Adele - Hello

Adele - Hello
Einleitung
Adele – Hello ist eine Pianoballade mit Soul- und Pop-Elementen aus dem Jahr 2015. Der Song wurde von Adele und Greg Kurstin geschrieben und von Kurstin produziert. Er erschien am 23. Oktober 2015 als erste Single aus Adeles drittem Studioalbum 25. Besonders auffällig sind das zunächst sparsame Klavierfundament, die schrittweise anwachsende Dynamik, Adeles großer vokaler Spannungsbogen sowie ein Musikvideo, das Erinnerung, Distanz und unerledigte Kommunikation in eine bewusst nostalgische Bildwelt übersetzt.
Dieser aiMOOC untersucht Hello nicht nur als erfolgreichen Popsong, sondern als Zusammenspiel von Songwriting, Arrangement, Gesang, Musikproduktion, audiovisueller Inszenierung und Bedeutungsbildung. Du lernst, wie musikalische Mittel eine emotionale Erzählung unterstützen, wie das Video diese Erzählung erweitert und wie man urheberrechtlich geschützte Musik im Unterricht rechtssicher analysiert.

Das frei lizenzierte Foto zeigt Adele bei einem Konzert 2016. Es illustriert die Interpretin, stammt aber nicht aus dem Musikvideo zu „Hello“.
Lernziele
Nach der Arbeit mit diesem aiMOOC kannst Du die wichtigsten musikalischen Merkmale von Hello beschreiben, die Wirkung von Tonart, Tempo, Harmonik, Klangschichtung und Dynamik erklären, Adeles Gesang differenziert analysieren, die Themen Erinnerung und unerledigte Kommunikation sinngemäß erschließen, das Musikvideo als eigenständige audiovisuelle Gestaltung untersuchen und Studioaufnahme, Live-Version und freie Analysebeispiele kritisch vergleichen. Außerdem kannst Du zwischen frei lizenzierten Medien, offiziellen Einbettungen und urheberrechtlich geschützten Originalwerken unterscheiden.
Entstehung und Veröffentlichung
Adele schrieb Hello gemeinsam mit dem US-amerikanischen Musiker und Produzenten Greg Kurstin. Die Entstehung verlief nicht in einem einzigen Arbeitsgang: Nach Aussagen Kurstins lagen zwischen der Arbeit an einem ersten Teil und der Fertigstellung des Songs mehrere Monate. In einem Interview wurde beschrieben, dass ungefähr ein halbes Jahr verging, bevor Adele zu dem Stück zurückkehrte und es gemeinsam mit Kurstin vollendete. Adele bezeichnete den Song als wichtigen kreativen Durchbruch während der Arbeit an 25.
Die Aufnahme entstand 2015. Als Studio wird in den veröffentlichten Credits unter anderem Metropolis Studios in London genannt. Kurstin war nicht nur Co-Autor und Produzent, sondern spielte mehrere Instrumente, darunter Klavier, Keyboards, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Adele übernahm Lead- und Backgroundgesang und ist in den Credits ebenfalls am Schlagzeug aufgeführt. Diese Mehrfachrollen zeigen, dass die Produktion nicht bloß aus „Gesang plus Klavier“ besteht, auch wenn das Klavier die Wahrnehmung der Ballade stark prägt.
Hello wurde am 23. Oktober 2015 als Leadsingle des Albums 25 veröffentlicht. Das zugehörige Musikvideo war bereits am 22. Oktober 2015 auf Adeles offiziellem YouTube-Kanal verfügbar. Bei den 59. Grammy Awards 2017 erhielt Hello unter anderem die Auszeichnungen Record of the Year, Song of the Year und Best Pop Solo Performance.
Offizielles Musikvideo auf Adeles offiziellem YouTube-Kanal. Das Video ist urheberrechtlich geschützt und wird hier nur eingebettet; es ist kein frei lizenziertes OER-Medium.
Musikalische Analyse
Piano-Ballade und Grundcharakter
Hello wird häufig als Soul-Pianoballade beschrieben. Das bedeutet nicht, dass ausschließlich Klavier und Stimme zu hören sind. Vielmehr bildet ein zurückhaltendes Klavier zu Beginn das harmonische Rückgrat, während im Verlauf weitere Klangschichten hinzutreten. Gerade dieser Wechsel von Reduktion zu Verdichtung gehört zur Dramaturgie des Songs.
