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BK5 - Figuren aus Draht und Papier

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BK5 - Figuren aus Draht und Papier



BK5 - Figuren aus Draht und Papier


Einleitung

In diesem aiMOOC entwickelst Du eine menschliche Figur aus Draht und Papier. Dabei untersuchst Du, wie Körperhaltung, Bewegung, Gestik, Balance und plastisches Gestalten zusammenwirken. Du lernst, eine Pose zunächst mit Deinem eigenen Körper und in Zeichnungen zu erforschen, anschließend ein tragfähiges Drahtgerüst zu bauen und dieses mit Papier weiterzugestalten.

Das Thema gehört zum Bereich Bildende Kunst und ist für Klasse 5 angelegt. Im Mittelpunkt steht nicht eine anatomisch perfekte Figur. Entscheidend ist, ob Deine Figur eine erkennbare Haltung, eine glaubwürdige Bewegung und einen stabilen Stand entwickelt.

Betrachte die Drahtskulptur genau: Wo erkennst Du Linien, Bögen, Richtungswechsel und Zwischenräume? Eine Drahtfigur besteht nicht aus einer geschlossenen Oberfläche. Dadurch kann der Raum zwischen den Drähten ein wichtiger Teil der Gestaltung werden.


Das kannst Du am Ende

Du kannst eine menschliche Haltung beobachten, vereinfachen und dreidimensional gestalten. Du kannst erklären, warum eine Figur stabil oder instabil steht. Du kannst Draht mit geeigneten Werkzeugen sicher bearbeiten und Papier so verwenden, dass aus einem linearen Gerüst eine körperhafte Figur entsteht. Außerdem kannst Du Deine Gestaltung mit Fachbegriffen beschreiben und begründen.

Bereich G – grundlegendes Niveau M – mittleres Niveau E – erweitertes Niveau
Körperhaltung Du erkennst eine deutliche Pose und stellst sie vereinfacht dar. Du zeigst Gewichtsverlagerung, Arm- und Beinstellung bewusst. Du entwickelst eine dynamische, asymmetrische Pose mit klarer Bewegungsrichtung.
Drahtgerüst Du baust eine einfache, zusammenhängende Grundfigur. Du verbindest Gelenkstellen sorgfältig und passt Proportionen an. Du nutzt Drahtführung, Verdrehungen und räumliche Achsen gezielt für Ausdruck und Stabilität.
Papier Du umhüllst ausgewählte Bereiche sauber. Du entwickelst unterschiedliche Körpervolumen. Du setzt Volumen, Verdichtung, offene Stellen und Oberflächenwirkung bewusst als Gestaltungsmittel ein.
Stabilität Deine Figur kann mit Hilfen sicher stehen. Deine Figur steht auf einer sinnvoll geplanten Standfläche. Die Stabilität ist Teil der Pose und wird gestalterisch überzeugend gelöst.
Reflexion Du benennst wichtige Arbeitsschritte. Du begründest Entscheidungen zu Pose, Material und Stand. Du vergleichst Entwurf und Ergebnis und leitest konkrete Verbesserungen ab.


Körperhaltung und Bewegung untersuchen


Von der Pose zur Linie

Bevor Du Draht biegst, untersuchst Du die Bewegung. Eine Figur wirkt lebendig, wenn ihre Körperteile nicht nur einzeln angeordnet sind, sondern eine gemeinsame Richtung oder Spannung zeigen. Eine hilfreiche Vereinfachung ist die Bewegungslinie. Sie beschreibt die Hauptrichtung einer Pose, zum Beispiel eine aufrechte, gebogene, diagonale oder geschwungene Linie.

Bei einer Bewegungsstudie geht es zunächst nicht um Einzelheiten wie Finger, Gesicht oder Kleidung. Frage Dich zuerst: Wo ist oben und unten? Wohin neigt sich der Oberkörper? Welche Richtung haben Schultern und Hüfte? Welches Bein trägt Gewicht? Wie weit greifen Arme und Beine in den Raum?

