Analoge Elektronik und Leistungselektronik – Wärmeabfuhr in Elektronik berücksichtigen
Analoge Elektronik und Leistungselektronik – Wärmeabfuhr in Elektronik berücksichtigen
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Analoge Elektronik und Leistungselektronik – Wärmeabfuhr in Elektronik berücksichtigen
Einleitung
Ausbildung | Elektrotechnik und Elektronik | ca. 50 Minuten Grundlagen und Simulation, anschließend Projektaufgaben
Wie viel Wärme entsteht in einem Spannungsregler? Wie gelangt sie vom Halbleiter zur Umgebung? Und wie prüfst Du, ob die Kühlung ausreicht?
Du lernst, Verlustleistung, Wärmewiderstand und Sperrschichttemperatur zu berechnen, Kühlkörper zu beurteilen und thermische Risiken in leistungselektronischen Schaltungen zu erkennen.

Bildimpuls: Kühlkörper für Leistungshalbleiter. Vergleiche ihre Form und Oberfläche. Eine Aussage über ihre tatsächliche Kühlleistung benötigt zusätzliche technische Daten.
Deine Lernziele:
- Verlustleistung: Du berechnest die Wärmeleistung eines Linearreglers.
- Wärmewiderstand: Du erklärst und berechnest den thermischen Widerstand.
- Thermisches Management: Du beurteilst einen Wärmeabfuhrpfad.
- Schaltungssimulation: Du untersuchst elektrische und thermische Ersatzmodelle.
- Technische Bewertung: Du begründest Verbesserungsvorschläge und überprüfst Annahmen.
Sicherheitsregel: Alle Lernversuche erfolgen ausschließlich virtuell oder mit ausdrücklich freigegebenen, berührungssicheren Schulungsmodellen unter fachlicher Aufsicht. Keine Netzspannung, keine offenen Leistungsschaltungen, keine Berührungsprobe heißer Bauteile. Reale Elektroarbeiten dürfen nur entsprechend qualifizierte und beauftragte Personen durchführen. Ein Quizresultat ist niemals eine Arbeits-, Prüf- oder Sicherheitsfreigabe.
Ausbildungsfall: Ein 12-V-Gerät mit Wärmeproblem
In einem Ausbildungsprojekt soll eine elektronische Steuerung aus einer 12-V-Gleichspannungsversorgung mit stabilisierten 5 V versorgt werden.
Ein vereinfachter Linearregler soll 0,6 A Laststrom liefern. Das Geräteinnere kann 35 °C warm werden. Deine Aufgabe besteht darin, die Verluste zu berechnen und eine thermische Lösung zu beurteilen.
| Größe | Übungswert |
|---|---|
| Eingangsspannung | 12 V |
| Ausgangsspannung | 5 V |
| Laststrom | 0,6 A |
| Umgebungstemperatur im Gerät | 35 °C |
| Thermisches Entwicklungsziel | Sperrschichttemperatur höchstens 100 °C |
Wichtig: Diese Werte sind didaktische Annahmen. Der Grenzwert von 100 °C ist ein gewähltes Entwicklungsziel, keine allgemeingültige Bauteilgrenze. Die später verwendeten Wärmewiderstände sind ebenfalls angenommene Übungswerte und kein Datenblatt eines konkreten 7805.
Lerneinheit 1: Verlustleistung verstehen
Lernzeit: 6 Minuten
Stromlaufbild: Linearregler

Beispiel eines 5-V-Linearreglers mit Entkopplungskondensatoren. Das Bild zeigt das Schaltungsprinzip, keine freigegebene Nachbauanleitung.
Beim Linearregler verursacht die Differenz zwischen Eingangs- und Ausgangsspannung am Reglerelement eine Verlustleistung.
Merksatz:
PV ≈ (Uein − Uaus) · ILast
Ausbildungsfall:
PV ≈ (12 V − 5 V) · 0,6 A = 4,2 W
Die Last erhält 5 V · 0,6 A = 3 W.
Der ideale Näherungswirkungsgrad des Linearreglers beträgt damit:
η ≈ 3 W / 7,2 W = 41,7 %
Der Eigenstrom des Reglers bleibt in dieser vereinfachten Rechnung unberücksichtigt.
Denkfrage: Warum wird der Regler bei höherem Laststrom stärker belastet?
Feedback: Bei unveränderter Spannungsdifferenz wächst die Verlustleistung proportional mit dem Laststrom.
Lerneinheit 2: Thermischen Widerstand verstehen
Lernzeit: 7 Minuten
Wärmeweg und Wärmeleitung

Wärmeleitung: Energie wird durch ein Material von einem wärmeren zu einem kälteren Bereich übertragen.
In der Elektronik verläuft der Wärmeweg häufig vom Halbleiterchip über das Gehäuse und eine Kontaktfläche zum Kühlkörper und anschließend an die Umgebung.
Grundformel:
ΔT = PV · Rth
Einheiten: Temperaturdifferenz in Kelvin, Verlustleistung in Watt, thermischer Widerstand in Kelvin pro Watt.
| Bezeichnung | Bedeutung |
|---|---|
| RthJA | Sperrschicht zur Umgebung bei definierten Einbaubedingungen |
| RthJC | Sperrschicht zum Gehäuse |
| RthCS | Gehäuse zum Kühlkörper |
| RthSA | Kühlkörper zur Umgebung |
Thermisches Ersatzschaltbild für einen vereinfachten seriellen Hauptwärmepfad:
Sperrschicht Tj
|
RthJC
|
Gehäuse Tc
|
RthCS
|
Kühlkörper Ts
|
RthSA
|
Umgebung Ta
Bei dieser Modellannahme gilt:
Rth,gesamt = RthJC + RthCS + RthSA
Der Datenblattwert RthJA ohne Kühlkörper wird nicht zusätzlich zu dieser Summe addiert. Er beschreibt einen anderen, definierten thermischen Aufbau.
Video: Texas Instruments – Thermal Performance, It Matters, Teil 1. Vertiefung zum thermischen Widerstand, englisch.
Lerneinheit 3: Einen Kühlkörper beurteilen
Lernzeit: 8 Minuten

Kühlkörper für ein TO-220-Gehäuse. Die Eignung hängt nicht nur von Größe und Material, sondern auch von Einbau und Luftströmung ab.
Für den Ausbildungsfall verwenden wir ausschließlich angenommene Werte:
| Wärmeweg | Angenommener Widerstand |
|---|---|
| Chip zum Gehäuse | 3 K/W |
| Gehäuse zum Kühlkörper | 1 K/W |
| Kühlkörper zur Umgebung | 8 K/W |
| Gesamt | 12 K/W |
Berechnung:
ΔT = 4,2 W · 12 K/W = 50,4 K
Tj = 35 °C + 50,4 K = 85,4 °C
Im vereinfachten stationären Modell bleibt die berechnete Temperatur damit 14,6 K unter dem gewählten Entwicklungsziel.
Das ist ein positives Rechenergebnis, aber keine Freigabe für ein reales Gerät.
Die höchstens zulässige thermische Gesamtsumme für dieses Entwicklungsziel wäre:
Rth,gesamt,max = (100 °C − 35 °C) / 4,2 W ≈ 15,48 K/W
Für den angenommenen Wärmeweg verbleiben höchstens rund 11,48 K/W für den Kühlkörper zur Umgebung.
Worauf es zusätzlich ankommt: Tatsächliches Bauteildatenblatt, thermische Schnittstelle, elektrische Isolation, Einbaulage, Luftbewegung, Gehäuseerwärmung, Betriebsdauer und Toleranzen.

Beispiel einer Kühlkörpermontage bei einem Leistungshalbleiter. Das Foto ist keine Aussage über elektrische Isolation oder zulässige Montage.
Lerneinheit 4: Temperatur über der Zeit
Lernzeit: 6 Minuten
Nach dem Einschalten wird ein Bauteil nicht sofort so warm wie im stationären Endzustand. Materialien und Kühlkörper besitzen eine Wärmekapazität.
Qualitatives Signaldiagramm:
Verlustleistung
4,2 W ┌────────────────
|
0 W _______|
Temperatur Tj
85,4 °C _________
.-'
.-'
35 °C ______/
Einschalten ---> Zeit
Schematische Darstellung einer Erwärmung bei konstanter Verlustleistung. Der Zeitmaßstab ist nicht kalibriert. 85,4 °C gilt nur für das angenommene stationäre Modell.
Ein einfaches thermisches RC-Modell kann einen verzögerten Temperaturanstieg darstellen. Reale Komponenten besitzen häufig mehrere thermische Zeitkonstanten.
Merke: Ein kurzer Belastungsimpuls und ein dauerhafter Betrieb müssen nicht dieselbe Temperatur hervorrufen. Für zeitabhängige Belastungen sind geeignete transiente Modelle oder Herstellerangaben erforderlich.
Video: Thermal Design for Power Electronics Circuits – Part 1, Syed Abdul Rahman Kashif. Themen: Wärmeübertragung, thermische Analogie und Kühlkörperberechnung. Englisch.
Lerneinheit 5: Wärme vermeiden statt nur ableiten
Lernzeit: 7 Minuten
Ein Schaltregler kann bei geeigneten Betriebsbedingungen wesentlich weniger Verlustleistung als ein Linearregler verursachen. Er besitzt allerdings weiterhin Leitungs-, Schalt- und weitere Bauteilverluste.
Stromlaufbild eines Abwärtswandlers

Vereinfachtes Stromlaufbild eines Buck-Converters mit Schaltelement und Energiespeicher.
Signaldiagramm eines Abwärtswandlers

Strom- und Spannungsverläufe eines Abwärtswandlers. Achte auf Schaltintervalle und den Verlauf des Spulenstroms.
Vergleichsrechnung:
Wir nehmen für eine alternative Schaltreglerlösung beispielhaft 85 % Wirkungsgrad an. Das ist keine Datenblattangabe.
PV = 3 W / 0,85 − 3 W ≈ 0,53 W
| Konzept | Modellierte Gesamtverluste |
|---|---|
| Linearregler | 4,2 W |
| Schaltregler mit angenommenen 85 % Wirkungsgrad | ca. 0,53 W |
Bewertung: Der Schaltregler reduziert in diesem Rechenbeispiel die Gesamtverluste deutlich. Diese verteilen sich aber auf verschiedene Komponenten. Die Sperrschichttemperatur eines einzelnen Schalttransistors lässt sich deshalb nicht einfach aus den gesamten 0,53 W und dem Wärmewiderstand des Linearreglers berechnen.
Lerneinheit 6: Berührungssichere Schaltungssimulation
Lernzeit: 12 Minuten
Für alle folgenden Experimente verwendest Du ausschließlich browserbasierte Simulationsmodelle. Es werden keine realen Spannungsquellen, Bauteile oder Messleitungen benötigt.
Simulation A: Elektrische Verlustleistung
Simulation: PhET – Circuit Construction Kit: DC Virtual Lab
Virtueller Versuch:
- Gleichstromkreis: Stelle im Simulator eine 12-V-Quelle und zwei Widerstände in Reihe dar.
- Ersatzschaltung: Verwende etwa 11,67 Ω für den modellierten Spannungsabfall im Regler und 8,33 Ω für die Last.
- Messung: Vergleiche Stromstärke sowie Spannungsabfälle an beiden Widerständen.
- Verlustleistung: Berechne die Leistung im ersten Widerstand.
