ABI LF - Materialgestütztes Informieren – Abiturtraining

ABI LF - Materialgestütztes Informieren – Abiturtraining
ABI LF - Materialgestütztes Informieren – Abiturtraining
Mini-Beschreibung: Bearbeite ein vollständiges Materialpaket unter Abiturbedingungen. Zielgruppe ist vor allem das Leistungsfach Deutsch in der Kursstufe Baden-Württemberg mit Blick auf das Abitur 2027. Du trainierst Sichtung, Planung, Schreiben, Quellenintegration und Korrektur mit Timer und Erwartungshorizont.
Stand dieses Kurses: 24.09.2026. Maßgeblich bleiben der aktuelle Facherlass, die Beurteilungs- und Korrekturrichtlinien, der Bildungsplan sowie die an Deiner Schule tatsächlich behandelten Ganzschriften. Für spätere Prüfungsjahrgänge musst Du die Vorgaben neu prüfen.[1]
Einleitung
Beim materialgestützten Informieren entsteht Dein Text nicht durch eine Nacherzählung der Materialien. Du sichtest ein Dossier, wählst zielgerichtet aus, ordnest Informationen, stellst Beziehungen her, integrierst Quellen und formulierst einen eigenständigen, adressatengerechten Sachtext. Der Landesbildungsserver beschreibt das Format entsprechend als Verbindung von Lesen und Schreiben: Materialien werden selektiv nach dem Schreibziel genutzt, in eine eigene Struktur eingebunden und durch Zitieren oder Paraphrasieren kenntlich gemacht.[2]

Medienauftrag: Lies die Grafik nicht nur als Bild. Formuliere drei Sätze: Welche Arten von Informationsquellen können zusammenwirken? Welche Quelle wäre für eine konkrete Tatsachenbehauptung besonders prüfbedürftig? Welche Grenze hat die Grafik als Modell?
Abitur-Check Baden-Württemberg 2027
Für das Leistungsfach Deutsch nennt der Facherlass 2027 für die schriftliche Abiturprüfung eine Bearbeitungszeit von 315 Minuten einschließlich Auswahlzeit. Aufgabe IV ist das Materialgestützte Schreiben; die Variante A verlangt das materialgestützte Verfassen eines informierenden Textes, die Variante B einen argumentierenden Text in Form eines Kommentars.[3]
Zum verbindlichen Themenfeld Sprache gehört 2027 Sprache in politisch-gesellschaftlichen Verwendungszusammenhängen, darunter politisch-gesellschaftliche Kommunikation zwischen Verständigung und Strategie sowie sprachliche Merkmale dieser Kommunikation.[4]
| Bereich | Leistungsfach | Basisfach |
|---|---|---|
| Schwerpunkt dieses aiMOOCs | Schriftliches Abiturtraining mit vollständiger Schreibsimulation | Methodentraining für Kursklausuren und Transfer in die mündliche Prüfung |
| Anforderungsbereiche | Schwerpunkt AFB II; AFB III stärker als AFB I | Schwerpunkt AFB II; in Kursklausuren AFB I stärker als AFB III |
| Materialgestütztes Schreiben | Prüfungsformat der schriftlichen Abiturprüfung | In den Klausuren der Qualifikationsphase zu berücksichtigen |
| Abitur 2027 | Schriftliche Prüfung möglich | Der Facherlass regelt für Deutsch im Basisfach die mündliche Abiturprüfung |
Die Unterscheidung folgt dem Facherlass 2027.[5]
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du eine situierte Schreibaufgabe präzise entschlüsseln, lineare und nichtlineare Materialien zügig erschließen, Materialaussagen nach Relevanz gewichten, eine eigenständige Gliederung entwickeln, Quellen sprachlich sauber integrieren, zwischen Information und Wertung unterscheiden, Daten vorsichtig interpretieren, KI-Ausgaben unabhängig prüfen und einen vollständigen Text systematisch überarbeiten.
Vorwissen-Check
Markiere für Dich sicher, teilweise oder noch üben.
| Ich kann … | sicher | teilweise | noch üben |
|---|---|---|---|
| eine Aufgabenstellung nach Situation, Adressat, Textsorte und Schreibziel zerlegen | □ | □ | □ |
| Kernaussagen aus Text, Tabelle und Grafik extrahieren | □ | □ | □ |
| paraphrasieren, ohne die Quelle sprachlich nachzuahmen | □ | □ | □ |
| Herkunft und Aussagekraft von Daten prüfen | □ | □ | □ |
| einen informierenden Text kohärent strukturieren | □ | □ | □ |
Einstieg: Vom Material zur Information
90-Sekunden-Aufgabe: Nimm eine beliebige Nachrichtenseite, einen seriösen Bericht oder eine Grafik aus Deinem Unterricht. Notiere nur eine Kernaussage, einen Beleg und eine offene Prüffrage. Genau diese Dreierbewegung brauchst Du später im Dossier: verstehen → belegen → prüfen.

Visualisierungsauftrag: Übertrage das Modell auf eine Statistik: Eine Zahl ist zunächst ein Datum. Erst durch Quelle, Bezugsgruppe, Zeitraum und Vergleich wird daraus sinnvoll nutzbare Information. Erkläre außerdem, warum das Pyramidenmodell keine automatische Garantie für „Wissen“ liefert.
Die Methode in fünf Schritten
| Schritt | Leitfrage | Produkt |
|---|---|---|
| 1 Auftrag klären | Was soll ich für wen, wo und mit welchem Ziel schreiben? | Ein-Satz-Auftragsformel |
| 2 Sichten | Was sagt jedes Material wirklich? | Kernaussagen und Belegstellen |
| 3 Planen | Welche Sachlogik passt zum Zieltext? | Gliederung mit Materialzuordnung |
| 4 Schreiben | Wie verbinde ich Material, Vorwissen und Quellenhinweise? | Eigenständiger informierender Text |
| 5 Korrigieren | Stimmen Aufgabe, Fakten, Logik, Quellen und Sprache? | Prüfungsreife Reinschrift |
Planen statt Material für Material abarbeiten

Nutze eine Mindmap nur als Zwischenstufe. Im fertigen Text brauchst Du eine Sachlogik, keine Reihenfolge M1 → M2 → M3. Gute Abschnitte bündeln Informationen aus mehreren Materialien unter einer gemeinsamen Teilfrage.
KI-Spirale
KI ersetzt keine eigene Textarbeit. Arbeite in dieser Reihenfolge:
- Aufgabe verstehen: Kläre selbst Schreibsituation, Adressaten, Zieltext und Operatoren.
- Material erschließen: Markiere selbst Aussagen, Daten, Begriffe, Quellen und Grenzen.
- Eigenen Ansatz entwickeln: Formuliere zunächst selbst Leitfrage, Struktur und Kernaussagen.
- KI gezielt befragen: Bitte zum Beispiel um Gegenfragen, Strukturkritik oder Hinweise auf unklare Übergänge.
- Unabhängig prüfen: Vergleiche jede KI-Aussage mit Material, Originalquelle und eigener Logik.
- Eigene Lösung verbessern: Übernimm nur, was Du fachlich nachvollziehen und selbst vertreten kannst.
- KI-Hilfe transparent machen: Notiere knapp, wofür Du KI genutzt hast und was Du danach selbst geprüft oder verändert hast.
Nicht sinnvoll: „Schreibe mir den Abituraufsatz.“ Sinnvoller: „Welche zwei sachlogischen Alternativen siehst Du für meine Gliederung? Nenne nur Strukturideen; verwende keine neuen Fakten.“
AFB I, II und III
| Anforderungsbereich | Typische Leistung beim materialgestützten Informieren | Erwartung |
|---|---|---|
| AFB I | Informationen erfassen, wiedergeben, Begriffe korrekt verwenden | materialtreu und präzise |
| AFB II | ordnen, verknüpfen, erklären, vergleichen, nichtlineare Materialien auswerten | Schwerpunkt im Leistungsfach |
| AFB III | Reichweite und Grenzen von Aussagen reflektieren, eigenständig strukturieren, Vorwissen funktional einbinden, Schlussfolgerungen absichern | stärker zu akzentuieren als AFB I |
Die Gewichtung für das Leistungsfach entspricht dem Facherlass 2027.[6]
Abitur-Simulation: vollständiges Materialpaket
Trainingsformat: Leistungsfach. Das Dossier ist eigenständig für diesen aiMOOC erstellt und kombiniert eigene didaktische Texte mit offen zugänglichen Daten und Quellen. Die Aufgabe orientiert sich am erhöhten Anforderungsniveau. IQB-Erläuterungen sehen für entsprechende Dossiers in der Regel etwa 2000 Wörter sowie lineare und möglichst auch nichtlineare Materialien vor; alle Materialien sollen funktional genutzt werden.[7]
Situierte Aufgabenstellung
Du arbeitest in der Redaktion eines digitalen Oberstufenmagazins. Für die Schwerpunktseite „Politische Information im Social-Media-Zeitalter“ sollst Du einen sachlich-informierenden Hintergrundbeitrag für Schülerinnen und Schüler der Kursstufe verfassen.
Aufgabe: Verfasse auf der Grundlage der Materialien M1 bis M7 und Deines im Unterricht erworbenen Wissens einen informierenden Beitrag mit eigener Überschrift. Erkläre, wie politisch-gesellschaftliche Information heute entsteht, verbreitet und wahrgenommen werden kann, welche Rolle Plattformen, Quellen und KI bei der Informationssuche spielen und wie Aussagen zuverlässig geprüft werden können. Nutze die Materialien funktional, stelle Zusammenhänge her und kennzeichne fremde Informationen nachvollziehbar. Orientierungsumfang: ca. 1000 Wörter.
Wichtig: Informiere. Du sollst keine Partei, Kandidatin, keinen Kandidaten und keine politische Position empfehlen oder bewerten.
M1 – Kommunikation zwischen Verständigung und Strategie
Eigenes OER-Lehrmaterial für diesen aiMOOC
Politisch-gesellschaftliche Kommunikation findet nicht nur in Parlamenten, Nachrichtensendungen oder Wahlkämpfen statt. Sie entsteht überall dort, wo gesellschaftlich relevante Fragen öffentlich beschrieben, erklärt, begründet, kritisiert oder verhandelt werden. Beteiligt sein können staatliche Institutionen, Parteien, Verbände, Initiativen, Medien, Wissenschaft, Unternehmen und einzelne Bürgerinnen und Bürger.
Für das Verstehen einer Äußerung reicht es deshalb nicht, nur einzelne Wörter zu betrachten. Wichtig sind auch Situation, Adressaten, Medium und Handlungsziel. Eine Mitteilung kann beispielsweise informieren und zugleich Vertrauen schaffen wollen. Ein kurzer Social-Media-Beitrag kann einen komplexen Sachverhalt erklären, aber auch Aufmerksamkeit erzeugen oder zur Beteiligung aufrufen. Aus einer möglichen Wirkung darf jedoch nicht automatisch auf eine sichere Absicht geschlossen werden.
Für einen informierenden Text ist diese Unterscheidung zentral. Du musst Materialaussagen beschreiben können, ohne Motive zu erfinden. Statt „Der Autor will die Leser manipulieren“ wäre ohne eindeutigen Beleg präziser: „Der Beitrag arbeitet mit einer zugespitzten Formulierung und richtet die Aufmerksamkeit besonders auf …“. So bleibt die Aussage am beobachtbaren Material.
Das Themenfeld des Abiturs 2027 nennt ausdrücklich politisch-gesellschaftliche Kommunikation zwischen Verständigung und Strategie sowie sprachliche Merkmale solcher Kommunikation. Für die Prüfung bedeutet das nicht, dass jede Aufgabe eine parteipolitische Debatte enthalten muss. Entscheidend ist, sprachliche und mediale Formen gesellschaftlicher Kommunikation fachlich zu erfassen und sachgerecht zu erklären.[8]
M2 – JIM-Studie 2025: Recherche und Nachrichten
Quelle: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / LFK, JIM-Studie 2025
Für die repräsentative JIM-Studie 2025 wurden zwischen dem 2. Juni und 12. Juli 2025 insgesamt 1.200 deutschsprachige Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren in Deutschland befragt. Die Erhebung kombinierte Telefon- und Online-Interviews im Verhältnis 50:50.[9]
Ausgewählte Ergebnisse zur regelmäßigen Recherche nach Informationen:
| Rechercheweg | Anteil |
|---|---|
| Suchmaschinen | 68 % |
| ChatGPT | 39 % |
| YouTube | 31 % |
| bestimmte Websites | 30 % |
| Social Media | 25 % |
Außerdem folgen nach Angaben der LFK insgesamt 37 Prozent der Befragten Influencerinnen oder Influencern, die sich häufig mit aktuellem Tagesgeschehen beschäftigen. Bei den 12- bis 15-Jährigen sind es 25 Prozent, bei den 16- bis 19-Jährigen 48 Prozent.[10]
Prüfhinweis zum Material: Die Daten zeigen Nutzungsangaben der Befragten. Sie beweisen nicht automatisch, wie korrekt einzelne Informationsquellen sind oder wie stark sie Einstellungen verursachen. Für einen guten Informationstext musst Du deshalb zwischen Nutzung, Vertrauen, Qualität und Wirkung unterscheiden.
Videoauftrag: Die Aufzeichnung zur JIM-Studie 2025 stammt von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg. Wähle einen Abschnitt aus der Ergebnispräsentation. Notiere eine Aussage, die durch Daten gestützt wird, und eine Interpretation, die darüber hinausgeht. Prüfe anschließend beides im Studienbericht.
M3 – Hybride Öffentlichkeit
Didaktisch gekürzte Zusammenfassung auf Grundlage eines bpb-Fachbeitrags
Soziale Medien haben die Wege politischer Kommunikation verändert. Politische und staatliche Institutionen können dort ein breites Publikum direkt erreichen; zugleich können Bürgerinnen und Bürger, journalistische Medien und weitere Akteure über Kommentare, Teilen und andere Interaktionen sichtbar reagieren. Fachbeiträge sprechen deshalb von einem hybriden Mediensystem: klassische journalistische Medien und soziale Plattformen stehen nicht einfach getrennt nebeneinander, sondern greifen vielfach aufeinander zurück. Themen können zuerst in sozialen Medien Aufmerksamkeit erhalten und danach journalistisch aufgegriffen werden; umgekehrt werden journalistische Beiträge in sozialen Netzwerken zitiert, kommentiert und weiterverbreitet.[11]
Diese Struktur erweitert Beteiligungsmöglichkeiten, macht Informationsflüsse aber auch komplexer. Sichtbarkeit ist nicht dasselbe wie Zustimmung. Ein Beitrag kann viele Reaktionen erhalten, weil Menschen ihn unterstützen, kritisieren oder kontrovers diskutieren. Auch Reichweite allein beweist weder Richtigkeit noch gesellschaftliche Bedeutung.
Für Deinen Informationstext ist daher eine saubere Trennung wichtig: Du kannst erklären, dass Plattformen direkte und vernetzte Kommunikation ermöglichen. Ob eine konkrete Kommunikation erfolgreich, überzeugend oder problematisch ist, musst Du dagegen anhand geeigneter Daten und klarer Kriterien prüfen, statt es aus bloßer Reichweite abzuleiten.

Grafikauftrag: Ordne dem Netzwerkmodell mindestens vier mögliche Akteursgruppen zu. Erkläre danach in zwei Sätzen, was die Grafik über Verbindungen zeigen kann und was sie über tatsächlichen Einfluss gerade nicht zeigt.
M4 – Zwei fiktive Posts, derselbe Ausgangssachverhalt
Eigenes OER-Material; vollständig fiktiv
Ausgangssachverhalt: In der erfundenen Stadt Lindenfeld prüft der Gemeinderat, ob die Stadtbibliothek an zwei Wochentagen bis 22 Uhr öffnen soll. Es gibt noch keinen Beschluss.
Post A – fiktiver Informationskanal: „Der Gemeinderat berät am Donnerstag über einen Prüfauftrag zu längeren Öffnungszeiten der Stadtbibliothek. Vorgesehen ist zu untersuchen, welche Kosten, Personalbedarfe und Nutzungszahlen zu erwarten wären. Eine Entscheidung über neue Öffnungszeiten fällt damit noch nicht.“
Post B – fiktiver Kurzvideo-Teaser: „Bibliothek bald bis 22 Uhr? 📚🌙 Die Idee kommt in den Rat! Was würde Dir eine spätere Öffnung bringen?“
Beide Posts beziehen sich auf denselben Anlass, setzen aber andere Schwerpunkte. Post A grenzt den Verfahrensstand ein und nennt Prüfkriterien. Post B verdichtet die Information, nutzt eine Frage und lädt zu Reaktionen ein. Der zweite Beitrag ist dadurch nicht automatisch falsch; er lässt jedoch mehr Kontext offen.
Arbeitsauftrag: Benenne je zwei sprachliche oder mediale Entscheidungen. Formuliere anschließend eine neutrale, maximal 35 Wörter lange Information, die die wichtigsten Angaben beider Posts zusammenführt.
M5 – Quellenprüfung in sechs Fragen
Didaktische Zusammenfassung nach Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
Bei zweifelhaften Informationen solltest Du nicht nur auf den Inhalt reagieren, sondern den Weg zur Quelle zurückverfolgen. Das Landesmedienzentrum empfiehlt unter anderem, Herkunft und Kontext zu prüfen, auf Datum und Aktualität zu achten, Zahlen auf Plausibilität zu kontrollieren und bei zitierten Studien möglichst die Originalstudie aufzusuchen. Bei Bildern, Videos oder Audios können Rückwärtssuche und technische Prüfwerkzeuge helfen, Ursprung oder Veröffentlichungszeitpunkt zu ermitteln.[12]
Prüfe bei jedem zentralen Beleg:
- Urheber: Wer veröffentlicht die Information?
- Primärquelle: Woher stammt die ursprüngliche Aussage oder Zahl?
- Zeit: Von wann sind Inhalt und Daten?
- Kontext: Was steht vor und nach dem verwendeten Ausschnitt?
- Methode: Wie wurden Daten erhoben oder ausgewählt?
- Gegenprüfung: Welche unabhängige Quelle kann die Angabe bestätigen oder einordnen?

Bildauftrag: Wähle drei Kompetenzen aus der Web-Literacy-Grafik, die Du bei der Quellenprüfung brauchst. Übersetze jede in eine konkrete Handlung für die Abiturvorbereitung.
M6 – KI als Recherchehilfe: schnell, aber nicht selbstbeglaubigend
Eigenes OER-Lehrmaterial für diesen aiMOOC
Generative KI kann Fragen strukturieren, Begriffe erklären, Gegenargumente simulieren oder Formulierungsvarianten vorschlagen. Sie kann aber auch ungenaue, erfundene oder veraltete Angaben produzieren. Deshalb ist eine KI-Antwort keine Quelle allein dadurch, dass sie flüssig klingt.
Im Abiturtraining ist eine sinnvolle Arbeitsteilung möglich: Du erschließt zuerst das vorliegende Dossier selbst. Danach kannst Du KI gezielt verwenden, um Deine Struktur zu testen oder auf mögliche Lücken aufmerksam zu werden. Anschließend gehst Du zu den Originalmaterialien zurück. Stimmt eine Behauptung nicht mit dem Material überein, gilt das Material. Taucht eine neue Tatsachenbehauptung auf, brauchst Du eine überprüfbare Quelle, bevor sie in Deinen eigenen Text gelangen darf.
Gerade bei Zahlen sind drei Fragen unverzichtbar: Welche Bezugsgruppe? Welcher Zeitraum? Welche Erhebungsmethode? Eine Prozentzahl ohne diese Angaben wirkt präzise, kann aber irreführend sein.
Die JIM-Studie 2025 zeigt zugleich, warum diese Kompetenz alltagsnah ist: 39 Prozent der befragten 12- bis 19-Jährigen gaben an, ChatGPT regelmäßig zur Recherche zu nutzen.[13] Daraus folgt keine Aussage darüber, ob die jeweilige Nutzung korrekt oder unkritisch ist. Es zeigt lediglich, dass KI für viele Jugendliche bereits ein normaler Rechercheweg ist.
M7 – Vom Quellenmix zum eigenen Text

Ein Materialdossier liefert unterschiedliche Perspektiven und Darstellungsformen. Deine Aufgabe besteht nicht darin, alle Einzelheiten gleich stark zu behandeln. Das IQB betont die funktionale Materialnutzung: Auswahl und Art der Verwendung müssen zum Zieltext passen; Materialien sollen miteinander in Beziehung gesetzt werden.[14]
Arbeitsauftrag: Ordne M1 bis M6 nicht nach Nummern, sondern nach vier Sachgruppen: Kommunikation, Nutzung, Plattformstruktur, Prüfung. Ein Material darf in mehreren Gruppen auftauchen.
Timer und Prüfungsablauf

Für die schriftliche Prüfung im Leistungsfach nennt der Facherlass 315 Minuten einschließlich Auswahlzeit.[15] Die folgende Aufteilung ist nur eine Trainingsstrategie, keine amtliche Vorgabe.
| Phase | Trainingszeit | Ergebnis |
|---|---|---|
| Aufgabe klären und Dossier überfliegen | 20 Min. | Schreibauftrag + erste Prioritäten |
| Material intensiv sichten | 55 Min. | Kernaussagen, Belege, Grenzen |
| Gliederung planen | 30 Min. | Sachlogik + Materialzuordnung |
| Schreiben | 180 Min. | vollständige Reinschrift |
| Korrigieren | 30 Min. | geprüfte Endfassung |
| Gesamt | 315 Min. |
Timer-Hinweis: Das Video zählt 5 Stunden 15 Minuten herunter. In einer echten Prüfung gelten ausschließlich die von der Schule bereitgestellten Zeitangaben und Regeln.
Sichtungsbogen
Übertrage die Tabelle auf Papier und fülle sie knapp aus.
| Material | Kernaussage | brauchbarer Beleg | Grenze / Prüffrage | Abschnitt im Text |
|---|---|---|---|---|
| M1 | ||||
| M2 | ||||
| M3 | ||||
| M4 | ||||
| M5 | ||||
| M6 | ||||
| M7 |
Hilfestufen
Hilfestufe 1 – nur Leitfragen: Was ist die zentrale Sachfrage? Welche vier Teilaspekte braucht Dein Text? Welche Materialien ergänzen sich?
Hilfestufe 2 – Strukturhilfe: Möglich ist die Reihenfolge Ausgangslage → Wege politisch-gesellschaftlicher Information → Nutzung durch Jugendliche → Besonderheiten sozialer Plattformen → Quellen- und KI-Prüfung → sachlicher Ausblick.
Hilfestufe 3 – Formulierungshilfe: Nutze Satzstarter wie „Die Daten zeigen zunächst …“, „Ergänzend macht M3 deutlich …“, „Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass …“, „Für die Prüfung der Angabe ist entscheidend …“.
Quellenintegration
Quellenintegration soll lesbar bleiben. Verwende direkte Zitate nur kurz und funktional. Meist ist eine präzise Paraphrase besser.
Beispiel Paraphrase: Nach der JIM-Studie 2025 nutzen 39 Prozent der befragten 12- bis 19-Jährigen ChatGPT regelmäßig zur Recherche; Suchmaschinen liegen mit 68 Prozent deutlich höher.
Beispiel Einordnung: Die Werte beschreiben angegebene Nutzungshäufigkeiten, nicht die Qualität der jeweiligen Recherche.
Beispiel Verknüpfung: Während M2 den Recherchealltag Jugendlicher quantifiziert, erklärt M3, warum Informationen auf sozialen Plattformen in einem vernetzten Mediensystem zirkulieren.
Videoauftrag: Prüfe nach dem Video drei Deiner eigenen Quelleneinbindungen: Ist klar, wessen Information Du verwendest? Ist direkte Rede wirklich nötig? Bleibt Dein Satz grammatisch Dein eigener?
Lösungsskizze und Erwartungshorizont
Die offiziellen Korrekturrichtlinien bewerten den geschlossenen Aufsatz als Gesamtleistung; sowohl Verstehens- als auch Darstellungsleistung sind relevant. Erwartungshorizonte bilden eine mögliche Lösung ab, nicht die einzig zulässige.[16]
Eine tragfähige Lösung könnte enthalten:
- Einleitung: gesellschaftliche Relevanz von Informationswegen und klare Eingrenzung des Themas.
- Kommunikation: verschiedene Akteure und Funktionen; Verständigung und Strategie unterscheiden, ohne Motive zu erfinden.
- Mediennutzung: JIM-Daten korrekt mit Grundgesamtheit und Reichweite der Aussage einordnen.
- Hybrides Mediensystem: direkte und vernetzte Kommunikation erklären; Reichweite nicht mit Zustimmung gleichsetzen.
- Darstellungsformen: am fiktiven Post-Beispiel zeigen, wie Auswahl, Kürze und Ansprache Information verändern.
- Quellenprüfung: Urheber, Primärquelle, Datum, Kontext, Methode und Gegenprüfung erklären.
- KI: gezielter Einsatz nach eigener Erschließung; Fakten unabhängig verifizieren und Hilfe transparent machen.
- Schluss: sachlich bündeln, ohne politische Wahlempfehlung oder unbelegte Wertung.
Wichtig für die Bewertung: eigenständige Struktur, sachliche Richtigkeit, nachvollziehbare Gedankenführung, funktionale Materialnutzung, adressatengerechte Sprache, klare Quellenintegration sowie sprachliche Richtigkeit. Diese Punkte entsprechen zentralen Gesichtspunkten der baden-württembergischen Korrekturrichtlinien.[17]
Musterabschnitt
Beispiel – nicht als vollständige Musterlösung übernehmen:
Jugendliche greifen bei der Informationssuche auf unterschiedliche digitale Wege zurück. In der JIM-Studie 2025 nannten 68 Prozent der befragten 12- bis 19-Jährigen Suchmaschinen als regelmäßig genutzten Rechercheweg; 39 Prozent gaben ChatGPT an, 31 Prozent YouTube und 30 Prozent bestimmte Websites. Diese Zahlen zeigen zunächst Nutzungsgewohnheiten, nicht die Zuverlässigkeit einzelner Angebote. Gerade deshalb ist die Herkunft einer Information entscheidend: Wird eine Studie nur in einem Post erwähnt, sollte möglichst die Originalquelle geprüft werden. So verbindet sich die Frage, wo Jugendliche suchen, mit der Frage, wie sie gefundene Angaben absichern.
Korrekturschleife
Prüfe Deinen Text in vier Durchgängen. Beim ersten Durchgang nur die Aufgabentreue: Habe ich wirklich informiert? Beim zweiten nur Fakten und Quellen: Sind Zahlen, Personen, Zeiträume und Bezüge korrekt? Beim dritten nur Logik und Kohärenz: Passt jeder Absatz zur Leitfrage? Beim vierten nur Sprache: Satzbau, Ausdruck, Rechtschreibung, Zeichensetzung.
Selbstkontrolle
| Check | Ja | Noch ändern |
|---|---|---|
| Schreibsituation und Adressaten sind erkennbar berücksichtigt. | □ | □ |
| Alle Materialien wurden funktional genutzt. | □ | □ |
| Ich arbeite nicht Material für Material ab. | □ | □ |
| Jede Zahl hat einen klaren Bezug. | □ | □ |
| Tatsachen und Einordnung sind unterscheidbar. | □ | □ |
| Ich habe keine Motive ohne Beleg unterstellt. | □ | □ |
| KI-generierte Hinweise wurden unabhängig geprüft. | □ | □ |
| Quellenhinweise sind verständlich. | □ | □ |
| Einleitung und Schluss erfüllen eine Funktion. | □ | □ |
| Ich habe mindestens einen vollständigen Korrekturdurchgang gemacht. | □ | □ |
Typische Fehler
- Materialreferat: M1, dann M2, dann M3 – statt einer eigenen Sachlogik.
- Beleglosigkeit: Zahlen oder Aussagen erscheinen ohne erkennbare Quelle.
- Überinterpretation: Aus Nutzung wird Wirkung, aus Reichweite wird Zustimmung oder aus Formulierung wird eine behauptete Absicht.
- Zitatkette: Zu viele direkte Zitate verdrängen den eigenen Text.
- Datenblindheit: Prozentwerte werden ohne Bezugsgruppe, Zeitraum oder Methode verwendet.
- Aufgabenwechsel: Aus dem informierenden Beitrag wird unbemerkt ein Kommentar.
- KI-Abhängigkeit: Eine KI-Antwort wird übernommen, ohne sie am Material oder an Originalquellen zu prüfen.
- Korrekturverlust: Die Schreibzeit wird vollständig aufgebraucht, sodass keine Revision bleibt.
Prüfungstipps
- Auftragsformel: Schreibe vor der Materialarbeit einen Satz: „Ich verfasse für … einen …, der … erklärt.“
- Randcodes: Markiere Material mit K für Kernaussage, B für Beleg, G für Grenze und V für Verbindung.
- Absatzprinzip: Ein Absatz braucht eine Teilfrage, mehrere passende Informationen und einen erkennbaren Übergang.
- Quellenökonomie: Nenne Quellen dort, wo sie für Nachvollziehbarkeit nötig sind; überlade nicht jeden Satz.
- Puffer: Plane echte Korrekturzeit ein.
- Unsicherheit: Formuliere bei begrenzten Daten vorsichtig: „Die Studie zeigt …“, nicht „Die Studie beweist …“.
Medienlabor
Video: Grundmethode kritisch prüfen
Das Video von deutschstundeonline stammt aus dem Jahr 2017 und enthält selbst den Hinweis, dass Regelungen je nach Bundesland variieren können. Nutze es deshalb nur für allgemeine Methodenideen. Für Baden-Württemberg 2027 haben Facherlass, Korrekturrichtlinien und aktuelle IQB-/Landesbildungsserver-Hinweise Vorrang.
Auftrag: Notiere zwei Methodenhinweise aus dem Video, die weiterhin nützlich sind, und einen Punkt, den Du für BW 2027 an amtlichen Quellen überprüfen musst.
Audio: politische Rede als Medium untersuchen
Die historische Aufnahme einer Wahlkampfveranstaltung vom 19. Mai 2011 wurde auf Wikimedia Commons unter CC0 veröffentlicht.[18]
Neutraler Analyseauftrag: Höre höchstens 90 Sekunden. Untersuche Sprechtempo, Wiederholungen, direkte Anrede, Pausen und Publikumsbezug. Bewerte nicht Partei, Person oder politische Position. Formuliere anschließend zwei sachliche Sätze darüber, wie die Audioform die Wahrnehmung einer Rede beeinflussen kann.
Eigene Audiofassung
Nimm eine 60-sekündige eigene Audiozusammenfassung von M2 auf. Nenne die Quelle und mindestens eine Grenze der Statistik. Vergleiche danach Audio und geschriebenen Absatz: Wo musstest Du im Audio stärker auswählen? Lösche die Aufnahme nach der Übung, wenn Du sie nicht weiterverwenden möchtest; unnötige personenbezogene Daten gehören nicht in die Aufgabe.
Kompetenzcheck
| Kompetenz | Ich kann es sicher | teilweise | nächster Trainingsschritt |
|---|---|---|---|
| Aufgabe situieren | □ | □ | Auftragsformel in 60 Sekunden schreiben |
| Material gewichten | □ | □ | pro Material nur zwei Kerninformationen auswählen |
| Quellen verknüpfen | □ | □ | zwei Materialien in einem Absatz verbinden |
| Daten begrenzen | □ | □ | zu jeder Statistik einen „zeigt nicht“-Satz schreiben |
| KI kontrolliert nutzen | □ | □ | KI-Hinweis am Originalmaterial gegenprüfen |
| Text korrigieren | □ | □ | vier getrennte Korrekturdurchgänge trainieren |
Interaktive Aufgaben
Die interaktiven Elemente geben Dir unmittelbar Rückmeldung über richtige Zuordnungen bzw. Antworten. Nutze Fehler nicht als Endpunkt: Notiere nach jeder Aufgabe eine Regel, die Du in der nächsten Schreibsimulation anwenden willst.
Quiz: Teste Dein Wissen
Wie lange beträgt die Bearbeitungszeit der schriftlichen Deutsch-Abiturprüfung 2027 im Leistungsfach einschließlich Auswahlzeit? (315 Minuten) (!300 Minuten) (!270 Minuten) (!360 Minuten)
Was ist das zentrale Ziel des materialgestützten Informierens? (Einen eigenständigen sachlich informierenden Zieltext auf Materialbasis verfassen) (!Die Materialien nacheinander vollständig zusammenfassen) (!Eine persönliche Wahlempfehlung begründen) (!Jedes Material ausführlich analysieren)
Welcher Anforderungsbereich bildet im Leistungsfach den Schwerpunkt? (AFB II) (!AFB I) (!AFB III) (!Kein Anforderungsbereich)
Was ist bei einer Prozentzahl für die Quellenintegration besonders wichtig? (Bezugsgruppe und Kontext der Zahl klären) (!Die Zahl möglichst oft wiederholen) (!Die Zahl ohne Quelle verwenden) (!Aus der Zahl automatisch eine Ursache ableiten)
Was zeigt die JIM-Studie 2025 mit der Angabe von 39 Prozent zu ChatGPT? (Den Anteil der Befragten mit regelmäßiger Nutzung von ChatGPT zur Recherche) (!Die Fehlerquote von ChatGPT) (!Den Anteil korrekter KI-Antworten) (!Die Zustimmung zu einer politischen Position)
Welche Form der Materialnutzung ist besonders geeignet? (Materialien nach Sachfragen miteinander verknüpfen) (!Immer mit M1 beginnen und streng der Nummerierung folgen) (!Nur das längste Material verwenden) (!Möglichst viele direkte Zitate aneinanderreihen)
Was gehört zur sinnvollen KI-Spirale? (Eigene Erschließung vor der gezielten KI-Nutzung) (!Den vollständigen Text zuerst von KI schreiben lassen) (!KI-Aussagen ohne Gegenprüfung übernehmen) (!Quellenprüfung durch KI ersetzen)
Was ist beim informierenden Schreiben problematisch? (Eine Wirkung oder Absicht ohne Beleg als Tatsache darzustellen) (!Eine Statistik methodisch einzuordnen) (!Zwei Materialien in einem Absatz zu verbinden) (!Eine Quelle zu paraphrasieren)
Welche Aussage zum Erwartungshorizont ist korrekt? (Er beschreibt eine mögliche sachgerechte Lösung) (!Nur exakt dieser Wortlaut ist zulässig) (!Er ersetzt die Aufgabenstellung) (!Er bewertet nur Rechtschreibung)
Welche Korrekturreihenfolge ist sinnvoll? (Zuerst Aufgabentreue und Fakten dann Logik und Sprache prüfen) (!Nur Rechtschreibung prüfen) (!Nur die Einleitung neu schreiben) (!Alle Quellenhinweise streichen)
Memory
| Situierung | Ausgangssituation Adressaten Veröffentlichungsort und Handlungsziel |
| Paraphrase | sinngemäße Wiedergabe in eigener Sprache |
| Kohärenz | nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen Textteilen |
| Primärquelle | möglichst ursprünglicher Ursprung einer Information |
| Quellenkritik | Prüfung von Herkunft Kontext Methode und Aussagekraft |
| AFB II | Ordnen Verknüpfen Erklären und Anwenden |
| Revision | systematische Überarbeitung des eigenen Textes |
| KI-Transparenz | Offenlegen der tatsächlich genutzten KI-Hilfe |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Auftragsformel | Schreibsituation zuerst klären |
| Kernaussage | Material auf das Wesentliche reduzieren |
| Sachlogik | Informationen nach Teilfragen ordnen |
| Quellenintegration | fremde Informationen nachvollziehbar einbauen |
| Revision | Text am Ende systematisch prüfen |
Kreuzworträtsel
| Adressaten | Für wen wird der Zieltext geschrieben? |
| Paraphrase | Wie heißt die sinngemäße Wiedergabe in eigener Sprache? |
| Kohärenz | Welcher Begriff bezeichnet den nachvollziehbaren Textzusammenhang? |
| Relevanz | Welches Kriterium entscheidet, ob Material zum Schreibziel beiträgt? |
| Quellenkritik | Wie heißt die systematische Prüfung von Herkunft und Aussagekraft? |
| Revision | Wie nennt man die gezielte Überarbeitung eines Textes? |
LearningApps
Lückentext
Feedback und Selbstkorrektur
Wenn Du im Quiz besonders bei Aufgabenformat und AFB unsicher warst, wiederhole den Abitur-Check. Fehler bei Statistik und Quellen führen zurück zu M2 und M5. Fehler bei KI führen zurück zur KI-Spirale. Wenn Du bei Struktur unsicher bist, nimm Deinen Sichtungsbogen und sortiere M1 bis M7 erneut ausschließlich nach Sachfragen.
Transfer
Übertrage die Methode auf ein neues Thema, zum Beispiel Sprachwandel, Mediennutzung, Künstliche Intelligenz im Unterricht oder Literaturvermittlung. Ändere nur das Dossier; der Arbeitsprozess bleibt: Auftrag → Material → Struktur → Quellenintegration → Revision.
Reflexion
Beantworte nach der Simulation schriftlich drei Fragen: Welche Entscheidung bei der Materialauswahl hat Deinen Text am stärksten verbessert? Wo hast Du eine Aussage bewusst abgeschwächt, weil die Quelle weniger hergab? An welcher Stelle hätte KI Dir helfen können, ohne Deine eigene Textarbeit zu ersetzen?
Folgekurs-Empfehlung
Als nächster Schritt eignen sich Materialgestütztes Argumentieren – Kommentar, Analyse pragmatischer Texte, Quellenkritik, Politische Sprache und Schreibprozess. Trainiere das Argumentieren erst dann intensiv, wenn Du Information und Wertung beim informierenden Schreiben sicher auseinanderhalten kannst.
Offene Aufgaben
Leicht
- Auftragsformel: Formuliere für drei unterschiedliche Schreibsituationen jeweils in einem Satz Zielgruppe, Textsorte und Informationsziel.
- Quellenkarte: Gestalte eine kleine Grafik, die Primärquelle, Sekundärquelle, Plattformbeitrag und eigene Paraphrase voneinander unterscheidet.
- Datenminute: Erkläre eine Zahl aus M2 in maximal 60 Sekunden als Audio und nenne dabei Bezugsgruppe und Quelle.
- Fehlersuche: Schreibe fünf problematische Sätze mit typischen Übertreibungen wie „beweist“ oder „alle“ und verbessere sie anschließend.
Standard
- Materialmatrix: Erstelle für M1 bis M7 eine eigene Matrix aus Kernaussage, Beleg, Grenze und möglichem Absatz.
- Informationsgrafik: Gestalte aus M2 eine rechtssichere eigene Visualisierung und versieh sie mit vollständiger Quellenangabe.
- Medienvergleich: Vergleiche denselben gesellschaftlich relevanten Sachverhalt in einer Nachrichtenseite, einem Kurzvideo und einem Audioformat; untersuche Auswahl, Kontext und Quellenhinweise.
- KI-Protokoll: Entwickle zuerst selbst eine Gliederung, lasse sie anschließend von einer KI mit drei Rückfragen prüfen und dokumentiere, welche Hinweise Du übernommen, verworfen oder nachrecherchiert hast.
Schwer
- Vollsimulation: Schreibe unter 315-Minuten-Bedingungen den vollständigen Beitrag zur Abitur-Simulation und protokolliere anschließend Deine tatsächliche Zeitverteilung.
- Dossierbau: Stelle zu einem Unterrichtsthema ein eigenes OER-Dossier aus mindestens zwei Texten, einer Tabelle, einer Grafik und einem Audio- oder Videoelement zusammen; prüfe alle Rechte und Quellen.
- Erwartungshorizont: Entwickle zu Deinem eigenen Dossier einen qualitativen Erwartungshorizont, der Materialnutzung, Struktur, Quellenintegration, Faktenprüfung und Sprache berücksichtigt.
- Peer-Review: Tausche zwei Texte anonymisiert aus, gib ausschließlich kriterienbezogenes Feedback und überarbeite danach Deinen eigenen Text mit einer begründeten Änderungsliste.


Lernkontrolle
- Transfer Materialauswahl: Du erhältst acht Materialien, darfst aber im ersten Plan nur fünf Kerninformationen festhalten. Begründe, warum Deine Auswahl für den Zieltext funktional ist, ohne die übrigen Materialien zu ignorieren.
- Datenkritik: Eine Grafik zeigt einen starken Unterschied zwischen zwei Gruppen. Formuliere drei mögliche Erklärungen und kennzeichne, welche davon die Grafik selbst belegt und welche zusätzliche Daten benötigen.
- Quellenkonflikt: Zwei seriöse Quellen nennen unterschiedliche Zahlen zum selben Thema. Entwickle ein Verfahren, mit dem Du Definition, Zeitraum, Stichprobe und Erhebungsmethode vergleichst.
- Strukturtransfer: Entwirf zwei unterschiedliche sachlogische Gliederungen für dasselbe Dossier und erkläre, welche Leserführung jeweils entsteht.
- KI-Prüfung: Eine KI ergänzt eine scheinbar passende Statistik, die im Dossier nicht vorkommt. Beschreibe Schritt für Schritt, wie Du entscheidest, ob sie verwendet werden darf.
- Revision unter Zeitdruck: Du hast nur noch zehn Minuten. Lege eine begründete Prioritätenfolge für die Endkorrektur fest und erkläre, welche Fehler Du zuerst suchst.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind wichtig:
- eine selbst formulierte Auftragsanalyse,
- ein ausgefüllter Sichtungsbogen zu einem vollständigen Dossier,
- eine eigenständige Gliederung mit Materialzuordnung,
- ein adressatengerechter informierender Text,
- nachvollziehbare Quellenintegration,
- mindestens eine dokumentierte Prüfung einer Statistik oder Originalquelle,
- eine Korrekturfassung mit begründeten Änderungen,
- ein kurzes KI-Transparenzprotokoll, falls KI genutzt wurde,
- eine Reflexion über Materialauswahl, Zeitmanagement und nächste Lernziele.
OERs zum Thema
Zusätzliche offene bzw. amtliche Angebote:
- Landesbildungsserver Baden-Württemberg: Materialgestütztes Schreiben
- IQB: Beispielaufgaben Deutsch
- IQB: veröffentlichte Abiturprüfungsaufgaben Deutsch
- Kultusministerium Baden-Württemberg: aktuelle Abiturinformationen
Medien und Rechte
Die in diesem aiMOOC eingebundenen Commons-Medien sind offen lizenziert oder gemeinfrei. Prüfe bei Weiterverwendung trotzdem immer die aktuelle Dateiseite und die dort genannten Bedingungen.
: CC0 / Public Domain Dedication.
: Public Domain.
: CC BY-SA 3.0 bzw. GFDL.
: CC BY 4.0.
: Public Domain.
: CC BY-SA 4.0.- : CC0.
Geschützte Ganzschriften werden in diesem Kurs nicht vollständig wiedergegeben. Bei Unterrichtslektüren sind nur kurze, funktionale Zitate mit genauer Quelle zu verwenden.
Quellen
- Ministerium für Kultus Baden-Württemberg: Abitur 2027
- Facherlass für die Abiturprüfung 2027, Stand 09.09.2025
- Beurteilungs- und Korrekturrichtlinien 2027, Stand 07.07.2025
- Landesbildungsserver Baden-Württemberg: Materialgestütztes Schreiben
- IQB: Erläuterungen zum materialgestützten Verfassen informierender und argumentierender Texte
- IQB: Beispielaufgabe Materialgestütztes Verfassen informierender Texte, erhöhtes Anforderungsniveau
- LFK: JIM-Studie 2025
- bpb: Soziale Medien und die Kommunikation politischer und staatlicher Institutionen
- Landesmedienzentrum Baden-Württemberg: Wie kann man Fake News erkennen?
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
- ↑ Ministerium für Kultus Baden-Württemberg: Termine und Informationen zum Abitur, Bereich Abitur 2027
- ↑ Landesbildungsserver Baden-Württemberg: Materialgestütztes Schreiben
- ↑ Facherlass Abitur 2027, Deutsch, Leistungsfach
- ↑ Facherlass Abitur 2027, Deutsch, Themenfeld Sprache
- ↑ Facherlass Abitur 2027, Deutsch, Leistungsfach und Basisfach
- ↑ Facherlass Abitur 2027, Deutsch, Leistungsmessung
- ↑ IQB: Erläuterungen zum materialgestützten Verfassen informierender und argumentierender Texte
- ↑ Facherlass Abitur 2027, Themenfeld Sprache
- ↑ JIM-Studie 2025, Methode
- ↑ LFK: JIM-Studie 2025
- ↑ Bundeszentrale für politische Bildung: Soziale Medien und die Kommunikation politischer und staatlicher Institutionen, 01.03.2024
- ↑ Landesmedienzentrum Baden-Württemberg: Wie kann man Fake News erkennen?
- ↑ JIM-Studie 2025
- ↑ IQB: Erläuterungen zum materialgestützten Schreiben
- ↑ Facherlass Abitur 2027
- ↑ Beurteilungs- und Korrekturrichtlinien Abitur 2027, Deutsch
- ↑ Beurteilungs- und Korrekturrichtlinien Abitur 2027, Deutsch, Beurteilungsgrundlagen
- ↑ Wikimedia Commons: Rede Jens Böhrnsen 19Mai2011.ogg
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