Wärmeerzeuger und Bestandsheizungen – Anlagenänderungen verantwortlich vorbereiten
Wärmeerzeuger und Bestandsheizungen – Anlagenänderungen verantwortlich vorbereiten
Lernkurs für die Ausbildung im SHK-Handwerk
Niveau: Ausbildung Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
Lernzeit: etwa 90–120 Minuten einschließlich Aufgaben
Lernziel: Du kannst bestehende Heizungsanlagen systematisch erfassen, technische Änderungsmöglichkeiten vergleichen, Risiken erkennen und eine fachlich begründete Arbeitsvorbereitung erstellen.
Leitfrage: Wie bereitest Du eine Heizungsänderung vor, ohne Sicherheit, Energieeffizienz oder Trinkwasserhygiene zu gefährden?
Stand der Rechtsprüfung: 9. Oktober 2026. Maßgeblich bleiben die am Ausführungstag geltenden Vorschriften, technischen Regeln und Herstellerunterlagen.
Einleitung
Eine Heizungsanlage besteht nicht nur aus einem Wärmeerzeuger. Auch Gebäudehülle, Heizflächen, Rohrnetz, Pumpen, Regelung und gegebenenfalls die Trinkwassererwärmung beeinflussen das Gesamtsystem.
Merksatz: Erst aufnehmen, dann bewerten, danach planen und fachlich freigeben lassen.

Bild: Gebäudemodell einer Wärmepumpenanlage mit Erdwärmenutzung. Unterscheide die Wärmequelle, den Wärmeerzeuger und das Gebäude.
Sicherheitsregel für den gesamten Kurs: Alle Aufgaben werden an Plänen, Zeichnungen, digitalen Modellen, bereitgestellten Messprotokollen oder ausdrücklich freigegebenen Schulungsanlagen bearbeitet. Keine eigenständigen Arbeiten an Gasleitungen, Wasserstoffanlagen, Brennern, Abgaswegen, elektrischen Anschlüssen, Kältekreisläufen oder sicherheitsrelevanten Einrichtungen. Reale Eingriffe dürfen nur durch entsprechend qualifizierte und befugte Fachkräfte unter den erforderlichen betrieblichen Voraussetzungen erfolgen.
Ausbildungsfall: Heizungsanlage Familie Weber
Du arbeitest im fiktiven SHK-Ausbildungsbetrieb KlimaWärme. Der Betrieb soll die Heizungsanlage eines älteren Zweifamilienhauses überprüfen und mögliche Änderungen vorbereiten.
| Bestandsmerkmal | Ausbildungsfall |
|---|---|
| Gebäude | Zweifamilienhaus, Baujahr 1988 |
| Beheizte Fläche | 155 m² |
| Wärmeerzeuger | Gas-Brennwertgerät von 2008 |
| Geräteleistung | 20 kW laut Typenschild |
| Wärmeverteilung | Heizkörper mit Thermostatventilen |
| Warmwasser | Zentraler 250-Liter-Trinkwasserspeicher |
| Energieverbrauch | Etwa 22.000 kWh Gas pro Jahr einschließlich Warmwasser |
| Problem | Ein Dachgeschossraum bleibt an kalten Tagen zu kühl |
| Beobachtung | Vorlauf 62 °C, Heizungsrücklauf 48 °C bei einer einzelnen Ablesung |
| Trinkwasser | Zirkulation vorhanden; hydraulische und hygienische Bestandsdaten unvollständig |
| Auftrag | Optimierung oder Erneuerung fachlich vorbereiten |
Wichtig: Die Werte sind didaktische Beispieldaten. Aus ihnen allein lässt sich weder eine normgerechte Heizlast noch eine endgültige technische Lösung ableiten.
Gebäudemodell: Wo entstehen Anforderungen?
| Bereich | Beobachtung | Planungsfrage |
|---|---|---|
| Dachgeschoss | Raum wird nicht ausreichend warm | Heizlast, Heizfläche oder Volumenstrom? |
| Erdgeschoss | Räume überwiegend ausreichend warm | Ist die Wärmeverteilung ausgewogen? |
| Heizraum | Gas-Brennwertgerät und Warmwasserspeicher | Welche Komponenten sind weiter nutzbar? |
| Gebäudehülle | Dämmzustand nicht vollständig dokumentiert | Wie hoch ist die tatsächliche Heizlast? |
Deine erste Entscheidung: Du änderst noch keine Einstellung, sondern erstellst eine Liste fehlender Daten.
Lerneinheit 1: Die Bestandsanlage verstehen
Zeit: etwa 10 Minuten
Heizkreislauf erkennen
| Wärmeerzeugung | Wärmeverteilung | Wärmeabgabe |
|---|---|---|
| Wärmeerzeuger | Vorlauf und Heizkreispumpe | Heizkörper |
| ↑ Rücklauf zum Wärmeerzeuger | ← Rücklauf aus dem Rohrnetz | Wärmeabgabe an Räume |
Der Vorlauf transportiert erwärmtes Heizungswasser zu den Heizflächen. Über den Rücklauf gelangt es zum Wärmeerzeuger zurück.

Abbildung: Heizkörper als Teil der Wärmeabgabe.

Abbildung: Thermostatventil. Es regelt den Durchfluss nach dem Wärmebedarf des Raumes.
Beobachtungsauftrag: Markiere in einem Anlagenschema Wärmeerzeuger, Pumpe, Vorlauf, Heizfläche und Rücklauf.
Heizungswasser ist nicht Trinkwasser
| Heizkreislauf | Trinkwasserinstallation |
|---|---|
| Heizungswasser zur Raumheizung | Wasser für Duschen, Waschen und andere Entnahmestellen |
| Hydraulische Funktion und Wasserbeschaffenheit prüfen | Trinkwasserhygiene und bestimmungsgemäßen Betrieb prüfen |
| Heizkurve und Heizflächen betrachten | Speichertemperatur, Zirkulation und Stagnation betrachten |
Merksatz: Eine energieeffiziente Heizungsregelung ist kein Freibrief zur Absenkung hygienisch erforderlicher Trinkwassertemperaturen.
Lerneinheit 2: Wärmeerzeuger vergleichen
Zeit: etwa 10 Minuten
| System | Kennzeichen | Besonders prüfen |
|---|---|---|
| Gas-Brennwertkessel | Verbrennung und Abgaswärmenutzung | Gas, Verbrennungsluft, Abgasweg |
| Wärmepumpe | Nutzung von Umweltwärme mit Antriebsenergie | Heizlast, Systemtemperatur, Schall, Kältemittel |
| Pelletheizung | Verbrennung von Biomasse | Lagerung, Emissionen, Abgas, Brandschutz |
| Fernwärme | Wärmeübernahme aus einem Netz | Anschlussbedingungen, Übergabestation |
| Solarthermie | Nutzung von Sonnenwärme | Einbindung, Speicher, ergänzender Wärmeerzeuger |

Schaubild: Einfaches Funktionsmodell einer Wärmepumpe.
Video: Energieberatung der Verbraucherzentrale – kurze Einführung in die Wärmepumpe.

Schaubild: Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsorgan. Achte auf die Energierichtung.
Video: Bundesverband Wärmepumpe – Funktionsprinzip. Der Film ist älter; rechtliche Aussagen wären gesondert zu aktualisieren.

Foto: Beispiel einer Pelletheizung mit Trinkwasserspeicher. Nicht die Anlage des Ausbildungsfalls.
Vergleichsauftrag: Erläutere für zwei Wärmeerzeuger jeweils einen technischen Vorteil und eine Bedingung für den sicheren Einsatz.
Lerneinheit 3: Heizlast und Hydraulik
Zeit: etwa 15 Minuten
Heizlast statt Geräteleistung
Die Heizlast beschreibt die Wärmeleistung, die ein Gebäude oder Raum unter festgelegten Auslegungsbedingungen benötigt.
Die Nennleistung des vorhandenen Wärmeerzeugers ist kein Nachweis der Gebäudeheizlast. Für die fachliche Auslegung ist eine geeignete Heizlastberechnung erforderlich, beispielsweise nach DIN EN 12831.
Prüffragen: Wie groß sind die einzelnen Räume? Welche Bauteile grenzen an Außenluft oder unbeheizte Bereiche? Welche Temperaturen werden benötigt? Welche Heizflächen sind vorhanden?
Hydraulischer Abgleich
Ein hydraulischer Abgleich stimmt die Wassermengen der Heizkreise und Heizflächen auf ihren Bedarf ab.

Beispiel einer wassergeführten Flächenheizung. Heizflächen können sehr unterschiedlich aufgebaut sein.
Video: Energieberatung der Verbraucherzentrale – Heizungsoptimierung und Wärmeverteilung.