Das Klavier erfüllt mehrere Funktionen: Es stabilisiert die Harmonie, lässt am Anfang viel Raum für die Stimme und erzeugt durch wiederkehrende Akkordfolgen einen gleichmäßigen, nach innen gerichteten Puls. Die Begleitung ist weniger virtuos als funktional. Dadurch rückt die Stimme in den Vordergrund und die Aufmerksamkeit bleibt auf Text, Klangfarbe und emotionalem Spannungsaufbau.

Klaviatur eines Flügels, frei lizenziert unter CC BY 4.0. Das Bild dient der Instrumentenkunde und zeigt nicht das bei „Hello“ verwendete Instrument.
Tonart, Tempo und Harmonik
Die veröffentlichte Fassung steht in f-Moll. Als Tempo werden ungefähr 79 bis 80 Schläge pro Minute angegeben. Dieses mäßig langsame Tempo unterstützt den Balladencharakter und schafft Zeit für lange Vokale, Atemphrasen und deutliche dynamische Abstufungen.
In den Strophen ist eine häufig wiederkehrende Folge Fm – A♭ – E♭ – D♭ zu hören. Funktional lässt sie sich in f-Moll als i – III – VII – VI beschreiben. Entscheidend ist weniger eine spektakuläre Akkordfolge als ihre Wiederholung: Der harmonische Kreislauf schafft Vertrautheit und lässt die emotionale Entwicklung vor allem über Stimme, Lautstärke, Instrumentation und Registerwechsel entstehen.
Kurzes analytisches Score-Beispiel: Die folgende Notation zeigt nur die vier Akkordsymbole des harmonischen Grundmodells. Sie enthält keine Melodie und keine vollständige Partitur des Songs.

Die vier Akkorde allein erklären die Wirkung des Songs noch nicht. Erst im Zusammenspiel mit Stimmführung, Rhythmus, Klangfarbe und Produktion entsteht der charakteristische Spannungsbogen.
Dynamik und Klangschichtung
Die Dramaturgie von Hello beruht stark auf dynamischem Wachstum. Zu Beginn ist der Klangraum relativ offen: Die Stimme wirkt nah und das Klavier lässt Pausen und Nachklang zu. Im Refrain treten deutlich kräftigere Schlagzeugimpulse, vollere Klavierklänge und geschichtete Backgroundstimmen hinzu. Dadurch entsteht ein breiter, dichter Gesamtklang.
Diese Verdichtung ist ein Beispiel dafür, wie Dynamik in Popmusik nicht nur durch „lauter“ oder „leiser“, sondern auch durch mehr oder weniger Klangschichten erzeugt wird. Ein Refrain kann größer wirken, obwohl nicht jedes einzelne Instrument maximal laut spielt. Entscheidend sind Instrumentenzahl, Register, Hall, Mehrstimmigkeit, Schlagzeug und die Intensität des Gesangs.
Selbst geschaffenes Score-Beispiel zur Dynamik: Dieses kurze Beispiel ist nicht aus „Hello“ transkribiert. Es demonstriert lediglich ein Crescendo innerhalb von f-Moll.

Beim Hören kannst Du deshalb fragen: Wann wird der Klang dichter? Wann kommen Schlagzeug, Backgroundgesang oder breitere Akkorde hinzu? Welche Veränderungen nimmst Du als Lautstärkezuwachs wahr, obwohl sie eigentlich durch Arrangement und Produktion entstehen?
Adeles Gesang
Adeles Stimme ist das zentrale Ausdrucksmittel. Veröffentlichte Notenausgaben geben für den Song einen Umfang von ungefähr F3 bis A♭5 an. Dieser große Bereich ermöglicht deutliche Register- und Intensitätswechsel.
In den Strophen ist der Gesang häufig kontrollierter, gesprächsnäher und stärker auf Textverständlichkeit ausgerichtet. Im Refrain steigt die Intensität: Töne werden länger gehalten, die Stimme nutzt mehr Druck und Resonanz, und die Phrasen werden klanglich weiter. Zugleich sorgen Backgroundstimmen dafür, dass die Hauptstimme in einem größeren Klangraum erscheint.
Wichtig ist eine differenzierte Beschreibung: Statt pauschal von „starkem Gesang“ zu sprechen, kannst Du auf Register, Vokaldauer, Atemführung, Lautstärke, Klangfarbe, Artikulation und Begleitdichte achten. So wird aus einem subjektiven Eindruck eine nachvollziehbare musikalische Analyse.
