Entwässerung und Regenwassersysteme – Gefälle im Leitungsmodell berechnen
Entwässerung und Regenwassersysteme – Gefälle im Leitungsmodell berechnen
Zielgruppe: Ausbildung – Anlagenmechanik SHK, Bau- und Gebäudetechnik, Tiefbau
Lernzeit: ca. 45–60 Minuten
Lernziel: Du berechnest aus Höhenunterschied und waagerechter Leitungsstrecke das Gefälle, liest ein Anlagenschema und erkennst mögliche Planungsfehler.
Praxisbezug: Regenwasserleitung vom Gebäude zu einem Sammelschacht.

Dachrinne und Regenfallrohr. Bild: Friedrich Haag, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Einleitung
Wie viel Höhenunterschied benötigt eine Leitung, damit Wasser in die vorgesehene Richtung abfließen kann?
In diesem aiMOOC arbeitest Du an einem vereinfachten Leitungsmodell. Du lernst, Gefälle zu berechnen, Höhenangaben zu prüfen und Fehler in einer Entwässerungsanlage zu erkennen.
Wichtig: Die Berechnung eines Gefälles ersetzt keine hydraulische Bemessung. Die Aufgaben sind Lernsimulationen und enthalten keine Freigabe für reale Entwässerungs-, Regenwasser- oder Trinkwasseranlagen. Planung, Hygiene, Betrieb und Änderungen müssen qualifizierte Fachkräfte anhand der geltenden Regeln prüfen. Reale Eingriffe erfolgen ausschließlich fachlich beaufsichtigt.
Lerneinheit 1: Wasserwege im Gebäude erkennen
Dauer: 5 Minuten
Anlagenschema: Vom Dach zum Ablauf
| Station | Bauteil | Funktion |
|---|---|---|
| A | Dachrinne | Regenwasser sammeln |
| ↓ | Regenfallrohr | Wasser nach unten führen |
| B | Regenwasserleitung | Wasser zum Ziel transportieren |
| ↓ | Sammelschacht | Sammeln und kontrollieren |
| C | Vorgesehene Ableitung | Weiterleitung nach genehmigtem Entwässerungskonzept |
Beobachtungsauftrag: Unterscheide die senkrechte Fallleitung von der waagerecht verlaufenden, geneigten Regenwasserleitung.

Rinnenbauteil mit Ablauföffnung. Bild: Stilfehler, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Flachdachablauf. Bild: Asurnipal, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Video: Grundstücksentwässerung verstehen
Stadt Bern: Wie die Grundstücksentwässerung funktioniert.
Videoauftrag: Skizziere den Weg des Niederschlagswassers vom Gebäude bis zur weiteren Ableitung. Kennzeichne die Stellen, an denen Du eine Höhe oder einen Leitungsverlauf prüfen würdest.
Lerneinheit 2: Das Gefälle berechnen
Dauer: 8 Minuten
Die Grundformel
Gefälle in Prozent = Höhenunterschied / waagerechte Strecke × 100
| Zeichen | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Δh | Höhenunterschied | m |
| L | Waagerechte Strecke | m |
| i | Gefälle | % |
Merke: Für die Prozentrechnung müssen Höhenunterschied und Strecke in derselben Längeneinheit stehen. Als Bezugsstrecke dient im Lernmodell die waagerechte Strecke, nicht die schräge Rohrlänge.
| Gefälle | Höhenverlust je Meter |
|---|---|
| 0,5 % | 5 mm |
| 1,0 % | 10 mm |
| 1,5 % | 15 mm |
| 2,0 % | 20 mm |
Diese Werte sind mathematische Umrechnungen und keine allgemeingültigen Mindestgefälle für alle Entwässerungsleitungen.
Video: Gefälleberechnung
Berechnung Gefälle Entwässerungsanlagen – ergänzendes Rechenvideo. Maßgeblich für die Fachplanung sind die geltenden Regelwerke.
Lerneinheit 3: Der Ausbildungsfall
Dauer: 10 Minuten
Du unterstützt eine Fachkraft bei der Vorbereitung eines Regenwasser-Leitungsmodells.
Auftrag: Berechne das Gefälle zwischen dem Gebäude und einem Sammelschacht.
Gebäudemodell mit Höhenangaben
| Messpunkt | Station | Rohrsohlenhöhe |
|---|---|---|
| A – Gebäudeseite | 0 m | +100,80 m |
| B – Sammelschacht | 12 m | +100,62 m |
Modellskizze – nicht maßstäblich:
GEBÄUDE
│
Fallrohr
│
A ● +100,80 m
╲
╲ Regenwasserleitung
╲ Fließrichtung →
╲
╲
● B +100,62 m
Sammelschacht
Waagerechte Strecke: 12,00 m
Die Höhen beziehen sich auf die Rohrsohle, also die untere Innenkante des Rohres, und auf denselben Höhenbezug.
Rechenweg
Schritt 1: Höhenunterschied
Δh = 100,80 m − 100,62 m = 0,18 m
Schritt 2: Gefälle
i = 0,18 m / 12,00 m × 100 = 1,5 %
Schritt 3: Umrechnung
1,5 % = 15 mm Höhenverlust je Meter
Gestufte Hilfen
Bearbeite die Aufgabe zunächst ohne Hilfe.
Hilfe 1 – Orientierung
Markiere den höheren und den tieferen Rohrsohlenpunkt. Das Wasser soll im Modell von A nach B fließen.
Hilfe 2 – Einheiten
Rechne 18 cm in Meter um. Es sind 0,18 m. Verwende für den Nenner die Strecke von 12 m.
Hilfe 3 – Vollständiger Rechenweg
Δh = 0,18 m. i = 0,18 / 12 × 100 = 1,5 %. Das entspricht 15 mm je Meter.
Selbstcheck
Frage: Was bedeutet das Ergebnis 1,5 %?
Lösung und begründetes Feedback anzeigen
Die Rohrsohle liegt in Fließrichtung je waagerechtem Meter 15 mm tiefer. Über 12 m ergibt sich ein Höhenverlust von 180 mm. Die Rechnung ist mathematisch richtig. Ob die Leitung so gebaut werden darf, entscheidet die fachliche Gesamtplanung.
Lerneinheit 4: Gefälle messen und prüfen
Dauer: 5 Minuten
Ein Nivelliergerät oder ein geeigneter Rotationslaser kann als Hilfsmittel zur Höhenmessung dienen. Im Ausbildungsmodell werden Start- und Zielhöhe auf einen gemeinsamen Höhenbezug bezogen.

Rotationslaser für Höhenmessungen. Bild: Sarang, Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Diagnoseauftrag: Eine Messung ergibt am Start +100,80 m und am Ende +100,86 m.
Was fällt Dir auf?
Diagnose und Feedback anzeigen
Das Leitungsende liegt 6 cm höher als der Anfang. Im vorgesehenen Fließrichtungsschema besteht damit ein Gegengefälle von 0,5 %. Das ist ein Planungswiderspruch für die dargestellte Freispiegelableitung. Vor einer Ausführung muss die Fachkraft die Messung, den Höhenbezug und die Planung prüfen.
Lerneinheit 5: Regenwassersysteme unterscheiden
Dauer: 5 Minuten
Trennsystem und Mischsystem
Im Trennsystem werden Regen- und Schmutzwasser über getrennte Entwässerungswege abgeleitet. Im Mischsystem werden sie in einem gemeinsamen System geführt.

Schematische Darstellung eines Mischsystems mit Entlastung. Quelle: U.S. Environmental Protection Agency, Wikimedia Commons, gemeinfrei. US-Beispiel, kein deutscher Ausführungsplan.
Denkfrage: Warum muss vor der Berechnung einer Anschlussleitung geklärt sein, wohin das Regenwasser geleitet werden darf?
Feedback anzeigen
Weil das örtliche Entwässerungskonzept und die Anschlussbedingungen die zulässige Ableitung vorgeben. Ein rechnerisch richtiges Gefälle macht einen unzulässigen Anschluss nicht zulässig.
Regenwasser sammeln und nutzen

Regenwassertonne zur Gartenbewässerung. Bild: Kmtextor, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Bei der Regenwassernutzung können Speicher eingesetzt werden. Für die Trinkwasserinstallation gelten besondere Schutzanforderungen. Regenwasser ist nicht automatisch Trinkwasser. Eine direkte Verbindung von Regenwassernetz und Trinkwassernetz ist unzulässig.