Die schnellen Studien zeigen, dass wenige Linien reichen können, um eine Pose verständlich zu machen. Eine solche Gestenzeichnung ist deshalb eine gute Vorbereitung für eine Drahtfigur.


Posenlabor: Beobachten, nachstellen, verändern

Arbeite zu zweit. Eine Person nimmt für wenige Sekunden eine einfache Pose ein, die andere beschreibt nur die Richtung von Kopf, Schulterlinie, Hüfte, Armen und Beinen. Danach wechselt Ihr. Verwendet zunächst sichere Standposen ohne Springen, Rennen auf engem Raum oder riskantes Balancieren.

Für eine Pose kannst Du drei Fragen verwenden:

  1. Bewegungsrichtung: Wohin scheint sich die Figur zu bewegen?
  2. Gewichtsverlagerung: Auf welchem Fuß oder zwischen welchen Kontaktpunkten liegt das Gewicht?
  3. Ausdruck: Wirkt die Haltung eher ruhig, gespannt, stolz, müde, neugierig, schnell oder vorsichtig?


Interaktive Posen mit Animationen

Eine Animation besteht aus vielen Einzelbildern. Für Deine Drahtfigur ist interessant, dass jede sichtbare Bewegung aus einzelnen Posen zusammengesetzt werden kann.

Pose-Stopp-Aufgabe: Beobachte den Gehzyklus. Wähle gedanklich einen Moment aus und stelle diese Haltung selbst nach. Achte darauf, welches Bein vorn steht, wie die Arme mitschwingen und wie sich der Oberkörper über den Füßen befindet.

Pose-Veränderung: Wähle eine Gehpose und verändere nur ein Merkmal: Neige den Oberkörper stärker, hebe einen Arm, vergrößere den Schritt oder drehe die Schulterachse. Beschreibe anschließend, wie sich die Wirkung verändert.

Auch eine stark vereinfachte Strichfigur kann Haltung und Gefühl ausdrücken. Genau dieses Prinzip hilft Dir beim Bau eines Drahtgerüsts: Erst kommt die klare Gesamtbewegung, danach kommen Volumen und Details.

Das Video zeigt Prinzipien der Gestenzeichnung. Nutze es als Beobachtungshilfe: Suche nicht nach möglichst vielen Details, sondern nach Richtung, Rhythmus und Spannung einer Pose.


Bewegungsfotografie als Vorbild

Der Fotograf Eadweard Muybridge untersuchte im 19. Jahrhundert Bewegungsabläufe mit aufeinanderfolgenden Fotografien. Solche Bildfolgen machten einzelne Phasen sichtbar, die bei schneller Bewegung schwer getrennt wahrgenommen werden können. Für Deine Arbeit bedeutet das: Eine überzeugende Figur kann aus einem einzigen eingefrorenen Bewegungsmoment entstehen.

Du kannst selbst eine harmlose Bewegungsfolge untersuchen: Gehen, einen leichten Gegenstand anheben, sich umdrehen oder winken. Fotografiere Mitschülerinnen und Mitschüler nur mit Zustimmung und nach den Regeln Deiner Schule. Für die Untersuchung reichen auch Fotos ohne Gesicht, Schattenbilder, gezeichnete Bildfolgen oder eine Gliederpuppe.


Vom Strichmännchen zum dreidimensionalen Gerüst


Die Armatur

Das tragende Gerüst einer Figur wird in der Kunst häufig als Armatur bezeichnet. Bei Deinem Modell übernimmt Draht diese Funktion. Er verbindet Kopf, Rumpf, Arme und Beine zu einer räumlichen Grundstruktur.

Eine gute Armatur erfüllt drei Aufgaben gleichzeitig: Sie zeigt die geplante Körperhaltung, sie hält die Körperteile zusammen und sie trägt später das Papier.

