Arbeitsplätze auftragsbezogen vorbereiten - Schmied


Arbeitsplätze auftragsbezogen vorbereiten - Schmied
Arbeitsplätze auftragsbezogen vorbereiten - Schmied
Einleitung
Bevor der erste Hammerschlag fällt, muss der Arbeitsplatz so vorbereitet sein, dass der Auftrag sicher, wirtschaftlich, ergonomisch und qualitätsgerecht ausgeführt werden kann. In einer Schmiede betrifft das nicht nur Hammer und Amboss. Du musst den Arbeitsauftrag verstehen, Werkstoff und Abmessungen prüfen, geeignete Werkzeuge auswählen, die Schmiedeesse oder den Schmiedeofen vorbereiten, Verkehrs- und Fluchtwege freihalten, Schutzmaßnahmen festlegen und die späteren Prüfungen einplanen.
Das auftragsbezogene Vorbereiten ist deshalb eine vollständige berufliche Handlung: Du informierst Dich, planst den Ablauf, entscheidest über Arbeitsmittel, führst die Vorbereitung durch, kontrollierst den Zustand und bewertest Deine Lösung. Dieser Lernkurs richtet sich an Auszubildende in metalltechnischen und handwerklichen Berufen mit Schmiedearbeiten, insbesondere im Bereich Metallbau, Metallgestaltung, Kunstschmieden und Freiformschmieden.

Beobachtungsauftrag zum Bild: Erkenne die Arbeitsbereiche für Erwärmen, Umformen, Ablegen und Bewegen. Überlege, welche Wege der Schmied mit einem glühenden Werkstück zurücklegt und welche Gefahren daraus entstehen.
Beobachtungsauftrag zum Video: Notiere, welche Arbeitsmittel vor dem Schmieden griffbereit sein müssen und wie sich die Anordnung der Werkzeuge auf einen flüssigen Arbeitsablauf auswirkt.
Lernziele
Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du einen Schmiedearbeitsplatz aus einem Arbeitsauftrag ableiten, Arbeitsmittel fachgerecht auswählen, Gefährdungen beurteilen und eine sichere Arbeitsfolge vorbereiten. Du kannst außerdem erklären, warum Werkstoff, Werkstückgeometrie, Schmiedeverfahren, Wärmequelle, Prüfmittel und persönliche Schutzausrüstung aufeinander abgestimmt werden müssen.
Den Arbeitsauftrag auswerten
Ausgangspunkt jeder Vorbereitung ist der Arbeitsauftrag. Er kann als Fertigungszeichnung, Skizze, Muster, Reparaturauftrag, Stückliste, Kundenbeschreibung oder betrieblicher Fertigungsplan vorliegen. Lies den Auftrag vollständig, bevor Du Material oder Werkzeuge bereitstellst. Unklare Maße, fehlende Werkstoffangaben oder widersprüchliche Anforderungen müssen vor Arbeitsbeginn geklärt werden.
Für die Planung sind besonders wichtig: Werkstückform, Ausgangsquerschnitt, Fertigmaße, Stückzahl, Toleranzen, Oberfläche, Werkstoffbezeichnung, Bearbeitungszustand, vorgesehene Schmiedetechnik und Termin. Bei einer Reparatur kommen Schadensbild, Verschleißursache und mögliche Restspannungen hinzu.
Beispiel: Für einen geschmiedeten Wandhaken aus Vierkantstahl benötigst Du andere Zangen, Hilfswerkzeuge und Prüfschablonen als für einen langen Rundstab, der ausgeschmiedet, gelocht und gebogen werden soll. Bei einer Kleinserie lohnt sich eine Anschlag- oder Biegeschablone; beim Einzelstück kann eine Reißplatte oder ein Vergleichsmuster ausreichen.