Hygienegrenze: Eine Lernaufgabe kann niemals die hygienische Eignung oder Betriebssicherheit eines Systems bestätigen.
Lerneinheit 6: Fehlerdiagnose im Leitungsmodell
Dauer: 8 Minuten
Diagnosefall A: Zu geringer Höhenunterschied
Planungsvorgabe nur für das Lernmodell: 1,5 % Gefälle.
| Größe | Angabe |
|---|---|
| Leitungsstrecke | 8 m |
| Verfügbarer Höhenunterschied | 6 cm |
| Geforderter Modellwert | 1,5 % |
Aufgabe: Berechne das vorhandene Gefälle und die Abweichung von der Modellvorgabe.
Hilfe – Rechenansatz
Vorhandenes Gefälle = 0,06 / 8 × 100. Erforderlicher Höhenunterschied = 8 × 0,015.
Lösung und begründetes Feedback
Vorhanden sind 0,75 %. Für die Modellvorgabe von 1,5 % wären 12 cm Höhenunterschied erforderlich. Es fehlen 6 cm. Das Modell erfüllt die gesetzte Vorgabe nicht. Die fachliche Planung muss mögliche Änderungen und Randbedingungen prüfen; die Leitung darf nicht eigenmächtig verändert werden.
Diagnosefall B: Wasser staut sich

Beispiel eines Straßenablaufs. Bild: Visitor7, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Im Modell ist das rechnerische Gefälle richtig. Trotzdem wird ein Rückstau beobachtet.
Diagnose: Nenne mindestens zwei mögliche Ursachen, die sich nicht allein durch die Gefälleberechnung klären lassen.
Begründetes Feedback
Zu prüfen wären beispielsweise eine Verstopfung, unzureichende hydraulische Leistungsfähigkeit oder Rückstau aus dem nachgeschalteten System. Das korrekte Gefälle allein beweist keinen störungsfreien Betrieb. Messung, Inspektion und Beurteilung erfolgen durch qualifizierte Fachkräfte.
Diagnosefall C: Entwässerung, Energie und Hygiene

Regenfallrohr mit Ableitung in den Boden. Bild: Sergei S. Scurfield, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Ausgangslage: Eine Lernzeichnung zeigt eine im Gefälle verlaufende Regenwasserleitung, einen Sammelbehälter und eine Trinkwassernachspeisung.
Entscheide und begründe:
- Schwerkraftentwässerung: Warum kann eine geeignete Gefälleleitung ohne Pumpe auskommen?
- Rückstau: Warum reicht das Gefälle allein nicht aus, um die Entwässerungssicherheit zu beurteilen?
- Trinkwasserhygiene: Welche Gefahr entsteht durch eine direkte Verbindung zwischen Regenwasser und Trinkwasser?
Feedback zum Diagnosefall
Schwerkraft kann den Abfluss antreiben, wenn die hydraulischen und baulichen Voraussetzungen erfüllt sind. Ob eine Hebeanlage benötigt wird, hängt unter anderem von Höhenlage und Rückstausituation ab. Regenwasser darf nicht über eine ungesicherte direkte Verbindung in das Trinkwassernetz gelangen. Die notwendige Systemtrennung und die Sicherungseinrichtungen müssen fachlich geplant und geprüft werden. Keine Hygiene- oder Betriebsfreigabe durch das Lernmodell.
Ergänzendes Video: Grundlagen Entwässerung
Grundlagen Entwässerung – Fachlicher Überblick zum Tief- und Straßenbau.
Beobachtungsfrage: Welche Aspekte der Entwässerung gehen über eine einfache Gefälleberechnung hinaus?
Interaktive Aufgaben
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
| Niveau | Aufgabe | Kompetenz |
|---|---|---|
| Basis | 6 m Strecke, 9 cm Höhenunterschied: Berechne i. | Prozentgefälle |
| Basis | Wandle 1 % in mm/m um. | Einheiten |
| Anwendung | 8 m Strecke, Modellvorgabe 1,5 %: Berechne Δh. | Umstellen der Formel |
| Anwendung | Vergleiche 9 cm verfügbaren Höhenunterschied mit dem erforderlichen Wert bei 8 m und 1,5 %. | Planvergleich |
| Transfer | Eine Leitung hat richtiges Gefälle, aber das Wasser staut sich: Formuliere drei mögliche Prüffragen. | Systemdiagnose |
| Transfer | In einem Gebäudemodell sind Regenwasser- und Trinkwasserleitung direkt verbunden: Bewerte den Entwurf. | Sicherheitsbeurteilung |
Feedback Basis
9 cm / 600 cm × 100 = 1,5 %. Ein Prozent entspricht 10 mm/m. Bei einem anderen Ergebnis prüfe zuerst Deine Einheiten und den Faktor 100.