Das Video zeigt den schrittweisen Aufbau einer Drahtfigur. Für den Unterricht gelten immer die Material- und Sicherheitsvorgaben Deiner Lehrkraft. Verwende nur den bereitgestellten, für die Aufgabe geeigneten Draht.


Proportionen vereinfachen

Für Klasse 5 brauchst Du keine komplizierte Anatomielehre. Entscheidend sind gut unterscheidbare Bereiche: Kopf, Rumpf, Ober- und Unterarme sowie Ober- und Unterschenkel. Gelenkstellen wie Schulter, Ellenbogen, Hüfte und Knie helfen Dir beim Biegen.

Ein häufiger Fehler ist, zu früh kleine Details zu bauen. Prüfe zuerst die Gesamtfigur aus mehreren Blickrichtungen. Eine Figur, die von vorn überzeugend wirkt, kann von der Seite zu flach oder instabil sein. Drehe sie deshalb immer wieder vorsichtig.


Standbein, Spielbein und Gewichtsverlagerung

Steht eine Person ganz symmetrisch auf zwei Füßen, wirkt die Haltung häufig ruhig. Verlagert sie das Gewicht auf eine Seite, entsteht mehr Spannung. Das stärker belastete Bein kann als Standbein gedacht werden. Das weniger belastete Bein kann freier gestellt werden und wird oft Spielbein genannt.

Bei einer dynamischen Figur können Schulter- und Hüftlinie unterschiedliche Richtungen haben. Diese Asymmetrie macht eine Haltung häufig lebendiger.


Stabilität entwickeln


Standfläche und Schwerpunkt

Eine Figur kippt leichter, wenn ihr Gewicht weit außerhalb ihrer Standfläche liegt. Vereinfacht kannst Du Dir den Schwerpunkt als einen gedachten Punkt vorstellen, an dem das Gewicht der Figur zusammengefasst wäre. Je besser dieser gedachte Punkt über der unterstützenden Standfläche liegt, desto leichter lässt sich die Figur stabilisieren.

Bei zwei aufgesetzten Füßen entsteht eine größere Standfläche als bei nur einem sehr kleinen Kontaktpunkt. Eine breite Fußstellung ist deshalb oft einfacher zu stabilisieren als eine extrem schmale.

Stabilitäts-Test: Stelle die Figur vorsichtig auf eine ebene Fläche. Betrachte sie von vorn und von der Seite. Kippt sie immer in dieselbe Richtung, verändere zuerst die Pose oder die Fußstellung, bevor Du einfach mehr Material hinzufügst.


Drei Wege zu einer stabilen Figur

  1. Standfläche: Vergrößere oder verbessere die Kontaktfläche zum Untergrund.
  2. Gewichtsverteilung: Bringe schwere oder weit auskragende Teile näher über die tragende Fläche.
  3. Verbindung: Sichere Drahtverbindungen und befestige die Figur bei Bedarf auf einer geeigneten Grundplatte nach Vorgabe der Lehrkraft.

Eine stabile Figur muss nicht steif wirken. Gerade eine interessante Aufgabe besteht darin, Bewegung und Stabilität gleichzeitig zu gestalten.


Sicher mit Draht und Werkzeug arbeiten


Werkzeuge erkennen

Eine Spitzzange kann Draht halten und biegen. Sie ersetzt nicht den Seitenschneider.

Ein Seitenschneider ist zum Trennen geeigneter Drähte gedacht. Schneide Draht nur nach Einweisung durch die Lehrkraft und nur mit dem dafür vorgesehenen Werkzeug.