Erwartung: ungefähr 0,6 A, 7 V Spannungsabfall am ersten Widerstand und 4,2 W dort umgesetzte Leistung.
Modellgrenze: Der erste Widerstand stellt den Linearregler ausschließlich in diesem einen Arbeitspunkt dar. Er besitzt keine Spannungsregelung. Für Laständerungen ist dieses Ersatzschaltbild kein vollständiges Regler-Modell.
Simulation B: Thermisches Ersatzmodell
Simulation: Falstad Circuit Simulator – CircuitJS
Verwende im Simulator das Prinzip der elektrisch-thermischen Analogie.
| Elektrische Simulationsgröße | Entsprechende thermische Größe |
|---|---|
| Strom | Wärmeleistung |
| Widerstand | Wärmewiderstand |
| Spannungsdifferenz | Temperaturdifferenz |
| Kapazität | Wärmekapazität |
Virtueller Versuch: Eine ideale 4,2-A-Stromquelle speist einen 12-Ω-Widerstand gegen den Bezugsknoten. Dies ist ausschließlich ein mathematisches Analogmodell.
Der Spannungsabfall von 50,4 V steht dann für 50,4 K Temperaturerhöhung. Addiere die angenommene Umgebungstemperatur von 35 °C, um 85,4 °C zu erhalten.
Untersuche anschließend virtuell einen Widerstand von 19 Ω. Die Analogie ergibt 79,8 K Temperaturanstieg beziehungsweise 114,8 °C bei 35 °C Umgebung.
Feedback: Ein größerer thermischer Widerstand führt bei gleicher Verlustleistung zu einer höheren Temperaturdifferenz. Die in der Software dargestellten elektrischen Größen sind Analogwerte und keine Messung eines realen Halbleiters.
Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
Hilfe 1: Orientierung
Bestimme zunächst, wo Verlustleistung entsteht, welche Umgebungstemperatur gilt und über welche Elemente die Wärme abgegeben wird.
Hilfe 2: Formeln
Verwende für den Linearregler PV ≈ (Uein − Uaus) · I und für das thermische Modell Tj = Ta + PV · Rth,gesamt.
Hilfe 3: Rechenkontrolle
PV = 7 V · 0,6 A = 4,2 W. Der thermische Gesamtwiderstand ist 3 + 1 + 8 = 12 K/W. Damit beträgt die Temperaturerhöhung 50,4 K und die angenommene Sperrschichttemperatur 85,4 °C.
Selbstfeedback: Stimmen Zahlen, Einheit, Rechenweg und Modellannahmen? Fehlt eine dieser Angaben, ist die technische Aussage noch nicht ausreichend begründet.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt die Verlustleistung eines Linearreglers? (Die im Regler in Wärme umgesetzte elektrische Leistung) (!Die ausschließlich an die Last abgegebene Leistung) (!Die maximale Eingangsspannung) (!Die Frequenz der Ausgangsspannung)
Welche Einheit besitzt der thermische Widerstand? (Kelvin pro Watt) (!Watt pro Sekunde) (!Ampere pro Kelvin) (!Volt pro Meter)
Wie groß ist der Spannungsabfall am Regler im Ausbildungsfall? (7 Volt) (!5 Volt) (!12 Volt) (!17 Volt)
Wie hoch ist die angenommene Verlustleistung bei 0,6 Ampere? (4,2 Watt) (!3 Watt) (!7,2 Watt) (!12 Watt)
Wie groß ist die Temperaturerhöhung bei 4,2 Watt und 12 Kelvin pro Watt? (50,4 Kelvin) (!12 Kelvin) (!35 Kelvin) (!85,4 Kelvin)
Warum ist die Gehäusetemperatur nicht automatisch die Sperrschichttemperatur? (Zwischen Chip und Gehäuse besteht ein Wärmewiderstand) (!Chip und Gehäuse besitzen immer dieselbe Temperatur) (!Das Gehäuse hat grundsätzlich keine Wärme) (!Die Sperrschicht liegt außerhalb des Bauteils)