Feedback Anwendung
Für 8 m und 1,5 % ergeben sich 12 cm. Bei nur 9 cm sind 3 cm weniger verfügbar; das tatsächliche Gefälle beträgt 1,125 %. Der Unterschied muss in der Planung geklärt werden. Die Modellvorgabe ist kein allgemeiner normativer Grenzwert.
Feedback Transfer
Geeignete Prüffragen betreffen beispielsweise Verschmutzung, angeschlossene Wassermenge, Rohrquerschnitt und Rückstau. Eine direkte Regenwasser-Trinkwasser-Verbindung ist als Sicherheitsmangel zu kennzeichnen und fachlich zu klären. Entscheidend ist eine nachvollziehbare Begründung, nicht eine ungesicherte Freigabe.
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Formel berechnet das Gefälle in Prozent? (Höhenunterschied geteilt durch waagerechte Strecke mal hundert) (!Waagerechte Strecke geteilt durch Höhenunterschied) (!Rohrdurchmesser mal waagerechte Strecke) (!Höhenunterschied plus waagerechte Strecke)
Wie groß ist der Höhenverlust bei einem Gefälle von 1 Prozent je Meter? (10 Millimeter) (!1 Millimeter) (!100 Millimeter) (!50 Millimeter)
Eine Leitung hat 12 Meter waagerechte Strecke und 18 Zentimeter Höhenunterschied. Wie groß ist das Gefälle? (1,5 Prozent) (!15 Prozent) (!0,15 Prozent) (!18 Prozent)
Welchen Höhenunterschied benötigst Du bei 8 Metern und 2 Prozent Gefälle? (16 Zentimeter) (!8 Zentimeter) (!2 Zentimeter) (!160 Zentimeter)
Welcher Höhenunterschied entsteht bei 12 Metern und 15 Millimetern je Meter? (180 Millimeter) (!15 Millimeter) (!120 Millimeter) (!1800 Millimeter)
Am Punkt A beträgt die Rohrsohlenhöhe 100,80 Meter und am Punkt B 100,62 Meter. Welche Aussage ist richtig? (Punkt B liegt tiefer als Punkt A) (!Punkt A liegt tiefer als Punkt B) (!Beide Punkte liegen gleich hoch) (!Aus den Höhen lässt sich keine Richtung bestimmen)
Was zeigt ein Gegengefälle in der geplanten Fließrichtung an? (Die Rohrsohle steigt in der geplanten Fließrichtung an) (!Die Rohrsohle fällt in der geplanten Fließrichtung ab) (!Die Leitung ist automatisch hydraulisch ausreichend) (!Die Leitung besitzt keine Höhendifferenz)
Auf welchen Bezugspunkt werden im Ausbildungsmodell die Leitungsendhöhen bezogen? (Auf die Rohrsohle) (!Auf die Dachfirsthöhe) (!Auf die Rohrscheitelhöhe) (!Auf die Geländeoberfläche ohne weiteren Bezug)
Was kann die Gefälleberechnung allein nicht nachweisen? (Die hydraulische und betriebliche Eignung der gesamten Anlage) (!Den geometrischen Höhenverlust) (!Die Prozentneigung) (!Den Höhenverlust pro Meter)
Welche Aussage ist bei einer Regenwassernutzungsanlage fachlich richtig? (Trinkwasser und Regenwasser benötigen eine fachgerecht gesicherte Trennung) (!Eine direkte Verbindung ist bei ausreichendem Gefälle zulässig) (!Das Leitungsgefälle bestätigt die Trinkwasserqualität) (!Ein Lernmodell ersetzt die Hygieneprüfung)
Quiz-Feedback und Rechenhinweise
- Formel: Erst den Höhenunterschied durch die waagerechte Strecke teilen, danach mit 100 multiplizieren.
