Zustandsüberwachung und vorausschauende Wartung – Fehlalarme und übersehene Fehler bewerten
Zustandsüberwachung und vorausschauende Wartung – Fehlalarme und übersehene Fehler bewerten
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Einleitung
Zustandsüberwachung und vorausschauende Wartung – Fehlalarme und übersehene Fehler bewerten
Ausbildung | 6 Lerneinheiten à 10–15 Minuten + Lernnachweis | Elektrotechnik, Mechatronik und Metalltechnik
Leitfrage: Wann ist eine Warnung hilfreich – und wann richtet sie Schaden an? Du vergleichst Fehlalarme und übersehene Fehler mit nachvollziehbaren Kennzahlen und Kosten.
Dein Lernziel: Du kannst die vier Alarmfälle unterscheiden, Precision, Recall und Falschpositivrate berechnen sowie eine Alarmgrenze unter benannten Annahmen begründet auswählen.
Sicherheitsrahmen: Arbeite ausschließlich mit den frei erfundenen Kursdaten und lokal erstellten Tabellen oder ausdrücklich freigegebenen Lernumgebungen. Keine Tests an Produktionsanlagen, fremden Netzen oder Steuerungen; keine Zugangsdaten, Betriebs- oder Kundendaten verwenden oder übertragen. Externe Medien und Übungen nur mit Zustimmung der Lehrkraft öffnen; sie können Verbindungsdaten an Dritte senden.
Lerneinheit 1: Vom Maschinenzustand zur Entscheidung (10 Minuten)

Wälzlager im Explosionsbild: Welche Bauteile können verschleißen?

Beispiel eines dokumentierten Wälzlagerschadens – kein Foto der fiktiven Übungsanlage.
Zustandsüberwachung misst beispielsweise Schwingung, Temperatur oder Stromaufnahme. Vorausschauende Wartung nutzt Beobachtungen und Prognosen, um Maßnahmen zu planen. Ein auffälliges Signal beweist noch keinen Schaden: Betriebszustand, Messfehler und Umgebungsbedingungen können die Werte verändern.
Mini-Auftrag: Beschreibe in einem Satz den Unterschied zwischen Messwert, Warnung und Instandhaltungsentscheidung.
Fachdemonstration: MATLAB/MathWorks, „Getting Started with Predictive Maintenance“ (2018). Sieh die Einführung zu Wartungsstrategien; die Darstellung ist herstellernah und ersetzt keine unabhängige Prüfung.
Lerneinheit 2: Wie ein Alarm entsteht (10 Minuten)

Beispiel eines Beschleunigungssensors aus einer veröffentlichten Forschungsarbeit; nicht aus dem Ausbildungsfall.

Schematische Verarbeitung eines Messsignals mittels FFT.

Zeitverlauf und Frequenzdarstellung sind unterschiedliche Ansichten von Signalen.
Merkkette: Sensor → Signal → Merkmal → Vergleich mit Referenz → Alarmentscheidung → Prüfung durch Fachkräfte.
Wichtig: Eine erhöhte Schwingung kann auf einen Fehler hinweisen, aber auch mit Last, Drehzahl oder Sensorposition zusammenhängen. Eine Diagnose verlangt fachliche Prüfung.
Mini-Auftrag: Nenne zwei mögliche Ursachen eines auffälligen Messwerts, von denen nur eine ein Maschinenschaden ist.
Lerneinheit 3: Vier mögliche Entscheidungen (12 Minuten)

Leseschlüssel: „positiv“ bedeutet in diesem Kurs Alarm; der wahre Zustand wird erst rückblickend bestimmt.
| Entscheidung | Tatsächlich Fehler | Tatsächlich kein Fehler |
|---|---|---|
| Alarm | TP: richtig erkannt | FP: Fehlalarm |
| Kein Alarm | FN: übersehener Fehler | TN: richtige Entwarnung |
Fehlalarm (FP): unnötige Kontrolle, Material- und Zeitaufwand, mögliche Alarmmüdigkeit.
Übersehener Fehler (FN): verspätete Diagnose, möglicher Stillstand, Folgeschäden und Sicherheitsrisiken.
Merke: Ein Alarm allein bedeutet noch keine automatische Maschinenabschaltung. Entscheidungen trifft in diesem Kurs immer eine qualifizierte Person; reale Schutzfunktionen dürfen nicht durch Übungsgrenzwerte ersetzt werden.
Lernvideo: StatQuest, „Machine Learning Fundamentals: The Confusion Matrix“ (2018, Englisch). Pausiere bei 2:44 und ordne TP, FP, FN und TN dem Maschinenfall zu.
Lerneinheit 4: Ausbildungsfall – Förderband M7 (15 Minuten)
Alles fiktiv: Ein ausgedachtes Förderband hat ein überwachtes Wälzlager. In 12 voneinander getrennten Testfenstern wurde jeweils rückblickend fachlich geprüft, ob innerhalb der folgenden sieben Tage ein festgelegter Lagerfehler vorlag. Fehler heißt „ja“, kein Fehler heißt „nein“.
Der Warnalgorithmus liefert einen Score von 0 bis 1. Der Score ist hier keine nachgewiesene Ausfallwahrscheinlichkeit. Alarmregel: Score ≥ Grenzwert.
| Testfenster | Score | Tatsächlicher Fehler |
|---|---|---|
| A | 0,90 | ja |
| B | 0,78 | nein |
| C | 0,65 | ja |
| D | 0,58 | nein |
| E | 0,52 | ja |
| F | 0,47 | nein |
| G | 0,35 | nein |
| H | 0,27 | nein |
| I | 0,22 | ja |
| J | 0,18 | nein |
| K | 0,12 | nein |
| L | 0,05 | nein |
Dein Entscheidungsmodell: Vergleiche die Schwellen 0,30, 0,50 und 0,70. Markiere auf Papier oder in einer lokalen Tabelle alle Zeilen mit Score ≥ gewählter Schwelle. Sortiere sie anschließend als TP, FP, FN oder TN. Es wird nichts an eine Anlage gesendet.
| Schwelle | TP | FP | FN | TN |
|---|---|---|---|---|
| 0,30 | 3 | 4 | 1 | 4 |
| 0,50 | 3 | 2 | 1 | 6 |
| 0,70 | 1 | 1 | 3 | 7 |
Kontrollfrage: Warum hat Testfenster I bei allen drei Schwellen einen übersehenen Fehler?

Schematischer Zielkonflikt: Ein anderer Grenzwert verändert die Rate erkannter und falsch gemeldeter Fälle. Die Kurve stammt nicht aus den M7-Daten.
Interaktives Schwellenwertmodell: Google for Developers – Schwellenwerte und Wahrheitsmatrix. Dort gibt es einen Schieberegler mit eingebauten Beispieldaten. Teste „getrennt“, „nicht getrennt“ und „unausgeglichen“. Vergleiche die Richtung der Veränderungen mit M7. Nur die bereits vorhandenen Demo-Daten verwenden, nichts hochladen. Der externe Dienst ist für die Bearbeitung des lokalen M7-Falls nicht erforderlich.
Lerneinheit 5: Welche Kennzahlen helfen? (12 Minuten)
| Kennzahl | Berechnung | Aussage |
|---|---|---|
| Recall / Trefferquote | TP / (TP + FN) | Wie viele tatsächliche Fehler wurden erkannt? |
| Precision / Präzision | TP / (TP + FP) | Wie viele Alarme waren berechtigt? |
| Falschpositivrate (FPR) | FP / (FP + TN) | Wie viele fehlerfreie Fälle lösten Alarm aus? |
| Accuracy / Gesamtgenauigkeit | (TP + TN) / alle Fälle | Wie viele Entscheidungen waren insgesamt korrekt? |
| Schwelle | Recall | Precision | FPR | Accuracy |
|---|---|---|---|---|
| 0,30 | 75 % | ca. 42,9 % | 50 % | ca. 58,3 % |
| 0,50 | 75 % | 60 % | 25 % | 75 % |
| 0,70 | 25 % | 50 % | 12,5 % | ca. 66,7 % |
Achtung: Die Falschpositivrate ist nicht dasselbe wie der Anteil falscher Alarme an allen Alarmen. Außerdem kann Accuracy täuschen: Meldet ein Verfahren bei 1.000 Fällen mit nur 10 tatsächlichen Fehlern nie Alarm, erzielt es 99 % Accuracy, erkennt aber keinen Fehler.
Kostenmodell A (rein fiktiv): Ein Fehlalarm kostet zusätzlich 150 €, ein übersehener Fehler 3.000 €. Betrachtet werden nur die zusätzlichen Folgen der beiden Fehlertypen, nicht sämtliche Instandhaltungskosten.
| Schwelle | Rechnung | Modellierte Zusatzkosten |
|---|---|---|
| 0,30 | 4 × 150 € + 1 × 3.000 € | 3.600 € |
| 0,50 | 2 × 150 € + 1 × 3.000 € | 3.300 € |
| 0,70 | 1 × 150 € + 3 × 3.000 € | 9.150 € |
Vorläufige Entscheidung: Unter genau diesen Daten, Optionen und Annahmen verursacht 0,50 die geringsten modellierten Zusatzkosten. Das ist kein freigegebener Grenzwert für eine reale Anlage.
Transferprobe – Kostenmodell B: Ändere ausschließlich die Annahmen auf 500 € je FP und 200 € je FN. Dann ergeben sich 2.200 €, 1.200 € und 1.100 €. Jetzt ist unter den drei angebotenen Schwellen 0,70 am günstigsten. Begründung: Die Rangfolge hängt von den Folgen der Fehler ab, nicht allein von einer Kennzahl.
Lerneinheit 6: Urteilen statt Zahlen vertrauen (10 Minuten)
Vor einer betrieblichen Empfehlung prüfst Du: Sind Fehlerlabels zuverlässig? Sind verschiedene Lastzustände abgedeckt? Wie selten sind Fehler wirklich? Ist der Zeitraum zwischen Warnung und möglichem Schaden sinnvoll definiert? Gibt es Messausfälle, zeitliche Abhängigkeiten oder veränderte Bedingungen? Wer prüft einen Alarm fachlich?
Quellenvergleich – verlässlich, aber für verschiedene Fragen:
| Quelle | Hilft bei | Grenze der Aussage |
|---|---|---|
| ISO 17359:2018 | Grundsätze eines Condition-Monitoring-Programms | Offizieller Normenüberblick; vollständige Norm ist nicht frei zugänglich |
| ISO 13374-1:2003 | Aufbereitung, Kommunikation und Darstellung von Zustandsdaten | Normenüberblick, keine für M7 validierte Alarmschwelle |
| Google ML-Crashkurs | Formeln und Zielkonflikte von Kennzahlen | Allgemeines Klassifikationsbeispiel, keine maschinenspezifische Sicherheitsfreigabe |
| MathWorks-Demonstration | Verständlicher Ablauf der Predictive Maintenance | Herstellervideo mit Produktbezug, keine unabhängige Wirtschaftlichkeitsstudie |
| Wikipedia: Condition-Monitoring | Einstieg und Begriffe | Offenes, veränderbares Nachschlagewerk; kritische Aussagen gegen Primärquellen prüfen |
Kritische Quellenaufgabe: Welche Quelle würdest Du für die Definition eines Messprogramms, welche für die Berechnung von Recall heranziehen? Warum reicht keines der beiden Dokumente als Genehmigung für den Betrieb einer echten Maschine?
Gestufte Hilfen zum Fall M7
Hilfe 1 – Orientierung: Vergleiche die beiden Angaben Score und tatsächlicher Fehler. Ein Alarm wird nur vom gewählten Score-Grenzwert ausgelöst.
Hilfe 2 – Rechenweg: Zähle zuerst alle tatsächlichen Fehler (A, C, E, I). Ein positiver Alarm bei einem fehlerfreien Fall ist FP. Verwende erst danach die Formeln für Recall und Precision.
Hilfe 3 – Selbstkontrolle: Für Schwelle 0,50 ergeben sich TP = 3, FP = 2, FN = 1 und TN = 6. Damit sind Recall = 3/4 = 75 % und Precision = 3/5 = 60 %. Testfenster I bleibt FN, weil 0,22 unter allen drei Schwellen liegt.
Begründetes Feedback: Ist Dein Recall höher als 75 % für Schwelle 0,50, hast Du vermutlich die tatsächlichen Fehler im Nenner falsch gezählt. Ist Deine Precision 75 %, hast Du möglicherweise FP mit FN verwechselt. Die Rechnung 3/5 nutzt alle ausgelösten Alarme.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wann liegt ein richtig positiver Fall vor? (Ein Defekt liegt vor und ein Alarm wird ausgelöst) (!Ein Defekt liegt vor und kein Alarm wird ausgelöst) (!Kein Defekt liegt vor und ein Alarm wird ausgelöst) (!Kein Defekt liegt vor und kein Alarm wird ausgelöst)
Welche Bezeichnung hat ein Alarm ohne tatsächlichen Defekt? (Fehlalarm) (!Treffer) (!Richtige Entwarnung) (!Übersehener Fehler)
Was bedeutet ein falsch negatives Ergebnis? (Ein Defekt wird nicht gemeldet) (!Ein gesunder Zustand wird richtig erkannt) (!Ein Alarm erkennt einen Defekt) (!Ein gesunder Zustand löst Alarm aus)
Welche Rechnung ergibt die Trefferquote? (TP geteilt durch TP plus FN) (!TP geteilt durch TP plus FP) (!FP geteilt durch FP plus TN) (!TN geteilt durch alle Fälle)
Welche Rechnung ergibt die Präzision? (TP geteilt durch TP plus FP) (!TP geteilt durch TP plus FN) (!FN geteilt durch FN plus TN) (!FP geteilt durch alle Fälle)
Welchen Nenner benutzt die Falschpositivrate? (Alle tatsächlich fehlerfreien Fälle) (!Alle ausgelösten Alarme) (!Alle tatsächlich fehlerhaften Fälle) (!Nur die richtig erkannten Fehler)
Was kann passieren, wenn die Alarmschwelle steigt? (Es entstehen weniger Fehlalarme aber mehr übersehene Fehler) (!Es werden garantiert alle Fehler erkannt) (!Die Zahl aller Alarme muss steigen) (!Die Sensordaten verändern sich rückwirkend)
Warum kann eine hohe Gesamtgenauigkeit irreführend sein? (Seltene Fehler können trotz hoher Gesamtgenauigkeit übersehen werden) (!Sie zeigt immer den gesamten wirtschaftlichen Nutzen) (!Sie ist dasselbe wie die Trefferquote) (!Sie beweist die Zulässigkeit einer Schutzabschaltung)
Wie viele Fehlalarme entstehen bei M7 mit Schwelle 0,50? (Zwei) (!Einer) (!Drei) (!Vier)
Welche der drei Schwellen hat im Kostenmodell A die geringsten Zusatzkosten? (Die Schwelle 0,50) (!Die Schwelle 0,30) (!Die Schwelle 0,70) (!Alle Schwellen verursachen gleiche Kosten)
Feedback zum Quiz: Bei den Fragen 1–3 ist entscheidend, zwischen tatsächlichem Zustand und Alarmentscheidung zu trennen. Die Fragen 4–6 unterscheiden die Grundgesamtheiten der Kennzahlen. Die Fragen 7–10 verlangen einen Vergleich von Entscheidung und Folgekosten statt einer Bewertung nach Accuracy allein.
Memory
| Falsch positiv | Alarm ohne tatsächlichen Defekt |
| Falsch negativ | Defekt trotz ausbleibender Warnung |
| Trefferquote | Anteil erkannter wirklicher Defekte |
| Präzision | Anteil berechtigter Alarmmeldungen |
| Falschpositivrate | Fehlalarmanteil unter gesunden Fällen |
| Grenzwert | Schwelle der Alarmentscheidung |
| Referenzzustand | Vergleichsbasis der Messung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Zustandserfassung | Sensor liefert ein Messsignal |
| Zustandsvergleich | Messsignal wird mit Referenz verglichen |
| Fehlalarm | Warnung ohne nachgewiesenen Defekt |
| Übersehener Fehler | Defekt ohne vorausgehende Warnung |
| Instandhaltungsplanung | Mensch entscheidet über fachliche Maßnahmen |
Kreuzworträtsel
| Schwingung | Welche physikalische Größe wird an rotierenden Maschinen häufig überwacht? |
| Grenzwert | Wie heißt die festgelegte Schwelle, ab der ein Alarm entsteht? |
| Fehlalarm | Wie nennt man eine Warnung ohne tatsächlichen Defekt? |
| Trefferquote | Welche Kennzahl gibt den Anteil erkannter wirklicher Defekte an? |
| Präzision | Welche Kennzahl gibt den Anteil berechtigter Alarme an? |
| Sensorik | Wie nennt man die Gesamtheit eingesetzter Messfühler? |
LearningApps
Optionaler Suchzugang zu externen Übungen; die Suchtreffer sind nicht fachlich einzeln geprüft. Nur in ausdrücklich autorisierten Lernumgebungen öffnen. Die geprüften Kernübungen stehen bereits auf dieser Seite.
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht – Basisaufgaben
- Bauteilkarte: Zeichne ein Wälzlager und markiere zwei mögliche Verschleißstellen.
- Signalweg: Erstelle eine Bildfolge vom Sensor bis zur fachlich geprüften Warnung.
- Vierfeldertafel: Lege TP, FP, FN und TN mit vier selbst beschrifteten Karten.
- Entscheidungsfolgen: Formuliere je zwei mögliche Folgen eines Fehlalarms und eines übersehenen Fehlers.
Standard – Anwendungsaufgaben
- Alarmgrenzen: Ordne die zwölf Testfenster für Schwelle 0,50 in die Vierfeldertafel ein.
- Kennzahlen: Berechne Recall, Precision und FPR für 0,30 und 0,70 und erkläre Unterschiede.
- Kostenvergleich: Prüfe das Kostenmodell A und kennzeichne jede getroffene Annahme.
- Messbedingungen: Gestalte ein kurzes Erklärposter, warum Drehzahländerungen ein Signal verfälschen können.
Schwer – Transferaufgaben
- Szenariowechsel: Begründe, weshalb Kostenmodell B eine andere Schwelle begünstigt.
- Prüfkonzept: Entwickle mit fiktiven Fällen eine menschliche Zweitprüfung vor Wartungsentscheidungen.
- Datenkritik: Plane ein lokal ausführbares Prüfverfahren für seltene Schäden, Ausreißer und fehlende Messwerte.
- Quellenkritik: Vergleiche Normenüberblick, Google-Lernmodell und Herstellervideo in einer dreispaltigen Grafik.
Begründetes Feedback für Deine Ergebnisse: Basis: Gut ist eine klare Trennung von Messung, Alarm und Handlung; die bloße Gleichsetzung von hoher Schwingung mit Defekt greift zu kurz. Anwendung: Für 0,50 muss Deine Vierfeldertafel 3 TP, 2 FP, 1 FN und 6 TN ergeben; nur so folgen 75 % Recall und 60 % Precision. Transfer: Eine schlüssige Empfehlung benennt Datenbasis, Fehlkosten, Sicherheitsgrenzen, Gegenargumente und offene Prüfungen. Ein ohne diese Angaben behaupteter „optimaler“ Grenzwert ist nicht ausreichend begründet.


Lernkontrolle
- Zielkonflikt: Erkläre anhand des M7-Falls, warum wenige Fehlalarme nicht automatisch ein besseres System bedeuten.
- Sicherheitsentscheidung: Entwickle ein Vorgehen, wenn die Folgen eines übersehenen Fehlers nicht zuverlässig in Euro beziffert werden können.
- Klassenungleichgewicht: Beurteile ein Warnsystem mit 99 % Accuracy und 0 % Recall anhand eines eigenen Beispiels.
- Prüfdesign: Zeige, warum zwölf fiktive Testfenster für eine reale Freigabe nicht genügen, und schlage passende zusätzliche Prüfungen vor.
- Mensch und System: Begründe, wie Alarmmüdigkeit, Rückfragen und Rückmeldungen von Fachkräften die Systembewertung verändern.
- Quellenbewertung: Formuliere eine Entscheidung und stütze unterschiedliche Teilbehauptungen durch passende, unterschiedlich zuverlässige Quellen.
Lernnachweis
Abgabe: Eine einseitige Entscheidungsnotiz mit Deiner Vierfeldertafel für eine gewählte Schwelle, mindestens drei korrekt berechneten Kennzahlen, einem nachvollziehbaren Kostenvergleich, einer Alternativannahme und einer begründeten Entscheidung. Ergänze eine Erklärung der Unsicherheiten sowie eine kurze Gegenüberstellung von zwei Fachquellen.
Bewertungskriterien: korrekte Begriffe und Rechnungen; transparente Annahmen; Vergleich der Folgen von FP und FN; fachlich begründete Grenzen der Simulation; datenschutz- und betriebssicheres Vorgehen.
Wichtig: Eine gute Lösung darf zu einer anderen Priorität kommen, wenn Du Kostenannahmen und Sicherheitsanforderungen konsistent begründest.
OERs zum Thema
Weiterlernen: Prädiktive Instandhaltung, Condition-Monitoring, Konfusionsmatrix, ROC-Kurve, Schwingungsdiagnose.
Fachlich geprüfte Online-Lernressource: Interaktive Grenzwert-Übung von Google, zuletzt auf der Seite aktualisiert 2025-10-01. Das Bildungsangebot enthält eigene Demodaten und ist kein Test an einer Industrieanlage.
Primärquellen zur fachlichen Einordnung: ISO 17359:2018, ISO 13374-1:2003. Die offiziellen Beschreibungen wurden geprüft; der vollständige lizenzpflichtige Normtext wird hier nicht wiedergegeben.
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- Ermüdungsschaden am Außenring eines Wälzlagers.jpg: GfMmbH, CC BY-SA 4.0.
- Accelerometer-with-wireless-sensor-on-a-hanger.jpg: Y. Lei, W. A. Shen, Y. Song und Y. Wang, CC BY 4.0; Abbildung aus einer Fachveröffentlichung.
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