Was bewirkt bei gleicher Verlustleistung ein kleinerer thermischer Gesamtwiderstand? (Eine geringere Temperaturerhöhung) (!Eine größere Temperaturerhöhung) (!Immer eine höhere Eingangsspannung) (!Eine vollständige Vermeidung der Verlustleistung)
Wie sind thermische Datenblattwerte zu verwenden? (Sie gelten für die jeweils angegebenen Bedingungen) (!Sie gelten unabhängig von Einbau und Leiterplatte) (!Sie ersetzen die Ermittlung der Verlustleistung) (!Sie sind bei ausreichender Ausgangsspannung bedeutungslos)
Welche Aussage trifft auf Schaltregler zu? (Auch Schaltregler besitzen elektrische Verluste) (!Jeder Schaltregler hat einen Wirkungsgrad von 100 Prozent) (!Schaltregler benötigen grundsätzlich keine Wärmebetrachtung) (!Die Verluste entstehen ausschließlich im Ausgangskondensator)
Welche Bedeutung hat ein erfolgreich bestandenes Quiz? (Es zeigt einen Lernerfolg und ist keine Arbeitsfreigabe) (!Es erlaubt den eigenständigen Aufbau beliebiger Leistungsschaltungen) (!Es ersetzt die Beauftragung durch den Ausbildungsbetrieb) (!Es bestätigt die elektrische Sicherheit eines realen Gerätes)
Memory
Ordne jeweils einen Fachbegriff seiner Bedeutung zu.
| Verlustleistung | Im Bauteil in Wärme umgesetzte Leistung |
| Wärmewiderstand | Temperaturdifferenz pro Wärmeleistung |
| Sperrschichttemperatur | Temperatur im aktiven Halbleiterbereich |
| Wärmeleitpad | Zwischenlage an einer thermischen Kontaktfläche |
| Kühlkörper | Bauteil zur verbesserten Wärmeabgabe |
| Abwärtswandler | Schaltender Gleichspannungswandler für niedrigere Ausgangsspannung |
| Wärmekapazität | Fähigkeit zur Speicherung thermischer Energie |
Drag and Drop
Ordne die Begriffe ihrer passenden Bedeutung zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Sperrschicht zum Gehäuse | Thermischer Bauteilinnenwiderstand |
| Gehäuse zum Kühlkörper | Thermischer Montagewiderstand |
| Kühlkörper zur Umgebung | Thermischer Wärmeabgabewiderstand |
| Linearregler | Kontinuierlich arbeitendes Reglerprinzip |
| Schaltregler | Getaktetes Reglerprinzip |
| Thermisches Ersatzschaltbild | Modell der Wärmeübertragungswege |
Kreuzworträtsel
Löse die Fragen mit jeweils einem Fachwort. Umlaute werden bei Bedarf als AE, OE oder UE geschrieben.
| WATT | Welche Einheit besitzt die elektrische Leistung? |
| KUEHLKOERPER | Welches Bauteil verbessert die Wärmeabgabe an die Umgebung? |
| VERLUSTLEISTUNG | Wie heißt die im Bauteil unerwünscht umgesetzte elektrische Leistung? |
| LINEARREGLER | Welches Reglerprinzip arbeitet mit kontinuierlicher Regelung des Spannungsabfalls? |
| KONVEKTION | Wie heißt die Wärmeübertragung durch strömende Flüssigkeiten oder Gase? |
| SPERRSCHICHT | Welcher Bereich eines Halbleiterbauteils wird bei thermischer Auslegung besonders betrachtet? |
LearningApps
Die folgende Suche kann ergänzende Fremdübungen anzeigen. Ihre Ergebnisse sind nicht automatisch fachlich geprüft und ersetzen keine Lernkontrolle.
