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Energieanlagen und Windenergietechnik – Netzstützende Funktionen im Überblick verstehen

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Energieanlagen und Windenergietechnik – Netzstützende Funktionen im Überblick verstehen

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Einleitung

Energieanlagen und Windenergietechnik – Netzstützende Funktionen im Überblick verstehen

Zielgruppe: Ausbildung in Elektro-, Energie- und Windenergietechnik

Lernzeit: ca. 75–90 Minuten

Schwerpunkt: Leistungsregelung, Netzstützung und Betreiberanforderungen

Lernziel: Du verstehst, wie Windenergieanlagen auf Anforderungen des Stromnetzes reagieren, welche Aufgaben der Windparkregler übernimmt und wie Du Betriebsdaten fachlich beurteilst.

Der Kurs besteht aus sechs kurzen Lerneinheiten, einem Ausbildungsfall und interaktiven Übungen.

Sicherheitsgrundsatz: Alle praktischen Lernhandlungen erfolgen ausschließlich an Simulationen, Papiermodellen oder geeigneten berührungssicheren Schulungsmodellen. Keine Arbeiten an realen Netzanschlüssen, Umrichtern, Schutzgeräten oder Windenergieanlagen. Reale Elektroarbeiten dürfen nur entsprechend qualifizierte und beauftragte Personen innerhalb ihrer festgelegten Zuständigkeit durchführen. Quiz- und Simulationsergebnisse erteilen niemals eine Arbeits- oder Schaltfreigabe.


Lerneinheit 1: Vom Wind zur Netzeinspeisung

Dauer: 7 Minuten


Aufbau der Windenergieanlage

Bildauftrag: Finde Rotorblatt, Blattverstellung, Generator, Steuerung und Netzanschluss.

Der Rotor wandelt Windenergie in mechanische Bewegung um. Der Generator erzeugt elektrische Energie. Moderne Windenergieanlagen verwenden unterschiedliche Generatorkonzepte und leistungselektronische Systeme zur Anpassung an das Stromnetz.

Vereinfachter Energiefluss:

Wind Rotor Generator Elektrische Aufbereitung Netz
Bewegungsenergie Drehbewegung Elektrische Energie Regelung und gegebenenfalls Umrichter Einspeisung

Detailauftrag: Vergleiche die technische Zeichnung mit der realen Gondel. Welche Bauteile lassen sich erkennen?

Prozessvideo: Aufbau und Funktion einer Windenergieanlage

Merke: Die elektrische Einspeisung hängt vom Windangebot, der Anlagenregelung, den technischen Grenzen und den Netzanforderungen ab.

Mini-Aufgabe: Zeichne den Energiefluss mit fünf Stationen.

Feedback: Richtig ist eine Kette vom Wind über Rotor und Generator zur elektrischen Aufbereitung und zum Netz. Der Umrichter ist kein mechanischer Energiewandler; außerdem besitzt nicht jede Windenergieanlage denselben elektrischen Aufbau.


Lerneinheit 2: Wirkleistung regeln

Dauer: 8 Minuten


Wirkleistung und Leistungsbegrenzung

Die Wirkleistung P beschreibt die zeitliche Übertragung nutzbarer elektrischer Energie. Ihre Einheit ist Watt, meist angegeben in Kilowatt oder Megawatt.

Bildauftrag: Suche die Anlaufwindgeschwindigkeit, den Bereich steigender Leistung und den Nennleistungsbereich.

Die tatsächliche Leistungskennlinie ist anlagenspezifisch. Die Abbildung zeigt einen idealisierten Verlauf, keine verbindliche Betriebskennlinie.

Eine Windenergieanlage kann ihre Wirkleistung begrenzen. Dazu wirken je nach Anlagenkonzept insbesondere Generator-/Umrichterregelung und Pitchregelung zusammen.


Pitchregelung verstehen

Bei der Pitchregelung werden die Rotorblätter um ihre Längsachse verstellt. Damit verändert sich die aerodynamische Leistungsaufnahme.

Fachvideo des Antriebstechnikherstellers KEBA: Pitch und Yaw

Beobachtungsauftrag: Unterscheide Blattwinkelverstellung und Gondelnachführung.

Funktion Aufgabe
Pitch Veränderung des Rotorblattwinkels
Yaw/Azimut Ausrichtung der Gondel zur Windrichtung
Wirkleistungssollwert Vorgabe der gewünschten Einspeiseleistung
Leistungsgradient Begrenzung der Geschwindigkeit einer Leistungsänderung

Merke: Bei einer angeordneten Einspeisebegrenzung kann trotz ausreichenden Windes weniger Wirkleistung eingespeist werden.

Mini-Aufgabe: Erkläre, warum der Windpark bei starkem Wind nicht automatisch die maximal mögliche Wirkleistung einspeisen darf.

Feedback: Die verfügbare Windleistung ist nicht mit der zulässigen Einspeisung gleichzusetzen. Verbindliche Begrenzungen und technische Betriebsgrenzen müssen berücksichtigt werden.


Lerneinheit 3: Blindleistung und Spannungshaltung

Dauer: 8 Minuten


Wirkleistung, Blindleistung und Scheinleistung

Größe Zeichen Einheit Bedeutung
Wirkleistung P MW Wirksame Energieübertragung
Blindleistung Q MVAr Energieaustausch zwischen elektrischen und magnetischen Feldern
Scheinleistung S MVA Gesamte elektrische Leistungsbeanspruchung im sinusförmigen Modell
Verschiebungsfaktor cos φ einheitenlos Verhältnis von P zu S im sinusförmigen Modell

Für das vereinfachte sinusförmige Modell gilt:

S² = P² + Q²

Die Blindleistung ist wichtig für die Spannungshaltung im Stromnetz. Ihre Regelung erfolgt bei modernen Windenergieanlagen je nach elektrischer Bauart über die geeignete Erzeuger- und Umrichterregelung.

Bildauftrag: Erkenne die drei Phasen des dargestellten Wechselrichters. Die Zeichnung ist ein allgemeines Schaltungsprinzip und kein vollständiger Windenergie-Umrichter.

Beobachtungsauftrag: Achte auf den Unterschied zwischen momentaner Gesamtleistung und Wirkleistungsanteil.


Blindleistungsregelung

Bei der Blindleistungsregelung können unterschiedliche Verfahren zum Einsatz kommen.

Verfahren Prinzip
Q(U) Blindleistung abhängig von der Netzspannung
Q(P) Blindleistung abhängig von der Wirkleistung
cos φ Vorgabe eines Verschiebungsfaktors
Q-Sollwert Direkte Vorgabe der Blindleistung

Welches Verfahren, welche Vorzeichenkonvention und welche Kennlinie verbindlich sind, ergibt sich aus den anzuwendenden technischen Anschlussregeln und den Vorgaben für den konkreten Netzanschluss.

Merke: Die Höhe der Wirkleistung und der Blindleistung muss innerhalb der zulässigen Betriebs- und Stromgrenzen bleiben.

Mini-Aufgabe: Eine idealisierte Anlage hat S = 5 MVA und P = 4 MW. Berechne die maximale Blindleistungsgröße im vereinfachten Scheinleistungsmodell.

Lösung mit Begründung: Q = √(25 − 16) = 3 MVAr. Die Rechnung zeigt eine theoretische Grenze. Tatsächlich zulässige Blindleistung ergibt sich aus den anlagenspezifischen Kennlinien, Stromgrenzen und Netzvorgaben.


Lerneinheit 4: Frequenzstützung und Netzfehler

Dauer: 8 Minuten


Netzfrequenz und Wirkleistung

Die Nennfrequenz im europäischen Verbundnetz beträgt 50 Hz.

Die Netzfrequenz ist ein wichtiger Indikator für das momentane Gleichgewicht zwischen elektrischer Erzeugung und Verbrauch.

Beobachtung Vereinfachte Bedeutung Mögliche netzstützende Reaktion
Frequenz steigt Erzeugungsüberschuss Wirkleistung nach vorgegebener Kennlinie reduzieren
Frequenz sinkt Erzeugungsdefizit Bei entsprechender Fähigkeit und Reserve Wirkleistung bereitstellen
Spannung ändert sich Lokale Netzsituation verändert sich Blindleistung entsprechend der festgelegten Regelung anpassen

Eine frequenzabhängige Leistungsregelung wird häufig als P(f)-Regelung bezeichnet.

Wichtig: Eine Windenergieanlage kann ihre Wirkleistung nur innerhalb ihrer verfügbaren und zulässigen Möglichkeiten erhöhen. Eine Wirkleistungsreserve entsteht beispielsweise durch zuvor begrenzte Einspeisung oder geeignete Zusatzsysteme. Nicht jede Anlage bietet automatisch Regelreserve als Marktprodukt an.

Vertiefungsvideo zur Frequenzhaltung

Fachquelle: 50Hertz – Systembilanzierung.


Dynamische Netzstützung und Fault Ride Through

Fault Ride Through (FRT) bezeichnet die Fähigkeit, bestimmte kurzzeitige Netzfehler beziehungsweise Spannungseinbrüche zu durchfahren.

Dabei können abhängig vom technischen Regelwerk und der Anlagenkonfiguration Anforderungen an das Verbleiben am Netz und an die Einspeisung von Blindstrom bestehen.

FRT bedeutet nicht, dass eine Anlage bei jedem Netzfehler angeschlossen bleiben muss. Schutzfunktionen, Fehlerart und vorgeschriebene Spannungs-Zeit-Grenzen sind entscheidend.

Funktion Primärer Zweck
P(f) Frequenzstützendes Wirkleistungsverhalten
Q(U) Spannungsstützendes Blindleistungsverhalten
FRT Vorgeschriebenes Verhalten bei kurzzeitigen Netzfehlern
Schutzsystem Schutz bei unzulässigen elektrischen Zuständen

Mini-Aufgabe: Begründe, weshalb eine pauschale Anweisung „Bei Spannungseinbruch immer sofort abschalten“ fachlich falsch wäre.

Feedback: Je nach Netzfehler und den anzuwendenden FRT-Anforderungen kann ein Verbleib am Netz vorgeschrieben sein. Die Entscheidung folgt Schutzkonzept und verbindlichen Vorgaben, niemals einer vereinfachten Lernregel.


Lerneinheit 5: Netzanschluss und Betreiberanforderungen

Dauer: 8 Minuten


Vom Windpark zum Netzanschlusspunkt

Bildauftrag: Erkläre die Aufgabe des Umspannwerks beim Anschluss eines Windparks.

Detailbild: Leistungstransformator 110/20 kV. Das Bild zeigt ein allgemeines Beispiel eines Umspannwerktransformators und nicht den Transformator des Ausbildungsfalls.

Am Netzanschlusspunkt (NAP) müssen die vereinbarten elektrischen Anforderungen eingehalten werden.

Der zentrale Erzeugungsanlagenregler (EZA-Regler) kann Wirkleistung, Blindleistung und zulässige Leistungsänderungen koordinieren. Dabei werden Messwerte am Netzanschlusspunkt berücksichtigt.

Vereinfachter Signalfluss:

Netzbetreibervorgabe EZA-Regler Windenergieanlagen Messung am NAP
Sollwert Koordination und Regelung Umsetzung im zulässigen Bereich Rückmeldung und Vergleich


Welche Anforderungen gelten?

Die konkreten Anforderungen hängen unter anderem von Spannungsebene, Anlagentyp, Netzanschlussvereinbarung und geltendem Regelwerk ab.

Für einen Mittelspannungsanschluss in Deutschland ist insbesondere die VDE-AR-N 4110 relevant. Sie konkretisiert Anforderungen des europäischen Network Codes Requirements for Generators (Verordnung EU 2016/631).

Für andere Spannungsebenen sind andere Technische Anschlussregeln zu berücksichtigen.

Dokument oder Beteiligter Funktion
EU-Netzkodex RfG Europäischer Anforderungsrahmen
VDE-AR-N 4110 Technische Anschlussregel Mittelspannung
Netzbetreiber Anschlussbezogene Vorgaben und zulässige Betriebsbedingungen
Anlagenbetreiber Verantwortung für den regelkonformen Anlagenbetrieb
Fachpersonal Fachgerechte Durchführung beauftragter Tätigkeiten im zulässigen Kompetenzbereich

Merke: Netzstützung, Netzbildung und die Teilnahme am Regelleistungsmarkt sind nicht dasselbe.