Fertigungsfolge gedanklich vorwegnehmen
Plane die Arbeitsschritte vom Rohmaterial bis zur Endkontrolle. Eine typische Folge kann lauten: Material identifizieren, ablängen, erwärmen, recken oder stauchen, absetzen, biegen, lochen, richten, nachwärmen, Oberfläche bearbeiten und Maße prüfen. Nicht jeder Auftrag benötigt alle Schritte.
Die Reihenfolge beeinflusst die Arbeitsplatzvorbereitung. Soll ein Werkstück gelocht werden, müssen Lochdorn, Unterlage und gegebenenfalls das Loch des Ambosses frei zugänglich sein. Beim Abschroten benötigst Du einen passenden Warm- oder Kaltschrot und einen sicheren Ablageplatz für abgetrennte, noch heiße Teile. Für Teamarbeit mit Zuschläger müssen Kommandos, Standpositionen und Schlagfolge vorab eindeutig vereinbart werden.

Werkstoff und Rohmaterial bereitstellen
Werkstoff eindeutig bestimmen
Verwende nur Material, dessen Werkstoff und Zustand bekannt sind. Verwechslungen können zu ungeeigneten Schmiedetemperaturen, Rissen, Zunderbildung, fehlerhaften Wärmebehandlungen oder unzureichenden Bauteileigenschaften führen. Prüfe Kennzeichnung, Lieferschein, Materialzeugnis oder betriebliche Lagerkennzeichnung. Unbekannter Schrott ist für qualitätsrelevante Bauteile ungeeignet.
Berücksichtige den Ausgangsquerschnitt und die notwendige Materialzugabe. Beim Recken wird der Querschnitt kleiner und das Werkstück länger; beim Stauchen wird es kürzer und der Querschnitt größer. Material für Verschnitt, Zunderverlust, Probeschläge und Spannmöglichkeiten muss bereits bei der Rohteillänge berücksichtigt werden.
Material sicher lagern und kennzeichnen
Lege Rohmaterial so bereit, dass es nicht wegrollen, kippen oder Verkehrswege blockieren kann. Runde Stäbe benötigen eine geeignete Ablage mit Anschlag. Lange Werkstücke dürfen nicht ungesichert in Laufwege ragen. Trenne Rohmaterial, heiße Zwischenprodukte, Fertigteile und Ausschuss räumlich oder durch eindeutige Kennzeichnung.
Ein definierter Heißbereich verhindert, dass glühende oder noch heiße Werkstücke versehentlich angefasst werden. Verlasse Dich niemals allein auf die Farbe: Stahl kann bereits dunkel erscheinen und trotzdem schwere Verbrennungen verursachen.
Arbeitsplatzbereiche planen
Eine zweckmäßige Schmiede gliedert sich in Funktionsbereiche. Dazu gehören der Erwärmbereich an Schmiedeesse oder Schmiedeofen, der Umformbereich an Amboss oder Schmiedehammer, der Bereich zum Trennen und Richten, Mess- und Prüfplätze sowie sichere Ablagen für heiße und kalte Werkstücke.
Kurze, freie Transportwege zwischen Esse und Amboss verringern Wärmeverluste und das Risiko, mit einem heißen Werkstück anzustoßen. Gleichzeitig dürfen die Arbeitsbereiche anderer Personen nicht gekreuzt werden. Kabel, Schläuche, Materialreste und Werkzeuge gehören nicht in Laufwege. Fluchtwege, Feuerlöscheinrichtungen und Not-Aus-Einrichtungen müssen jederzeit erreichbar bleiben.

Analyseauftrag: Beurteile die sichtbare Werkstatt nach Materialfluss, Zugänglichkeit, Werkzeugordnung, Beleuchtung und möglichen Stolperstellen.
Ergonomische Anordnung
Die Arbeitshöhe und Stellung von Amboss, Schraubstock und Maschinen beeinflussen Kraftübertragung und Körperhaltung. Der Amboss muss standsicher befestigt sein. Seine Höhe wird an Tätigkeit, Körpergröße und betriebliche Vorgaben angepasst. Häufig benötigte Werkzeuge liegen im direkten Greifraum, ohne dass Du über heiße Werkstücke oder bewegte Maschinenteile greifen musst.
