Entwässerung und Regenwassersysteme – Regenwassernutzung von Trinkwasser trennen
Einleitung
Entwässerung und Regenwassersysteme – Regenwassernutzung von Trinkwasser trennen
Zielgruppe: Ausbildung im Bereich Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK), Versorgungstechnik und Gebäudetechnik.
Lernzeit: ca. 60–90 Minuten, einschließlich Praxisfall und Lernkontrolle.
Leitfrage: Wie kannst Du erkennen, ob eine Regenwassernutzungsanlage das Trinkwasser zuverlässig vor Verunreinigungen schützt?
Merksatz: Regenwasser ist kein Trinkwasser. Beide Versorgungssysteme müssen hygienisch sicher voneinander getrennt bleiben.
Sicherheitshinweis: Dieser Kurs vermittelt Grundlagen für die Ausbildung. Die Aufgaben sind keine Prüfung, Abnahme oder Hygiene-Freigabe realer Anlagen. Trinkwasserhygiene, Sicherungseinrichtungen und Anlagenbetrieb müssen durch zuständige Fachleute geprüft werden. Reale Eingriffe sind ausschließlich unter fachlicher Aufsicht und im Rahmen der geltenden Vorschriften zulässig.
Deine Lernziele
Nach diesem Kurs kannst Du:
- Regenwassernutzung: Den Weg des Regenwassers vom Dach bis zum Verbraucher erklären.
- Trinkwasserhygiene: Den Zweck der sicheren Systemtrennung begründen.
- Kennzeichnung: Nichttrinkwasserleitungen und Entnahmestellen richtig zuordnen.
- Sicherungseinrichtung: Das Schutzprinzip des freien Auslaufs erklären.
- Fehlerdiagnose: Risiken in einem Anlagenschema erkennen und dokumentieren.
- Wartung: Wichtige Prüf- und Übergabepunkte benennen.
Lerneinheit 1: Regenwasser sammeln und nutzen
Lernzeit: 5 Minuten
Regenwasser wird über Dachflächen gesammelt, gefiltert und in einer Zisterne gespeichert. Eine Pumpe versorgt geeignete Verbrauchsstellen, beispielsweise die WC-Spülung oder Gartenbewässerung.

Bildauftrag: Verfolge den Weg von der Dachrinne bis zum Speicher. Suche den Filter und die Öffnung für überschüssiges Wasser.
Bildnachweis: Nbcorp, Wikimedia Commons, gemeinfrei. Das Bild zeigt die Regenwassersammlung, nicht die normgerechte Trennung einer Trinkwasserinstallation.

Vergleich: Eine einfache Regentonne für die Gartenbewässerung ist nicht mit einer vollständigen Regenwassernutzungsanlage zur Versorgung von Gebäudeverbrauchern gleichzusetzen.
Bildnachweis: Jeuwre, CC BY-SA 4.0.
Video – Regenwasser für Haus und Garten:
Beobachtungsauftrag: Notiere die Bauteile Speicher, Filter, Pumpe und Verbraucher. Beurteile noch nicht anhand des Videos, ob eine Anlage normgerecht ist.
Mini-Check: Warum macht ein Filter aus Regenwasser nicht automatisch Trinkwasser?
Feedback: Filter können bestimmte Verunreinigungen zurückhalten, gewährleisten aber nicht die mikrobiologischen und chemischen Anforderungen der Trinkwasserverordnung.
Lerneinheit 2: Zwei getrennte Versorgungsnetze
Lernzeit: 5 Minuten
Im Gebäude existieren zwei unterschiedliche Wege:
| Trinkwasser | Regenwasser / Nichttrinkwasser |
|---|---|
| Öffentliche Trinkwasserversorgung | Dachfläche und Regenrinne |
| Trinkwasserinstallation | Filter und Zisterne |
| Küche, Waschbecken und Dusche | Pumpe und eigenes Betriebswassernetz |
| Geschützte Trinkwasserentnahmestellen | WC-Spülung und geeignete Gartenentnahmestellen |
Wichtig: Ein direkter Rohr-, Schlauch- oder Ventilanschluss zwischen den beiden Netzen ist keine zulässige Trennung.

Bildauftrag: Unterscheide Sammelweg, Speicherung und Förderung. Die Grafik ist ein allgemeines Prinzipbild und kein deutsches, normgeprüftes Installationsschema.
Bildnachweis: KVDP / Fred the Oyster, Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Achtung, zwei Begriffe: Das Trennsystem in der Kanalisation trennt Schmutz- und Niederschlagswasser. Die hier behandelte Systemtrennung schützt dagegen das Trinkwassernetz vor Nichttrinkwasser.
Lerneinheit 3: Schutzprinzip freier Auslauf
Lernzeit: 7 Minuten
Eine Trinkwassernachspeisung kann bei Regenwassermangel notwendig sein. Für Regenwassernutzungsanlagen muss die Verbindung durch eine geeignete Sicherungseinrichtung geschützt sein. Nach den einschlägigen technischen Regeln wird hierfür ein freier Auslauf eingesetzt.
| Prinzip einer gesicherten Nachspeisung |
|---|
| Trinkwasserleitung |
| ↓ |
| Auslauföffnung |
| FREIER LUFTSPALT – keine direkte Wasserverbindung |
| ↓ |
| Nichttrinkwasserseitiger Auffang- bzw. Vorlagebehälter |
| ↓ |
| Eigenes Betriebswassernetz |
Das Bildschema ist nicht maßstäblich und enthält keine Einbau- oder Bemessungsvorgaben. Art, Lage und Abmessungen der Sicherungseinrichtung werden nach dem aktuellen Regelwerk fachlich geplant und geprüft.
Warum ist das wichtig? Bei einer unzulässigen Verbindung könnte verunreinigtes Nichttrinkwasser durch Rücksaugen oder Rückdrücken in die Trinkwasserinstallation gelangen.
Fachbild: DVGW-Kompaktinformation, Seite 2: Anlagenschema mit freiem Auslauf. Die DVGW-Grafik bleibt beim Rechteinhaber und wird nicht als frei lizenziertes Bild übernommen.
Mini-Check: Reicht ein geschlossenes Absperrventil als hygienische Trennung?
Feedback: Nein. Ein Ventil verhindert nicht dauerhaft und unabhängig von Bedienfehlern oder Defekten jede mögliche Querverbindung. Die vorgeschriebene Sicherungseinrichtung ist fachgerecht auszuwählen.
Lerneinheit 4: Kennzeichnung verhindert Verwechslungen
Lernzeit: 5 Minuten
Nichttrinkwasserleitungen und Entnahmestellen müssen eindeutig und dauerhaft gekennzeichnet werden.
Nach den vom DVGW erläuterten Kennzeichnungsregeln werden für Nichttrinkwasserleitungen grün-blau-grüne Markierungen mit dem Kürzel NPW und einem Fließrichtungspfeil verwendet. Entnahmestellen erhalten den Hinweis Kein Trinkwasser und eine Sicherung gegen versehentliche Trinkwassernutzung.

Bildnachweis: Torsten Henning, Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Bildnachweis: Verkehrszeichen100, CC BY-SA 4.0.
Bildauftrag: Entwirf auf Papier die Kennzeichnung eines Betriebswasserrohrs und einer Außenzapfstelle.
Merke: Eine Kennzeichnung ersetzt niemals die technisch wirksame Systemtrennung.
Lerneinheit 5: Betrieb, Wartung und Energie
Lernzeit: 5 Minuten
Filter, Speicher, Überlauf, Pumpen und Nachspeisung benötigen regelmäßige Inspektion und Wartung. Ein fehlerhafter Füllstandssensor oder eine laufende Pumpe ohne ausreichende Wasserzufuhr kann Störungen und unnötigen Energieverbrauch verursachen.

Bildauftrag: Vergleiche eine einfache Regenwassersammlung mit dem Gebäudemodell aus Lerneinheit 2. Welche sicherheitsrelevanten Bauteile sind auf dem Foto nicht nachweisbar?
Bildnachweis: AcornToOak, CC BY-SA 4.0. Das Foto zeigt eine einfache Gartennutzung außerhalb Deutschlands und ist keine Installationsvorlage.
Video – Wartung einer Regenwasseranlage:
Beobachtungsauftrag: Erstelle eine Liste mit sichtbaren Wartungspunkten. Prüfe die fachlichen Anforderungen anschließend anhand der Quellen.
Diagnosefall Energie: Der Speicher ist fast leer. Die Pumpensteuerung fordert wiederholt Förderbetrieb an.
Deine Entscheidung: Dokumentiere Füllstand, angezeigte Störungen und Pumpenstatus. Informiere die zuständige Fachkraft. Bediene keine Ventile und überbrücke keine Sensoren.
Feedback: Eine Ursachenanalyse schützt Pumpentechnik und Betrieb. Die Pumpe einfach weiterlaufen zu lassen oder Schutzfunktionen zu überbrücken, ist keine sichere Lösung.
Lerneinheit 6: Vorschriften und Verantwortung
Lernzeit: 5 Minuten
Für Deutschland sind insbesondere folgende Grundlagen wichtig:
| Regel | Bedeutung für die Ausbildung |
|---|---|
| § 13 TrinkwV | Sichere Verbindung, Kennzeichnung und Schutz vor versehentlichem Gebrauch |
| § 12 TrinkwV | Anzeige der Errichtung einer im selben Gebäude betriebenen Nichttrinkwasseranlage grundsätzlich spätestens vier Wochen vor Baubeginn; Stilllegung innerhalb von drei Tagen |
| § 3 AVBWasserV | Mitteilung vor der Errichtung einer Eigengewinnungsanlage an das Wasserversorgungsunternehmen |
| § 12 AVBWasserV | Anforderungen an ausführende, im Installateurverzeichnis eingetragene Unternehmen |
| DIN EN 1717:2026-08 | Schutz vor Verunreinigung durch Rückfließen und Anforderungen an Sicherungseinrichtungen |
| DIN EN 16941-1:2024-05 | Planung, Einbau, Kennzeichnung, Inbetriebnahme und Wartung von Regenwassernutzungsanlagen |
| DIN 1989-100:2022-07 | Ergänzende nationale Anforderungen an Regenwassernutzungsanlagen |
Wichtig: Normen und rechtliche Anforderungen sind in ihrer jeweils gültigen Fassung und unter Berücksichtigung örtlicher Vorgaben durch verantwortliche Fachleute anzuwenden. Die Zusammenfassung ersetzt keine fachtechnische Prüfung.
Ausbildungsfall: Regenwassernutzung im Schulungsgebäude
Situation: Du begleitest als Auszubildende oder Auszubildender eine Bestandsaufnahme in einem Schulungsgebäude.
Im Gebäude ist eine Regenwasseranlage mit einer 3.000-Liter-Zisterne, einer Pumpe und Anschlüssen für WC-Spülungen und Gartenbewässerung vorgesehen. Das Speichervolumen ist eine angenommene Falldatenangabe, keine Dimensionierungsempfehlung.
Die verantwortliche Fachkraft zeigt Dir vier Beobachtungen:
| Fallkarte | Beobachtung | Deine Prüf- und Dokumentationsfrage |
|---|---|---|
| A – Leitungsnetz | Eine Skizze zeigt eine Verbindung zwischen Trinkwasser- und Regenwasserleitung mit einem Absperrventil. | Ist eine unzulässige Querverbindung dargestellt? |
| B – Kennzeichnung | Ein Außenwasserhahn trägt keine lesbare Kennzeichnung. | Wie kann versehentlicher Gebrauch verhindert werden? |
| C – Nachspeisung | In den Unterlagen wird ein Nachspeisemodul erwähnt. Die Sicherungseinrichtung ist nicht dargestellt. | Welche Nachweise muss die Fachkraft prüfen? |
| D – Betrieb | Die Pumpe meldet eine Störung bei niedrigem Füllstand. | Welche Betriebsdaten werden ohne Eingriff dokumentiert? |
Arbeitsauftrag: Bewerte die vier Fälle mit den Kategorien kritisch, klärungsbedürftig oder Betriebsstörung. Begründe Deine Entscheidung und lege sie der ausbildenden Fachkraft vor.
Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
Hilfe 1 – Einstieg: Suche bei jedem Fall die Stelle, an der Menschen mit Wasser in Kontakt kommen oder an der Wasser zwischen Systemen gelangen könnte.
