Motorradtechnik und Zweiradantriebe – Eine Motorradwartung dokumentiert abschließen
Motorradtechnik und Zweiradantriebe – Eine Motorradwartung dokumentiert abschließen
Einleitung
Zielgruppe: Ausbildung im Bereich Zweiradmechatronik, Fachrichtung Motorradtechnik.
Lernzeit: etwa 60–90 Minuten einschließlich Fallbearbeitung.
Lernziel: Du kannst Prüfergebnisse nachvollziehbar dokumentieren, Abweichungen fachlich eingrenzen und einen Wartungsauftrag mit offenen Mängeln korrekt zur weiteren Bearbeitung übergeben.
Leitfrage: Wann ist eine Motorradwartung dokumentiert abgeschlossen – und warum bedeutet das nicht automatisch eine Fahrzeugfreigabe?

Systemübersicht eines Motorrads. Bildquelle: Wikimedia Commons, Civitas13, CC0.
ADAC: Motorradtechnik-Check. Beobachte die Prüfpunkte, nicht die allgemeinen Zahlenwerte als verbindliche Herstellervorgaben.
Sicherheitsgrenze: Dieser Kurs ist eine Lernsimulation. Er erteilt keine Zulassung, Reparaturberechtigung oder Fahrfreigabe. Sicherheitsrelevante Fahrzeugprüfungen und Arbeiten, Arbeiten an Hochvoltsystemen sowie an Rückhaltesystemen bleiben entsprechend qualifiziertem und beauftragtem Fachpersonal vorbehalten. Beachte betriebliche Sicherheitsregeln und aktuelle, fahrzeugbezogene Herstellerangaben. Bei ungeklärten sicherheitsrelevanten Mängeln darf keine Fahrfreigabe aus diesem Kurs abgeleitet werden.
Lernpfad
| Einheit | Schwerpunkt | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1 | Fahrzeug und Antrieb | Baugruppen zuordnen |
| 2 | Prüfnachweise | Ist- und Sollwerte unterscheiden |
| 3 | Diagnose | Fehlerhypothesen begründen |
| 4 | Werkstattfall | Befunde und Nachweise dokumentieren |
| 5 | Abschluss | Restmängel und Zuständigkeit klären |
Lerneinheit 1: Motorradsysteme erkennen
Merksatz: Jedes Prüfergebnis gehört zu einer eindeutig bezeichneten Baugruppe.
Antriebssysteme vergleichen

Motorrad- und Fahrrad-Rollenkette im Größenvergleich. Ralf Roletschek, CC BY-SA 3.0.
Kettenantrieb: Kraftübertragung über Ritzel, Kette und Kettenrad. Zu beurteilen sind unter anderem Kettenspiel, Verschleiß, Schmierzustand und erkennbare Schäden.

Riemenantrieb einer BMW F 650 CS. Simone Roda, CC BY 2.0.
Riemenantrieb: Kraftübertragung über einen Riemen. Prüfgrößen und Prüfverfahren unterscheiden sich vom Kettenantrieb.
Kardanantrieb einer Yamaha XS Eleven. Malber, CC BY-SA 3.0.
Kardanantrieb: Kraftübertragung über Wellen und Winkelgetriebe. Dichtheit, Lagerzustand und vorgeschriebene Wartung sind zu berücksichtigen.

Prinzipbild zu Kräften bei Ketten-/Riemen- und Wellenantrieb. Alanbly, CC0.
Bildauftrag: Vergleiche die drei Antriebssysteme und benenne für jedes einen sinnvollen Dokumentationspunkt.
Bremsen und Reifen

Motorradscheibenbremse. Pittigrilli, CC BY-SA 4.0.

Motorradhinterreifen. La Cigale, CC BY-SA 3.0.
Prüfprinzip: Ein dokumentierter Sichtbefund ersetzt keine vorgeschriebene Messung oder Funktionsprüfung. Reifenprofil, Reifenzustand, Bremskomponenten und Beleuchtung müssen entsprechend Prüfauftrag und Herstellervorgaben beurteilt werden.