- Ein Prozent entspricht 1 cm/m und damit 10 mm/m.
- 18 cm geteilt durch 1200 cm ergeben 0,015 beziehungsweise 1,5 %.
- 8 m mal 0,02 ergeben 0,16 m beziehungsweise 16 cm.
- 12 mal 15 mm ergibt 180 mm.
- Die Höhe nimmt von A nach B um 18 cm ab.
- Ein Gegengefälle widerspricht der angenommenen Schwerkraft-Fließrichtung.
- Vergleichbare Höhen beziehen sich auf einen einheitlich definierten Messpunkt.
- Rohrgefälle ist nur eine von mehreren Bemessungsgrößen.
- Trinkwasser muss vor Verunreinigung durch andere Wässer geschützt werden.
Memory
Ordne jedem Fachbegriff seine richtige Bedeutung zu.
| Rohrsohle | Untere Innenkante des Rohres |
| Gefälle | Höhenverlust bezogen auf eine Strecke |
| Regenfallrohr | Senkrechte Dachwasserableitung |
| Trennsystem | Getrennte Ableitung von Regenwasser und Schmutzwasser |
| Zisterne | Speicher für gesammeltes Wasser |
| Nivelliergerät | Hilfsmittel zum Bestimmen von Höhen |
| Gegengefälle | Höhenanstieg entgegen der geplanten Entwässerungsrichtung |
Drag and Drop
Ordne den Fachbegriffen ihre Bedeutung zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Startsohlenhöhe | Höhenlage der Rohrsohle am Leitungsanfang |
| Zielsohlenhöhe | Höhenlage der Rohrsohle am Leitungsende |
| Höhendifferenz | Unterschied zwischen Startniveau und Zielniveau |
| Horizontalstrecke | Waagerechte Entfernung im Leitungsmodell |
| Prozentgefälle | Verhältnis von Höhenverlust und Strecke mal hundert |
Kreuzworträtsel
| Gefälle | Wie heißt die Neigung einer Leitung? |
| Rohrsohle | Wie heißt die untere Innenkante des Rohrquerschnitts? |
| Fallrohr | Welches Bauteil führt Dachwasser senkrecht nach unten? |
| Trennsystem | Wie heißt das Entwässerungssystem mit getrennten Regenwasser- und Schmutzwasserkanälen? |
| Zisterne | Wie heißt ein Behälter zur Speicherung von Regenwasser? |
| Nivelliergerät | Mit welchem Vermessungsgerät lassen sich Höhenunterschiede bestimmen? |
LearningApps
Suche zusätzliche interaktive Übungen zum Thema. Die Ergebnisse der Suche sind keine fachlich vorab geprüften Anlagenfreigaben.
Lückentext
Offene Aufgaben
Die Aufgaben werden auf Papier, digital oder an einem ungefährlichen Schulungsmodell bearbeitet. Arbeiten an realen Anlagen erfolgen nur unter fachlicher Aufsicht.
Leicht
- Gebäudeskizze: Zeichne ein Haus mit Dachrinne, Fallrohr, geneigter Regenwasserleitung und Sammelschacht. Markiere die Fließrichtung.
- Rechenkarte: Erstelle eine Karte mit der Gefälleformel und zwei selbst berechneten Beispielen.
- Einheitentraining: Gestalte eine Tabelle mit 0,5 %, 1 %, 1,5 % und 2 % sowie den zugehörigen Werten in mm/m.
- Fotobeobachtung: Fotografiere von einem sicheren, öffentlich zugänglichen Standort aus eine Dachrinne oder ein Regenfallrohr und beschrifte erkennbare Bauteile.
Standard
- Leitungsmodell: Erstelle ein digitales Modell einer zwölf Meter langen Leitung mit 18 cm Höhenunterschied und dokumentiere die Berechnung.
- Messsimulation: Miss an einem beaufsichtigten Schulungsmodell zwei Höhenlagen, berechne das Gefälle und vergleiche es mit Deiner vorherigen Planung.
- Diagnoseprotokoll: Untersuche eine vorbereitete Zeichnung mit einem Gegen- oder Untergefälle. Beschreibe die Abweichung und die erforderliche fachliche Rückfrage.