Hilfe 2 – Fachlicher Hinweis: Prüfe Querverbindung, Kennzeichnung, freien Auslauf und Betriebsdokumentation getrennt voneinander.
Hilfe 3 – Lösungshinweis: Fall A ist als dargestellte direkte Verbindung kritisch. Fall B ist ein Kennzeichnungsmangel. Fall C erfordert Nachweise zur geeigneten Sicherungseinrichtung. Fall D erfordert eine dokumentierte Störungsdiagnose durch die Fachkraft.
Begründetes Feedback: Die Fälle A bis C betreffen Schutzmaßnahmen gegen eine Verunreinigung oder versehentliche Verwendung von Nichttrinkwasser. Fall D betrifft zunächst die Betriebsfunktion; die fachliche Bewertung muss zusätzlich prüfen, ob ein Sicherheitsrisiko vorliegt. Aus dem Lernfall darf keine Aussage über die hygienische Sicherheit einer realen Anlage abgeleitet werden.
Video – Einbau einer Regenwasser-Nutzungsanlage:
Transferfrage zum Video: Welche Details des Ausbildungsfalls kannst Du durch reine Sichtbeobachtung nicht sicher beurteilen?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wie wird gesammeltes Regenwasser in einer üblichen Regenwassernutzungsanlage eingeordnet? (Nichttrinkwasser) (!Trinkwasser) (!Mineralwasser) (!Steriles Wasser)
Welcher Verbraucher kann bei fachgerechter Planung über eine Regenwassernutzungsanlage versorgt werden? (WC-Spülung) (!Küchenspüle zum Trinkwasserbezug) (!Trinkwasserhahn) (!Dusche zur Körperpflege)
Welche Einrichtung schützt die Trinkwassernachspeisung einer Regenwassernutzungsanlage? (Freier Auslauf) (!Einfaches Absperrventil) (!Gartenschlauch) (!Pumpenschalter)
Warum ist eine direkte Querverbindung zwischen den Netzen gefährlich? (Nichttrinkwasser kann in die Trinkwasserinstallation gelangen) (!Sie verbessert immer die Wasserhygiene) (!Sie macht jede Sicherungseinrichtung überflüssig) (!Sie verhindert grundsätzlich das Rückfließen)
Welche Bereiche müssen bei einer Nichttrinkwasseranlage gekennzeichnet werden? (Leitungen und Entnahmestellen) (!Nur die Rechnung) (!Nur das Dach) (!Nur der Stromanschluss)
Warum ist gesammeltes Dachregenwasser nicht automatisch Trinkwasser? (Es kann mikrobiologisch und chemisch verunreinigt sein) (!Es enthält grundsätzlich kein Wasser) (!Es ist immer steril) (!Es stammt ausschließlich aus dem Trinkwassernetz)
Was ist bei einer leeren Zisterne für die Wasserversorgung vorgesehen? (Eine fachgerecht gesicherte Nachspeisung) (!Eine direkte Rohrbrücke zum Trinkwassernetz) (!Ein beliebiger Verbindungsschlauch) (!Das dauerhafte Überbrücken der Pumpensicherung)
Wie handelst Du als Auszubildender bei Verdacht auf eine unzulässige Rohrverbindung? (Keine eigenmächtige Bedienung und Fachkraft informieren) (!Das Ventil zur Probe öffnen) (!Den Schlauch selbst umstecken) (!Die Kennzeichnung entfernen)
Warum müssen Regenwassernutzungsanlagen gewartet werden? (Damit Störungen und Schutzmängel erkannt werden) (!Damit eine Kennzeichnung überflüssig wird) (!Damit Regenwasser zu Trinkwasser erklärt werden kann) (!Damit nie wieder Kontrollen notwendig sind)
Welche Aussage über eine erfolgreich gelöste Lernaufgabe ist richtig? (Sie ersetzt keine fachliche Prüfung und Hygiene-Freigabe) (!Sie bestätigt automatisch die Trinkwasserqualität) (!Sie erlaubt selbstständige Eingriffe in fremde Anlagen) (!Sie ersetzt eine vorgeschriebene Inbetriebnahmeprüfung)
Quiz-Feedback mit Begründung
- Nichttrinkwasser: Die Herkunft und mögliche Verunreinigungen erfüllen nicht automatisch die Anforderungen der TrinkwV.
- WC-Spülung: Hier ist eine Nutzung von Betriebswasser möglich; eine Körperpflege- oder Trinkwasserversorgung ist damit nicht gleichzusetzen.
- Freier Auslauf: Die geeignete atmosphärische Trennung unterbindet einen unmittelbaren hydraulischen Rückflussweg.
- Querverbindung: Druckunterschiede und Fehler können Nichttrinkwasser in Trinkwasserbereiche gelangen lassen.
- Kennzeichnung: Leitungs- und Entnahmestellenkennzeichnung reduzieren das Risiko von Verwechslungen.
- Verunreinigung: Regenwasser kann Stoffe und Mikroorganismen von Auffangflächen aufnehmen.
- Nachspeisung: Versorgungssicherheit darf niemals durch Aufgabe der Systemtrennung erreicht werden.
- Fachkraft informieren: Unbeaufsichtigte Eingriffe könnten die Gefährdung verschärfen oder Beweise für einen Fehler verändern.
- Wartung: Schutzfunktionen und Betriebseinrichtungen können altern, verschmutzen oder ausfallen.
- Keine Freigabe: Ein Lernerfolg weist Kenntnisse nach, nicht den sicheren Zustand einer konkreten Trinkwasserinstallation.
Memory
Ordne die sechs Fachbegriffe den passenden Funktionen zu.
| Zisterne | Speicher für gesammeltes Regenwasser |
| Freier Auslauf | Atmosphärische Trennung bei der Nachspeisung |
| NPW | Kurzzeichen für Nichttrinkwasser |
| Querverbindung | Direkter Weg zwischen getrennt zu haltenden Netzen |
| Überlauf | Abführung überschüssigen Speicherwassers |
| Wartungsprotokoll | Dokumentation von Kontrollen und Arbeiten |
Feedback: Die Zuordnung ist richtig, wenn Du jedem Bauteil seine eigenständige technische oder organisatorische Schutzfunktion zuweisen kannst.
Drag and Drop
Diagnoseübung: Ordne jedem sicherheitsrelevanten Begriff die passende Situation zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Situation |
|---|---|
| Kennzeichnungsmangel | Unbeschrifteter Außenwasserhahn |
| Querverbindung | Direkte Schlauchbrücke zwischen den Versorgungsnetzen |
| Sicherungseinrichtung | Freier Auslauf im fachgerecht ausgeführten Nachspeisemodul |
| Betriebsstörung | Pumpe meldet Fehler bei niedrigem Füllstand |
| Dokumentation | Schriftlicher Bericht über die festgestellten Auffälligkeiten |
Feedback: Kennzeichnung und Sicherungseinrichtung sind vorbeugende Schutzmaßnahmen. Eine Querverbindung bezeichnet dagegen ein Risiko. Betriebsstörungen werden untersucht und dokumentiert, aber nicht durch unbeaufsichtigte Eingriffe behoben.
Kreuzworträtsel
| Zisterne | Wie heißt der Speicher für gesammeltes Regenwasser? |
| Pumpe | Welches Bauteil fördert das Betriebswasser zu Verbrauchern? |
| Kennzeichnung | Was verhindert die Verwechslung der Leitungsnetze? |
| Rueckfluss | Welcher unerwünschte Wassertransport kann Trinkwasser gefährden? |
| Auslauf | Welcher Begriff ergänzt die Bezeichnung freier ...? |
| Filter | Welches Bauteil hält bestimmte Schmutzpartikel vor dem Speicher zurück? |
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Weitere interaktive Zuordnungsübungen zum Thema:
Lückentext
Feedback: Alle Begriffe beschreiben unterschiedliche Aufgaben. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen der technischen Trennung, der Kennzeichnung und der betrieblichen Kontrolle.
Offene Aufgaben
Leicht – Basis
- Anlagenschema: Zeichne den Regenwasserweg vom Dach bis zum WC mit fünf oder mehr Bauteilen. Feedback: Eine sinnvolle Reihenfolge macht die Wasserwege nachvollziehbar; das Trinkwassernetz muss separat erkennbar sein.
- Nichttrinkwasser: Gestalte ein Warnschild für eine Betriebswasserzapfstelle. Feedback: Die eindeutige Aussage „Kein Trinkwasser“ schützt vor Fehlgebrauch; ein dekoratives Symbol allein reicht nicht.
- Wasserverbrauch: Ordne WC-Spülung, Küche, Dusche und Garten ihren vorgesehenen Versorgungsarten zu. Feedback: Entscheidend ist der jeweilige Verwendungszweck und die erforderliche Wasserqualität.
- Fotodokumentation: Suche auf den Kursbildern Speicher, Fallleitung und Entnahmestelle und beschrifte sie. Feedback: Eine korrekte Benennung erleichtert die spätere Anlagenanalyse.
Standard – Anwendung
- Fehleranalyse: Untersuche Fallkarte A und zeichne den gefährlichen Verbindungspfad rot ein. Feedback: Die Verbindung ist kritisch, weil sie einen Weg für Rückfließen eröffnen kann.
- Kennzeichnungsplan: Erstelle für das Schulungsgebäude einen Plan für Rohrleitungs- und Entnahmestellenkennzeichnung. Feedback: Dauerhafte, eindeutige Kennzeichnung muss alle relevanten Stellen erfassen.
- Wartungsplanung: Entwirf eine Kontrollliste für Filter, Speicher, Pumpe, Überlauf und Nachspeisung. Feedback: Wartung umfasst nicht nur die Funktion der Pumpe, sondern auch Schutz und Betriebssicherheit.
- Fachgespräch: Simuliere mit einem Lernpartner die Meldung eines Verdachts auf Querverbindung an die verantwortliche Fachkraft. Feedback: Eine gute Meldung benennt Ort, Beobachtung, möglichen Schaden und fehlende Nachweise ohne voreilige Freigabe.
Schwer – Transfer
- Störungsdiagnose: Erstelle eine Fehlermatrix für Pumpenstörung, Kennzeichnungsmangel und unklare Nachspeisung. Feedback: Trenne Beobachtungen, Hypothesen und erforderliche Prüfungen, damit Vermutungen nicht als Befunde gelten.
- Gebäudeplanung: Entwickle für ein anderes Schulgebäude ein konzeptionelles Zwei-Netze-Schema. Feedback: Der Entwurf muss eine eigene Nichttrinkwasserverteilung und eine geeignete Sicherung der Nachspeisung vorsehen; seine Realisierbarkeit prüft die Fachplanung.
- Nachhaltigkeit: Vergleiche Regenwassernutzung mit alleiniger Trinkwasserversorgung hinsichtlich Wasserbedarf, Wartungsaufwand und Pumpenenergie. Feedback: Nachhaltigkeit berücksichtigt neben möglicher Trinkwassereinsparung auch Betrieb, Materialeinsatz und Energie.
- Ausbildungsprojekt: Gestalte ein dreiminütiges Erklärvideo über die häufigsten Fehler bei der Systemtrennung. Feedback: Ein gutes Video unterscheidet technische Schutzprinzipien von Kennzeichnungspflichten und enthält keine ungesicherten Einbauanweisungen.


Lernkontrolle
Bearbeite die Aufgaben mit Begründung und geeigneten Skizzen.
- Systemtrennung: Begründe an einem selbst gezeichneten Gebäudeschema, warum zwei getrennte Verteilungsnetze nötig sind und wie eine gesicherte Nachspeisung grundsätzlich funktioniert.
- Gefährdungsbeurteilung: Vergleiche die Folgen einer direkten Schlauchverbindung mit den Folgen eines fehlenden Warnschilds. Unterscheide technische Gefahr und Nutzungsrisiko.
- Instandhaltung: Entwickle eine nachvollziehbare Vorgehensweise, wenn eine Pumpenstörung gleichzeitig mit einer unklaren Nachspeisung dokumentiert wird. Beschränke Dich auf Beobachtung, Sicherung durch verantwortliche Stellen, Meldung und Prüfauftrag.
- Planprüfung: Ein Plan enthält eine Zisterne, eine Pumpe und ein WC, aber keine Informationen zur Sicherungseinrichtung. Erläutere, welche Unterlagen fehlen und weshalb Du den Plan nicht fachlich freigeben kannst.