Video: SHK-Info – hydraulischer Abgleich. Nur zur fachlichen Veranschaulichung, nicht als Anleitung für unbegleitete Eingriffe.
Diagnosefrage: Weshalb wäre es falsch, bei einem kalten Dachgeschossraum sofort die gesamte Vorlauftemperatur oder Pumpenleistung zu erhöhen?
Musterfeedback: Das würde die Ursache nicht sicher klären und möglicherweise den Energiebedarf erhöhen. Zuerst müssen Raumheizlast, Heizfläche, Volumenstrom, Regelung und vorhandene Messdaten bewertet werden.
Lerneinheit 4: Energie verstehen
Zeit: etwa 10 Minuten
Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme und Antriebsenergie. Die Leistungszahl COP bezeichnet das Verhältnis von abgegebener Wärmeleistung zu aufgenommener Antriebsleistung an einem festgelegten Betriebspunkt. Die Jahresarbeitszahl bewertet dagegen die Wärmemenge im Verhältnis zur eingesetzten Energie über einen längeren Zeitraum.
Vereinfachtes Rechenmodell:
Ein Gebäude benötigt 12 kWh Wärme. Angenommen, eine Wärmepumpe erreicht in diesem Modell eine Leistungszahl von 3.
12 kWh / 3 = 4 kWh elektrische Energie.
Bei einer Leistungszahl von 2:
12 kWh / 2 = 6 kWh elektrische Energie.
Erkenntnis: Bei gleicher Wärmemenge sinkt der angenommene Strombedarf mit steigender Leistungszahl.
Grenze: Diese Modellrechnung ist keine Verbrauchsprognose. Reale Temperaturen, Betriebszustände, Hilfsenergien und die Systemgrenzen müssen berücksichtigt werden.
Lerneinheit 5: Trinkwasserhygiene
Zeit: etwa 10 Minuten

Schema: Beispiel einer solaren Trinkwassererwärmung mit Speicher und ergänzender Wärmequelle. Nicht mit dem Heizkreis verwechseln.

Mikroskopische Aufnahme von Legionella pneumophila.
Legionellen können sich in ungünstig betriebenen Trinkwasserinstallationen vermehren. Wichtige Einflussfaktoren sind Temperatur, Stagnation und Nährstoffe.
In zentralen Großanlagen zur Trinkwassererwärmung sehen die einschlägigen allgemein anerkannten Regeln der Technik typischerweise mindestens 60 °C am Austritt des Trinkwassererwärmers und mindestens 55 °C im Zirkulationssystem vor. Anlagentyp, aktuelle Regelwerkslage und Ausnahmen müssen fachlich bewertet werden.
Achtung: Die Untersuchungspflicht nach Trinkwasserverordnung hängt von konkreten Voraussetzungen ab. Ein 250-Liter-Speicher allein beweist weder eine Untersuchungspflicht noch hygienische Unbedenklichkeit. Unter anderem können Leitungsvolumen und Nutzungsart entscheidend sein.
Hygienefall Weber: Die Zirkulationsrücklauftemperatur wird auf einem vorhandenen, nicht verifizierten Betriebsprotokoll mit 49 °C angegeben.
Richtige Reaktion: Messwert und Messbedingungen prüfen lassen, Anlagentyp und Leitungsnetz erfassen, Fachverantwortliche informieren und hygienische Bewertung veranlassen. Keine eigenmächtige Temperaturänderung und keine eigenständige mikrobiologische Probenahme.
Lerneinheit 6: Sicherheitsbereiche erkennen
Zeit: etwa 10 Minuten
| Sicherheitsbereich | Besondere Gefährdung | Sichere Ausbildungsentscheidung |
|---|---|---|
| Gas | Brand, Explosion, Undichtheit | Arbeiten nur durch berechtigte und eingetragene Fachunternehmen |
| Wasserstoff | Brand- und Explosionsgefahr; besondere technische Eignung | Keine Umrüstung ohne nachgewiesene Freigaben und Eignungsprüfung |
| Verbrennung | Kohlenmonoxid, Brand, unzureichende Verbrennungsluft | Zuständige Fachkräfte und Herstellerunterlagen einbeziehen |
| Abgas | Austritt gefährlicher Abgase, ungeeignete Abgasanlage | Zuständige Schornsteinfegerfachperson frühzeitig einbeziehen |
| Kältemittel | Je nach Stoff unter anderem Druck- und Brandgefahren | Arbeiten ausschließlich mit erforderlicher Sachkunde |
| Elektrizität | Elektrischer Schlag und Brand | Elektrofachliche Zuständigkeiten klären |
| Trinkwasser | Mikrobiologische Verunreinigung und Verbrühung | Hygieneregeln und Betreiberpflichten beachten |
Sicherheitsgrenze: Bei Gasgeruch, Hinweisen auf Kohlenmonoxid oder einer anderen akuten Gefahr gilt der betriebliche Notfallplan. Gefährdungsbereich verlassen, andere warnen und aus sicherer Entfernung die zuständige Notruf- oder Störungsstelle verständigen. Keine eigenen Fehlersuchversuche.