Ein bestandener Wissenstest ersetzt weder Qualifikation und Beauftragung noch Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung oder Freigabeverfahren.


Lerneinheit 6: Ausbildungsfall Windpark Talhöhe

Dauer: 15 Minuten


Ausgangssituation

Du befindest Dich in der Ausbildung und analysierst mit Deiner Ausbilderin oder Deinem Ausbilder die simulierten Betriebsdaten eines erfundenen Windparks.

Der Windpark Talhöhe besitzt zwei Windenergieanlagen mit jeweils 4 MW Nennleistung. Er ist über einen angenommenen Mittelspannungsanschluss verbunden.

Alle Zahlen sind fiktive Lernwerte. Verluste und Eigenbedarf werden für die Rechnung vernachlässigt. Die Zahlen sind keine Parameter für reale Anlagen.

Wert WEA 1 WEA 2 Windpark
Nennleistung 4 MW 4 MW 8 MW
Aktuell verfügbare Wirkleistung 3,5 MW 3,0 MW 6,5 MW
Simulierte Einspeiseobergrenze am NAP 5,0 MW

Auftrag des simulierten Netzbetreibers: Die Wirkleistung am Netzanschlusspunkt soll den vorgegebenen Maximalwert von 5,0 MW nicht überschreiten. Zulässige Änderungsgradienten und technische Grenzen sind im Ausbildungsmodell zusätzlich zu beachten.


Schritt 1: Leistungsvergleich

Vergleiche die verfügbare Wirkleistung mit der Einspeiseobergrenze.

Rechnung:

6,5 MW − 5,0 MW = 1,5 MW

Die Einspeisung muss im vereinfachten Modell insgesamt um 1,5 MW begrenzt werden.


Schritt 2: Beispiel einer Leistungsaufteilung

WEA Verfügbar Beispiel-Sollwert Reduzierung
WEA 1 3,5 MW 2,7 MW 0,8 MW
WEA 2 3,0 MW 2,3 MW 0,7 MW
Gesamt 6,5 MW 5,0 MW 1,5 MW

Die Werte zeigen eine rechnerisch mögliche Aufteilung, keine allgemeingültige Verteilungsstrategie. Reale EZA-Regler beachten zusätzliche technische Bedingungen.


Schritt 3: Simulierte Prozessdaten beurteilen

Zeitpunkt Sollwert am NAP Gemessener P-Wert Fachliche Bewertung
A 5,0 MW 6,5 MW Oberhalb des Modellgrenzwertes
B 5,0 MW 5,4 MW Sollwert noch nicht erreicht
C 5,0 MW 5,0 MW Wirkleistungsgrenze rechnerisch eingehalten

Wichtig: Ohne Zeitangaben, Rampenvorgaben, Messunsicherheiten, Betriebszustände und weitere Netzanforderungen kann aus dieser Tabelle keine Aussage über die vollständige Regelkonformität des Anlagenbetriebs abgeleitet werden.


Schritt 4: Gestufte Hilfen

Hilfe 1 – Orientierung: Vergleiche zuerst die Summe der verfügbaren Leistungen mit dem Grenzwert.

Hilfe 2 – Rechenweg: Berechne die Differenz aus 6,5 MW und 5,0 MW.

Hilfe 3 – Kontrollrechnung: Prüfe, ob 2,7 MW + 2,3 MW genau 5,0 MW ergeben und beide Einzelwerte unter der jeweils verfügbaren Wirkleistung liegen.


Schritt 5: Begründetes Feedback

Basisfeedback: Die Gesamtbegrenzung beträgt 1,5 MW, weil die verfügbare Gesamtleistung den Modellgrenzwert um diesen Betrag übersteigt.

Anwendungsfeedback: Die Aufteilung 2,7 MW und 2,3 MW ist rechnerisch möglich. Sie ist nicht automatisch optimal oder betrieblich freigegeben.

Transferfeedback: Die Messung von 5,0 MW zeigt lediglich die Einhaltung des betrachteten Wirkleistungswertes. Blindleistung, Frequenzverhalten, Leistungsgradienten, Schutzstatus und Betriebsfreigaben müssen getrennt bewertet werden.


