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AES - Fehlende Werte und unsichere Aussagen kennzeichnen

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AES - Fehlende Werte und unsichere Aussagen kennzeichnen

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AES – Fehlende Werte und unsichere Aussagen kennzeichnen

Dieser aiMOOC ist für Lernende ab Klasse 5/6 angelegt. AES steht hier für Alltagskultur, Ernährung, Soziales. Du lernst, einfache Vorrats- und Verbrauchsprotokolle so zu lesen, dass fehlende Angaben nicht versehentlich als Nullwerte behandelt werden und Schätzungen erkennbar bleiben.

Das Thema gehört zur Datenkompetenz: Gute Entscheidungen beginnen nicht damit, möglichst schnell eine Zahl zu nennen, sondern damit, zu prüfen, welche Angaben wirklich vorliegen, wie sie entstanden sind und wo Grenzen der Aussage liegen. Im AES-Unterricht kann das zum Beispiel bei Vorräten, Einkaufsplanung, Materialverbrauch oder Lebensmittelresten wichtig sein.

Wichtig: In diesem Kurs arbeitest Du nur mit erfundenen oder öffentlichen Beispieldaten. Du sollst keine privaten Haushalts-, Gesundheits- oder Finanzdaten sammeln. Aus den Beispielen werden keine individuellen Gesundheits-, Ernährungs-, Rechts- oder Finanzempfehlungen abgeleitet.

Regale einer Vorratskammer mit Lebensmitteln und anderen Vorräten.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du

  1. Nullwerte von fehlenden Einträgen unterscheiden.
  2. nicht erfasste Werte eindeutig kennzeichnen.
  3. geschätzte Werte sichtbar von gemessenen oder gezählten Werten trennen.
  4. passende Rückfragen stellen, wenn ein Protokoll unklar ist.
  5. Aussagen so formulieren, dass ihre Unsicherheit und ihre Grenzen erkennbar bleiben.
  6. Beobachtung, Regelanwendung und Bewertung voneinander trennen.
  7. bei Quellen Herkunft, Datum, Einheit und Aussagegrenzen dokumentieren.


Grundlagen


Drei Zustände, die nicht verwechselt werden dürfen

In diesem Kurs verwenden wir eine einfache Lernkonvention. Sie ist keine weltweit vorgeschriebene Schreibweise, sondern eine gut sichtbare Unterrichtsregel.

Kennzeichnung Bedeutung Beispiel Was darfst Du daraus schließen?
0 Der Wert wurde für die festgelegte Einheit und den festgelegten Zeitraum als null festgestellt. Im Regal wurden 0 Packungen Reis gezählt. Für diesen Zeitpunkt ist nach der verwendeten Erfassung kein Bestand vorhanden.
n.e. nicht erfasst: Der Wert fehlt. Am Dienstag wurde der Verbrauch n.e.. Du weißt nicht, ob der tatsächliche Wert null, klein oder groß war.
≈ geschätzt: Es gibt einen ungefähren Wert, aber keine genaue Messung oder Zählung. Es sind ≈ 500 g Haferflocken vorhanden. Du darfst den Wert nur als Näherung verwenden und musst die Schätzung sichtbar lassen.

Eine leere Zelle sollte möglichst nicht ohne Erklärung stehen bleiben. Schreibe stattdessen zum Beispiel n.e., wenn tatsächlich keine Erfassung vorliegt.

Diese Unterscheidung entspricht einem wichtigen Grundgedanken der amtlichen Statistik: Ein fehlender Datenpunkt ist nicht dasselbe wie ein echter Nullwert. Eurostat verwendet außerdem Kennzeichnungen, sogenannte Flags, um unter anderem geschätzte oder nicht verfügbare Werte kenntlich zu machen. Die Zeichen in diesem Kurs sind jedoch eine eigene, vereinfachte Lernkonvention.