Lückentext
Begründetes Feedback zur Selbstkontrolle
| Beobachtung | Fachliche Rückmeldung |
|---|---|
| Richtige Verlustleistung | Nur korrekt, wenn die Spannungsdifferenz am Regler und der zugehörige Strom verwendet werden. |
| Richtige Temperaturerhöhung | Die Einheit Kelvin ist wichtig, weil die Formel eine Temperaturdifferenz liefert. |
| Richtige Sperrschichttemperatur | Zur Temperaturerhöhung muss die angenommene Umgebungstemperatur addiert werden. |
| Kühlkörper als ausreichend beurteilt | Die Aussage gilt ausschließlich für die angenommenen thermischen Widerstände und Betriebsbedingungen. |
| Schaltregler als Alternative vorgeschlagen | Sinnvoll zur Verlustreduzierung, aber nur mit gesonderter Untersuchung sämtlicher relevanter Bauteilverluste. |
| Quiz vollständig richtig | Zeigt Wissen. Eine technische oder betriebliche Freigabe entsteht dadurch nicht. |
Offene Aufgaben
Bearbeite zunächst die Basisaufgaben. Nutze die gestuften Hilfen, wenn Du nicht weiterkommst. Anschließend folgen Anwendungen und Transferaufgaben.
Leicht: Basisaufgaben
- Wärmeweg: Zeichne den Weg der Wärme vom Halbleiterchip bis zur Umgebung als Bild mit beschrifteten Pfeilen. Feedback: Eine gute Darstellung berücksichtigt auch Gehäuse und Kontaktfläche, weil dort zusätzliche Wärmewiderstände auftreten.
- Verlustleistung: Berechne die Reglerverluste für 12 V, 5 V und 0,6 A und gestalte eine Formelkarte. Feedback: 4,2 W sind richtig, wenn 7 V Spannungsabfall mit 0,6 A multipliziert werden.
- Kühlkörper: Vergleiche zwei der eingebundenen Kühlkörperbilder und erstelle eine kleine Bildbeschreibung. Feedback: Oberfläche und Einbauart sind relevant. Die Fotos allein liefern jedoch keine verlässlichen K/W-Werte.
- Gleichstromkreis: Stelle das einfache Widerstands-Ersatzmodell im PhET-Simulator nach und dokumentiere zwei virtuelle Messwerte. Feedback: Erwartet werden etwa 0,6 A und 7 V am Modell-Reglerwiderstand. Den Unterschied zu einem echten Regler musst Du benennen.
Standard: Anwendungsaufgaben
- Thermisches Ersatzschaltbild: Zeichne ein Modell mit drei hintereinandergeschalteten thermischen Widerständen und trage die Übungswerte ein. Feedback: 12 K/W ergibt sich aus der Summe der drei seriellen Widerstände unter der getroffenen Modellannahme.
- Temperaturberechnung: Berechne die stationäre Sperrschichttemperatur und vergleiche sie mit dem Entwicklungsziel von 100 °C. Feedback: 85,4 °C liegen rechnerisch 14,6 K unter dem Ziel, aber nur für die angenommenen Bedingungen.
- Kühlkörperauswahl: Vergleiche im Modell einen Kühlkörper mit 8 K/W und einen mit 15 K/W. Feedback: Beim zweiten ergibt sich 3 + 1 + 15 = 19 K/W und damit 114,8 °C. Er verfehlt das Entwicklungsziel.
- Schaltungssimulation: Erstelle mit dem Falstad-Simulator ein elektrisches Analogmodell und dokumentiere den simulierten Spannungsabfall. Feedback: Bei 4,2 A Analogstrom und 12 Ω müssen 50,4 V entstehen. Sie entsprechen im thermischen Modell 50,4 K.
Schwer: Transferaufgaben
- Umgebungstemperatur: Untersuche, wie sich eine Erhöhung der Innentemperatur von 35 °C auf 50 °C auswirkt. Erstelle ein kleines Diagramm. Feedback: Die modellierte Sperrschichttemperatur steigt auf 100,4 °C und überschreitet das gewählte Entwicklungsziel.
- Wirkungsgrad: Vergleiche Linearregler und Schaltregler bei gleicher Nutzleistung in einer selbst erstellten Infografik. Feedback: 0,53 W sind für 85 % angenommenen Schaltreglerwirkungsgrad plausibel. Diese Gesamtverlustleistung darf nicht einem einzigen Halbleiter zugeordnet werden.
- Thermisches Management: Entwickle ein virtuelles Prüfkonzept für Sommerbetrieb, Laständerungen, veränderte Luftströmung und thermische Kontaktprobleme. Feedback: Ein gutes Konzept betrachtet kritische Betriebszustände, Datenblätter, Unsicherheiten und die Grenzen des stationären Modells.
- Fachgespräch: Führe ein Interview mit einer entsprechend qualifizierten Fachkraft zur thermischen Auslegung eines Elektronikgeräts und gestalte daraus ein Erklärvideo oder digitales Poster. Feedback: Besonders wertvoll ist die Begründung, warum theoretische Berechnungen, elektrische Isolation, betriebliche Zuständigkeiten und praktische Verifikation zusammengehören. Eigene reale Elektroarbeiten sind nicht Teil dieser Aufgabe.


Lernkontrolle
Die Lernkontrolle bewertet Zusammenhänge und Transfer. Verwende Berechnungen, selbst erstellte Skizzen und begründete Aussagen.
- Fehleranalyse: Ein Entwickler hat nur die Umgebungstemperatur und die maximale Datenblatt-Sperrschichttemperatur verglichen. Erläutere, warum dieses Vorgehen nicht ausreicht, und zeige eine bessere Vorgehensweise.
- Systemvergleich: Begründe, unter welchen Bedingungen Du einen Linearregler trotz geringerer Effizienz bevorzugen könntest und welche zusätzliche Wärmebetrachtung notwendig wäre.
- Thermischer Widerstand: In einer Schaltung wird ein neues Wärmeleitpad eingesetzt. Erkläre, welche thermischen und elektrischen Eigenschaften neu bewertet werden müssen.
- Temperaturverlauf: Ein Bauteil wird nur kurzzeitig belastet. Begründe, warum eine stationäre Temperaturberechnung allein den zeitlichen Temperaturverlauf nicht beschreibt.
- Konstruktionsbewertung: Zwei Geräte nutzen denselben Kühlkörper, aber unterschiedliche Gehäuse und Luftführungen. Entwickle eine begründete Hypothese zu möglichen Temperaturunterschieden und einem sicheren Prüfverfahren.
- Transfer in die Praxis: Erstelle eine fachliche Entscheidungsvorlage für den Ausbildungsfall, die Lösungsvorschlag, Annahmen, Berechnung, Risiken, offene Datenblattfragen und notwendige Freigabeschritte trennt.
Bewertungskriterien: Fachlich richtige Modelle, nachvollziehbare Einheiten und Rechenwege, verständliche Begründungen, erkannte Modellgrenzen, Quellenbezug und konsequente Sicherheitsorientierung.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis erstellst Du eine digitale Projektmappe mit:
- Projektbeschreibung: Problemstellung und angenommene Betriebsbedingungen.
- Stromlaufplan: Erklärung des Reglerprinzips anhand eines Schaltbildes.
- Verlustleistung: Vollständige Rechnung mit Einheiten.
- Wärmeabfuhr: Beschriftetes thermisches Ersatzschaltbild.
- Temperaturberechnung: Berechnung und Einordnung der Sperrschichttemperatur.
- Schaltungssimulation: Dokumentation der zwei virtuellen Experimente mit Ergebnisinterpretation.
- Technische Entscheidung: Vergleich mindestens zweier Kühlkonzepte und Begründung der bevorzugten Lösung.
- Quellenkritik: Trennung von angenommenen Übungswerten und geprüften Herstellerangaben.
- Medienkompetenz: Quellen- und Lizenzangaben zu verwendeten Bildern.
- Arbeitssicherheit: Erklärung, warum Lern- und Simulationsergebnisse keine Genehmigung realer Elektroarbeiten ersetzen.
Wichtig: Der Lernnachweis belegt erworbene Kompetenzen. Er ersetzt weder eine betriebliche Beauftragung noch eine technische Prüfung oder Sicherheitsfreigabe.
OERs zum Thema
Wikipedia: Wärmewiderstand
Weitere geeignete Grundlagenartikel:
- Verlustleistung: Entstehung elektrischer Verluste.
- Kühlkörper: Aufbau und Wärmeabgabe.
- Spannungsregler: Unterschiede zwischen Linear- und Schaltreglern.
- Leistungselektronik: Anwendungen von Leistungshalbleitern.
- Wärmeleitung: Wärmeübertragung durch Materialien.
Fachlich geprüfte Quellen
Die folgenden Quellen bilden die fachliche Grundlage dieses Kurses. Die Zahlen des Ausbildungsfalls sind ausdrücklich didaktische Beispielwerte und werden keiner bestimmten Herstellerkomponente zugeschrieben.
- Analog Devices – AN-1179: Junction Temperature Calculation: Einfluss von Verlustleistung, Umgebungstemperatur, Aufbau und Wärmewiderstand.
- Analog Devices – Absolute Maximum Ratings and Thermal Resistances: Interpretation thermischer Datenblattwerte.
- Analog Devices – Efficiency, Power Loss and Thermal Management: Didaktische Betrachtung von Leistungs- und Wärmeverlusten.
- Texas Instruments – Heat Sinks and Isolation: Kühlkörper, thermische Kontaktflächen, Isolation und Leiterplatten.
- Texas Instruments – Thermal Circuit Modeling: Thermische Ersatzschaltbilder und Widerstandsmodelle.
- Wikipedia – Spannungsregler: Funktion und Unterschiede von Linear- und Schaltreglern.
- Wikipedia – Wärmewiderstand: Definition und Anwendung in elektronischen Bauteilen.
Medienrechte und Bildnachweise
Die folgenden Wikimedia-Commons-Dateien wurden hinsichtlich Dateiexistenz, Urheberangabe und ausgewiesener freier Lizenz geprüft. Bei Bearbeitungen sind Namensnennung, Lizenzangabe und gegebenenfalls Kennzeichnung der Änderungen zu beachten. Die im Kurs verwendeten Darstellungen sind hier ohne eigene Bildbearbeitung eingebunden.
| Medium | Urheber und Lizenz |
|---|---|
| Kühlkörper für Leistungstransistoren | DMGualtieri, CC BY-SA 4.0 |
| Linearregler-Schaltbild | Dalva24, CC BY-SA 4.0 |
| Wärmeleitung | MikeRun, CC BY-SA 4.0 |
| TO-220-Kühlkörper | Suyash Dwivedi, CC BY-SA 4.0 |
| Leistungshalbleiter auf Kühlkörper | Suyash Dwivedi, CC BY-SA 4.0 |
| Abwärtswandler-Schaltbild | Wdwd, CC BY-SA 3.0 |
| Abwärtswandler-Signaldiagramm | Cyril Buttay, Bearbeitung Efadae; unter anderem CC BY-SA 2.5 |
Lizenztexte: CC BY-SA 4.0, CC BY-SA 3.0, CC BY-SA 2.5.
Die beiden YouTube-Videos werden als externe Lernmedien eingebettet. Eine Creative-Commons-Lizenz wird für diese Videos nicht behauptet. Eine Weiterbearbeitung oder eigenständige Wiederveröffentlichung ist dadurch nicht gestattet. Die jeweiligen Videoseiten enthalten die maßgeblichen Nutzungsinformationen.
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