Lerneinheit 2: Prüfnachweise verstehen
Ein belastbarer Prüfnachweis verbindet:
| Nachweisfeld | Leitfrage |
|---|---|
| Fahrzeug und Auftrag | Welches Fahrzeug und welcher Arbeitsumfang? |
| Prüfschritt | Was wurde überprüft? |
| Sollvorgabe | Welche fahrzeugbezogene Vorgabe gilt? |
| Istbefund | Was wurde tatsächlich festgestellt? |
| Methode und Beleg | Wie wurde geprüft und wo liegt der Nachweis? |
| Abweichung | Welche Beanstandung bleibt bestehen? |
| Bearbeitungsstatus | Offen, bearbeitet oder nachgeprüft? |
| Verantwortung | Wer dokumentiert und wer entscheidet? |
Wichtig: „Nicht geprüft“, „nicht bestanden“ und „bestanden“ sind unterschiedliche Aussagen. Eine fehlende Messung darf nicht als erfolgreicher Prüfnachweis eingetragen werden.
Quellen zur Vertiefung: ADAC – Motorrad-Saisoncheck und Honda – Fahrerhandbücher.
Lerneinheit 3: Diagnose fachlich eingrenzen

Allgemeines elektrohydraulisches ABS-Prinzipbild, kein motorradspezifischer Schaltplan. Arion54, CC BY-SA 3.0.
Diagnosepfad:
| Schritt | Fachlicher Zweck |
|---|---|
| Symptom aufnehmen | Beobachtung von Vermutung trennen |
| Systembezug herstellen | Betroffene Baugruppe identifizieren |
| Daten vergleichen | Widersprüche und Auffälligkeiten erkennen |
| Hypothese bilden | Mögliche Fehlerursache begründen |
| Gegenprüfung planen | Hypothese fachgerecht überprüfen lassen |
| Ergebnis dokumentieren | Bestätigte und ungeklärte Befunde trennen |
Grundsatz: Ein Fehlercode oder fehlender Fehlercode allein beweist weder einen Defekt noch die vollständige Funktionsfähigkeit.
Sicherheitsregel: Elektrische Messungen an sicherheitsrelevanten Systemen und Eingriffe in Bremse oder ABS erfolgen ausschließlich im dafür vorgesehenen qualifizierten Werkstattprozess.
Lerneinheit 4: Ausbildungsfall M-17
Arbeitsauftrag
Fall: Ein fiktives Motorrad mit Kettenantrieb kommt zur Wartung. Die Endkontrolle soll dokumentiert werden.
Auftragsnummer: M-17 (Simulation)
Auftrag: Dokumentation der Wartungsprüfpunkte, Bewertung vorhandener Prüfdaten und Übergabe offener Beanstandungen.
Hinweis: Sämtliche nachfolgenden Fahrzeugdaten, Messwerte und Sollbereiche sind für die Ausbildung erfunden. Sie sind ausdrücklich keine Herstellervorgaben für ein reales Fahrzeug.

Werkstattkontext. madmalaysia, CC BY-SA 4.0.
Diagnose-Datensatz A: Kettenantrieb
| Prüfmerkmal | Simulierter Befund |
|---|---|
| Antrieb | Rollenkette |
| Didaktischer Sollbereich | 25–35 mm |
| Messstelle A | 41 mm |
| Messstelle B | 42 mm |
| Messstelle C | 41 mm |
| Nachweis | Ausbildungsdatensatz K-17 |
| Nachprüfung nach einer Korrektur | Nicht vorhanden |
Arbeitsfrage: Welche Abweichung kannst Du belegen? Was ist für einen tatsächlichen Abschluss noch erforderlich?
Musterbegründung: Alle drei fiktiven Messwerte liegen oberhalb des fiktiven Sollbereichs. Die Abweichung ist dokumentierbar. Eine fachgerechte Korrektur und anschließende Nachprüfung sind jedoch nicht nachgewiesen. Für reale Prüfungen gelten ausschließlich die zum Motorrad passenden Herstellervorgaben einschließlich Messbedingungen.
Louis: Motorradkette spannen. Nur zur fachlichen Einordnung der Prüfpunkte. Das Video ersetzt keine Herstellervorgaben oder qualifizierte Arbeitsanweisung.
Diagnose-Datensatz B: Bremslicht
| Beobachtung | Simulierter Wert |
|---|---|
| Schlusslicht | Funktioniert |
| Bremslicht bei Betätigung des Fußbremshebels | Funktioniert |
| Bremslicht bei Betätigung des Handbremshebels | Funktioniert nicht |
| Elektrischer Schalternachweis | Nicht vorhanden |
| Nachprüfung | Nicht vorhanden |
Arbeitsfrage: Welche Fehlerursache wird wahrscheinlicher und welche nicht?
