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Entwässerung und Regenwassersysteme – Schmutzwasser und Regenwasser unterscheiden

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Entwässerung und Regenwassersysteme – Schmutzwasser und Regenwasser unterscheiden

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Entwässerung und Regenwassersysteme – Schmutzwasser und Regenwasser unterscheiden


Einleitung

Zielgruppe: Berufsausbildung SHK, Gebäudetechnik und Entwässerungstechnik

Lernzeit: ca. 60 Minuten, zusätzlich Projektzeit

Dein Auftrag: Unterscheide die Herkunft von Schmutzwasser und Regenwasser, verfolge beide Wege durch ein Gebäude und erkenne gefährliche Fehlanschlüsse.

Lernziele:

  1. Du erkennst die Herkunft der beiden Wasserarten.
  2. Du erklärst Trennsystem und Mischsystem.
  3. Du liest ein einfaches Entwässerungsschema.
  4. Du begründest Gefahren und geeignete nächste Prüfschritte.

Sicherheitsregel: Alle Aufgaben sind Lern- und Planungsübungen. Sie ersetzen keine fachliche Prüfung, Genehmigung, hygienische Bewertung oder Betriebsfreigabe. Reale Eingriffe in Abwasser-, Regenwasser- oder Trinkwasseranlagen sind ausschließlich unter fachlicher Aufsicht durchzuführen. Besonders die Trinkwasserhygiene und der Anlagenbetrieb müssen von zuständigen Fachleuten geprüft werden.


Lerneinheit 1: Woher kommt das Wasser?

Schmutzwasser entsteht durch Gebrauch. Niederschlagswasser entsteht aus gesammeltem Regen oder anderem Niederschlag, der von bebauten oder befestigten Flächen abfließt. Beides zählt rechtlich zum Abwasser (§ 54 WHG).

Schmutzwasser Niederschlagswasser
WC, Dusche, Waschbecken Dach, Terrasse
Küche, Waschmaschine Hof, Parkplatz, Straße
Durch Nutzung verändert Gesammelter Oberflächenabfluss
Muss sachgerecht entsorgt und in der Regel gereinigt werden Kann je nach Belastung und örtlichen Vorgaben zurückgehalten, genutzt, versickert, behandelt oder abgeleitet werden

Merke: Regenwasser ist nicht automatisch sauber und kein Trinkwasser. Wird gesammeltes Regenwasser beispielsweise für eine WC-Spülung benutzt, entsteht daraus Schmutzwasser.

Beobachte: Das Regenfallrohr führt Niederschlagswasser zur Versickerung. Foto: Sergei S. Scurfield, CC BY-SA 3.0.

Mini-Check: Eine Waschmaschine läuft. Es regnet auf das Dach. Welche Wasserart entsteht jeweils – und warum?


Lerneinheit 2: Trennsystem oder Mischsystem?

Im Trennsystem werden beide Wasserarten getrennt abgeführt. Das Schmutzwasser gelangt zur Kläranlage; Regenwasser folgt einem eigenen, örtlich festgelegten Weg.

Im Mischsystem fließen beide Wasserarten in einer gemeinsamen Kanalisation. Bei starkem Regen können Speicher- und Entlastungsanlagen erforderlich sein.

System Vereinfachtes Anlagenschema
Trennsystem – Schmutzwasser WC / Dusche → Schmutzwasserleitung → Schmutzwasserkanal → Kläranlage
Trennsystem – Niederschlagswasser Dach / Hof → Regenwasserleitung → Rückhaltung, Versickerung oder Regenwasserkanal → zulässiges Ziel
Mischsystem Schmutzwasser + Regenwasser → Mischwasserkanal → Abwasserbehandlung; bei Starkregen ggf. Speicher und Entlastung

Querschnitt eines Trennsystems: Suche die beiden getrennten Kanäle. Beispiel aus Katalonien, keine deutsche Ausführungsnorm. Grafik: Vicens, gemeinfrei.

Mischsystem und Entlastung bei hoher Belastung: Welche Folgen kann ein Starkregen haben? US-amerikanisches Prinzipschema, EPA, gemeinfrei.

Video: Wie funktioniert eigentlich die Berliner Kanalisation? Beobachte den Unterschied zwischen Misch- und Trennsystem.

Wichtig: Die öffentliche Kanalisation, die örtliche Entwässerungssatzung, das Landesrecht und die fachlichen Regeln bestimmen die zulässigen Anschlüsse. Eine Zusammenführung von Leitungen darf nicht einfach frei gewählt werden.