Selbst geschaffenes Score-Beispiel zum Spannungsbogen: Auch dieses Beispiel ist keine Melodie aus „Hello“. Es zeigt nur ein allgemeines Ansteigen von Lage und Lautstärke.

Form und Spannungsverlauf
Der Song arbeitet mit wiederkehrenden Strophen- und Refrainabschnitten. Zwischen den eher erzählenden Strophen und den deutlich verdichteten Refrains entsteht ein wiederholtes Muster aus Zurücknahme und Expansion. Dadurch wird die musikalische Form selbst zum Träger der Aussage: Die Figur im Text versucht immer wieder Kontakt herzustellen, und die Musik vergrößert diesen Versuch im Refrain emotional.
Für eine Höranalyse ist es sinnvoll, keine starren Formbegriffe auswendig zu lernen, sondern Übergänge zu markieren: Wo beginnt eine neue Textidee? Wo ändert sich das Schlagzeug? Wo werden Backgroundstimmen hinzugefügt? Wo erweitert sich die Gesangslage? Wo fällt die Energie wieder zurück? So lässt sich die Form direkt aus dem Hören begründen.
Inhalt, Sprache und Bedeutung
Urheberrechtlich zulässige Inhaltserschließung
Der vollständige Liedtext von Hello ist urheberrechtlich geschützt und wird hier nicht wiedergegeben. Für die Analyse genügen zwei sehr kurze Zitate: „Hello, it's me“ und „Hello from the other side“. Zusammen bleiben diese Zitate bewusst sehr kurz; eine vollständige oder zeilenweise Übersetzung wird ebenfalls vermieden.
Sinngemäß geht es um eine Person, die nach längerer Zeit versucht, Kontakt zu jemandem aus ihrer Vergangenheit herzustellen. Sie blickt auf frühere Beziehungen und Lebensphasen zurück, erkennt Distanz und Veränderungen und versucht, Dinge anzusprechen, die offenbar ungeklärt geblieben sind. Die angesprochene Person reagiert in der erzählten Situation nicht so, dass eine wirkliche Aussprache zustande kommt.
Adele hat selbst erklärt, der Song solle nicht ausschließlich als Botschaft an einen früheren Liebespartner verstanden werden. Er beziehe sich allgemeiner auf Menschen aus ihrer Vergangenheit, zu denen der Kontakt schwächer geworden sei. Dadurch wird die Handlung offener: Das Gegenüber kann als frühere Liebe, Freundschaft, Familienbeziehung oder auch als Symbol einer vergangenen Lebensphase gelesen werden.
Erinnerung und Nostalgie
Nostalgie bezeichnet ein emotional gefärbtes Zurückblicken auf Vergangenes. In Hello entsteht Nostalgie nicht allein durch den Text, sondern auch durch musikalische und visuelle Mittel. Das langsame Tempo, die Molltonart, die wiederkehrende Harmonik und die langen Gesangsphrasen geben dem Rückblick Zeit. Das Musikvideo verstärkt diesen Eindruck durch gedämpfte, sepiaartige Farbtöne, alte Räume, Naturbilder und technische Requisiten, die nicht modern wirken.
Erinnerung ist dabei nicht neutral. Sie erscheint als selektiv und emotional. Die Vergangenheit wird in Rückblenden und Fragmenten sichtbar, nicht als lückenlose Erzählung. Das passt zu der Erfahrung, dass Erinnerungen oft aus einzelnen Bildern, Gerüchen, Orten oder Situationen bestehen.
Unerledigte Kommunikation
Das zentrale Kommunikationsmotiv lautet: Jemand will sprechen, aber die Verbindung gelingt nicht vollständig. Deshalb ist Hello auch ein Song über Kommunikation und ihr Scheitern. Das Telefon wird zum Symbol für Nähe auf Distanz: Es ermöglicht Kontakt, macht aber zugleich deutlich, dass die Beteiligten räumlich und emotional getrennt sind.
Für die Interpretation ist wichtig, dass „unerledigt“ nicht automatisch bedeutet, dass eine Versöhnung möglich oder gewünscht ist. Der Song zeigt vielmehr den Wunsch, etwas auszusprechen und eine Verbindung herzustellen. Ob diese Verbindung tatsächlich wiederhergestellt werden kann, bleibt offen.

Freie CC0-Darstellung eines historischen Wählscheibentelefons. Das konkrete Requisit im Musikvideo ist ein anderes Telefon; die Grafik dient als Vergleich für die visuelle Idee älterer Kommunikationstechnik.
Frei lizenzierte Tonaufnahme eines Wählscheibentelefons. Sie ist kein Bestandteil von „Hello“, sondern ein medienhistorisches Vergleichsbeispiel.
Audiovisuelle Inszenierung des Musikvideos
Regie und Bildsprache
Regie führte der kanadische Filmemacher Xavier Dolan. Das Video verbindet Gegenwartsszenen mit Rückblenden auf eine frühere Beziehung. Es arbeitet mit einer gedämpften, sepiafarbenen Ästhetik, mit einem abgelegenen Haus, Wald- und Landschaftsbildern sowie wiederkehrenden Telefonmotiven. Die Bildwelt übersetzt damit den musikalischen und textlichen Rückblick in eine visuelle Form.

Xavier Dolan 2014 in Cannes, Foto von Georges Biard, CC BY-SA 3.0.
Die Kamera zeigt Adele häufig isoliert in Räumen oder in der Landschaft. Rückblenden mit dem von Tristan Wilds gespielten Partner stehen dazu im Kontrast. Dieses Wechselspiel kann als visuelle Entsprechung der Songthemen gelesen werden: Gegenwärtige Einsamkeit trifft auf lebendige, aber vergangene Erinnerungsbilder.
Telefon als visuelles Symbol
Das Telefon ist mehr als Requisite. Es macht eine Beziehung sichtbar, die nur noch über Distanz erreichbar ist. Gleichzeitig wirkt das im Video eingesetzte ältere Mobiltelefon im Jahr 2015 bewusst unzeitgemäß. Dadurch verstärkt es den Eindruck, dass die Figuren mental und emotional in einer früheren Zeit feststecken.
Ein guter Analyseansatz lautet deshalb: Welche Technik wird gezeigt, und welche Zeitvorstellung erzeugt sie? Ein Smartphone hätte moderne Vernetzung, Textnachrichten und permanente Erreichbarkeit signalisiert. Das ältere Telefon dagegen unterstützt die Vorstellung einer verzögerten, brüchigen und rückwärtsgewandten Kommunikation.
IMAX und filmische Größe
Teile des Videos wurden mit IMAX-Technik aufgenommen. Zeitgenössische Berichte hoben hervor, dass unter anderem einzelne Einstellungen am Anfang und am Ende in diesem Format entstanden. Für die Interpretation ist weniger das technische Prestige entscheidend als die Wirkung: Großformatige, detailreiche Bilder verleihen einem sehr persönlichen Song eine beinahe filmische Größe.

Beispiel einer IMAX-Kamera, CC BY 2.5. Das Bild zeigt nicht die beim „Hello“-Dreh eingesetzte Kamera, sondern veranschaulicht die Technik allgemein.
Schnitt, Rückblende und Zeitstruktur
Das Video erzählt nicht linear. Gegenwart und Erinnerung werden montiert, sodass frühere Nähe und heutige Distanz direkt aufeinander reagieren. Diese Montageform entspricht der Arbeitsweise des Gedächtnisses: Ein Ort, ein Gegenstand oder ein Gespräch kann eine Erinnerung auslösen, ohne dass die Vergangenheit chronologisch „abgespielt“ wird.
Achte beim Sehen besonders auf den Zusammenhang zwischen musikalischer Verdichtung und Schnitt. In ruhigeren Passagen lässt das Video mehr Raum für einzelne Blicke und Orte; in emotional intensiveren Abschnitten wirken Rückblenden, Nahaufnahmen und Bewegungen stärker gebündelt. Bild und Musik erzählen also parallel, aber nicht identisch.
Studioaufnahme und Live-Version vergleichen
Die folgende offizielle Live-Aufnahme vom NRJ-Awards-Auftritt 2015 eignet sich für einen Hörvergleich mit der Studiofassung. Untersuche, welche Merkmale stabil bleiben und welche sich durch Bühnenraum, Live-Gesang, Begleitband und Publikum verändern.
Offizielle Live-Veröffentlichung auf Adeles offiziellem YouTube-Kanal. Auch dieses Video ist nicht frei lizenziert, sondern wird als autorisierte Einbettung genutzt.