Sicherheitsregeln für die Werkstatt

  1. Werkzeugnutzung: Benutze Zangen nur so, wie es Dir gezeigt wurde, und verwende jedes Werkzeug für seinen vorgesehenen Zweck.
  2. Schneidrichtung: Halte Hände, Gesicht und andere Personen aus der Schneidrichtung. Drahtstücke können beim Trennen wegspringen.
  3. Drahtenden: Lasse keine spitzen Enden offen stehen. Biege sie mit der Zange nach innen oder sichere sie nach Anweisung der Lehrkraft.
  4. Arbeitsplatz: Arbeite aufgeräumt und sammle abgeschnittene Drahtreste sofort in dem vorgesehenen Behälter.
  5. Abstand: Schwinge Draht nicht durch den Raum und trage lange Drahtstücke nicht unachtsam herum.
  6. Schutz: Befolge die Schutzmaßnahmen Deiner Schule und trage eine Schutzbrille, wenn Deine Lehrkraft dies für Schneidearbeiten vorgibt.
  7. Hilfe holen: Wenn ein Draht zu hart, zu dick oder schwer zu schneiden ist, versuche es nicht mit mehr Kraft. Bitte die Lehrkraft um Hilfe.

Wichtig: Für die Aufgabe wird weicher, für den Kunstunterricht geeigneter Draht verwendet. Harte Drähte, unbekannte Metallreste oder beschädigte Werkzeuge gehören nicht in die Schülerwerkstatt.


Mit Papier Volumen aufbauen


Von der Linie zur Körperform

Draht beschreibt zunächst vor allem Linien. Papier kann daraus Volumen machen. Du kannst ausgewählte Körperbereiche umwickeln, aufpolstern oder mit Papierstreifen überformen. Dadurch verändert sich die Wirkung: Ein dünnes Drahtbein kann leicht wirken, ein dicht umhüllter Rumpf schwerer und kompakter.

Das Video zeigt eine menschliche Papierfigur mit Draht als Grundgerüst. Übernimm nicht automatisch jedes Material oder jeden Arbeitsschritt. Entscheidend sind die von Deiner Lehrkraft bereitgestellten Materialien und die Sicherheitsregeln des Unterrichts.


Papier als Gestaltungsmittel

Papier kann glatt, zerknittert, gefaltet, gerissen, gewickelt oder geschichtet werden. Diese Unterschiede kannst Du bewusst einsetzen. Eine ruhige Figur könnte große, klare Flächen erhalten. Eine schnelle oder gespannte Figur kann durch diagonale Wicklungen, Falten oder gerichtete Papierstreifen unterstützt werden.

Du musst die Armatur nicht vollständig verdecken. Offene Drahtbereiche können zeigen, wie die Figur konstruiert ist. Dadurch entsteht ein spannender Gegensatz zwischen Linie und Fläche, zwischen offen und geschlossen sowie zwischen leicht und massiv.

Die Arbeit mit Draht zeigt, dass selbst ohne geschlossene Oberfläche räumliche Formen entstehen können. Untersuche, wie Wiederholung, Linie und leerer Raum zusammenwirken.


Vom Entwurf zum fertigen Werk


Arbeitsphase 1: Pose finden

Wähle eine klare, sichere Pose. Geeignet sind zum Beispiel Gehen, Winken, vorsichtiges Balancieren mit beiden Füßen am Boden, Lesen im Stehen, einen Ball halten, Tanzen in einer eingefrorenen Haltung oder sich nach etwas ausstrecken.

Zeichne die Pose zuerst als Strichfigur. Ergänze eine Bewegungslinie und markiere die Standpunkte der Füße.


Arbeitsphase 2: Drahtgerüst bauen

Baue eine einfache zusammenhängende Grundfigur. Forme Kopf, Rumpf, Arme und Beine so, dass die Pose bereits ohne Papier verständlich ist. Überprüfe danach alle Drahtenden und Verbindungen.

G: Eine klare, einfache Pose mit sicherem Stand genügt.

M: Zeige zusätzlich eine bewusste Gewichtsverlagerung und unterschiedliche Richtungen von Armen und Beinen.

E: Entwickle eine räumlich komplexe Pose, bei der Bewegungsrichtung, Schulterachse, Hüftachse und Standfläche bewusst zusammenspielen.