- Systemvergleich: Erstelle zwei einfache Anlagenschemata für Trennsystem und Mischsystem. Erläutere den Unterschied in einer kurzen Audioaufnahme.
Schwer
- Planungsvarianten: Vergleiche zwei Leitungswege mit unterschiedlichen Längen und Höhenlagen. Berechne die jeweiligen Gefälle und bewerte, welche zusätzlichen Planungsangaben fehlen.
- Diagnosefall: Entwickle einen Fall, in dem trotz rechnerisch richtigem Gefälle ein Rückstau auftritt. Formuliere mindestens drei plausible Prüfhypothesen.
- Gebäudekonzept: Erstelle ein vereinfachtes Regenwasserkonzept mit Sammlung, Speicherung und vorgesehener Nutzung. Markiere die Grenzen zu Trinkwasser, Versickerung und genehmigungspflichtigen Anschlüssen.
- Erklärvideo: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Lernvideo mit einer eigenen Gefällerechnung, einer Fehlerdiagnose und einer Begründung, weshalb eine Fachprüfung erforderlich bleibt.


Lernkontrolle
Bearbeite die folgenden Transferaufgaben mit Rechenweg, Einheiten, einer Skizze und fachlicher Begründung.
- Höhenvergleich: Bei einer zehn Meter langen Leitung liegt die Rohrsohle am Anfang bei +100,45 m und am Ende bei +100,31 m. Berechne das Gefälle und vergleiche es mit einer vorgegebenen Modellneigung von 1,2 %.
- Erforderliche Tiefe: Eine fünfzehn Meter lange Modellleitung soll mit 1,2 % Gefälle verlaufen. Berechne den Höhenverlust und erläutere, weshalb Anschluss- und Schachthöhen vor der Ausführung bekannt sein müssen.
- Rechenfehler: Eine Auszubildende erhält bei sechs Metern Strecke und 120 mm Höhenunterschied einen Wert von 20 %. Analysiere den Fehler und korrigiere das Ergebnis.
- Höhenkonflikt: Für eine zwanzig Meter lange Modellleitung steht nur ein Höhenunterschied von 15 cm zur Verfügung. Berechne das Gefälle und erkläre, wie Du bei einer abweichenden Planungsvorgabe fachgerecht reagierst.
- Störungsanalyse: Nach Starkregen tritt Wasser zurück, obwohl das Modellgefälle dem Plan entspricht. Entwickle eine begründete Reihenfolge von Prüffragen und benenne die Grenzen einer reinen Gefällediagnose.
- Sicherheitsprüfung: Ein Gebäudemodell zeigt eine direkte Verbindung zwischen Regenwasserspeicher und Trinkwasserleitung. Erkläre das Problem und formuliere eine fachgerechte Meldung an die verantwortliche Fachkraft.
Bewertungshinweise und begründetes Feedback für Lehrkräfte
- 14 cm auf 10 m entsprechen 1,4 %. Der Wert liegt 0,2 Prozentpunkte über der Modellvorgabe. Prozent und Prozentpunkte müssen unterschieden werden.
- 15 m mal 0,012 ergeben 0,18 m. Die Berechnung ist nur verwendbar, wenn die Höhenlagen des Systems tatsächlich dazu passen.
- 120 mm entsprechen 0,12 m. Damit ergibt sich 2 %, nicht 20 %. Ursache ist die falsche Umrechnung oder der falsch verwendete Prozentfaktor.
- 15 cm auf 20 m entsprechen 0,75 %. Bei einem Planungskonflikt wird nicht eigenmächtig eingebaut, sondern die Abweichung zur Prüfung gemeldet.
- Eine schlüssige Diagnose betrachtet auch hydraulische Belastung, Hindernisse, Rückstau und den nachgeschalteten Entwässerungsweg.
- Direkte Verbindungen zwischen Trinkwasser- und Regenwasserleitungen sind unzulässig. Die Gefährdung muss an die verantwortliche Fachkraft gemeldet werden; eine Freigabe durch Lernende erfolgt nicht.
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis dokumentierst Du:
- Leitungsmodell: Eine beschriftete Skizze mit Start, Ziel, Fließrichtung und gemeinsamer Höhenreferenz.
- Gefälle: Mindestens zwei korrekte Rechnungen einschließlich Einheitenumrechnung und Plausibilitätskontrolle.