Musterbegründung: Da das Bremslicht über die Fußbetätigung funktioniert, ist ein vollständiger Ausfall der Bremslichtquelle weniger wahrscheinlich. Der Schalter oder der zugehörige Signal- und Leitungsweg der Handbetätigung ist als Fehlerhypothese zu untersuchen. Der konkrete Defekt ist noch nicht bewiesen.
Diagnose-Datensatz C: Elektronische Diagnose
| Prüfpunkt | Simulierter Datenstand |
|---|---|
| Steuergeräteabfrage | Erfolgt |
| Gespeicherter relevanter Fehlercode | Keiner |
| Bremslichtfunktion über Handbetätigung | Weiterhin fehlerhaft |
| Vollständiger Funktionsnachweis | Nicht vorhanden |
Schlussfolgerung: Ein leerer Fehlerspeicher widerlegt den beobachteten Funktionsfehler nicht. Die Sicht- und Funktionsbefunde bleiben maßgeblich für die weitere Eingrenzung.
Gestufte Hilfen
Hilfe 1 – Orientierung: Markiere in beiden Datensätzen alle Abweichungen und fehlenden Nachweise.
Hilfe 2 – Eingrenzung: Vergleiche die beiden Bremslicht-Betätigungswege. Welche Komponenten werden gemeinsam verwendet?
Hilfe 3 – Begründung: Trenne nachweislich funktionierende Komponenten, mögliche Fehlerursachen und noch ausstehende Prüfungen. Formuliere erst danach eine Entscheidung zum Bearbeitungsstatus.
Werkstattfälle zum Transfer
Kurzfall A – Reifen: Ein Reifen besitzt noch ausreichendes Profil, zeigt aber eine sichtbare Beschädigung an der Seitenwand. Erkläre, warum die reine Profiltiefenangabe für die Bewertung nicht genügt.
Kurzfall B – Bremsanlage: Ein Wartungsprotokoll enthält „Bremse geprüft“, aber weder Prüfverfahren noch Befund und noch keinen Nachweis über eine geforderte Endkontrolle. Beurteile die Nachweisqualität.
Fallfeedback: Im ersten Fall ist der Zustand des Reifens zusätzlich sicherheitsrelevant; die weitere fachliche Beurteilung ist erforderlich. Im zweiten Fall ist die pauschale Aussage kein ausreichend nachvollziehbarer Prüfnachweis.
Lerneinheit 5: Wartungsabschluss dokumentieren
Abschlussprotokoll des Übungsfalls
| Prüffeld | Beleg | Übungsbewertung |
|---|---|---|
| Auftrag und Fahrzeugzuordnung | M-17 | Dokumentiert |
| Kettenantrieb | K-17 | Abweichung offen |
| Bremslicht | Datensatz B | Funktionsmangel offen |
| Elektronische Diagnose | Datensatz C | Kein vollständiger Funktionsnachweis |
| Fachgerechte Mängelbeseitigung | Nicht belegt | Offen |
| Erforderliche Nachprüfungen | Nicht belegt | Offen |
| Fachliche Fahrzeugfreigabe | Nicht erteilt | Zuständiges Fachpersonal |
Fallentscheidung: Die vorliegenden Befunde können dokumentiert und an das zuständige Fachpersonal übergeben werden. Der Wartungsauftrag ist hinsichtlich der Mängelbeseitigung und Endkontrolle noch nicht vollständig abgeschlossen. Eine Fahrzeugfreigabe ist aus den Übungsdaten nicht ableitbar.
Muster eines dokumentierten Übergabevermerks
Auftrag: M-17 – fiktiver Ausbildungsfall.
Feststellungen: Kettenspiel oberhalb des im Übungsfall definierten Sollbereichs. Bremslichtfunktion über den Handbremshebel nicht gegeben.
Diagnose: Ursache der Bremslichtabweichung nicht abschließend bestätigt. Elektrische Gegenprüfung fehlt.
Offene Arbeiten: Fachgerechte Bewertung und gegebenenfalls Mängelbeseitigung durch qualifiziertes Personal sowie dokumentierte Nachprüfungen.