Beim Vergleich kannst Du vier Ebenen unterscheiden: Tempo, Dynamik, Gesang, Klangraum. Eine Studioaufnahme kann Stimmen und Instrumente sehr präzise schichten; eine Live-Version macht dagegen Atem, Raumakustik, spontane Nuancen und die körperliche Präsenz der Sängerin deutlicher hörbar.
Rechtssichere Mediennutzung im Unterricht
Für diesen aiMOOC werden verschiedene Medientypen klar getrennt. Die Wikimedia-Commons-Dateien sind unter freien Lizenzen oder CC0 veröffentlicht; die jeweilige Lizenz ist auf der Dateibeschreibungsseite angegeben. Die offiziellen YouTube-Videos sind dagegen nicht automatisch OER, dürfen aber als offizielle Web-Einbettungen betrachtet werden, solange die Plattform und der Rechteinhaber die Einbettung ermöglichen. Die drei Score-Beispiele dieses aiMOOCs sind selbst erstellt oder beschränken sich auf eine kurze analytische Akkorddarstellung; sie reproduzieren keine vollständige urheberrechtlich geschützte Melodie oder Partitur.
Eine vollständige Wiedergabe des Songtexts, eine vollständige Übersetzung, eine vollständige Melodietranskription oder eine nachgebaute Gesamtpartitur wird bewusst vermieden. Für schulische Analyse reicht es, kurze Zitate, funktionale Beschreibungen, selbst erstellte Beispiele und legal bereitgestellte Originalmedien zu verwenden.
Medien- und Lizenzübersicht
Vertiefung: Wie Musik Bedeutung erzeugt
Hello eignet sich besonders gut, um das Verhältnis von musikalischer Form und Bedeutung zu untersuchen. Die inhaltliche Situation ist vergleichsweise einfach: Eine Person blickt zurück und versucht, Kontakt herzustellen. Die emotionale Wirkung entsteht jedoch dadurch, dass mehrere Ebenen dieselbe Grundspannung unterschiedlich ausdrücken.
Das Klavier steht für Stabilität und Wiederholung. Die Gesangslinie schafft persönliche Dringlichkeit. Das Schlagzeug und die Backgroundstimmen vergrößern den Refrain. Die Molltonart unterstützt eine ernste Grundfärbung, ohne die Bedeutung allein festzulegen. Das Video ergänzt alte Technik, Rückblenden und gedämpfte Farben. Zusammen entsteht ein Netzwerk von Zeichen, das Erinnerung, Distanz und unerledigte Kommunikation erfahrbar macht.
Ein zentraler Transfergedanke lautet daher: Emotion in Musik ist selten das Ergebnis nur eines Merkmals. Weder Moll noch langsames Tempo noch lauter Gesang bedeuten für sich allein „Traurigkeit“. Erst ihre Kombination mit Text, Interpretation, Produktion, kulturellen Hörgewohnheiten und visueller Gestaltung führt zu einer bestimmten Wirkung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wer schrieb „Hello“ gemeinsam mit Adele? (Greg Kurstin) (!Xavier Dolan) (!Tristan Wilds) (!Tom Elmhirst)
In welcher Tonart steht die veröffentlichte Fassung von „Hello“? (f-Moll) (!C-Dur) (!A-Dur) (!e-Moll)
Welches Tempo wird für „Hello“ ungefähr angegeben? (79 bis 80 Schläge pro Minute) (!120 bis 130 Schläge pro Minute) (!40 bis 45 Schläge pro Minute) (!160 bis 170 Schläge pro Minute)
Welche Instrumentengruppe prägt den Beginn des Songs besonders? (Klavier und Gesang) (!Blechbläser und Pauken) (!E-Gitarren und Synthesizerbass) (!Streichorchester und Harfe)
Welches Thema gehört zentral zur inhaltlichen Deutung von „Hello“? (Erinnerung und unerledigte Kommunikation) (!Sportlicher Wettkampf) (!Reise durch eine Fantasiewelt) (!Politische Wahlwerbung)
Wer führte beim Musikvideo zu „Hello“ Regie? (Xavier Dolan) (!Greg Kurstin) (!Adele selbst) (!Tristan Wilds)
Wie wird der Refrain gegenüber den Strophen klanglich häufig wahrgenommen? (Dichter und dynamisch größer) (!Vollständig ohne Begleitung) (!Nur gesprochen) (!Deutlich schneller im Taktmaß)
Welche Aussage beschreibt die Score-Beispiele dieses aiMOOCs korrekt? (Sie sind kurze Analyse- oder Eigenbeispiele und keine vollständige Songpartitur) (!Sie bilden die komplette Originalmelodie ab) (!Sie enthalten den vollständigen Liedtext) (!Sie ersetzen die offizielle Aufnahme)
Welche Technik wurde für Teile des Musikvideos eingesetzt? (IMAX) (!Stummfilmprojektor) (!Stop-Motion mit Knetfiguren) (!Virtual-Reality-Headset)
Was ist beim Umgang mit dem Liedtext in diesem aiMOOC ausdrücklich vorgesehen? (Nur sehr kurze Zitate und sinngemäße Inhaltserschließung) (!Vollständige Wiedergabe aller Strophen) (!Zeilenweise Komplettübersetzung) (!Ungekürzter Abdruck im Quiz)
Memory
| Pianoballade | Klavier trägt das harmonische Fundament |
| Greg Kurstin | Co-Autor und Produzent |
| f-Moll | Tonart der veröffentlichten Fassung |
| Nostalgie | Emotional gefärbter Rückblick |
| Xavier Dolan | Regisseur des Musikvideos |
| IMAX | Großformatige Filmtechnik |
| Crescendo | Zunehmende Lautstärke |
| Telefonmotiv | Symbol für Kontakt auf Distanz |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Pianoballade | Musikalischer Grundcharakter |
| Backgroundstimmen | Verdichtung des Refrains |
| Rückblende | Darstellung von Erinnerung |
| Telefon | Kommunikation über Distanz |
| Sepiaton | Nostalgische Bildwirkung |
Kreuzworträtsel
| Nostalgie | Wie nennt man einen emotional gefärbten Rückblick auf Vergangenes? |
| Kurstin | Wie lautet der Nachname des Co-Autors und Produzenten? |
| Dolan | Wie lautet der Nachname des Regisseurs des Musikvideos? |
| Piano | Welches Instrument prägt die Balladenbegleitung besonders? |
| Dynamik | Welcher musikalische Parameter beschreibt Abstufungen von laut und leise? |
| Telefon | Welches Kommunikationsmittel ist ein zentrales Bildmotiv? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Hörprotokoll: Höre die Studiofassung und notiere fünf Stellen, an denen sich Lautstärke, Instrumentation oder Gesangsintensität hörbar verändern.
- Klangfarbe: Beschreibe Adeles Stimme in einer Strophe und in einem Refrain mit jeweils drei präzisen musikalischen Begriffen und begründe Deine Wortwahl.
- Bildanalyse: Wähle drei Standbilder aus dem offiziellen Musikvideo aus und beschreibe Bildausschnitt, Licht, Farbwirkung und ihre mögliche Bedeutung, ohne urheberrechtlich geschützte Standbilder selbst neu zu veröffentlichen.
- Kommunikation: Erstelle ein Schaubild, das zeigt, welche Formen von Nähe und Distanz durch Telefon, Rückblenden und räumliche Trennung dargestellt werden.
Standard
- Formanalyse: Markiere beim Hören die wichtigsten Abschnitte des Songs auf einer Zeitachse und erläutere, wodurch Du die Übergänge jeweils erkennst.
- Dynamikanalyse: Erstelle eine selbst gezeichnete Dynamikkurve vom Anfang bis zum Ende und begründe mindestens sechs Wendepunkte mit hörbaren Merkmalen.
- Musikvideo: Vergleiche Studioaufnahme und offizielles Video. Untersuche, welche Bedeutungen erst durch Bilder, Schauspiel und Schnitt entstehen.
- Live-Musik: Vergleiche die Studiofassung mit der offiziellen NRJ-Live-Version und dokumentiere Unterschiede in Gesang, Begleitung, Klangraum und emotionaler Wirkung.
Schwer
- Arrangement: Entwirf ein eigenes, urheberrechtlich unabhängiges acht- bis sechzehntaktiges Balladenarrangement in f-Moll, das mit denselben Prinzipien von Reduktion und Verdichtung arbeitet, aber keine Melodie aus „Hello“ übernimmt.
- Medienästhetik: Entwickle ein alternatives Storyboard für einen Song über unerledigte Kommunikation. Begründe Kamera, Farbe, Requisiten und Schnitt aus einer eigenen ästhetischen Idee.