Lerneinheit 3: Das Gebäudemodell

Ein Gebäude enthält mehrere Entwässerungswege. Verfolge zuerst die Quelle, dann die Leitung und schließlich das Ziel.

Ebene Schmutzwasserweg Regenwasserweg
Dach Lüftung des Schmutzwassersystems, soweit vorgesehen Dachfläche → Dachrinne
Obergeschoss WC / Waschbecken → Anschlussleitung Dachrinne → Regenfallrohr
Erdgeschoss Küche / Dusche → Anschlussleitung → Fallleitung Hofablauf → Regenwasserleitung
Grundstück Grundleitung → Schmutzwasseranschluss Regenwassergrundleitung → genehmigter Entwässerungsweg

Vereinfachtes Gebäudemodell, nicht maßstäblich und nicht zur Ausführung geeignet.

Prinzipschema einer Schwerkraftkanalisation. Eawag / designport, CC BY 3.0. Verfolge den Leitungsweg bis zum Kanal.

Begriffe: Fallleitung, Grundleitung, Geruchsverschluss, Kanalisation und Rückstau.

Video der Stadt Bern: Grundstücksentwässerung. Das Beispiel dient dem Systemverständnis; Schweizer Anforderungen sind nicht ungeprüft auf Deutschland übertragbar.


Lerneinheit 4: Regenwasser nutzen, zurückhalten oder ableiten

Regenwasserbewirtschaftung kann den schnellen Oberflächenabfluss verringern. Je nach Standort und Wasserbelastung kommen Speicherung, Nutzung, Versickerung, Rückhaltung und Behandlung infrage.

Typischer Weg: Dach → Rinne → Fallrohr → geeignete Filterung / Sammlung → Zisterne → zulässige Nichttrinkwassernutzung.

Schema eines Regenwasserspeichers: Erkenne Dachrinne, Filter und Speicher. Nbcorp, gemeinfrei.

Praxisbeispiel einer Regenwassersammlung für Nichttrinkwasserzwecke. AcornToOak, CC BY-SA 4.0.

Eine Versickerungsanlage ist nur bei geeigneten örtlichen und wasserrechtlichen Bedingungen möglich. Belastetes Niederschlagswasser kann vor der Einleitung eine Behandlung benötigen.

Funktionsschema einer Mischwasserentlastung: Nicht alles Wasser kann bei Starkregen zur Kläranlage geleitet werden. SoNeis, CC BY-SA 4.0.

Mini-Check: Warum ist es sinnvoll, Dachwasser gegebenenfalls auf dem Grundstück zurückzuhalten, statt es sofort in einen Kanal einzuleiten?


Lerneinheit 5: Hygiene und sichere Anlagenzuordnung

Eine Regenwassernutzungsanlage ist eine Nichttrinkwasseranlage. Sie darf keine unzulässige direkte Verbindung mit der Trinkwasserinstallation haben.

Eine Trinkwassernachspeisung benötigt eine geeignete Sicherungseinrichtung nach den anerkannten Regeln der Technik, etwa einen normgerecht ausgeführten freien Auslauf. Auch die dauerhafte Kennzeichnung als Kein Trinkwasser ist wesentlich.

Prüfmerksatz: Herkunft → Leitungsweg → Ziel → mögliche Gefährdung → Fachprüfung.

Die Auswahl, Installation, Prüfung und Wartung hygienerelevanter Einrichtungen gehören in fachkundige Hände. Eine Lernlösung ist niemals ein Nachweis der Trinkwasserhygiene.

Fachschema: DVGW – Regenwassernutzungsanlagen, Stand Juli 2025. Betrachte die Abbildung zum freien Auslauf und zur getrennten Betriebswasserversorgung. Das Dokument ist eine Fachquelle und keine frei lizenzierte Grafikvorlage.

Vertiefung: SHK-Lernfeld Gebäudeentwässerung mit Pumpen und Rückstausicherung. Keine eigenständige Betriebsanweisung.


Ausbildungsfall: Drei Verdachtsstellen im Musterhaus

Situation: Du arbeitest im SHK-Ausbildungsteam. Bei einem fiktiven Mehrfamilienhaus ist laut genehmigtem Konzept ein Trennsystem vorgesehen. Der vorliegende Entwurfsplan zeigt drei auffällige Verbindungen.

Planstelle Dargestellte Verbindung Dein Prüfauftrag
A – Bad WC-Abfluss → Regenwasseranschluss R Prüfe Herkunft und vorgesehenes Ziel.
B – Dach Regenfallrohr → Schmutzwasseranschluss S Prüfe die Auswirkung auf den Schmutzwasserkanal.
C – Zisterne Regenwasserspeicher → direkte Rohrverbindung zur Trinkwasserinstallation Prüfe die hygienische Trennung.

Deine Aufgabe: Markiere alle drei Verdachtsstellen, begründe die möglichen Folgen und formuliere für jede Stelle eine sichere nächste Maßnahme. Arbeite nur am Plan oder am trockenen Modell.


Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall

Bearbeite den Fall zuerst selbst. Öffne bei Bedarf die Hilfen nacheinander.

Hilfe 1 – Herkunft erkennen

Ordne die drei Quellen zu: WC = nach Gebrauch Schmutzwasser; Dach = Niederschlagswasser; Zisterne = gespeichertes Nichttrinkwasser.

Hilfe 2 – Das Leitungsziel verfolgen

Im geplanten Trennsystem hat der WC-Abfluss den Schmutzwasserweg. Das Dachwasser darf nicht beliebig in diesen Weg gelangen. Trinkwasser- und Nichttrinkwasserinstallation benötigen eine sichere Systemtrennung.

Hilfe 3 – Folgen erkennen

Denke bei A an mögliche Gewässerverunreinigung, bei B an zusätzliche hydraulische Belastung und bei C an eine hygienische Gefährdung der Trinkwasserversorgung.


Begründetes Feedback zum Ausbildungsfall

Musterlösung anzeigen

A – kritisch: WC-Schmutzwasser kann über einen Regenwasserweg ohne die dafür vorgesehene Abwasserbehandlung in die Umwelt gelangen. Nächster Schritt: Fehlanschluss im Plan dokumentieren und fachlich prüfen lassen.

B – kritisch: Regenwasser kann den Schmutzwasserkanal bei Niederschlag zusätzlich hydraulisch belasten. Nächster Schritt: Vorgesehene Regenwasserableitung mit dem genehmigten Entwässerungskonzept abgleichen.

C – hygienisch kritisch: Eine direkte Querverbindung kann Nichttrinkwasser in die Trinkwasserinstallation gelangen lassen. Nächster Schritt: Nicht als sicher oder betriebsbereit einstufen und unverzüglich eine Prüfung durch das zuständige eingetragene Installationsunternehmen veranlassen.

Entscheidend: Die Zeichnung begründet einen Verdacht, beweist aber noch nicht die tatsächliche Leitungsführung im Gebäude. Die Prüfung erfolgt anhand geeigneter Unterlagen und fachlich beaufsichtigter Verfahren. Aus dieser Übung folgt keine Freigabe der Anlage.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Quelle liefert typischerweise Schmutzwasser? (WC) (!Dachfläche) (!Regenrinne) (!Hofpflaster)




Was ist Niederschlagswasser im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes? (Gesammelt abfließendes Wasser von bebauten oder befestigten Flächen) (!Jedes Wasser aus einer Wasserleitung) (!Jedes behandelte Trinkwasser) (!Ausschließlich Grundwasser)




Wohin gelangt häusliches Schmutzwasser im üblichen kommunalen Trennsystem? (Zur Kläranlage) (!Direkt zur Zisterne) (!Direkt zum Dachablauf) (!Ungeprüft zur Versickerungsmulde)




Was kennzeichnet ein Trennsystem? (Getrennte Ableitungswege für Schmutzwasser und Regenwasser) (!Eine gemeinsame Leitung für beide Wasserarten) (!Eine einzige Leitung zur Zisterne) (!Keine Entwässerungsleitungen)




Was kennzeichnet ein Mischsystem? (Gemeinsame Kanalisation für Schmutzwasser und Regenwasser) (!Vollständige Trennung bis zum Klärwerk) (!Ausschließliche Sammlung von Dachwasser) (!Ausschließliche Sammlung von Toilettenwasser)




Wie ist Regenwasser von stark belasteten Verkehrsflächen zu bewerten? (Es kann eine Behandlung erfordern) (!Es ist immer Trinkwasser) (!Es ist immer unbelastet) (!Es darf stets ungeprüft versickern)




Was ist am WC-Anschluss zum Regenwasserkanal im geplanten Trennsystem problematisch? (Schmutzwasser kann ohne passende Reinigung in die Umwelt gelangen) (!Das WC erhält zu wenig Regenwasser) (!Die Dachrinne wird breiter) (!Die Zisterne wird automatisch sauberer)




Welche Folge kann ein Dachanschluss am Schmutzwasserkanal im Trennsystem haben? (Zusätzliche hydraulische Belastung bei Regen) (!Verringerung aller Regenwassermengen) (!Automatische Trinkwasseraufbereitung) (!Garantierter Schutz vor Überflutung)




Was schützt die Trinkwasserinstallation bei einer fachgerecht geplanten Regenwassernachspeisung? (Eine geeignete Sicherungseinrichtung mit freiem Auslauf) (!Eine direkte Rohrverbindung ohne Sicherung) (!Ein gewöhnliches Absperrventil als alleinige Trennung) (!Ein Etikett ohne technische Sicherung)




Welche Prüfung ist vor einer endgültigen Anschlussentscheidung notwendig? (Abgleich mit Entwässerungskonzept und örtlichen Vorgaben) (!Entscheidung allein nach Rohrfarbe) (!Entscheidung allein nach Gebäudealter) (!Entscheidung ohne fachliche Kontrolle)





Feedback zum Quiz

Begründungen nach dem Quiz anzeigen

  1. WC: Wasser wird durch Gebrauch verändert.
  2. Niederschlagswasser: Die gesetzliche Definition bezieht sich auf gesammelten Abfluss von bebauten oder befestigten Flächen.
  3. Kläranlage: Schmutzwasser muss dem vorgesehenen Reinigungsweg zugeführt werden.
  4. Trennsystem: Unterschiedliche Aufgaben benötigen getrennte Leitungswege.
  5. Mischsystem: Beide Wasserarten werden im gemeinsamen Kanal geführt.
  6. Verkehrsflächen: Schadstoffe können im abfließenden Regenwasser enthalten sein.
  7. WC-Fehlanschluss: Schmutzwasser im Regenwasserweg gefährdet möglicherweise Gewässer.
  8. Dach-Fehlanschluss: Regen kann zu einer zusätzlichen Kanalbelastung führen.
  9. Freier Auslauf: Eine geeignete Sicherung verhindert einen unzulässigen Rückfluss in das Trinkwassersystem.
  10. Fachliche Kontrolle: Nur die geltenden Anschlussbedingungen und geprüften Unterlagen erlauben eine belastbare Entscheidung.


Memory

Ordne jedem Begriff genau seine Bedeutung zu.

Schmutzwasser Durch Gebrauch verändertes Wasser
Niederschlagswasser Gesammelter Abfluss von bebauten oder befestigten Flächen
Trennsystem Getrennte Kanäle für zwei Abwasserarten
Mischsystem Gemeinsame Kanalisation
Kläranlage Technische Reinigung von Abwasser
Zisterne Speicher für gesammeltes Regenwasser
Rückhaltung Verzögerung des Wasserabflusses
Freier Auslauf Sicherung zur Trennung von Trinkwasser und Nichttrinkwasser





Drag and Drop

Ordne die zusammengehörenden Anlagenteile oder Funktionen zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Dachrinne Regenfallrohr
WC-Abfluss Schmutzwasserleitung
Schmutzwasserkanal Kläranlage
Regenwasserspeicher Nichttrinkwassernutzung
Regenrückhaltebecken Verzögerter Abfluss
Trinkwassernachspeisung Freier Auslauf





Kreuzworträtsel

Zisterne Wie heißt ein Speicher für gesammeltes Regenwasser?
Fallrohr Welches Rohr führt Regenwasser vom Dach nach unten?
Trennsystem Welches Kanalisationssystem führt die Abwasserarten getrennt?
Mischsystem Welches Kanalisationssystem führt beide Abwasserarten gemeinsam?
Kläranlage In welcher Anlage wird kommunales Schmutzwasser gereinigt?
Regenrinne Welches Bauteil sammelt Niederschlagswasser am Dachrand?





LearningApps

Suche nach ergänzenden interaktiven Übungen. Prüfe die fachliche Richtigkeit gefundener Fremdaufgaben vor ihrer Verwendung.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Wasser aus einer benutzten Dusche ist

.
Gesammeltes Regenwasser von einer Dachfläche heißt rechtlich

.
Beim

werden beide Wasserarten getrennt abgeleitet.
Beim

werden beide Wasserarten in einer gemeinsamen Kanalisation geführt.
Häusliches Schmutzwasser gelangt üblicherweise zur

.
Ein Regenwasserspeicher wird als

bezeichnet.
Ein Regenfallrohr gehört zur

.
Eine Regenwassernutzungsanlage liefert im Regelfall

.
Eine unzulässige Verbindung zur Trinkwasserinstallation kann die Trinkwasserqualität

.
Die verbindlichen Anschlussbedingungen sind unter anderem in der örtlichen Entwässerungs-

geregelt.




Offene Aufgaben

Erstelle eigene Lernprodukte. Nutze ausschließlich Planskizzen, Bilder, trockene Übungsmodelle oder fachlich beaufsichtigte Ausbildungsstationen.


Leicht

Basisaufgaben

  1. Herkunftskarten: Erstelle sechs Begriffskarten und ordne sie nach Schmutzwasser oder Niederschlagswasser.
  2. Dachweg zeichnen: Zeichne Dachrinne, Fallrohr und einen zulässigen beispielhaften Regenwasserweg.
  3. Wasserwege erklären: Beschreibe in vier eigenen Sätzen die beiden Abwasserarten und ihre Herkunft.
  4. Fotodokumentation: Fotografiere aus öffentlich zugänglichem Bereich einen Straßenablauf oder ein Fallrohr und erkläre dessen Funktion, ohne Bauteile zu öffnen oder zu verändern.

Basis-Feedback: Die Herkunft entscheidet über die Einordnung. Ein richtiger Wasserweg berücksichtigt die Nutzung des Wassers und das geplante Entwässerungssystem. Die Annahme, Regenwasser sei immer unbelastet, ist fachlich falsch.


Standard

Anwendungsaufgaben

  1. Planprüfung: Kennzeichne alle drei Verdachtsstellen des Musterhauses und dokumentiere ihre möglichen Folgen.
  2. Gebäudemodell: Baue ein trockenes Pappmodell mit getrennten Regenwasser- und Schmutzwasserleitungen.
  3. Fehlerdiagnose: Erstelle eine Diagnosekarte mit Quelle, vermuteter Fehlverbindung, Risiko und nächstem fachlichen Prüfschritt.
  4. Systemvergleich: Vergleiche Zisterne, Versickerung und Regenwasserkanal anhand von Nutzung, Standortbedingungen und möglichem Behandlungsbedarf.

Anwendungs-Feedback: Eine überzeugende Lösung verfolgt jeden Wasserweg vom Ursprung bis zum Ziel. Sie benennt nicht nur den Fehler, sondern dessen mögliche Auswirkung. Ungeprüfte Anschlüsse dürfen nicht als zulässig bezeichnet werden.


Schwer

Transferaufgaben

  1. Starkregenanalyse: Vergleiche die Folgen eines Starkregens für Misch- und Trennsysteme anhand zweier selbst gezeichneter Schemen.
  2. Hygienekonzept: Entwirf eine Prüfliste zur sicheren Trennung von Trinkwasser- und Regenwassernutzungsanlagen. Vermerke, welche Punkte nur Fachkräfte verbindlich beurteilen dürfen.
  3. Fachinterview: Befrage mit Genehmigung eine Fachkraft über typische Fehlanschlüsse, Rückstau und die Bedeutung örtlicher Entwässerungssatzungen.
  4. Entwässerungsentscheidung: Entwickle zwei alternative Regenwasserkonzepte für ein fiktives Grundstück und begründe Vor- und Nachteile anhand vorgegebener Boden- und Belastungseigenschaften.

Transfer-Feedback: Gute Konzepte vergleichen technische, wasserwirtschaftliche und hygienische Auswirkungen. Sie machen Annahmen sichtbar und weisen auf Genehmigungs-, Nachweis- und Prüfpflichten hin. Ein Lernkonzept stellt keine Ausführungsplanung oder Anlagenfreigabe dar.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Bearbeite die Aufgaben schriftlich und begründe Deine Entscheidungen.

  1. Ursache und Wirkung: Ein WC-Abfluss ist versehentlich an einen Regenwasserkanal angeschlossen. Erkläre mögliche Auswirkungen auf die Umwelt und den erforderlichen Umgang mit dem Verdacht.
  2. Systembelastung: Begründe, warum zusätzliches Dachwasser im Schmutzwasserkanal eines Trennsystems problematisch sein kann.
  3. Nutzungsentscheidung: Ein Betrieb möchte Dachwasser sammeln. Vergleiche Gartenbewässerung, Versickerung und Ableitung unter Berücksichtigung örtlicher Voraussetzungen.
  4. Hygienesicherheit: Erkläre, warum eine direkte Verbindung zwischen einer Zisterne und der Trinkwasserinstallation nicht durch ein einfaches Absperrventil ausreichend gesichert wird.
  5. Planvergleich: Zwei Gebäude haben gleichartige Sanitäranlagen, liegen aber in unterschiedlichen Entwässerungsgebieten. Erläutere, welche örtlichen Unterlagen für die Planung entscheidend sind.
  6. Sichere Diagnose: Entwickle einen Ablauf für die Untersuchung eines vermuteten Fehlanschlusses, ohne selbst an der realen Anlage einzugreifen.

Bewertungshinweis: Wesentlich sind nachvollziehbare Systemzusammenhänge, richtig erkannte Risiken, begründete Entscheidungen und das Einhalten der fachlichen Verantwortungsgrenzen.




Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis erstellst Du eine kurze Planungs- und Diagnosemappe zum Musterhaus.

  1. Beschriftetes Gebäudemodell mit Schmutzwasser- und Niederschlagswasserwegen.
  2. Erklärung der Herkunft der beiden Abwasserarten.
  3. Gegenüberstellung von Trenn- und Mischsystem.
  4. Dokumentation der drei Verdachtsstellen mit begründeten Folgen.
  5. Darstellung sicherer nächster Prüfschritte und zuständiger Fachstellen.
  6. Reflexion zu Gewässerschutz, Rückhaltung und Trinkwasserhygiene.

Beurteilung: Fachliche Richtigkeit, nachvollziehbare Begründungen, korrekte Leitungszuordnung, Sicherheitsbewusstsein und verständliche Darstellung.

Keine Betriebsfreigabe: Ein erfolgreicher Lernnachweis ersetzt keine Prüfung der realen Anlage. Hygiene, Anschlussbedingungen, Normkonformität und Betriebssicherheit müssen gesondert fachlich beurteilt werden.




OERs zum Thema

Wikipedia: Grundlagen zu Kanalisation, Trennsystem, Mischsystem, Regenwasser und Abwasser.


Fachlich geprüfte Quellenbasis

  1. Wasserhaushaltsgesetz § 54: Gesetzliche Definition von Schmutzwasser und Niederschlagswasser.
  2. Wasserhaushaltsgesetz § 55: Grundsätze zur Abwasserbeseitigung.
  3. Bayerisches Landesamt für Umwelt: Funktionsweise von Trenn- und Mischsystemen.
  4. BauNetz Wissen: Gebäude- und Grundstücksentwässerung.
  5. Umweltbundesamt: Regenwasserbewirtschaftung.
  6. Umweltbundesamt: Regenwassernutzung und hygienische Anforderungen.
  7. DVGW-Kompaktinfo, Juli 2025: Regenwassernutzungsanlagen und Trinkwasserschutz.
  8. Ruhrverband: Funktion eines Kanalnetzes.

Technische Regelwerke zur fachlichen Vertiefung: DIN EN 12056, DIN 1986-100, DIN EN 752, DIN EN 1717 sowie DIN EN 16941-1 und DIN 1989-100 für relevante Regenwassernutzungsanlagen. Maßgeblich sind die jeweils anzuwendenden Fassungen und örtlichen Anforderungen. Die vollständigen Normtexte sind nicht Bestandteil dieses Kurses.


Bildnachweise und Medienrechte

Die folgenden Abbildungen wurden auf Wikimedia Commons nach Dateiname, Urheberangabe und Lizenz recherchiert. Die jeweilige Dateiseite enthält die verbindlichen Nutzungsbedingungen.

Medium Urheber / Lizenz
Fallrohr und Versickerung Sergei S. Scurfield; CC BY-SA 3.0
Straßenquerschnitt im Trennsystem Vicens; gemeinfrei
Mischsystem-Schema US Environmental Protection Agency; gemeinfrei
Schwerkraftkanalisation Eawag / designport; CC BY 3.0
Regenwasserspeicher Nbcorp; gemeinfrei
Regenwassersammlung AcornToOak; CC BY-SA 4.0
Regenüberlauf SoNeis; CC BY-SA 4.0

Hinweis zu Videos: Die YouTube-Videos werden ausschließlich über ihre jeweiligen Originalseiten eingebettet und nicht als frei lizenzierte OER ausgegeben. Die Rechte verbleiben bei den Rechteinhabern. Verfügbarkeit und Einbettbarkeit können sich ändern. Die technischen Aussagen der Videos sind vor einer praktischen Übertragung auf die aktuell geltenden deutschen Anforderungen zu prüfen.


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