Status: Prüfunterlagen zusammengestellt; Bearbeitung und Endkontrolle offen; keine Fahrzeugfreigabe.
Wichtig: Dieser Mustertext ist weder eine unterschriebene Werkstattfreigabe noch ein amtlicher Prüfbericht.
Werkstattabschluss und amtliche Prüfung unterscheiden
Eine betriebliche Endkontrolle und Fahrzeugübergabe sind von der Hauptuntersuchung gemäß § 29 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung zu unterscheiden. Ein Ausbildungsprotokoll ersetzt weder eine vorgeschriebene Prüfung noch eine Entscheidung berechtigter Personen.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
Basisaufgabe
Auftrag: Ordne die Begriffe „Istwert“, „Sollwert“ und „Prüfnachweis“ den entsprechenden Feldern im Datensatz K-17 zu.
Begründetes Feedback: Ein Istwert ist das tatsächlich erfasste Ergebnis, ein Sollwert die Vergleichsvorgabe. Der Prüfnachweis dokumentiert Prüfung und Befund. Die drei Angaben sind nicht austauschbar.
Anwendungsaufgabe
Auftrag: Formuliere aus Datensatz B eine Fehlerhypothese und einen noch notwendigen fachlichen Prüfauftrag.
Begründetes Feedback: Die Eingrenzung auf den handbremsseitigen Schalt- oder Signalweg ist mit den Daten begründbar. Die eindeutige Behauptung „Schalter defekt“ wäre dagegen voreilig, weil die bestätigende Prüfung fehlt.
Transferaufgabe
Auftrag: Eine Kollegin möchte das Ausbildungsfahrzeug trotz fehlendem Endkontrollnachweis als „fertig“ kennzeichnen. Verfasse eine kurze fachliche Stellungnahme.
Begründetes Feedback: Eine tragfähige Stellungnahme benennt konkrete fehlende Nachweise, offene Sicherheitsbefunde und die zuständige Entscheidungsinstanz. Die bloße Aussage „Ich würde es nicht machen“ genügt nicht.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was gehört zu einem nachvollziehbaren Prüfnachweis? (Prüfpunkt Istbefund und zugehörige Vorgabe) (!Nur eine allgemeine Bestätigung) (!Nur die Auftragsnummer) (!Nur ein beliebiges Foto)
Welche Aussage trifft auf fehlende Prüfdaten zu? (Nicht geprüft darf nicht als bestanden gelten) (!Fehlende Daten beweisen Fehlerfreiheit) (!Ein Foto ersetzt jeden Messwert) (!Eine Vermutung genügt zur Freigabe)
Wie werden die Kettenmesswerte im Ausbildungsfall bewertet? (Sie liegen oberhalb des fiktiven Sollbereichs) (!Sie entsprechen alle dem Sollbereich) (!Sie beweisen einen fehlerfreien Antrieb) (!Sie ersetzen die Nachprüfung)
Was legt der Bremslicht-Datensatz nahe? (Eine Eingrenzung auf den handbremsseitigen Schaltweg) (!Einen bewiesenen vollständigen Lampendefekt) (!Einen nachweislich beschädigten Reifen) (!Eine sicher fehlerfreie Beleuchtungsanlage)
Was beweist ein leerer Fehlerspeicher? (Allein keine vollständige Funktionsfähigkeit) (!Die vollständige Fehlerfreiheit des Motorrads) (!Eine erfolgreich durchgeführte Hauptuntersuchung) (!Die Zulässigkeit jeder Fahrzeugfreigabe)
Was ist nach der Beseitigung eines festgestellten Mangels erforderlich? (Eine dokumentierte fachgerechte Nachprüfung) (!Das Löschen aller bisherigen Befunde) (!Das automatische Schließen des Auftrags) (!Das Überspringen der Endkontrolle)
Wer darf sicherheitsrelevante Arbeiten fachlich verantwortlich ausführen? (Entsprechend qualifiziertes und beauftragtes Fachpersonal) (!Jede Person mit einem Lernkurs) (!Jede Person mit einem Werkzeugkoffer) (!Jede Person mit einem Internetvideo)
Welche Grundlage gilt für den realen Kettendurchhang? (Die passende aktuelle Herstellervorgabe) (!Ein beliebiger Wert aus einem Video) (!Der Mittelwert unterschiedlicher Motorradmodelle) (!Eine frei erfundene Werkstattregel)
Welche Aussage zur Hauptuntersuchung ist richtig? (Ein Ausbildungsprotokoll ersetzt keine amtliche Hauptuntersuchung) (!Eine Wartungscheckliste ist immer ein HU-Bericht) (!Ein Lehrquiz kann eine Prüfplakette erteilen) (!Jeder Werkstattauftrag ist eine Hauptuntersuchung)
Was ist die korrekte Entscheidung zum Ausbildungsfall M-17? (Offene Mängel dokumentieren und an Fachpersonal übergeben) (!Das Fahrzeug ohne Nachprüfung freigeben) (!Die fehlenden Messwerte schätzen) (!Den Bremslichtmangel aus dem Protokoll entfernen)
Memory
| Istwert | Tatsächlich erfasster Prüfwert |
| Sollwert | Festgelegte Vergleichsvorgabe |
| Prüfprotokoll | Strukturierter Nachweis |
| Fehlerhypothese | Begründete mögliche Ursache |
| Nachprüfung | Erneute Kontrolle nach einer Maßnahme |
| Restmangel | Noch bestehende Beanstandung |
| Endkontrolle | Abschließende fachliche Überprüfung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Kettenspiel | Antriebsprüfung |
| Bremslicht | Beleuchtungsfunktion |
| Schalterkreis | Elektrische Fehlereingrenzung |
| Reifenoberfläche | Sichtprüfung |
| Restmangel | Offener Befund |
Kreuzworträtsel
| Prüfprotokoll | Wie heißt der strukturierte Nachweis über durchgeführte Prüfungen? |
| Kettenspiel | Welcher Begriff bezeichnet die kontrollierte Beweglichkeit der Antriebskette? |
| Bremslicht | Welches Licht muss bei Betätigung der Bremse entsprechend der Fahrzeugausführung funktionieren? |
| Sollwert | Wie heißt die vorgegebene Vergleichsgröße? |
| Nachprüfung | Wie heißt die erneute Kontrolle nach einer Maßnahme? |
| Endkontrolle | Wie heißt die abschließende fachliche Überprüfung? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Systembild: Markiere auf einem Motorradbild fünf wartungsrelevante Baugruppen und beschrifte ihre Funktion.
- Antriebsvergleich: Erstelle drei Bildkarten zu Ketten-, Riemen- und Kardanantrieb.
- Prüffelder: Gestalte ein einseitiges Formular mit fünf unverzichtbaren Dokumentationsfeldern.
- Befundbeschreibung: Formuliere eine sachliche Beschreibung des Bremslichtfehlers aus M-17 ohne eine unbewiesene Ursache zu behaupten.
Standard
- Diagnosebericht: Erstelle eine kurze Fehlerhypothese mit mindestens zwei unterstützenden Befunden und einer fehlenden Gegenprüfung.
- Prüfnachweise: Überprüfe das Abschlussprotokoll M-17 auf Vollständigkeit und kennzeichne offene Punkte.
- Werkstattdialog: Führe ein Rollengespräch zwischen Auszubildenden und Werkstattleitung über den Bearbeitungsstand.
- Fotodokumentation: Entwickle mit frei lizenzierten Bildern eine beispielhafte Prüfdokumentation mit Quellen- und Lizenznachweisen.
Schwer
- Sicherheitsanalyse: Erstelle eine Gefährdungsbeurteilung auf Planungsebene zu einer angenommenen sicherheitskritischen Beanstandung.
- Alternativhypothesen: Entwickle für den Bremslichtfehler einen Entscheidungsbaum, der Hypothesen und Bestätigungsnachweise unterscheidet.
- Abschlussaudit: Entwirf ein Auditblatt zur Unterscheidung zwischen „dokumentiert“, „nachgeprüft“ und „fachlich freigegeben“.
- Transferprojekt: Entwickle eine fünfminütige Ausbildungseinheit mit Systembild, simuliertem Datensatz und begründeter Entscheidung für einen neuen Werkstattfall.


Lernkontrolle
- Ursache und Beobachtung: Begründe, warum ein funktionierendes Bremslicht bei Fußbetätigung die Fehlerhypothesen verändert, aber keinen einzelnen Schalterdefekt beweist.
- Nachweisgrenzen: Erkläre, warum ein plausibler Messwert ohne gesicherte Herstellervorgabe und Messbedingungen für eine reale Bewertung nicht genügt.
- Dokumentationslücke: Analysiere die Folgen einer fehlenden Nachprüfung nach einer sicherheitsrelevanten Maßnahme und entwickle einen fachlich korrekten Übergabeprozess.
- Fachgespräch: Formuliere eine verständliche Information an eine fiktive Kundschaft, die festgestellte Mängel, Unsicherheiten und weitere Zuständigkeiten sachlich erklärt.
- Verantwortung: Vergleiche Deine Lernentscheidung mit einer tatsächlichen fachlichen Fahrzeugfreigabe und erläutere Qualifikation, Nachweispflicht und Verantwortungsgrenzen.
- Rechtlicher Transfer: Unterscheide eine betriebliche Endkontrolle von einer gesetzlichen Hauptuntersuchung anhand von Zweck, Zuständigkeit und Ergebnisnachweis.
Lernnachweis
Lernprodukt: Eine vollständige, klar als Simulation gekennzeichnete Fallakte zu M-17.
| Bewertungsbereich | Nachweiskriterium |
|---|---|
| Fahrzeug- und Auftragsbezug | Prüfgegenstand und Arbeitsumfang eindeutig beschrieben |
| Auswertung | Messwerte und Funktionsbefunde korrekt verglichen |
| Diagnose | Hypothesen nachvollziehbar begründet und Grenzen genannt |
| Dokumentation | Belege, Restmängel und fehlende Prüfungen erkennbar |
| Sicherheit | Zuständigkeit und Freigabegrenze richtig beurteilt |
| Kommunikation | Fachlich sachlicher Übergabevermerk verfasst |
Mindestanforderung: Kein unbestätigter Befund darf als bestandene Prüfung ausgewiesen werden. Eine tatsächliche Fahrzeugfreigabe ist weder Bestandteil noch Ergebnis des Lernnachweises.
OERs zum Thema
Fachliche Quellen
- DGUV Information 209-007 – Fahrzeuginstandhaltung: Arbeitsschutz und sichere Werkstattprozesse.
- DGUV Information 209-093 – Qualifizierung für Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen: Qualifikationsanforderungen.
- BGHM – Umgang mit Airbag-Einheiten: Anforderungen an fachkundige und geschulte Personen.
- ADAC – Motorrad-Check: Allgemeine Prüfpunkte.
- Honda – Fahrerhandbücher: Beispiel für fahrzeugbezogene Herstellerunterlagen.
- StVZO § 29 und Anlage VIII: Rechtlicher Rahmen der Hauptuntersuchung.
Quellenhinweis: Für reale Fahrzeuge sind aktuelle und exakt zum Modell passende Herstellerinformationen maßgeblich. Die Übungsdatensätze dieses Kurses sind keine externen Diagnosenachweise.
Medienrechte und Bildnachweise
Die eingebundenen Commons-Dateien wurden anhand ihrer Dateibeschreibungsseiten auf Urheber- und Lizenzangaben geprüft. Die angegebenen Creative-Commons-Lizenzen und Namensnennungen sind bei jeder Weiterverwendung zu beachten.
| Datei auf Wikimedia Commons | Urheber | Lizenz |
|---|---|---|
| Motorrad-Systemübersicht | Civitas13 | CC0 1.0 |
| Kettenvergleich | Ralf Roletschek | CC BY-SA 3.0 |
| BMW-Riemenantrieb | Simone Roda | CC BY 2.0 |
| Kardanantrieb | Malber | CC BY-SA 3.0 |
| Antriebskräfte | Alanbly | CC0 1.0 |
| Motorradscheibenbremse | Pittigrilli | CC BY-SA 4.0 |
| Motorradreifen | La Cigale | CC BY-SA 3.0 |
| ABS-Prinzipbild | Arion54 | CC BY-SA 3.0 |
| Werkstattbild | madmalaysia | CC BY-SA 4.0 |
Videoquellen: ADAC „Motorradtechnik-Check“ und Louis „Motorradkette spannen“, jeweils über die überprüfte YouTube-Videoseite eingebunden. Für diese Videos wird keine freie OER-Lizenz behauptet. Die Urheberrechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Eine Einbettung ist keine Erlaubnis zur freien Vervielfältigung oder Bearbeitung.
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