Sichere Lernwerkstatt

Geeignete Lernmittel: Offline-Simulation, Tabellenkalkulation, Ausdruck einer Leistungskurve oder ein ausdrücklich für den Unterricht vorgesehenes berührungssicheres Schutzkleinspannungsmodell.

Modellauftrag:

  1. Wirkleistungsregelung: Stelle die zwei verfügbaren Wirkleistungen ausschließlich im Lernmodell dar.
  2. Soll-Ist-Vergleich: Vergleiche den simulierten NAP-Grenzwert mit der Summe der Einzelwerte.
  3. Messwertauswertung: Erstelle ein Diagramm der drei Zeitpunkte A, B und C.
  4. Dokumentation: Halte fest, welche zusätzlichen Daten für eine fachliche Bewertung fehlen.

Sicherheitsgrenze: Keine Verbindung zum öffentlichen Netz, keine Einspeiseversuche, keine Manipulation von Schutzfunktionen und keine Eingriffe in reale Fernwirk- oder EZA-Regler. Bei Schulungsgeräten gelten Herstelleranleitung, Schutzkonzept und Aufsicht. Eine Netzfehlersimulation ist ausschließlich als Software- oder Papiermodell zulässig.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Größe beschreibt die nutzbare elektrische Leistungsübertragung? (Wirkleistung) (!Blindwiderstand) (!Netzimpedanz) (!Rotorfläche)




Welche Größe ist besonders für die Spannungshaltung relevant? (Blindleistung) (!Windgeschwindigkeit) (!Rotordurchmesser) (!Turmhöhe)




Was verändert die Pitchregelung? (Den Rotorblattwinkel) (!Die Frequenz des gesamten Stromnetzes direkt) (!Den Standort des Windparks) (!Die Länge des Netzkabels)




Welche Netzfrequenz ist im europäischen Verbundnetz nominell vorgesehen? (50 Hertz) (!25 Hertz) (!60 Hertz) (!100 Hertz)




Wofür steht die Kennlinie Q(U)? (Blindleistungsregelung in Abhängigkeit von der Spannung) (!Leistungsregelung allein nach Windrichtung) (!Temperaturregelung des Rotors) (!Schutzerdungsmessung)




Welche Aufgabe hat ein EZA-Regler? (Er koordiniert die Regelung der Erzeugungsanlage) (!Er ersetzt alle Schutzgeräte) (!Er gibt Auszubildenden Arbeitsfreigaben) (!Er erzeugt Windenergie)




Was bezeichnet Fault Ride Through? (Das vorgeschriebene Durchfahren bestimmter Netzfehler) (!Das grundsätzlich sofortige Abschalten bei jedem Spannungseinbruch) (!Das regelmäßige Reinigen des Generators) (!Das mechanische Drehen der Gondel)




Welche Leistung darf im Ausbildungsfall am NAP höchstens eingespeist werden? (5 Megawatt) (!6 Megawatt) (!7 Megawatt) (!8 Megawatt)




Wie groß ist die notwendige Gesamtbegrenzung im Ausbildungsfall? (1,5 Megawatt) (!0,5 Megawatt) (!2,5 Megawatt) (!3,5 Megawatt)




Was berechtigt zur Durchführung realer Elektroarbeiten? (Erforderliche Qualifikation und Beauftragung innerhalb geregelter Zuständigkeiten) (!Ein bestandenes Onlinequiz) (!Ein korrekt berechneter Leistungssollwert) (!Die erfolgreiche Teilnahme an einer Computersimulation)




Lernfeedback: Vergleiche bei Fehlern die Funktionen P(f), Q(U), FRT und Schutztechnik. Sie reagieren auf unterschiedliche elektrische Situationen. Richtige Antworten zeigen Verständnis, begründen aber weder die vollständige Anlagenkonformität noch eine praktische Arbeitsfreigabe.


Memory

Ordne die Fachbegriffe ihren Bedeutungen zu.

Wirkleistung Nutzbare elektrische Leistungsübertragung
Blindleistung Relevante Größe für die Spannungshaltung
Pitchregelung Verstellung des Rotorblattwinkels
Parkregler Koordination mehrerer Erzeugungseinheiten
Frequenzkennlinie Leistungsreaktion auf die Netzfrequenz
Fault Ride Through Verhalten bei bestimmten kurzzeitigen Netzfehlern
Netzanschlusspunkt Bezugspunkt für vereinbarte Netzanforderungen




Feedback: Prüfe bei jeder Zuordnung, ob sie die technische Funktion beschreibt und nicht lediglich ein ähnliches Bauteil benennt.


Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Wirkleistungsanpassung Änderung der Netzfrequenz
Blindleistungsregelung Änderung der Netzspannung
Pitchsystem Verstellung des Rotorblattwinkels
EZA-Regler Koordination von Sollwerten
Netzanschlusspunkt Prüfung der vereinbarten Einspeisebedingungen
Schutzkonzept Verhalten bei unzulässigen Netzbedingungen




Feedback: Eine sinnvolle Zuordnung unterscheidet Regelungsaufgaben von Schutzfunktionen. Eine Regelung soll Betriebsgrößen führen; Schutzfunktionen reagieren auf unzulässige Zustände.


Kreuzworträtsel

PITCH Wie nennt man die Verstellung des Rotorblattwinkels?
ROTOR Welches Bauteil wird durch die Windkräfte in Drehung versetzt?
UMRICHTER Welche leistungselektronische Einrichtung kann elektrische Energie für die Netzeinspeisung aufbereiten?
BLINDLEISTUNG Welche Leistungsgröße wird für die Spannungshaltung genutzt?
PARKREGLER Welche zentrale Einrichtung koordiniert die Leistungsregelung eines Windparks?
FREQUENZ Welche elektrische Größe zeigt Veränderungen des Erzeugungs-Last-Gleichgewichts an?





LearningApps

Hinweis: Die eingeblendete LearningApps-Suche zeigt verfügbare Fremdangebote zum Thema. Deren fachliche Qualität und Eignung müssen vor dem Unterricht einzeln geprüft werden; sie sind kein Bestandteil eines sicherheitstechnischen Nachweises.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die elektrische Wirkleistung wird mit dem Buchstaben

bezeichnet.
Die Einheit der Wirkleistung ist das

.
Die für die Spannungshaltung wichtige Leistungsgröße heißt

.
Die Scheinleistung wird mit dem Buchstaben

bezeichnet.
Die Winkelverstellung der Rotorblätter heißt

.
Die Ausrichtung der Gondel nach dem Wind nennt man

.
Die nominelle Netzfrequenz im europäischen Verbundnetz beträgt

Hertz.
Die Kennlinie P(f) beschreibt ein frequenzabhängiges

.
Die Kennlinie Q(U) beschreibt eine spannungsabhängige

.
Das Durchfahren bestimmter kurzzeitiger Netzfehler wird als

abgekürzt.
Die zentrale Regelung einer Erzeugungsanlage wird als

bezeichnet.
Der vereinbarte Bezugspunkt für die Einspeisebedingungen heißt

.
Im Ausbildungsfall beträgt die verfügbare Gesamtleistung

MW.
Im Ausbildungsfall wird die Einspeisung auf

MW begrenzt.
Die Differenz der beiden Leistungswerte beträgt

MW.




Offene Aufgaben

Bearbeitung: Verwende nur freigegebene Unterrichtsmaterialien, Simulationen und berührungssichere Schulungsmodelle.


Leicht – Basisaufgaben

  1. Windenergieanlage: Beschrifte eine technische Zeichnung mit Rotor, Generator, Blattverstellung und Netzanschluss.
  2. Wirkleistung: Zeichne eine typische Leistungskennlinie und erkläre den Nennleistungsbereich.
  3. Blindleistung: Gestalte eine Lernkarte mit P, Q und S und ihren Einheiten.
  4. Sicherheit in der Elektrotechnik: Erstelle ein Plakat mit fünf Regeln für das sichere Lernen an Windenergie-Modellen.

Begründetes Feedback: Gute Lösungen ordnen Bauteile und Leistungsgrößen korrekt zu. Besonders wichtig ist die Trennung zwischen Lernmodellen und realen elektrischen Anlagen.


Standard – Anwendungsaufgaben

  1. Leistungsregelung: Berechne die Gesamtbegrenzung im Windpark Talhöhe und stelle sie in einem Balkendiagramm dar.
  2. Netzstützung: Analysiere drei vorgegebene Modellzustände zu Spannung, Frequenz und Wirkleistung. Ordne jeder Situation die passende Regelfunktion zu und begründe Deine Wahl.
  3. Datenanalyse: Erstelle aus den simulierten Messwerten A, B und C ein Zeitdiagramm und markiere die Einspeiseobergrenze.
  4. Leistungsdreieck: Berechne für das Modell S = 5 MVA und P = 4 MW die theoretische Blindleistungsgröße und erkläre die Grenzen der Rechnung.

Begründetes Feedback: Im Ausbildungsfall beträgt die Begrenzung 1,5 MW. Bei der Leistungsdreieckaufgabe ergibt sich 3 MVAr. Rechenergebnisse allein beweisen jedoch weder die Einhaltung zeitlicher Vorgaben noch die tatsächliche Betriebsfähigkeit.


Schwer – Transferaufgaben

  1. Windparkregelung: Entwickle ein vereinfachtes Regelkonzept mit Sollwert, Istwert, Vergleich und Rückmeldung für den fiktiven Windpark.
  2. Fehleranalyse: Untersuche einen fiktiven Datensatz, in dem die Einspeiseobergrenze nach einer Sollwertänderung vorübergehend überschritten wird. Benenne mindestens drei für eine Beurteilung fehlende Informationen.
  3. Netzanschluss: Vergleiche anhand der Fachquellen die Funktionen Wirkleistungsbegrenzung, Blindleistungsbereitstellung und dynamische Netzstützung. Dokumentiere die Unterschiede in einem Flussdiagramm.
  4. Technische Dokumentation: Produziere ein kurzes Erklärvideo oder eine Präsentation über den Umgang mit simulierten Netzbetreibervorgaben. Kennzeichne die Grenzen der Simulation und den erforderlichen Freigabeprozess.

Begründetes Feedback: Eine überzeugende Transferlösung betrachtet Netzanforderungen, technische Grenzen, Messwerte, Schutzkonzept und Verantwortlichkeiten gemeinsam. Ein korrektes Simulationsergebnis ersetzt keinen Konformitätsnachweis und keine Fachfreigabe.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Diese Aufgaben prüfen Zusammenhänge und Transfer. Sie dürfen ausschließlich mit dokumentierten Lern- und Simulationsdaten bearbeitet werden.

  1. Spannungshaltung: Erkläre, weshalb ein Windpark eine Blindleistungsvorgabe auch dann beachten muss, wenn seine Wirkleistung begrenzt wird.
  2. Frequenzregelung: Vergleiche das Verhalten eines Windparks bei steigender und sinkender Netzfrequenz. Berücksichtige die Grenzen verfügbarer Windleistung.
  3. EZA-Regelung: Entwickle ein Blockbild von Netzbetreibervorgabe, Regler, Windenergieanlagen und NAP-Messung.
  4. Dynamische Netzstützung: Begründe, warum FRT-Anforderungen und Schutzfunktionen zusammen betrachtet werden müssen.
  5. Fehlerdiagnose: Ein simulierter Windpark misst 5,0 MW bei 5,0 MW Obergrenze. Begründe, welche weiteren Daten nötig sind, bevor das Verhalten als vollständig regelkonform bewertet werden kann.
  6. Arbeitssicherheit: Erläutere, warum ein erfolgreich abgeschlossenes Quiz keine Berechtigung für Schalthandlungen oder Elektroarbeiten begründet.

Bewertungsmaßstab: Fachlich richtige Ursache-Wirkungs-Beziehungen, nachvollziehbare Begründung, Berücksichtigung technischer Grenzen und konsequente Einhaltung der Sicherheitsregeln.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis werden folgende Ergebnisse dokumentiert:

  1. Fachbegriffe P, Q, S, Pitch, EZA-Regler, P(f), Q(U) und FRT werden korrekt erklärt.
  2. Die Hauptkomponenten einer Windenergieanlage werden sicher zugeordnet.
  3. Die Zusammenhänge zwischen Wirkleistung, Frequenz sowie Blindleistung und Spannung werden begründet.
  4. Der Ausbildungsfall wird rechnerisch richtig gelöst und mit einem Soll-Ist-Diagramm dokumentiert.
  5. Verbindliche Netzvorgaben werden von vereinfachten Unterrichtsannahmen unterschieden.
  6. Eine Transferaufgabe wird mit fachlicher Begründung bearbeitet.
  7. Die Grenzen von Simulationen, Schutzfunktionen und Qualifikationsanforderungen werden benannt.

Mögliche Nachweisform: Lernportfolio mit beschrifteter Zeichnung, Modellrechnung, simuliertem Prozessdiagramm, Fehleranalyse und kurzer Reflexion.

Keine Arbeitsfreigabe: Der Lernnachweis bescheinigt ausschließlich schulische beziehungsweise ausbildungsbezogene Lernergebnisse. Er ersetzt keine Berufsbefähigung, elektrotechnische Qualifikation, Beauftragung, Schaltberechtigung, Anlagenfreigabe oder betriebliche Unterweisung.




OERs zum Thema

Wikipedia: Windkraftanlage

Frei lizenziertes interaktives Lernmedium:

Siemens Stiftung – So funktioniert ein Windkraftwerk

Interaktives Funktionsmodell, Siemens Stiftung, Lizenz CC BY-SA 4.0. Nutze es zur Wiederholung des Energieflusses. Es ersetzt keine Schulung zur Netzanschluss- oder Schutztechnik.


Fachlich geprüfte Quellen

  1. VDE FNN – Technische Anschlussregel Mittelspannung: Primärquelle für Anforderungen an Erzeugungsanlagen, Wirkleistungs- und Blindleistungsverhalten sowie Netzstützung.
  2. VDE FNN – Entwurf zur TAR-Mittelspannung-Novelle: Zur Unterscheidung zwischen Entwurfsstand und verbindlichem Regelwerk. Der Entwurf ist nicht automatisch geltendes Recht.
  3. EUR-Lex – Verordnung EU 2016/631: Europäischer Netzkodex mit Netzanschlussbestimmungen für Stromerzeuger.
  4. 50Hertz – Systembilanzierung: Fachliche Grundlage zum Verhältnis zwischen Einspeisung, Verbrauch und Netzfrequenz.
  5. KEBA – Pitch-Control und Azimutsysteme: Herstellerinformationen zu Rotorblattverstellung und Gondelnachführung.
  6. DGUV Information 203-007 – Windenergieanlagen: Grundlage für Sicherheit bei Arbeiten in und an Windenergieanlagen.
  7. Wikipedia – Windkraftanlage: Ergänzende Darstellung von Aufbau und Regelung.

Quellenstand: Oktober 2026. Für konkrete Anlagen sind stets die anwendbare aktuelle Fassung des Regelwerks, die Anschlussunterlagen, die Herstellervorgaben und die verbindlichen Betriebsanweisungen zu prüfen.


Medien- und Lizenznachweise

Die folgenden Abbildungen sind als Wikimedia-Commons-Dateien nachgewiesen. Für eine Weiterverwendung gelten die jeweils verlinkten Lizenzbedingungen und gegebenenfalls Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen.

  1. Schema Windenergieanlage.svg: RobbyBer und Magasjukur2, CC BY-SA 3.0.
  2. Inside the nacelle (front).jpg: Lauri Veerde, CC BY-SA 4.0.
  3. Idealised Wind Turbine Power Curve.svg: Guy Keogh, CC0 1.0.
  4. Leistungsdreieck.svg: Dmstraub, CC0 1.0.
  5. Three phases inverter.png: Adrien Bourgeade, CC BY-SA 4.0.
  6. Active-and-reactive-power-064pf-en.svg: Jon Peli Oleaga, CC BY-SA 4.0.
  7. Wind Farm Substation September 2007: Paul Anderson, CC BY-SA 2.0.
  8. Transformer 110 kV 20 kV.jpg: Kreuzschnabel, CC BY-SA 3.0.

Videorechte: Die YouTube-Videos werden lediglich über die vorhandenen Videolinks eingebunden. Eine freie Lizenz zur Bearbeitung oder Weiterverbreitung wird nicht unterstellt. Einbettbarkeit und Verfügbarkeit können sich ändern. Die Videoinhalte sind ergänzendes Anschauungsmaterial; für technische Grenzwerte sind die genannten Primärquellen maßgeblich.

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