ABI - Fachsprache präzise und funktional einsetzen

ABI - Fachsprache präzise und funktional einsetzen
ABI - Fachsprache präzise und funktional einsetzen
Einleitung
Mini-Beschreibung: Nutze Fachbegriffe dort, wo sie Textbeobachtungen präzisieren, und vermeide bloßes Fachwort-Dropping.
Dieser aiMOOC richtet sich an die Kursstufe im Fach Deutsch in Baden-Württemberg und unterstützt die Vorbereitung auf das Deutsch-Abitur 2027. Im Mittelpunkt steht eine einfache Regel: Ein Fachbegriff ist nur dann stark, wenn er eine konkrete Textbeobachtung genauer macht und für die Deutung oder Argumentation etwas leistet.
Kurzformel: Beobachtung → Fachbegriff → Beleg → Funktion → Deutung.
Der aktuelle Facherlass 2027 und die schulische Lektüreauswahl sind maßgeblich. Für spätere Prüfungsjahrgänge müssen die Vorgaben neu geprüft werden.[1]

Medienauftrag: Untersuche die Grafik als Begriffskarte. Welche Ebenen brauchst Du tatsächlich für eine literarische Analyse? Welche wären in einem konkreten Absatz nur unnötiges Fachwort-Dropping? Das Bild stammt aus Wikimedia Commons und ist gemeinfrei.
Lernziele
Du kannst nach diesem Kurs
- Textbeobachtungen präzise benennen und mit Belegen absichern.
- Fachbegriffe nach ihrer Funktion auswählen statt möglichst viele Begriffe aufzuzählen.
- sprachliche, erzähltechnische, rhetorische, syntaktische und mediale Mittel in ihrer Wirkung erklären.
- zwischen Benennen, Analysieren, Deuten, Vergleichen und Bewerten unterscheiden.
- Fachsprache in literarischen und pragmatischen Analysen passend variieren.
- Ergebnisse im Basisfach und Leistungsfach angemessen vertiefen.
- KI-Hilfe so einsetzen, dass die eigene Textarbeit sichtbar bleibt.
Vorwissen aktivieren
Prüfe Dich vor dem Start:
| Beobachtung | Präziser Begriff | Noch nötig |
|---|---|---|
| Mehrere Sätze beginnen gleich. | Anapher | Funktion im Zusammenhang erklären |
| Viele kurze Hauptsätze folgen aufeinander. | Parataxe | Tempo, Nachdruck oder Härte am Text prüfen |
| Eine Aussage widerspricht dem wörtlich Erwartbaren. | Ironie | Kontextsignal und Deutung belegen |
| Eine Figur weiß weniger als das Publikum. | dramatische Ironie | Wissensgefälle für Spannung oder Kritik deuten |
Selbstcheck: Wenn Du nur die mittlere Spalte sicher kannst, kennst Du Begriffe. Wenn Du auch die dritte Spalte am Text begründen kannst, analysierst Du.
Fachsprache: präzise statt dekorativ
Fachsprache ist kein Schmuck. Sie verdichtet Beobachtungen.
Unpräzise: „Der Autor benutzt viele Stilmittel, um den Leser zu überzeugen.“
Präziser: „Die wiederholten Imperative bündeln den Appell und erhöhen den Handlungsdruck.“
Noch stärker: „Die drei Imperative am Absatzende bündeln den Appell. Weil sie ohne Einschränkung formuliert sind, verdichten sie den Handlungsdruck und stützen die zugespitzte Schlussfolgerung.“
Die letzte Variante verbindet Beobachtung, Begriff, Belegstelle und Funktion.
Begriffskarte: Was leistet der Fachbegriff?
| Begriff | Diagnosefrage | Typische Funktion | Warnsignal |
|---|---|---|---|
| Metapher | Wird Bedeutung aus einem Bildbereich übertragen? | veranschaulichen, verdichten, werten | „macht den Text schöner“ |
| Anapher | Wiederholt sich ein Wort oder eine Wortgruppe am Anfang? | rhythmisieren, bündeln, hervorheben | nur „Wiederholung“ nennen |
| Parataxe | Dominieren kurze Hauptsätze? | beschleunigen, zuspitzen, verhärten | Wirkung ohne Kontext behaupten |
| Hypotaxe | Sind Sätze stark untergeordnet und verschachtelt? | differenzieren, verlangsamen, gedanklich staffeln | automatisch „kompliziert“ schreiben |
| Erzählperspektive | Wer nimmt wahr, wer weiß was? | Nähe, Distanz, Informationssteuerung | Perspektive mit Autor gleichsetzen |
| Modalität | Wie sicher, möglich oder verpflichtend wird etwas dargestellt? | Gewissheit, Zweifel, Forderung markieren | einzelne Modalverben isoliert zählen |
| Konnotation | Welche zusätzlichen Wertungen schwingen mit? | emotionalisieren, rahmen, positionieren | Wirkung ohne Wortfeld belegen |
| Argumentationsstruktur | Wie hängen These, Begründung, Beispiel und Schluss zusammen? | Gedankengang sichtbar machen | nur Stilmittel aufzählen |
Visualisierung: Zeichen, Begriff und Gegenstand

Das semiotische Dreieck hilft beim präzisen Sprechen über Sprache: Ein sprachliches Zeichen ist nicht identisch mit dem bezeichneten Gegenstand; Bedeutung entsteht über Begriffe und Konventionen.
Analyseauftrag: Erkläre an einem selbst gewählten Wort, warum „Wort“, „Bedeutung“ und „Sache“ nicht dasselbe sind. Übertrage die Unterscheidung auf einen literarischen Schlüsselbegriff.
Analysevarianten
Variante A – Vier-Schritt-Satz
Beobachtung → Begriff → Funktion → Deutung.
Beispiel: „Die dreifache Wiederholung des Verbs bildet eine Anapher. Sie bündelt die Aussage und steigert den Nachdruck, wodurch die Forderung als alternativlos inszeniert wird.“
Variante B – Kontrastanalyse
Vergleiche zwei Stellen mit demselben Fachbegriff. Entscheidend ist nicht, dass beide eine Metapher enthalten, sondern wie unterschiedlich die Metaphern im jeweiligen Zusammenhang funktionieren.
Variante C – Begriff erst am Ende
Beschreibe zuerst genau, was sprachlich passiert. Benenne den Fachbegriff erst danach. So prüfst Du, ob der Begriff wirklich etwas erklärt.
Variante D – Begriff streichen
Entferne den Fachbegriff aus Deinem Analysesatz. Wenn die Aussage gleich präzise bleibt, war der Begriff möglicherweise unnötig.
Kommunikationsmodelle funktional einsetzen

Ein Kommunikationsmodell ist nur dann hilfreich, wenn es eine konkrete Beobachtung erschließt. Bei medialer Übertragung können etwa Kanal, Signal und Störung sinnvoll sein. Bei einer Figurenanalyse ist ein vollständiges Kommunikationsschema dagegen oft zu grob.
Prüffrage: Erklärt das Modell einen Befund – oder steht es nur im Text, weil Du es gelernt hast?
Die Grafik „Shannon Kommunikationssystem“ steht auf Wikimedia Commons unter CC BY 4.0.
Texttreue und Belegen
Ein guter Fachbegriff braucht einen Beleg. Drei sichere Formen:
- Direktes Kurzzitat: Nur die entscheidenden Wörter zitieren.
- Paraphrase: Den Befund knapp mit eigenen Worten wiedergeben und die Stelle angeben.
- Strukturbeleg: Wiederholung, Satzbau, Sprecherwechsel oder Anordnung mehrerer Textstellen nachweisen.
Bei geschützten Ganzschriften arbeitest Du mit kurzen funktionalen Zitaten und Seiten- oder Zeilenangaben. Der vollständige Text wird nicht wiedergegeben.
Quellenkritischer Blick auf Originale

Die Titelseite der Ausgabe von 1811 ist gemeinfrei.
Medienauftrag: Untersuche Schreibweise, Typografie und Titelgestaltung. Formuliere drei Beobachtungen, aber verwende nur dort einen Fachbegriff, wo er Deine Aussage wirklich präzisiert. Vergleiche anschließend mit Deiner schulischen Ausgabe von Kleists Werk.
Handschrift und Edition vergleichen

Goethes Handschrift von „Ginkgo Biloba“ ist gemeinfrei.
Vergleichsauftrag: Stelle Handschrift und gedruckte Transkription gegenüber. Unterscheide zwischen Beobachtungen zur Materialität, zur Orthografie und zur sprachlichen Gestaltung. Vermische diese Ebenen nicht.
Audioanalyse: Fachsprache für gesprochene Texte
Die LibriVox-Aufnahme von Goethes „Erlkönig“ ist gemeinfrei.
Analysiere beim Hören Sprechtempo, Pausensetzung, Lautstärke, Betonung und Stimmführung. Notiere zunächst nur hörbare Beobachtungen. Ordne erst danach Fachbegriffe zu.
Transfer: Welche Wirkung entsteht durch die Sprechgestaltung, die im gedruckten Text nicht unmittelbar sichtbar ist?
Fachbegriffe bei literarischen Texten
Nutze Fachbegriffe in literarischen Analysen als Werkzeuge für eine Deutung.
| Bereich | Mögliche Fachsprache | Leitfrage |
|---|---|---|
| Erzählen | Erzählinstanz, Fokalisierung, Zeitraffung, Zeitdehnung | Wie wird Wahrnehmung gesteuert? |
| Drama | Dialog, Monolog, Regieanweisung, dramatische Ironie | Wie entstehen Konflikt und Wissensgefälle? |
| Lyrik | Vers, Metrum, Kadenz, Enjambement, lyrisches Ich | Wie wirken Form und Stimme zusammen? |
| Sprache | Metapher, Anapher, Ellipse, Parataxe, Wortfeld | Welche sprachliche Struktur trägt die Deutung? |
Videoauftrag: Notiere nicht möglichst viele rhetorische Mittel. Wähle drei Begriffe aus dem Video und formuliere zu jedem einen Satz, in dem die Funktion am selbst gewählten Textbeispiel erklärt wird. Das eingebettete Video stammt von „musstewissen Deutsch“ / funk.
Fachbegriffe bei pragmatischen Texten
Bei pragmatischen Texten sind oft andere Begriffe nützlich:
| Beobachtungsfeld | Fachsprache | Funktionale Frage |
|---|---|---|
| Position | These, Gegenposition, Schlussfolgerung | Was soll als gültig erscheinen? |
| Begründung | Argument, Beispiel, Beleg, Analogie | Wie wird Zustimmung vorbereitet? |
| Wortwahl | Konnotation, Schlüsselwort, Euphemismus, Schlagwort | Welche Wertung wird sprachlich gesetzt? |
| Adressierung | direkte Anrede, Pronomengebrauch, Appell | Wie wird das Publikum einbezogen? |
| Modalität | Modalverb, Adverb, Einschränkung | Wie sicher oder verpflichtend klingt die Aussage? |
| Medium | Kommentar, Rede, Posting, Grafik | Welche Form prägt Aussage und Wirkung? |
Wichtig: Eine sprachliche Beobachtung ist zunächst beschreibend. Aussagen über Wirkung müssen aus Kontext, Textstruktur und Adressierung begründet werden.
Mini-Material: selbst erstellt
Text A: „Wir könnten warten. Wir könnten prüfen. Wir könnten weiterreden. Oder wir entscheiden heute.“
Aufgabe: Analysiere den Rhythmus und die Wiederholungsstruktur.
Hilfestufe 1: Markiere gleiche Satzanfänge.
Hilfestufe 2: Prüfe die Begriffe Anapher, Parallelismus und Parataxe.
Hilfestufe 3: Formuliere: „Die wiederholte Struktur … bewirkt im Gegensatz zum letzten Satz …“
Musterlösung: Die drei gleich gebauten Sätze bilden einen Parallelismus mit anaphorischer Wiederholung von „Wir könnten“. Die Wiederholung verzögert zunächst die Entscheidung; der kurze Schlusssatz bricht das Muster und erzeugt dadurch einen zugespitzten Handlungsimpuls.
AFB I, II und III
Der Facherlass 2027 verlangt im Deutschunterricht Aufgaben aus allen drei Anforderungsbereichen. Im Leistungsfach liegt der Schwerpunkt auf AFB II; AFB III wird gegenüber AFB I stärker akzentuiert. Im Basisfach liegt der Schwerpunkt ebenfalls auf AFB II, dort wird AFB I gegenüber AFB III stärker akzentuiert.[2]
| AFB | Erwartung | Beispiel für Fachsprache |
|---|---|---|
| AFB I | wiedergeben, beschreiben, benennen | „Der Absatz enthält drei Imperative.“ |
| AFB II | analysieren, erklären, vergleichen, Zusammenhänge herstellen | „Die Imperative bündeln den Appell und steigern den Handlungsdruck.“ |
| AFB III | deuten, prüfen, erörtern, bewerten, eigenständig weiterführen | „Die autoritative Wirkung ist wirksam, kann aber die zuvor behauptete Offenheit der Argumentation unterlaufen.“ |
Videoauftrag: Vergleiche die allgemeine Operatorenerklärung des Videos mit dem aktuellen Operatoren-Grundstock von IQB und den Vorgaben Deiner Lehrkraft. Für die Prüfung zählt die jeweils gültige Aufgabenstellung, nicht eine auswendig gelernte starre Zuordnung.
Basisfach und Leistungsfach
| Aspekt | Basisfach | Leistungsfach |
|---|---|---|
| Vertiefung | exemplarischer, stärker auf grundlegende Zusammenhänge konzentriert | höhere Komplexität, größere Durchdringungstiefe, stärker wissenschaftspropädeutisch |
| Fachsprache | präzise Kernbegriffe sicher und funktional einsetzen | zusätzlich differenzierte Begriffe und theoretische Bezüge selbstständig auswählen |
| Vergleich | gezielte, klar begründete Vergleiche | komplexere Text- und Kontextvergleiche |
| Abitur 2027 | mündliche Prüfung; zwei behandelte Ganzschriften aus der verbindlichen Liste, darunter mindestens ein epischer und ein dramatischer Text | schriftliche Prüfung mit vier Aufgabenformaten zur Auswahl; 315 Minuten einschließlich Auswahlzeit |
Im Basisfach sind für 2027 mindestens zwei Texte aus der verbindlichen Lektüreliste zu behandeln; welche davon im Kurs tatsächlich gewählt wurden, ist für Deine Vorbereitung entscheidend. Im Leistungsfach nennt der Facherlass als Pflichtlektüren Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“ und Jenny Erpenbecks „Heimsuchung“; außerdem sind die Themenfelder „Literatur um 1800“ und „Sprache in politisch-gesellschaftlichen Verwendungszusammenhängen“ vorgegeben.[3]
Abitur-Check 2027
Für das Leistungsfach sieht der Facherlass 2027 vier Aufgabenbereiche vor: literarische Erörterung, Interpretation literarischer Texte, Analyse oder Erörterung pragmatischer Texte und materialgestütztes Schreiben. Du erhältst alle vier Aufgaben und bearbeitest eine.[4]
Typische Fehler:
- Fachbegriffe sammeln, ohne ihre Funktion zu erklären.
- Wirkung behaupten, ohne Textsignal oder Kontextbeleg.
- Autor, Erzählinstanz und Figur gleichsetzen.
- einen Begriff verwenden, dessen Definition nicht zum Befund passt.
- Stilmittel isoliert behandeln, statt Inhalt, Form und Funktion zu verbinden.
- ein Kommunikationsmodell vollständig reproduzieren, obwohl nur ein Teil relevant ist.
- KI-Vorschläge übernehmen, ohne sie am Originaltext zu prüfen.
Prüfungstipps:
- Markiere zuerst Beobachtungen, danach Fachbegriffe.
- Verwende pro Absatz wenige, tragfähige Begriffe.
- Verknüpfe Beleg und Deutung möglichst im selben Gedankengang.
- Prüfe nach jedem Fachbegriff: „Was erklärt er hier?“
- Kontrolliere am Ende, ob die Fachsprache verständlich bleibt.
KI-Spirale
Aufgabe verstehen → selbst Material erschließen → eigenen Ansatz entwickeln → KI gezielt befragen → Texttreue, Fakten, Logik und Quellen unabhängig prüfen → eigene Lösung verbessern → KI-Hilfe transparent machen.
Grundsatz: KI ersetzt keine eigene Textarbeit.
Geeignete KI-Frage: „Prüfe, ob ich den Begriff ‚Parataxe‘ hier korrekt verwende. Nenne nur einen möglichen Einwand.“
Ungeeignete KI-Frage: „Analysiere das ganze Werk für mich.“
Transparenz kann knapp erfolgen: „KI wurde zur Begriffskontrolle und zum Gegenlesen einzelner Formulierungen genutzt; Textbelege und Deutung wurden eigenständig geprüft.“
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wann ist ein Fachbegriff in einer Analyse funktional eingesetzt? (Wenn er eine konkrete Textbeobachtung präzisiert und zur Deutung beiträgt) (!Wenn er möglichst selten vorkommt) (!Wenn er ohne Textbeleg verwendet wird) (!Wenn er besonders kompliziert klingt)
Welche Folge ist für einen Analysesatz besonders sinnvoll? (Beobachtung Fachbegriff Beleg Funktion Deutung) (!Fachbegriff Fachbegriff Fachbegriff Schluss) (!Inhalt Meinung Fachbegriff Zusammenfassung) (!Zitat Zitat Zitat Wertung)
Was kennzeichnet eine Anapher? (Wiederholung am Anfang aufeinanderfolgender Einheiten) (!Widerspruch zwischen zwei ganzen Texten) (!Auslassung aller Verben) (!Übertragung eines Versmaßes)
Wozu dient ein Textbeleg in der Analyse? (Er macht die Beobachtung am Text überprüfbar) (!Er ersetzt die Deutung vollständig) (!Er verlängert den Absatz) (!Er macht Fachbegriffe überflüssig)
Was gehört typischerweise zu AFB II? (Analysieren und Zusammenhänge erklären) (!Nur Fakten abschreiben) (!Nur persönliche Vorlieben nennen) (!Nur Überschriften gestalten)
Was ist beim Einsatz eines Kommunikationsmodells entscheidend? (Dass das Modell einen konkreten Textbefund erschließt) (!Dass alle Bestandteile des Modells genannt werden) (!Dass das Modell immer am Anfang steht) (!Dass kein Textbeleg mehr nötig ist)
Welche Aussage zur Wirkung sprachlicher Mittel ist am präzisesten? (Die Wirkung muss aus Textsignal Kontext und Funktion begründet werden) (!Jede Metapher macht einen Text automatisch anschaulich) (!Parataxe wirkt immer aggressiv) (!Eine Anapher ist immer emotional)
Was ist Fachwort-Dropping? (Fachbegriffe werden genannt ohne analytischen Mehrwert) (!Ein Fachbegriff wird definiert und belegt) (!Eine Beobachtung wird paraphrasiert) (!Eine Deutung wird mit einem Kurzzitat gestützt)
Was ist bei KI-Hilfe für eine Textanalyse besonders wichtig? (Texttreue Fakten Logik und Quellen selbst prüfen) (!Die erste Antwort ungeprüft übernehmen) (!Den Originaltext nicht mehr lesen) (!Nur möglichst lange Prompts schreiben)
Wodurch unterscheidet sich das Leistungsfach vom Basisfach besonders? (Durch höhere Komplexität und größere Durchdringungstiefe) (!Durch andere Rechtschreibregeln) (!Durch den Verzicht auf Textbelege) (!Durch das Verbot von Fachbegriffen)
Feedback zu den Quizfragen
8–10 richtig: Du kannst Fachsprache bereits funktional steuern. Übe vor allem Transfer an unbekannten Texten.
5–7 richtig: Begriffe sind vorhanden; trainiere stärker die Verbindung von Beobachtung, Beleg und Funktion.
0–4 richtig: Starte mit der Begriffskarte und formuliere zunächst kurze Vier-Schritt-Sätze.
Memory
| Anapher | Wiederholung am Anfang |
| Parataxe | Reihung von Hauptsätzen |
| Hypotaxe | Satzgefüge mit Unterordnung |
| Konnotation | zusätzliche Wertungsbedeutung |
| Fokalisierung | Steuerung der Wahrnehmung |
| Modalität | Grad von Möglichkeit oder Verpflichtung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Textbeobachtung | Was ist konkret auffällig? |
| Fachbegriff | Wie lässt sich der Befund präzise benennen? |
| Beleg | Wo ist der Befund nachweisbar? |
| Funktion | Was leistet die sprachliche Form? |
| Deutung | Welche Bedeutung ergibt sich im Zusammenhang? |
Kreuzworträtsel
| Anapher | Wie heißt die Wiederholung am Beginn aufeinanderfolgender Sätze oder Verse? |
| Parataxe | Wie heißt die Reihung selbstständiger Hauptsätze? |
| Metapher | Wie heißt eine bildhafte Bedeutungsübertragung? |
| Modalität | Wie heißt die sprachliche Markierung von Möglichkeit Gewissheit oder Verpflichtung? |
| Konnotation | Wie heißt eine zusätzliche mitklingende Bedeutungswertung? |
| Fokalisierung | Wie heißt die Steuerung dessen was erzählerisch wahrgenommen wird? |
LearningApps
Lückentext
Interaktive Textlupe mit Hilfestufen
Selbst erstellter Text: „Vielleicht ist die Lösung einfach. Vielleicht ist sie unbequem. Vielleicht liegt sie längst vor uns.“
Aufgabe: Analysiere die sprachliche Struktur in zwei bis drei Sätzen.
Hilfestufe 1: Markiere identische Satzanfänge.
Hilfestufe 2: Prüfe Anapher und Parallelismus.
Hilfestufe 3: Frage, was die Wiederholung mit Erwartung und Nachdruck macht.
Lösung: Die dreifache Anapher „Vielleicht“ verbindet die Sätze und hält die Aussage zugleich offen. Der parallele Satzbau steigert den Nachdruck, während das Modalwort die Gewissheit bewusst begrenzt. So entsteht eine Verbindung aus Suchbewegung und zunehmender Zuspitzung.
Selbstkontrolle
Bewerte jeden Punkt mit sicher, teilweise oder noch üben.
| Ich kann … | Selbstcheck |
|---|---|
| Beobachtung und Fachbegriff unterscheiden. | |
| einen Fachbegriff definieren, ohne nur ein Beispiel zu nennen. | |
| die Funktion eines Mittels kontextbezogen erklären. | |
| literarische und pragmatische Fachsprache unterscheiden. | |
| einen Analysesatz mit Beleg formulieren. | |
| unnötiges Fachwort-Dropping erkennen. | |
| KI-Vorschläge am Originaltext überprüfen. |
Transfer
Übertrage die Methode auf drei Medien:
- Text: Analysiere einen Absatz aus einer im Kurs behandelten Ganzschrift.
- Audio: Vergleiche gedruckten Text und Sprechgestaltung einer offenen Aufnahme.
- Visualisierung: Erstelle eine eigene Begriffskarte mit höchstens acht Begriffen und je einer Diagnosefrage.
Entscheidend ist nicht die Menge der Fachbegriffe, sondern ihre Passgenauigkeit.
Kompetenzcheck
AFB I: Benenne in einem unbekannten Absatz drei auffällige sprachliche Merkmale.
AFB II: Erkläre für zwei dieser Merkmale den funktionalen Zusammenhang mit Inhalt und Argumentation oder Deutung.
AFB III: Prüfe, ob ein von einer KI vorgeschlagener Analysebegriff tatsächlich zum Text passt. Begründe Deine Entscheidung am Original.
Basisfach: Ziel ist eine sichere Auswahl zentraler Begriffe und eine klare funktionale Erklärung.
Leistungsfach: Ziel ist zusätzlich eine differenzierte Auswahl, theoretische Präzision und die selbstständige Verbindung mehrerer Analyseebenen.
Reflexion
Beantworte schriftlich:
- Welchen Fachbegriff verwende ich bisher zu schnell?
- Welcher Begriff hilft mir tatsächlich beim Denken?
- Wo neige ich dazu, Wirkung zu behaupten statt zu belegen?
- Welche meiner Formulierungen könnte ohne Informationsverlust einfacher werden?
- Wie mache ich KI-Hilfe sichtbar, ohne die Eigenleistung zu verdecken?
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffskarte Fachsprache: Erstelle eine Karte mit sechs Begriffen, Definition, Diagnosefrage und Mini-Beispiel.
- Vier-Schritt-Analyse: Formuliere zu drei selbst gewählten Sätzen jeweils Beobachtung, Begriff, Funktion und Deutung.
- Fachwort-Dropping: Schreibe absichtlich einen schlechten Analyseabsatz mit zu vielen Fachbegriffen und überarbeite ihn anschließend.
- Audio-Lupe: Höre einen kurzen offenen Audiotext und notiere fünf hörbare Beobachtungen, bevor Du Fachbegriffe ergänzt.
Standard
- Variantenvergleich: Analysiere dieselbe Textstelle einmal mit und einmal ohne vorgegebene Fachbegriffe. Vergleiche die Präzision.
- Medienvergleich: Vergleiche einen gedruckten Text mit einer Audio- oder Videofassung und untersuche, welche zusätzlichen Begriffe nötig werden.
- Textlupe pragmatischer Text: Analysiere einen kurzen frei zugänglichen Kommentar hinsichtlich These, Argumentation, Modalität und Adressierung.
- Begriffstest mit Partnerfeedback: Tauscht Analysesätze aus und markiert jeden Fachbegriff mit „notwendig“, „hilfreich“ oder „verzichtbar“.
Schwer
- Analysekonkurrenz: Entwickle zwei plausible Analysen derselben Stelle mit unterschiedlichen Begriffsschwerpunkten und begründe, welche Beobachtungen jeweils sichtbar werden.
- KI-Gegenprüfung: Erstelle zuerst eine eigene Analyse, lasse danach eine KI alternative Fachbegriffe vorschlagen und dokumentiere jede Übernahme oder Ablehnung mit Textbeleg.
- Multimodale Analyse: Untersuche Text, Bild und Ton eines rechtssicher nutzbaren Beitrags und entwickle ein eigenes Kategoriensystem für die Analyse.
- Abi-Simulation Fachsprache: Schreibe einen vollständigen Analyseabschnitt unter Zeitdruck, überarbeite ihn mit einer Begriffskarte und dokumentiere die Verbesserungen.


Lernkontrolle
- Funktionsanalyse: Ein Absatz enthält mehrere rhetorische Mittel. Wähle nur zwei aus, deren Funktion für die Gesamtaussage besonders wichtig ist, und begründe Deine Auswahl.
- Begriffskritik: Eine Musteranalyse nennt „Metapher“, „Ellipse“, „Anapher“ und „Hyperbel“, erklärt aber keine Wirkung. Überarbeite den Absatz so, dass höchstens zwei Begriffe verbleiben.
- Transfer auf Audio: Erkläre, welche Fachbegriffe aus einer schriftlichen Analyse auf eine gesprochene Fassung übertragbar sind und welche zusätzlichen Begriffe nötig werden.
- Basisfach und Leistungsfach: Formuliere zu derselben Textstelle eine knappe Basisfach-Analyse und eine vertiefte Leistungsfach-Analyse. Erkläre den Unterschied.
- KI-Prüfung: Prüfe eine KI-generierte Deutung auf Texttreue, Begriffskorrektheit, logische Schlüsse und fehlende Belege.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sollte sichtbar werden, dass Du
- Fachbegriffe korrekt definierst und auswählst.
- Textbeobachtungen mit geeigneten Belegen absicherst.
- Funktion und Wirkung nicht pauschal behauptest, sondern kontextbezogen erklärst.
- literarische, pragmatische und mediale Analyseebenen unterscheiden kannst.
- AFB I, II und III in angemessener Tiefe bearbeitest.
- im Basisfach zentrale Begriffe sicher und im Leistungsfach zusätzlich differenziert und selbstständig einsetzt.
- Quellen sauber angibst und geschützte Texte nur mit kurzen funktionalen Zitaten nutzt.
- KI-Unterstützung transparent machst und Ergebnisse unabhängig prüfst.
Folgekurs-Empfehlung
Setze je nach Schwerpunkt fort mit:
- ABI - Analyse und Erörterung pragmatischer Texte
- ABI - Literarische Texte funktional interpretieren
- ABI - Materialgestütztes Schreiben präzise planen
- ABI - Textbelege und Zitate sicher einsetzen
- ABI - Sprache in politisch-gesellschaftlichen Verwendungszusammenhängen analysieren
OERs zum Thema
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- Fachportal Deutsch des Landesbildungsservers Baden-Württemberg
- Materialgestütztes Schreiben – Landesbildungsserver Baden-Württemberg
- Bildungsplan Deutsch Kursstufe Leistungsfach
- Bildungsplan Deutsch Kursstufe Basisfach
- Abitur 2027 – Kultusministerium Baden-Württemberg
Verknüpfte Lernbereiche
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