Unsichere Aussagen kennzeichnen

Nicht nur einzelne Zahlen können unsicher sein. Auch ganze Sätze können zu stark formuliert sein. Verwende im Kurs deshalb drei Sprachmarken:

Sprachmarke Bedeutung Beispiel
[beobachtet] Die Aussage folgt direkt aus einem dokumentierten Eintrag. [beobachtet] Am Montag wurden 3 Packungen gezählt.
[geschätzt] Die Aussage beruht auf einer Näherung. [geschätzt] Im Behälter sind noch ungefähr 400 g.
[offen] Die vorhandenen Daten reichen für die Aussage nicht aus. [offen] Für Dienstag lässt sich der Verbrauch nicht bestimmen.
Mehrere Fragezeichen als Symbol für unklare oder unsichere Angaben.


Beobachtung, Regelanwendung und Bewertung

Damit Du nicht zu schnell Schlussfolgerungen ziehst, arbeitest Du immer in drei Schritten.

Schritt Leitfrage Beispiel
1. Beobachtung Was steht tatsächlich im Material? In der Zeile Dienstag steht kein Zahlenwert, sondern n.e.
2. Regelanwendung Welche Kennzeichnung passt? n.e. bedeutet nicht erfasst und darf nicht durch 0 ersetzt werden.
3. Bewertung Welche Aussage ist erlaubt und welche nicht? Der Dienstagsverbrauch ist unbekannt. Ein exakter Wochenverbrauch kann deshalb nicht angegeben werden.

Merksatz: Erst beschreiben, dann die Regel anwenden, erst danach bewerten.


Eigene Übungsmaterialien: Vorrats- und Verbrauchsprotokolle

Alle folgenden Daten sind für diesen Kurs erfunden. Sie beziehen sich auf keine reale Person und keinen realen Haushalt.


Vorratsprotokoll A

Produkt Bestand am Montag Art der Angabe Notiz
Reis 2 Packungen gezählt Packungen geschlossen
Haferflocken ≈ 500 g geschätzt Füllhöhe im Glas nur ungefähr abgelesen
Tomatenkonserven 0 Dosen gezählt Regalplatz leer
Linsen n.e. nicht erfasst Eintrag wurde ausgelassen
Mehl 1 Packung gezählt Einheit Packung

Beobachtung: Bei Tomatenkonserven steht ausdrücklich 0. Bei Linsen steht n.e. Beim Haferflockenwert steht das Schätzzeichen.

Regelanwendung: 0 bedeutet hier einen festgestellten Nullbestand. n.e. bedeutet unbekannter Bestand. ≈ 500 g ist ein Näherungswert.

Bewertung: Die Aussage „Es sind keine Linsen vorhanden“ wäre nicht belegt. Richtig ist: „Der Linsenbestand wurde nicht erfasst.“


Verbrauchsprotokoll B

Tag dokumentierter Verbrauch eines Übungsvorrats Status
Montag 300 g gemessen
Dienstag n.e. nicht erfasst
Mittwoch ≈ 250 g geschätzt
Donnerstag 0 g gemessen
Freitag 200 g gemessen

Falsche Schnellrechnung: 300 + 0 + 250 + 0 + 200 = 750 g.

Diese Rechnung ist problematisch, weil der fehlende Dienstagswert stillschweigend wie 0 behandelt wird und der Mittwochs-Schätzwert wie ein exakter Messwert erscheint.

Saubere Formulierung: Für Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag ergibt sich unter Einbeziehung der gekennzeichneten Schätzung eine Teilsumme von ungefähr 750 g. Der Wochenverbrauch ist damit nicht exakt bestimmt, weil der Dienstagswert fehlt.


Durchgerechnetes Beispiel

Ein Vorrat wird nach folgender Beziehung betrachtet:

Anfangsbestand + Zugang − Endbestand = Verbrauch

Fall 1 – alle Werte erfasst:

6 Packungen + 2 Packungen − 5 Packungen = 3 Packungen

Ergebnis: Unter der Annahme, dass alle drei Werte korrekt erfasst wurden und keine weiteren Zu- oder Abgänge vorkamen, beträgt der berechnete Verbrauch 3 Packungen.

Fall 2 – Zugang fehlt:

6 Packungen + n.e. − 5 Packungen

Hier darfst Du nicht einfach 0 einsetzen. Der genaue Verbrauch ist nicht bestimmbar, weil der Zugang unbekannt ist.

