (!Großes Volumen bedeutet immer große Masse) (!Masse und Volumen sind genau dasselbe) (!Hohlräume vergrößern immer die Masse)




Was ermöglicht eine 360 Grad Ansicht besonders gut? (Einen Raum oder Körper aus vielen Blickrichtungen zu erkunden) (!Nur die Vorderseite zu sehen) (!Die Masse automatisch zu messen) (!Eine Fläche in Gramm anzugeben)




Warum ist ein Relief eine interessante Zwischenform? (Es ist an eine Fläche gebunden und tritt zugleich räumlich hervor) (!Es besitzt grundsätzlich keinen Schatten) (!Es besteht immer aus Papier) (!Es kann nur von oben betrachtet werden)





Memory

Fläche zweidimensional
Körper dreidimensional
Volumen Raumbedarf
Masse Waagenwert
Hohlraum Innenraum
Oberfläche Begrenzung
Ansicht Blickrichtung
Schatten Lichtprojektion





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Papier Fläche
Karton Hohlkörper
Ton Masse
Pfeifenreiniger Raumlinie
Taschenlampe Schatten
Waage Massevergleich





Kreuzworträtsel

Volumen Wie heißt der Raum den ein Körper beansprucht?
Masse Was bestimmt eine Waage in Gramm oder Kilogramm?
Hohlraum Wie heißt der freie Raum im Inneren oder zwischen Körperteilen?
Oberfläche Wie heißt die äußere oder innere Begrenzung eines Körpers?
Ansicht Wie nennt man das Bild eines Körpers aus einer bestimmten Blickrichtung?
Schatten Was entsteht auf einer Fläche wenn ein Körper Licht blockiert?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine

besitzt zwei räumliche Ausdehnungen.
Ein

besitzt zusätzlich Tiefe und kann aus mehreren Richtungen betrachtet werden.
Das

beschreibt den Raum den ein Körper einnimmt.
Die

eines Gegenstands kann mit einer Waage bestimmt werden.
Ein

ist nicht mit festem Material gefüllt.
Die

begrenzt einen Körper zum umgebenden Raum.
Eine

entsteht aus einer bestimmten Blickrichtung.
Ein

ist eine vom Licht abhängige zweidimensionale Projektion.
Eine

hilft dabei einen Körper von vielen Seiten zu untersuchen.
Ein

verbindet Eigenschaften von Fläche und Körper.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Körper-Safari G: Fotografiere oder skizziere fünf Alltagsgegenstände und ordne sie grob geometrischen oder organischen Körperformen zu.
  2. Tastforscher G: Untersuche drei ungefährliche Materialien mit Augen und Fingern und notiere passende Eigenschaftswörter für ihre Oberflächen.
  3. Schattenlabor G: Erzeuge mit einem Gegenstand und einer Taschenlampe zwei unterschiedliche Schattenbilder und zeichne ihre Umrisse nach.
  4. Naturform-Skizzen G: Zeichne eine Muschel, einen Stein, einen Zapfen oder eine andere Naturform aus drei verschiedenen Blickrichtungen.


Standard

  1. Karton-Hohlkörper M: Baue einen Hohlkörper aus Karton mit mindestens einer Öffnung und kennzeichne äußere Oberfläche, innere Oberfläche und Hohlraum.
  2. Vergleichslabor M: Schätze bei vier Gegenständen zuerst Volumen und Masse, überprüfe die Masse mit einer Waage und erkläre überraschende Ergebnisse.
  3. Ansichten-Set M: Zeichne denselben Gegenstand als Vorderansicht, Seitenansicht und Draufsicht und markiere Bereiche, die nur in bestimmten Ansichten sichtbar sind.
  4. Raumlinie M: Gestalte aus Pfeifenreinigern oder weichem Draht eine offene Skulptur, die mindestens einen klar erkennbaren Negativraum erzeugt.


Schwer

  1. Groß und leicht E: Entwickle eine möglichst groß wirkende Skulptur mit möglichst geringer Masse. Begründe Material und Konstruktionsprinzip.
  2. Hohlraum als Gestaltungsmittel E: Gestalte eine Skulptur, bei der ein Loch, Durchbruch oder Zwischenraum wichtiger für die Wirkung ist als einzelne massive Teile.
  3. Rundum-Dokumentation E: Fotografiere eine eigene räumliche Arbeit aus mindestens zwölf gleichmäßig verteilten Positionen und erstelle daraus eine Bildfolge oder ein kurzes Rundumvideo.
  4. Vom Relief zur Freiplastik E: Entwickle aus einem flachen Relief eine frei stehende dreidimensionale Form und dokumentiere, wie sich Oberfläche, Volumen, Hohlraum und Ansichten verändern.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Volumen und Masse: Ein großer leerer Karton und ein kleiner Stein stehen nebeneinander. Erkläre, warum der Karton mehr Raum beanspruchen, aber trotzdem weniger Masse besitzen kann.
  2. Transfer Schatten: Zwei verschiedene Gegenstände erzeugen aus einer bestimmten Richtung fast denselben Schatten. Erkläre, warum das möglich ist, und beschreibe eine Methode, mit der Du die Körper trotzdem unterscheiden könntest.
  3. Transfer Ansichten: Entwirf zwei unterschiedliche Körper, die von vorne möglichst gleich aussehen, von der Seite aber deutlich verschieden. Fertige Skizzen an und begründe Deine Lösung.
  4. Transfer Oberfläche und Licht: Vergleiche eine glatte und eine stark raue Form unter seitlichem Licht. Erkläre, warum die Oberflächen unterschiedlich wirken.
  5. Transfer Hohlraum: Beschreibe, wie sich die Wirkung einer geschlossenen Form verändern könnte, wenn Du einen großen Durchbruch einfügst. Beziehe Silhouette, Licht und Negativraum ein.
  6. Transfer Skulptur im Raum: Plane einen geeigneten Standort für eine kleine Skulptur im Schulhaus. Begründe Deine Wahl mit Blickrichtung, Abstand, Licht, Umgebung und möglicher Bewegung der Betrachtenden.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du zeigen kannst, wie genau Du wahrnimmst, untersuchst, gestaltest und begründest.

  1. Du kannst Fläche und Körper sicher unterscheiden.
  2. Du kannst Volumen, Masse, Hohlraum und Oberfläche an Beispielen erklären.
  3. Du kannst begründen, warum großes Volumen nicht automatisch große Masse bedeutet.
  4. Du kannst einen Körper aus mindestens drei verschiedenen Ansichten darstellen oder beschreiben.
  5. Du kannst erklären, wie Licht und Blickrichtung ein Schattenbild verändern.
  6. Du kannst Positivform und freien Raum beziehungsweise Negativraum in einer räumlichen Gestaltung erkennen.
  7. Du kannst Materialeigenschaften und Oberflächenwirkung sprachlich genau beschreiben.
  8. Du kannst bei einer eigenen räumlichen Arbeit Entscheidungen zu Form, Material, Oberfläche, Hohlraum und Standort begründen.
  9. Du kannst Deine Arbeit dem passenden G-, M- oder E-Niveau zuordnen und erklären, welche weiterführende Herausforderung Du bearbeitet hast.




OERs zum Thema

Freie 3D-Modelle von Skulpturen auf Wikimedia Commons

Freie Darstellungen geometrischer Körper auf Wikimedia Commons

Freies 360°-Panorama eines Skulpturengartens auf Wikimedia Commons

Freies interaktives 3D-Modell von Michelangelos David


Verknüpfte Lernbereiche


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