- Musikproduktion: Plane eine Aufnahme, in der ein Refrain ohne größere Tempoänderung deutlich größer wirkt als eine Strophe. Beschreibe Instrumentation, Register, Hall, Stimmenzahl und Dynamikautomation.
- Urheberrecht: Recherchiere die Unterschiede zwischen Zitat, freier Lizenz, Public Domain, Streaming-Einbettung und eigener Bearbeitung und erstelle daraus einen Leitfaden für eine Schulklasse.


Lernkontrolle
- Musikalische Dramaturgie: Erkläre an zwei konkreten Hörbeobachtungen, wie der Wechsel von Reduktion zu Verdichtung die Bedeutung des Songs unterstützt.
- Text und Musik: Zeige, wie das Thema unerledigter Kommunikation gleichzeitig durch Textinhalt, Harmonik, Stimme und Arrangement dargestellt wird.
- Audiovisuelle Analyse: Begründe, warum Rückblenden und ältere Kommunikationstechnik zur nostalgischen Wirkung des Musikvideos beitragen, und nenne eine alternative Inszenierung mit anderer Wirkung.
- Gesangsanalyse: Vergleiche einen ruhigeren und einen intensiveren Abschnitt. Erkläre, welche vokalen Parameter sich ändern und wie diese Veränderungen die Wahrnehmung beeinflussen.
- Transfer: Übertrage das Prinzip „gleiche Harmonie, wachsende Klangdichte“ auf einen selbst gewählten Song oder ein eigenes Musikstück und beschreibe, wie Du damit Spannung erzeugen würdest.
- Medienkompetenz: Entscheide für vier unterschiedliche Materialien, ob sie frei nachnutzbar, nur verlinkbar beziehungsweise einbettbar oder urheberrechtlich problematisch wären, und begründe Deine Entscheidung.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Fakten kennst, sondern musikalische und audiovisuelle Zusammenhänge erklären kannst. Wichtig sind eine nachvollziehbare Höranalyse, korrekte Fachbegriffe, die Unterscheidung zwischen Beschreibung und Interpretation, ein begründeter Vergleich von Studio- und Live-Fassung, die Analyse mindestens eines filmischen Mittels und ein reflektierter Umgang mit Urheberrecht und freien Lizenzen.
Ein möglicher Lernnachweis besteht aus einer kurzen schriftlichen Analyse mit eigener Dynamikkurve, einem mündlichen Hörvergleich und einem selbst entwickelten, urheberrechtlich unabhängigen Mini-Arrangement oder Storyboard. Die Originalmelodie und der vollständige Liedtext müssen dafür nicht reproduziert werden.
Quellen und weiterführende Medien
- Wikipedia: Hello (Adele-Lied) – Überblick zu Veröffentlichung, Entstehung, Komposition und Musikvideo.
- Wikipedia: Hello (Adele song) – englischsprachiger Überblick mit Credits, Tonart, Tempo, Stimmumfang und Produktionsangaben.
- Adele – Hello (Official Music Video) – offizieller Upload auf Adeles YouTube-Kanal, Regie Xavier Dolan.
- Adele – Hello (Live at the NRJ Awards) – offizieller Live-Upload auf Adeles YouTube-Kanal.
- Rolling Stone: The Triumphant Return of Adele – Interview- und Entstehungskontext, unter anderem zum mehrmonatigen Schreibprozess.
- Grammy: 59th Annual Grammy Awards – offizielle Auszeichnungen für „Hello“ und 25.
- Vanity Fair: Interview mit Xavier Dolan – Hintergrund zur visuellen Konzeption des Musikvideos.
- Musicnotes: Hello – veröffentlichte Angaben zu f-Moll, ungefähr 80 BPM und Stimmumfang F3 bis A♭5; die dort angebotene Partitur ist urheberrechtlich geschützt und wird hier nicht kopiert.
- MediaWiki: Extension Score – technische Dokumentation zur Einbettung kurzer LilyPond-Notenbeispiele und generierter Hörbeispiele.
- Wikimedia Commons: Adele live 2016 – CC BY 2.0.
- Wikimedia Commons: Keys of music – CC BY 4.0.
- Wikimedia Commons: Rotary dial telephone – CC0.
- Wikimedia Commons: WWS Dial-operatedtelephone – frei lizenzierte Audioaufnahme.
- Wikimedia Commons: Xavier Dolan Cannes 2014 – CC BY-SA 3.0.
- Wikimedia Commons: IMAX camera 1 – CC BY 2.5.
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