Zum Inhalt springen

BK5 - Drucken entdecken

Aus MOOCsWiki Staging
Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.
aiMOOC-Siegel

BK5 - Drucken entdecken




BK5 - Drucken entdecken


Einleitung

Drucken kann ganz einfach beginnen: Ein Gegenstand bekommt Farbe, wird auf Papier gedrückt und hinterlässt eine Spur. Aus dieser Spur wird ein Abdruck. Wenn Du denselben Gegenstand mehrmals verwendest, entstehen Wiederholungen, Muster und Rhythmen. Drehst Du den Druckstock, wechselst die Farbe oder veränderst den Druck, sieht jeder Abdruck anders aus.

In diesem aiMOOC für Klasse 5 entdeckst Du grundlegende Prinzipien der Druckgrafik. Du lernst die Begriffe Abdruck, Druckstock, Farbe, Wiederholung und Spiegelung kennen. Du erprobst einfache und sichere Verfahren: Stempeldruck, Materialdruck, Frottage, einen einfachen Papp- bzw. Collagrafiedruck und Monotypie. Dabei arbeitest Du ohne scharfe Schneidwerkzeuge und ohne zerbrechliche Glasplatten.

Hokusais berühmte Welle ist ein historisches Beispiel für einen mehrfarbigen Holzblockdruck. Mehrere Druckvorgänge und sorgfältig vorbereitete Druckstöcke ermöglichen kräftige Farbflächen und klare Formen.

Auch Albrecht Dürers Rhinoceros von 1515 zeigt, wie wirkungsvoll Linien, Schwarz-Weiß-Kontraste und wiederholbare Druckformen in der Druckgrafik sein können.


Das lernst Du

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, wie ein Abdruck entsteht und welche Aufgabe ein Druckstock hat. Du untersuchst, wie Farbmenge, Druckstärke, Materialoberfläche und Wiederholung das Ergebnis verändern. Du erkennst, dass ein direkt gedrucktes Motiv spiegelverkehrt erscheinen kann. Außerdem kannst Du mehrere sichere Druckverfahren selbst durchführen, Deine Ergebnisse vergleichen und begründet weiterentwickeln.

Niveau Das bedeutet in diesem aiMOOC
G – grundlegendes Niveau Du führst einen vorgegebenen Druckprozess sicher aus, benennst wichtige Begriffe und stellst erkennbare Abdrücke her.
M – mittleres Niveau Du variierst Farbe, Druck, Anordnung oder Material bewusst, vergleichst Ergebnisse und erklärst einfache Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge.
E – erweitertes Niveau Du planst eigene Druckserien, nutzt Spiegelung, Überlagerung und Wiederholung gezielt und begründest gestalterische Entscheidungen.


Grundideen des Druckens


Abdruck und Druckstock

Ein Druckstock ist die Fläche oder Form, von der Farbe auf einen anderen Untergrund übertragen wird. Das kann ein professionell geschnittener Holz- oder Linolblock sein. Für unsere sichere Druckwerkstatt reichen aber auch Moosgummi, Karton, ein vorbereiteter Kartoffelstempel, Blätter, Korken oder andere geeignete Materialien.

Der Abdruck ist das Ergebnis auf dem Papier. Beim Hochdruck tragen vor allem die erhabenen Stellen des Druckstocks Farbe und geben sie an das Papier ab.

Bei einem Stempel kannst Du Druckstock und Farbfläche gut erkennen: Nur die Stellen, die Farbe tragen und das Papier berühren, hinterlassen eine Spur.

Hörauftrag: Achte darauf, wie oft der Stempel das Kissen und das Papier berührt. Überlege, welche Schritte des Druckprozesses Du allein am Geräusch erkennen könntest.


Farbe, Druck und Papier

Druckfarbe muss so aufgetragen werden, dass der Druckstock gleichmäßig bedeckt ist, ohne in Farbe zu „schwimmen“. Zu viel Farbe kann Konturen zusetzen und verschmieren. Zu wenig Farbe führt häufig zu blassen oder lückenhaften Abdrücken. Gleichmäßiger Druck mit der Handfläche oder einem sauberen Reibewerkzeug hilft dabei, die Farbe zu übertragen.

