BK5 - Eine kleine Ausstellung gestalten

BK5 - Eine kleine Ausstellung gestalten
BK5 - Eine kleine Ausstellung gestalten
Einleitung
Stell Dir vor, Eure Klasse hat viele Zeichnungen, Collagen, Malereien, Fotografien oder kleine Objekte hergestellt. Nun sollen die Arbeiten nicht einfach irgendwo an die Wand gehängt werden. Ihr wollt daraus eine kleine Ausstellung machen, die Besucherinnen und Besucher gern anschauen, verstehen und erkunden.
Eine Ausstellung ist mehr als eine Sammlung von Bildern. Wer eine Ausstellung gestaltet, trifft bewusste Entscheidungen: Welche Werke passen zum Thema? Welche Arbeiten sollen nebeneinander stehen? Was sieht man zuerst? Wo braucht ein Werk Platz? Welche Informationen stehen auf einem Schild? Wie finden sich Besucherinnen und Besucher im Raum zurecht? Genau um diese Fragen geht es in diesem aiMOOC.
Beim Kuratieren werden Werke ausgewählt, geordnet und in einen Zusammenhang gebracht. In professionellen Ausstellungen wirken oft verschiedene Personen zusammen. Für Eure kleine Ausstellung übernimmt die Klasse viele dieser Aufgaben selbst. Ihr plant die Auswahl, die Reihenfolge, die Platzierung, die Beschriftung und die Besucherführung.

Betrachte das Foto genau. Wo stehen Objekte? Wo hängen Bilder? Wo können Menschen gehen? Schon an diesem Beispiel kannst Du erkennen: Ausstellungsgestaltung verbindet Kunst, Raum, Gestaltung, Typografie und Kommunikation.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, warum eine Ausstellung geplant werden muss. Du kannst Werke nach einem Thema auswählen, eine sinnvolle Reihenfolge entwickeln, einen einfachen Stellplan zeichnen, Bilder und Objekte passend platzieren, gut lesbare Beschriftungen gestalten und einen verständlichen Rundgang für Besucherinnen und Besucher planen.
Du lernst außerdem, Deine Entscheidungen zu begründen. Das ist wichtig, weil es beim Ausstellen selten nur eine einzige richtige Lösung gibt. Eine gute Lösung passt zum Thema, zum Raum, zu den Werken und zu den Menschen, die die Ausstellung besuchen.
G/M/E-Differenzierung
Die Aufgaben sind für Klasse 5 auf drei Niveaus angelegt. G bedeutet grundlegendes Niveau, M mittleres Niveau und E erweitertes Niveau. Du kannst je nach Aufgabe auf einem passenden Niveau arbeiten oder Dich steigern.
| Niveau | Was Du planst | Was Du besonders zeigen sollst |
|---|---|---|
| G | Eine kleine Auswahl von ungefähr fünf Werken, eine klare Reihenfolge und einen einfachen Rundgang. | Du triffst verständliche Entscheidungen und kannst kurz erklären, warum Du sie gewählt hast. |
| M | Eine Auswahl von etwa sechs bis acht Werken, zwei sinnvolle Gruppen, einen Stellplan und vollständige Beschriftungen. | Du vergleichst Möglichkeiten und begründest Deine Reihenfolge, Abstände und Wege. |
| E | Eine Auswahl von etwa acht bis zwölf Werken, mehrere Gruppierungen, Blickachsen, Alternativen für den Rundgang und eine bewusste Raumwirkung. | Du entwickelst ein Ausstellungskonzept und begründest Entscheidungen aus Sicht verschiedener Besucherinnen und Besucher. |
Was macht eine Ausstellung aus?
Eine Ausstellung zeigt ausgewählte Dinge so, dass Menschen sie betrachten und Zusammenhänge entdecken können. Das können Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen, Modelle, Fundstücke, Texte, Medien oder ganz andere Objekte sein. Die ausgestellten Dinge nennt man häufig Exponate.
Eine kleine Schulausstellung braucht kein großes Museum. Ein Klassenraum, ein Flur, die Aula, eine Bibliothek, eine Stellwand oder sogar ein digitaler Raum kann ausreichen. Entscheidend ist, dass Du bewusst gestaltest.
Hier siehst Du Bilder an Wänden und Objekte auf Sockeln. Dadurch entstehen unterschiedliche Arten des Betrachtens. Ein Wandbild wird anders wahrgenommen als ein Objekt, um das man möglicherweise herumgehen kann.
Die fünf Kernentscheidungen
| Entscheidung | Leitfrage | Beispiel |
|---|---|---|
| Auswahl | Welche Werke gehören in die Ausstellung? | Nur Arbeiten, die zum Thema „Farbe und Stimmung“ passen. |
| Reihenfolge | Was sehen die Besucher zuerst, danach und zuletzt? | Von ruhigen zu lebhaften Bildern. |
| Platzierung | Wo hängt oder steht jedes Werk? | Ein großes Bild bekommt genügend Abstand zu kleineren Arbeiten. |
| Beschriftung | Welche Informationen brauchen die Besucher? | Name, Titel, Material und ein kurzer Satz zum Werk. |
| Besucherführung | Wie finden Menschen durch die Ausstellung? | Ein klarer Eingang, eine nachvollziehbare Richtung und ein sichtbarer Abschluss. |
Diese fünf Entscheidungen hängen zusammen. Wenn Du ein Werk aus der Auswahl entfernst, verändert sich vielleicht die Reihenfolge. Wenn eine Wand zu kurz ist, musst Du die Platzierung anpassen. Wenn der Weg geändert wird, sieht das Publikum manche Werke früher oder später.
Schritt 1: Ein Thema und eine Auswahl finden
Am Anfang steht eine Idee. Ein Thema hilft dabei, aus vielen Arbeiten eine passende Auswahl zu treffen. Mögliche Themen für Klasse 5 sind zum Beispiel „Tiere in Bewegung“, „Meine Stadt“, „Farbe macht Stimmung“, „Fantastische Wesen“, „Spuren und Strukturen“, „Hell und Dunkel“ oder „Wir erzählen eine Geschichte“.
Ein Thema ist besonders hilfreich, wenn nicht alle Werke gezeigt werden können. Dann wird die Auswahl nicht nach „schön“ und „nicht schön“ getroffen, sondern nach nachvollziehbaren Kriterien.
Kriterien für die Auswahl
Frage Dich bei jedem Werk: Passt es zum Thema? Ergänzt es andere Arbeiten? Zeigt es etwas Neues? Ist es groß oder klein? Braucht es viel Platz? Ist es empfindlich? Soll es von vorne, von mehreren Seiten oder aus der Nähe betrachtet werden?
Ein Ausstellungsteam sollte fair entscheiden. Persönliche Freundschaften dürfen nicht das wichtigste Kriterium sein. Wenn mehrere Arbeiten sehr ähnlich sind, kann es sinnvoll sein, nur einige davon auszuwählen oder sie bewusst als Gruppe zu präsentieren.
G/M/E-Auftrag zur Auswahl
G: Wähle fünf Werke aus und schreibe zu jedem Werk einen kurzen Grund, warum es zum Thema passt.
M: Wähle sechs bis acht Werke aus und ordne sie in zwei Gruppen. Gib jeder Gruppe eine Überschrift.
E: Wähle acht bis zwölf Werke aus. Formuliere ein Ausstellungsthema in einem Satz und entscheide zusätzlich, welches Werk als Auftakt und welches als Abschluss wirken soll.
Schritt 2: Eine Reihenfolge entwickeln
Eine Ausstellung hat einen Anfang, eine Mitte und einen Abschluss, auch wenn sie keine Geschichte erzählt. Durch die Reihenfolge entstehen Zusammenhänge. Zwei Bilder nebeneinander können sich ähneln, sich ergänzen oder einen starken Gegensatz bilden.
Eine Reihenfolge kann nach verschiedenen Prinzipien gestaltet werden: nach Farbe, Größe, Thema, Technik, Stimmung, Entstehungsprozess oder einer erzählten Handlung. Wichtig ist, dass die Reihenfolge für die Besucherinnen und Besucher nachvollziehbar wird.

Diese historische Galerie zeigt eine sehr dichte Hängung. Viele Werke stehen gleichzeitig im Blickfeld.

In dieser modernen Galerie haben einzelne Werke deutlich mehr freien Raum um sich herum. Vergleiche beide Ansichten: Wo wandert Dein Blick schneller? Wo kannst Du Dich stärker auf ein einzelnes Werk konzentrieren? Welche Wirkung entsteht durch die Abstände?
Reihenfolge als Erzählung
Du kannst eine Ausstellung wie einen kleinen Weg durch eine Geschichte planen. Das erste Werk weckt Neugier. Danach folgen Arbeiten, die neue Aspekte zeigen. Ein besonders überraschendes Werk kann in der Mitte stehen. Am Ende kann ein Bild oder Objekt erscheinen, das das Thema zusammenfasst oder eine offene Frage hinterlässt.
Merke: Reihenfolge bedeutet nicht nur „eins, zwei, drei“. Reihenfolge bedeutet, dass Du überlegst, wie die Wahrnehmung von einem Werk zum nächsten weitergeht.
Schritt 3: Hängung und Platzierung planen
Die Anordnung von Bildern an einer Wand wird als Hängung bezeichnet. Bei dreidimensionalen Arbeiten spricht man eher von Aufstellung oder Platzierung. Wichtig ist immer, dass jedes Werk genug Raum bekommt und sicher präsentiert wird.

Das Foto zeigt, dass das Hängen selbst ein Teil der Ausstellungsarbeit ist. Vor dem endgültigen Befestigen sollte die Position geplant und überprüft werden.
Beobachtungsauftrag zum Video: Achte darauf, wie die Bilder zueinander ausgerichtet werden. Welche Rolle spielen Abstände, Höhen und Gruppen?
Auf Augenhöhe denken
Bilder werden häufig so angebracht, dass wichtige Bereiche bequem betrachtet werden können. Für eine Ausstellung von Klasse 5 solltest Du nicht einfach eine feste Erwachsenen-Höhe übernehmen. Überlege, wer die Ausstellung besucht. Sind es Kinder, Jugendliche und Erwachsene? Dann kann eine mittlere, gut erreichbare Betrachtungshöhe sinnvoll sein.
Große Bilder brauchen oft mehr Abstand. Kleine Arbeiten dürfen näher zusammenstehen, wenn sie eine Gruppe bilden. Bei sehr unterschiedlichen Formaten hilft eine gedachte Linie, an der sich mehrere Werke orientieren.
Gruppen bilden
Werke können als Reihe, Raster, lockere Gruppe oder bewusstes Paar angeordnet werden. Eine Reihe wirkt geordnet. Ein Raster wirkt streng und übersichtlich. Eine lockere Gruppe kann lebendig wirken. Ein Paar lenkt den Blick auf einen Vergleich.
Für Klasse 5 gilt: Wähle eine Anordnung nicht nur, weil sie „cool“ aussieht. Sie sollte zum Inhalt passen.
Dreidimensionale Werke
Skulpturen, Modelle oder Objekte brauchen Platz im Raum. Manche Werke sollten von mehreren Seiten sichtbar sein. Kleine oder empfindliche Dinge können in einer Vitrine geschützt werden.

Achte darauf, dass Sockel, Tische und Vitrinen keine Stolperfallen bilden. Schwere oder empfindliche Arbeiten werden nur gemeinsam mit der Lehrkraft sicher befestigt oder aufgestellt.
Schritt 4: Einen Stellplan zeichnen
Ein Stellplan ist eine Zeichnung des Raumes von oben. Er zeigt, wo Wände, Türen, Fenster, Stellwände, Sockel, Tische und wichtige Exponate liegen oder stehen. Ein Stellplan hilft Dir, die Ausstellung zu planen, bevor wirklich etwas aufgebaut wird.

Auch historische Ausstellungen wurden mit Grundrissen geplant. Ein Plan macht sichtbar, wie Räume zusammenhängen.

Ein realer Museumsgrundriss kann kompliziert wirken. Für Eure Schulausstellung reicht eine viel einfachere Zeichnung.
So entsteht ein einfacher Stellplan
Zeichne zuerst die Form des Raums. Markiere Türen, Fenster und Bereiche, die frei bleiben müssen. Zeichne dann Wände, Stellwände, Tische oder Sockel ein. Schließlich trägst Du ein, wo die wichtigsten Werke hängen oder stehen sollen. Pfeile können den geplanten Weg der Besucher zeigen.
Bei einem Plan von oben kannst Du gut erkennen, ob Wege zu eng sind, ob sich Menschen begegnen können und ob ein Objekt versehentlich mitten im Laufweg steht.
G/M/E-Auftrag zum Stellplan
G: Zeichne den Raum vereinfacht von oben und markiere Eingang, Ausgang, Wände und fünf Werke.
M: Zeichne zusätzlich Stellwände, Sockel oder Tische ein. Markiere mit Pfeilen einen Rundgang.
E: Plane zwei verschiedene Stellpläne. Vergleiche sie und entscheide anhand von Blickachsen, Wegen und Ruhepunkten, welche Variante besser funktioniert.
Schritt 5: Beschriftungen gestalten
Beschriftungen helfen den Besucherinnen und Besuchern, ein Werk einzuordnen. Sie sollen informieren, aber das Kunstwerk nicht überdecken. Gute Beschriftungen sind lesbar, kurz und eindeutig.

Ein Museumsschild kann sehr knapp sein. Für eine Schulausstellung reicht oft ein einfaches Format.
| Bestandteil | Beispiel |
|---|---|
| Name | Lina Beispiel |
| Titel | Der rote Weg |
| Entstehung | Schuljahr 2026/27 |
| Technik oder Material | Wasserfarbe und Buntstift auf Papier |
| Kurzer Erklärungssatz | Das Bild zeigt, wie eine Farbe eine Stimmung verändern kann. |

Lesbarkeit ist Gestaltung
Achte auf eine ausreichend große Schrift, deutliche Buchstaben und einen guten Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund. Verwende nicht zu viele verschiedene Schriftarten. Platziere die Beschriftung so, dass klar ist, zu welchem Werk sie gehört.
Lange Texte schrecken viele Besucher ab. Für Klasse 5 ist ein kurzer, verständlicher Text meist besser als ein komplizierter Absatz.
Wandtexte und Themenfelder
Manchmal braucht nicht jedes Werk einen langen Erklärungstext. Stattdessen kann eine Gruppe von Arbeiten einen gemeinsamen Wandtext erhalten.
Überlege: Was ist hier leichter zu erfassen – die Bilder oder die Textfelder? Wie viel Text würdest Du selbst in einer Ausstellung lesen?
Schritt 6: Besucherführung planen
Eine Ausstellung wird nicht nur für die Werke gestaltet, sondern auch für Menschen. Besucherinnen und Besucher müssen erkennen können, wo sie anfangen, wie sie weitergehen und wann der Rundgang endet.

Orientierung kann durch Pfeile, Nummern, Farben, Symbole, Überschriften oder eine sinnvolle Raumfolge entstehen. Ein guter Rundgang fühlt sich klar an, ohne dass überall Schilder stehen müssen.
Blickachsen
Eine Blickachse ist eine Sichtverbindung durch einen Raum. Wenn Du durch eine Tür schon ein auffälliges Werk an der nächsten Wand sehen kannst, zieht dieses Werk Deinen Blick an. Solche Blickachsen können Besucher leiten.

Prüfe bei Eurer Ausstellung, was man direkt vom Eingang aus sieht. Ist dort ein guter Auftakt? Wird der Blick zu einer Ecke gezogen, in der gar nichts Wichtiges passiert? Dann kann die Platzierung verändert werden.
Ruhepunkte und Bewegungsflächen
Nicht jeder Bereich muss voll sein. Freie Flächen helfen dabei, einzelne Werke wahrzunehmen. Eine Bank, ein Stuhl oder ein ruhiger Platz kann zum längeren Betrachten einladen. Gleichzeitig müssen Wege frei bleiben.
Besucherführung bedeutet auch Rücksichtnahme. Türen dürfen nicht blockiert werden. Flucht- und Rettungswege müssen frei bleiben. Kabel, Sockel oder Taschen dürfen nicht zu Stolperstellen werden.
G/M/E-Auftrag zur Besucherführung
G: Markiere Start und Ende der Ausstellung und zeichne einen eindeutigen Weg.
M: Plane zusätzlich zwei Orientierungshilfen, zum Beispiel Pfeile, Farben oder Bereichsüberschriften.
E: Prüfe den Rundgang aus drei Perspektiven: als Kind, als erwachsene Begleitperson und als Person, die sich möglichst ohne unnötige Hindernisse durch den Raum bewegen möchte. Verbessere den Plan entsprechend.
Schritt 7: Aufbau testen und verbessern
Ein guter Plan darf verändert werden. Beim Aufbau merkt man oft erst, dass Abstände anders wirken als auf Papier. Deshalb ist eine Testphase wichtig.
Ihr könnt Werke zunächst mit Papierformaten simulieren. Schneidet Rechtecke in den Größen der Bilder aus oder legt Ausdrucke auf dem Boden aus. Für Stellwände, Tische und Sockel könnt Ihr kleine Modelle aus Karton bauen. Erst wenn die Anordnung überzeugt, wird endgültig aufgebaut.
Der Zeitraffer zeigt, wie viele einzelne Arbeitsschritte in einer größeren Ausstellungsinstallation stecken. Für Eure kleine Ausstellung gilt dasselbe im Kleinen: planen, ausprobieren, korrigieren, aufbauen und prüfen.
Der Ausstellungs-Check
| Prüffrage | Ja | Noch verbessern |
|---|---|---|
| Ist das Thema am Eingang erkennbar? | □ | □ |
| Passt jedes Werk zur Auswahl? | □ | □ |
| Ist die Reihenfolge nachvollziehbar? | □ | □ |
| Haben wichtige Werke genug Platz? | □ | □ |
| Sind alle Beschriftungen lesbar? | □ | □ |
| Sind Wege frei und sicher? | □ | □ |
| Finden Besucher Start und Ende? | □ | □ |
| Gibt es Stellen, an denen man ruhig schauen kann? | □ | □ |
Museums- und Galerieansichten vergleichen
Ausstellungen können sehr unterschiedlich aussehen. Manche Räume sind dicht gefüllt, andere sehr leer. Manche nutzen weiße Wände, andere kräftige Farben. Manche zeigen nur Bilder, andere verbinden Bilder, Objekte, Texte und Medien.

Vergleiche diese Ansicht mit den anderen Museumsfotos im aiMOOC. Welche Wirkung haben Wandfarbe, Beleuchtung, Abstände und Raumgröße?
Beobachtungsraster
| Beobachtung | Frage |
|---|---|
| Wand | Ist sie leer, farbig, beschriftet oder stark gefüllt? |
| Abstand | Stehen oder hängen Werke dicht oder weit auseinander? |
| Höhe | Sind die Werke auf einer gemeinsamen Linie oder bewusst unterschiedlich hoch? |
| Licht | Welche Bereiche werden besonders hervorgehoben? |
| Weg | Kannst Du erkennen, wohin Besucher als Nächstes gehen? |
| Text | Gibt es viele Erklärungen oder nur kurze Schilder? |
Virtuelle Ausstellungsräume
Eine Ausstellung muss nicht immer nur an einem realen Ort stattfinden. Virtuelle Ausstellungen und 360-Grad-Rundgänge ermöglichen es, Räume am Bildschirm zu erkunden. Dabei bleibt die Frage der Besucherführung wichtig: Wo startet man? Welche Richtung ist möglich? Wie erkennt man wichtige Werke?
Der virtuelle Rundgang durch die Gallery of Honour des Rijksmuseums eignet sich für eine Beobachtung der Raumfolge. Stoppe das Video an mehreren Stellen und frage Dich: Welche Werke fallen sofort auf? Welche Räume wirken wie Übergänge? Wo wird der Blick in die Tiefe gelenkt?
Vergleiche einen virtuellen Museumsrundgang mit einem echten Besuch. Im digitalen Raum kannst Du Perspektiven wechseln, aber Du erlebst Größe, Entfernung und Bewegung anders.
Das National Gallery Imaginarium zeigt, dass digitale Ausstellungsräume zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten bieten können. Für Klasse 5 reicht schon eine einfache digitale Präsentation, bei der Bilder in einer sinnvollen Reihenfolge auf virtuellen „Wänden“ angeordnet werden.
Aufgabe: Virtuell oder real?
Entscheide Dich für drei Werke Deiner geplanten Ausstellung. Skizziere einmal, wie sie an einer echten Wand hängen würden, und einmal, wie Du sie in einem virtuellen Raum präsentieren würdest. Vergleiche anschließend beide Varianten. Welche Entscheidungen bleiben gleich? Welche ändern sich?
Vom Plan zur eigenen kleinen Ausstellung
Nun führst Du alle Schritte zusammen. Eure Klasse kann in Teams arbeiten. Ein Team sichtet Werke, ein Team misst den Raum, ein Team zeichnet den Stellplan, ein Team gestaltet Beschriftungen und ein Team prüft die Besucherführung. Die endgültigen Entscheidungen sollten gemeinsam abgestimmt werden.
Ein möglicher Arbeitsablauf
| Phase | Ergebnis |
|---|---|
| Thema klären | Ein kurzer Ausstellungstitel und ein verständlicher Satz zum Thema |
| Werke sichten | Eine begründete Auswahl |
| Gruppen bilden | Eine sinnvolle Ordnung der Exponate |
| Reihenfolge festlegen | Ein geplanter Anfang, Verlauf und Abschluss |
| Stellplan zeichnen | Eine Raumskizze mit Wegen und Platzierungen |
| Beschriftungen schreiben | Lesbare Schilder mit wichtigen Informationen |
| Probeaufbau | Eine erste Version der Hängung oder Aufstellung |
| Testbesuch | Rückmeldungen von Mitschülerinnen und Mitschülern |
| Verbesserung | Eine überarbeitete Ausstellung |
Rückmeldung von Testbesuchern
Bitte zwei Personen, die den Plan noch nicht kennen, einen Proberundgang zu machen. Erkläre vorher nichts. Beobachte nur. Wo bleiben sie stehen? Wo suchen sie nach dem Weg? Welche Beschriftung lesen sie? Welches Werk sehen sie zuerst?
Danach fragst Du: „Wo begann die Ausstellung für Dich?“, „Welche zwei Werke gehören Deiner Meinung nach zusammen?“, „Wo war der Weg unklar?“ und „Welche Beschriftung war besonders hilfreich?“
Diese Rückmeldungen helfen Dir, die Ausstellung aus der Sicht des Publikums zu beurteilen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wozu dient ein Ausstellungsthema? (Es hilft bei Auswahl und Ordnung der Werke) (!Es ersetzt alle Beschriftungen) (!Es legt die Wandfarbe zwingend fest) (!Es bestimmt die Schulnote automatisch)
Was beschreibt die Reihenfolge einer Ausstellung? (In welcher Abfolge Besucher Werke wahrnehmen) (!Wie teuer die Werke sind) (!Wie schwer die Bilder sind) (!Wie viele Fenster der Raum hat)
Was ist ein Stellplan? (Eine Ansicht des Ausstellungsraums von oben) (!Eine Liste mit Künstlernamen) (!Ein fertiges Museumsschild) (!Eine Bewertungstabelle für Kunstwerke)
Was sollte bei der Platzierung eines großen Bildes beachtet werden? (Es braucht genügend Raum zur Betrachtung) (!Es muss immer neben der Tür hängen) (!Es darf niemals beschriftet werden) (!Es muss immer das letzte Werk sein)
Welche Information gehört sinnvoll auf eine Werkbeschriftung? (Titel und Name der Urheberin oder des Urhebers) (!Die Hausaufgaben der nächsten Woche) (!Die Sitzordnung der Klasse) (!Die Länge des Schulwegs)
Was ist das Ziel einer guten Besucherführung? (Besucher sollen sich verständlich durch die Ausstellung bewegen können) (!Alle Besucher sollen möglichst schnell wieder hinausgehen) (!Jedes Werk soll an derselben Wand hängen) (!Beschriftungen sollen unsichtbar sein)
Was ist eine Blickachse? (Eine Sichtverbindung durch den Raum) (!Eine besondere Art von Klebestreifen) (!Ein Werkzeug zum Bilderrahmen) (!Eine Liste mit Materialien)
Wofür kann eine Vitrine sinnvoll sein? (Zum geschützten Präsentieren kleiner oder empfindlicher Objekte) (!Zum Verdecken des Ausstellungstitels) (!Zum Blockieren eines Durchgangs) (!Zum Ersetzen des Stellplans)
Was bleibt auch in einer virtuellen Ausstellung wichtig? (Eine verständliche Anordnung und Orientierung) (!Alle Werke müssen aus Papier sein) (!Der Raum muss echte Fenster haben) (!Jede Beschriftung muss handgeschrieben sein)
Warum ist ein Probeaufbau hilfreich? (Weil Anordnung und Wege vor der endgültigen Präsentation geprüft werden können) (!Weil danach keine Entscheidungen mehr nötig sind) (!Weil dadurch alle Werke gleich groß werden) (!Weil damit Beschriftungen überflüssig werden)
Memory
| Kuratieren | Werke auswählen und ordnen |
| Stellplan | Anordnung im Raum von oben |
| Hängung | Anordnung von Werken an der Wand |
| Exponat | Ausgestelltes Werk oder Objekt |
| Beschriftung | Information direkt am Werk |
| Besucherführung | Geplanter Weg durch die Ausstellung |
| Blickachse | Sichtverbindung durch einen Raum |
| Vitrine | Geschützter Präsentationsraum für Objekte |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Auswahl | Bestimmt, welche Werke gezeigt werden |
| Reihenfolge | Bestimmt, wann Werke wahrgenommen werden |
| Platzierung | Bestimmt, wo ein Werk hängt oder steht |
| Beschriftung | Gibt verständliche Informationen zum Werk |
| Besucherführung | Unterstützt die Orientierung im Raum |
Kreuzworträtsel
| Kuratieren | Wie nennt man das bewusste Auswählen und Ordnen von Werken? |
| Stellplan | Wie heißt die Zeichnung des Ausstellungsraums von oben? |
| Exponat | Wie nennt man ein ausgestelltes Werk oder Objekt? |
| Hängung | Wie heißt die Anordnung von Bildern an einer Wand? |
| Vitrine | Wie heißt ein geschützter Schaukasten für Ausstellungsobjekte? |
| Blickachse | Wie nennt man eine Sichtverbindung durch einen Ausstellungsraum? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- G – Thema finden: Erfinde drei mögliche Titel für eine kleine Klassenausstellung und entscheide Dich für einen davon. Erkläre in zwei Sätzen, was dazu gezeigt werden soll.
- G – Auswahl treffen: Wähle fünf Arbeiten aus einer Sammlung aus. Schreibe zu jeder Arbeit einen kurzen Grund, warum sie zum Thema passt.
- G – Werklabel gestalten: Gestalte für ein eigenes Bild eine gut lesbare Beschriftung mit Name, Titel, Material und einem Erklärungssatz.
- G – Rundgang markieren: Zeichne einen einfachen Raum mit Eingang und Ausgang und markiere mit Pfeilen einen Weg zu fünf Werken.
Standard
- M – Zwei Hängungen vergleichen: Entwirf für sechs Bilder zwei verschiedene Wandordnungen. Vergleiche beide und entscheide, welche besser zum Thema passt.
- M – Stellplan entwickeln: Miss einen geeigneten Bereich im Klassenraum oder Flur und zeichne einen vereinfachten Stellplan mit Wänden, Türen, fünf bis acht Werken und dem Besucherweg.
- M – Testbesuch durchführen: Lass zwei Personen Deinen geplanten Rundgang testen. Notiere drei Beobachtungen und verbessere danach die Besucherführung.
- M – Gruppentext schreiben: Fasse drei zusammengehörige Werke in einem kurzen Wandtext zusammen. Der Text soll verständlich sein und höchstens etwa 70 Wörter haben.
Schwer
- E – Kuratorisches Konzept: Entwickle ein Ausstellungskonzept mit acht bis zwölf Werken. Begründe Thema, Auswahl, Auftakt, Höhepunkt und Abschluss.
- E – Raumwirkung untersuchen: Fotografiere oder skizziere den geplanten Ausstellungsort aus drei Blickrichtungen. Plane gezielt, welche Werke von diesen Positionen sichtbar sein sollen.
- E – Digitalen Raum planen: Erstelle eine Skizze oder digitale Präsentation einer virtuellen Ausstellung. Übertrage mindestens sechs Werke in einen digitalen Rundgang und begründe die Reihenfolge.
- E – Ausstellung evaluieren: Besuche eine Ausstellung vor Ort oder virtuell. Untersuche Auswahl, Reihenfolge, Platzierung, Beschriftung und Besucherführung und formuliere anschließend drei konkrete Verbesserungsvorschläge.


Lernkontrolle
- Auswahl begründen: Du darfst von zehn Arbeiten nur sechs zeigen. Entwickle drei Auswahlkriterien, entscheide Dich für sechs Werke und begründe, warum die vier anderen nicht Teil der Ausstellung werden.
- Rundgang verbessern: In einem Stellplan steht ein Sockel mitten im Hauptweg und zwei Gruppen von Bildern sind nur schwer erreichbar. Beschreibe eine bessere Anordnung und begründe Deine Veränderungen.
- Wirkung vergleichen: Vergleiche eine dichte und eine lockere Hängung. Erkläre, wie sich Aufmerksamkeit, Ruhe und Vergleichsmöglichkeiten verändern können.
- Information reduzieren: Überarbeite einen zu langen Werktext so, dass ein Kind der Klasse 5 die wichtigsten Informationen schnell erfassen kann. Erkläre, was Du gestrichen und was Du beibehalten hast.
- Perspektive wechseln: Plane denselben Rundgang einmal für eine kleine Schülergruppe und einmal für viele Besucher gleichzeitig. Erkläre, welche Änderungen an Wegen, Abständen oder Orientierungshilfen nötig werden.
- Transferaufgabe: Eure Ausstellung muss kurzfristig von einem Klassenraum in einen schmalen Flur umziehen. Entscheide, was an Reihenfolge, Platzierung, Beschriftung und Besucherführung verändert werden muss.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur einzelne Begriffe kennst, sondern eine kleine Ausstellung nachvollziehbar planen und begründen kannst.
- Auswahl: Du kannst Werke passend zu einem Thema auswählen und Deine Kriterien erklären.
- Reihenfolge: Du kannst eine sinnvolle Abfolge oder Gruppierung entwickeln.
- Stellplan: Du kannst einen einfachen Ausstellungsraum von oben zeichnen und Werke sowie Wege eintragen.
- Platzierung: Du kannst Abstände, Größen, Blickrichtungen und sichere Wege berücksichtigen.
- Beschriftung: Du kannst kurze, lesbare und verständliche Werkbeschriftungen gestalten.
- Besucherführung: Du kannst Start, Verlauf und Ende eines Rundgangs nachvollziehbar planen.
- Reflexion: Du kannst Rückmeldungen von Testbesuchern nutzen und Deine Ausstellung überarbeiten.
- Begründung: Du kannst erklären, warum Deine Gestaltung zum Thema, zum Raum und zum Publikum passt.
OERs zum Thema
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