Fall 3 – Zugang nur geschätzt:

6 Packungen + ≈ 2 Packungen − 5 Packungen ≈ 3 Packungen

Der berechnete Verbrauch bleibt eine Schätzung. Das Ergebnis darf nicht als exakt dargestellt werden.

Aussagegrenze: Die Rechnung ist nur so gut wie die Angaben. Sie berücksichtigt keine nicht protokollierten Zu- oder Abgänge.


Passende Rückfragen

Wenn ein Protokoll unklar ist, helfen kurze, sachliche Rückfragen:

  1. Nullwert klären: „Wurde wirklich nichts verbraucht, oder wurde an diesem Tag nur nichts eingetragen?“
  2. Schätzung klären: „Ist der Wert gemessen, gezählt oder geschätzt worden?“
  3. Schätzgrundlage klären: „Worauf beruht die Schätzung?“
  4. Einheit klären: „Gilt der Wert für Gramm, Packungen oder Stück?“
  5. Zeitraum klären: „Auf welchen Tag oder Zeitraum bezieht sich der Eintrag?“
  6. Quelle klären: „Woher stammt der Wert und wann wurde er erfasst?“

Diese Fragen dienen der Datenklärung. Sie sind keine Gesundheits-, Finanz- oder Rechtsberatung.


Vertiefung: Warum fehlende Werte wichtig sind


Fehlende Werte können Ergebnisse verzerren

Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass fehlende Werte in Erhebungsdaten eine Herausforderung sind und ein falscher Umgang mit ihnen Ergebnisse verzerren kann. In der professionellen Statistik gibt es deshalb Verfahren zur Imputation, also zur methodisch begründeten Ergänzung fehlender Werte.

Für diesen Kurs gilt aber eine strengere Lernregel: Du ergänzt einen fehlenden Wert nicht einfach selbst. Wenn eine Aufgabe keine begründete Schätzmethode vorgibt, bleibt der Wert als fehlend gekennzeichnet.


Warum eine Schätzung Metadaten braucht

Eine Schätzung ist nützlicher, wenn Du zusätzlich notierst,

  1. welche Einheit verwendet wurde,
  2. wann geschätzt wurde,
  3. worauf die Schätzung beruht,
  4. wer oder welche Quelle die Schätzung vorgenommen hat,
  5. und wie sicher oder unsicher sie ist.

Solche Zusatzinformationen heißen Metadaten. Eurostat betont, dass Daten zusammen mit Metadaten verstanden werden müssen. Auch Kennzeichnungen wie „estimated“ oder „provisional“ dienen dazu, Werte richtig zu interpretieren.


Vorräte als AES-Beispiel

Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt, Vorräte regelmäßig zu prüfen und im Blick zu behalten. Solche Bestandsprüfungen eignen sich als Lernanlass für sauberes Protokollieren. Dieser Kurs übernimmt daraus nicht die Aufgabe, einen persönlichen Vorrat oder eine individuelle Ernährungsmenge zu empfehlen. Geübt wird ausschließlich der Umgang mit Daten und Kennzeichnungen.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:


Medienimpuls

Das folgende Video des Bundesministeriums zeigt einen alltagsnahen Zusammenhang zwischen vorhandenen Resten und Lebensmittelverwertung. Es dient nur als Kontext für den Umgang mit Vorräten; es erklärt keine Regeln zu fehlenden statistischen Werten.

Alternativtext/Medienbeschreibung: Ein kurzes Video stellt die App „Zu gut für die Tonne!“ und Möglichkeiten vor, vorhandene Lebensmittelreste für Rezepte zu nutzen.

Aussagegrenze: Aus dem Video lassen sich keine Regeln zur Kennzeichnung fehlender Werte und keine individuellen Ernährungsempfehlungen ableiten.


Vier Kernaufgaben mit gestuften Hinweisen und Lösungen


Kernaufgabe 1: Null oder nicht erfasst?

In einem Protokoll steht für Mittwoch: n.e.

Welche Aussage ist richtig?

A Der tatsächliche Wert ist unbekannt. B Der tatsächliche Wert ist sicher 0. C Der Wert ist sicher negativ. D Der Wert wurde exakt gemessen.

Richtige Auswahl: A

Hinweis 1: Frage Dich, ob n.e. eine Zahl oder eine Information über die Erfassung ist.

Hinweis 2: „Nicht erfasst“ bedeutet, dass der Wert gerade nicht bekannt ist.

Lösung: A ist richtig. Aus einem fehlenden Eintrag darf kein Nullwert gemacht werden.


Kernaufgabe 2: Welche Aussage ist angemessen?

Ein Glas enthält laut Protokoll ≈ 600 g.

Welche Aussage passt?

A Der Bestand wird auf ungefähr 600 g geschätzt. B Der Bestand beträgt exakt 600 g. C Der Bestand wurde nicht erfasst. D Der Bestand ist 0 g.

Richtige Auswahl: A

Hinweis 1: Achte auf das Zeichen vor der Zahl.

Hinweis 2: ≈ bedeutet, dass ein Näherungswert vorliegt.

Lösung: A ist richtig. Das Schätzzeichen muss auch in der Aussage erkennbar bleiben.


Kernaufgabe 3: Darf gerechnet werden?

Anfangsbestand: 8 Dosen. Zugang: n.e. Endbestand: 5 Dosen.

Welche Aussage ist richtig?

A Der genaue Verbrauch lässt sich aus diesen Angaben nicht bestimmen. B Der Verbrauch beträgt sicher 3 Dosen. C Der Verbrauch beträgt sicher 13 Dosen. D Der Verbrauch beträgt sicher 0 Dosen.

Richtige Auswahl: A

Hinweis 1: Für die Rechnung Anfang + Zugang − Ende brauchst Du drei verwertbare Angaben.

Hinweis 2: Der Zugang ist unbekannt.

Lösung: A ist richtig. 8 − 5 = 3 wäre nur dann ausreichend, wenn bekannt wäre, dass kein Zugang stattgefunden hat.


Kernaufgabe 4: Welche Rückfrage hilft wirklich?

In einer Tabelle ist eine Zelle leer.

Welche Rückfrage klärt die Datenlage am besten?

A „Wurde hier 0 festgestellt oder wurde der Wert nicht erfasst?“ B „Warum sieht die Tabelle so langweilig aus?“ C „Kann man einfach irgendeine Zahl einsetzen?“ D „Soll die größte Zahl gewinnen?“

Richtige Auswahl: A

Hinweis 1: Eine gute Rückfrage unterscheidet mögliche Bedeutungen der leeren Zelle.

Hinweis 2: Entscheidend ist die Trennung zwischen Nullwert und fehlender Erfassung.

Lösung: A ist richtig. Die Frage klärt direkt, ob ein beobachteter Nullwert oder ein fehlender Wert vorliegt.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bedeutet in diesem Kurs die Kennzeichnung n.e.? (Der Wert wurde nicht erfasst) (!Der Wert ist immer null) (!Der Wert wurde exakt gemessen) (!Der Wert wurde automatisch berechnet)




Welche Aussage passt zu einem eingetragenen Wert von 0 Stück? (Es wurde ein Nullbestand für die festgelegte Erfassung dokumentiert) (!Der Wert fehlt) (!Der Wert ist geschätzt) (!Die Einheit ist unbekannt)




Wie sollte ein geschätzter Wert sichtbar gemacht werden? (Mit einer eindeutigen Kennzeichnung wie ungefähr oder dem Schätzzeichen) (!Als exakte Zahl ohne Hinweis) (!Durch eine leere Zelle) (!Durch das Wort sicher)




Warum darf ein fehlender Wert nicht einfach durch 0 ersetzt werden? (Weil unbekannt ist, welcher tatsächliche Wert vorlag) (!Weil Nullzahlen verboten sind) (!Weil Tabellen keine Nullen enthalten dürfen) (!Weil Schätzungen immer größer als null sind)




Was kommt in der Dreischritt-Methode zuerst? (Die Beobachtung des vorhandenen Materials) (!Die Bewertung) (!Die Schlussnote) (!Das Ersetzen aller Lücken)




Welche Formulierung kennzeichnet eine Schätzung korrekt? (Der Bestand wird auf ungefähr 400 Gramm geschätzt) (!Der Bestand beträgt sicher exakt 400 Gramm) (!Der Bestand wurde nicht erfasst) (!Der Bestand ist auf jeden Fall null)




Welche Rückfrage hilft bei einer leeren Tabellenzelle? (Wurde null festgestellt oder wurde der Wert nicht erfasst) (!Welche Farbe soll die Tabelle haben) (!Kann man die Lücke ignorieren) (!Soll die Zahl größer gemacht werden)




Was sind Metadaten? (Zusatzinformationen über Daten wie Einheit Quelle oder Erfassungszeit) (!Immer nur die größten Zahlen) (!Ausschließlich Bilder) (!Automatische Noten)




Welche Aussage ist bei einem fehlenden Tageswert zulässig? (Der exakte Gesamtwert für alle Tage ist aus diesen Angaben nicht bestimmbar) (!Der fehlende Tageswert ist sicher null) (!Der fehlende Tageswert ist sicher der Durchschnitt) (!Der Gesamtwert ist immer exakt)




Was bedeutet eine Aussagegrenze? (Sie beschreibt was aus den Daten nicht sicher geschlossen werden kann) (!Sie macht jede Schätzung exakt) (!Sie ersetzt fehlende Daten) (!Sie vergibt automatisch eine Note)





Memory

Nullwert tatsächlich festgestellter Wert von null
Nichterfasst Wert fehlt in der Erhebung
Schätzung angenäherter statt exakt ermittelter Wert
Rückfrage klärt eine unklare Angabe
Metadaten Zusatzinformationen zu Quelle Einheit und Zeitpunkt
Aussagegrenze beschreibt was nicht sicher gefolgert werden kann





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Nullwert tatsächlich als null erfasst
Nicht erfasst tatsächlicher Wert unbekannt
Geschätzt angenäherter Wert mit Unsicherheit
Beobachtung beschreibt zuerst nur das vorhandene Material
Bewertung formuliert eine begründete Schlussfolgerung und ihre Grenze






Kreuzworträtsel

Nullwert Wie heißt ein tatsächlich als null festgestellter Datenwert?
Schätzung Wie heißt ein angenäherter statt exakt gemessener Wert?
Metadaten Wie nennt man Zusatzinformationen über Quelle Einheit und Erfassung?
Protokoll Wie heißt eine geordnete Aufzeichnung von Beobachtungen oder Werten?
Rückfrage Wie heißt eine Frage mit der eine unklare Angabe geklärt wird?
Unsicherheit Wie heißt die Eigenschaft einer Aussage die nicht als exakt gelten kann?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein dokumentierter Wert von null ist ein

.
Fehlt eine Erfassung, wird der Wert in diesem Kurs mit

gekennzeichnet.
Ein nur angenäherter Wert ist eine

.
Vor einer Bewertung steht zuerst die

.
Zusatzinformationen über Einheit, Quelle und Zeitpunkt heißen

.
Eine passende

kann klären, ob eine leere Zelle null oder nicht erfasst bedeutet.
Ein fehlender Wert darf nicht automatisch durch

ersetzt werden.
Eine gute Schlussfolgerung nennt auch ihre

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Datenlegende gestalten: Erstelle für 0, n.e. und ≈ eine kleine Legende mit je einem eigenen Beispiel aus einem erfundenen Vorratsprotokoll.
  2. Aussage verbessern: Formuliere den Satz „Am Dienstag wurde nichts verbraucht“ so um, dass er korrekt ist, wenn für Dienstag nur n.e. vorliegt.
  3. Rückfragen sammeln: Formuliere vier sachliche Rückfragen zu einer Tabelle mit einer leeren Zelle, einer unbekannten Einheit und einem geschätzten Wert.
  4. Markierungen prüfen: Nimm ein vom Unterricht bereitgestelltes fiktives Protokoll und markiere alle beobachteten, geschätzten und offenen Angaben.


Standard

  1. Fiktives Vorratsprotokoll: Entwirf ein vollständig erfundenes Protokoll mit mindestens acht Zeilen, darunter mindestens ein Nullwert, ein nicht erfasster Wert und zwei Schätzungen.
  2. Peer-Check Datenklarheit: Tausche Dein fiktives Protokoll mit einer Lernpartnerin oder einem Lernpartner und prüft gegenseitig, ob jede unsichere Stelle sichtbar gekennzeichnet ist.
  3. Quellenkarte erstellen: Erstelle zu einer öffentlichen Statistikseite eine Quellenkarte mit Herausgeber, Datum oder Abrufdatum, Einheit, Kennzeichnungen und Aussagegrenze.
  4. Behauptung prüfen: Erhalte eine kurze Tabelle und drei Aussagen dazu. Begründe für jede Aussage, ob sie beobachtet, geschätzt oder mit den Daten nicht belegt ist.


Schwer

  1. Entscheidungsbaum entwickeln: Entwickle einen Entscheidungsbaum mit der Reihenfolge „Wert vorhanden?“, „exakt erfasst?“, „geschätzt?“ und „Aussage möglich?“.
  2. Kodierungen vergleichen: Vergleiche die Lernkennzeichnungen 0, n.e. und ≈ mit den Kennzeichnungen einer öffentlichen Statistikquelle. Erkläre Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
  3. Verzerrung untersuchen: Erstelle zwei kleine fiktive Datensätze. Im zweiten Datensatz fehlen gezielt hohe Werte. Zeige, warum das Gleichsetzen fehlender Werte mit 0 die Auswertung verzerren kann.
  4. Erklärmedium erstellen: Gestalte ein eigenes kurzes Plakat, Audio oder Video zur Frage „Warum ist fehlend nicht dasselbe wie null?“. Nutze nur eigenes Material oder Medien mit geklärter Lizenz und ergänze bei Bildern einen Alternativtext.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Transferwerkstatt: Vom Rohprotokoll zur belastbaren Aussage

Auftrag: Du erhältst ein neues, fiktives Materialprotokoll aus einer Schulküche oder Materialkiste. Bearbeite es nach dem Modell.

Modell

Schritt Modellhandlung Beispielsatz
Beobachten Schreibe auf, was wirklich eingetragen ist. „Bei Servietten steht n.e.“
Regel anwenden Ordne den Eintrag einer Datenart zu. „n.e. bedeutet: Der Bestand wurde nicht erfasst.“
Bewerten Formuliere nur eine Aussage, die durch die Daten gedeckt ist. „Der Serviettenbestand ist unbekannt.“
Grenze nennen Sage ausdrücklich, was nicht behauptet werden kann. „Aus der Tabelle folgt nicht, dass keine Servietten vorhanden sind.“

Selbstprüfkriterien

  1. Habe ich 0 und n.e. überall unterschieden?
  2. Sind Schätzungen sichtbar als Schätzungen markiert?
  3. Habe ich Beobachtung, Regelanwendung und Bewertung in dieser Reihenfolge getrennt?
  4. Nenne ich mindestens eine passende Rückfrage, wenn eine wichtige Angabe fehlt?
  5. Habe ich eine Aussagegrenze formuliert und keine privaten Daten oder individuellen Gesundheits-, Finanz- oder Rechtsempfehlungen verwendet?


Lernkontrolle

  1. Unvollständige Tabelle beurteilen: Du erhältst zwei Protokolle mit denselben Zahlen, aber unterschiedlichen Kennzeichnungen. Erkläre, warum ihre Aussagekraft verschieden ist.
  2. Fehlerhafte Schlussfolgerung korrigieren: In einer Auswertung wurden alle leeren Zellen zu 0 gemacht. Beschreibe zwei mögliche Folgen und formuliere eine bessere Vorgehensweise.
  3. Schätzung transparent machen: Ein Wert wurde aus einer halb gefüllten Packung abgeschätzt. Entwickle eine vollständige Notiz, die Zahl, Einheit, Schätzgrundlage und Unsicherheit enthält.
  4. Rückfrage priorisieren: In einem Protokoll fehlen Einheit, Datum und ein Einzelwert. Begründe, welche Rückfrage Du zuerst stellen würdest und warum.
  5. Aussagegrenze übertragen: Übertrage die Regeln auf ein neues Materialprotokoll, etwa Bastelpapier oder Reinigungsmaterial. Formuliere eine zulässige und eine nicht zulässige Schlussfolgerung.

Hinweis zur Bewertung: Diese Lernkontrolle prüft Begründungen und Transfer. Sie erzeugt keine automatische Note. Eine Benotung kann nur nach vorher bekannten schulischen Kriterien und durch die dafür verantwortliche Lehrkraft erfolgen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis ist wichtig:

  1. Du unterscheidest sicher zwischen Nullwert, nicht erfasst und geschätzt.
  2. Du ersetzt fehlende Werte nicht ohne begründete Methode durch Zahlen.
  3. Du formulierst passende Rückfragen zu unklaren Einträgen.
  4. Du trennst Beobachtung, Regelanwendung und Bewertung.
  5. Du kennzeichnest unsichere Aussagen sichtbar.
  6. Du dokumentierst Quelle, Datum oder Abrufdatum, Einheit und Aussagegrenzen.
  7. Du kannst eine Rechnung mit vollständigen Daten durchführen und bei fehlenden Daten begründen, warum keine exakte Rechnung möglich ist.
  8. Du überträgst die Regeln auf ein neues, nicht persönliches Material.
  9. Du gibst keine automatische Note aus und leitest aus Übungsdaten keine persönlichen Gesundheits-, Finanz-, Rechts- oder Ernährungsratschläge ab.




Abschlussanwendung auf neues Material

Neues Material: Protokoll einer fiktiven Klassen-Materialkiste

Material Eintrag Zusatzinformation
Zeichenpapier 0 Blöcke am Freitag gezählt
Klebestifte n.e. Freitag keine Erfassung
Schnur ≈ 6 m Länge nur anhand der Rolle geschätzt
Scheren 12 Stück am Freitag gezählt

Dein überprüfbarer Abschlussauftrag:

  1. Ordne jeden Eintrag den Kategorien Nullwert, nicht erfasst, geschätzt oder exakt erfasst zu.
  2. Entscheide, ob die Aussage „Es gibt keine Klebestifte“ zulässig ist.
  3. Formuliere eine passende Rückfrage zu den Klebestiften.
  4. Formuliere eine Aussage über die Schnur, die ihre Unsicherheit korrekt zeigt.

Prüfschlüssel:

  1. Zeichenpapier = Nullwert; Klebestifte = nicht erfasst; Schnur = geschätzt; Scheren = exakt erfasst.
  2. „Es gibt keine Klebestifte“ ist nicht zulässig, weil der Bestand nicht erfasst wurde.
  3. Eine passende Rückfrage lautet zum Beispiel: „Wurde der Klebestiftbestand am Freitag nicht gezählt oder tatsächlich als null festgestellt?“
  4. Eine passende Aussage lautet: „Der Schnurbestand wird auf ungefähr 6 m geschätzt.“

Wenn Du alle vier Punkte begründen kannst, hast Du die Kursregel auf ein neues Material übertragen.


Quellen, Herkunft, Datum und Aussagegrenzen

Quelle Herkunft und Datum Für diesen Kurs verwendete Aussage Aussagegrenze
Bildungsplan Baden-Württemberg – AES Land Baden-Württemberg, überarbeitete Fassung vom 21.05.2026, abgerufen am 04.10.2026 AES ist ein Wahlpflichtfach der Sekundarstufe I und zielt auf verantwortungsbewusstes Entscheiden und Handeln im Alltag. Der Bildungsplan gibt nicht die hier verwendeten Zeichen 0, n.e. und ≈ als verbindlichen Standard vor.
Verbraucherzentrale Baden-Württemberg – Unterrichtsmaterial AES Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Stand 17.03.2026, abgerufen am 04.10.2026 Verbraucherbildung und kritische Prüfung von Aussagen gehören zu passenden AES-Lernkontexten. Die Seite behandelt nicht speziell die hier entwickelte Unterrichtskonvention für fehlende Werte.
Statistisches Bundesamt – Imputation zur maschinellen Behandlung fehlender und unplausibler Werte Destatis, 21.10.2021, abgerufen am 04.10.2026 Fehlende Werte sind eine Herausforderung; falscher Umgang kann Ergebnisse verzerren. Die dort beschriebenen Imputationsverfahren sind Fachmethoden der amtlichen Statistik und keine Aufforderung, Schulprotokolle frei zu ergänzen.
Eurostat – Quality report Eurostat, Qualitätsbericht 2023, abgerufen am 04.10.2026 Ein fehlender Datenpunkt ist nicht mit einem echten Nullwert gleichzusetzen. Das Beispiel stammt aus professioneller Energiestatistik; die Kursbeispiele sind didaktisch vereinfacht.
Eurostat – Data Browser, Tabellen Eurostat User Guide, abgerufen am 04.10.2026 Flags geben Zusatzinformationen zu Werten; e kann zum Beispiel für geschätzt stehen. Eurostat verwendet eigene Codes und Konventionen; n.e. und ≈ sind hier Lernzeichen und keine Eurostat-Codes.
Eurostat – Definitions and Guidelines for Flags Eurostat, Dokument 2020, abgerufen am 04.10.2026 E steht in diesem System für estimated und O für not available; Flags machen Qualitäts- oder Verfügbarkeitsinformationen sichtbar. Die genaue Bedeutung von Flags hängt vom jeweiligen Datensatz und seinen Metadaten ab.
Bundeszentrum für Ernährung – Private Ernährungsvorsorge BZfE, Seite 2026, abgerufen am 04.10.2026 Vorräte sollen regelmäßig überprüft und als Bestand im Blick behalten werden. Die Quelle dient hier nur als alltagsnaher Kontext. Dieser Kurs gibt keine individuelle Vorrats-, Gesundheits- oder Ernährungsberatung.
Bundeszentrum für Ernährung – Lebensmittelverschwendung BZfE, Stand 06.05.2025, abgerufen am 04.10.2026 Überblick über Vorräte und Planung können helfen, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Daraus folgt keine Aussage über einzelne Haushalte und keine persönliche Empfehlung für Mengen oder Ernährung.


Mediennachweise und Lizenzen

Medium Quelle Lizenz beziehungsweise Nutzungsstatus Alternativtext und Aussagegrenze
Vorratskammer.jpg Wikimedia Commons, Urheber ChristianSW, Aufnahme vom 04.06.2011 CC BY-SA 3.0 laut Commons-Dateiseite Alternativtext: Regale einer Vorratskammer mit Lebensmitteln und anderen Vorräten. Das Foto zeigt nur eine mögliche Vorratssituation und liefert keine Daten über Bestandsmengen.
Circle-icons-clipboard.svg Wikimedia Commons, Elegant Themes, Quelldatum 16.10.2013 GNU General Public License laut Commons-Dateiseite Alternativtext: Stilisiertes Klemmbrett mit einer Liste. Das Symbol veranschaulicht Protokollieren, nicht die Qualität eines konkreten Datensatzes.
Question marks Icon.svg Wikimedia Commons, Eigenwerk des dort genannten Urhebers, 13.09.2018 CC BY-SA 4.0 laut Commons-Dateiseite Alternativtext: Mehrere Fragezeichen als Symbol für unklare Angaben. Das Bild ist nur ein Symbol und keine statistische Aussage.
Zu gut für die Tonne! – App YouTube, BMLEH, veröffentlicht am 15.10.2022 Keine freie OER-Lizenz wird hier behauptet; das Video wird nur über den von YouTube vorgesehenen Player eingebettet, nicht kopiert. Medienbeschreibung: Video über Reste-Rezepte und Lebensmittelverwertung. Aussagegrenze: Das Video erklärt keine Regeln zu fehlenden Werten.


OERs zum Thema

Als fachliche Vertiefung zu professionellen Verfahren mit fehlenden Daten kann der Wikipedia-Artikel zur statistischen Imputation genutzt werden:

Die dort beschriebenen Verfahren sind deutlich anspruchsvoller als die Lernregeln dieses Kurses.



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