- Kommunikation: Erkläre einem Gebäudebetreiber, weshalb Beschilderung, Wartung und fachgerechte Systemtrennung gemeinsam notwendig sind.
- Transfer: Bewerte einen Vorschlag, beim Umbau ein altes Regenwasserrohr künftig als Trinkwasserleitung zu verwenden. Begründe Deine fachliche Ablehnung anhand der Risiken und der DVGW-Hinweise.
Bewertungsmaßstab: Überzeugende Lösungen zeigen die relevanten Wasserwege, benennen das Schutzprinzip, beschreiben die Risiken, legen Unsicherheiten offen und übergeben offene Punkte an qualifizierte Fachleute. Eine behauptete Hygiene-Freigabe ist kein gültiges Lernergebnis.
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis sind folgende Ergebnisse wichtig:
- Systemverständnis: Du kannst Regenwasser- und Trinkwasserwege eindeutig darstellen.
- Schutzprinzip: Du erklärst, weshalb die Nachspeisung eine geeignete Sicherungseinrichtung benötigt.
- Kennzeichnung: Du kannst die wichtigsten Kennzeichnungen fachlich zuordnen.
- Diagnose: Du erkennst und dokumentierst unzulässige Querverbindungen und ungeklärte Sicherungsdetails.
- Betrieb: Du unterscheidest Wartung, Störungsdiagnose und fachliche Prüfung.
- Transfer: Du kannst die Schutzregeln auf ein weiteres Gebäudemodell anwenden.
- Sicherheitsbewusstsein: Du kennst Deine Grenzen als Auszubildender und veranlasst keine unbeaufsichtigten Eingriffe.
Empfohlener Nachweis: Anlagenskizze, Diagnoseprotokoll, Kennzeichnungsplan und ein kurzes Fachgespräch mit der ausbildenden Fachkraft.
Grenze des Lernnachweises: Die fachliche Leistungsbewertung ist keine Inbetriebnahme-, Betriebs- oder Hygiene-Freigabe einer realen Anlage.
OERs zum Thema
Wikipedia – Regenwasser und Regenwassernutzung:
Verlässliche Fachquellen
- Trinkwasserverordnung § 12: Anzeigepflichten für Nichttrinkwasseranlagen.
- Trinkwasserverordnung § 13: Anforderungen an Schutz und Kennzeichnung.
- AVBWasserV § 3: Mitteilung über Eigengewinnungsanlagen.
- AVBWasserV § 12: Anforderungen an die Kundenanlage und Installationsunternehmen.
- DVGW – Regenwassernutzungsanlagen, Kompaktinformation Juli 2025: Trennung, Nachspeisung, Kennzeichnung und Wartung.
- DIN EN 1717:2026-08: Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen durch Rückfließen.
- DIN EN 16941-1:2024-05: Anlagen zur Verwendung von Regenwasser.
- DIN 1989-100:2022-07: Ergänzende Anforderungen an Regenwassernutzungsanlagen.
- Umweltbundesamt – Nachhaltige Regenwassernutzung: Verwendung, Hygiene und Betrieb.
Quellenstand: Oktober 2026. Normtexte sind teilweise kostenpflichtig. Frei zugängliche Beschreibungen ersetzen die vollständigen Normen nicht.
Medienrechte und Nutzungshinweise
Wikimedia Commons: Die verwendeten Bilddateien und ihre Lizenzangaben wurden anhand der jeweiligen Commons-Dateiseiten geprüft.
- Systeme recuperation pluie.png: Nbcorp, gemeinfrei.
- PressurizedRooftopRainwaterHarvester.svg: KVDP / Fred the Oyster, gemeinfrei.
- DIN 4844-2 D-P005.svg: Torsten Henning, gemeinfrei.
- Schild „Kein Trinkwasser“.jpg: Verkehrszeichen100, CC BY-SA 4.0.
- Rainwater tank.jpg: Jeuwre, CC BY-SA 4.0.
- Rainwater Collection System.jpg: AcornToOak, CC BY-SA 4.0.
Lizenz: Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0. Bei einer Bearbeitung sind Änderungen kenntlich zu machen und die Lizenzbedingungen einzuhalten.
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