- Technisches Zeichnen: Die nachvollziehbare Zuordnung von Leitungsstrecke, Rohrsohle und Höhenunterschied.
- Fehleranalyse: Eine selbstständig erklärte Abweichung zwischen Planung und Messwert.
- Entwässerungssystem: Die Unterscheidung zwischen rechnerischem Gefälle und vollständiger Anlagenbemessung.
- Arbeitssicherheit: Eine begründete Entscheidung, wann fachliche Prüfung und Beaufsichtigung erforderlich sind.
Bewertung: Rechenweg und Einheiten 30 %, Modellverständnis 25 %, Fehlerdiagnose 25 %, fachliche Begründung und Sicherheitsbewusstsein 20 %.
Grenze des Lernnachweises: Der Nachweis bescheinigt ausschließlich Lernkompetenzen. Er ersetzt weder die Abnahme noch die Betriebs- oder Hygieneprüfung einer realen Anlage.
OERs zum Thema
Wikipedia: Dachentwässerung
Weitere freie Lernquellen
- Gefälle: Mathematische Beschreibung einer Neigung.
- Dachentwässerung: Aufbau und Anforderungen an Dachentwässerungssysteme.
- Grundstücksentwässerung: Entwässerung auf privaten Grundstücken.
- Trennsystem: Getrennte Regenwasser- und Schmutzwasserableitung.
- Mischsystem: Gemeinsame Abwasserableitung.
- Regenwassernutzung: Sammlung und Verwendung von Niederschlagswasser.
Fachquellen und Medienrechte
Fachlich geprüfte Referenzquellen
Die fachlichen Grundlagen und Geltungsbereiche wurden anhand folgender öffentlich zugänglicher Quellen geprüft:
- DIN 1986-100:2016-12: Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke, ergänzende Bestimmungen zu DIN EN 752 und DIN EN 12056.
- DIN EN 12056-3: Schwerkraftentwässerung innerhalb von Gebäuden – Dachentwässerung, Planung und Bemessung.
- DIN – Auslegungen zu DIN 1986-100: Fachliche Hinweise zur Bemessung, darunter die Abgrenzung zwischen Gefälle und hydraulischen Anforderungen.
- Umweltbundesamt: Regenwasserbewirtschaftung.
- Umweltbundesamt: Nachhaltige Regenwassernutzung.
- DVGW: Trinkwasserinstallation und technische Anforderungen an den Schutz des Trinkwassers.
- BauNetz Wissen: Fachinformationen zur Regenwassernutzung und zur Trennung von Leitungsnetzen.
Normenhinweis: Die Neufassung DIN 1986-100:2026-11 ist zum Zeitpunkt der Kurserstellung bereits angekündigt beziehungsweise vorbestellbar. Vor jeder realen Planung ist der dann gültige Normenstand einschließlich örtlicher Anforderungen durch Fachkräfte zu prüfen. Im Kurs wird bewusst kein universelles Mindestgefälle behauptet.
Bildnachweise und Lizenzprüfung
Die eingebundenen Abbildungen stammen aus Wikimedia Commons. Die jeweiligen Dateiseiten wurden auf Urheber- und Lizenzangaben geprüft.
- Regenwasserableitung: Friedrich Haag, CC BY-SA 4.0.
- K-Style Rain Gutter: Stilfehler, CC BY-SA 4.0.
- Flachdachablauf: Asurnipal, CC BY-SA 4.0.
- Rotationslaser: Sarang, gemeinfrei.
- Mischsystem-Schema: U.S. Environmental Protection Agency, gemeinfrei.
- Regenwassertonne: Kmtextor, CC BY-SA 4.0.
- Straßenablauf: Visitor7, CC BY-SA 3.0.
- Regenfallrohr: Sergei S. Scurfield, CC BY-SA 3.0.
Lizenzhinweis: Namensnennung, Lizenzlinks und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen sind bei der Wiederverwendung entsprechend der jeweiligen Dateilizenz einzuhalten. Die Bilder werden unverändert verwendet.
Videohinweis: Die YouTube-Videos werden als externe Medien eingebettet. Ihre Verfügbarkeit kann sich ändern. Für sie wird keine freie OER-Lizenz behauptet; ihre Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Es werden keine Videos kopiert oder erneut hochgeladen.
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragen