Arbeitssicherheit im Technikbetrieb – Betriebsanweisungen verstehen
Arbeitssicherheit im Technikbetrieb – Betriebsanweisungen verstehen
Zielgruppe: Auszubildende in technischen Berufen
Kurzbeschreibung: Symbole, Zuständigkeiten, Verhaltensregeln und Meldewege sicher erkennen und anwenden.
Lernidee: kurze Lerneinheiten, viele Bildimpulse, zwei Videofälle, ein konkreter Ausbildungsfall, Entscheidungssituationen, gestufte Hilfen und Transfer.
Wichtiger Hinweis: Dieser Lernkurs unterstützt das Verstehen und Üben. Ein Quiz, Video oder Online-Kurs ersetzt weder die betriebliche Unterweisung noch praktische Qualifikation, Beauftragung, Einweisung oder betriebliche Freigabe. Maßgeblich sind die aktuelle Gefährdungsbeurteilung, die betriebliche Betriebsanweisung, die Unterweisung und die vor Ort geltenden Verfahren.
Einleitung
Eine Betriebsanweisung übersetzt Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung in konkrete Regeln für einen bestimmten Arbeitsplatz, ein Arbeitsmittel, einen Gefahrstoff oder eine Tätigkeit. Du sollst damit schnell erkennen: Was ist gefährlich? Was muss ich tun? Was tue ich bei Störung oder Unfall? Wen informiere ich?
Für Gefahrstoffe verlangt § 14 GefStoffV eine schriftliche, verständliche und zugängliche Betriebsanweisung mit Angaben zu Gefahren, Schutzmaßnahmen sowie Maßnahmen bei Störungen, Unfällen und Notfällen. Für Arbeitsmittel verlangt § 12 BetrSichV vor der erstmaligen Verwendung grundsätzlich geeignete Informationen und eine tätigkeitsbezogene Unterweisung; eine schriftliche Betriebsanweisung ist bereitzustellen, soweit nicht die gesetzlich vorgesehenen Ausnahmen greifen. Unterweisungen müssen verständlich und arbeitsplatzbezogen sein.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du Sicherheitszeichen und Gefahrstoffpiktogramme unterscheiden, eine Betriebsanweisung zielgerichtet lesen, Zuständigkeiten einordnen, sichere Entscheidungen begründen und einen betrieblichen Meldeweg auslösen, ohne eine Gefahr durch Improvisation zu vergrößern.
Lerneinheit 1: Erst schauen, dann handeln



Merksatz: Ein Piktogramm ist ein schneller Hinweis. Die sichere Handlung ergibt sich aus Situation, Betriebsanweisung, Unterweisung und betrieblichen Regeln.
Lerneinheit 2: Warnen, gebieten, retten
| Zeichenfamilie | Typische Aussage | Deine Frage |
|---|---|---|
| Warnzeichen | Achtung, hier besteht eine Gefahr. | Welche Gefahr und welche Schutzmaßnahme gelten hier? |
| Gebotszeichen | Eine bestimmte Schutzhandlung ist vorgeschrieben. | Was muss ich vor oder während der Tätigkeit benutzen oder tun? |
| Verbotszeichen | Eine Handlung ist untersagt. | Was darf ich hier nicht tun? |
| Rettungszeichen | Zeigt sichere Rettungs- oder Erste-Hilfe-Einrichtungen. | Wo ist der sichere Weg oder die Hilfe? |
| Brandschutzzeichen | Kennzeichnet Einrichtungen zur Brandmeldung oder Brandbekämpfung. | Wo finde ich die vorgesehene Einrichtung? |




Lerneinheit 3: Gefahrstoffpiktogramm ist nicht Sicherheitszeichen


Unterscheide: Sicherheitskennzeichen steuern Orientierung und Verhalten am Arbeitsplatz. GHS-Gefahrenpiktogramme kennzeichnen Gefahreneigenschaften von Stoffen und Gemischen. Ein roter GHS-Rahmen sagt deshalb nicht automatisch, welche konkrete betriebliche Handlung in Deiner Situation erforderlich ist.
Videofall 1: Zeichen sehen – Bedeutung in Handlung übersetzen
NAPO: Best Signs Story auf DGUV Tube
Beobachtungsauftrag: Notiere nach einer kurzen Szene nur drei Punkte: Zeichenart, erkannte Gefahr, sichere Reaktion. Vergleiche anschließend mit der Betriebsanweisung Deines Ausbildungsbetriebs.
Lerneinheit 4: Eine Betriebsanweisung in 30 Sekunden lesen
Viele Betriebsanweisungen folgen einer ähnlichen Logik. Suche zuerst nach diesen Informationsblöcken:
| Suchfrage | Typischer Abschnitt | Ergebnis |
|---|---|---|
| Wofür gilt das? | Anwendungsbereich | Maschine, Stoff, Tätigkeit oder Arbeitsbereich |
| Was kann passieren? | Gefahren für Mensch und Umwelt | Gefahrenart und mögliche Folgen |
| Wie arbeite ich sicher? | Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln | Vorgaben vor, während und nach der Tätigkeit |
| Was mache ich bei Abweichung? | Verhalten bei Störungen | Stoppen, sichern, melden, festgelegte Maßnahmen |
| Was mache ich bei Verletzung? | Erste Hilfe | Sofortmaßnahmen, Hilferuf, Meldeweg |
| Wer darf warten oder reparieren? | Instandhaltung | Zuständigkeit und Freigabe |
30-Sekunden-Regel: Geltungsbereich → Gefahr → Schutz → Störung → Hilfe → Meldung.
Lerneinheit 5: Betriebsanweisung ist nicht Betriebsanleitung
Eine Betriebsanweisung ist eine betriebliche Anweisung für sicheres Verhalten im konkreten Arbeitskontext. Eine Betriebs- oder Bedienungsanleitung kommt typischerweise vom Hersteller und beschreibt die bestimmungsgemäße und sichere Verwendung eines Produkts. Herstellerinformationen können eine wichtige Grundlage sein; die betriebliche Gefährdungsbeurteilung und die daraus abgeleiteten Regeln bleiben jedoch entscheidend.
Lerneinheit 6: Wer ist wofür zuständig?
| Rolle | Kernaufgabe im Lernkontext | Was bedeutet das für Dich? |
|---|---|---|
| Arbeitgeber | Gefährdungen beurteilen, Schutzmaßnahmen organisieren und erforderliche Informationen sowie Unterweisungen sicherstellen. | Du darfst erwarten, dass Regeln zugänglich und verständlich sind. |
| Führungskraft oder beauftragte verantwortliche Person | Betriebliche Vorgaben im Verantwortungsbereich umsetzen, erläutern und kontrollieren. | Bei Abweichungen ist sie typischer Meldepunkt. |
| Ausbilderin oder Ausbilder | Ausbildung fachlich anleiten und betriebliche Regeln in der Ausbildung praktisch vermitteln. | Bei Unsicherheit vor Arbeitsbeginn nachfragen. |
| Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsärztlicher Dienst | Fachlich beraten. | Sie unterstützen das betriebliche Arbeitsschutzsystem; sie ersetzen nicht den unmittelbaren betrieblichen Meldeweg. |
| Beschäftigte und Auszubildende | Unterweisung und Weisungen beachten, Arbeitsmittel und PSA bestimmungsgemäß verwenden und unmittelbare erhebliche Gefahren sowie Defekte an Schutzsystemen unverzüglich melden. | Gefahr nicht „wegimprovisieren“, sondern sicher reagieren und melden. |
Lerneinheit 7: Der Meldeweg bei Abweichungen
Merkkette: ERKENNEN – STOPPEN – WARNEN – MELDEN – FREIGABE ABWARTEN.
| Situation | Sichere Grundentscheidung | Typischer nächster Kontakt |
|---|---|---|
| Unklare Regel vor Arbeitsbeginn | Nicht raten; Betriebsanweisung prüfen und nachfragen. | Ausbilderin, Ausbilder oder zuständige Führungskraft |
| Defekt an Schutzeinrichtung | Tätigkeit nicht einfach fortsetzen; nach betrieblicher Regel stoppen und gegen unbeabsichtigte Nutzung sichern lassen. | Zuständige Führungskraft oder Ausbildungsverantwortliche |
| Unmittelbare erhebliche Gefahr | Gefahrenbereich verlassen bzw. geeignete Schutzmaßnahmen nach Unterweisung auslösen; andere warnen. | Betrieblicher Notfallweg und zuständige Führungskraft |
| Verletzung oder medizinischer Notfall | Erste-Hilfe- und Notfallplan anwenden. | Ersthelfende, betriebliche Notfallstelle, Rettungsdienst nach betrieblichem Verfahren |
| Beinaheunfall oder wiederkehrende Abweichung | Beobachtung melden, damit Ursachen geprüft werden. | Zuständige Führungskraft; je nach Betrieb weitere Arbeitsschutzstellen |
Wichtig: Der konkrete Meldeweg ist betriebsspezifisch. Lerne Namen, interne Telefonnummern, Sammelstellen und Freigaberegeln in Deiner Unterweisung.
Ausbildungsfall: Jana an der Säulenbohrmaschine
Situation: Jana ist im ersten Ausbildungsjahr. Die betriebliche Betriebsanweisung an der Säulenbohrmaschine verlangt in diesem Ausbildungsfall: Schutzbrille tragen, Werkstück sicher spannen, nur mit intakter Schutzeinrichtung arbeiten, Späne erst bei stillstehender Maschine mit geeignetem Hilfsmittel entfernen und ungewöhnliche Geräusche oder Defekte sofort melden.
Vor Arbeitsbeginn bemerkt Jana: Die Schutzeinrichtung sitzt locker, auf dem Boden neben der Maschine ist eine Flüssigkeitsspur, und eine Kollegin sagt: „Bohr nur das eine Teil, danach kümmern wir uns.“
Deine Sicherheitsentscheidung: Jana beginnt nicht mit dem Bohren. Sie hält Abstand zur erkannten Gefahrenstelle, warnt Personen im unmittelbaren Bereich, meldet Schutzeinrichtungsdefekt und Flüssigkeitsspur an die zuständige Ausbilderin bzw. Führungskraft und wartet auf die betriebliche Freigabe.
Begründung: Eine Betriebsanweisung soll gerade verhindern, dass Zeitdruck oder Routine eine bekannte Schutzregel verdrängen. Defekte an Schutzsystemen und unmittelbare erhebliche Gefahren sind zu melden. Eine Auszubildende soll keine eigenmächtige Reparatur oder Freigabe ersetzen.
Entscheidungssituationen mit begründetem Feedback
| Situation | Entscheidung A | Entscheidung B | Entscheidung C |
|---|---|---|---|
| Du findest nur eine ältere, beschädigte Betriebsanweisung und die Maschine wurde inzwischen umgebaut. | Trotzdem starten | Aktuelle Fassung anfordern und Freigabe klären | Nur Kolleginnen und Kollegen beobachten |
| Ein Gebotszeichen schreibt Augenschutz vor, Deine Brille liegt im Spind. | „Nur kurz“ ohne arbeiten | Tätigkeit vorbereiten, aber Maschine bereits laufen lassen | Augenschutz holen und erst dann entsprechend Unterweisung starten |
| Eine Störung tritt auf und die Betriebsanweisung nennt einen Meldeweg. | Nach Gefühl reparieren | Störung entsprechend Anweisung beherrschen und zuständige Person informieren | Schutzvorrichtung umgehen |
Begründetes Feedback anzeigen
- Situation 1: Entscheidung B ist sicher, weil eine Betriebsanweisung bei sicherheitsrelevanten Änderungen aktuell sein muss. Beobachten ersetzt keine Freigabe.
- Situation 2: Entscheidung C ist sicher, weil ein Gebotszeichen eine vorgeschriebene Schutzhandlung markiert und die betriebliche Anweisung maßgeblich bleibt.
- Situation 3: Entscheidung B ist sicher, weil Störungen nach festgelegtem Verfahren behandelt werden sollen. Eigenmächtiges Umgehen von Schutzvorrichtungen verschärft die Gefahr.
Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
Hilfe 1 – Blick lenken
Suche im Fall zuerst nach drei Abweichungen: Schutzeinrichtung, Umgebung, sozialer Druck.
Hilfe 2 – Betriebsanweisung lesen
Ordne jede Abweichung einem Abschnitt zu: Gefahr, Schutzmaßnahme, Verhalten bei Störung, Meldung.
Hilfe 3 – Entscheidung begründen
Formuliere in vier Schritten: „Ich erkenne … / Deshalb stoppe ich … / Ich melde an … / Weiterarbeit erst nach …“
Trainingsstufen: Basis, Anwendung, Transfer
| Stufe | Aufgabe | Begründetes Feedback |
|---|---|---|
| Basis | Ordne die Bilder W012, M004 und E003 den Aussagen Gefahr, Gebot und Hilfe zu. | W012 warnt vor einer Gefahr, M004 fordert eine Schutzhandlung, E003 weist auf Erste Hilfe hin. Die Zeichenarten erfüllen unterschiedliche Funktionen. |
| Anwendung | Markiere in einer echten Betriebsanweisung Deines Betriebs Anwendungsbereich, Gefahr, Schutzmaßnahme, Störung und Meldeweg. | Eine gute Lösung zeigt nicht nur Textstellen, sondern verbindet jede Gefahr mit einer konkreten sicheren Handlung. |
| Transfer | Entwickle für eine neue, fiktive Störung eine sichere Entscheidungskette, ohne Reparaturhandlungen zu erfinden. | Eine tragfähige Lösung benennt Stoppen, Warnen, Melden, Zuständigkeit und Freigabe. Sie bleibt innerhalb der eigenen Qualifikation und betrieblichen Befugnis. |
Videofall 2: Wenn eine kurze Fehlentscheidung lange Folgen hat
Kurzauftrag: Formuliere nach dem Film drei Barrieren, die einen ähnlichen Ablauf in Deinem Ausbildungsbereich unterbrechen können: technische Schutzmaßnahme, klare Verhaltensregel, rechtzeitige Eskalation.
Mikrovideo: Anforderungen an Betriebsanweisungen
Prüfauftrag: Gleiche Aussagen aus dem Video mit Deiner aktuellen betrieblichen Betriebsanweisung und den unten verlinkten Primärquellen ab. Videos können altern; aktuelle Rechts- und Betriebsregeln haben Vorrang.
Mini-Check vor Arbeitsbeginn
- Gültig? Passt die Betriebsanweisung zu Maschine, Stoff, Tätigkeit und aktuellem Stand?
- Verstanden? Kannst Du Gefahr und Schutzmaßnahme in eigenen Worten erklären?
- PSA und Schutzsysteme? Sind vorgeschriebene Mittel vorhanden und intakt?
- Meldeweg? Weißt Du, wen Du bei Störung, Defekt oder Verletzung kontaktierst?
- Freigabe? Bist Du unterwiesen, qualifiziert und – falls erforderlich – beauftragt oder freigegeben?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wozu dient eine Betriebsanweisung im Technikbetrieb? (Sie macht betriebliche Gefahren und Schutzregeln für eine konkrete Tätigkeit verständlich) (!Sie ersetzt jede Gefährdungsbeurteilung) (!Sie ersetzt die praktische Einweisung) (!Sie ist nur für Führungskräfte bestimmt)
Was prüfst Du zuerst, wenn Du eine Betriebsanweisung nutzt? (Ob sie für Deine konkrete Tätigkeit oder das Arbeitsmittel gilt) (!Ob sie möglichst viele Seiten hat) (!Ob sie dieselbe Farbe wie die Maschine hat) (!Ob eine Kollegin sie schon einmal gelesen hat)
Was bedeutet ein blaues Gebotszeichen grundsätzlich? (Eine bestimmte Schutzhandlung ist vorgeschrieben) (!Eine Gefahr ist vollständig beseitigt) (!Eine Tätigkeit ist immer verboten) (!Es kennzeichnet ausschließlich Gefahrstoffe)
Was zeigt ein Rettungszeichen typischerweise? (Einen sicheren Rettungsweg oder eine Hilfeeinrichtung) (!Eine Pflicht zur Maschinenwartung) (!Eine Gefahrstoffeigenschaft) (!Eine Produktionsfreigabe)
Was ist bei einem Defekt an einer Schutzeinrichtung richtig? (Die betriebliche Regel anwenden und den Defekt unverzüglich melden) (!Die Schutzeinrichtung selbst überbrücken) (!Die Arbeit beschleunigen) (!Den Defekt bis Schichtende ignorieren)
Was unterscheidet ein GHS-Piktogramm von einem Sicherheitszeichen am Arbeitsplatz? (Es kennzeichnet Gefahreneigenschaften eines Stoffes oder Gemisches) (!Es erteilt automatisch eine Maschinenfreigabe) (!Es ersetzt die Betriebsanweisung) (!Es beschreibt immer den Fluchtweg)
Wer legt den konkreten betrieblichen Meldeweg fest? (Der Betrieb im Rahmen seiner Arbeitsschutzorganisation) (!Jede Person spontan für sich) (!Der Hersteller eines beliebigen Werkzeugs) (!Die Berufsschulklasse)
Was ist bei einer unklaren Regel vor Arbeitsbeginn die sichere Reaktion? (Nachfragen und die gültige Betriebsanweisung klären) (!Mit der wahrscheinlichsten Lösung starten) (!Die Schutzmaßnahme auslassen) (!Nur auf Zeitdruck achten)
Wann darf ein Online-Quiz eine praktische Freigabe ersetzen? (Niemals) (!Wenn alle Fragen richtig beantwortet sind) (!Wenn das Video kurz war) (!Wenn eine Kollegin zustimmt)
Welche Reihenfolge passt am besten zu einer sicheren Eskalation? (Gefahr erkennen Tätigkeit stoppen warnen melden Freigabe abwarten) (!Gefahr erkennen weiterarbeiten später erzählen) (!Gefahr erkennen Schutz umgehen schneller fertig werden) (!Gefahr erkennen selbst reparieren nichts melden)
Memory
| Warnzeichen | weist auf eine Gefahr hin |
| Gebotszeichen | fordert eine Schutzhandlung |
| Rettungszeichen | weist zu sicherer Hilfe |
| Gefährdungsbeurteilung | Grundlage für erforderliche Schutzmaßnahmen |
| Betriebsanweisung | betriebliche Verhaltensregel für den konkreten Einsatz |
| Unterweisung | arbeitsplatzbezogene Erklärung und Anleitung |
| Meldeweg | festgelegte Eskalation an zuständige Stellen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Warnzeichen | Warnung vor elektrischer Spannung |
| Gebotszeichen | Augenschutz benutzen |
| Rettungszeichen | Erste Hilfe |
| Gefahrstoffkennzeichnung | GHS-Flamme |
| Meldeweg | Defekt an zuständige Führungskraft melden |
| Freigabe | Weiterarbeit erst nach betrieblicher Klärung |
...
Kreuzworträtsel
| Warnzeichen | Welche Zeichenart macht auf eine Gefahr aufmerksam? |
| Schutzbrille | Welche persönliche Schutzausrüstung schützt die Augen? |
| Unterweisung | Wie heißt die arbeitsplatzbezogene Erklärung von Gefahren und Schutzmaßnahmen? |
| Meldeweg | Wie heißt die festgelegte Kette zur Weitergabe einer Störung oder Gefahr? |
| Rettungsweg | Welcher Weg führt im Notfall in einen sicheren Bereich? |
| Betriebsanweisung | Welches betriebliche Dokument bündelt Gefahren und Verhaltensregeln für einen konkreten Einsatz? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Sicherheitszeichen: Fotografiere oder skizziere drei Sicherheitszeichen aus einem freigegebenen Ausbildungsbereich und notiere jeweils Zeichenart, Bedeutung und sichere Reaktion.
- Betriebsanweisung: Markiere in einer anonymisierten Übungs-Betriebsanweisung die fünf Informationsblöcke Anwendungsbereich, Gefahr, Schutz, Störung und Hilfe.
- Meldeweg: Zeichne den betrieblichen Meldeweg für einen Defekt als einfaches Flussdiagramm und lasse ihn von Deiner Ausbilderin oder Deinem Ausbilder prüfen.
- Persönliche Schutzausrüstung: Erstelle eine Bildkarte mit zwei im Ausbildungsbereich vorgeschriebenen PSA-Beispielen und ergänze, wann sie eingesetzt werden.
Standard
- Gefährdungsbeurteilung: Vergleiche eine Betriebsanweisung mit einer zugehörigen Gefährdungsbeurteilung und erkläre, welche Schutzmaßnahmen sich wiederfinden.
- Störung: Entwickle zu einem fiktiven Maschinenfehler drei Reaktionsmöglichkeiten und begründe, welche davon innerhalb Deiner Qualifikation sicher ist.
- Gefahrstoff: Vergleiche ein GHS-Piktogramm mit einem Sicherheitszeichen und erkläre den Unterschied in einem 60-Sekunden-Erklärvideo.
- Unterweisung: Führe mit einer Partnerperson ein Rollenspiel durch: Eine Person meldet einen Defekt, die andere fragt nach Ort, Gefahr, betroffener Anlage und bereits getroffenen sicheren Maßnahmen.
Schwer
- Arbeitsschutzorganisation: Analysiere einen anonymisierten Beinaheunfall und ordne technische, organisatorische und personenbezogene Barrieren zu.
- Betriebsanweisungs-Check: Prüfe eine freigegebene Betriebsanweisung auf Verständlichkeit, Aktualität, eindeutige Zuständigkeiten und erkennbare Meldewege; formuliere Verbesserungsvorschläge.
- Transfer: Entwirf eine einseitige Lernkarte für neue Auszubildende, die aus einem konkreten betrieblichen Beispiel die Kette ERKENNEN – STOPPEN – WARNEN – MELDEN – FREIGABE ABWARTEN ableitet.
- Sicherheitskultur: Interviewe nach betrieblicher Freigabe eine Fachkraft für Arbeitssicherheit, eine Führungskraft oder eine ausbildende Person dazu, wie Meldungen von Beinaheunfällen zu Verbesserungen führen, und fasse die Aussagen ohne personenbezogene Daten zusammen.


Lernkontrolle
- Gefahrenerkennung: Du siehst ein Warnzeichen, eine beschädigte Schutzhaube und Zeitdruck. Erkläre, welche Information Du zuerst brauchst und warum das Zeichen allein nicht genügt.
- Entscheidungskompetenz: Eine Kollegin bittet Dich, „nur kurz“ trotz unklarer Freigabe weiterzuarbeiten. Begründe Deine Entscheidung mit Betriebsanweisung, Unterweisung und Zuständigkeit.
- Eskalation: Entwickle für einen unbekannten Flüssigkeitsaustritt einen sicheren Meldeweg, ohne Annahmen über den Stoff oder eigenmächtige Reinigungsmaßnahmen zu machen.
- Transfer: Übertrage die Lesestrategie Geltungsbereich → Gefahr → Schutz → Störung → Hilfe → Meldung auf ein Arbeitsmittel, das Du bisher nicht kennst.
- Fehleranalyse: Erkläre, warum eine perfekte Betriebsanweisung wirkungslos bleiben kann, wenn sie nicht verständlich, zugänglich, aktuell und Teil einer wirksamen Unterweisung ist.
- Sicherheitskultur: Beurteile, wie eine gute Meldung von Beinaheunfällen zur Verbesserung technischer und organisatorischer Schutzmaßnahmen beitragen kann.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe wiedergeben, sondern sichere Entscheidungen nachvollziehbar begründen kannst.
- Du erkennst Warn-, Gebots- und Rettungszeichen und kannst ihre Funktion unterscheiden.
- Du unterscheidest Sicherheitskennzeichen von GHS-Gefahrstoffpiktogrammen.
- Du findest in einer Betriebsanweisung Anwendungsbereich, Gefahren, Schutzmaßnahmen, Störungsregeln, Erste Hilfe und Meldewege.
- Du kannst die Rollen von Arbeitgeber, Führungskraft, Ausbildungsverantwortlichen, beratenden Arbeitsschutzstellen und Beschäftigten einordnen.
- Du meldest Defekte und unmittelbare erhebliche Gefahren nach dem betrieblichen Verfahren.
- Du überschreitest bei Störungen nicht Deine Qualifikation, Beauftragung oder Freigabe.
- Du kannst einen Ausbildungsfall analysieren und Deine Entscheidung mit konkreten Schutzregeln begründen.
- Du weißt, dass dieser Lernnachweis keine praktische Qualifikation, Unterweisung oder betriebliche Freigabe ersetzt.
Fachliche Quellen und Quellenprüfung
Stand der Prüfung: 04.10.2026. Für den Kurs wurden vorrangig Rechtsquellen sowie Veröffentlichungen von BAuA, DGUV und BGHM verwendet.
- Arbeitsschutzgesetz § 5 – Beurteilung der Arbeitsbedingungen
- Arbeitsschutzgesetz § 12 – Unterweisung
- Arbeitsschutzgesetz § 15 – Pflichten der Beschäftigten
- Arbeitsschutzgesetz § 16 – Besondere Unterstützungspflichten
- Betriebssicherheitsverordnung § 12 – Unterweisung und besondere Beauftragung
- Gefahrstoffverordnung § 14 – Unterrichtung und Unterweisung
- BAuA – TRGS 555 Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten
- BAuA – Technische Regeln für Arbeitsstätten, einschließlich ASR A1.3
- DGUV Information 211-010 – Sicherheit durch Betriebsanweisungen
- BGHM – Betriebsanweisungen
Medienrechte und Medienprüfung
Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Dateien wurden über ihre Dateibeschreibungsseiten geprüft. Die hier verwendeten ISO-7010-Zeichen sowie die beiden GHS-Piktogramme sind auf den geprüften Commons-Seiten als Public Domain gekennzeichnet. Maßgeblich bleibt jeweils die aktuelle Dateibeschreibungsseite auf Commons.
- ISO 7010 W001 – Commons-Dateibeschreibung
- ISO 7010 W012 – Commons-Dateibeschreibung
- ISO 7010 W014 – Commons-Dateibeschreibung
- ISO 7010 M004 – Commons-Dateibeschreibung
- ISO 7010 M003 – Commons-Dateibeschreibung
- ISO 7010 E002 – Commons-Dateibeschreibung
- ISO 7010 E003 – Commons-Dateibeschreibung
- GHS Flamme – Commons-Dateibeschreibung
- GHS Ausrufezeichen – Commons-Dateibeschreibung
Die YouTube-Videos werden nur über den vorgesehenen YouTube-Player eingebettet; sie werden nicht als freie OER-Lizenz behauptet. Rechte und Verfügbarkeit verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern bzw. Plattformanbietern. Der BGHM-Unfallfilm mit Max Weidner ist zusätzlich als BGHM-Präventionsmedium dokumentiert. NAPO wird über DGUV Tube verlinkt.
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BGHM Lernportal – Betriebsanweisungen
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