Die Hammerbahn braucht ausreichend Bewegungsraum. Hinter und seitlich der schlagenden Person darf sich niemand im Schwenkbereich aufhalten. Zangen werden so abgelegt, dass Griffe nicht in Laufwege ragen und die Maulformen schnell unterschieden werden können.

Schmiedeesse und Erwärmeinrichtung vorbereiten
Eine Schmiedeesse erwärmt den Werkstoff auf die für den jeweiligen Arbeitsgang geeignete Temperatur. Je nach Betrieb werden Kohleessen, Gasschmiedeöfen oder andere geeignete Erwärmeinrichtungen eingesetzt. Beachte immer Betriebsanweisung, Herstellerangaben und Unterweisung.
Vor Arbeitsbeginn kontrollierst Du den Zustand der Feuerstelle, die Luftzufuhr, Rauch- und Abgasführung, Absaugung, elektrische Anschlüsse und Bedienelemente. Bei gasbeheizten Anlagen gehören die dafür festgelegten Prüfungen an Brenner, Leitungen, Armaturen und Sicherheitseinrichtungen dazu. Störungen dürfen nicht durch improvisierte Maßnahmen umgangen werden.

Die BGHM nennt für Schmiedeessen unter anderem Entstehungsbrände, Rauchgase, Lärm, Funken, Schlacke, Zunder, heiße Werkstücke und Staub als Gefährdungen. Vor dem Arbeiten sind deshalb unter anderem die Funktion des Rauchabzugs, der gefüllte Löschtrog, die Feuerlöscheinrichtung und die erforderliche Schutzausrüstung zu kontrollieren. Brennbare Stoffe werden aus dem festgelegten Sicherheitsbereich entfernt.
Sicherheitsauftrag zum Video: Nutze das Video nur zur Beobachtung der Feuerführung. Vergleiche jede gezeigte Handlung mit der Betriebsanweisung Deiner Ausbildungsstätte. Eine betriebliche Unterweisung wird durch ein Video nicht ersetzt.
Beleuchtung und Temperaturbeurteilung
Beim Schmieden wird die Werkstücktemperatur häufig zusätzlich über die Glühfarbe beurteilt. Zu starke Umgebungsbeleuchtung kann diese Wahrnehmung verfälschen. Trotzdem müssen Verkehrswege, Bedienelemente und Gefahrenstellen ausreichend beleuchtet bleiben. Die Lösung ist eine auf den Arbeitsbereich abgestimmte Beleuchtung, nicht ein insgesamt dunkler Raum.
Eine Glühfarbe ersetzt keine werkstoffbezogene Vorgabe. Die zulässige Temperaturspanne hängt vom Werkstoff und vom Arbeitsgang ab. Überhitzung kann das Gefüge schädigen; eine zu niedrige Schmiedetemperatur erhöht die Umformkräfte und kann Risse begünstigen.
Werkzeuge und Hilfsmittel auswählen
Handwerkzeuge
Wähle den Hammer nach Masse, Bahnform und Arbeitsgang. Typische Werkzeuge sind Schmiedehammer, Kreuzschlaghammer, Vorschlaghammer, Setzhammer und Hilfshämmer. Für das Werkstück benötigst Du eine Zange, deren Maulform den Querschnitt sicher umfasst. Eine unpassende Zange führt zu unsicherer Führung und unnötiger Handkraft.
Weitere Hilfswerkzeuge sind Abschrote, Meißel, Lochdorne, Durchschläge, Setzstöcke, Gesenke, Kehleisen, Biegegabeln, Richtwerkzeuge und Schablonen. Warm- und Kaltarbeitswerkzeuge dürfen nicht verwechselt werden. Schneiden, Köpfe, Stiele, Keile und Griffflächen werden vor der Benutzung auf festen Sitz, Risse, Ausbrüche, Gratbildung und unzulässigen Verschleiß geprüft.