Wasserstoff: Die Bezeichnung „H2-ready“ ist keine pauschale Betriebsfreigabe. Die Zulässigkeit hängt unter anderem von Gerät, Netz, Komponenten, Herstellerfreigaben und einschlägigen Regeln ab.
Lerneinheit 7: Recht und Fachfreigaben
Zeit: etwa 10 Minuten
Rechtsstand Deutschland, 9. Oktober 2026:
Das am 29. Juli 2026 im Wesentlichen in Kraft getretene Gebäudemodernisierungsgesetz hat die frühere allgemeine Vorgabe aufgehoben, neue Heizungen müssten pauschal mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen.
Für bestimmte neu eingebaute Gas- und Ölheizungen bestehen dennoch gesetzliche Anforderungen, insbesondere nach § 43 GModG. Weitere Anforderungen an Anlagen, hydraulischen Abgleich, Dokumentation und Betreiberpflichten können einschlägig sein.
Deshalb gilt: Keine pauschale Aussage „immer erlaubt“, „immer verboten“, „förderfähig“ oder „garantiert wirtschaftlich“.
| Vor einer Anlagenänderung prüfen | Zuständigkeit klären |
|---|---|
| Aktuelles GModG und Landesrecht | Fachplanung und verantwortlicher Betrieb |
| DIN EN 12831 und hydraulische Auslegung | Fachplanung beziehungsweise qualifizierte Fachkraft |
| DVGW-TRGI und Gasinstallation | Berechtigtes Vertragsinstallationsunternehmen |
| TrinkwV und DVGW-Regeln zur Trinkwasserhygiene | Verantwortlicher Fachbetrieb und Betreiber |
| Verbrennungsluft und Abgasführung | Fachbetrieb und zuständige Schornsteinfegerfachperson |
| Produkt- und Herstellerfreigaben | Hersteller und fachlich verantwortliche Stelle |
| Förderbedingungen | Aktuelle Programmstellen und Antragsvoraussetzungen |
Förderregel: Ein Zuschuss kann niemals allein aus einem Lernkurs zugesichert werden. Prüfe das jeweils aktuelle Programm, förderfähige Maßnahmen, Fristen, Bedingungen und die erforderlichen Nachweise.
Lerneinheit 8: Änderungsauftrag vorbereiten
Zeit: etwa 10 Minuten
| Arbeitsschritt | Ergebnis |
|---|---|
| Bestandsaufnahme | Gebäude- und Anlagendatenblatt |
| Diagnose | Messprotokolle und offene Fragen |
| Heizlast und Heizflächen | Nachvollziehbare Berechnungsgrundlagen |
| Variantenvergleich | Technische und wirtschaftliche Prüfkriterien |
| Gefährdungsbeurteilung | Zuständigkeiten und Sicherheitsmaßnahmen |
| Recht und Förderung | Quellen mit Datum und offenen Vorbehalten |
| Fachfreigabe | Dokumentierte Entscheidung vor Ausführung |
| Übergabeplanung | Prüfungen, Einweisung und Dokumentation |
Ausbildungsergebnis: Du erstellst eine Entscheidungsunterlage, keine eigenmächtige Reparatur- oder Umbauanweisung.
Interaktive Fallwerkstatt
Fall A: Energiediagnose
Situation: Im Haus Weber wird eine Wärmepumpe geprüft. Die Heizlast ist noch nicht normgerecht ermittelt.
Basis: Berechne den Strombedarf im vereinfachten 12-kWh-Beispiel bei COP 3.
Anwendung: Vergleiche das Ergebnis mit COP 2.
Transfer: Erkläre, warum daraus keine Aussage über tatsächliche Jahreskosten folgt.