Arbeitsphase 3: Stabilität testen

Stelle die Armatur auf. Verändere nur so viel wie nötig. Wenn sie kippt, frage zuerst nach der Ursache: Ist ein Bein zu kurz? Liegt der Oberkörper zu weit außerhalb der Standfläche? Sind die Füße zu klein? Ist ein Arm sehr weit ausgestreckt?

Dokumentiere eine Verbesserung mit einer kleinen Skizze oder einem Vorher-Nachher-Foto.


Arbeitsphase 4: Papier ergänzen

Entscheide, welche Bereiche Volumen erhalten. Arbeite von großen Formen zu kleineren. Prüfe immer wieder, ob die Pose trotz Papier noch lesbar bleibt.

G: Umhülle Rumpf und ausgewählte Gliedmaßen gleichmäßig.

M: Variiere Volumen und Oberfläche, um die Haltung zu unterstützen.

E: Nutze bewusste Gegensätze zwischen offenem Draht, dichter Papierform, Faltung und Richtung der Oberfläche.


Arbeitsphase 5: Ausdruck prüfen

Stelle Deine Figur auf Augenhöhe und betrachte sie aus mindestens drei Richtungen. Bitte eine andere Person, die Pose in einem Satz zu beschreiben. Wenn die Beschreibung Deiner Absicht entspricht, ist die Körperhaltung gut lesbar.


Arbeitsphase 6: Fotografieren und präsentieren

Fotografiere Deine Figur vor einem ruhigen Hintergrund. Probiere verschiedene Blickhöhen aus: auf Augenhöhe der Figur, leicht von oben und leicht von unten. Beobachte, wie sich der Ausdruck verändert.

Wenn Personen auf Prozessfotos erkennbar sind, beachte die Regeln Deiner Schule zu Einwilligung und Datenschutz. Für eine Werkdokumentation reicht meist die Figur selbst.


Bewegung als Bildfolge und Animation

Ein dreidimensionales Modell kann Ausgangspunkt für eine kleine Stop-Motion-Idee werden. Dafür muss die Figur aber nicht ständig stark verbogen werden. Bereits zwei oder drei vorsichtig veränderte Haltungen können zeigen, wie eine Bewegung geplant wird.

Das Video erläutert Grundideen eines Gehzyklus in der Animation. Für Deine Aufgabe reicht die Beobachtung: Beim Gehen verändern sich Beinposition, Armschwung, Körperhöhe und Gewichtsverteilung in einer wiederkehrenden Abfolge.

Mini-Animationsauftrag: Zeichne vier kleine Strichfiguren, die nacheinander eine Bewegung zeigen. Nutze diese Folge anschließend als Ideenquelle für eine einzige besonders ausdrucksstarke Drahtpose.


Gestaltungsprinzipien


Linie

Draht zeichnet im Raum. Gerade, gebogene und geknickte Linien erzeugen unterschiedliche Wirkungen. Eine starke Diagonale wirkt häufig bewegter als eine senkrechte Mittelachse.


Raum

Eine Figur hat Vorderseite, Rückseite und Seiten. Arme und Beine können nach vorn oder hinten in den Raum greifen. Dadurch entsteht Dreidimensionalität.


Spannung

Spannung entsteht durch Gegensätze, zum Beispiel durch einen weit ausgestreckten Arm und ein zurückgesetztes Bein, eine gebeugte Körperachse oder eine deutliche Gewichtsverlagerung.


Oberfläche

Papier verändert die Oberfläche. Falten, Risse, Wicklungen und Überlagerungen können die Bewegung verstärken oder beruhigen.


Positiv- und Negativraum

Nicht nur das Material selbst ist sichtbar. Auch die Zwischenräume zwischen Armen, Beinen und Rumpf bilden Formen. Diese leeren Bereiche werden als Negativraum wahrgenommen.


Werkbetrachtung und Rückmeldung

Eine hilfreiche Rückmeldung beschreibt zuerst, was sichtbar ist, bevor sie bewertet. Verwende zum Beispiel diese Reihenfolge:

  1. Beschreibung: Welche Haltung, Richtungen und Materialien sehe ich?
  2. Wirkung: Welche Bewegung oder Stimmung nehme ich wahr?
  3. Begründung: Welche Linien, Winkel, Volumen oder Standpunkte erzeugen diese Wirkung?
  4. Weiterentwicklung: Welche eine Veränderung könnte die Wirkung noch deutlicher machen?


Bewertungsraster G/M/E

Kriterium G M E
Pose klar erkennbar deutlich bewegt und bewusst gestaltet dynamisch, räumlich und ausdrucksstark
Stabilität mit einfacher Lösung sicher Standfläche und Gewichtsverteilung sinnvoll Stabilität überzeugend in die Gestaltung integriert
Drahtverarbeitung Grundform verbunden und sicher Verbindungen sauber und zweckmäßig Drahtführung zusätzlich gestalterisch genutzt
Papiergestaltung Körpervolumen erkennbar Volumen und Oberfläche variiert offene und geschlossene Bereiche gezielt komponiert
Reflexion Arbeitsschritte benannt Entscheidungen begründet Wirkung analysiert und Verbesserungen nachvollziehbar abgeleitet


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wozu dient eine Bewegungslinie beim Entwerfen einer Figur? (Sie zeigt die Hauptrichtung und Dynamik der Pose) (!Sie ersetzt alle Körperteile durch Muster) (!Sie gibt die Farbe des Papiers vor) (!Sie bestimmt die Größe des Werkzeugs)




Was ist bei einer Drahtfigur die Armatur? (Das tragende innere Gerüst der Figur) (!Die bemalte Oberfläche der Figur) (!Die Fotografie der fertigen Figur) (!Der Klebstoff auf dem Papier)




Was verbessert meist die Standfestigkeit einer Figur? (Eine sinnvoll geplante Standfläche) (!Ein möglichst langer ausgestreckter Arm) (!Ein sehr kleiner einzelner Kontaktpunkt) (!Ein locker herumliegendes Drahtende)




Womit wird geeigneter Draht fachgerecht getrennt? (Mit einem dafür vorgesehenen Seitenschneider) (!Mit einer Papierschere) (!Mit einem Lineal) (!Mit einem Klebestift)




Was soll mit einem spitzen Drahtende geschehen? (Es wird nach Anweisung sicher nach innen gebogen oder gesichert) (!Es bleibt nach außen stehen) (!Es wird mit der Hand abgebrochen) (!Es wird in Richtung anderer Personen gedreht)




Warum betrachtet man eine Figur von mehreren Seiten? (Weil sie dreidimensional ist und aus jeder Richtung funktionieren soll) (!Weil nur die Rückseite gestaltet wird) (!Weil Papier nur von der Seite sichtbar ist) (!Weil die Vorderseite keine Rolle spielt)




Was bezeichnet eine Gewichtsverlagerung in einer Pose? (Dass das Körpergewicht stärker auf eine Seite oder einen Standpunkt verlagert ist) (!Dass die Figur immer genau symmetrisch steht) (!Dass nur die Arme bewegt werden) (!Dass Papier durch Draht ersetzt wird)




Welche Aufgabe hat Papier bei der Drahtfigur besonders? (Es kann Volumen und Oberfläche aufbauen) (!Es macht jede Figur automatisch stabil) (!Es schneidet Drahtenden ab) (!Es ersetzt jede Verbindung im Drahtgerüst)




Was ist eine sinnvolle Reihenfolge beim Gestalten? (Zuerst Gesamtpose und Gerüst klären und danach Volumen und Details ergänzen) (!Zuerst Finger gestalten und danach die Körperhaltung suchen) (!Zuerst dekorieren und danach die Figur zusammenbauen) (!Zuerst fotografieren und danach den Draht auswählen)




Was ist bei Prozessfotos mit Mitschülerinnen und Mitschülern wichtig? (Zustimmung und die Datenschutzregeln der Schule) (!Jedes Foto sofort öffentlich hochzuladen) (!Personen ohne ihr Wissen zu fotografieren) (!Namen immer sichtbar auf das Foto zu schreiben)





Memory

Bewegungslinie Hauptrichtung einer Pose
Armatur Tragendes inneres Gerüst
Standfläche Bereich der tragenden Kontaktpunkte
Schwerpunkt Gedachter Punkt der Gewichtsverteilung
Spitzzange Werkzeug zum Greifen und Biegen
Seitenschneider Werkzeug zum Trennen geeigneten Drahts
Papierhülle Aufbau von Volumen und Oberfläche
Negativraum Leerer Raum zwischen Teilen einer Figur





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Bewegungslinie Dynamik der Pose planen
Drahtgerüst Grundform der Figur aufbauen
Papierstreifen Volumen und Oberfläche ergänzen
Standfläche Standfestigkeit der Figur prüfen
Drahtende Nach Anweisung nach innen biegen und sichern






Kreuzworträtsel

Armatur Wie heißt das tragende innere Gerüst einer Figur?
Standfläche Welcher Begriff bezeichnet den tragenden Bereich unter einer Figur?
Bewegungslinie Welche Linie fasst die Hauptrichtung einer Pose zusammen?
Spitzzange Welches Werkzeug eignet sich zum Greifen und Biegen von Draht?
Seitenschneider Welches Werkzeug trennt geeigneten Draht?
Papierhülle Wie kann die Schicht heißen, die das Drahtgerüst mit Papier umgibt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine vereinfachte Linie für die Hauptrichtung einer Pose heißt

.
Das tragende Drahtgerüst einer Figur kann als

bezeichnet werden.
Die Kontaktbereiche zum Untergrund bilden die

.
Für einen sicheren Stand sollte die Gewichtsverteilung zur geplanten

passen.
Eine Spitzzange wird vor allem zum Greifen und

des Drahts verwendet.
Zum fachgerechten Trennen geeigneten Drahts dient ein

.
Spitze Drahtenden müssen nach der Einweisung sicher nach innen

werden.
Papier kann aus dem linearen Gerüst ein räumliches

entwickeln.
Die leeren Formen zwischen den Körperteilen gehören zum

.
Eine Figur sollte aus mehreren Richtungen betrachtet werden, weil sie

ist.
Vor dem Fotografieren anderer Personen braucht es deren

.
Bei einer Werkbetrachtung soll eine Beobachtung durch sichtbare Merkmale

werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Pose in einer Linie: Stelle drei sichere Körperhaltungen nach und zeichne zu jeder Haltung nur eine Bewegungslinie und ein vereinfachtes Strichmännchen.
  2. Gefühl ohne Gesicht: Entwickle zwei Strichfiguren, die unterschiedliche Gefühle nur durch Körperhaltung, Arme und Kopfneigung ausdrücken.
  3. Stabil oder instabil: Zeichne vier verschiedene Standpositionen und markiere, welche wahrscheinlich besonders stabil und welche eher instabil wären. Begründe Deine Einschätzung.
  4. Papierlabor: Erzeuge aus demselben Papier mindestens vier unterschiedliche Oberflächen durch Falten, Reißen, Wickeln oder Knüllen und beschreibe ihre Wirkung.


Standard

  1. Draht-Pose: Baue nach der Sicherheitseinweisung eine kleine Drahtfigur mit klar erkennbarer Gewichtsverlagerung und dokumentiere zwei Zwischenstände.
  2. Drei Ansichten: Fotografiere Deine fertige Figur von vorn, von der Seite und schräg von unten und vergleiche, wie sich ihre Wirkung verändert.
  3. Vier Bewegungsphasen: Zeichne eine einfache Bewegung in vier Phasen und wähle anschließend die interessanteste Phase als Vorlage für eine plastische Figur.
  4. Partner-Feedback: Tausche Deine Figur mit einer Partnerperson und verfasse eine Rückmeldung aus Beschreibung, Wirkung, Begründung und einem Verbesserungsvorschlag.


Schwer

  1. Mini-Stop-Motion: Plane eine kurze Animation mit Deiner Figur oder einer gezeichneten Ersatzfigur. Verändere die Haltung nur in kleinen sicheren Schritten und erkläre, welche Bewegungsphasen nötig sind.
  2. Raum gestalten: Entwickle eine Figur, bei der mindestens drei deutlich erkennbare Zwischenräume bewusst Teil der Komposition sind, und skizziere diese Negativräume zusätzlich auf Papier.
  3. Balance-Experiment: Entwickle zwei Varianten derselben Pose mit unterschiedlicher Standfläche. Vergleiche systematisch, welche Lösung stabiler ist und warum.
  4. Kuratorisches Projekt: Plane in einer Gruppe eine kleine Ausstellung mehrerer Draht-Papier-Figuren. Entwickelt Titel, Aufstellung, Blickrichtungen und kurze Werktexte so, dass eine gemeinsame Bewegungsgeschichte entsteht.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Pose übertragen: Du erhältst ein Foto oder eine Zeichnung einer unbekannten Körperhaltung. Reduziere sie auf Bewegungslinie, Schulterachse, Hüftachse und Standpunkte und erkläre, wie Du daraus eine Drahtfigur entwickeln würdest.
  2. Kippende Figur: Eine Figur fällt immer nach vorn. Nenne mindestens drei mögliche Ursachen und ordne jeder Ursache eine passende Veränderung an Pose, Standfläche oder Materialverteilung zu.
  3. Zwei Wirkungen: Vergleiche eine fast vollständig mit Papier geschlossene Figur mit einer weitgehend offenen Drahtfigur. Erkläre, wie Linie, Volumen und Negativraum jeweils wirken.
  4. Werkstattsituation: Beschreibe, wie Du reagieren würdest, wenn ein Draht zu hart für den bereitgestellten Seitenschneider ist und ein Mitschüler versucht, ihn mit sehr viel Kraft zu trennen. Begründe Deine Entscheidung.
  5. Ausdruck analysieren: Wähle eine Pose Deiner Figur und erkläre, wie mindestens drei konkrete Merkmale die wahrgenommene Bewegung oder Stimmung erzeugen.
  6. Vom Entwurf zum Ergebnis: Vergleiche Deine erste Skizze mit der fertigen Figur. Benenne eine Abweichung, erkläre ihre Ursache und entscheide begründet, ob sie eine Verbesserung oder ein Problem darstellt.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind besonders wichtig:

  1. Körperhaltung: Eine klar erkennbare, bewusst gewählte Pose.
  2. Bewegungsanalyse: Eine Skizze oder Bewegungsstudie mit Bewegungslinie.
  3. Armatur: Ein zusammenhängendes und sicher verarbeitetes Drahtgerüst.
  4. Stabilität: Ein nachvollziehbar gelöster Stand mit geeigneter Standfläche oder sinnvoller Befestigung.
  5. Papiergestaltung: Sichtbare Entscheidungen zu Volumen, Oberfläche und offenen Bereichen.
  6. Werkzeugsicherheit: Einhaltung der vereinbarten Regeln für Draht, Spitzzange und Seitenschneider.
  7. Dokumentation: Mindestens zwei Arbeitsstände oder Ansichten des Werks.
  8. Reflexion: Eine kurze Erklärung zur Wirkung von Haltung, Material und Raum.
  9. Differenzierung: Eine Bearbeitungstiefe, die dem vereinbarten G-, M- oder E-Niveau entspricht.




OERs zum Thema

Als Hintergrund zu dreidimensionaler Kunst eignet sich der Wikipedia-Artikel zu Plastik:

Für Bewegungsfotografie und Bewegungsstudien:

Weitere frei lizenzierte Bildbeispiele findest Du auf Wikimedia Commons in den Bereichen Drahtskulptur, Gestenzeichnung, Bewegung und Animation.


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