Beobachtungsauftrag zum Video: Erstelle eine Tabelle mit Werkzeugname, Aufgabe, Prüfkriterium und sicherem Ablageort.
Mess- und Prüfmittel
Lege Messmittel so bereit, dass sie vor Hitze, Zunder und Schlägen geschützt sind. Je nach Auftrag werden Stahllineal, Messschieber, Winkel, Radiuslehre, Schablone, Grenzlehre oder Richtplatte benötigt. Präzisionsmessmittel werden nicht direkt am glühenden Werkstück eingesetzt.
Plane Zwischenprüfungen. Nach jedem wesentlichen Umformschritt kann eine Maß- oder Formkontrolle nötig sein. So erkennst Du Abweichungen, solange sie noch durch Richten, Nachschmieden oder erneutes Erwärmen korrigiert werden können.
Maschinenarbeitsplätze vorbereiten
Kraftbetriebene Schmiedehämmer wie Federhammer oder Lufthammer reduzieren Muskelarbeit, erzeugen aber zusätzliche Gefährdungen. Dazu zählen Quetschstellen, Lärm, Funken- und Zunderflug, heiße Werkstücke und Hand-Arm-Vibrationen. Vor Arbeitsbeginn werden sichere Funktion, Zustand der Gesenke, Bedienelemente, Not-Aus-Einrichtung, Hauptschalter und elektrische Sicherheit nach den betrieblichen Vorgaben geprüft.
Ein Gesenkwechsel erfolgt nur im sicheren, ausgeschalteten Zustand nach Betriebsanweisung. Das Werkstück wird mit einer geeigneten Schmiedezange geführt; Hände bleiben außerhalb des Gefahrenbereichs. Bei Maschinen mit nur einem Bedienplatz darf keine unkoordinierte Mehrpersonenbedienung entstehen.
Transferfrage: Welche Unterschiede ergeben sich bei Vorbereitung, Materialfluss und Schutzmaßnahmen zwischen manuellem Freiformschmieden und industrieller Massivumformung?
Persönliche Schutzausrüstung und Arbeitskleidung
Die erforderliche Persönliche Schutzausrüstung ergibt sich aus Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Tätigkeit. Typisch sind Augen- oder Gesichtsschutz, Gehörschutz, Sicherheitsschuhe, geeignete Arbeitskleidung und Schmiedeschürze. Für bestimmte Tätigkeiten an der Esse können trockene Lederhandschuhe vorgesehen sein. An Maschinen mit Einzugs- oder Erfassungsgefahr gelten die jeweiligen besonderen Vorgaben; lose Kleidung, Schmuck und ungesicherte lange Haare sind unzulässig.
PSA ist die letzte Schutzstufe. Sie ersetzt weder Absaugung noch Schutzabstand, sichere Werkzeugzustände, Ordnung oder Unterweisung. Prüfe die PSA vor Benutzung auf Beschädigung und richtige Passform.
Brandschutz, Lüftung und Ordnung
Funken, Zunder und heiße Werkstücke können Brände verursachen. Entferne brennbare Materialien aus dem festgelegten Gefahrenbereich. Halte geeignete Feuerlöscheinrichtungen zugänglich und kontrolliere den Löschtrog entsprechend der betrieblichen Regelung. Glühende Reststücke und Zunder gehören in dafür vorgesehene, nicht brennbare Behälter.
Rauchgase und Stäube müssen wirksam erfasst und abgeführt werden. Prüfe vor dem Anheizen, ob Rauchabzug, Haube, Klappen und Ventilation funktionieren. Beim Reinigen der Feuerstelle und beim Umgang mit Asche oder staubender Kohle sind die festgelegten Schutzmaßnahmen einzuhalten.
Ordnung ist ein Sicherheitsfaktor: Werkzeuge erhalten feste Plätze, heiße Teile werden eindeutig abgelegt, Schläuche und Leitungen werden geschützt geführt, und verschüttete Stoffe oder Zunder werden zeitnah beseitigt. Gleichzeitig bleibt die Werkstatt so organisiert, dass die Arbeit ohne unnötige Such- und Transportzeiten abläuft.
Auftragsbezogene Vorbereitung als Ablauf
| Schritt | Leitfrage | Ergebnis |
|---|---|---|
| Auftrag prüfen | Was soll in welcher Qualität, Stückzahl und Zeit hergestellt oder repariert werden? | Geklärte Anforderungen und Fertigungsziel |
| Arbeitsfolge planen | Welche Umform-, Trenn-, Füge-, Wärme- und Prüfschritte sind erforderlich? | Sinnvolle Reihenfolge mit Zwischenprüfungen |
| Material bereitstellen | Welcher Werkstoff, Querschnitt und welche Rohteillänge werden benötigt? | Gekennzeichnetes, sicheres Rohmaterial |
| Arbeitsmittel auswählen | Welche Hämmer, Zangen, Hilfswerkzeuge, Gesenke und Messmittel passen? | Vollständiger, geprüfter Werkzeugsatz |
| Arbeitsplatz einrichten | Sind Wege kurz, Fluchtwege frei und Heißbereiche eindeutig? | Sicherer Materialfluss und ergonomische Anordnung |
| Anlagen kontrollieren | Funktionieren Esse, Absaugung, Schmiedehammer und Sicherheitseinrichtungen? | Betriebsbereite Arbeitsmittel ohne erkennbare Mängel |
| Schutzmaßnahmen umsetzen | Welche technischen, organisatorischen und persönlichen Maßnahmen gelten? | Freigegebener Arbeitsplatz und vollständige PSA |
| Freigabe durchführen | Sind Auftrag, Material, Werkzeuge, Anlagen und Prüfmittel vollständig? | Dokumentierter Arbeitsbeginn |
Praktische Freigabe-Checkliste
- Arbeitsauftrag: Zeichnung, Maße, Stückzahl, Werkstoff, Oberfläche und Termin sind verstanden; Unklarheiten wurden geklärt.
- Fertigungsplanung: Arbeitsfolge, Erwärmungen, Zwischenprüfungen und sichere Ablagen sind festgelegt.
- Rohmaterial: Werkstoff, Querschnitt, Länge, Kennzeichnung und Materialzugabe stimmen.
- Schmiedewerkzeug: Hammer, Zange, Gesenke, Dorne, Abschrote und Hilfswerkzeuge sind geeignet und mängelfrei.
- Schmiedeesse: Feuerstelle, Brennstoff oder Gasversorgung, Luftzufuhr, Rauchabzug und Absaugung sind kontrolliert.
- Schmiedehammer: Bedienelemente, Not-Aus, Gesenke, Schutzbereiche und Hauptschalter sind geprüft.
- Arbeitssicherheit: Gefahrenbereich, Brandschutz, Lüftung, Löschtrog, PSA und Unterweisung sind sichergestellt.
- Qualitätsprüfung: Schablonen, Lehren, Messmittel und Ablage für Prüfteile sind vorbereitet.
- Arbeitsplatzorganisation: Laufwege und Fluchtwege sind frei; Heiß-, Kalt-, Fertig- und Ausschussteile sind getrennt.
- Kommunikation: Zuständigkeiten, Kommandos und Verhalten bei Störungen sind geklärt.
Typische Fehler und ihre Folgen
| Vorbereitungsfehler | Mögliche Folge | Vorbeugung |
|---|---|---|
| Falsche oder unbekannte Werkstoffqualität | Risse, falsche Temperaturführung, ungeeignete Bauteileigenschaften | Materialkennzeichnung und Auftrag abgleichen |
| Unpassende Schmiedezange | Werkstück rutscht, unsichere Körperhaltung, Verbrennungsgefahr | Maulform und Werkstückquerschnitt vorab prüfen |
| Fehlende Zwischenlehre | Maßabweichung wird zu spät erkannt | Schablone oder Messfolge vor Arbeitsbeginn festlegen |
| Blockierter Transportweg | Stolpern oder Zusammenstoß mit heißem Werkstück | Materialfluss planen und Wege freihalten |
| Defekter Hammerstiel oder lockerer Kopf | Werkzeugversagen und Verletzungsgefahr | Sicht- und Funktionsprüfung, mangelhafte Werkzeuge sperren |
| Unzureichende Absaugung | Belastung durch Rauchgase und Stäube | Funktion vor Anheizen prüfen und Störung melden |
| Brennbares Material im Funkenbereich | Entstehungsbrand | Sicherheitsbereich räumen und Brandschutz bereitstellen |
| Messmittel neben der Esse | Wärmeeinwirkung, Verschmutzung und Messfehler | Geschützten Prüfplatz einrichten |
Dokumentation und Übergabe
Dokumentiere festgestellte Mängel, Materialabweichungen und Änderungen am Arbeitsablauf nach betrieblichem Verfahren. Kennzeichne gesperrte Werkzeuge oder Maschinen eindeutig. Eine Störung wird nicht improvisiert umgangen, sondern an die zuständige Person gemeldet.
Nach Auftragsende werden Feuer und Anlagen nach Betriebsanweisung außer Betrieb genommen, heiße Teile sicher abgelegt oder abgekühlt, Werkzeuge gereinigt und kontrolliert, Abfälle getrennt und der Arbeitsplatz übergabefähig hergestellt. Rückmeldungen zu Werkzeugverschleiß, Materialverbrauch und Zeitbedarf verbessern die Vorbereitung zukünftiger Aufträge.
Fachliche Orientierung
Die sicherheitstechnischen Aussagen dieses Lernkurses orientieren sich unter anderem am Themenfeld Manuelles Schmieden der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung sowie an den BGHM-Praxishilfen Arbeitsschutz Kompakt Nr. 118 – Schmiedeessen und Arbeitsschutz Kompakt Nr. 129 – Schmiedehammer. Maßgeblich bleiben die Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisungen und Unterweisungen Deines Ausbildungsbetriebs.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist der erste Schritt der auftragsbezogenen Arbeitsplatzvorbereitung? (Den Arbeitsauftrag vollständig auswerten) (!Die Esse sofort anheizen) (!Alle Hämmer auf den Amboss legen) (!Das Werkstück ohne Prüfung ablängen)
Warum muss der Werkstoff vor dem Schmieden eindeutig bestimmt werden? (Damit Temperaturführung und Bearbeitung zum Material passen) (!Damit der Amboss schwerer gewählt werden kann) (!Damit keine Zwischenprüfung erforderlich ist) (!Damit grundsätzlich ohne Zange gearbeitet werden kann)
Welche Zange ist für einen Schmiedeauftrag geeignet? (Eine Zange deren Maul den Werkstückquerschnitt sicher umfasst) (!Eine möglichst lange Zange ohne Rücksicht auf die Maulform) (!Eine Zange mit beschädigten Schenkeln) (!Eine Zange die nur mit beiden Händen geschlossen bleibt)
Was gehört zur Vorbereitung einer Schmiedeesse? (Die Funktion von Rauchabzug und Ventilation prüfen) (!Brennbare Stoffe neben der Feuerstelle lagern) (!Den Löschtrog unzugänglich abdecken) (!Die Glut unbeaufsichtigt entzünden)
Warum werden Zwischenprüfungen eingeplant? (Damit Abweichungen früh erkannt und korrigiert werden) (!Damit das Werkstück schneller auskühlt) (!Damit jedes Messmittel an der Esse liegen bleibt) (!Damit die Werkstoffkennzeichnung entfallen kann)
Welche Aussage zum Heißbereich ist richtig? (Heiße Werkstücke werden eindeutig und sicher abgelegt) (!Dunkle Werkstücke können immer gefahrlos angefasst werden) (!Heiße Reststücke gehören in Laufwege) (!Die Temperatur wird nur durch Berühren geprüft)
Was ist vor dem Einsatz eines kraftbetriebenen Schmiedehammers zu kontrollieren? (Sichere Funktion von Gesenken Bedienelementen und Not-Aus) (!Nur die Farbe des Maschinengehäuses) (!Nur die Länge des Werkstücks) (!Ausschließlich der Füllstand des Löschwassers)
Welche Maßnahme verbessert den Materialfluss? (Kurze freie Wege zwischen Erwärmen Umformen und Prüfen) (!Werkzeuge in den Laufwegen ablegen) (!Rohmaterial vor dem Notausgang stapeln) (!Heiße und kalte Werkstücke mischen)
Welche Aussage zur persönlichen Schutzausrüstung ist richtig? (Sie wird tätigkeitsbezogen nach Gefährdungsbeurteilung festgelegt) (!Sie ersetzt eine funktionierende Absaugung) (!Sie macht eine Unterweisung überflüssig) (!Sie wird nur nach persönlicher Vorliebe gewählt)
Wie wird mit einem erkannten Werkzeugmangel umgegangen? (Werkzeug sperren und den Mangel melden) (!Werkzeug bis zum Bruch weiterverwenden) (!Mangel mit Zunder verdecken) (!Werkzeug ohne Kennzeichnung zurücklegen)
Memory
| Arbeitsauftrag | Anforderungen und Fertigungsziel |
| Schmiedezange | Sicheres Halten des Werkstücks |
| Rauchabzug | Erfassen und Abführen von Rauchgasen |
| Zwischenlehre | Frühzeitige Formkontrolle |
| Löschtrog | Vorgesehene Abkühlmöglichkeit |
| Amboss | Unterlage für manuelles Umformen |
| Not-Aus | Stillsetzen im Gefahrenfall |
| Heißbereich | Gekennzeichnete Ablage für heiße Teile |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Auftragsanalyse | Maße Werkstoff Stückzahl und Qualität klären |
| Materialbereitstellung | Rohteil auswählen kennzeichnen und sicher ablegen |
| Werkzeugprüfung | Stiele Schneiden Köpfe und Zangen kontrollieren |
| Anlagenkontrolle | Esse Absaugung und Schmiedehammer prüfen |
| Arbeitsfreigabe | Vollständigkeit und Schutzmaßnahmen abschließend bestätigen |
Kreuzworträtsel
| Absaugung | Welche Einrichtung führt Rauchgase aus dem Arbeitsbereich ab? |
| Schmiedezange | Welches Werkzeug hält das heiße Werkstück sicher? |
| Ambossbahn | Wie heißt die gehärtete Arbeitsfläche des Ambosses? |
| Schmiedekohle | Welcher Brennstoff wird in einer traditionellen Kohleesse verwendet? |
| Messschieber | Welches Prüfmittel misst Außenmaße an abgekühlten Werkstücken? |
| Zunder | Wie heißt die Oxidschicht die beim Erwärmen von Stahl entsteht? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Werkzeugkarte: Fotografiere oder zeichne fünf Schmiedewerkzeuge Deiner Ausbildungsstätte und ergänze jeweils Aufgabe, Prüfkriterium und Ablageort.
- Arbeitsplatzskizze: Zeichne einen Schmiedearbeitsplatz mit Esse, Amboss, Werkzeugablage, Heißbereich, Prüfplatz und freien Laufwegen.
- PSA-Check: Erstelle eine bebilderte Übersicht der für einen festgelegten Schmiedeauftrag vorgesehenen persönlichen Schutzausrüstung.
- Fehlersuche: Markiere in einer vorbereiteten Werkstattskizze mindestens acht mögliche Gefahren- oder Ordnungsfehler und begründe Deine Auswahl.
Standard
- Auftragsplanung: Entwickle für einen einfachen geschmiedeten Haken eine Arbeitsfolge mit Materialbedarf, Werkzeugen, Erwärmungen und Zwischenprüfungen.
- Zangenauswahl: Vergleiche drei Zangenmaulformen an unterschiedlichen Werkstückquerschnitten und dokumentiere sichere und unsichere Kombinationen.
- Checkliste: Passe die Freigabe-Checkliste dieses Kurses an die Schmiede Deiner Ausbildungsstätte an und lasse sie fachlich prüfen.
- Videoanalyse: Produziere ein kurzes Lernvideo, das die sichere Vorbereitung von Esse, Amboss und Werkzeugablage zeigt, ohne einen realen Gefahrenbereich zu betreten.
Schwer
- Gefährdungsanalyse: Untersuche einen konkreten Schmiedeauftrag nach technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen und stelle die Ergebnisse als Maßnahmenplan dar.
- Materialflussprojekt: Erfasse Wege und Wartezeiten bei einem Übungsauftrag, entwickle eine verbesserte Arbeitsplatzanordnung und begründe die Änderungen.
- Qualitätsplanung: Erstelle für eine Kleinserie ein Prüfkonzept mit Prüfmerkmalen, Prüfzeitpunkten, Prüfmitteln, Toleranzen und Dokumentation.
- Unterweisungskonzept: Entwirf eine zehnminütige Unterweisung für neue Auszubildende zur Vorbereitung eines Schmiedehammer-Arbeitsplatzes und führe sie als Rollenspiel durch.


Lernkontrolle
- Planungsfall Wandhaken: Du erhältst eine Zeichnung für zehn gleiche Wandhaken. Entwickle eine vollständige Arbeitsplatzvorbereitung und begründe, welche Schablonen oder Anschläge Du für die Kleinserie einsetzt.
- Störungsfall Absaugung: Beim Vorbereiten der Kohleesse stellst Du fest, dass der Rauchabzug nicht zuverlässig arbeitet. Beschreibe Dein Vorgehen und erkläre, warum ein Weiterarbeiten trotz PSA nicht vertretbar ist.
- Werkzeugentscheidung: Für einen langen Rundstab stehen zwei Zangen zur Verfügung, von denen nur eine den Querschnitt formschlüssig hält. Vergleiche die Folgen beider Entscheidungen für Sicherheit, Ergonomie und Qualität.
- Layoutvergleich: Vergleiche zwei Werkstattpläne mit unterschiedlichen Positionen von Esse, Amboss, Prüfplatz und Materiallager. Bewerte Materialfluss, Wärmeverlust, Kollisionsgefahr und Fluchtwege.
- Qualitätsabweichung: Ein geschmiedetes Teil ist nach dem letzten Arbeitsgang zu lang und im Querschnitt zu klein. Erkläre, welcher Umformvorgang vermutlich zu stark ausgeführt wurde und wie eine frühere Zwischenprüfung geholfen hätte.
- Transfer Industrie: Übertrage die Grundsätze der Arbeitsplatzvorbereitung vom manuellen Freiformschmieden auf einen kraftbetriebenen Schmiedehammer. Benenne Gemeinsamkeiten und zusätzliche Anforderungen.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis musst Du zeigen, dass Du nicht nur Werkzeuge benennen, sondern einen realen Auftrag vollständig vorbereiten kannst. Wichtig sind eine nachvollziehbare Auftragsanalyse, richtige Werkstoff- und Materialauswahl, begründete Werkzeug- und Zangenauswahl, sichere Anordnung der Arbeitsbereiche, Kontrolle von Esse und Maschinen, Umsetzung der Schutzmaßnahmen sowie ein geeigneter Prüfplan.
Als Lernnachweis eignet sich eine praktische Arbeitsprobe mit schriftlicher Planung. Dazu gehören Arbeitsplatzskizze, Materialliste, Werkzeugliste, Gefährdungsanalyse, Freigabe-Checkliste, Zwischenprüfungen und eine abschließende Reflexion. Bewertet werden Fachsprache, Vollständigkeit, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, ergonomische Gestaltung und die Fähigkeit, Abweichungen zu erkennen und Entscheidungen zu begründen.
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