Gestufte Hilfen:
| Hilfe | Denkanstoß |
|---|---|
| 1 – Impuls | Welche Wärmeenergie wird abgegeben? |
| 2 – Rechenweg | Elektrische Energie = Wärmeenergie / Leistungszahl |
| 3 – Lösung | 4 kWh statt 6 kWh; Differenz 2 kWh |
Begründetes Feedback: Die Rechnung ist richtig, wenn Energie und Leistungszahl korrekt zugeordnet werden. Eine Prognose benötigt weitere Betriebsdaten. Wer aus der Modellzahl eine garantierte Kostenersparnis ableitet, überschreitet die Aussagekraft des Modells.
Fall B: Heizkörper im Dachgeschoss
Situation: Bei kaltem Wetter wird der Dachgeschossraum nicht ausreichend warm.
Basis: Benenne drei mögliche Ursachen.
Anwendung: Ordne jeder Ursache einen fehlenden Mess- oder Bestandswert zu.
Transfer: Entscheide, welche Prüfungen vor der Wahl eines neuen Wärmeerzeugers nötig sind.
Gestufte Hilfen:
| Hilfe | Denkanstoß |
|---|---|
| 1 – Impuls | Betrachte Gebäude, Heizfläche und Rohrnetz getrennt |
| 2 – Leitfragen | Stimmen Raumheizlast, Volumenstrom und Regelung? |
| 3 – Musterweg | Daten erfassen → Ursachen prüfen → Varianten rechnen → fachlich freigeben |
Begründetes Feedback: Eine gute Diagnose hält mehrere Ursachen offen. Die bloße Erhöhung der Pumpenleistung ist keine ausreichende Diagnose, weil sie andere Heizkreise beeinflussen und den Energiebedarf erhöhen kann.
Fall C: Hygienerisiko und Sicherheit
Situation: Ein ungeprüftes Betriebsprotokoll nennt 49 °C im Zirkulationsrücklauf. Zugleich schlägt ein Kunde eine Wasserstoffumrüstung des alten Gasgeräts vor.
Basis: Ordne beide Hinweise den passenden Sicherheitsbereichen zu.
Anwendung: Benenne die erforderlichen Fachzuständigkeiten.
Transfer: Formuliere eine sichere Kundenantwort ohne Umbau- oder Förderversprechen.
Gestufte Hilfen:
| Hilfe | Denkanstoß |
|---|---|
| 1 – Impuls | Temperaturwert und Wasserstoffwunsch sind getrennt zu bewerten |
| 2 – Leitfragen | Wer darf hygienisch prüfen? Wer darf die Gasinstallation ändern? |
| 3 – Musterweg | Befund dokumentieren → Qualifikation und Freigaben prüfen → Fachprüfung beauftragen |
Begründetes Feedback: Verantwortlich ist eine Antwort, die weder aus einem einzelnen Temperaturwert eine Legionellenbelastung behauptet noch die Wasserstoffeignung eines Gerätes ohne Hersteller- und Systemnachweis zusagt.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was kommt vor der Planung einer Anlagenänderung? (Bestandsdaten systematisch erfassen) (!Wärmeerzeuger sofort bestellen) (!Heizkurve ungeprüft erhöhen) (!Sicherheitseinrichtungen entfernen)
Welche Größe beschreibt die benötigte Heizleistung eines Gebäudes unter Auslegungsbedingungen? (Heizlast) (!Gerätealter) (!Schornsteinhöhe) (!Speichervolumen)
Was transportiert der Vorlauf zu den Heizflächen? (Erwärmtes Heizungswasser) (!Verbrennungsabgase) (!Kältemittel in jedem Heizsystem) (!Unbehandeltes Erdgas)
Wozu dient ein hydraulischer Abgleich? (Bedarfsgerechte Verteilung der Heizwassermengen) (!Erhöhung aller Raumtemperaturen) (!Austausch sämtlicher Heizkörper) (!Umrüstung auf Wasserstoff)
Was bedeutet eine Leistungszahl von 3 im vereinfachten Wärmepumpenmodell? (Drei Energieeinheiten Wärme je Energieeinheit Antriebsenergie) (!Drei Heizkörper pro Raum) (!Dreifache Vorlauftemperatur) (!Drei Stunden Mindestlaufzeit)
Wie gehst Du bei einem ungeprüften auffälligen Trinkwassertemperaturwert vor? (Daten sichern und fachliche Hygienebewertung veranlassen) (!Warmwasser dauerhaft vollständig abschalten) (!Temperatur ohne Freigabe verändern) (!Aus einem Wert sichere Keimfreiheit ableiten)
Welche Aussage zur Rechtslage nach dem 29. Juli 2026 ist zutreffend? (Die frühere pauschale Vorgabe von 65 Prozent erneuerbarer Wärme ist entfallen) (!Alle Anforderungen an neue Heizungen sind entfallen) (!Jede neue Gasheizung erhält automatisch Förderung) (!Jede bestehende Heizung muss sofort ersetzt werden)
Was gilt für ein als H2-ready bezeichnetes Gasgerät? (Die konkrete Eignung und Freigabe müssen nachgewiesen werden) (!Jede Erdgasleitung ist sofort für reinen Wasserstoff geeignet) (!Eine Herstellerprüfung ist überflüssig) (!Eine Wasserstoffversorgung ist garantiert)
Wer darf Arbeiten an Gasinstallationen im Anwendungsbereich der NDAV regulär ausführen? (Berechtigte eingetragene Installationsunternehmen oder Netzbetreiber) (!Jede Person mit einer Bedienungsanleitung) (!Alle Hausbewohner) (!Auszubildende grundsätzlich ohne Aufsicht)
Welche Unterlage gehört zum Abschluss einer verantwortlichen Arbeitsvorbereitung? (Dokumentierte Fachfreigabe mit Prüfpunkten) (!Undokumentierte mündliche Vermutung) (!Unverbindliches Förderversprechen) (!Ausschließlich ein Werbeprospekt)
Memory
| Wärmeerzeuger | Bereitstellung von Heizwärme |
| Vorlauf | Transport des warmen Heizwassers zur Heizfläche |
| Rücklauf | Rückführung des Heizwassers zum Erzeuger |
| Heizlast | Erforderliche Wärmeleistung unter Auslegungsbedingungen |
| Hydraulischer Abgleich | Bedarfsgerechte Wassermengenverteilung |
| Legionellen | Hygienerelevante Wasserbakterien |
| Fachfreigabe | Dokumentierte Prüfung durch verantwortliche Fachkräfte |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung im Änderungsprozess |
|---|---|
| Bestandsaufnahme | Gebäude und Anlagendaten erfassen |
| Heizlastberechnung | Erforderliche Wärmeleistung bestimmen |
| Hydraulikprüfung | Wasserverteilung bewerten |
| Hygienebewertung | Trinkwasserbedingungen und Risiken prüfen |
| Sicherheitsprüfung | Gefährdungen und Zuständigkeiten klären |
| Fachfreigabe | Verantwortliche Entscheidung vor Ausführung dokumentieren |
Kreuzworträtsel
| Heizlast | Welche Größe beschreibt die erforderliche Heizleistung unter Auslegungsbedingungen? |
| Vorlauf | Wie heißt die Leitung für erwärmtes Heizungswasser zu den Heizflächen? |
| Pumpe | Welche Komponente fördert Heizungswasser durch das Rohrnetz? |
| Speicher | Welche Anlagenkomponente kann Wärme oder erwärmtes Wasser bevorraten? |
| Legionellen | Welche Wasserbakterien sind besonders für die Trinkwasserhygiene relevant? |
| Abgasweg | Wie nennt man den vorgesehenen Weg zur sicheren Abführung von Verbrennungsgasen? |
LearningApps
Suche nach ergänzenden interaktiven Lernaufgaben. Die Suchergebnisse stammen von Drittanbietern und müssen vor Unterrichtseinsatz fachlich geprüft werden.
Lückentext
Offene Aufgaben
Alle Aufgaben sind am Ausbildungsfall oder an freigegebenen Lernmaterialien zu bearbeiten. Es sind keine gefährlichen Eigenversuche und keine unqualifizierten Eingriffe erlaubt.
Leicht – Basisaufgaben
- Anlagenschema: Zeichne den vereinfachten Heizkreislauf des Hauses Weber und beschrifte fünf Bauteile.
- Bestandsaufnahme: Erstelle einen Steckbrief der Anlage mit mindestens sechs bekannten und vier fehlenden Angaben.
- Wärmeerzeuger: Gestalte drei Lernkarten zu Gas-Brennwerttechnik, Wärmepumpe und Fernwärme.
- Arbeitssicherheit: Erstelle ein Warnplakat zu Gas, Wasserstoff, Verbrennung und Abgas mit den zuständigen Fachpersonen.
Feedbackkriterien: Die Darstellung ist gelungen, wenn technische Begriffe richtig verwendet werden, fehlende Daten erkennbar sind und Sicherheitsgrenzen nicht überschritten werden.
Standard – Anwendungsaufgaben
- Hydraulischer Abgleich: Entwickle eine Diagnosematrix mit drei Hypothesen für den zu kalten Dachgeschossraum und passenden Prüfunterlagen.
- Heizlast: Erstelle eine Liste der Gebäude- und Raumdaten, die eine Fachkraft für eine raumweise Heizlastberechnung benötigt.
- Energieeffizienz: Rechne das Wärmepumpenmodell mit COP 2, COP 3 und COP 4 durch und zeichne ein Diagramm des elektrischen Energiebedarfs.
- Trinkwasserhygiene: Analysiere das Beispielprotokoll zur Zirkulation und formuliere einen Prüfauftrag für den zuständigen Fachbetrieb.
Feedbackkriterien: Eine tragfähige Lösung verbindet Beobachtung, mögliche Ursache und geeigneten Nachweis. Modellrechnungen dürfen nicht als garantierte Verbrauchswerte ausgegeben werden.
Schwer – Transferaufgaben
- Heizungsmodernisierung: Vergleiche die Varianten Bestandsoptimierung, Wärmepumpe und Wärmenetzanschluss anhand technischer, ökologischer und wirtschaftlicher Kriterien. Kennzeichne unbekannte Daten.
- Gefährdungsbeurteilung: Entwickle einen sicheren Ablaufplan für die Vorbereitung einer Anlagenänderung einschließlich der fachlichen Zuständigkeiten.
- Kundenberatung: Produziere ein zweiminütiges Erklärvideo, in dem Du sachlich erläutert, warum H2-ready keine automatische Umrüstfreigabe bedeutet.
- Projektplanung: Erstelle eine vollständige Freigabevorlage für den Ausbildungsfall einschließlich Datenlage, Varianten, Risiken, Normenprüfung und Übergabekriterien.
Feedbackkriterien: Gute Transferleistungen begründen Varianten nachvollziehbar, behandeln Unsicherheiten offen, unterscheiden Fakten von Annahmen und nennen Verantwortlichkeiten.


Lernkontrolle
Bearbeite die Aufgaben ohne Eingriffe an einer realen Anlage. Begründe jeweils Deine Entscheidungen.
- Systemanalyse: Erkläre anhand des Gebäudemodells, warum eine größere Heizleistung nicht automatisch die beste Lösung für einen kalten Raum ist.
- Variantenbewertung: Unter welchen Bedingungen könnte eine Wärmepumpe im vorhandenen Gebäude sinnvoll sein? Welche Angaben fehlen für eine Entscheidung?
- Trinkwasserhygiene: Beurteile, warum die Senkung von Warmwassertemperaturen nicht ausschließlich als Energiesparmaßnahme betrachtet werden darf.
- Sicherheitsmanagement: Entwerfe einen Entscheidungsweg für den Fall, dass beim geplanten Austausch einer Gasheizung Unklarheiten zur Abgasführung bestehen.
- Wirtschaftlichkeit: Erläutere, weshalb sich aus dem bisherigen Gasverbrauch keine verlässliche Investitions- oder Förderzusage ableiten lässt.
- Verantwortung im Handwerk: Beschreibe, wie Du als Auszubildender eine fehlerhafte oder unvollständige Planung ansprichst und eine Fachfreigabe einforderst.
Bewertungsraster:
| Kriterium | Erfüllungsmerkmal |
|---|---|
| Fachlichkeit | Zusammenhänge technisch korrekt erklärt |
| Diagnose | Beobachtungen und Vermutungen getrennt |
| Transfer | Neue Bedingungen nachvollziehbar berücksichtigt |
| Sicherheit | Gefährdungen erkannt und Zuständigkeiten eingehalten |
| Quellenkritik | Rechtsstand, Normen und Herstellerangaben geprüft |
| Dokumentation | Entscheidungen und offene Fragen nachvollziehbar festgehalten |
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis erstellst Du eine Änderungsvorbereitung für die Bestandsheizung Weber.
Der Lernnachweis soll enthalten:
- Bestandsaufnahme: Vollständige Übersicht bekannter und fehlender Gebäude- und Anlagendaten.
- Anlagenschema: Selbst angefertigtes, beschriftetes Funktionsschema mit getrenntem Heizungs- und Trinkwasserbereich.
- Diagnose: Mindestens drei begründete Ursachenhypothesen zum Heizungsproblem und eine passende Prüfstrategie.
- Heizlast: Darstellung der notwendigen Berechnungsgrundlagen und Grenzen vorhandener Verbrauchsdaten.
- Energieeffizienz: Eine korrekte Modellrechnung mit Interpretation und Grenzen.
- Trinkwasserhygiene: Fachlich begründete Bewertung der vorhandenen Hinweise und erforderliche Zuständigkeiten.
- Sicherheit: Gefährdungsübersicht für Gas, Wasserstoff, Verbrennung und Abgas.
- Variantenvergleich: Zwei oder mehr technische Handlungsalternativen mit nachvollziehbaren Entscheidungskriterien.
- Rechtsprüfung: Dokumentation der geprüften aktuellen Vorschriften und gegebenenfalls ungeklärter Anforderungen.
- Fachfreigabe: Unterschrifts- oder Freigabefeld für die verantwortliche Fachkraft einschließlich offener Prüfpunkte.
Bestanden ist die Lernkontrolle, wenn die Vorbereitung technisch nachvollziehbar und sicherheitsbewusst ist. Eine eigenmächtige technische Umsetzung gehört nicht zum Lernnachweis.
OERs zum Thema
Wikipedia – Grundlagen der Gebäudeheizung:
Wikipedia – Wärmepumpe:
Fachlich überprüfbare Quellen
- Gebäudemodernisierungsgesetz – geltende Fassung: Gesetzliche Anforderungen an Gebäude und Heizungsanlagen.
- § 43 GModG: Besondere Anforderungen für bestimmte neu eingebaute Gas-, Heizöl- und Flüssiggasheizungen.
- § 60c GModG: Hydraulischer Abgleich und Heizungsoptimierung bei erfassten Anlagen.
- Bundesregierung: Erläuterungen zur Rechtsänderung vom Juli 2026.
- Trinkwasserverordnung: Hygieneanforderungen und Untersuchungspflichten.
- DVGW – Legionellen: Fachinformationen und Hinweise zum hygienischen Betrieb.
- DVGW – Gasinstallation und TRGI: Fachregeln und Qualifikationsanforderungen.
- § 13 NDAV: Berechtigungen für Arbeiten an Gasinstallationen.
- DVGW – H2-ready: Anforderungen und Begriffserläuterungen.
- Schornsteinfegerhandwerk: Aufgaben und Abnahmefragen rund um Feuerstätten.
- Verbraucherzentrale – Hydraulischer Abgleich: Wärmeverteilung und Optimierung.
- Umweltbundesamt – Wärmepumpen: Kältemittel und Umweltwirkungen.
Hinweis zu technischen Regelwerken: Vollständige DIN-, VDI- und DVGW-Regeln können lizenzpflichtig sein. Verwende im Betrieb die jeweils gültigen zugänglichen Fassungen. Entwürfe nicht ohne Prüfung als verbindliche Regel ausgeben.
Mediennachweise und Nutzungsrechte
Die folgenden Mediendateien wurden auf Wikimedia Commons identifiziert. Ihre Lizenz- und Urheberangaben sind auf den jeweiligen Dateiseiten einsehbar.
- Heatpump hg.svg – Hannes Grobe, CC BY-SA 4.0.
- Heat-pump-simple DE.svg – MikeRun, CC BY-SA 4.0.
- Heatpump.svg – Ilmari Karonen, gemeinfrei.
- Radiator.svg – Rugby471 und Bios, freie Lizenz laut Commons-Dateiseite.
- Thermostatic Radiator Valve.jpg – T. Voekler, CC BY-SA 3.0.
- Hydronic radiant system type F.png – Center for the Built Environment / Caroline Karmann, Lizenz auf Commons prüfen.
- MESys AutoPellet Wood Pellet Boiler and Domestic Hot Water Tank.jpg – Editorhac, CC BY-SA 4.0.
- Solar water heating schema.svg – Strug und Malyszkz, unter anderem CC BY-SA 3.0.
- Legionella pneumophila (SEM).jpg – CDC-Bildmaterial, gemeinfrei.
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