Für Klasse 5 eignen sich wasserbasierte, für den Schulgebrauch geeignete Farben. Der Untergrund sollte saugfähig genug sein, damit die Farbe haften kann. Einfaches Zeichenpapier, Recyclingpapier oder stärkeres Druckpapier sind für viele Versuche geeignet.


Wiederholung wird Gestaltung

Ein einzelner Abdruck kann ein Bildzeichen sein. Viele Abdrücke können ein Muster bilden. Wiederholung kann streng oder frei organisiert werden. Du kannst Reihen, Bordüren, Streumuster, Wechselmuster oder kreisförmige Anordnungen entwickeln.

Gestaltung Idee Beobachtungsfrage
Reihe Derselbe Stempel wandert in einer Linie weiter. Bleiben Abstand und Richtung gleich?
Wechselmuster Zwei Druckformen wechseln sich ab. Entsteht ein Rhythmus?
Drehmuster Derselbe Druckstock wird nach jedem Abdruck gedreht. Wie verändert sich die Bewegung im Bild?
Überlagerung Abdrücke liegen teilweise übereinander. Welche neuen Formen und Farben entstehen?


Beim direkten Drucken wird das Motiv des Druckstocks auf das Papier übertragen. Dabei erscheint es spiegelverkehrt. Das merkst Du besonders gut an unsymmetrischen Formen, Pfeilen oder Schrift.

Auf dem Druckstock Nach dem direkten Abdruck

Wenn Du später einmal Schrift drucken möchtest, muss sie auf dem Druckstock spiegelverkehrt vorbereitet werden, damit sie im Abdruck richtig lesbar erscheint.

Das Bild zeigt eine Spiegelung im Wasser. Eine Wasserspiegelung ist nicht dasselbe wie die Umkehrung beim Drucken, hilft Dir aber, über Spiegelbilder nachzudenken: Was bleibt gleich, was erscheint vertauscht?


Sicher arbeiten in der Druckwerkstatt


Werkstattregeln

  1. Arbeitsplatz: Decke den Tisch ab und halte einen sauberen Bereich für fertige Drucke frei.
  2. Druckfarbe: Verwende nur für den Schulgebrauch geeignete, wasserbasierte Farben und wasche Hände nach der Arbeit.
  3. Schneidwerkzeuge: In dieser Einheit arbeiten Schülerinnen und Schüler nicht mit Linolmessern oder Küchenmessern. Kartoffeln werden, wenn sie genutzt werden, von einer erwachsenen Person vorbereitet.
  4. Druckplatte: Verwende für Monotypien eine bruchsichere Kunststoffplatte, laminierte Folie oder eine andere von der Lehrkraft freigegebene glatte Fläche, kein loses Glas.
  5. Materialien: Drucke nur mit sauberen, ungefährlichen Gegenständen ohne scharfe Kanten.
  6. Frottage: Reibe nur Oberflächen ab, die Du berühren darfst. Empfindliche Kunstwerke, historische Oberflächen und Denkmäler werden nicht ohne ausdrückliche Erlaubnis verwendet.
  7. Boden: Verschüttete Farbe wird sofort aufgenommen, damit niemand ausrutscht.
  8. Trocknung: Frische Drucke werden auf einer vorgesehenen Fläche abgelegt und nicht quer durch den Raum getragen.

Dieses Bild zeigt einen Linolschnitt. Dabei können scharfe Werkzeuge eingesetzt werden. Das ist nicht das praktische Verfahren dieses aiMOOCs. In Klasse 5 arbeitest Du hier mit sicheren Druckstöcken aus Karton, Moosgummi, Naturmaterialien und vorbereiteten Formen.


Druckverfahren praktisch entdecken


Stempeldruck: Ein Motiv, viele Abdrücke

Beim Stempeldruck wird ein reliefartiger Druckstock eingefärbt und auf Papier gedrückt. Besonders gut eignen sich Moosgummiformen, Korken, Schwämme, vorbereitete Kartoffelstempel oder fertige Gummistempel.

Sicherheitsregel: Wenn mit Kartoffeln gearbeitet wird, werden sie von der Lehrkraft oder einer erwachsenen Person vorbereitet. Schülerinnen und Schüler schneiden nicht mit Küchenmessern.

Das Video der Stanley Picker Gallery zeigt Kartoffeldruck als einfaches Druckverfahren. Beobachte besonders, wie wenig Farbe für einen klaren Abdruck nötig ist.


Prozesskarte Stempeldruck

Stempeldruck Schritt für Schritt – hier aufklappen

Schritt Tätigkeit Worauf Du achtest
Vorbereiten Druckstock, Farbe, Papier und Unterlage bereitlegen. Der Arbeitsplatz hat einen Farb- und einen Trockenbereich.
Einfärben Farbe dünn mit Schwamm oder Walze auftragen. Die Oberfläche ist bedeckt, aber nicht tropfnass.
Positionieren Druckstock über dem Papier ausrichten. Vor dem Kontakt noch einmal die Richtung prüfen.
Drucken Senkrecht aufsetzen und gleichmäßig drücken. Nicht hin- und herschieben.
Abheben Druckstock gerade nach oben lösen. Konturen bleiben möglichst klar.
Wiederholen Neu einfärben und den nächsten Abdruck setzen. Abstand, Drehung und Reihenfolge bewusst wählen.
G M E
Drucke ein Motiv mindestens fünfmal als gleichmäßige Reihe. Entwickle mit zwei Druckformen ein Wechselmuster und variiere eine Farbe. Plane ein Muster mit Drehung, Überlagerung und mindestens zwei bewusst eingesetzten Farbbeziehungen.


Materialdruck: Oberflächen werden zu Bildspuren

Beim Materialdruck nutzt Du die vorhandene Oberfläche eines Gegenstands als Druckform. Interessant sind Blätter, Wellpappe, Luftpolsterfolie, Schnur auf Karton, grober Stoff, Schwämme oder strukturierte Verpackungen. Die Form soll flach genug sein, damit sie kontrolliert auf Papier gedrückt werden kann.

Das Printfest-Unterrichtsvideo zeigt das Drucken mit gefundenen Materialien und Gegenständen. Beobachte, welche Materialien deutliche, welche eher überraschende Spuren erzeugen.

Das Stempelvideo von Umbrella Studio Contemporary Arts richtet sich an Kinder und zeigt, wie Alltagsmaterialien für Muster und Texturen genutzt werden können.


Materialdetektive: Welche Oberfläche druckt gut?

Material Vermutung vor dem Druck Beobachtung nach dem Druck
Blatt Adern könnten sichtbar werden. Prüfe, welche Seite mehr Struktur zeigt.
Wellpappe Linien könnten regelmäßig erscheinen. Prüfe Richtung und Abstand der Linien.
Luftpolsterfolie Kreise könnten sich wiederholen. Prüfe, wie viel Farbe für klare Kreise nötig ist.
Stoff Gewebe könnte eine Textur bilden. Prüfe, ob grober oder feiner Stoff deutlicher druckt.
Schwamm Die Spur könnte unregelmäßig und weich werden. Prüfe die Wirkung von wenig und viel Druck.

G: Untersuche drei Materialien und benenne die deutlichste Struktur.

M: Vergleiche fünf Materialien und erkläre, wie Oberfläche und Farbmenge den Abdruck beeinflussen.

E: Kombiniere mindestens drei Materialien zu einer geplanten Bildfläche und nutze Wiederholung oder Überlagerung als Gestaltungsmittel.


Collagrafie und Pappdruckstock: Relief selbst bauen

Eine sichere Möglichkeit, einen eigenen Druckstock zu bauen, ist ein Papprelief. Dabei klebst Du flache Formen aus dünnem Karton, Papier, Garn oder geeigneten Strukturmaterialien auf einen festen Karton. Die erhöhten Teile nehmen Farbe auf und können gedruckt werden. Diese Technik steht der Collagrafie nahe.

Das Bild zeigt aufgebaute Druckplatten mit unterschiedlichen Materialien. Du erkennst: Ein Druckstock muss nicht nur aus einem einzigen Material bestehen.

Hier siehst Du Ergebnisse aus einem Workshop mit Collagrafie und Monoprint. Unterschiedliche Oberflächen erzeugen unterschiedliche Spuren.

Die beiden Videos zeigen einfache Collagrafie- bzw. Papierdruckstock-Prozesse. Vergleiche, wie ein gebautes Relief zuerst entsteht und danach durch Farbe und Druck zum Bild wird.


Prozesskarte Pappdruckstock

Vom Material zum Druckstock – hier aufklappen

Phase Handlung Kontrollfrage
Entwurf Zeichne eine einfache Form mit großen Flächen. Ist die Form auch ohne Details erkennbar?
Aufbau Klebe flache Kartonformen auf festen Untergrund. Sind alle Teile sicher befestigt?
Trocknen Lass Klebstoff vollständig trocknen. Bewegt sich noch etwas?
Einfärben Trage Farbe dünn auf die erhabenen Stellen auf. Bleiben Zwischenräume möglichst sauber?
Drucken Lege Papier auf oder drücke den Druckstock auf das Papier. Verteilt sich der Druck gleichmäßig?
Vergleichen Fertige mehrere Abzüge an. Welche Veränderungen entstehen von Abdruck zu Abdruck?


Frottage: Strukturen durch Reiben sichtbar machen

Die Frottage ist streng genommen kein Farbdruck mit einem eingefärbten Druckstock, sondern eine Abreibung. Papier wird auf eine strukturierte Oberfläche gelegt. Mit der Breitseite eines weichen Bleistifts, Graphitstifts oder Wachsmalstifts reibst Du über das Papier. Erhabene Stellen zeichnen sich stärker ab.

Frottage ist viel älter als die moderne Kunst. Der Künstler Max Ernst machte das Verfahren ab 1925 zu einem wichtigen künstlerischen Mittel und kombinierte gefundene Strukturen zu fantasievollen Bildern.

Das Foto zeigt Frottage als Dokumentationsmethode an einer Felsritzung. Für Deine Schulaufgabe verwendest Du nur robuste, freigegebene Oberflächen wie Holzmaserung, Münzstruktur, Karton, Blätter oder strukturierte Kunststoffmatten.


Prozesskarte Frottage

Frottage sicher ausführen – hier aufklappen

Schritt Aktion
Oberfläche wählen Suche eine erlaubte, trockene und nicht scharfkantige Struktur.
Papier auflegen Halte das Papier ruhig oder fixiere es vorsichtig mit wiederablösbarem Klebeband.
Stift flach halten Nutze möglichst die Breitseite statt einer spitzen Mine.
Reiben Arbeite mit leichtem bis mittlerem Druck über die Fläche.
Verschieben Lege das Papier auf eine zweite Struktur und überlagere Bereiche.
Weitergestalten Suche in den Strukturen Formen und entwickle daraus ein Fantasiebild.

G: Sammle fünf unterschiedliche Frottageflächen auf einem Blatt.

M: Ordne Deine Frottagen so an, dass aus den Strukturen ein erkennbares Fantasiewesen oder eine Landschaft entsteht.

E: Überlagere Strukturen gezielt, steuere Hell-Dunkel-Kontraste und erkläre, wie die Materialwahl Deine Bildidee unterstützt.


Monotypie: Ein Druck als Unikat

Bei einer Monotypie wird Farbe auf eine glatte, nicht saugende Fläche aufgetragen und auf Papier übertragen, solange sie noch feucht ist. Der erste Abdruck ist ein Unikat: Er lässt sich nicht auf dieselbe Weise identisch wiederholen. Für die Schule eignet sich eine bruchsichere Kunststoffplatte oder laminierte Folie mit wasserbasierter Farbe.

Blätter und andere flache Materialien können in eine Monotypie einbezogen werden und hinterlassen Formen oder Aussparungen.

Im Video der National Galleries of Scotland demonstriert der Druckkünstler Alfons Bytautas einen Monoprint-Prozess. Für Deine Schulversion werden die Materialien vereinfacht und nur sichere, wasserbasierte Farben sowie bruchsichere Platten verwendet.


Prozesskarte Monotypie

Monotypie ohne Presse – hier aufklappen

Schritt Tätigkeit Experiment
Farbe auftragen Verteile eine dünne Farbschicht auf einer glatten Kunststofffläche. Teste, wie dünn die Farbe sein kann.
Bild gestalten Zeichne mit Wattestäbchen, Kartonkante oder Pinselstiel in die feuchte Farbe oder lege flache Schablonen auf. Erzeuge Linien und freie Flächen.
Papier auflegen Lege Papier vorsichtig auf die Platte. Vermeide seitliches Verrutschen.
Reiben Streiche mit der flachen Hand oder einem sauberen Reibewerkzeug über das Papier. Variiere den Druck kontrolliert.
Abziehen Hebe das Papier langsam an einer Ecke ab. Beobachte den Überraschungsmoment.
Prüfen Vergleiche Platte und Papier. Was wurde übertragen, was blieb zurück?

G: Stelle eine einfarbige Monotypie mit mindestens drei verschiedenen Spuren her.

M: Plane Hell-Dunkel-Bereiche und kombiniere Linie, Fläche und eine Schablone.

E: Arbeite mit zwei aufeinander abgestimmten Druckdurchgängen oder ergänze den ersten Druck bewusst durch eine zweite, transparente bzw. sparsame Farbebene.


Druckgrafik anschauen und verstehen


Hochdruck als Prinzip

Beim Hochdruck drucken vor allem die erhabenen Stellen. Der Druckstock gibt die Farbe direkt an das Papier weiter. Deshalb muss bei asymmetrischen Formen und Schrift die Spiegelung mitgedacht werden.

Das Foto zeigt einen Linoldruckprozess. Auch wenn der Linolschnitt selbst in dieser Klasse nicht praktisch mit Schneidmessern ausgeführt wird, hilft das Bild, das Prinzip von Druckstock, Einfärben, Druck und Abdruck zu verstehen.


Zwei berühmte Drucke vergleichen

Beobachtung Hokusai Dürer
Technik Farbholzschnitt bzw. Holzblockdruck Holzschnitt
Wirkung Große Farbflächen, Bewegung, klare Umrisse Feine Linien, Schraffuren, starke Schwarz-Weiß-Wirkung
Wiederholbarkeit Der vorbereitete Druckstock ermöglicht mehrere Abzüge. Auch der Holzstock ermöglicht mehrere Abzüge.
Frage an Dich Wie lenken Wellenformen Deinen Blick? Wie entstehen Körper und Oberfläche nur durch Linien?


Experimentierlabor: Warum sieht mein Druck so aus?

Druckergebnisse hängen von mehreren veränderbaren Bedingungen ab. In der Kunstwerkstatt sind Unterschiede nicht automatisch Fehler. Sie können Hinweise für den nächsten Versuch oder sogar interessante Gestaltungseffekte sein.

Beobachtung Mögliche Ursache Nächster Versuch
Abdruck ist sehr blass. Zu wenig Farbe oder zu wenig Druck. Etwas mehr Farbe oder gleichmäßiger drücken.
Konturen verschwimmen. Zu viel Farbe oder der Druckstock wurde verschoben. Farbe dünner auftragen und senkrecht abheben.
Nur eine Ecke druckt. Druck war ungleichmäßig. Handfläche gleichmäßiger einsetzen.
Papier hat Doppelkonturen. Papier oder Druckstock ist verrutscht. Vor dem Drucken Position festlegen und nicht nachschieben.
Zwei Farben werden schmutzig. Zu viel nasse Farbe wurde übereinander gedruckt. Erste Farbe antrocknen lassen oder weniger Farbe verwenden.
Struktur ist kaum sichtbar. Material ist zu flach oder Farbe füllt Vertiefungen. Struktur stärker wählen oder Farbe dünner auftragen.


Forscherauftrag G/M/E

G – Beobachten: Fertige drei Abdrücke desselben Druckstocks an. Verändere nur die Farbmenge und markiere den klarsten Druck.

M – Untersuchen: Fertige eine kleine Versuchsreihe an, bei der Du nur eine Bedingung veränderst: Farbmenge, Druckstärke oder Papierart. Erkläre, was sich verändert hat.

E – Planen: Formuliere vor dem Drucken eine Vermutung, führe eine kontrollierte Versuchsreihe durch und entscheide anhand Deiner Ergebnisse, welche Einstellung Du für ein bewusst gestaltetes Abschlussbild verwendest.


Muster, Rhythmus und Spiegelung gestalten

Ein Druckstock kann wie ein musikalischer Takt wiederholt werden. Gleichmäßige Abstände erzeugen Ruhe. Wechselnde Abstände können Bewegung erzeugen. Drehungen verändern die Richtung. Überlagerungen können neue Formen und Farbmischungen entstehen lassen.


Musterlabor

Aufgabe G M E
Wiederholung Eine Form in einer Reihe Zwei Formen im Wechsel Komplexe Folge mit geplantem Rhythmus
Richtung Gleiche Richtung Jede zweite Form drehen Drehung als Bildbewegung einsetzen
Farbe Eine Farbe Zwei Farben bewusst wechseln Überlagerung und Farbwirkung planen
Spiegelung Spiegelverkehrten Pfeil erkennen Druckstock so vorbereiten, dass ein gewünschter Pfeil erscheint Eigene asymmetrische Bildidee mit Umkehrung vorausplanen


Interaktive Prozessdarstellung: Vom Druckstock zum Abdruck

Was passiert zwischen Idee und fertigem Druck?

Prozessphase Entscheidung Wirkung
Idee Motiv, Form und Größe Bestimmt, was wiedererkannt werden kann.
Druckstock Material und Oberflächenstruktur Bestimmt Linien, Flächen und Texturen.
Farbe Farbton und Farbmenge Beeinflusst Kontrast, Klarheit und Stimmung.
Druck Stärke und Gleichmäßigkeit Beeinflusst die Vollständigkeit des Abdrucks.
Spiegelung Richtung auf dem Druckstock Bestimmt die Seitenrichtung des Abdrucks.
Wiederholung Abstand, Drehung und Reihenfolge Erzeugt Muster und Rhythmus.
Reflexion Vergleichen und auswählen Hilft, den nächsten Druck gezielt zu verbessern.


Unterrichtsreihe für Klasse 5

Phase Schwerpunkt Ergebnis
1 Abdruck, Druckstock, Farbe und Spiegelung entdecken Experimentblatt mit einfachen Stempelabdrücken
2 Stempel- und Materialdruck Musterblatt mit unterschiedlichen Oberflächen
3 Frottage Struktursammlung und Fantasiebild
4 Pappdruckstock bzw. Collagrafie Eigener reliefartiger Druckstock und kleine Serie
5 Monotypie Einzigartiger Abdruck mit Linien und Flächen
6 Gestaltungsprojekt und Reflexion Abschlussbild oder Druckserie mit G/M/E-Anforderung


Beurteilen und Rückmelden

Eine gute Druckarbeit ist nicht einfach nur „sauber“. Entscheidend ist, ob Du das Verfahren verstanden, sicher gearbeitet und gestalterische Entscheidungen bewusst getroffen hast.

Bereich G M E
Technik Verfahren sicher und nachvollziehbar ausgeführt Technik kontrolliert variiert Technik gezielt für eigene Bildidee eingesetzt
Gestaltung Erkennbare Ordnung oder Muster Bewusste Variation von Farbe, Richtung oder Abstand Komplexe, begründete Nutzung von Rhythmus, Spiegelung oder Überlagerung
Experiment Mehrere Versuche angefertigt Versuche verglichen und verbessert Hypothesen gebildet und systematisch überprüft
Sprache Grundbegriffe richtig verwendet Ursache und Wirkung beschrieben Gestalterische Entscheidungen fachsprachlich begründet
Sicherheit Werkstattregeln eingehalten Materialien selbstständig geordnet Arbeitsprozess vorausschauend organisiert


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist beim Drucken der Abdruck? (Das Ergebnis, das auf dem Papier erscheint) (!Der Behälter für die Farbe) (!Der Tisch unter dem Papier) (!Das Werkzeug zum Schneiden)




Was bezeichnet man als Druckstock? (Die Form oder Fläche, von der Farbe übertragen wird) (!Das fertige Bild im Trockenregal) (!Ein Blatt zum Abdecken des Tisches) (!Einen Pinsel zum Auswaschen)




Was passiert bei einem direkten Druck mit einer unsymmetrischen Form? (Der Abdruck erscheint spiegelverkehrt) (!Der Abdruck wird automatisch doppelt so groß) (!Die Farbe wird immer heller) (!Das Papier wird durchsichtig)




Wodurch entsteht beim Stempeldruck ein Muster? (Durch bewusstes Wiederholen und Anordnen von Abdrücken) (!Durch einmaliges Falten des Papiers) (!Durch Trocknen ohne Farbe) (!Durch Zerschneiden aller Abdrücke)




Was geschieht bei einer Frottage? (Eine Oberflächenstruktur wird durch Reiben auf Papier sichtbar) (!Farbe wird mit einer Druckpresse durch ein Sieb gedrückt) (!Papier wird in Wasser aufgelöst) (!Ein Linolblock wird mit einem Messer geschnitten)




Was ist typisch für eine Monotypie? (Der erste Druck ist ein einzigartiger Abdruck) (!Es entstehen automatisch hundert gleiche Abzüge) (!Es wird immer ohne Farbe gearbeitet) (!Das Papier muss aus Metall bestehen)




Welche Farbmenge ist für einen klaren Stempelabdruck meistens sinnvoll? (Eine dünne und gleichmäßige Farbschicht) (!Eine dicke tropfende Farbschicht) (!Gar keine Farbe) (!So viel Farbe, dass alle Vertiefungen gefüllt sind)




Welches Vorgehen ist in dieser Druckeinheit für Klasse 5 sicher vorgesehen? (Drucken mit Karton, Moosgummi und ungefährlichen Materialien) (!Freies Arbeiten mit Küchenmessern) (!Drucken auf zerbrochenem Glas) (!Schneiden mit ungesicherten Linolmessern)




Was kann eine Drehung des Druckstocks bei jeder Wiederholung bewirken? (Eine veränderte Richtung und mehr Bewegung im Muster) (!Dass der Druckstock keine Farbe mehr braucht) (!Dass Papier automatisch größer wird) (!Dass jede Form verschwindet)




Wie untersuchst Du die Wirkung einer einzigen Veränderung besonders sinnvoll? (Du veränderst nur eine Bedingung und hältst die anderen möglichst gleich) (!Du veränderst gleichzeitig Farbe, Papier, Druckstock und Druckstärke) (!Du vergleichst nur zwei völlig verschiedene Bilder) (!Du druckst ohne Beobachtung)





Memory

Abdruck Ergebnis auf dem Papier
Druckstock Form für die Farbübertragung
Frottage Struktur durch Reiben
Monotypie einzigartiger Druck
Wiederholung Grundlage für Muster
Spiegelung Seiten werden beim direkten Druck vertauscht
Materialdruck Gegenstandsoberfläche hinterlässt eine Spur
Farbmenge beeinflusst Klarheit und Deckung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Stempeldruck Wiederholbarer Abdruck mit einer reliefartigen Form
Frottage Abreiben einer Oberflächenstruktur
Monotypie Einmaliger Druck von einer glatten Fläche
Materialdruck Drucken mit vorhandenen Gegenstandsstrukturen
Collagrafie Drucken von einem aufgebauten Relief




...


Kreuzworträtsel

Druckstock Wie heißt die Form, von der Farbe auf Papier übertragen wird?
Frottage Wie heißt das Verfahren, bei dem Strukturen durch Reiben sichtbar werden?
Monotypie Welches Druckverfahren erzeugt einen einzigartigen Abdruck von einer glatten Fläche?
Muster Was entsteht durch geordnete Wiederholung von Formen?
Abdruck Wie heißt das gedruckte Ergebnis auf dem Papier?
Spiegelung Wie heißt die Umkehrung, bei der links und rechts vertauscht erscheinen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Form, von der beim Drucken Farbe übertragen wird, heißt

. Das Ergebnis auf dem Papier nennt man

. Bei einem direkten Druck erscheint eine unsymmetrische Form häufig

. Mehrere bewusst angeordnete Abdrücke können ein

bilden. Bei der Frottage wird eine Oberflächenstruktur durch

sichtbar gemacht. Eine Monotypie erzeugt einen besonders

Druck. Eine dünne und gleichmäßige

unterstützt klare Konturen. Beim Experimentieren sollte möglichst nur eine

gleichzeitig verändert werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Druckspur-Sammlung: Stelle mit drei sicheren Gegenständen jeweils drei Abdrücke her und beschrifte, welches Material welche Spur erzeugt.
  2. Frottage-Safari: Sammle im Klassenraum mindestens sechs erlaubte Oberflächenstrukturen auf einem Blatt und ordne sie von fein bis grob.
  3. Musterband: Gestalte eine Bordüre aus einem Stempel und verändere dabei nur Abstand oder Drehung.
  4. Spiegeltest: Entwickle einen asymmetrischen Pfeil-Druckstock, sage vor dem Drucken die Richtung des Abdrucks voraus und überprüfe Deine Vermutung.


Standard

  1. Materiallabor: Vergleiche fünf Materialien mit gleicher Farbe und ähnlichem Druck. Erkläre, warum ihre Abdrücke unterschiedlich aussehen.
  2. Zweifarbdruck: Entwickle ein Muster aus zwei Farben. Entscheide, wo sich Abdrücke überlagern dürfen und wo nicht.
  3. Pappdruckstock: Baue aus Karton ein einfaches Reliefmotiv und fertige eine kleine Serie von mindestens vier Abzügen an.
  4. Monotypie-Serie: Stelle drei Monotypien zum selben Thema her und beschreibe, warum sie trotz gleicher Idee nicht identisch sind.


Schwer

  1. Druckforschung: Formuliere eine Hypothese zur Farbmenge oder Druckstärke, führe eine kontrollierte Versuchsreihe durch und dokumentiere das Ergebnis.
  2. Rhythmus im Druck: Gestalte eine Bildfläche, in der Wiederholung, Drehung, Abstand und Überlagerung einen erkennbaren visuellen Rhythmus erzeugen.
  3. Druckverfahren vergleichen: Kombiniere Frottage, Materialdruck und Monotypie in einem Bild und begründe, welche Technik Du für welchen Bildteil gewählt hast.
  4. Mini-Ausstellung: Kuratiere mit einer Gruppe eine kleine Ausstellung aus Klassenarbeiten, entwickelt Kriterien, schreibt kurze Werktexte und erklärt Besucherinnen und Besuchern Abdruck, Druckstock, Spiegelung und Wiederholung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Ursache und Wirkung beim Drucken: Ein Abdruck ist an einer Seite kräftig und an der anderen blass. Nenne mindestens zwei mögliche Ursachen und plane einen Versuch, mit dem Du sie unterscheiden kannst.
  2. Spiegelung vorausdenken: Du möchtest einen Pfeil nach rechts drucken. Beschreibe, wie der Pfeil auf einem direkten Druckstock ausgerichtet sein muss und begründe Deine Entscheidung.
  3. Druckverfahren auswählen: Für ein Bild sollen Baumrinde, ein wiederholtes Blattsymbol und eine einmalige freie Farbfläche dargestellt werden. Ordne Frottage, Stempeldruck oder Materialdruck und Monotypie sinnvoll zu und begründe.
  4. Muster analysieren: Vergleiche ein streng regelmäßiges und ein frei überlagertes Druckmuster. Erkläre, wie Abstand, Richtung und Wiederholung die Wirkung verändern.
  5. Sicherer Arbeitsplan: Entwickle für eine Klasse 5 einen sicheren Arbeitsablauf für eine Monotypie. Begründe, warum Du bruchsichere Platten und wasserbasierte Farbe wählst.
  6. Druckserie verbessern: Du erhältst vier unterschiedlich gelungene Abzüge desselben Druckstocks. Entwickle Kriterien für die Auswahl und erkläre, wie Du aus den Beobachtungen einen fünften, gezielt verbesserten Druck planst.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu BK5 - Drucken entdecken ist wichtig, dass Du nicht nur fertige Bilder zeigst, sondern Deinen Arbeitsprozess verständlich machst.

  1. Fachbegriffe: Du verwendest Abdruck, Druckstock, Farbe, Wiederholung, Muster, Spiegelung, Frottage und Monotypie richtig.
  2. Praktische Verfahren: Du kannst mindestens drei einfache Druck- bzw. Abreibeverfahren sicher durchführen.
  3. Experimentieren: Du kannst zeigen, wie sich Farbmenge, Druckstärke, Material oder Papier auf einen Abdruck auswirken.
  4. Gestaltung: Du setzt Wiederholung, Abstand, Richtung, Farbe oder Überlagerung bewusst ein.
  5. Spiegelung: Du kannst die Umkehrung beim direkten Druck vorhersagen und erklären.
  6. Reflexion: Du vergleichst eigene Ergebnisse und leitest konkrete Verbesserungen ab.
  7. Sicherheit: Du hältst die Werkstattregeln ein und kannst erklären, warum bestimmte Materialien oder Werkzeuge in Klasse 5 nicht verwendet werden.




OERs zum Thema



Medien zum Weiterlernen

Die eingebundenen Bilder stammen aus Wikimedia Commons. Dort findest Du auf der jeweiligen Dateiseite Angaben zu Urheber, Quelle und Lizenz. Die Videos stammen unter anderem aus Angeboten von Printfest, Umbrella Studio Contemporary Arts, Stanley Picker Gallery und den National Galleries of Scotland.


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte