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Solarthermie Wärmespeicher und Wärmenetze – Niedertemperatur-Wärmenetze einordnen

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Solarthermie Wärmespeicher und Wärmenetze – Niedertemperatur-Wärmenetze einordnen

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Einleitung

Solarthermie Wärmespeicher und Wärmenetze – Niedertemperatur-Wärmenetze einordnen

Zielgruppe: Ausbildung, insbesondere Anlagenmechaniker/-in SHK, technische Gebäudeausrüstung und Energietechnik.

Lernzeit: ca. 60–90 Minuten mit Aufgaben.

Leitfrage: Welches Temperaturniveau muss ein Wärmenetz bereitstellen, damit Gebäude wirtschaftlich, effizient und hygienisch sicher versorgt werden können?

Du lernst an Anlagenschemata, Gebäudemodellen und einem konkreten Ausbildungsfall. Kurze Lerneinheiten wechseln sich mit Quizfragen, Berechnungen, Diagnosefällen und gestuften Hilfen ab.

Sicherheitshinweis: Alle Diagnose-, Druck- und Bewegungsenergieaufgaben erfolgen anhand von Simulationen, bereitgestellten Messdaten oder drucklosen Modellen. Auch abgeschaltete Anlagen können gespeicherte Druckenergie, Wärmeenergie und Bewegungsenergie enthalten. Reale Druckarbeiten und Prüfungen sind ausschließlich nach fachlicher Freigabe und unter qualifizierter Aufsicht zulässig.


Deine Lernziele

Am Ende kannst Du:

  1. Wärmenetz: Konventionelle, nieder- und sehr niedrig temperierte Wärmenetze unterscheiden.
  2. Solarthermie: Kollektoren, Speicher und Wärmeübergabestationen im Anlagenschema erkennen.
  3. Vorlauftemperatur: Den Temperaturbedarf verschiedener Gebäude beurteilen.
  4. Wärmepumpe: Den Nutzen dezentraler Temperaturerhöhung erklären.
  5. Trinkwasserhygiene: Hygienische Risiken getrennt vom Heiznetz betrachten.
  6. Arbeitssicherheit: Gespeicherte Druck-, Wärme- und Bewegungsenergie erkennen.
  7. Fehlerdiagnose: Messdaten interpretieren und fachlich begründete Maßnahmen vorschlagen.


Lerneinheit 1 – Wärmenetze und Temperaturniveaus

Dauer: ca. 10 Minuten


Wie funktioniert ein Wärmenetz?

Bildauftrag: Verfolge in der Animation den Weg der Wärme von der Erzeugung zu den Gebäuden.

Ein Wärmenetz transportiert thermische Energie zwischen Erzeugern und Verbrauchern. Häufig wird dafür Wasser in einem Vorlauf und einem Rücklauf geführt.

Vorlauf: Transportiert das wärmere Heizmedium zum Verbraucher.

Rücklauf: Führt das abgekühlte Heizmedium zurück.

Temperaturspreizung:

ΔT = Vorlauftemperatur − Rücklauftemperatur

Beispiel: 50 °C − 35 °C = 15 K.


Wärmenetz-Generationen erkennen

Bildauftrag: Vergleiche die dargestellten Vor- und Rücklauftemperaturen. Welche Veränderungen erkennst Du zwischen älteren und jüngeren Wärmenetzkonzepten?

Netzkonzept Orientierendes Temperaturniveau Besonderheit
Konventionelles Heißwassernetz Häufig mehr als 70 °C Vorlauf Eignet sich auch für Verbraucher mit hohem Temperaturbedarf.
Niedertemperatur-Wärmenetz Beispielsweise 40–60 °C Vorlauf Benötigt geeignete Heizflächen und angepasste Übergabestationen.
Kaltes Nahwärmenetz Beispielsweise 8–20 °C Dezentrale Wärmepumpen erhöhen die Temperatur im Gebäude.

Wichtig: Die Bereiche sind Orientierungswerte und keine allgemeingültigen normativen Grenzwerte. Die Bezeichnungen hängen vom technischen Konzept und der verwendeten Definition ab. Temperaturen können jahreszeitlich schwanken.

Niedrige Netztemperaturen verringern häufig die Wärmeverluste und erleichtern die Nutzung von Abwärme, Umweltwärme und Solarthermie.

Merksatz: Nicht das Baujahr eines Gebäudes entscheidet allein über die Eignung, sondern vor allem sein tatsächlicher Wärmebedarf und die erforderliche Heizwassertemperatur.

Fachquelle: Fraunhofer ISE – Wärmepumpen und Wärmenetze


Lerneinheit 2 – Solarthermie und Wärmespeicher

Dauer: ca. 10 Minuten


Wärme aus Sonnenstrahlung

Solarthermie wandelt Sonnenstrahlung in Wärme um. Anders als Photovoltaik erzeugt ein thermischer Kollektor nicht unmittelbar elektrischen Strom.

Ein Wärmeträger transportiert die gewonnene Wärme zu einem Wärmetauscher oder Speicher.


Anlagenschema untersuchen

Erkenne im Bild:

  1. Solarkollektor: Nimmt Sonnenenergie auf.
  2. Solarregelung: Vergleicht Temperaturen und steuert die Umwälzung.
  3. Umwälzpumpe: Transportiert den Wärmeträger.
  4. Ausdehnungsgefäß: Nimmt temperaturbedingte Volumenänderungen auf.
  5. Wärmespeicher: Lagert thermische Energie zeitversetzt.
  6. Nachheizung: Ergänzt fehlende Solarwärme.

Das Bild stellt eine vereinfachte Gebäudeanlage dar. Für ein größeres Wärmenetz sind weitere Komponenten und eine eigene hydraulische Planung erforderlich.


Vereinfachtes Schema eines solaren Wärmenetzes

Sonnenstrahlung ↓ Kollektorfeld
Solarwärme → Wärmetauscher
Überschusswärme → Puffer- oder Saisonalspeicher
Zentrale Wärmeversorgung → Wärmenetz mit Vorlauf und Rücklauf
Gebäudeanschluss → Übergabestation und Heizflächen
Trinkwarmwasser → Gesondertes hygienegerechtes Versorgungskonzept

Zusätzliche Wärmeerzeuger können die Versorgung ergänzen.


Kurzzeit- und Saisonalspeicher

Bildauftrag: Suche im Speicher den warmen oberen und den kühleren unteren Bereich.

Speicher Aufgabe
Pufferspeicher Verschiebt Wärme zeitlich, beispielsweise von Sonnenstunden in die Abendstunden.
Saisonalspeicher Speichert größere Wärmemengen über Wochen oder Monate.
Schichtspeicher Nutzt unterschiedliche Temperaturzonen, um die Wärme bedarfsgerecht bereitzustellen.

Speicherformel für Wasser, näherungsweise:

Q = 1,16 × V × ΔT

Q = gespeicherte Wärmemenge in kWh

V = Wasservolumen in m³

ΔT = Temperaturänderung in K

Beispiel:

2 m³ Wasser werden um 15 K erwärmt.

Q = 1,16 × 2 × 15 = 34,8 kWh

Dies ist eine idealisierte Speicherkapazität vor Wärmeverlusten und betrieblichen Einschränkungen.


Video: Solarwärme im Wärmenetz

Videoauftrag: Notiere, warum solare Wärmenetze neben Kollektoren häufig zusätzliche Wärmeerzeuger oder Wärmespeicher benötigen.


Lerneinheit 3 – Welches Gebäude passt zum Netz?

Dauer: ca. 10 Minuten


Heizflächen und Temperaturniveau

Eine Fußbodenheizung besitzt große Wärmeübertragungsflächen. Sie kann deshalb häufig mit geringeren Vorlauftemperaturen arbeiten als kleine, knapp ausgelegte Heizkörper.

Aber auch ausreichend dimensionierte Heizkörper können für niedrige Temperaturen geeignet sein.

Eine Wärmepumpe hebt Wärme von einem niedrigeren auf ein höheres Temperaturniveau. Je kleiner der erforderliche Temperaturhub, desto günstiger sind in der Regel die Effizienzbedingungen.

Fachquelle: Fraunhofer ISE – Wärmepumpen im Gebäudebestand, 2025


Drei Gebäudemodelle

Modellannahme: Die folgenden Temperaturen gelten für einen angenommenen kalten Auslegungstag.

Gebäude Heizsystem Erforderliche Heiztemperaturen Erste Einschätzung
Haus A: gut gedämmter Neubau Fußbodenheizung 35/28 °C Gut für ein niedriges Temperaturniveau geeignet.
Haus B: modernisiertes Bestandsgebäude Größere Heizkörper 45/35 °C Möglicherweise geeignet; Übergabestation und Temperaturabstände prüfen.
Haus C: unsanierter Altbau Kleine Heizkörper 70/55 °C Für eine direkte Versorgung aus einem 50-°C-Netz nicht geeignet.

Entscheidende Prüfgrößen:

  1. Heizlast: Welche Wärmeleistung benötigt das Gebäude?
  2. Heizfläche: Reicht die Wärmeabgabe bei niedriger Temperatur?
  3. Wärmeübergabestation: Welcher Temperaturabstand ist für den Wärmeübergang erforderlich?
  4. Hydraulischer Abgleich: Werden alle Verbraucher bedarfsgerecht versorgt?
  5. Warmwasserbereitung: Wie wird hygienisch geeignetes Trinkwarmwasser erzeugt?

Merksatz: Ein Wärmenetz mit 50 °C Vorlauf liefert über einen passiven Wärmetauscher nicht automatisch 50 °C auf der Gebäudeseite. Für die Wärmeübertragung ist ein Temperaturunterschied erforderlich.


Video: Kalte Nahwärme verstehen

Videoauftrag: Erkläre, warum bei kalter Nahwärme häufig jedes Gebäude eine eigene Wärmepumpe benötigt.

Vertiefung: Gelsenwasser – Funktionsweise kalter Nahwärme


Lerneinheit 4 – Trinkwasserhygiene und gespeicherte Energie

Dauer: ca. 10 Minuten


Heizungswasser ist nicht Trinkwasser

Ein Wärmenetz und eine Trinkwasserinstallation sind hygienisch und hydraulisch getrennt zu betrachten.

Bei großen zentralen Trinkwassererwärmungsanlagen sind nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik insbesondere Temperaturen um 60 °C am Austritt des Trinkwassererwärmers und mindestens 55 °C im Zirkulationssystem relevant.

Die konkrete Regelanwendung hängt von Anlagentyp, Installation, Betrieb und geltenden technischen Regeln ab. Besondere Konzepte erfordern eine nachgewiesene hygienische Bewertung.

Eine Wärmenetztemperatur von 40 oder 50 °C darf daher nicht einfach als ausreichende Trinkwarmwassertemperatur betrachtet werden.

Risiko: Legionellen können sich unter ungünstigen Bedingungen in Trinkwasserinstallationen vermehren. Stagnation und ungeeignete Temperaturführung erhöhen hygienische Risiken.

Mögliche technische Konzepte sind eine hygienegerecht geplante dezentrale Nachheizung oder eine geeignete Trinkwassererwärmung über eine entsprechend ausgelegte Station.

Grundsatz: Gesundheitsschutz geht vor Energieeinsparung.

Fachquellen:

DVGW – Vermeidung von Legionellen

DVGW – Trinkwasserinstallation


Kalte Nahwärme und Wärmeübergabe

Bildauftrag: Verfolge die Wärmeflüsse zwischen Wärmenetz und Gebäuden. Wo wird Wärme auf ein höheres Temperaturniveau gebracht?

Bei kalter Nahwärme dient das Netz überwiegend als Wärmequelle. Dezentrale Wärmepumpen stellen die benötigten Heiztemperaturen bereit.

Die Warmwasserbereitung muss als eigene hygienische Aufgabe geplant werden.


Sicherheit: Druckenergie und Bewegungsenergie

Bildauftrag: Identifiziere am aufgeschnittenen Ausdehnungsgefäß Gasraum und Wasserraum.

Ein Membranausdehnungsgefäß kann durch sein komprimiertes Gaspolster gespeicherte Druckenergie enthalten.

Auch in abgesperrten Anlagenbereichen kann nach dem Abschalten noch Druck anstehen. Heiße Medien können zusätzlich Verbrennungen oder Verbrühungen verursachen.

Bewegungsenergie kann beispielsweise in nachlaufenden Pumpenlaufrädern, rotierenden Antrieben oder beweglichen Maschinenteilen gespeichert sein.

Energieform Gefährdung Sichere Lernmethode
Wärmeenergie Heiße Oberflächen und Medien Temperaturdaten aus einer Simulation auswerten
Gespeicherte Druckenergie Unkontrollierte Bewegung von Flüssigkeiten oder Bauteilen Druckzustände ausschließlich digital analysieren
Bewegungsenergie Nachlauf und mechanischer Kontakt Animation eines stillsetzenden Pumpenlaufrades betrachten

Verbindliche Sicherheitsregel:

Übungsaufgaben werden nur als Simulation, anhand vorhandener Messdaten oder mit einem drucklosen Modell durchgeführt. Drucklos bedeutet hier ohne eingeschlossene Druckenergie; auch ein solches Modell muss gegen andere Gefährdungen gesichert sein.

Keine selbstständigen Eingriffe an Armaturen, Pumpen, Ausdehnungsgefäßen oder Druckleitungen.

Reale Druckarbeiten, Druckprüfungen, Eingriffe und Wiederinbetriebnahmen sind ausschließlich nach fachlicher Freigabe und unter qualifizierter Aufsicht erlaubt.


Lerneinheit 5 – Ausbildungsfall: Quartier Sonnenbogen

Dauer: ca. 15 Minuten


Deine Ausgangslage

Du arbeitest als Auszubildende oder Auszubildender in einem SHK-Fachbetrieb.

Ein Wohnquartier soll teilweise über Solarthermie und ein Niedertemperatur-Wärmenetz versorgt werden.

Die Ausbildungsleitung übergibt Dir ein vereinfachtes Anlagenschema, Gebäudedaten und simulierte Messwerte.

Auftrag: Beurteile das Temperaturniveau, die Gebäudeeignung, die Warmwasserhygiene und eine mögliche Betriebsauffälligkeit.

Alle Werte sind fiktive Übungsdaten und ersetzen keine Fachplanung.


Das geplante System

Anlagenkomponente Übungswert
Solarkollektorfeld Liefert je nach Wetter nutzbare Wärme.
Netzvorlauf 50 °C
Netzrücklauf im normalen Musterbetrieb 35 °C
Kleiner Wasserpuffer im Rechenbeispiel 2 m³
Anhebung der Puffertemperatur 15 K
Wärmeversorgung Solarthermie, Speicher und ergänzender Wärmeerzeuger
Trinkwarmwasser Separat nach hygienischen Anforderungen zu planen

Hinweis: Das 2-m³-Speichermodell dient allein zum Üben der Energieberechnung. Es beschreibt nicht die erforderliche Gesamtgröße eines Quartiersspeichers.


Fall A – Energie und Speicherung

Situation: Der Modellpuffer wird um 15 K erwärmt.

Frage: Welche Wärmemenge kann das Wasser näherungsweise aufnehmen?

Hilfe 1: Gesucht ist eine Energiemenge in kWh.

Hilfe 2: Verwende Q = 1,16 × V × ΔT.

Hilfe 3: Setze 2 m³ und 15 K ein.

Feedback: 34,8 kWh sind rechnerisch gespeichert. Nutzbar ist in der Praxis nicht zwangsläufig die gesamte Wärmemenge, weil Verluste, Temperaturgrenzen und erforderliche Leistungsabgabe berücksichtigt werden müssen.

Bearbeite dazu später Quizfrage 8.


Fall B – Trinkwasserhygiene

Situation: Bei einer fiktiven Großanlage mit zentraler Trinkwassererwärmung werden am Austritt des Trinkwassererwärmers 48 °C dokumentiert. Für das Übungsbeispiel gelten die üblichen Anforderungen an einen zentralen Trinkwassererwärmer mit 60 °C Solltemperatur.

Frage: Ist der Messwert unbedenklich?

Hilfe 1: Unterscheide Heiznetz- und Trinkwassertemperatur.

Hilfe 2: Prüfe die hygienischen Anforderungen der betreffenden Anlage.

Hilfe 3: Vergleiche 48 °C mit der geforderten Temperatur und beachte das Legionellenrisiko.

Feedback: Der Wert ist für diesen Fall hygienisch auffällig. Er muss fachlich überprüft werden; eine eigenmächtige Änderung von Anlageneinstellungen ist keine zulässige Ausbildungsmaßnahme.

Bearbeite dazu später Quizfrage 7.


Fall C – Diagnose eines hohen Rücklaufs

Situation: Das Netz zeigt laut Simulation 50 °C Vorlauf und 47 °C Rücklauf statt der erwarteten 35 °C.

Frage: Was lässt sich daraus ableiten?

Hilfe 1: Berechne zuerst die Temperaturspreizung.

Hilfe 2: Eine geringe Spreizung zeigt wenig Abkühlung zwischen Vorlauf und Rücklauf.

Hilfe 3: Denke an geringe Wärmeabnahme, hohe Volumenströme, Bypassströmungen und mögliche Messfehler.

Feedback: Die Spreizung beträgt nur 3 K. Das ist gegenüber dem Musterbetrieb auffällig, beweist aber keine einzelne Fehlerursache. Zuerst müssen Messwerte, Betriebszustand und hydraulisches Schema verglichen werden. Maßnahmen an der realen Anlage bleiben Fachpersonal vorbehalten.

Bearbeite dazu später Quizfrage 9.


Fall D – Gespeicherte Energie nach dem Abschalten

Situation: Eine Pumpe wurde abgeschaltet. Die Simulation zeigt weiterhin Druck im hydraulischen System und ein nachlaufendes Laufrad.

Frage: Darf eine Auszubildende oder ein Auszubildender das Pumpengehäuse selbstständig öffnen?

Hilfe 1: Elektrisch abgeschaltet ist nicht gleich energiefrei.

Hilfe 2: Berücksichtige Druckenergie und Bewegungsenergie.

Hilfe 3: Denke an die notwendige Freigabe, Qualifikation und Beaufsichtigung.

Feedback: Nein. Gespeicherte Energie kann auch nach dem Abschalten gefährlich sein. Eine reale Arbeit erfordert eine fachlich festgelegte und beaufsichtigte Sicherheitsorganisation. Im Lernkurs wird die Situation nur simuliert.


Drei Kompetenzstufen mit Feedback

Basisaufgabe: Ordne die Temperaturen 12 °C, 50 °C und 80 °C passenden beispielhaften Wärmenetzkonzepten zu.

Feedback: 12 °C passt zu einem kalten Nahwärmenetz, 50 °C zu einem Niedertemperatur-Wärmenetz und 80 °C zu einem wärmeren konventionellen Netz. Die Zuordnung ist beispielhaft, da keine einheitlichen Temperaturgrenzen für alle Netztypen gelten.

Anwendungsaufgabe: Entscheide, ob Haus A, B oder C direkt an das 50-°C-Netz angeschlossen werden könnte.

Feedback: Haus A besitzt günstige Voraussetzungen. Haus B benötigt eine genaue Prüfung der Wärmeübergabe und Temperaturreserve. Haus C kann seinen Auslegungsbedarf von 70 °C nicht direkt aus einem 50-°C-Netz decken. Möglich wären beispielsweise eine Heizlastsenkung, größere Heizflächen oder eine zusätzliche Temperaturerhöhung.

Transferaufgabe: Entwickle ein Versorgungskonzept für alle drei Häuser einschließlich Trinkwarmwasser.

Feedback: Eine begründete Lösung berücksichtigt unterschiedliche Heizkreistemperaturen, geeignete Wärmeübergabestationen, gegebenenfalls dezentrale Wärmepumpen, hygienisch sichere Trinkwassererwärmung und die Rückwirkungen auf den Netzbetrieb. Ein pauschal höheres Netztemperaturniveau ist nicht automatisch die beste Lösung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Energieform stellt ein Solarkollektor bereit? (Thermische Energie aus Sonnenstrahlung) (!Elektrische Energie aus Wind) (!Chemische Energie aus Erdgas) (!Mechanische Energie aus Wasserkraft)




Was ist typisch für ein kaltes Nahwärmenetz? (Dezentrale Wärmepumpen erhöhen das Temperaturniveau) (!Alle Gebäude erhalten unmittelbar heißes Trinkwasser) (!Das Netz wird ausschließlich mit Wasserdampf betrieben) (!Heizwärme kann ohne Temperaturanhebung immer direkt genutzt werden)




Wie groß ist die Temperaturspreizung bei 50 Grad Vorlauf und 35 Grad Rücklauf? (15 Kelvin) (!35 Kelvin) (!50 Kelvin) (!85 Kelvin)




Welcher Speicher überbrückt typischerweise Stunden bis Tage? (Pufferspeicher) (!Stromzähler) (!Sicherheitsventil) (!Heizkörperthermostat)




Welche Größe ist für die Eignung eines Gebäudes besonders wichtig? (Erforderliche Heizwassertemperatur bei Auslegungslast) (!Farbe der Hausfassade) (!Anzahl der Fenstergriffe) (!Alter des Stromzählers)




Warum können niedrige Netztemperaturen vorteilhaft sein? (Sie können Wärmeverluste verringern und erneuerbare Wärme leichter nutzbar machen) (!Sie verhindern grundsätzlich jeden Wärmeverlust) (!Sie ersetzen alle hydraulischen Berechnungen) (!Sie machen Wärmespeicher immer überflüssig)




Was ist beim simulierten Warmwasserwert von 48 Grad in der beschriebenen Großanlage richtig? (Hygienische Abweichung fachlich prüfen und melden) (!Den Messwert grundsätzlich ignorieren) (!Die Temperatur eigenmächtig weiter absenken) (!Heizungswasser unmittelbar mit Trinkwasser mischen)




Wie viel Wärme speichert das ideale Wassermodell mit zwei Kubikmetern und einer Erwärmung um 15 Kelvin näherungsweise? (34,8 Kilowattstunden) (!3,48 Kilowattstunden) (!348 Kilowattstunden) (!3480 Kilowattstunden)




Welche Aussage ist bei 50 Grad Vorlauf und 47 Grad Rücklauf fachlich sinnvoll? (Die geringe Spreizung erfordert eine Prüfung der Messdaten und Betriebsbedingungen) (!Der Solarkollektor ist damit sicher defekt) (!Die Netzpumpe muss sofort eigenmächtig geöffnet werden) (!Die Anlage arbeitet damit nachweislich optimal)




Was gilt nach dem Abschalten einer druckbeaufschlagten Pumpenanlage? (Gespeicherte Druckenergie und Bewegungsenergie müssen weiterhin berücksichtigt werden) (!Es besteht grundsätzlich keine mechanische Gefährdung mehr) (!Alle Leitungen sind automatisch drucklos) (!Das Pumpengehäuse darf sofort von jedem geöffnet werden)





Feedback zu den Quizfällen

Fragen 1–3: Solarthermie liefert Wärme. Bei kalter Nahwärme heben Wärmepumpen die Temperatur an. Die Spreizung ist die Differenz zwischen Vor- und Rücklauf.

Fragen 4–6: Speicher gleichen zeitliche Unterschiede zwischen Erzeugung und Verbrauch aus. Gebäude müssen hinsichtlich ihrer Heizlast und Wärmeabgabe zum Temperaturniveau passen.

Frage 7: Trinkwasserhygiene darf nicht allein durch Energiesparziele bestimmt werden.

Frage 8: Die richtige Rechnung lautet 1,16 × 2 × 15 = 34,8 kWh.

Frage 9: Eine geringe Spreizung ist ein Diagnosehinweis, keine eindeutige Fehlerdiagnose.

Frage 10: Elektrische Abschaltung beseitigt nicht automatisch gespeicherte Druck- oder Bewegungsenergie.


Memory

Ordne jeweils ein technisches Bauteil oder einen Begriff seiner Funktion zu.

Solarkollektor Nimmt Sonnenstrahlung auf und erzeugt Wärme
Pufferspeicher Lagert Wärme über kürzere Zeiträume
Saisonalspeicher Überbrückt größere jahreszeitliche Unterschiede
Wärmepumpe Hebt Wärme auf ein höheres Temperaturniveau
Übergabestation Überträgt Wärme zwischen Versorgungssystemen
Vorlauf Transportiert wärmeres Heizmedium zum Verbraucher
Rücklauf Führt abgekühltes Heizmedium zurück
Ausdehnungsgefäß Nimmt temperaturbedingte Volumenänderungen auf





Drag and Drop

Ordne die technischen Begriffe den passenden Beschreibungen zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Wärme auf Quelltemperaturniveau im Netz Kalte Nahwärme
Gebäudeversorgung mit abgesenktem Heiznetztemperaturniveau Niedertemperatur-Wärmenetz
Wärmespeicherung für Stunden oder Tage Kurzzeitspeicherung
Wärmespeicherung über Jahreszeiten Saisonalspeicherung
Temperaturerhöhung durch elektrische Antriebsenergie Wärmepumpentechnik
Übertragung zwischen hydraulisch getrennten Kreisen Wärmeübertrager
Gefahr durch komprimiertes Gas im System Gespeicherte Druckenergie
Gefahr durch ein nachlaufendes Laufrad Bewegungsenergie





Kreuzworträtsel

Solarthermie Welche Technik wandelt Sonnenstrahlung in Wärme um?
Vorlauf Wie heißt die wärmere Leitung eines Heiznetzes zum Verbraucher?
Ruecklauf Wie heißt die Leitung zurück zur Wärmeerzeugung?
Speicher Welches Bauteil ermöglicht eine zeitversetzte Wärmenutzung?
Legionellen Welche Bakterien können bei ungünstigen Bedingungen die Trinkwasserhygiene gefährden?
Waermepumpe Welche Maschine hebt Umweltwärme auf ein nutzbares Temperaturniveau?





LearningApps

Suche zusätzliche interaktive Übungen zu Solarthermie, Wärmespeichern und Niedertemperatur-Wärmenetzen.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Anlage zur Gewinnung von Sonnenwärme heißt

.
Das Bauteil zur Aufnahme der Sonnenstrahlung heißt

.
Das wärmere Heizmedium strömt im

zum Verbraucher.
Das abgekühlte Heizmedium fließt durch den

zurück.
Die Differenz zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur heißt

.
Für die kurzfristige Speicherung von Wärme eignet sich ein

.
Für den jahreszeitlichen Ausgleich dient ein

.
Ein Gebäude mit großen Heizflächen benötigt häufig eine niedrigere

.
In einem kalten Nahwärmenetz stellt eine dezentrale

die benötigte Heiztemperatur bereit.
Wärme wird zwischen getrennten Wasserkreisläufen durch einen

übertragen.
Für die hygienische Sicherheit der Trinkwasserinstallation ist die Vermeidung von

wichtig.
Das komprimierte Gaspolster eines Ausdehnungsgefäßes speichert

.
Ein nachlaufendes Pumpenrad besitzt weiterhin

.
Reale Druckarbeiten benötigen eine fachliche

.




Offene Aufgaben

Bearbeite die Aufgaben entsprechend Deinem Lernstand. Verwende bei technischen Untersuchungen ausschließlich Zeichnungen, Modelle, Simulationen oder zur Verfügung gestellte Betriebsdaten.


Leicht – Basis

  1. Solarthermie: Zeichne ein einfaches Kollektorfeld und beschrifte den Weg der Wärme bis zum Speicher.
  2. Wärmenetz: Erstelle eine Skizze mit Vorlauf, Rücklauf, Wärmeerzeuger und zwei Gebäuden.
  3. Heizflächen: Vergleiche zwei Abbildungen von Fußbodenheizung und Heizkörper und erkläre den Einfluss der Heizfläche.
  4. Wärmespeicher: Gestalte drei Lernkarten zu Pufferspeicher, Schichtspeicher und Saisonalspeicher.


Standard – Anwendung

  1. Temperaturspreizung: Berechne aus drei vorgegebenen Vor- und Rücklauftemperaturen die Spreizung und erläutere die Unterschiede.
  2. Gebäudeeignung: Erstelle für die Häuser A, B und C eine Ampelbewertung mit fachlicher Begründung und notwendigen Prüfungen.
  3. Trinkwasserhygiene: Entwickle für den Ausbildungsfall ein Informationsplakat über die Trennung von Heizungswasser und Trinkwasser.
  4. Sicherheitsanalyse: Markiere in einem Anlagenschema mögliche Orte gespeicherter Druck-, Wärme- und Bewegungsenergie. Beschreibe, warum ein Abschalten allein nicht genügt.


Schwer – Transfer

  1. Wärmenetzplanung: Entwickle ein alternatives Versorgungskonzept für das Quartier, bei dem Haus C durch zusätzliche Maßnahmen versorgt werden könnte.
  2. Saisonalspeicher: Untersuche anhand frei zugänglicher Fachquellen, welche Speichertechnologien für ein solares Quartierswärmenetz infrage kommen, und begründe eine Auswahl.
  3. Fehlerdiagnose: Erstelle einen digitalen Diagnoseablauf für eine auffällig niedrige Temperaturspreizung. Unterscheide Messfehler, Betriebszustand und hydraulische Ursachen.
  4. Energieeffizienz: Erarbeite eine kurze Präsentation, in der Du Solarthermie, Netztemperatur, Gebäudemodernisierung, Trinkwasserhygiene und Arbeitssicherheit in einem Gesamtkonzept verbindest.

Hinweis für alle Aufgaben: Eingriffe in reale Anlagen, Druckprüfungen und Arbeiten an druckbeaufschlagten Bauteilen sind nicht Bestandteil dieser selbstständig durchzuführenden Lernaufgaben.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Die Lernkontrolle bewertet nicht nur Fachbegriffe, sondern insbesondere Deine Fähigkeit, technische Zusammenhänge zu erklären und auf neue Situationen zu übertragen.

  1. Gebäudemodernisierung: Ein Gebäude braucht bisher 65 °C Vorlauf. Erkläre drei mögliche Maßnahmen, mit denen eine Versorgung aus einem kühleren Netz ermöglicht werden könnte. Bewerte Vor- und Nachteile.
  2. Solarthermie und Speicher: Ein Quartier erhält im Sommer viel Solarwärme, benötigt im Winter aber mehr Heizenergie. Entwickle eine Speicherstrategie und erläutere ihre Grenzen.
  3. Hydraulik: Bei unverändertem Vorlauf steigt die Rücklauftemperatur. Erläutere mindestens drei mögliche Ursachen und beschreibe, welche zusätzlichen Messdaten zur Unterscheidung erforderlich sind.
  4. Trinkwasserhygiene: Ein Planer möchte aus Energiespargründen die Trinkwarmwassertemperatur deutlich absenken. Prüfe den Vorschlag unter Berücksichtigung von Anlagenart, Hygiene und technischen Regeln.
  5. Wärmepumpen: Vergleiche die Wärmeversorgung eines gut gedämmten Neubaus über ein kaltes Nahwärmenetz mit einem wärmeren Niedertemperatur-Wärmenetz. Berücksichtige zentrale und dezentrale Technik.
  6. Arbeitssicherheit: Eine abgeschaltete Pumpengruppe steht unter Restdruck und das Laufrad läuft nach. Analysiere die Energieformen, ihre Gefährdungen und die notwendige fachliche Freigabe vor einer realen Arbeit.
  7. Systemvergleich: Begründe, unter welchen Voraussetzungen eine Senkung der Netztemperatur die Gesamtenergieeffizienz verbessert und wann zusätzliche Aufwendungen entstehen können.


Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis erstellst Du eine kurze technische Dokumentation des Quartiers Sonnenbogen.

Sie soll folgende Elemente enthalten:

  1. Anlagenschema: Solarthermie, Wärmespeicher, Wärmenetz, Gebäudestationen und Nachheizung sind nachvollziehbar gekennzeichnet.
  2. Temperatureinordnung: Die Unterscheidung zwischen Niedertemperatur-Wärmenetz und kalter Nahwärme ist fachlich richtig erläutert.
  3. Gebäudebewertung: Die Häuser A, B und C werden anhand ihrer Heiztemperaturen und technischen Randbedingungen beurteilt.
  4. Berechnung: Die Speicherkapazität des Modellpuffers wird korrekt berechnet und ihre Aussagegrenze erklärt.
  5. Hygienekonzept: Heiznetz und Trinkwarmwasserbereitung werden sauber unterschieden.
  6. Diagnose: Aus der auffälligen Rücklauftemperatur werden plausible Prüfhypothesen und keine unbelegten Fehlerbehauptungen abgeleitet.
  7. Sicherheitsbewertung: Gespeicherte Druckenergie, Wärmeenergie und Bewegungsenergie werden erkannt. Die Grenzen selbstständiger Ausbildungsarbeiten sind erläutert.
  8. Quellenbelege: Mindestens zwei verlässliche technische Fachquellen sind angegeben.

Bewertungskriterien: Fachliche Richtigkeit, verständliche Zeichnungen, nachvollziehbare Entscheidungen, saubere Einheiten, Hygiene- und Sicherheitsbewusstsein sowie geeignete Quellen.

Eine reale Druckprüfung ist kein Bestandteil dieses Lernnachweises.




OERs zum Thema


Wikipedia: Solare Fernwärme


Weitere Fachquellen

  1. Fraunhofer ISE – Wärmepumpen, Gebäude und Wärmenetze: Technische Einordnung von kalter Nahwärme und Wärmepumpenanwendungen.
  2. Fraunhofer ISE – Wärmepumpen im Altbau: Forschung zu Gebäudeeignung, Effizienz und Heizflächen.
  3. DVGW – Legionellen und Trinkwasserhygiene: Hygienische Anforderungen und Hintergrundinformationen.
  4. DVGW – Trinkwasserinstallation: Technische und hygienische Rahmenbedingungen.
  5. IEA Solar Heating and Cooling Programme: Internationale Informationen und Forschung zur Solarwärme.
  6. Wikipedia – Saisonalspeicher: Überblick über langfristige Wärmespeicherung.
  7. Wikipedia – Fernwärme: Entwicklung und Funktionsweise von Wärmenetzen.

Die technischen Vorgaben für konkrete Anlagen sind stets anhand der zum Planungs- oder Prüfzeitpunkt gültigen Regelwerke zu überprüfen. Lernbeispiele ersetzen keine Auslegung, Gefährdungsbeurteilung oder Inbetriebnahmefreigabe.


Mediennachweise und Nutzungsrechte

Die folgenden Wikimedia-Commons-Dateien wurden anhand ihrer Dateibeschreibungs- und Lizenzseiten ausgewählt. Die genannten Lizenzen beziehen sich jeweils auf die einzelne Datei.

  1. District heating.gif: Laura Toffetti, CC BY-SA 4.0.
  2. Generations of district heating systems DE.svg: Mrmw und Andol, CC0.
  3. Flat-plate solar thermal collector: SolarCoordinates, CC BY-SA 3.0.
  4. Solar water heating schema.svg: Strug und Malyszkz, CC BY 2.5 als wählbare Lizenz.
  5. Thermal-solar.svg: Inkwibbna, CC BY-SA 4.0 als wählbare Lizenz.
  6. Underfloor heating installation: Kiwiev, CC0.
  7. Heat-pump-simple DE.svg: MikeRun, CC BY-SA 4.0.
  8. Cold District heating, schematic function.svg: Stef Boesten, Wilfried Ivens, Stefan C. Dekker und Herman Eijdems; SVG-Bearbeitung Sk!d, CC BY 4.0.
  9. Bladder expansion tank cutaway: The RedBurn, CC BY-SA 4.0.

Lizenzbedingungen wie Namensnennung, Lizenzverlinkung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen sind bei einer Weiterverwendung zu beachten. Die Originaldateien und ihre Lizenzinformationen sind über die verlinkten Commons-Seiten erreichbar.

YouTube-Medien: Die eingebundenen Videos stammen von externen Anbietern, unter anderem erneuerbare.tv und Gelsenwasser. Sie werden als externe Lernmedien verlinkt beziehungsweise eingebettet. Daraus folgt keine pauschale Freigabe zur Bearbeitung oder Weiterveröffentlichung. Die jeweils geltenden Nutzungsbedingungen und Rechte der Urheber bleiben bestehen.


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